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Definitionen und Ansätze der Pädagogischen Beratung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2013 16 Seiten

Ada Pädagogik / Erziehung / Beratung

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Pädagogische Beratung – Was ist das?

2.Diagnostik in der Beratung

3.Beratungsansätze
3.1 Systemische Beratungsansätze
3.2 Lösungsorientierte/ Beratungsansätze
3.3 ressourcenaktivierende Kurzzeit-Beratung ( RKB)

4.Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Beratung ist im Alltag allgegenwärtig geworden, die Palette der Hilfsangebote ist fast unüberschaubar geworden und es ist nicht leicht – besonders für den Laien – die Qualitätsunterschiede zu erkennen. Psychologen und Pädagogen teilen sich das Feld der professionellen Beratung und oft ist nicht klar, wo die Unterschiede liegen. Oft wird zudem noch Therapie und Beratung als synonym verwendet, was die Verwirrung komplett macht. Beratung ist ein wesentlicher Bestandteil der Erziehungswissenschaft, als eigenständig neben der Therapie anzusehen und sehr oft nachgefragt, wo Menschen miteinander interagieren, seien es Lernende und Lehrende oder auch Heranwachsende und Erwachsene, aber auch in der Arbeitswelt hat Beratung für Teams oder Organisationen in den letzten Jahrzehnten als Tätigkeitsfeld für Pädagogen einen großen Zuwachs zu verzeichnen.

In der vorliegenden Hausarbeit wird zunächst herausgearbeitet, was genau unter dem Begriff „Beratung“ zu verstehen ist und wie er definiert wird. Im zweiten Kapitel wird auf den Stellenwert der „Diagnose“ in der pädagogischen Beratung eingegangen. Thema des dritten Kapitels sind die Beratungsansätze, die sich für Pädagogen besonders aufgrund ihrer Ausrichtung anbieten. Zunächst wird der systemische Beratungsansatz genauer beleuchtet, geht dann zum lösungsorientierten Ansatz über und mit der dem ressourcenaktivierenden Beratungsansatz schließt die Hausarbeit.

1. Pädagogische Beratung – Was ist das?

In den letzten Jahrzehnten ist pädagogische Beratung ein breites Feld geworden und wird immer mehr als „zentraler Bestandteil pädagogischer Arbeit verstanden“(Krause/ Fittkau/ Fuhr/Thiel, 2003, S.15) Dennoch gibt es Abgrenzungsprobleme in der wissenschaftlichen Definition von pädagogischer Beratung. Unter dem Begriff Beratung finden sich heute im täglichen Leben viele schillernde Begriffe, die es Hilfesuchenden leichter machen sollen, die richtige Entscheidung zu treffen. Beratung gibt es bei der Bank, im Modehaus, beim Steuerberater und viele mehr, aber auch Paarberatung, Schuldnerberatung, Schulberatung usw. „Die Anlässe, Aufgaben und Ziele mögen dabei unterschiedlich sein wie die Adressaten und es muss die Frage offenbleiben, ob es sich bei einzelnen Kommunikationsformen eher um Informationsvermittlung als um Beratung handelt“(Brunner/Schönig, 1990,S.7)

Beratung kann also als eine Kommunikationsform verstanden werden und ist nach Brunner/ Schönig sogar zu einem „prägenden Faktor geworden“. Tatsächlich ist festzustellen, dass die Beratungsangebote im pädagogischen Kontext sehr zugenommen haben und eine Koexistenz neben der Therapie führen. Beratung von Erziehung und Therapie klar abzugrenzen ist nicht einfach, die Übergänge sind fließend und die Überschneidungen zahlreich. Krause sieht Beratung als „ ein wichtiges Teilgebiet der pädagogischen Psychologie“ (Krause/ Fittkau/ Fuhr/Thiel,2003, S. 18) die mit der Psychotherapie und der Sozialarbeit kooperiert.

Beratung ist dann als gegeben anzusehen, wenn wesentliche Merkmale der Beratung erfüllt sind: ein BeraterIn und ein KlientIn treten in Interkaktion und kommunizieren miteinander. Beratung ist immer als Hilfe zu Selbsthilfe anzusehen. Ziel ist es den Hilfesuchenden in die Lage zu versetzen, selbst wieder handlungsfähig zu werden und seine Ressourcen zu erkennen und zu nutzen. Beratung soll immer unter der Prämisse stattfinden, das jedes Individuum der Experte seiner selbst ist und „Freiwilligkeit ist das oberste Gebot von Beratung“ (Krause/ Fittkau/ Fuhr/Thiel,2003,S.24).

Von pädagogischer Beratung kann man sprechen,“ wenn Beratungsbedarf in einem erzieherischen Handlungsfeld besteht“ (Krause/ Fittkau/ Fuhr/Thiel,2003,S.25). Dabei geht es um die Gestaltung von Lernprozessen.

Ein wichtiges Ziel von Beratung ist es die Ressourcen des Klienten aufzudecken, bewusst zu machen und weiterzuentwickeln. Hier grenzt sich Beratung klar von Therapie ab, die sich eher an Defiziten orientiert. Beratung wird meist dann als notwendig empfunden, wenn der Hilfesuchende das Gefühl hat, keine Ressourcen mehr zu haben, um ein oder mehrere Probleme zu lösen. Hier setzt Beratung an, indem sie ressourcenorientiert arbeitet und den Blick weg vom Fokus auf Probleme hin zu den Potentialen des Klienten, die zur Lösung der Probleme beitragen können.

Pädagogische Beratung bedeutet auch, das Umfeld des Ratsuchenden mit einzubeziehen. Der Blick muss auf das System gerichtet werden, in dem der Klient sich tagtäglich bewegt. Welche Aspekte sind hier bedeutsam und wirken sich auf die Problematik aus, die dem Hilfesuchenden zu schaffen machen. Dies setzt allerdings eine fundierte systemische Ausbildung des Beraters voraus, um Klienten bei der Umfeldanalyse gut anleiten zu können.

2.Diagnostik in der Beratung

Diagnostik ist ein medizinisch geprägter Begriff und hat auch hier seinen Ursprung. „Die Medizin ist die Leitwissenschaft, wenn es um die Heilung von Menschen geht“ (Krause/ Fittkau/ Fuhr/Thiel,2003, S..57), daher orientieren sich auch Psychotherapie, Psychoanalyse und Verhaltenstherapie an der Medizin und ihrer diagnostischen Vorgehensweise. Allerdings ist die Medizin keine Gesundheitswissenschaft sondern eine Krankheitslehre und eigentlich vom Ansatz eher ungeeignet, um in der pädagogischen Beratung Anwendung zu finden, abgesehen von der Möglichkeit für Gesundheitsaufklärung und –Beratung, die sich daraus für Pädagogen ergeben. Der Blick der pädagogischen Beratung soll weg von Defiziten auf Möglichkeiten und Stärken des Klienten ausgereichtet werden. Die Diagnostik jedoch hat die Defizite im Fokus. Dies sind Eingangsdiagnosen, die in der pädagogischen Beratung jedoch oft außer Acht – auch und gerade im Hinblick auf die Defizitorientierung- gelassen werden, denn Prozessdiagnosen sind in der Arbeit mit dem Klienten als sinnvoller anzusehen. Jedoch kann es sein, dass ein Klient mit der gewohnten Erwartung einer Eingangsdiagnose in die erste Sitzung kommt und der Berater vor dem Dilemma steht, zwar eine Eingangsdiagnose zu erstellen, um einen professionellen Eindruck zu erzeugen, jedoch dadurch die wichtige Klient-Berater-Beziehung eine Tendenz zu einer „ungünstigen Expertenorientierung“ (Krause/Fittkau/ Fuhr/Thiel,2003,S.58) erhält. Das Ziel einer pädagogischen Beratung soll jedoch “Hilfe zur Selbsthilfe und Ressourcenaktivierung von sich selbst organisierenden Systemen (…) zur Verbesserung ihrer Lebens-und Leistungsqualität“(Krause/Fittkau/ Fuhr/Thiel,2003,S.60) sein.

Jedoch läßt sich diese Diagnoseerstellung auch in einen pädagogischen Beratungsprozess überführen, in dem man mit lösungsorientierten Ausnahmefragen und Skalierungsfragen den Klienten an die Fokussierung des Ziels heranführt. Weiter besteht die Möglichkeit die Diagnose-Instrumente, die ja defizitorientiert sind, in eine Ressourcenorientierung umzudeuten, also zum Beispiel statt zu diagnostizieren was fehlt, zu untersuchen was schon gegeben ist und damit weiterarbeiten.

Hier kann unterschieden werden nach:

1.Lösungsorientierte Fragen (Verbesserungsfragen)
2.Problemorientierte Fragen (Verschlimmerungsfragen)
3.Kombination lösungsorientierter und problemorientierter Fragen

So lässt sich eine eher beziehungsfeindliche Diagnose im Beratungsprozess teilweise auffangen und hilft dabei, dem Klienten die Prozesse transparent zu machen. Eine Rückmeldung der diagnostischen Ergebnisse ist Bestandteil eines zielorientierten Dialoges.

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Details

Seiten
16
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656835424
ISBN (Buch)
9783656835431
Dateigröße
750 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v283737
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg – Institut für Erziehungswissenschaften
Note
1,7
Schlagworte
definitionen ansätze pädagogischen beratung

Autor

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Titel: Definitionen und Ansätze der Pädagogischen Beratung