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Biodiversität. Ein Überblick

Hausarbeit 2007 10 Seiten

Didaktik - Biologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1.Biodiversität – ein Überblick

2.Begriff „Biodiversität“
2.1.Biodiversität – Vielfalt der Arten
2.2 Biodiversität – Vielfalt der Gene
2.3 Vielfalt der Ökosysteme / Lebensräume

3. Biodiversität in der Schule – Bewusstsein schaffen

4.Literatur:

1.Biodiversität – ein Überblick

Rund 3,5 Milliarden Jahre hat die Welt dem Leben Zeit gegeben, um sich von einfachsten molekularen Strukturen und primitiveren Kleinstlebewesen zu einer unglaublichen Vielzahl von Lebewesen zu entwickeln, welche heute die Erde bevölkern. Wir leben nun in einer Zeit, die von rasantem Fortschritt in allen möglichen Bereichen gekennzeichnet ist, der Mensch hat angefangen das All zu erobern und doch kann man keine einige Aussage darüber treffen, wie hoch die Artenzahl auf unserem Planeten ist. Schätzungen liegen zwischen 10 bis 100 Millionen Arten (E.O. Wilson, 1992; Klaus, Schmill, Schmid, Edwards, 2001) von denen aktuell rund 1,75 Millionen beschrieben sind (Stand 2004: UNEP (United Nations Environment Programme). Dieser extrem weiträumige Unterschied geht aus Hochrechnungen hervor, die bereits in den 80er Jahren von mehreren Tropenbiologen gemacht wurden, darunter Terry Erwin, welcher im Kronendach einer einzigen Baumart 163 spezialisierte Käferarten entdeckte und daraufhin eine Umrechnung auf die ungefähr 50.000 vorkommenden tropischen Baumarten anstellte. ( E.O. Wilson, 1992; Klaus, Schmill, Schmid, Edwards, 2001; Engelhardt, 1997) Die genaue Artzahl zu benennen scheint nicht möglich zu sein und es ist trotz Schätzungen und Hochrechnungen wohl so, dass „ wir die wahre Anzahl der Arten auf der Erde bemerkenswerter Weise nicht einmal auf eine Zehnerpotenz genau kennen.“ (Wilson, 1992)

Doch wie unvorstellbar hoch die Zahlen der noch nicht beschriebenen Arten auch sein mag, umso ernüchternder sind andere Zahlen: „ Nach Angaben der UNEP (United Nations Environment Programme) sterben zurzeit täglich durchschnittlich 135 Tier- und Pflanzenarten aus. Allein in Europa sind nach einem Bericht der EU-Kommission 42% der Vogelarten und 52% der Süßwasserfische bedroht. Viele Arten sterben aus, bevor sie überhaupt entdeckt wurden.“ (Mertz 2006, S.96)

„ An der Wende ins dritte Jahrtausend beansprucht die gesamte Menschheit ungefähr die Hälfte der weltweiten Primärproduktion aller Pflanzen. Dieser gigantische Ressourcenverbrauch durch nur eine einzige Art geht auf Kosten der „restlichen“ rund 10 – 100 Mio. Arten. Langfristig steht aber auch die Entwicklung der Menschheit und ihrer kulturellen und wirtschaftlichen Errungenschaften selbst auf dem Spiel.“ (Klaus, Schmill, Schmid, Edwards, 2001, S.3)

Große Massensterben hat es in der Weltgeschichte schon mindestens fünf Mal gegeben, das geläufigste Beispiel sind die Saurier, die vor ca. 65 Mio. Jahren verschwanden (Klaus, Schmill, Schmid, Edwards, 2001). Aussterben ist also auch ein natürlicher Vorgang und wahrscheinlich sind schon 99% aller jemals vorgekommenen Arten bereits ausgestorben. (Engelhardt, 1997) Es scheint allerdings das erste Mal in der Weltgeschichte so zu sein, dass ein einzelner Organismus (Mensch) in hohem Maße zu einem neuen Massensterben beiträgt, ja sogar dafür verantwortlich ist. So sterben derzeit vergleichsweise mehr Organismen in kürzerer Zeit aus, als je zuvor (Wilson 1992). Die größte Bedrohung von Arten geht vom Menschen aus und ergibt sich durch die „Nutzung, Umwandlung, Fragmentierung (vgl. Klaus, Schmill, Schmid, Edwards, 2001, S.53) ganzer Lebensräume“ (Mertz 2006, Wilson 1992) Kurz, es gibt immer mehr Menschen, welche ansteigend Lebensraum und Ressourcen für sich beanspruchen. Allerdings darf die Bedeutung invasiver Arten als Bedrohung biologischer Vielfalt nicht außer Acht gelassen werden. (Mertz 2006)

2.Begriff „Biodiversität“

Spätestens seit der Biodiversitätskonvention von Rio de Janeiro (1992), ist der Begriff „ Biodiversity – Biodiversität “, welcher von Dr. W.G. Rosen 1985 auf einem ersten großen Kongress zum Thema „Nationales Forum zur Biodiversität“ (Washington D.C.) begründet wurde (Wilson, 1992; http://bch-cbd.naturalsciences.be/belgium/glossary/glos_b.htm 7.12.2007) international und für die breite Masse ein brisantes Thema geworden, der meist automatisch mit „ bedrohte Artenvielfalt und Aussterben“ in Verbindung gebracht wird.

Ziel der Konvention ist die „ Erforschung der Vielfalt, deren Schutz und nachhaltige Nutzung sowie eine gerechte Verteilung der aus ihr gezogenen Gewinne.“ (Klaus, Schmill, Schmid, Edwards, 2001, S.91) Die 170 Länder, welche die Konvention unterzeichneten, bzw. ratifizierten, verpflichten sich unter anderem dazu:

- die biologische Vielfalt zu überwachen
- Gesetze zum Schutz gefährdeter Arten zu erlassen und Schutzgebiete zu schaffen
- Den Menschen mit Unterstützung der Medien und mit Hilfe von Aufklärungsprogrammen zu zeigen, wie wichtig die biologische Vielfalt ist. (Klaus, Schmill, Schmid, Edwards, 2001, S.91)

Doch welche Rolle spielt Biodiversität für den Menschen? Brauchen wir überhaupt Biodiversität, oder, ohne provozieren zu wollen, welchen Einfluss hat das Aussterben des Blauwals auf den Menschen?

Der Wert der Biologischen Vielfalt wird sehr hoch eingeschätzt, so kann man sagen, dass genetische Vielfalt gleichzeitig Motor und Treibstoff der Evolution darstellt. Arten benötigen „genetische Vielfalt, um Krankheiten zu widerstehen und sich an Veränderungen ihrer Umwelt anpassen zu können.“ (Klaus, Schmill, Schmid, Edwards, 2001, S.10) Doch auch die Bedeutung der Arten in den jeweiligen Ökosystemen als deren Bausteine, die netzartig miteinander verflochten sind und sozusagen die Stabilität der Ökosysteme herstellen „weil komplexere Lebensgemeinschaften flexibler reagieren können, als einfache“ (Merz 2006) ist zum großen Teil noch gar nicht erforscht. Biodiversität hat auch eine hohe wirtschaftliche Bedeutung, wenn man allein an Kulturpflanzen, Nutztiere, Arzneien oder Genbanken denkt. (Engelhardt 1997; Merz 2006)

Wie aus obiger Ausführung schon ersichtlich wird, beschränkt sich der Begriff „Biodiversität“ nicht nur auf Artenvielfalt, sondern er umschreibt „ die Mannigfaltigkeit der Lebensformen, ihre verschiedenen ökologischen Rollen und ihre genetische Vielfalt. “ (Wilson 1992, S.90)

2.1.Biodiversität – Vielfalt der Arten

Beachtlich ist die Verteilung der Artenvielfalt an sogenannten „hot spots“: Lebensräume bzw. Ökosysteme mit einem sehr hohen Artanteil, wo wir die größte Fülle vorkommender Arten finden. So leben auf ca. 2% Erdoberfläche, z.B. im tropischen Regenwald, die Hälfte aller bisher beschriebenen Arten. (Mertz 2006).

Wirklich gut beschrieben und erforscht sind nur höhere Pflanzen und Wirbeltiere, wobei Insekten, darunter Käfer, die größte und gleichzeitig auch noch unerforschteste Gruppe darstellen. Doch auch gerade bei Kleinstorganismen, wie Bakterien oder Fadenwürmern erwarten Forscher bei sorgfältiger Untersuchung noch eine hohe Zahl nicht bekannter Arten.(Engelhardt 1997)

(Klaus, Schmill, Schmid, Edwards, 2001 S.12)

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Details

Seiten
10
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783656842194
ISBN (Buch)
9783656842200
Dateigröße
805 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v284112
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Karlsruhe – Biologie
Note
2,0
Schlagworte
Vielfalt der Gene Vielfalt der Arten Vielfalt der Lebensräume Biodiversität in der Schule

Autor

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Titel: Biodiversität. Ein Überblick