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Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession?

Hausarbeit 2013 13 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Szenario:
1.2. Szenario:

2. Begriffserklärungen
2.1. Beruf
2.2. Profession

3. Voraussetzungen für die Profession der Sozialen Arbeit
3.1. Vom beruflichen Doppelmandat zum professionellenTripelmandat
3.2. Menschenrechte und Menschenwürde
3.3. Berufsethische Prinzipien in der Sozialen Arbeit

4. Was die Soziale Arbeit hindert eine Profession zu sein
4.1. Abhängigkeit
4.2. Fremdbestimmtheit

5. Fazit

1. Einleitung

Zurzeit wird darüber debattiert ob die Soziale Arbeit ein normaler Beruf bleiben oder eine Profession werden soll und somit gleichzeitig einen internationalen Standard findet.1

1.1. Szenario:

Die Soziale Arbeit bleibt ein sozialer Beruf, der eine Hilfstätigkeit im zwischenmenschlichen Bereich ausführt und wenig spezifisches Fachwissen aufzeigt. Es ist lediglich die Beherrschung eines Instrumentariums von Regeln und Techniken, wobei keine Wissenschaft etabliert ist. Der Regelabschluss ist ein Bachelorstudium.2

1.2. Szenario:

Soziale Arbeit ist eine vollwertige Profession und anerkannte Disziplin mit gesellschaftlichen und akademischen Status. Sie ist in der Lage ihr Handeln wissenschaftlich zu begründen und etabliert ihr Wissen in die Praxis und in unterschiedliche transdisziplinäre und transprofessionelle Diskurse. Das Studium ist forschungsbezogen und wird in der Regel mit einem Masterstudium abgeschlossen.3

Auf Grund dieser beiden dargestellten Szenarien möchte ich mich in der folgenden Ausarbeitung mit der zentralen Frage beschäftigen, ob die Soziale Arbeit eine anerkannte Disziplin und vollwertige Profession oder doch ein ganz normaler Beruf ist?

Zu Beginn meiner Arbeit werde ich mich mit den Begriffen „Beruf“ und „Profession“ auseinandersetzen und diese erläutern. Anschließend gehe ich auf die Voraussetzungen ein, die für die Soziale Arbeit wesentlich sind, um eine Profession zu werden, dazu zählen das Doppelmandat und Tripelmandat, Menschenrechte und Menschenwürde und die ethischen Prinzipien der Sozialen Arbeit. Ferner befasse ich mich damit, was die Soziale Arbeit daran hindert, eine Profession zu werden, was in Abhängigkeit und Fremdbestimmung gegliedert ist. Zum Schluss meiner Ausarbeitung werde ich ein Fazit ausarbeiten.

2. Begriffserklärungen

Zunächst werden die wesentlichen Begriffe „Beruf“ und „Profession“ erläutert, um sich die Unterschiede dieser zu vergegenwärtigen.

2.1. Beruf

„Dauerhaft angelegte, in der Regel eine Ausbildung voraussetzende Betätigung, die Arbeitskraft sowie Arbeitszeit überwiegend in Anspruch nimmt. Nach Art. 12 GG besteht das Recht, den Beruf frei wählen zu können, allerdings ohne Gewährleistung der Möglichkeit zum tatsächlichen Tätigwerden. Eine Sondergruppe bilden die freien Berufe (Arzt, Architekt, Rechtsanwalt usw.).“4

„Eine berufliche Tätigkeit kann in einem Angestelltenverhältnis oder als selbstständige Tätigkeit ausgeübt werden. Angestellt arbeiten kann man in Vollzeit oder in Teilzeit, es ist auch möglich, neben einem Hauptberuf zusätzliche Nebentätigkeiten auszuüben.“5

Staub – Bernasconi beschreibt Beruf als eine einfache bis komplexe, erwerbsbezogene Tätigkeit, die ein Methodenrepertoire oder ein bewährtes, lehr – und erlernbares Verfahren zur Verfügung stellt. Berufe können Eigen – und Fremdinteressen verfolgen, manche sind dabei an eine Berufsethik gebunden, manche nicht.6

2.2. Profession

„Professionalisierung heißt, auf eine Kurzformel gebracht, die Tätigkeit nutzen zu können, breit gelagerte, wissenschaftlich vertiefte und damit vielfältig abstrahierte Kenntnisse in konkreten Situationen angemessen anwenden können. Oder umgekehrt betrachtet: in eben diesen Situationen zu erkennen, welche Bestandteile aus dem Wissensfundus relevant sein können. Es geht also darum, im einzelnen Fall das allgemeine Problem zu entdecken.“7

Eine Profession beschreibt Staub - Bernasconi als eine komplexe bis hoch – komplexe, erwerbsbezogene Tätigkeit, die sich im Bezug auf ihre Entscheidungen und Handlungskompetenzen wissenschaftlich begründet und sich auf einen Ethikkodex bezieht. Im Zusammenhang mit der Sozialen Arbeit ist es die Aufgabe zur Lösung, Milderung und Prävention sozialer Probleme im Hinblick der Gesellschaft und ihren AdressatInnen gerecht zu werden.8

Überdies lebt eine Profession von ihrer Wissens – und Theoriebasis und einem Arbeitsauftrag.9

Wesentliche Merkmale die eine Profession von einem Beruf unterscheiden:

Eine theoretisch fundierte Spezialausbildung

Ein ethischer Berufskodex

Die Organisation der Professionsangehörigen, der Prüfungen und Berufszugang mitbestimmt

Die Ausübung der Berufstätigkeit im öffentlichen Dienst und des Gemeinwohls

Die Verfügungsgewalt der Professionsangehörigen über gewisse Entscheidungskompetenzen

Fachautorität

Ein überdurchschnittliches Einkommen10

3. Voraussetzungen für die Profession der Sozialen Arbeit

Im Folgenden werden die Voraussetzungen herausgearbeitet, die wesentlicher Bestandteil für die Soziale Arbeit sind, um den Status einer Profession zu erreichen.

3.1. Vom beruflichen Doppelmandat zum professionellenTripelmandat

Doppelmandat:

Das Doppelmandat in der Sozialen Arbeit setzt sich zum einen aus der Hilfe für die AdressatenInnen und zum anderen aus dem Kontrollauftrag der gesellschaftlichen Instanzen zusammen und ist somit ein „zentrales Strukturmerkmal“ der Dienstleistungsfunktion des Sozialarbeiters. In der Praxis ist die Soziale Arbeit dazu angehalten, zwischen unterschiedlichen Interessen zu vermitteln, sie muss ein Gleichgewicht zwischen Rechtsansprüchen, Bedürfnissen und Interessen der Klienten und den sozialen Interessen seitens öffentlicher Steuerungsagenturen bewahren.11

Tripelmandat:

Das Ziel der Sozialen Arbeit, auf Grund der Tatsache, dass sie den Anspruch haben eine Profession zu sein/zu werden ist, dass Doppelmandat zu einem Tripelmandat zu erweitern. Das Tripelmandat setzt sich wie folgt zusammen: 1. Aus der wissenschaftlichen Beschreibungs – und Erklärungsbasis und Wissenschaftsbegründeten Arbeitsweisen und Methoden, die auf soziale Probleme vorbeugend und lindernd wirken.12 Diese werden häufig den wissenschaftlichen Bezugsdisziplinen entnommen (z.B. Soziologie, Psychologie)13, 2. Aus einem von der Profession selbst definierten Ethikkodex, der sich die Menschenrechte zur Grundlage macht. Diesbezüglich ist auch erwähnenswert, dass die Menschenrechte Bestandteil der internationalen Definition der Sozialen Arbeit sind14 und diese als tragende Legitimationsbasis der Sozialen Abriet gelten sollten.15 Weiterhin müssten sich keine Gedanken mehr darum gemacht werden, ob Soziale Arbeit ein politisches Mandat hat, denn als Profession haben sie die Möglichkeit, theoretisch – wissenschaftlich fundierter, ethischer Gesellschafts – und Trägerkritik und wissenschaftlich gestützter sozialpolitischer Einmischung.16

Grundsätzlich muss eine Profession ihr Mandat definieren. Mit dem bereits beschriebenen Doppelmandat, bestehend aus Hilfe und Kontrolle, lässt sich ein Beruf definieren, der nur über einen kleinen Handlungsspielraum verfügt aber eine enorme Verantwortung mit sich bringt und dem gleichzeitig kaum Entscheidungsfreiräume zu Grunde liegen. Aus diesen Gründen und weil die Soziale Arbeit sich als eine Profession definieren möchte, muss das Doppelmandat, mit den bereits beschriebenen Anforderungen, zu einem Tripelmandat weiterentwickelt werden. Diese Anforderungen würden der Sozialen Arbeit eigene Aufträge legitimieren. Die Menschenrechte würden eine Basis für unabhängige, kritische Betrachtungen von nationalen und internationalen Gesetzgebungen schaffen und zudem wäre man mit diesem Mandat, wie erwähnt auch ohne politisches Mandat politikfähig.17

[...]


1 vgl. Staub – Bernasconi, Silvia 2007b, S. 8

2 vgl. Staub – Bernasconi, Silvia 2007b, S. 9 - 10

3 vgl. Staub – Bernasconi, Silvia 2007b, S. 10

4 vgl. http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/58393/beruf-v10.html

5 vgl. http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/58393/beruf-v10.html

6 vgl. Staub – Bernasconi, Silvia 2009, S. 2

7 vgl. Schilling Johannes/Zeller Susanne 2010, S. 263

8 vgl. Staub – Bernasconi, Silvia 2009, S. 2

9 vgl. Staub – Bernasconi, Silvia 1995, S. S. 66

10 vgl. Schilling Johannes/Zeller Susanne 2010, S. 263 - 264

11 vgl. Staub – Bernasconi, Silvia 2007b, S. 12

12 vgl. Staub – Bernasconi, Silvia 2007b, S. 12

13 vgl. Schilling Johannes/Zeller Susanne 2010, S. 273

14 vgl. Staub – Bernasconi, Silvia 2007b, S. 12-13

15 vgl. Schilling Johannes/Zeller Susanne 2010, S. 274

16 vgl. Staub – Bernasconi, Silvia 2007b, S. 13

17 vgl. Staub – Bernasconi, Silvia 2008, S. 9

Details

Seiten
13
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656842729
ISBN (Buch)
9783656842736
Dateigröße
384 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v284158
Institution / Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)
Note
1,7
Schlagworte
Profession Menschenrecht Soziale Arbeit

Autor

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Titel: Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession?