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Mensch und Natur in la Motte Fouqués "Undine"

Bachelorarbeit 2014 50 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Das Aufeinanderteffen von zwei verschiedenen Welten
2.1 Männer und Frauen
2.1.1 Frauentypen
2.1.2 Männertypen
2.2 Natur und Zivilisation

3. Die Vereinigung des Elementargeistes mit seiner Seele

4. Der Eintritt des Elementargeistes in das gesellschaftliche Leben und seine Folgen
4.1 Die veränderten Männer und Frauen
4.1.1 Frauentypen
4.1.2 Männertypen
4.2 Das versuchte Zusammenleben von Natur und Zivilisation

5. Schluss

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die deutsche Literatur der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war geprägt durch die Epoche der Romantik. Am Anfang dieser Epoche wurde ein Motiv aufgegriffen: Elementargeister.

Die wiedererwachende Sehnsucht nach dem Phantastischen sieht in den Elementargeistern diejenigen, die die […] Natur wieder beleben, sie verzaubern und mysteriös erscheinen lassen. Gegen ein Verständnis der sich entwickelnden modernen Naturwissenschaft, die nur nach den Gesetzen der Natur forscht, setzt die Romantik das Lebendige, Geheimnisvolle und Wunderbare der Natur. Die Elementargeistervorstellungen der Romantiker stehen […] in erster Linie im Dienste einer […] Poetisierung der Natur. […] Die Poetisierung und Personalisierung der Natur, der Rückgriff auf märchenhafte und sagenhafte Figuren vergangener Zeiten, ist die Antwort der Dichter auf den wissenschaftlichen Umgang mit der Natur und auf eine „Entlehrung” (von phantastischen Vorstellungen) in den Köpfen der Menschen.1

Aus diesem Zitat lässt sich ableiten, dass die Menschen der Natur entfremdet sind.2 Die Dichter der Romantik versuchten dieser Entfremdung entgegenzuwirken, also den Menschen mit der Natur zu versöhnen.3 Mit Hilfe der Elementargeister die, wie ihr Name schon vermuten lässt, in sehr enger Verbindung mit der Natur stehen, wurde der Versuch unternommen dies umzusetzen. Die Elementargeister in der Literatur der deutschen Romantik sind hauptsächlich Wasserfrauen die, anders als frühere Vorstellungen von Wasserfrauen, den Menschen vom Aussehen her ähnlich erscheinen.4 Sie sind sehr schön und können, so wie ihre Vorfahrinnen, die Männer in den Erzählungen in ihren Bann ziehen. Da sie, wie bereits erwähnt, in sehr enger Verbindung mit der Natur, vor allem mit dem Wasser, stehen, lässt sich an ihnen sehr gut erkennen, dass die Romantiker versuchten ein „Wunsch- und Schreckbild einer elementaren Weiblichkeit”5 zu konzipieren.

Einer der ersten großen Autoren der deutschen Romantik, der sich mit der Wasserfrau und somit der Wasserfrauenthematik auseinandersetzte, war Friedrich de la Motte Fouqué. „Im Jahr 1811 erschien im Frühlingsheft der […] Zeitschrift Jahreszeiten seine Erzählung Undine.”6 Die Handlung ist im Mittelalter angesiedelt.7 Eine Besonderheit

dieser Erzählung ist, dass in ihr „das Bild von der Frau als Natur- un Elementarwesen […] hervorgehoben”8 wird. Fouqué hat viele Elemente, die in der Undine eine zentrale Rolle spielen, nicht selber erfunden, sondern „bezog die […] Lehre von den Elementargeistern, den Undinen, Sylphen, Salamendern und Gnomen, von Paracelsus.”9

Paracelsus erfand und verwendete den Namen Undine in seinem Werk,10 dessen Originaltitel Liber de nymphis, sylphis, pygmaeis et salamandris et de caeteris spiritibus lautet, welches zu einem Großteil Wasserfrauen thematisiert. Zu Beginn seiner Ausführungen stellt Paracelsus klar, dass „Wasserleute” von Gott geschaffen wurden und, dass sie den Menschen ähneln.11 Eine Besonderheit dieser Wesen ist, dass sie seelenlos sind:

Als nämlich die Wasserleute kommen aus ihren Wassern heraus zu uns, lassen sich kennen, handlen und wandeln mit uns, gehen wieder hinweg in ihr Wasser, kommen wieder […]. Nun aber sind sie Menschen allein im Tierischen, ohne Seele. Daher geschiet es nun, daß sie zum Menschen verheiratet werden, also daß eine Wasserfrau einen Mann aus Adam nimmt, und hält mit ihm Haus, und gebiert. [S]olche Frauen Seelen empfangen, indem sie vermählt werden […].12

Paracelsus erwähnt auch, dass „die Ehe […] unter einem doppelten Tabu”13 steht. Er beschreibt auch, welche Konsequenzen das Scheitern der Beziehung zwischen Mensch und Elementargeist haben könnte.

„[S]o sie bei Menschen vermählet sind und gerbären bei ihnen Kinder […], alsdann aber bei den Männern erzürnt werden auf den Wassern, und dergleichen: so fallen sie nur in das Wasser, und niemand findet sie mehr. Nun lasse sichs der Mann gleich sein, als sei sie ertrunken, denn er gesieht sie nimmer. Dabei ist auch zu wissen, daß er sie nicht soll für tot und gestorben halten, wiewohl sie in das Wasser gefallen ist, sondern für lebendig; und daß er auch kein ander Weib soll nehmen. Denn wo das geschieht, so wird er sein Leben darum geben müssen […]; denn die Ehe ist nicht geschieden, sondern sie ist noch ganz. [D]ie Seele von ihr nicht genommen noch geschieden […]. [S]ie geschieden sind voneinander, und da ist kein Wiederkommen, es sei denn, daß der Mann ein ander Weib nehme, und sie komme ihm den Tod zufüge […].14

Wie bereits erwähnt, verwendete Fouqué Paracelsus’ Werk als Quelle für seine Erzählung. Das zentrale Motiv, welches Fouqué von Paracelsus übernommen hat, ist die Beseelung.15 Die anderen Motive sind die Ehe, der zweifache Tabubruch und der Tod des Mannes durch den Elementargeist. Was genau der Grund für die Beschimpfung des Elementargeistes ist, taucht bei Paracelsus nicht auf, wohl aber bei Fouqué. Es ist in Undine beobachtbar, dass nach der Hochzeit sehr viele Veränderungen auftreten, sowohl in den Charakteren, als auch in der Natur.

Ziel dieser Arbeit soll es sein zu klären, welche Veränderungen, in der Undine Erzählung, zu Stande kommen und welche Folgen sie für die Einrichtung der erzählten Welt haben. Außerdem soll versucht werden zu zeigen, wodurch genau die Beziehung zwischen Mensch und Elementargeist scheitert.

2. Das Aufeinandertreffen von zwei verschiedenen Welten

2.1 Männer und Frauen

Es ist lohnenswert zuerst mit der Charakterisierung der interagierenden Figuren vor der Hochzeit, also vor Eintritt der folgenreichen Veränderungen, zu beginnen. Jede dieser Figuren hat ihre eigenen „speziellen” Eigenschaften, aber es lassen sich auch Ähnlichkeiten zwischen ihnen aufzeigen. In dieser Arbeit sollen nur die vier zentralen Charaktere analysiert werden. Sie lassen sich jeweils in zwei Gruppen aufteilen: Elementargeister und Menschen. Zu den Elemtargeistern gehören Undine und Kühleborn. Huldbrand und Bertalda sind beide Menschen. Drei der vier Figuren, nämlich Undine, Huldbrand und Kühleborn, werden bereits am Anfang der Erzählung dem Leser vorgestellt, wohingegen Bertalda erst im zweiten Teil der Erzählung auftritt. Sie wird aber im ersten Teil kurz erwähnt, wodurch eine Charakterisierung bereits möglich ist.

2.1.1 Frauentypen

Zunächst ist es empfehlenswert mit der Charakterisierung der zentralen Figur dieser Erzählung, nämlich Undine, zu beginnen. Wie bereits erwähnt ist sie ein Elementargeist, was aber die anderen Figuren zu Beginn noch nicht wissen. Die achtzehnjährige Undine lebt mit ihren Pflegeeltern, dem altem Fischerehepaar, auf der Landzunge.16 Durch ihr erstes Auftreten, lassen sich bereits erste Merkmale Undines aufzeigen:

Mitten durch das Gespräch hatte der Fremde schon bisweilen ein Plätschern am niedrigen Fensterlein vernommen, als sprütze jemand Wasser dagegen. Der Alte runzelte bei diesem Geräusche jedes Mal unzufrieden die Stirn; als aber endlich ein ganzer Guss gegen die Scheiben flog, und durch den schlecht verwahrten Rahmen in die Stube herein sprudelte, stand er unwillig auf, und rief drohend nach dem Fenster hin: Undine! Wirst du endlich einmal die Kindereien lassen. Und ist noch obenein heut ein fremder Herr bei uns in der Hütte. […] Da flog die Türe auf, und ein wunderschönes Blondchen schlüpfte lachend herein […].17

Anhand dieser Szene können zweierlei Dinge festgestellt werden: „erstens wird die hemmungslose Necklust Undines in ihrem seelenlosen Zustand vorgezeigt, zweitens […] wird die Verbindung Undines zum Wasser angedeutet.”18 Außerdem ist festzuhalten, dass „ihre Persönlichkeit […] keine Entwicklung”19 kennt, das auch durch diese Szene eindeutig unter Beweis gestellt wird. Wie der alte Fischer erklärt, ist „Undine […] zu keiner Mitarbeit im Haushalt bereit und läßt der alten Fischerfrau die Arbeit allein; sie läßt sich ebensowenig in die Gesetze des rationalen Diskurses zwingen: Ihre Schäkerein werden nicht selten zu Torheiten […].”20 Sie entspricht also nicht den gängigen Konvetionen, was bedeutet, dass „sie sich außerhalb gesellschaftlicher Erziehungsnormen und moralischer Normen bewegt.”21 Trotz dieser schlechten Eigenschaften erklärt der alte Fischer, dass Undine „im Grunde […] von ganzem Herzen gut”22 sei.

Der achtzehnjähirge Elementargeist ist sehr neugierig und direkt, was sich dadurch zeigt, dass er sofort auf Huldbrand zugeht und ihn mit Fragen löchert. Dieses Verhalten entspricht abermals nicht den gängigen Normen der Gesellschaft:

[S]ie […] trat […] zutraulich näher, kniete vor ihm nieder, und sagte […]: Ei du schöner, du freundlicher Gast, wie bist du denn endlich in unsre arme Hütte gekommen? Musstest du denn jahrelang in der Welt herumstreifen, bevor du dich auch zu uns fandest? Kommst du aus dem wüsten Walde, du schöner Freund?23

Es ist festzuhalten, dass Undines „Unmittelbarkeit und Aufrichtigkeit […] schnell als zweideutige Zudringlichkeit aufgefasst werden”24 kann. Gleichzeitig wird diesem unverstellten Verhalten eine Art Charme zugeschrieben, durch den Undine jeden für sich gewinnen kann.25 Huldbrand ist auch sofort von ihr angetan und möchte ihr alles über den Wald berichten, aber der alte Fischer will dies nicht, worauf sie erbost reagiert:

Er soll nicht erzählen, Vater? Er soll nicht? Ich aber will’s; er soll! Er soll doch! - Und damit trat das zierliche Füßchen heftig gegen den Boden […]. Bei dem Alten […] brach der zurückhaltene Unwillen in volle Flammen aus. Er schalt heftig auf Undines Ungehorsam und unsittiges Betragen gegen den Framden […]. Da sagte Undine: Wenn ihr zanken wollt, und nicht tun, was ich haben will, so schlaft allein in eurer alten, räuchigen Hütte! - Und wie ein Pfeil war sie aus der Tür, und flüchtigen Laufes in die finstere Nacht hinaus.26

Hier wird eine Eigenschaft Undines erkennbar, die bereits früher zu beobachten war, jedoch nicht so stark wie in dieser Szene: sie „begeht keine Handlungen, die ihrer Natur, ihren Empfindungen widersprechen […].”27 Sie hätte nicht so reagieren dürfen, vor allem nicht gegenüber ihrem Pflegevater, der eine höhere Autorität darstellt als sie. Sie hätte mehr Respekt zeigen und gehorchen müssen, aber diese zwei wichtigen Verhaltensnormen sind ihr fremd. Erst später „bekennt sie sich zum Egoismus als Lebensprinzip”28, aber schon in dieser Szene wird dies deutlich. Gleichzeitig tritt auch ihre Starrköpfigkeit sehr stark hervor.

Eine weitere Seite Undines wird nach ihrer Flucht sichtbar: sie verfügt über eine „verführerische Kraft.”29 Nachdem sie geflüchtet ist, bricht ein Sturm aus, der den Bach in einen breiten Fluss verwandelt. Huldbrand, der sich sehr um Undine sorgt, versucht sie zu finden:

[S]eitswärts blickend sah er im eben sich wieder enthüllenden Mondlicht, unter den Zweigen hochverschlungener Bäume, auf einer durch die Überschwemmung gebildeten kleinen Insel, Undinen lächelnd und lieblich in die blühenden Gräser hingeschmiegt. O wie viel freudiger brauchte nun der junge Mann seinen Fichtenast zum Stabe, als vorhin! Mit wenigen Schritten war er durch die Flut, die zwischen ihm und dem Mägdlein hinstürmte, und neben ihr stand er auf der kleinen Rasenstelle, heimlich und sehr von den uralten Bäumen überrauscht und beschirmt. Undine hatte sich etwas emporgerichtet, und schlang nun in dem grünen Laubgezelte ihre Arme um seinen Nacken, so dass die ihn auf ihren weichen Sitz neben sich niederzog. […] Es ist der Himmel! sagte Huldbrand, und umschlang, inbrünstig küssend, die schmeichelnde Schöne.30

Hier ist sehr gut beobachtbar, dass „Undines verführerische Kraft […] in ihrer außerordentlichen Schönheit und Anmut”31 liegt. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass dieser Sturm Undine genau Recht kam: so hatte sie die Möglichkeit, von einigen Erlebnissen Huldbrand im Wald zu erfahren, und deswegen ist es berechtigt zu sagen: sie hat ihren Willen durchgesetzt.32

Wieder in der Fischerhütte angekommen wird ein weiteres, auffälliges Verhalten Undines sichtbar und zwar als Huldbrand von Bertalda berichtet: „Ein empfindlicher Schmerz an seiner linken herunterhängenden Hand unterbrach […] Huldbrands Rede […]. Undine hatte ihre Perlenzähne scharf in seine Finger gesetzt […].”33 Warum sie dies tut wird schnell klar, nämlich, weil sie „Eifersucht gegenüber Bertalda empfindet.”34 Ihre Gefühle so frei und vor allem auf eine so schmerzhafte Art un Weise zu artikulieren widerspricht schon wieder den gängigen Konvetionen der Gesellschaft. Da Undine aber keine Selbstbeherrschung kennt, kommt es zu diesem Zwischenfall, der für sie keine negativen Konsequenzen mit sich bringt, weil sie Huldbrand so „freundlich wehmütig in die Augen”35 schaut, dass er ihr nicht böse sein kann.

Die letzte Eigenschaft Undines, die in diesem Teil der Arbeit vorgestellt werden soll, ist

ihre Macht über die Naturgewalten, die ihre Nähe zur Natur sehr stark ausdrückt. Ein Fass Wein wird vom Fluss angeschwemmt und der alte Fischer, Huldbrand und Undine gehen raus um es in die Hütte zu holen.

Sie wälzten es […] aufs Schleunigste in die Hütte, denn ein schweres Wetter zog wieder am Abendhimmel herauf, und man konnte in der Dämmerung bemerken, wie die Wogen des Sees ihre weißen Häupter schäumend emporrichteten […]. Undine half den beiden nach Kräften, und sagte, als das Regenwetter plötzlich allszu schnell heraufheulte, lustig drohend in die schweren Wolken hinein: Du! du! Hüte dich, dass du uns nicht nass machst; wir sind noch lange nicht unter Dach. [G]elangten alle drei […] mit ihrer Beute trocken an den behaglichen Herd, und erst, als man das Fass geöffnet, und erprobt hatte, dass es einen wundersam trefflichen Wein enthalte, riss sich der Regen aus dem dunkeln Gewölke los, und rauschte der Strum durch die Wipfel der Bäume und über des Sees empörte Wogen hin.36

Diese Eigenschaft Undines taucht in der Erzählung mehrmals auf, an dieser Stelle aber zum ersten Mal. Undine kann anhand dieser Szene als sehr merkwürdig, um nicht zu sagen außergewöhnlich, charakterisiert werden. Dieses Merkmal, also ihre Macht über die Naturgewalten, verweist auf Undines Andersartigkeit, was auch stimmt, da sie ein Elementargeist ist. Wie bereits erwähnt wird sich dies aber erst später herausstellen.

Anders als Undine, ist die zweite zentrale weibliche Figur ein Mensch und heißt Bertalda. Sie taucht im ersten Teil der Erzählung nicht auf, jedoch wird sie kurz von Huldbrand beschrieben, wodurch bereits eine erste Charakterisierung möglich ist.

Der Name ’Bertalda’ weist zurück auf das althochdeutsche Adjektiv ’beraht’, Bertaldas Eigennname könnte also mit ’die Berühmte, die Glänzende’ übersetzt werden. Diese Namengebung weist darauf hin, daß Bertaldas ’weltliches’ Gemüt […] seine Identität einzig und allein über den gesellschaftlichen Stand zu definieren weiß.37

Bertalda ist die Pflegetochter des Herzogs und lebt in der Reichsstadt. Ihre erste Begegnung mit Huldbrand wird von ihm folgendermaßen geschildert:

Es mögen nun etwan acht Tage her sein, da ritt ich in die freie Reichsstadt ein […]. Bald darauf gab es darin ein schönes Turnieren und Ringelrennen […]. Als ich nun einmal an den Schranken stillhalte […], fällt mir ein wunderschönes Frauenbild in die Augen, das im allerherrlichsten Schmuck auf einem der Altane stand und zusah. Ich fragte meinen Nachbar, und erfuhr, die reizende Jungfrau heiße Bertalda […]. Ich merkte, dass sie auch mich ansah […]. Den Abend beim Tanze war ich Bertaldas Gefährte, und das blieb so alle die Tage des Festes hindurch. […]

Es ist eine hochmütige, wunderliche Maid, diese Bertalda. Sie gefiel mir auch am zweiten Tage schon lange nicht mehr, wie am ersten, und am dritten noch minder. Aber ich blieb um sie, weil sie freundlicher gegen mich war, als gegen andre Ritter […].38

Bertalda kann also anhand Huldbrands Schilderung als sehr selbstbewusst, oder vielmehr als arrogant angesehen werden. Ein Grund dafür kann darin vermutet werden, dass sie „in der höfischen Umgebung, ohne den Erfahrungshintergrund des Alltags einfacher Leute”39 aufgewachsen ist. Bertalda ist, um etwas Positives über sie zu sagen, wunderschön, genau wie Undine. Anders als der Elementargeist, entspricht sie den gängigen Konventionen der Gesellschaft. Dies lässt sich auch daran festmachen, dass die wunderschöne Frau Huldbrand in den Wald schickte, „damit er ihr seinen Mut und damit seine Zuneigung beweise.”40 Sie drückt ihre Zuneigung gegenüber dem jungen Ritter nicht so direkt aus, wie Undine, da sich das für eine adelige junge Frau nicht schickt.

Um diesen ersten Teil der Analyse, nämlich den der weiblichen Figuren, abzuschließen, ist es sinnvoll die Ergebnisse kurz zusammenzutragen.

Undine erscheint zu Beginn der Erzählung als koboldhaftes, recht eigensinniges, kindliches, verspieltes, trotzköpfiges Mädchen, der Arbeit abgeneigtes, kleines Geschöpf, das trotz bzw. wegen dieser Eigenschaften sehr liebenswert ist. Undine lebt ganz nach ihrem Willen, ist keck, launisch, hält sich meistens außerhalb des Hauses auf […], ist beherzt und ängstigt durch ihr […] Verhalten oft die frommen Eltern.41

Sie ist wunderschön und noch dazu anmutig und naturverbunden.42 Darüber hinaus besitzt sie eine große Macht über die Natugewalten, was damit begründet werden kann, dass sie ein Elementargeist ist. Durch die ganzen negativen, oder besser gesagt, seltsamen Eigenschaften entspricht sie nicht den gängigen Konventionen der Gesellschaft. Mit Bertalda teilt sie zwei äußere Attribute, nämlich das Wunderschön- Sein und die Anmut. Die junge Menschenfrau ist hochmütig und stolz.43 Es ist sehr gut zu erkennen, dass die „zwei Frauen” wenige Gemeinsamkeiten, dafür aber viele Unterschiede haben. Der größte Unterschied besteht darin, dass die eine ein Elementargeist und die andere ein Menschen ist.

2.1.2 Männertypen

Als nächstes ist es lohnenswert, die zwei zentralen männlichen Charaktere dieser Erzählung näher zu betrachten. Huldbrand von Ringstetten ist ein adeliger Ritter aus der Stadt, also ein Mensch. Wie bereits erwähnt, wurde er von Bertalda in den Wald geschickt und gelangte so zur Fischerhütte. Huldbrands erster Auftritt erscheint, wie auch der Undines, etwas merkwürdig, besser gesagt, ungewohnt:

Wer das Geräusch verursacht hatte, war ein schön geschmückter Ritter, der zu Ross durch den Baumschatten gegen die Hütte vorgeritten kam. Ein scharlachroter Mantel hing ihm über sein veilchenblaues, goldgestricktes Wams herab […]. Der weiße Hengst, der den Ritter trug, war schlankeren Baues, als man es sonst bei Streitrossen zu sehen gewohnt ist, und trat so leicht über den Rasen hin, dass dieser grünbunte Teppich auch nicht die mindeste Verletzung davon zu empfangen schien.44

Das Ungewohnte an seiner Erscheinung ist, dass er sich „in einer außergewöhnlichen Einigkeit mit der Natur befindet.”45 Durch sein Auftreten strahlt der junge Ritter eine gewisse Art von Anmut aus und ist noch dazu, genau wie die zwei bereits vorgestellten Figuren, schön.

Huldbrand unterscheidet sich aber noch in einer anderen Hinsicht von den durchschnittlichen Adeligen. Dies lässt sich sehr gut anhand der Szene in der Fischerhütte erkennen: „[E]s war ihm zumute, als sei er mit diesem kleinen Haushalt verwandt, und eben jetzt aus der Ferne dahin heimgekehrt. Die drei guten Leute fingen an, höchst freundlich und vertraulich miteinander zu sprechen.”46 Er scheut sich nicht, mit dem Fischerehepaar zu reden, ihnen näher zu kommen, obwohl sie seinem gesellschaftlichen Stand nicht entsprechen, da sie einfache Leute aus der unteren Bürgerschicht sind. Somit ist es möglich folgende Aussage über Huldbrand zu treffen: ihm „liegt […] jeder Standesdünkel fern. Insofern sind Huldbrand gesellschaftliche Gepflogenheiten fremd.”47

Als Undine erscheint, ist er sofort beeindruckt von ihr: „Huldbrand ergötzte sich an der holden Gestalt, und wollte sich die lieblichen Züge recht achtsam einprägen […].”48 Der junge Ritter verhält sich sehr liebevoll gegenüber Undine und wird ihr auch nicht böse, als sie ihm in die Hand beißt. Er sorgt sich, nachdem Undine weggelaufen ist, um sie: er „begann auf das Beweglichste zu rufen: Undine! Ach Undine! Komm doch zurück!”49 Huldbrands Handlungen sind teilweise erotisch motiviert, als er zum Beispiel Undine im Umwetter sucht50, und lässt sich auch von ihr daraufhin verführen. Er hätte seine aufkommenden Gefühle besser kontrollieren sollen, da es sich nicht gehört diese so offen zu zeigen. Der junge Ritter kann dafür aber nichts, da ihn an Undine so viele Eigenschaften, Verhaltensweisen reizen: „elementarische Leidenschaftlichkeit, Natürlichkeit, Kindlichkeit, Launen und Neckereien.”51

Die zweite zentrale männliche Figur in dieser Erzählung ist der Elementargeist Kühleborn. Mit ihm „führt Fouqué […] die Figur des dämonischen Wassermannes ein. Kühleborn, wie sein sprechender Name lautet, ist Undines Onkel.”52 Er kann als „Magier und Illusionskünstler”53 bezeichnet werden, da er „in wechselnden Gestalten als Bach, Wasserfall oder weißbärtiger Mann erscheint.”54 Er ist es auch, der Huldbrand im Wald rettet. Der junge Ritter berichtet von diesem Geschehen, ohne aber zu wissen, wer diese Erscheinung war, folgendermaßen:

Ich wäre mit meinem scheuen Pferde fast gegen Baumstämme und Äste angerannt; es triefte von Angst und Erhitzung, und wollte sich doch noch immer nicht halten lassen. Zuletzt ging es grade auf einen steinigen Abgrund los; da kam mir’s plötzlich vor, als werfe sich ein langer, weißer Mann dem tollen Hengste quer vor in seinen Weg; der entsetzte sich davor und stand; ich kriegte ihn wieder in meine Gewalt, und sah nun erst, dass mein Retter kein weißer Mann war, sondern ein silberheller Bach, der sich neben mir von einem Hügel herunterstürzte […].55

Durch diese Rettung gelangt Huldbrand zur Fischerhütte, und so kann Kühleborn auch

als die Figur angesehen werden, die das Geschehen dirigiert,56 das später noch besser zu beobachten sein wird.

Wie bereits erwähnt, ist Kühleborn ein „dämonischer Wassermann”, was bedeutet, dass er den Menschen auch gefährlich werden kann. Dies wird insbesondere in der Szene deutlich, als Huldbrand Undine sucht: „Der Elementargeist Kühleborn […] will den Ritter in die Fluten locken; Undine […] warnt ihn […].”57 Durch diese Warnung, „Trau nicht, trau nicht! Er ist tückisch, der Alte, der Strom!”58, umschreibt sie „auf semantischer Wortebene den ambivalenten Doppelcharakter”59 ihres Onkels.

Kühleborn bleibt im ersten Teil der Erzählung stehts in der Umgebung der Fischerhütte und damit in der Nähe seiner Nichte Undine. Er will sicherstellen, dass „der Plan”, nämlich Undines Heirat mit einem Menschen, aufgeht. Dieser Plan wird später in dieser Arbeit noch näher erläutert werden.

Als Abschluss dieses Teils ist es sinnvoll, kurz die wichtigsten Eigenschaften der vorgestellten männlichen Charaktere zusammenzufassen. Huldbrand ist ein gutaussehender, adeliger, junger Ritter, der im ersten Teil der Erzählung „positive, heldische Züge”60 trägt. Kühleborn dagegen erscheint durch seine häufigen Veränderungen als eher seltsam und angsteinflößend. Das einzig Positive, das anhand der ersten Hälfte der Erzählung über ihn gesagt werden kann ist, dass er Huldbrand vor dem Tod rettet. Die einzigen zwei Gemeinsamkeiten zwischen Huldbrand und Kühleborn sind, dass sie männlichen Geschlechts sind und eine Beziehung zu Undine haben.

Es ist aber auch interessant sich anzusehen, was die vier vorgestellten Charaktere miteinander verbindet, was für Eigenschaften sie miteinander teilen. Wie bereits erwähnt, gibt es zwei Gruppen: Elementargeister, zu denen Undine und Kühleborn gehören, und Menschen, die durch Huldbrand und Bertalda vertreten werden. Es ist nun leicht vorstellbar, dass die Menschen untereinander viele Ähnlichkeiten aufweisen und die Elementargeister ebenso. Das dies nicht stimmt, lässt sich anhand der Charaktere Undine und Huldbrand beweisen. Ihre Eigenschaften stimmen fast vollkommen überein61: beide sind schön, naturverbunden und anders als die soziale Welt, der sie angehören. Das Einzige, was Huldbrand und Bertalda „gemeinsam haben, ist ihr Menschsein, wovon Undine durch ihre Zugehörigkeit zu den Elementargeistern des Wassers ausgeschlossen ist.”62 Die enge Verbindung zum Element Wasser ist auch so ziemlich die einzige Gemeinsamkeit zwischen Undine und Kühleborn. So gesehen ist festzuhalten, dass es in dieser Figurenkonstellation zwei herausstechende Charaktere gibt, nämlich Huldbrand und Undine, da sie so viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Diese werden im zweiten Teil der Erzählung immer weniger, bis sie fast verschwinden.

2.2 Natur und Zivilisation

Im Folgenden ist es lohnenswert einen Blick auf die Natur und die Zivilisation zu werfen, da jede der Figuren einem dieser Lebensräume entstammt und die Handlung zuerst in der Natur und danach in der Zivilisation spielt. Außerdem soll anschließend der Unterschied zwischen Wasser und Land betrachtet werden, und ob ein friedliches Nebeneinander dieser Elemente eventuell möglich ist.

In dieser Erzählung gibt es eine räumliche Trennung, die auf verschiedenen Handlungsebenen basiert: der erste Teil, der auf der Landzunge spielt, gehört zur Natur, wohingegen die Stadt, also der Schauplatz des zweiten Teils, der Zivilisation zugeordnet wird.63 Die vier bereits charakterisierten Figuren lassen sich einem der zwei Räume zuordnen. Undine verkörpert die Natur, während Huldbrand und Bertalda aus der Stadt, also aus der Zivilisation, stammen.64 Die Vermutung liegt nahe, dass Natur und Zivilisation voneinander klar abtrennbar sind. Dies kann aber anhand der schon durchgeführten Figurenanalyse widerlegt werden. Es zeigt sich also, dass die Grenze zwischen den zwei Bereichen zwar klar gezogen ist, es jedoch möglich ist sie zu überschreiten. Diese Grenze ist der Zauberwald, in dem alle möglichen Arten von seltsamen Geschöpfen leben.65

Ruth Fassbind-Eigenheer weist in ihrer Arbeit darauf hin, dass es in der Undine fünf Grenzüberschreitungen gibt (eine im ersten Teil und vier im zweiten Teil), aber sie bezieht sich dabei nur auf die Figur Undines und geht nicht näher auf die anderen Charaktere ein.66 In der ersten Hälfte der Erzählung gibt es drei Grenzüberschreitungen gibt, die zweimal von Menschen und einmal von Undine begangen werden. Die erste erfolgt durch den alten Fischer, der durch den Zauberwald geht, um in der Stadt seine Ware zu verkaufen. Anhand des alten Fischers zeigt sich also, dass es möglich ist für einen Menschen, diese gefährliche Grenze, also den Zauberwald, zu überqueren und so in die Zivilisation zu kommen.

Die zweite Grenzüberschreitung geschieht durch Undine. Hier ist es lohnenswert darauf hinzuweisen, dass Undine während der Erzählung mehr und mehr zur Grenzgängerin wird.67 Ihre erste Grenzüberschreitung erfolgt, als die kleine Undine zu dem Fischerehepaar kommt.68 Der Fischer und seine Frau verkörpern auf eine gewisse Art und Weise die Zivilisation in der Natur, also auf der Landzunge. Die der Natur angehörige Undine tritt in die Fischerhütte ein und überschreitet so die Grenze zwischen Natur und Kultur.69 Diese ist deshalb anders als die anderen zwei, da sie sich auf der Landzunge abspielt und damit der Wald diesmal nicht als Grenze fungiert.

Die dritte und somit letzte Grenzüberschreitung, im ersten Teil der Erzählung, geschieht durch Huldbrand von Ringstetten. Hier ist die Grenze wieder der Zauberwald, genau wie im Fall des alten Fischers. „Huldbrand durchquert den Wald und überschreitet damit eine Grenze, die bis zu diesem Zeitpunkt eine Trennung zwischen Stadt und Fischerhütte”70, also zwischen Zivilisation und Natur, bedeutete.

Natur und Zivilisation sind nicht nur bezüglich der Grenzüberschreitungen interessant, sondern auch im Hinblick auf die Beziehung zwischen Huldbrand und Undine. Wie bereits erwähnt, begegnen sie sich auf der Landzunge, also in der Natur. Das interessante an ihrer Liebesbeziehung ist, dass sie sich „nur in der Abgeschiedenheit von der Zivilisation entfalten”71 kann. Genau dasselbe trifft auch auf die Figur Undine zu.72 Auf die Frage, warum die Beziehung nur in der Natur funktionieren kann, ist es relativ schnell möglich eine Antwort zu finden: in der Zivilisation „ist der Mensch - wie Huldbrand - vielfältigen Verführungen ausgesetzt.”73 Was genau mit „Verführungen” gemeint ist, wird später in dieser Arbeit erläutert werden.

Als nächstes sollen, wie bereits erwähnt, die zwei Elemente Land und Wasser etwas näher betrachtet werden. Auch hier ist es möglich, genau wie bei Natur und Zivilisation, die Figuren eines der zwei Elemente zuzuordnen: „Die Geister gehören dem Element des Wassers an […]. Die Ritter und Fürsten bewohnen die Stadt, die dem Element der Erde zugeordnet ist. Die Fischer sind im Schwellenbereich zwischen Wasser und Land angesiedelt, auf einer Landzunge […].”74

Es ist zuerst lohnenswert sich anzusehen, ob eine Harmonisierung dieser zwei Elemente möglich ist. Die Antwort auf diese Frage lässt sich bereits auf der ersten Seite der Erzählung finden, als nämlich beschrieben wird, wo der alte Fischer mit seiner Frau lebt.

Er wohnte […] in einer überaus anmutigen Gegend. Der grüne Boden, worauf seine Hütte gebaut war, streckte sich weit in einen großen Landsee hinaus, und es schien ebenso wohl, die Erdzunge habe sich aus Liebe zu der bläulich klaren, wunderhellen Flut, in diese hineingedrängt, als auch, das Wasser habe mit verliebten Armen nach der schönen Aue gegriffen, nach ihren hoch schwankenden Gräsern und Blumen, und nach dem erquicklichen Schatten ihrer Bäume. Eins ging bei dem andern zu Gaste, und eben deshalb war jegliches so schön.75

Diese Szene ist laut Ruth Fassbind-Eigenheer eine der „symbolischen ’Landschafts- Umarmungsszenen’.”76 Anhand der Beschreibung erscheint die Landschaft als sehr friedlich, besser gesagt, idyllisch. „Das Bild der kosmischen Aussöhnung zwischen Land und Wasser drängt sich auf; die Elemente werden hier nicht als Naturgewalten vorgestellt, die einander zerstören, sondern als harmonisches Ineinandergreifen von Wasser und Erde beschrieben.”77 Gleichzeitg verweist dieses Bild auf „das Thema des Märchens […]: Die Vereinigung zweier getrennter Sphären in Liebe […].”78

Das Wasser erschien in der vorgestellten Szene „ganz friedlich, positiv, dem Menschen wohlgesonnen […].”79 Im Folgenden wird sich zeigen, dass das Wasser aber auch eine negative Seite hat. Zuerst ist es aber sinnvoll eine Eigenschaft dieses Elements festzuhalten:

Das Wasser ist immer Stimmungsträger. Die Beschaffenheit des Wassers deutet jeweils auf den augenblicklichen Zustand des Seelenlebens. Das Wasser hat eine positive Bedeutung, wenn es stehend, gleichmäßig fließend, klar und ruhig dargestellt ist, eine den Menschen gefährdende […] Bedeutung, wenn es wild, tobend, aufgewühlt, stürmend, über die Ufer tretend dargestellt ist.80

Das erste Mal, dass die negative Seite des Wassers sichtbar wird, ist ganz am Anfang der Erzählung, nämlich als Undine auftaucht: durch die ’Wassergüsse’, die sie gegen das Fenster schmeißt, zerbricht dieser und genau hierdurch erscheint das Wasser schon zu Beginn gefährlich.81

Die wirklich „dunkle, tobende, bedrohliche Seite des Wassers”82 kommt aber erst etwas später zum Vorschein, als Undine sauer wird und wegrennt: „Da sahen sie draußen im jetzt aufgegangnen Mondenlicht den Bach, der aus dem Walde hervorrann, wild über seine Ufer hinausgerissen, und Steine und Holzstämme in reißenden Wirbeln mit sich fortschleudernd.”83 Anhand dieser Szene wird sichtbar, was vorher bereits erwähnt wurde: der Zustand des Wassers hängt vom Gemüt, hauptsächlich Undines, ab. Wegen ihrer schlechten Laune wird aus dem kleinen Bach ein breiter, gefährlicher Fluss. Undine kann dieses Element beeinflussen, da sie ein Elementargeist ist und dadurch, wie bereits erwähnt, in enger Verbindung zur Natur steht.

Der kleine Bach bleibt während des ganzen ersten Teils der Erzählung dieser gefährliche Fluss. Zum Schluss der ersten Hälfte tritt die Macht des Wassers sehr stark hervor: durch ihn wird die Landzunge zur Insel, was sehr gut zeigt, wie sehr das Wasser das Land verändern kann.84

Es ist nun, zum Schluss dieses Teils, lohnenswert, die wichtigsten Ergebnisse, was

Natur und Zivilisation, und Land und Wasser anbelangt, kurz zusammenzutragen. Wie sich gezeigt hat, gibt es in dieser Erzählung zwei Orte, nämlich im ersten Teil Natur und im zweiten Teil Zivilisation. Diese sind durch einen Wald voneinander getrennt. Die Grenze, die durch den Wald repräsentiert wird, kann aber überquert werden, wie die Beispiele gezeigt haben: zweimal von Menschen und einmal von einem Elementargeist. Das Interessante dabei ist die Richtung der Grenzüberschreitung. Der alte Fischer geht von der Natur in die Zivilisation und zurück. Undine, also der Elementargeist, tut dasselbe, aber sie geht vorerst nicht zurück. Huldbrand ist der Einzige, der aus der Zivilisation in die Natur geht. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass sich die Beziehung zwischen Huldbrand und Undine, wegen mehreren Gründen, nur in der Idylle der Natur entwickeln und bestehen kann. Letzteres wird aber erst später in der Erzählung sichtbar.

Im Fall von Land und Wasser ist die erste „landschaftliche Umarmungsszene”85 sehr interessant. In ihr werden Land und Wasser nicht als sich gegenseitig zerstörende Naturgewalten dargestellt, sondern als Elemente, die miteinander harmonisieren.86 Das Wasser ist „bedrohlich, wiederum aber auch […] lebensspendend.”87 Auffällig ist dabei, dass die Elementargeister, allen voran Undine, durch ihre jeweiligen Launen entscheiden, in welchem Zustand das Wasser ist.

Es wurde auch versucht zu zeigen, dass die Figuren einem Ort und einem Element zugeordnet werden können: Undine und Kühleborn gehören zu der Natur und zu dem Wasser, Huldbrand und Bertalda zu der Zivilisation und dem Land und schließlich das Fischerehepaar, die zu der Zivilisation gehören, aber in der Natur in einem „Schwellenbereich zwischen Wasser und Land”88 leben.

3. Die Vereinigung des Elementargeistes mit seiner Seele

Wie zu Beginn dieser Arbeit erwähnt, besitzen die Elementargeister laut Paracelsus keine Seele, aber sie können eine durch die Heirat mit einem Menschen erhalten.89 Es wurde bereits darauf verwiesen, dass Fouqué Paracelsus als Quelle für seine Erzählung benutzte, woraus folgt, dass es auch in diesem Text seelenlose Elementargeister, nämlich Undine und Kühleborn, gibt und auch eine Hochzeit stattfindet. Im Folgenden soll näher auf die Umstände der Hochzeit und Undines Seelenlosigkeit eingegangen werden.

Zuerst ist festzuhalten, dass Undine „durch ihren Ungehorsam noch stärker als durch ihre Freundlichkeit”90 Huldbrand immer mehr anzieht. Weitere Gründe für die starke Anziehung Huldbrands zu Undine sind ihre zahlreichen „Liebkosungen.”91 Sich immer näher kommend leben sie zusammen mit dem Fischer und seiner Frau „auf der zur Insel gewordnen Landspitze.”92 Undines Pflegeeltern erscheinen die zwei mehr und mehr „wie Verlobte, oder gar wie ein Ehepaar.”93

Eine gewisse Art von Dynamik tritt in das Geschehen, als der alte Priester, der vom Sturm zu der Fischerhütte getrieben wurde, auf der Insel auftaucht. Einige Zeit nach seiner Ankunft, fasst Huldbrand „den Entschluss […], bei den Pflegeeltern Undines um die Hand des Mädchens anzuhalten.”94 Der genaue Grund des Antrags wird, in der Erzählung, nicht genannt und es scheint, als wäre dieser Entschluss „einem verwirrten, fast krankhaften Gemütszustand entsprungen.”95 Die Szene ist wie folgt: „Da brach es aus des Ritters Munde, dass er, gegen den Priester gewandt, sagte: Ihr seht hier ein Brautpaar vor Euch, ehrwürdiger Herr, und wenn dies Mädchen und die guten alten Fischerleute nichts dawider haben, sollt Ihr uns heute Abend noch zusammengeben.”96

Die Trauung selbst erfolgt nach der Einwilligung der Pflegeeltern. Das Auffällige an dieser Trauung sind die Ringe. Da niemand auf diese Trauung vorbereitet war, gibt es keine, zu einer traditionellen Hochzeit gehörenden, Ringe. Undine ist es aber, die wieder alle überrascht:

Der Ritter nestelte […] an seiner goldnen Kette, und wollte zwei Ringe losdrehen, um sie mit der Braut wechseln zu können. Diese aber fuhr, es bemerkend, aus ihrem tiefen Sinnen auf, und sprach: Nicht also! Ganz bettelarm haben mich meine Eltern nicht in die Welt hineingeschickt; vielmehr haben sie gewisslich schon frühe darauf gerechnet, dass ein solcher Abend aufgehn solle. - Damit war sie schnell aus der Tür, und kam gleich darauf mit zwei kostbaren Ringen zurück, deren einen sie ihrem Bräutigam gab, und den andern für sich behielt, Der alte Fischer war ganz erstaunt darüber, und noch mehr die Hausfrau […], dass beide diese Kleinodien noch niemals bei dem Kinde gesehn hatten. - Meine Eltern, entgegnete Undine, ließen mir diese Dingerchen in das schöne Kleid nähenm das ich anhatte, da ich zu euch kam. Sie verboten mir auch, auf irgeneine Weise jemandem davon zu sagen vor meinem Hochzeitabend. Da habe ich sie denn also stille herausgetrennt, und verborgen gehalten bis heute.97

Anhand dieser Szene wird einerseits sehr gut sichtbar, dass Undine bereits als kleines Kind darauf vorbereitet wurde und wusste, dass sie eines Tages heiraten wird und andererseits erscheint ihre Herkunft etwas klarer: sie muss aus reichem Hause stammen.

Da es nun Ringe gibt, erfolgt die christliche Trauung, auf die im Text nicht näher eingegangen wird. Nach ihr kommt eine Tatsache ans Licht: Undine ist seelenlos. „Nach der Trauung verfällt sie noch einmal in regressive Unruhe und Wildheit.”98 Daraufhin ermahnt der Priester sie kurz: „Mein anmutiges junges Mädchen […] denkt darauf, Eure Seele beizeiten so zu stimmen, dass sie immer die Harmonie zu der Seele Eures angetrauten Bräutigams anklingen lasse.”99 Anschließend kommt der Satz, mit dem niemand gerechnet hat: „Seele! […]; das klingt recht hübsch, und mag auch für die mehrsten Leute eine gar erbauliche und nutzreiche Regel sein. Aber wenn nun eins gar keine Seele hat […]? Und so geht es mir.”100 Eine Seele „befähigt […] zu allen sozialen Eigenschaften wie Gewissenhaftigkeit, Nächstenliebe, sozialem Verantwortungsgefühl, Mitleid und Gottesfürchtigkeit. All diese Eigenschaften hat Undine, solange sie in ihrem naturhaften Status verweilt, nicht.”101 So ist nun die Quelle für Undines bisheriges Verhalten klar, nämlich ihre Seelenlosigkeit.

Nach dieser Szene könnte leicht behauptet werden, dass Undine die Seele als etwas Positives empfindet. Aber genau das Gegenteil geschieht: sie bekommt Angst und fängt an zu zweifeln. Sie nimmt „die Seele […] als Gegenprinzip zum Leichten und Lustigen ihres ursprünglichen, magischen Charakters”102 wahr, aber trotzdem lässt sie sich auf alles ein.

Nun könnte vermutet werden, dass Huldbrand Undine nach ihrer Aussage, dass sie seelenlos ist, nicht mehr will. Dies geschieht aber nicht, da er von der Liebe berauscht ist103 und ihn so Undines Seelenlosigkeit nicht weiter stört. Da Fouqué sich bei seiner Erzählung auf Paracelsus’ Schrift stützte, ist es möglich schon hier darauf hinzuweisen, dass der Elementargeist, also Undine, durch die Hochzeit eine Seele erhält. Es kann nun vermutet werden, dass sie diese durch die Zeremonie diese erlangt. Dies stimmt aber nicht, da „erst durch den innigsten Verein der Liebe, also durch den karnalen Vollzug der Ehe”104 sie eine Seele erhält. Dies wird sie erst am Tag nach der Trauung Huldbrand erzählen, aber es ist lohnenswert, dies hier bereits zu erwähnen.

Zum Abschluss dieses Teils ist es lohnenswert, die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammenzutragen. Es ist festzuhalten, dass sich die Geschehnisse seit Beginn der Erzählung überschlagen. Allein nach dem Sturm kommt es zu einem Stillstand. Das Erscheinen des alten Priesters ist es schließlich, das wieder eine Dynamik in die Ereignisse bringt, das sich auch daran zeigt, dass Huldbrand bei den Pflegeeltern um Undines Hand anhält. Was genau seine Beweggründe für diesen Entschluss waren, werden nicht weiter thematisiert. Während der Trauung ist es Undine, die mit ihrem Verhalten wieder auffällt: sie holt zwei kostbare Ringe, die ihre Eltern ihr früher gegeben hatten. Es ist deswegen möglich zu behaupten, dass Undine aus einer wohlhabenden Familie stammt. Nach der Trauung deckt Undine eines ihrer Geheimnisse auf, nämlich, dass sie seelenlos ist. Diese Aussage überrascht alle, aber Huldbrand scheint dies nicht weiter zu stören, da er, blind vor Liebe ist. So kommt es nun auch zu der Hochzeitsnacht, in der Undine eine Seele erhält. Dies wird sie aber erst einen Tag nach der Trauung ihrem Ehemann gestehen.

4. Der Eintritt des Elementargeistes in das gesellschaftliche Leben und seine Folgen

4.1 Die veränderten Männer und Frauen

Im folgendem wird zu beobachten sein, dass nach der Hochzeit einige Veränderungen auftreten, die meisten in der Undine Figur. Ihre neuen Charakterzüge sollen in diesem Teil der Arbeit aufgezeigt werden. Außerdem sollen Veränderungen, die geringer ausfallen als bei Undine, im Falle der Figuren Huldbrand und Kühleborn gezeigt und erläutert werden. Eine genaue Charakterisierung Bertaldas wird auch vorgenommen. Danach wird der Gegensatz Natur und Zivilisation betrachtet, der, wie sich herausstellen wird, nicht verschwindet. Darüber hinaus soll wieder auf das Wasser und seine Veränderungen eingegangen werden.

4.1.1 Frauentypen

Es ist lohnenswert wieder mit den weiblichen Figuren zu beginnen und dabei Undines Veränderungen zuerst zu analysieren. Am Tag nach der Hochzeit erscheint sie, von ihrem Auftreten und Charakter her, sehr ungewohnt:

Undine […] trat nun in die Tür; alle wollten ihr entgegengehn, und alle blieben voll Verwunderung stehen, so fremd kam ihnen die junge Frau vor, und doch so wohlbekannt. Der Priester schritt zuerst […] auf sie zu, und wie er die Hand zum Segnen emporhob, sank das schöne Weib […] vor ihm in die Kniee. Sie bat ihn […], dass er für das Heil ihrer Seele beten wolle. Dann erhob sie sich, küsste ihre Pflegeeltern, und sagte, für alles genossene Gute dankend: O jetzt fühle ich es im innersten Herzen, wie viel, wie unendlich viel, ihr für mich getan habt, ihr lieben, lieben Leute! - Sie konnte erst gar nicht wieder von ihren Liebkosungen abbrechen, aber kaum gewahrte sie, dass die Hausfrau nach dem Frühstück hinsah, so stand sie auch bereits am Herde, kochte und ordnete an, uns litt nicht, dass die gute alte Mutter auch nur die geringste Mühwaltung über sich nahm. Sie bleib den ganzen Tag so; still, freundlich und achtsam, ein Hausmütterlein […].105

Hier ist sehr auffällig, dass drei neue Charakterzüge Undines zum Vorschein kommen: Demut, Dankbarkeit und Mitleid.106 Sie verhält sich den Pflegeeltern gegenüber respektvoll, dankt ihnen und hilft der alten Fischersfrau im Haushalt. Sie ist jetzt „von der Wildheit und koboldhaften Widerspenstigkeit des Kindes befreit.”107 Es ist festzuhalten, dass sich ihre negativen Charakterzüge in das genaue Gegenteil verändert haben.108 Sie wurde, vom Charakter her, erwachsen. Jetzt „verinnerlicht Undine die bisher nur von außen an sie herangetragenen sittlich-moralischen Wertmaßstäbe der menschlichen Gesellschaft und paßt sich an. Ihr Verhalten rückt sie nun in Menschennähe.”109

Undines neuer Charakter „drückt sich auch in dem Willen zur Wahrheit aus, der sie zum Geständnis ihrer Herkunft ihrem Manne gegenüber treibt.”110 Das Interessante dabei ist, dass Undine dies nur ihrem Ehemann erzählt, aber nicht ihren Pflegeeltern.

Du sollst wissen, […] dass es in den Elementen Wesen gibt, die fast aussehen, wie ihr, und sich doch nur selten blicken lassen. In den Flammen glitzern und spielen die wunderlichen Salamander, in der Erden tief hausen die dürren, tückischen Gnomen, durch die Wälder streifen die Waldleute, die der Luft angehören, und in den Seen und Strömen und Bächen lebt der Wassergeister ausgebreitetes Geschlecht. In klingenden Kristallgewölben […] wohnt sich’s schön; […] über reinlichen Meeresssand wandelt man, und über schöne, bunte Muscheln […]. Die aber dorten wohnen, sind gar hold und lieblich anzuschauen, meist schöner, als die Menschen sind. Manch einem Fischer Fischer ward es schon so gut, ein zartes Wasserweib zu belauschen, wie sie über die Fluten hervorstieg und sang. Der erzählte dann von ihrer Schöne weiter, und solche wundersame Frauen werden von den Menschen Undinen genannt. Du aber siehst jetzt eine Undine, lieber Freund.111

Es stellt sich also erst hier, in der Mitte der Erzählung, heraus, dass Undine ein Elementargeist ist. Dabei bleibt es aber nicht. Sie gesteht Huldbrand auch noch etwas bezüglich ihrer Seelenerlangung:

Wir wären weit besser daran, als ihr andern Menschen; - denn Menschen nennen wir uns auch, wie wir es denn der Bildung und dem Leibe nach sind; - aber es ist ein gar Übles dabei. Wir […] verstieben und bergehn mit Geist und Leib, dass keine Spur von uns rückbleibt […]. Darum haben wir auch keine Seelen; das Element bewegt uns, gehorcht uns oft, solange wir leben, zerstäubt uns immer, sobald wir sterben, und wir sind lusitg, ohne uns irgend zu grämen […]. So wollte mein Vater, der ein mächtiger Wasserfürst im Mittelländischen Meere ist, seine einzige Tochter solle einer Seele teilhaftig werden, und müsse sie darüber auch viele Leiden der beseelten Leute bestehn. Eine Seele aber kann unsresgleichen nur durch den innigsten Verein der Liebe mit einem eures Geschlechtes gewinnen. Nun bin ich beseelt, dir dank ich die Seele […].112

Erst hier erfährt Huldbrand die volle Wahrheit über seine Frau: sie war ein seelenloser Elementargeist, der durch die Hochzeitsnacht eine Seele erhalten hat. Nun wäre es leicht zu vermuten, dass sie mit diesem Geständnis ihren Ehemann abschreckt, aber genau das Gegenteil geschieht: „Huldbrand umfasste sie voll der innigsten Rührung und Liebe.”113

Nach diesen Szenen ist es logisch zu behaupten, dass Undine nun ganz als Mensch leben wird. Dies versucht sie auch umzusetzen, wie sich später immer mehr zeigen wird. Ein erster Schritt ist, dass sie nicht will, dass Kühleborn, der, wie bereits erwähnt, ein Elementgeist ist, sie in die Reichsstadt begleitet:

Ich bitte Euch […], dass Ihr Euch nicht wieder vor mir sehen lasst. Jetzt fürcht ich Euch; und soll mein Mann mich scheuen lernen, wenn er mich in so seltsamer Gesellschaft und Verwandtschaft sieht? […] Ich sehe dort schon das Ende des Waldes. Wir brauchen Eurer Hülfe nicht mehr, und nichts macht uns Grauen als ihr. Drum bitt Euch in Lieb und Güte, verschwindet, und lasst uns in Frieden.114

Anhand dieser Szene lässt sich sagen, dass Undine „versucht […] von ihrer magischen Herkunft ”115, ihren Verwandten, wegzukommen. Sie selbst empfindet Kühleborn als zunehmend seltsam und hat, nach der Hochzeit, Angst vor ihm. Die Befürchtung, dass Huldbrand wegen Kühleborn Angst vor ihr bekommen würde, ist nicht unberechtigt, und wird auch in gewisser Weise auftreten. Ihre ganzen Bemühungen, um ihren Onkel loszuwerden, werden misslingen, da sie „in lebendigem Kontakt mit ihrer Vergangenheit, ihrem Dasein als Elementargeist und Wasserwesen”116 bleibt und bleiben wird.

Als nächstes ist es lohnenswert einige Szenen aus Undines Leben in der Zivilisation zu betrachten und dabei mit ihrem Leben in der Reichsstadt zu beginnen. Als erstes ist festzuhalten, dass Undine auch hier sofort auffällt, aber diesmal nicht wegen ihres Verhalten, sondern wegen ihrer Schönheit und Anmut. Die Leute halten sie „in der ganzen Stadt für eine Prinzessin […], welche Huldbrand im Walde von irgendeinem bösen Zauber erlöst habe.”117 Ihre wahre Herkunft jedoch verrät Huldbrand niemandem. Eine weitere Besonderheit ist, dass Undine, genau wie früher auf der Landzunge, keine Scheu kennt und sich sofort mit den Bürgern und den Adeligen, allen voran mit Bertlada, anfreundet. Undine wird eine zunehmende „Eingliederung in die menschliche Gesellschaft”118 zuteil.

Diese hält aber nicht lange an, da Undine trotzdem „fremdartig in der höfischen Welt”119 bleibt. Ein gutes Besipiel hierfür ist „Bertaldas Namensfeier.”120 Am Tag zuvor hat Undine etwas von Kühleborn erfahren, das sie am Abend der Feier bekannt geben wollte. Bertalda ist, wie bereits erwähnt, die Pflegetochter des Herzogs und das, was Undine bekanntgibt, erschüttert alle zutiefst:

Wo sind denn deine Eltern? fragte sie, und der alte Fischer mit seiner Frau wankten aus dem Haufen der Zuschauer vor. Ihre Augen hingen fragend bald an Undinen, bald an dem schönen Fräulein, das ihre Tochter sein sollte. - Sie ist es! stammelte die entzückte Geberin, und die zwei alten Leute hingen laut weinend und Gott preisend an dem Halse der Wiedergefundnen.121

Undine wollte mit der Aufdeckung der Identität von Bertaldas wahren Eltern ihrer Freundin eine Freude machen, aber sie hat damit genau das Gegenteil erreicht. Undine „versteht nicht, daß in dieser Welt die Familie nicht ein Ort der emotionalen Entfaltung, sondern der sozialen Determination ist und die Aufdeckung der niederen Herkunft die stolze Bertalda empfindlich kränken muß.”122 Die Reaktion der Gäste, allen voran Bertaldas, macht Undine sehr traurig und wütend zugleich. Niemand bedankt sich bei ihr, stattdessen sind alle entsetzt. Sie wird sogar von Bertalda als Zauberin und Hexe beschimpft. Anhand dieser Szene wird eine neue Seite Undines sichtbar: sie hat „eine fast nicht menschlich zu nennende Güte […].”123 Mit ihren Handlungen will sie nur helfen, aber diese werden nicht als gut wahrgenommen, was sich später auch noch zeigen wird.

Als nächstes ist es lohnenswert auf das Aufkommen von Undines Leiden näher einzugehen. Den Ausgangspunkt hierfür bietet die Szene, als Undine und Huldbrand in der Reichsstadt „die von ihren Pflegeeltern verstoßene […] Bertalda”124 treffen. „Undine, die tiefgerührte Frau, wird von ihrem Mitleid überwältigt […] und nimmt Bertalda in Obhut auf ihre Burg.”125 Hier entwickelt sich „ein klassisches Dreiecksverhältnis nach dem Schema ’Mann zwischen zwei Frauen’.”126 Ein möglicher Grund für die Entwicklung dieser Konstellation liegt wohl in der Veränderung von Huldbrands und Undines Beziehung: „Die Leidenschaft […] ist einer gemäßigten ehelichen Liebe gewichen, daher ist er für die verbotene Lockung, die von Bertalda ausgeht, um so empfänglicher.”127 Undine bemerkt dies und weint viel deswegen, jedoch tut sie nichts, außer Weinen, um Huldbrand wieder für sich zu gewinnen. „Bertalda gegenüber lässt sie keine Konkurrenzgefühle aufkommen, sie verhält sich ihr gegenüber wie eine Schwester.”128 So kommt es auch schließlich, dass Undine „immer stärker Züge einer Heiligen und Märtyrerin”129 annimmt.

Eine weitere Eigenschaft Undines ist, dass sie ihren Willen gegenüber Bertalda durchsetzen kann. Dies geschieht ein einziges Mal in der gesammten Erzählung, und zwar als es um den Brunnen auf Schloss Ringstetten geht. Kühleborn taucht immer wieder auf und ängstigt alle. Undine will deswegen „den Brunnen verschließen, damit Kühleborn […] keinen Zugang”130 mehr zum Schloss hat. So will sie erreichen, dass sie alle ein ruhigeres und sicheres Leben führen können. Bertalda ist gegen diese Entscheidung, da sie das Wasser für ihre Haut benötigt.

Undine aber blieb diesmal, obgleich auf gewohnte Weise sanft, dennoch auf ungewohnte Weise, bei ihrer Meinung fest; sie sagte, als Hausfrau gebühre ihr, alle Anordnungen der Wirtschaft nach bester Überzeugung einzurichten, und niemand habe sie darüber Rechenschaft abzulegen, als ihrem Ehgemahl und Herrn.131

Sie verschließt also den Brunnen mit einem großen Stein, auf dem sie zuvor etwas draufgeschrieben hatte. Undine kann also, auch noch als beseelter Elementargeist, ihren Willen durchsetzen. Der Unterschied zu früher ist, dass sie nicht wütend wird, sondern freundlich bleibt.

Die Ehe zwischen einem Elemenargeist und einem Menschen ist, wie bereits erwähnt, an zwei Tabus geknüpft. Im Folgenden wird Undine Huldbrand das erste Tabu anvertrauen:

So schilst auch du bisweilen, und wetterleuchtest mit Zung und Augen, und das steht dir sehr gut […]. Aber tu dies nie gegen mich, auf einem Wasser, oder wo wir auch nur einem Gewässer nahe sind. Siehe, dann bekämen die Verwandten ein Recht über mich. Unerbittlich würden sie mich von dir reißen in ihrem Grimm, weil sie meinten, dass eine ihres Geschlechts beleidigt sei, und ich müsste lebenslang drunten in den Krystallpalästen wohnen, und dürfte nie wieder zu dir herauf, oder sendeten sie mich zu dir herauf, o Gott, dann wär es ncoh unendlich schlimmer. Nein nein, […] dahin lass es nicht kommen […].132

Anhand dieser Szene zeigt sich also, dass das erste Tabu darin besteht, dass Huldbrand seine Frau nie nahe des Wassers beledigen darf. Hier taucht auch wieder eine positve Seite Undines auf: sie möchte ihren Ehemann schützen und warnt ihn deswegen. Warum sie ihn dies nicht sofort nach der Hochzeit erzählt hat, bleibt unklar. Diese Szene ist auch deswegen interessant, da hier auch das zweite Tabu kurz anklingt.

Eine weitere Seite Undines wird kurz darauf sichtbar. Es kommt dazu, weil Bertalda in den Wald rennt und Huldbrand ihr folgt, um sie zurückzuholen. Undine befürchtet das Schlimmste, nämlich, dass Kühleborn ihnen etwas antun wird. Sie reitet ihnen nach und kommt gerade rechtzeitig, um die beiden vor dem sicheren Tod, also dem Ertrinken, zu retten.

Da scholl Undines anmutige Stimme durch das Getöse hin […]. Sie schalt, sie drohte in die Fluten hinab, die drohende Turmeswoge verschwand murrend und murmelnd […] und wie eine weiße Taube sah man Undinen von der Höhe hinabtauchen, den Ritter und Bertalda erfassenm und mit sich nach einem frischen, grünen Rasenfleck auf der Höhe emporheben, wo sie mit ausgesuchten Labungen Ohnmacht und Schrecken vertrieb […].133

Undine kann anhand dieser Szene als Retterin gesehen werden134, was wieder etwas positives ist. Sie wendet sich erneut gegen ihren Onkel und „setzt ihre ’Naturkräfte’ ein, um die Wasser zu befriedigen.”135 Undines Andersartigkeit tritt aber anhand dieser Szene erneut sehr stark zum Vorschein.

Obwohl Huldbrand sich emotional immer mehr von Undine entfernt, liebt sie ihn sehr. Dies zeigt sich auch auf der Donaufahrt, bei der sie von ihm beschimpft wird und deswegen zurück in das Wasserreich muss. Nach der Beleidigung durch Huldbrand wäre zu vermuten, dass Undine sauer auf ihren Ehemann wird. Genau dies tut sie nicht: ihre Liebe zu Huldbrand tritt sehr stark hervor. Dies ist anhand ihres Weinens sehr gut erkennbar und an der Tatsache, dass sie nicht gehen will. Bevor sie ihn jedoch verlässt warnt sie ihn. Hier tritt auch das zweite Tabu hervor: „Ach, holder Freund, ach lebe wohl! Sie sollen dir nichts tun; nur bleibe treu, dass ich sie dir abwehren kann.”136 Undine will Huldbrand vor dem schlimmen Schicksal schützen, das geschieht, wenn er sie betrügt.

Da Huldbrand einige Zeit später jedoch Bertalda heiraten will, warnt Undine ihn erneut, aber diesmal erscheint sie ihm im Traum. Es zeigt sich also, dass Undine nicht nur eine Macht über die Naturgewalten hat, sondern, dass sie auch in das menschliche Bewusstsein eindringen kann.137 Dies tut sie wieder aus Liebe. Da Huldbrand aber den Traum nicht sehr ernst nimmt und heiratet, muss Undine kommen und ihn töten, genau wie dies bereits von Paracelsus beschrieben wurde. Sie erscheint als ein „bleiches, weißverschleiertes Weibsbild”138 und weint sehr. Als Undine Huldbrand gegenübertritt ist sie, genau wie am Anfang auf der Landzunge, „himmlisch schön.”139 Sie tötet ihn durch einen Kuss und geht anschließend zurück in den Brunnen. Undine hat also zweimal versucht ihn zu warnen, da sie ihn so sehr liebt und das schlimmste verhindern wollte. Dies ist ihr aber nicht gelungen.

Als nächstes ist es lohnenswert Bertalda näher zu betrachten. Wie bereits erwähnt ist sie die Pflegetochter des Herzogs und taucht erst im zweiten Teil der Erzälung auf. Zuerst ist festzuhalten, dass sie „zu tiefen Gefühlen für andere, zur Trauer fähig”140 ist. Dies zeigt sich insbesonders in der Szene, bevor Huldbrand mit Undine in die Reichsstadt kommt. „Sie ’betrauert unverholen’ das lange Fortbleiben Huldbrands, das den Gedanken an seinen Tod unausweichlich macht. Darüber hinaus geht sie so weit, dass sie sich selber die Schuld an seinem Tod zuweist.”141 Diese ersten Eigenschaften Bertaldas können als positive aufgefasst werden, aber dies wird sich sehr stark ändern.

Nach der Heimkehr Huldbrands findet sich Bertalda, „als ein kluges Weib”142, mit der neuen Situation, also, dass Huldbrand eine andere Frau geheiratet hat, ab. Sie freundet sich sogar mit Undine an. Erst bei ihrer Namensfeier kommt ihr wahres Gesicht zum Vorschein, als sie durch Undine erfährt wer ihre leiblichen Eltern sind:

[E]ntsetzt und zürnend riss sich Bertalda aus ihrer Umarmung los, Es war zu viel für dieses stolze Gemüt, eine solche Wiedererkennung, in dem Augenblicke, wo sie fest gemeint hatte, ihren bisherigen Glanz noch zu steigern, und die Hoffnung Thronhimmel und Kronen über ihr Haupt herunterregnen ließ. Es kam ihr vor, als habe ihre Nebenbuhlerin dies alles ersonnen, um sie nur recht ausgesucht vor Huldbranden und aller Welt zu demütigen.143

Anhand dieser Szene manifestieren sich zwei Eigenschaften Bertaldas: sie ist arrogant und egozentrisch.144 Bertalda ist, wie bereits erwähnt wurde, die einzige Figur in dieser Erzählung, die ihre „Identität einzig und allein über den gesellschaftlichen Stand zu definieren weiß.”145 Dies zeigt sich auch eindeutig an dieser Szene: für sie bricht nun eine ganze Welt zusammen, da sie jetzt nicht mehr eine Adelige, sondern eine einfache Fischerstochter ist. Sie hat auch Standesdünkel und ist an Äußerlichkeiten orientiert146, was sich auch anhand ihres Verhaltens mit dem Fischerehepaar zeigt: sie will nichts mit ihnen zu tun haben.

Durch diese Szene kommt es auch zum entgültigen Bruch zwischen den zwei Frauen, von Bertaldas Seite. Da sie für Huldbrand noch Gefühle hat wird sie immer

eifersüchtiger gegenüber ihrer „Nebenbuhlerin.”147 So kommt es auch, dass Bertalda „eine Szene der Zerknirschung und Selbstbezichtigung”148 inszeniert:

Der Ritter führte seine schöne Frau aus der Tür, da trat ihnen ein Fischermädchen in den Weg. - Wir brauchen deine Ware nicht, sagte Huldbrand zu ihr […]. Da fing das Fischermädchen bitterlich an zu weinen, und nun erst sahen die Eheleutem dass es Bertalda war. Sie traten gleich mit ihr in das Gemach zurück, und erfuhren von ihr, der Herzog und die Herzogin seien so erzürnt über ihre gestrige Härte und Heftigkeit, dass sie die Hand gänzlich von ihr abgezogen hätten […]. Der Fischer […] habe noch gestern abends mit seiner Frau wieder den Weg nach der Seespitze eingeschlagen. […] Nun denn, sagte Bertalda, […] mein Vater sprach, ich nehme dich nicht mit, bis du anders worden bist. Wage dich allein durch den verrufenen Wald zu uns hinaus; das soll die Probe sein […]. Vor dem Wald graut es mich freilich sehr. […] Hierher kam ich nur noch, im bei der edlen Frau von Ringstetten Verzeihung dafür zu erflehen, dass ich mich gestern so ungebührlich ezeigte. Ich fühle wohl, Ihr habt es gut gemeint, holde Dame […]. Ach verzeiht, verzeiht!149

Es ist sofort klar, dass sie ihr unangebrachtes Verhalten nicht einsieht, und die Entschuldigung auch nicht ernst gemeint ist. Alles ist, wie bereits erwähnt, gespielt. Genau so schafft sie es sich bei Huldbrand und Undine einzunisten.150

Bertalda versucht auch Huldbrand immer mehr für sich zu gewinnen. Sie dringt in Huldbrands und Undines Ehe ein.151 Eine junge adelige Frau, für die sich Bertalda immer hielt, sollte so etwas auf keinen Fall tun. Dies interessiert sie aber nicht, da sie nur an sich denkt, also, wie bereits erwähnt, egoistisch ist. Sie wird immer mehr zu der „Inkarnation der typischen Verführerin.”152 Eine der treffendsten Szenen hierfür ist, als Huldbrand Bertalda in das Schwarztal nachreitet. In der Kutsche kommen sich die beiden sehr nahe und es kommt fast zum Ehebruch:

In der Stille der tiefer dunkelnden Nacht, aus der das Gewitter immer ferner und schweigsamer abdonnerte, in dem behaglichen Gefühl der Sicherheit und des bequemen Fortkommens, entspann sich zwischen Huldbrand und Bertalda ein trauliches Gespräch. Mit schmeichelnden Worten schalt er sie um ihr trotziges Flüchten; mit Dmeut und Rührung entschuldigte sie sich, und aus allem was sie sprach, leuchtete es hervor, gleich einer Lampe, die dem Geliebten zwischen Nacht und Geheimnis kundgibt, die Geliebte harre noch sein.153

Dies wird allein durch Kühleborn verhindert, der, wie sich herausstellt, der Kutscher ist.

Letztendlich hat Bertalda ihr Ziel nicht erreicht, da Huldbrand gestorben ist und sie so zu einer Witwe machte. Hier taucht wieder eine Eigenschaft Bertaldas auf, die bereits erwähnt wurde: die Trauer. „Bertaldas Schmerz über das Ableben des Ehegatten ist heftig, aber man ahnt schon, dass er nicht von langer Dauer sein wird, dazu besitzt sie ein zu ’weltlich behaftetes Gemüt’.”154

Um diesen Teil der Arbeit abzuschließen, ist es empfehlenswert, die wichtigsten neuen Eigenschaften Undines und anschließend Bertaldas kurz zusammenzufassen. Nach der Hochzeitsnacht, verändert sich Undine stark: sie ist respektvoll und hilft im Haushalt. Sie verhält sich so, wie es sich für eine junge Frau gehört. Ihr Geständnis über ihre Herkunft geschieht durch einen ihrer neuen Eigenschaften: sie ist ehrlich und möchte keine Geheimnisse vor ihrem Ehemann haben.

In der Reichstadt fallen zuerst zwei ihrer alten Eigenschaften auf: Schönheit und Anmut. Ihre neuen Attribute, nämlich Güte und Mitleid, kommen mehr und mehr zum Vorschein: sie stellt Bertalda ihren wahren Eltern vor und nimmt sie anschließend bei sich auf. Genau durch diese Eigenschaften fängt sie immer mehr an unter dem Dreiecksverhältnis zu leiden. Sie wird aber zu einer im stillen Leidenden, da sie, wegen ihrer Güte, einfach nichts gegen Bertalda sagt und sich so dieses Verhältnis immer weiter entwickelt. Hier wird auch klar, dass Undine „immer stärker Züge einer Heiligen und Märtyrerin”155 annimmt. Sie ist es, die mit ihren Naturkräften Huldbrand und Betralda rettet und wegen ihrer starken Liebe zu Huldbrand ihn insgesamt drei Mal warnt. Es zeigt sich auch, dass sie eine große Macht über die Menschen hat, da sie Huldbrand im Traum warnt. Letztendlich gelingt es Undine, trotz ihrer Güte, Liebe und Bemühungen nicht Huldbrand zu retten. Aus Undines Charakterisierung geht hervor, dass sie, im zweiten Teil der Erzählung, sehr positiv gestaltet ist.

Bertalda hingegen ist, mit kleineren Ausnahmen, mit negativen Eigenschaften ausgestattet. Nach Huldbrands Verschwiden gibt sie sich die Schuld dafür und empfindet Schmerz und Trauer, was keine schlechten Empfindungen sind. Nach seiner Wiederkehr ist es mehr und mehr möglich Bertalda als eifersüchtig einzustufen, die aber ihre Gefühle gut verbergen kann. Ihr sozialer Stand ist ihr sehr wichtig und sie hat Standesdünkel, was bei ihrer Namensfeier sehr stark hervorbricht. Bertalda ist intrigant und täuscht Undine, damit sie sie aufnimmt. Sie wird zu einer Verführerin, die Huldbrand immer näher kommt. Letztendlich bleibt sie als Verliererin zurück.

4.1.2 Männertypen

Als nächstes ist es interessant einen Blick auf die Eigenschaften der männlichen Figuren im zweiten Teil der Erzählung zu werfen. Es ist sinnvoll wieder mit Huldbrand zu beginnen. Eine ganz zentrale Eigenschaft Huldbrands ist seine Unsicherheit, die sich anhand seiner Albträume, nach der Hochzeit, widerspiegelt: „Sooft er in der Nacht eingeschlafen war, hatten ihn wunderlich grausende Träume verstört, von Gespenstern, die sich heimlich grinsend in schöne Frauen zu verkleiden strebten, von schönen Frauen, die mit einem Male Drachenangesichter bekamen.”156 Die Unsicherheit Huldbrands kommt daher, dass er nichts genaueres über Undines Herkunft weiß und sie sich so anders verhält, als gewöhliche Frauen.

Ein anderes wichtiges Moment ist die Verdrängung, die sonst bei keiner anderen Figur auftaucht. Nachdem Undine ihm ihre wahre Herkunft gesteht, zieht „ein seltsamer Schauder […] durch sein inneres.”157 Der Verdrängungsmechanismus kann durch Huldbrands Angst begründet werden: er will sich alles schönreden. Dies versucht er zum Beispiel „durch zärtliche Diminutive (’Undinchen’).”158 Durch die Diminutive erscheint Undine nicht mehr so angsteinflößend, sondern eher lieblich.

In der Reichstadt fällt Huldbrands Charakterschwäche, nämlich, dass er „die Frauen aufteilt in die Gattin auf der einen Seite und die begehrenswerte Frau auf der anderen Seite”159, sehr stark auf. Hieran ist sehr gut erkennbar, dass er sich nicht auf eine Frau festlegen kann. So kommt es auch zu der Entstehung des bereits erwähnten Dreiecksverhältnisses.

Bertalda wird gegenüber Undine attraktiv, weil sie in die Ehe einbricht. Dieses Brechen des Verbots macht sie interessant. Hulbdrand wendet sich Bertalda zu, weil er sich vor ihr nicht zu fürchten braucht. Bertaldas negative Seiten sind rein gesellschaftlicher Natur: Hochmut und Neid; sie sind kalkulierbar im Vergleich zu den naturhaften Abgründen, die sich für ihn in Undine verkörpern.160

Außerdem ist Undine „ganz in die typische Ehefrauenrolle und Ehefrauenpsyche geschlüpft”161 und hat so mehr und mehr ihre „erotische Anziehungskraft”162 verloren. So kommt es auch dazu, dass Undine Huldbrand immer langweiliger wird.163 Huldbrands Abwendung von seiner Frau ist auf der einen Seite irgendwie verständlich, aber auf der anderen Seite vollkommen inakzeptabel und wird auch seinen Tod zur Folge haben.

Als nächstes ist es sinnvoll einen Blick auf eine spezifisch männliche Eigenschaft, nämlich die Ritterlichkeit164, zu werfen. Diese zeigt sich sehr gut in der Szene, als er der entflohenen Bertalda nachzureitet, um sie zu retten. Hier kommt auch sein Mut sehr gut zum Vorschein, da er in das Schwarztal reitet, welcher ein beängstigender Ort ist. Er findet Bertalda, jedoch kann er sie vor den Fluten nicht retten, dies kann nur Undine. Es zeigt sich also anhand der Schwarztalszene, dass Huldbrand Mut und Ritterlichkeit beweist, jedoch ist er nicht im Stande Bertalda alleine zu retten. Diese Szene ist aber auch dewegen interessant, da Huldbrand nicht nur aus Ritterlichkeit handelt, sondern auch „aus erotischen Motiven,”165 da Bertalda ihn zu diesem Zeitpunkt sehr anzieht.

Eine weitere negative Seite Huldbrands taucht während der Donaureise auf: er wird wütend. „Zum Eklat kommt es, als Bertalda ein goldenes Halsband, ein Geschenk Huldbrandsm von den Wassergeistern gestohlen wird. […] Undine macht […] ihren Einfluß geltend und läßt sich von den Flußbewohnern ein Korallenhalsband für Bertalda bringen.”166 Hulbrand erzürnt daraufhin sehr: „Er riss den schönen Schmuck Undines aus der Hand […] und schrie, wutentbrannt? So hast du denn immer Verbindung mit ihnene? Bleib bei ihnen in aller Hexen Namen mit all deinen Geschenken, und lass uns Menschen zufrieden, Gauklerin du!”167 Damit hat er das bereits erwähnte erste Tabu gebrochen und deswegen muss Undine zurück zu ihren Verwandten gehen. Dieser Wutausbruch scheint nicht so ganz zu Huldbrands Charakter zu passen, da er bis zu diesem Zeitpunkt eher ruhig war. Zu diesem Wutausbruch kommt es, da Huldbrand das ständige Auftreten und Intervenieren der Elementargeister, allen voran Kühlborns, in die menschliche Welt nicht mehr tolerieren kann.168

Als letztes ist es lohnenswert Huldbrands größte Charakterschwäche zu erwähnen: seine Untreue und den damit verbundenen Ehebruch. Vor dem ersten Tabubruch war zwischen ihm und Betalda zwar eine große Anziehung, aber es ist nichts konkretes zwischen ihnen vorgefallen, daher wurde Huldbrand Undine auch nicht untreu. Zu der wirklichen Untreue kommt es erst, als einige Zeit nach Undines Verschwinden, „der alte Fischer kommt, um Bertalda zu sich zu holen. Erst auf diesen Anlaß hin entschließt sich Huldbrand, Bertalda zu heiraten. Das Alleinsein auf Burg Ringstetten wäre ihm unerträglich gewesen.”169 Nach diesem Entschluss warnt ihn Undine, indem sie ihm im Traum erscheint, und auch der alte Priester tut dasselbe, da auch ihm Undine im Traum erschienen ist. Undine nämlich, wie bereits Paracelsus dies formuliert hat, lebt, nur ist sie untem in ihrem Reich. Dies hat sie Huldbrand im Traum gezeigt und dem Priester gesagt. Somit ist die Ehe noch gültig. Huldbrand bekommt zwar einige Bedenken, jedoch ignoriert er diese schließlich170, woraus sich ableiten lässt, dass er dickköpfig ist: er will von seiner Entscheidung, Betalda zu heiraten, nicht ablassen. So kommt es auch zum zweiten Tabubruch und dadurch zu Huldbrands Tod.

Als nächstes ist es interessant Kühleborn etwas näher zu betrachten. Eine seiner positiven Eigenschaften taucht während der Reise in die Reichsstadt auf, als er Undine, Huldbrand und den Priester durch den Wald begleitet. Zunächst aber fällt wieder seine Verwandlungskunst auf: zuerst ist er ein weißer Mann, wie schon früher auch, und danach löst er sich in einen Wasserfall auf.171 Seine gute Eigenschaft ist, dass er seine Nichte beschützen will: er „ gibt sich […] als Anwalt von Undines Interessen auf Unversehrtheit zu erkennen. Er ist nicht gewillt Verletzungen und Schmähungen Undines in Kauf zu nehmen.”172 Dies zeigt sich sehr gut in der Szene, als Kühleborn in Huldbrands Ohr flüstert: „Rascher Ritter, rüst’ger Ritter, ich zürne nicht, ich zanke nicht; schirm nur dein reizend Weiblein stets […] gut, du Ritter rüstig, du rasches Blut.”173 Kühleborn will mit ihnen in die Reichsstadt gehen, jedoch will Undine, wie bereits erwähnt, dies nicht. Kühleborn reagiert darauf wütend174, anstatt zu versuchen, Undines Entschluss zu verstehen. Hier zeigt sich dann auch wieder seine aggressive Seite, die mehr und mehr in Erscheinung treten wird.

In der Reichsstadt und auf Burg Ringstetten erscheint Kühleborn als ein langer, weißer Mann, der immer wieder im Brunnen verschwindet. Er lässt sich auch nicht von Undine wegschicken175, da wie bereits erwähnt, er sie beschützen will. Genau wegen dieser Einstellung kann er als hartnäckig aufgefasst werden. Kühleborn „taucht […] immer wieder als ’Figur der Unordnung’ auf.”176 Er mischt sich immer mehr in die Geschehnisse ein. Dies geschieht vor allem auf Burg Ringstetten, da dort Huldbrands Treue immer schwächer wird.177 Kühleborn fängt deswegen mehr und mehr an die Burgbewohner, vor allem Huldbrand und Bertalda zu ängstigen, da er Undine schützen will: „Der lange, weiße Mann, in welchem Huldbrand den Oheim Kühleborn […] nur allzu wohl erkannte, trat oftmals drohend vor beide, vorzüglich aber vor Bertalden hin, so dass diese schon einige Mal vor Schrecken krank darnieder gelegen hatte […].”178

Durch Undines Handlung, nämlich der Verschließung des Brunnens, kann Kühleborn nicht mehr in die Burg eindringen.179 Er schafft es aber trotzdem Huldbrand und Bertalda zu begegnen, nämlich im Schwarztal. Hier taucht eine weitere Eigenschaft Kühleborns auf: er ist hinterlistig. Als Huldbrand die entflohene „Bertalda gefunden hat und mit ihr fliehen will, kommt Kühleborn als alter Mann verkleidet mit einer weißen Kutsche und bietet den beiden seine Hilfe an.”180 Wie bereits erwähnt, kommt es in der Kutsche zwischen Bertalda und Huldbrand fast zum Ehebruch, jedoch ist es Kühleborn, der dies verhindert: „Da rief der Fuhrmann plötzlich mit kreischender Stimme: Hoch, ihr Schimmel! […] Der Ritter beugte sich aus dem Wagen, und sah, wie die Pferde mitten im schäumenden Wasser dahinschritten […].”181 Er rettet zwar Bertalda und Huldbrand im Schwarztal und verhindert den Ehebruch, jedoch will er die beiden in den Fluten umkommen lassen. Allein wegen Undine überleben die beiden letztendlich. Es zeigt sich also, dass Kühleborn, auch wenn er manchmal als positiv erscheint, nichts Gutes im Schilde führt.

Anhand der beschriebenen Szenen sollte versucht werden Huldbrand und Kühleborn, im zweiten Teil der Erzählung, zu charakterisieren. Im Folgenden ist es lohnenswert die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammenzutragen. Bis zu der Hochzeit war bei Huldbrand fast keine Schwäche zu erkennen. Nach der Hochzeit tritt aber seine Unsicherheit zum Vorschein, anhand seiner Albträume. Die Verdrängung spielt bei ihm eine zentrale Rolle, da er, nach Undines Geständnis ihrer Herkunft, Angst bekommt und sich deswegen alles schönredet. Eine seiner schlechten Eigenschaften tritt auf Burg Ringstetten hervor: er kann sich zwischen seiner Ehefrau Undine und seiner Geliebten Bertalda nicht entscheiden, was ja zeigt, dass seine Gefühle für Undine immer schwächer werden. Seine positive Eigenschaft, nämlich seine Ritterlichkeit und damit verbunden sein Mut, stellt er aber auch unter Beweis, nämlich als er Bertalda in das Schwarztal nachreitet, um sie zu retten. Huldbrand ist aber nicht nur der liebe und freundlicher Ritter, wie er meistens in Erscheinung tritt, sondern er kann auch wütend werden. Genau wegen seinem Wutausbruch und der Beschimpfung, was der erste Tabubruch ist, muss Undine zurück zu ihren Verwandten. Seine größte Charakterschwäche ist seine Untreue und der daran geknüpfte Ehebruch, den er mit seinem Leben bezahlt. Es lässt sich also sagen, dass Huldbrand sowohl gute, als auch schlechte Eigenschaften hat. Letztere dominieren im zweiten Teil der Erzählung.

Bei Kühleborn fällt zuerst eine positive Eigenschaft auf: er möchte nicht, dass Undine verletzt wird, er will sie beschützen. Er ist hartnäckig und lässt sich nicht vertreiben. Kühleborns negative Seite taucht aber auch auf: er ängstigt die Burgbewohner, allen vorn Bertalda. Bei ihm fällt aufm dass er nicht nur hartnäckig, sondern auch hinterlistig ist. Dies zeigt sich anhand der Ereignisse im Schwaztal: zuerst hilft er Huldbrand und Bertalda, danach will er sie ertrinken lassen. Kühleborn scheint also, ähnlich wie Huldbrand, im zweiten Teil der Erzählung, negative Charakterzüge zu haben.

Es ist auch interessant kurz zu erwähnen, was die vier vorgestellten Figuren, in der zweiten Hälfte der Erzählung, gemeinsam haben. Undine und Kühleborn haben, abgesehen von ihrer Herkunft, nichts gemeinsam: Undine ist positiv, Kühleborn hingegen eher negativ gestaltet. Die beiden Menschen, also Huldbrand und Bertalda, sind beide mit negativen Eigenschaften ausgestattet, wobei Bertalda als Schlechtere von beiden erscheint, da viele ihrer Gefühle nur gespielt sind. Die einzige Figur, die durchweg gut ist und bleibt, ist Undine.

4.2 Das versuchte Zusammenleben von Natur und Zivilisation

Wie bereits erwähnt, spielt der zweite Teil der Erzählung in der Zivilisation182: zuerst in der Reichsstadt und danach auf Burg Ringstetten. Der Wald, der im ersten Teil als Grenze zwischen Natur und Zivilisation fungierte, wurde durchquert und so ist zu vermuten, dass es keine Grenze mehr gibt. Dies stimmt aber nicht, da in Form des Brunnens eine Grenze ,zwischen Natur und Zivilisation, bestehen bleibt. Natur erscheint fast immer besser, als die Zivilisation, aber die wirklich schlechte Seite der Zivilisation tritt erst in der Reichsstadt hervor, nämlich bei Bertaldas Namensfeier: „hier wird die Opposition ’reine Natur/ verdorbene Zivilisation’ geradezu programmatisch einbekannt.”183 Undine ist es, die in dieser Situation „die reine Natur im Gegensatz zu der von fragwürdigen sozialen Normen geformten Gesellschaft”184 repräsentiert. Bertalda hingegen steht, wegen ihrer Reaktion, für genau diese Gesellschaft. Es ist auch Undine, die die negative Seite der Gesellschaft, also der Zivilisation, formuliert: „Ihr Leute, die ihr so feindlich ausseht und so verstört, […] ich wusste von euern törichten Sitten und eurer harten Sinnesweise nichts […].”185 Gemeint ist hier, wie bereits erwähnt, die Reaktion der Gäste und Bertalda, als sich herausstellt, dass Bertalda keine Adelige ist sondern eine Fischerstochter. Dies ist die einzige Szene in der Erzählung wo der Unterschied zwischen Natur und Zivilisation so stark hervortritt.

Wenn es um Natur und Zivilisation geht, ist es interessant darauf hinzuweisen, dass die Figuren, wie bereits erwähnt, entweder der Natur oder der Zivilisation zugeordnet werden können aber es dabei jeweils Kategorien gibt, die im zweiten Teil der Erzählung sehr stark hervortreten: eine gute und eine schlechte Seite. Zu der guten Seite der Natur gehört Undine, wohingegen Kühleborn die schlechte Seite repräsentiert. Bertalda steht für die negative Seite der Zivilisation. Allein Huldbrand ist es, der eine Art Wandlung durchmacht. Zuerst gehört er zu der guten Seite der Zivilisation da er, wie bereits erwähnt, zum Beispiel naturverbunden ist. Durch den Einzug in die Zivilisation kommt eine „Entfremdung von der Natur”186 in ihm zustande, durch die er mehr und mehr Repräsentant der schlechten Seite der Zivilisation wird. Diese Feststellungen lassen sich durch die durchgeführte Figurenanalyse untermauern.

Wie bereits erwähnt spielt der zweite Teil der Erzählung in der Zivilisation. Trotz des Schauplatzwechsels, taucht ein Phänomen auf, was auch schon im ersten Teil zu beoachten war, nämlich die Grenzüberschreitung. Ruth Fassbind-Eigenheer ist es, die diese Grenzüberschreitungen in ihrer Arbeit aufgezeigt hat, jedoch nur anhand der Undine Figur187, wie dies schon angedeutet wurde. Im zweiten Teil der Erzählung lassen sich sechs Grenzüberschreitungen aufzeigen: vier durch Undine, eine durch Huldbrand und eine durch Kühleborn.

Die Eheschließung stellt für Undine eine Grenzüberschreitung dar188, da sie von einer „Wasserfrau (= Natur) […] zur beseelten Ehefrau (= Kultur/Geschichte)”189 wird. Nach dieser Grenzüberschreitung erfolgt eine noch größere: sie verlässt die Landzunge, die Natur, durchquert den Wald, die Grenze, und tritt in die wirkliche Zivilisation ein. Diese zwei Grenzüberschreitungen, die eine symbolisch, da der Ort sich nicht ändert, und die andere wirklich, können unter eine große Grenzüberschreitung gefasst werden: von der Natur in die Zivilisation.

Huldbrand begeht, im zweiten Teil der Erzählung, auch eine Grenzüberschreitung, die jedoch nicht so folgenreich wie Undines ist: er verlässt die Natur, also die Landzunge, durchquert den Zauberwald und kehrt in die Zivilisation zurück.

Eine weitere Grenzüberschreitung geschieht durch Kühleborn, nicht nur einmal, sondern mehrmals: er versucht „immer wieder […] die Grenzen zwischen ’Natur’ und ’Kultur’ zu durchdringen”190, indem er durch den Brunnen die Natur verlässt und in die Reichsstadt und später auf Burg Ringstetten, also in die Zivilisation eindringt.

Undines vorletzte Grenzüberschreitung geschieht während der Donaufahrt, nachdem Huldbrand sie beschimpft hat. Zuerst verlassen sie Burg Ringstetten, also die wirkliche Zivilisation, um auf einem Schiff nach Wien zu fahren. Undine befindet sich also in der Natur als ihre Beschimpfung erfolgt, jedoch repräsentiert das Schiff mit den Reisenden die Zivilisation in dieser Szene. Nach der Beschimpfung muss „Undine wieder in das Element, aus dem sie stammt,”191 zurückkehren. Ihr Element ist das Wasser, das zu der Natur gehört und somit geht Undine von der Zivilisation in die Natur.

Undines letzte Grenzüberschreitung erfolgt fast zum Schluss der Erzählung und geschieht wegen Huldbrands Treuebruch. Diese Grenzüberschreitung ist deswegen besonders, weil so verläuft, wie Kühleborns Grenzüberschreitung: „Am Abend nach nach der Hochzeitsfeier Bertaldas und Huldbrands steigt Undine […] aus dem Brunnen und muss […] dem untreu gewordenen Gatten den Tod bringen.”192 Die Ähnlichkeit zu Kühleborns Grenzüberschreitung besteht darin, dass sie von der Natur, über den Brunnen, bis in die Zivilisation geschieht.

Im Folgenden ist es interessant die zwei Elemente, Land und Wasser, etwas näher zu betrachten. Wie bereits erwähnt, können die vier vorgestellten Figuren eines der Elemente zugeordnet werden: Undine und Kühleborn gehören zum Wasser, Huldbrand und Bertalda zum Land.

Es ist lohnenswert zuerst „die friedliche, […] helle […] Seite des Wassers”193 zu betrachten. Diese tritt nach der Hochzeit hervor: „[D]er Oheim […] hat […] alle Fluten wieder in sein stilles Bett zurücke gelenkt, und rinnt nun nach wie vor einsiedlerisch und sinnend durch den Wald. [E]s wird wieder alles ordentlich und ruhig in diesen Gegenden zugehen […].”194 Aus dieser Szene folgt: der „veränderte Seelenzustand Undines spiegelt sich […] am Zustand des Wassers. […] Mit dem der Wildheit hält den Ritter das Wasser […] nicht mehr am Ufer des Sees zurück.”195 Hieran zeigt sich gleichzeitig auch die Macht von Undines Onkel Kühleborn: er leitet das Wasser und die Geschehnisse.196

Eine neue Eigeschaft des Wasser tritt im zweiten Teil der Erzählung hervor: es durchdringt die Erde. Dies zeigt sich insbesondere an den Brunnen in der Reichsstadt und später auf Burg Ringstetten. Durch den Brunnen kann das Wasser die Erde durchdringen und erscheint dadurch mächtiger als die Erde, das Land. Das Wasser fließt also nicht nur waagerecht, sondern auch senkrecht. Das Wasser kann seltsame Formen annehmen, wie die Szene vor der Brunnenverschließung zeigt: „Seht, o seht doch, rief Bertalda […], das arme, schöne Wasser kräuselt sich und windet sich […]. - In der Tat zischte und regte sich die Flut im Borne ganz wunderlich; es war, als wolle sich etwas daraus hervorringen […].”197 Diese Veränderung kommt aber nicht von allein zu Stande, sondern wird von Kühleborn gelenkt, da er, wie bereits erwähnt, Macht über das Wasser hat.

Wie schon angedeutet, mischen sich Undines Verwandte, allen voran Kühleborn, immer mehr in die Geschehnisse ein, desto größer Huldbrands Hingezogenheit zu Bertalda wird.198 Ab diesem Zeitpunkt wird auch das Wasser immer gefählicher für die Menschen. Dies kann sehr gut anhand der Szene im Schwarztal gezeigt werden. Nachdem Huldbrand Bertalda nachreitet, ist bereits eine Veränderung des Wassers, hier des Baches, zu beobachten: er wird „sehr wild und finster.”199 Hier nimmt „das Wasser […] ein dunkles Gesicht”200 an. Dies kann als ein Zeichen gedeutet werden, dass etwas schlimmes passieren wird. Während der Szene in der Kutsche „tritt […] die vernichtende, alles auflösende […] Kraft des Wassers hervor”, da Kühleborn den Ehebruch, der sich zwsichen Huldbrand und Bertalda in der Kutsche anbahnt, verhindern will:

In der Tat wogte und rauschte der ganze Talgrund von plötzlich empörten, sichtbar steigenden Wellen. Das ist der Kühleborn […], der uns ersäufen will! rief der Ritter. […] Damit lachte er […] zum Wagen herein, aber der Wagen blieb nicht Wagen mehr, die Schimmel nicht Schimmel; alles verschäumte, verrann in zischenden Wogen, und selbst der Führmann bäumte sich als eine riesige Welle empor, riss den vergeblich arbeitenden Hengst unter die Gewässer hinab, und wuchs dann wieder , und wuchs über den Häuptern des schwimmenden Paares, wie zu einem feuchten Turme an, und wollte sie […] begraben.201

Anhand dieser Szene zeigt sich erneut, dass „das Wasser […] Stimmungsträger”202 ist, da diese Situation nur zustande kommt, da Kühleborn wütend wird. Dies ist aber auch das einzige Mal in der Erzählung, dass das Wasser so gefährlich wird.

Als letztes ist es interessant die Schlusszene der Erzählung zu betrachten, da dort wieder eine „landschaftliche Umarmungsszene”203 auftaucht: „[A]n der Stelle, wo sie geknieet hatte, quoll ein silberhelles Brünnlein aus dem Rasen, das rieselte und rieselte, bis es den Grabhügel des Ritters fast ganz umzogen hatte; dass rannte es fürder, und ergoss sich in einen stillen Weiher, der zur Seite des Gottesackers lag.”204 An dieser Szene zeigt sich sehr gut, dass das Wasser zum Schluss wieder ganz friedlich ist und, dass eine Art Harmonisierung der Elemente Wasser und Land zustande kommt. Jedoch ist es keine perfekte Harmonisierung, da es hier nur „eine einseitige Umarmung”205 ist.

Anhand der Erzählung scheitert Huldbrands und Undines Beziehung. Durch die Analysen sind erste Gründe für das Scheitern der Beziehung bereits aufgetaucht, aber es ist trotzdem sinnvoll diese kurz zusammenzufassen. Nach der Heirat offenbart sich Undines wahre Herkunft. Anfangs überkommt ihn ein „Grauen”206 wegen dieser Herkunft. Dieses Grauen verdrängt er und redet sich etwas ein. Nach der Hochzeit treten Undines neue Eigenschaften zum Vorschein und sie wird Huldbrand immer langweiliger. Undine bleibt trotz ihrer Seele fremd, dies auch wegen der ständigen Intervention Kühleborns, was Huldbrand immer weniger ertragen kann.207 So kommt es nun dazu, dass er „zunehmend kühler gegen seine Frau”208 wird. Bertalda stellt gegenüber Undine eine normale junge Frau dar, ohne seltsame Verwandte, und genau deswegen fühlt sich Huldbrand mehr und mehr zu ihr hingezogen. Dieses Auseinanderleben zwischen Huldbrand und Undine geht, von Huldbrands Seite, immer weiter und so kommt es dann auch zur Beschimpfung Undines.

Das Scheitern der Beziehung kann aber auch mit einem neuen Begriff erklärt werden, der viele der oben genannten Gründe beinhaltet: „das Unheimliche”. Dieser Begriff wurde durch Sigmund „Freuds […] Aufsatz über Das Unheimliche (1919)”209 geprägt. Laut Freud ist „das Unheimliche […] jene Art des Schreckhaften, welche auf das Altbekannte, Längstvertraute zurückgeht.”210 Beim Unheimlichen spielt die Verdrängung eine sehr wichtige Rolle: etwas, das vertraut ist wird verdrängt, jedoch kehrt das Verdrängte zurück und dadurch wird das Vertraute fremd.211 Genau deswegen kommt das Gefühl des Unheimlichen in der betroffenen Person hoch212, da das Unheimliche „zur Angst gesehen werden”213 muss.

Es ist nun interessant Merkmale des Unheimlichen in Fouqués Text aufzuzeigen. Zuerst wird Huldbrand von Undine sehr stark angezogen. Sie ist ihm auf eine gewisse Art und Weise vertraut bis zur Aufdeckung ihrer wahren Herkunft. Dann nämlich bekommt Huldbrand durch seine Albträume eine gewisse Art von Angst, oder besser gesagt, ein „Grauen.”214 Er verdrängt diese Gefühle aber und redet sich alles schön. Durch die ständige Intervention Kühleborn und durch die Tatsache, dass Undine ihre „>über<- […] irdischen Kräfte”215 häufig unter Beweis stellt, kommt dieses „Grauen”, also das Verdrängte, in Huldbrand wieder hoch und Undine wird ihm immer unheimlicher.

Zum Schluss dieses Teils ist es lohnenswert die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammenzutragen. In der zweiten Hälfte der Erzählung verlagert sich der Schauplatz zuerst in die Reichsstadt und danach auf Burg Ringstetten, also in die Zivilisation. Die Figuren können entweder der guten oder der schlechten Seite der Natur beziehungsweise der Zivilisation zugeordnet werden und repräsentieren diese auch. Die wirklich schlechte Seite der Zivilisation kommt durch Bertaldas Verhalten während ihrer Namensfeier zum Vorschein, als sie erfährt wer ihre leiblichen Eltern sind.

In der zweiten Hälfte der Erzählung gibt es 6 Grenzüberschreitungen: vier durch Undine, zwei durch Huldbrand und eine durch Kühleborn. Das Interessante hierbei sind die Richtungen: Undine geht dreimal von der Natur in die Zivilisation und nur einmal in die andere Richtung. Bei Huldbrand und Kühleborn ist die Richtung von der Natur in die Zivilisation, mit dem Unterschied, dass Kühleborn auch zurück in die Natur geht.

Im Fall von Land und Wasser, erscheint das Wasser nach der Hochzeit friedlich. Dies ist aber auch, abgesehen von der Schlussszene, das einzige Mal. Auf Burg Ringstetten kommt durch den Brunnen eine Gewisse Macht des Wassers hervor: es durchdringt sie Erde. Gleichzeitig soll es von der menschlichen Welt, also dem Land, durch die Verscließung des Brunnens, ausgesperrt werden,216 woraufhin es sich in seltsamen Formen zeigt. Am gefährlichsten ist das Wasser während der Ereignisse im Schwarztal, wo Huldbrand und Bertalda fast ertrinken. Hier muss aber wieder darauf hingewiesen werden, dass es Kühleborn ist, der das Wasser, während der Ereignisse, leitet und die Szene im Schwarztal nur deswegen zustande kommt, da er wütend wird. Das Wasser zeigt sich also insgesamt, im zweiten Teil der Erzählung, dem Land überlegen, wie dies die vorgestellten Szenen belegen.

Anhand der vorgestellten Ereignisse, lassen sich viele Gründe für das Scheitern von Huldbrands und Undines Beziehung aufzeigen. Einige dieser Gründe können unter dem Wort „das Unheimliche” zusammengefasst werden. Dieses Unheimliche hat mit der Verdrängung zu tun und mit deren Wiederkehr. Dies kann auch anhand der Undine aufgezeigt werden.

5. Schluss

Um diese Arbeit abzuschließen ist es sinnvoll die wichtigsten Veränderungen der Figuren kurz zusammenzufassen. Undine, der Elementargeist, ist es, anhand derer die meisten Veränderungen festgestellt werden können. Zuerst ist sie seelenlos, naturverbunden, durch die Tatsache, dass sie ein Elementargeist ist, wunderschön und erstaunte alle mit ihrem kindischen Verhalten, obwohl sie achtzehn Jahre alt ist. Sie war es auch, die ihre Gefühle frei ausdrückte ,unverstellt war und Huldbrand verführte. Durch ihre Hochzeit, um genauer zu sein, durch die Hochzeitsnacht, erhielt Undine eine Seele und deswegen verschwanden die meisten ihrer bisherigen Charakterzüge. Sie fällt in der Reichsstadt zuerst durch ihre Schönheit auf, jedoch hat sie ein anderes Verständnis von bestimmten Dingen, wodurch sie ihre Andersartigkeit mehr und mehr auffällt. Undine möchte nur Gutes tun, aber sie erreicht mit ihren Taten sehr oft das genaue Gegenteil, wie zum Beispiel bei Bertaldas Namensfeier. Undine ist es auch, die still leidet und letztlich zur Retterin wird. Letztendlich kann sie Huldbrands zweifachen Tabubruch, trotz ihrer Liebe zu ihm, nicht verhindern und muss ihn zum Schluss töten. Undine ist sowohl als seelenloser als auch beseelter Elementargeist durchgängig positiv gestaltet.

Die andere weibliche Figur, nämlich Bertalda, wird zuerst nur kurz erwähnt, aber schon da lässt sich eine ungefähre Charakterisierung vornehmen: auch sie ist wunderschön, aber arrogant. Im zweiten Teil der Erzählung, kommen ihre schlechten Merkmale noch mehr zum Vorschein: sie ist egozentrisch, hat Standesdünkel und täuscht Huldbrand und Undine, damit sie sie mit auf Burg Ringstetten nehmen. Dort wird mehr und mehr zur Verführerin, da sie für Huldbrand noch immer Gefühle hat. Bertalda ist, mit einigen Ausnahmen, mit negativen Eigenschaften ausgestattet.

Anhand der zwei weiblichen Figuren, Bertalda und Undine, zeigt sich also, dass Undine, die Andere, der Elementargeist, die bessere Person ist, gerade durch ihr unverstelltes und ehrliches Verhalten. Obwohl Undine und Bertalda sehr unterschiedlich charakterisiert sind, gibt es doch einige Ähnlichkeiten zwischen ihnen: sie sind wunderschön und haben sehr starke Gefühle für Huldbrand. Hier muss aber auch gesagt werden, dass Undine Huldbrand liebt, wohingegen dies im Fall Betraldas nicht ganz sicher ist.

Die erste männliche Figur ist Huldbrand von Ringstetten. Zuerst wird er als sehr liebevoll, schön und naturverbunden geschildert. Er ist es auch, der eine strake Anziehungskraft zu Undine verspürt. Ein Grund dafür ist ihre Andersartigkeit. Nach der Hochzeit tritt seine Unsicherheit und eine Gewisse Angst, durch die Albeträume und wegen Undines Geständnis, zum Vorschein. Huldbrand verdrängt diese Gefühle aber und redet sich alles schön. In der Reichsstadt und danach auf Burg Ringstetten wird seine vielleicht größte Charakterschwäche sichtbar: er kann sich nicht zwischen Undine und Bertalda entscheiden. Der junge Ritter fühlt sich immer stärker zu Bertalda hingezogen, da Undine durch ihre Veränderungen immer langweiliger wird. Er ist es auch der letztendlich Undines Andersartigkeit, das ständige Intervernieren Kühleborns nicht mehr erträgt und sie beschimpft, wie dies bereits gezeigt wurde. Seine wohl schlimmsten Vergehen sind die Untreue und der Ehebruch, womit er mit seinem Leben bezahlt. Huldbrand wird im ersten Teil der Erzählung positiv dargestellt, jedoch treten, im zweiten Teil, immer mehr negative Eigenschaften hervor, wodurch er nicht mehr als positiver Charakter gelten kann.

Eine weitere männliche Figur ist Kühleborn, ein Elementargeist. Er ist die seltsamste und angsteinflößendste Figur in dieser Erzählung: er kann sich verwandeln und tritt so mal in menschlicher Form, mal als Bach auf. Nach der Hochzeit ist er es, der seine Nichte, Undine, beschützen will, aber er ist es auch, der nach Undines Abfuhr wütend wird. Kühleborn lässt sich nicht vertreiben und ängstigt die Burgbewohner, allen voran Bertalda. Dieses Ängstigen wird durch die Tatsache immer schlimmer, dass Huldbrand sich mehr und mehr zu Bertalda hingezogen fühlt, und dies Kühleborn wütend macht. Undines Onkel ist es auch, der hinterlistig ist, wie die Szene im Scharztal zeigt: zuerst bietet er Huldbrand und Bertalda seine Hilfe an und danach will er sie ertrinken lassen.

Es kann also gesagt werden, dass Kühleborn zwar fast immer negativ gekennzeichnet

ist, seine Nichte aber beschützen möchte und deswegen so aggressiv handelt.

Huldbrand und Kühleborn sind zwei unterschiedliche Figuren, die jedoch beide positive Eigenschaften besitzen, wobei Huldbrand als die bessere Figur gesehen werden kann. Eine ihrer Gemeinsamkeiten ist ihre Liebe zu Undine, wobei diese Liebe bei den beiden unterschiedlich ausfällt. Kühleborn ist der einzige, der während der gesammten Erzählung an der Seite Undines bleibt, wohingegen Huldbrand sie beschimpft und untreu wird.

Als nächstes ist es interessant die wichtigsten Veränderung in der Einrichtung der erzählten Welt zusammenzufassen. Zuerst ist es lohnenswert die Grenzüberschreitungen zwischen Natur und Zivilisation zu resümieren, da diese zeigen, dass sich die zwei Räume nicht vollkommen voneinander abgrenzen lassen und, dass die Grenzen verschwimmen. In dieser Erzählung gibt es insgesamt neun Grenzüberschreitungen, von denen fünf durch Undine, zwei durch Huldbrand, eine durch Kühleborn und eine durch den alten Fischer geschehen. Die Richtung ist in den meisten Fällen von der Natur in die Zivilisation.

Es gibt also zwei Räume in dieser Erzählung: die Natur, repräsentiert durch die Landzunge und die Zivilisation, die durch die Reichsstadt und Burg Ringstetten repräsentiert wird. Die Natur wird durchgängig als positiv gekennzeichnet, nicht zuletzt durch Undine, die Natur verkörpert.217 Allein durch Undines Verhalten wird die negative Seite der Zivilisation sichtbar, nämlich auf Bertaldas Namensfeier. Bertalda ist es auch, die für diese negative Seite der Zivilisation steht.

Die Grenzüberschreitungen und der Wechsel des Schauplatzes sind Veränderungen, aber nicht die Größten. Diese tritt nämlich in Form von Land und Wasser auf. Zuerst lohnt es sich die „landschaftlichen Umarmungsszenen” zusammenzufassen: eine findet in der Natur statt und die andere in der Zivilisation. In beiden Fällen geht es um Land und Wasser, es gibt einen Unterschied: „Während im Anfangsbild Land und See […] in einer gemeinsamen erotischen Umarmung aneinander drängen […], ist es im Schlußbild eine einseitige Umarmung geworden […].”218 Die Harmonisierung der beiden Elemente ist also nur in der Natur möglich und nicht in der Zivilisation.

Das Wasser ist es, das in der Zivilisation gefährlicher ist, als in der Natur. Dies

geschieht aber nur durch Kühleborn. Auf der Landzunge erscheint das Wasser ganz friedlich, mit einer Ausnahme, nämlich als Undine wegrennt. In der Zivilisation erscheint das Wasser zuerst friedlich. Es durchdringt die Erde und kommt so überall hin, wie dies anhand des Brunnens zu beobachten ist. Das Wasser zeigt sich auch in wandelbarer Form, nämlich als der Brunnen verschlossen werden soll. Diese wandelbare Form ist aber wieder nur wegen Kühleborn möglich. Die wirklich gefährliche Seite des Wassers kommt im Scharztal zum Vorschein, hier ist das Wasser nicht mehr gut für die Menschen, sondern kann sie auslöschen. Anhand der „landschaftlichen Umarmungsszene” erscheint das Wasser zum Schluss wieder friedlich.

Zahlreiche Veränderungen lassen sich in den zwei Räumen, Natur und Zivilisation, und den zwei Elementen, Land und Wasser, aufzeigen. Die Natur, verkörpert durch Undine, ist es, die als besser erscheint und die schlechten Seiten der Zivilisation aufzeigt. Das Wasser erscheint dem Land überlegen, was durch die Überschwemmungen bezeugt werden kann. Durch die zahlreichen Grenzüberschreitungen verschwimmen die Grenzen zwischen Natur und Zivilisation allmählich.

Wie sich herausgestellt hat, scheitert Undines und Huldbrands Beziehung. Dafür gibt es mehrere Gründe: Undines starke Veränderung, die ständige Intervention Kühleborns und so weiter. Einer der wesentlichen Gründe ist die Tatsache, dass Undine Huldbrand immer unheimlicher wird. Das Unheimliche, das durch Freuds Aufsatz maßgeblich geprägt wurde, hängt mit der Verdrängung zusammen. Huldbrand hat seine Zweifel, Ängste bezüglich Undine verdrängt, sich also alles schön geredet, jedoch kam dieses Verdrängte immer mehr in ihm hoch und so wurde Undine ihm mehr und mehr unheimlich.

Zum Schluss dieser Arbeit ist es interessant zu erwähnen, dass diese Erzählung „Ausgangspunkt für eine eigene Traditionslinie”219 geworden ist und „bis zur Gegenwart Dichter zur Verarbeitung angeregt”220 hat. Ein Grund hierfür ist „das Undine-Motiv, die Liebe zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Wesen.”221 In der Dichtung waren es aber nicht nur Deutsche, wie Ingeborg Bachmann: Undine geht, die sich für dieses Thema interessierten, sondern auch andere, wie Jean Giraudoux:

Ondine.222 Auch Musiker, und Maler interessierten sich hierfür und E. T. A. Hoffmann

schrieb zur Undine Fassung eine Oper.223 Jedes dieser Beispiele zeigt, wie populär das Undine-Thema in der Literatur, Kunst, Musik, in unterschiedlichen Ländern, ist und war.

6. Literaturverzeichnis

Primärliteratur

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Sekundärliteratur

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Dischner, Gisela: Friedrich de la Motte-Fouqué: Undine (1811). In: Lützeler, Michael Paul [Hrsg.]: Romane und Erzählungen der deutschen Romantik. Neue Interpretationen. Stuttgart: Reclam 1981. S.264-285.

El Nawab, Mona: Ingeborg Bachmanns „Undine geht”. Ein stoff- und motivgeschichtlicher Vergleich mit Friedrich de la Motte-Fouqués „Undine” und Jean Giraudoux’ „Ondine”. Würzburg: Königshausen & Neumann 1993.

Fassbind-Eigenheer, Ruth: UNDINE oder DIE NASSE GRENZE ZWISCHEN MIR UND MIR. Ursprung und literarische Bearbeitung eines Wasserfrauenmotivs. Von Paracelsus über Friedrich de la Motte Fouqué zu Ingeborg Bachmann, Stuttgart: Verlag Hans-Dieter Heinz, Akademischer Verlag 1994.

Freud, Sigmund: Das Unheimliche. Bremen: dearbooks in Europäischer Literaturverlag 2013-1919.

Kraß, Andreas: Meerjungfrauen. Geschichten einer unmöglichen Liebe. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag 2010.

Lillyman, W. J.: Fouqué’s ’Undine’. In: Studies in Romanticism, Vol. 10. No. 2.

(Spring, 1971). S. 94-104. http://www.jstor.org/stable/25599791 [zuletzt abgerufen: 01.05.2014].

Lindemann, Klaus: Friedrich de la Motte-Fouqué: Undine - eine tränenreiche

Geschichte. In: Ders. [Hrsg.]: Wege zum Wunderbaren. Romantische Kunstmärchen und Erzählungen. Paderborn [u.a.]: Ferdinand Schöningh 1997. S.69-89.

Malzew, Helena: Menschenmann und Wasserfrau. Ihre Beziehung in der Literatur der deutschen Romantik. Berlin: Weißensee Verlag 2004.

Masschelein, Anneleen: Unheimlich / das Unheimliche. In: Barck, Karlheinz [u. a.]:

Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden. Band 6. Tanz - Zeitalter / Epoche. Stuttgart / Weimar: Verlag J.B. Metzler. S.241-260.

Matt, Peter von: Liebesverrat. Die Treulosen in der Literatur. München / Wien: Carl Hanser Verlag 1989.

Mertens, Volker: Melusinen, Undinen. Variationen des Mythosvom 12. bis zum 20. Jahrhundert. In: Janota, Johannes [Hrsg.]: Festschrift Walter Haug und Burghart Wachinger. Band I. Tübingen: Max Niemeyer Verlag 1992. S. 201-233.

Otto, Beate: Unterwasser-Literatur. Von Wasserfrauen und Wassermännern. Würzburg: Königshausen & Neumann: 2001.

Paracelsus: Liber de nymphis, sylphis, pygmaeis et salamandris et de caeteris spiritibus. Auszüge. In: Max, Frank R. [Hrgs.]: Undinenzauber. Geschichten und Gedichte von Nixen, Nymphen und anderen Wasserfrauen. Einleitung von Eckart Kleßmann. Suttgart: Reclam 2009. S.100-106.

Peter, Klaus: Die beleidigte Natur: Undines Abschied und die Folgen. In: Pape, Walter [Hrsg.]: Raumkonfigurationen in der Romantik: Eisenacher Kolloquium der Internationalen Arnim-Gesellschaft. Tübingen: Niemeyer 2009. S.179-189.

Schmitz-Emans, Monika: Seetiefen und Seelentiefen. Literarische Spiegelungen innerer und äußerer Fremde. Würzburg: Verlag Königshausen & Neumann 2003.

---: Wasserfrauen und Elementargeister als poetologische Chiffren. In: Pott, Hans-

Georg [Hrsg.]: Liebe und Gesellschaft. Das Geschlecht der Musen. München: Wilhelm Fink Verlag 1997. S. 181-231.

Solbach, Andreas: Immanente Erzählpoetik in Fouqués Undine. In: Euphorion, Jg. 91. H.1. (1997). S.65-98.

Stephan, Inge: Inszenierte Weiblichkeit. Codierung der Geschlechter in der Literatur des 18. Jahrhunderts. Köln [u.a.]: Böhlau Verlag 2004.

Trüpel-Rüdel, Helga: Undine - eine motivgeschichtliche Untersuchung. Diss. Bremen: 1987.

Vogel, Matthias: „Melusine … das lässt aber tief blicken.” Studien zur Gestalt der

Wasserfrau in dichterischen und künstlerischen Zeugnissen des 19. Jahrhunderts. Bern [u.a.]: Verlag Peter Lang 1989.

[...]


1 Trüpel-Rüdel, Helga: Undine - eine motivgeschichtliche Untersuchung. Diss. Bremen: 1987. S.53.

2 Vgl. Ebd. S.91.

3 Vgl. Ebd. S.90.

4 Vgl. Stephan, Inge: Inszenierte Weiblichkeit. Codierung der Geschlechter in der Literatur des 18. Jahrhunderts. Köln [u.a.]: Böhlau Verlag 2004. S.221.

5 Ebd. S.220.

6 Malzew, Helena: Menschenmann und Wasserfrau. Ihre Beziehung in der Literatur der deutschen Romantik. Berlin: Weißensee Verlag 2004. S.196.

7 Vgl. Otto, Beate: Unterwasser-Literatur. Von Wasserfrauen und Wassermännern. Würzburg: Königshausen & Neumann: 2001. S.61..

8 Ebd. S.59.

9 Matt, Peter von: Liebesverrat. Die Treulosen in der Literatur. München / Wien: Carl Hanser Verlag 1989. S.232.

10 Vgl. Schmitz-Emans, Monika: Wasserfrauen und Elementargeister als poetologische Chiffren. In: Pott, Hans-Georg [Hrsg.]: Liebe und Gesellschaft. Das Geschlecht der Musen. München: Wilhelm Fink Verlag 1997. S.181-231. Hier S.186.

11 Vgl. Paracelsus: Liber de nymphis, sylphis, pygmaeis et salamandris et de caeteris spiritibus. Auszüge. In: Max, Frank R. [Hrgs.]: Undinenzauber. Geschichten und Gedichte von Nixen, Nymphen und anderen Wasserfrauen. Einleitung von Eckart Kleßmann. Suttgart: Reclam 2009. S.100-106. Hier S.102.

12 Ebd. Hier S.101.

13 Kraß, Andreas: Meerjungfrauen. Geschichten einer unmöglichen Liebe. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag 2010. S.293.

14 Paracelsus (Anm. 11). Hier S.103.

15 Vgl. Stephan (Anm. 4). S.223.

16 Vgl. Böschenstein, Renata: Undine oder das fließende Ich. In: Roebling, Irmgard [Hrsg.]: Sehnsucht und Sirene: Vierzehn Abhandlungen zu Wasserphantasien. Pfaffenweiler: Centaurus-Verlagsgesellschaft 1992. S. 101-131. Hier S.104.

17 Motte Fouqué (Anm. 17). S.10-11.

18 Vogel, Matthias: „Melusine … das lässt aber tief blicken.” Studien zur Gestalt der Wasserfrau in dichterischen und künstlerischen Zeugnissen des 19. Jahrhunderts. Bern [u.a.]: Verlag Peter Lang 1989. S.155.

19 Solbach, Andreas: Immanente Erzählpoetik in Fouqués Undine. In: Euphorion, Jg. 91. H.1. (1997). S.65-98. Hier S.81.

20 Ebd. Hier S.81.

21 El Nawab, Mona: Ingeborg Bachmanns „Undine geht”. Ein stoff- und motivgeschichtlicher Vergleich mit Friedrich de la Motte-Fouqués „Undine” und Jean Giraudoux’ „Ondine”. Würzburg: Königshausen & Neumann 1993. S.22.

22 Motte Fouqué (Anm. 17). S.11.

23 Ebd. S.11-12.

24 Solbach (Anm. 20). Hier S. 82.

25 Vgl. Ebd. Hier S.82.

26 Motte Fouqué (Anm. 17). S.12-13.

27 Vogel (Anm. 19). S.156.

28 Böschenstein (Anm. 16). Hier S.111.

29 El Nawab (Anm. 22). S.23.

30 Motte Fouqué (Anm. 17). S.21.

31 El Nawab (Anm. 22). S.23.

32 Vgl. Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.70.

33 Motte Fouqué (Anm. 17). S.24.

34 El Nawab (Anm. 22). S.30.

35 Motte Fouqué (Anm. 17). S.24.

36 Motte Fouqué (Anm. 17). S.32-33.

37 El Nawab (Anm. 22). S.29.

38 Motte Fouqué (Anm. 17). S.23-24.

39 Vogel (Anm. 19). S.167.

40 Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S. 71.

41 Ebd. S.66.

42 Vgl. Fassbind-Eigenheer, Ruth: UNDINE oder DIE NASSE GRENZE ZWISCHEN MIR UND MIR. Ursprung und literarische Bearbeitung eines Wasserfrauenmotivs. Von Paracelsus über Friedrich de la Motte Fouqué zu Ingeborg Bachmann, Stuttgart: Verlag Hans-Dieter Heinz, Akademischer Verlag 1994. S.55.

43 Vgl. Ebd. S.55-56.

44 Motte Fouqué (Anm. 17). S.8.

45 El Nawab (Anm. 22). S.20.

46 Motte Fouqué (Anm. 17). S.10.

47 El Nawab (Anm. 22). S.20.

48 Motte Fouqué (Anm. 17). S.11.

49 Ebd. S.14.

50 Vgl. Böschenstein (Anm. 16). Hier S.114.

51 Malzew (Anm. 6). S.200.

52 Kraß (Anm. 13). S.294.

53 Schmitz-Emans, Monika: Seetiefen und Seelentiefen. Literarische Spiegelungen innerer und äußerer Fremde. Würzburg: Verlag Königshausen & Neumann 2003. S.115.

54 Kraß (Anm. 13). S.301.

55 Motte Fouqué (Anm. 17). S.25-26.

56 Peter, Klaus: Die beleidigte Natur: Undines Abschied und die Folgen. In: Pape, Walter [Hrsg.]: Raumkonfigurationen in der Romantik: Eisenacher Kolloquium der Internationalen Arnim-Gesellschaft. Tübingen: Niemeyer 2009. S.179-189. Hier S.182.

57 Fassbind-Eigenheer (Anm. 43). S.80.

58 Motte Fouqué (Anm. 17). S.20.

59 Fassbind-Eigenheer (Anm. 43). S.80.

60 Stephan (Anm. 4). S.225.

61 Vgl. Fassbind-Eigenheer (Anm. 43). S.56.

62 Ebd. S.56.

63 Vgl. Otto (Anm. 7). S.62.

64 Vgl. Fassbind-Eigenheer (Anm. 43). S.41.

65 Vgl. Böschenstein (Anm. 16). Hier S.104.

66 Vgl. Fassbind-Eigenheer (Anm. 43). S.78-91.

67 Vgl. Schmitz-Emans (Anm. 10). Hier S.197.

68 Vgl. Fassbind-Eigenheer (Anm. 43). S. 76.

69 Vgl. Ebd. S.76.

70 El Nawab (Anm. 22). S.21.

71 Ebd. S.21.

72 Vgl. Vogel (Anm. 19). S. 153.

73 Lindemann, Klaus: Friedrich de la Motte-Fouqué: Undine - eine tränenreiche Geschichte. In: Ders. [Hrsg.]: Wege zum Wunderbaren. Romantische Kunstmärchen und Erzählungen. Paderborn [u.a.]: Ferdinand Schöningh 1997. S.69-89. Hier S.76.

74 Kraß (Anm. 13). S.294.

75 Motte Fouqué (Anm. 17). S.7.

76 Fassbind-Eigenheer (Anm. 43). S.42.

77 Otto (Anm. 7). S.62.

78 El Nawab (Anm. 22). S.15.

79 Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.66.

80 Ebd. S.65.

81 Vgl. Vogel (Anm. 19). S.155.

82 Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.69.

83 Motte Fouqué (Anm. 17). S.18-19.

84 Vgl. Schmitz-Emans (Anm. 55). S.112.

85 Fassbind-Eigenheer (Anm. 43). S.43.

86 Vgl. Otto (Anm. 7). S.62.

87 Schmitz -Emans (Anm. 55). S.112.

88 Kraß (Anm. 13). S.294.

89 Paracelsus (Anm. 11). Hier S.101.

90 Vogel (Anm. 19). S.156.

91 Motte Fouqué (Anm. 17). S.30.

92 Ebd. S.29.

93 Ebd. S.31.

94 Vogel (Anm. 19). S.161.

95 Ebd. S.161.

96 Motte Fouqué (Anm. 17). S.38.

97 Motte Fouqué (Anm. 17). S.39.

98 Böschenstein (Anm. 16). Hier S.112.

99 Motte Fouqué (Anm. 17). S.41.

100 Ebd. S.41.

101 Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.67.

102 Solbach (Anm. 20). Hier S.85.

103 Vgl. Motte Fouqué (Anm. 17). S.43.

104 Solbach (Anm. 20). Hier S.86.

105 Motte Fouqué (Anm. 17). S.44-45.

106 Vgl. Solbach (Anm. 20). Hier S.86.

107 Mertens, Volker: Melusinen, Undinen. Variationen des Mythosvom 12. bis zum 20. Jahrhundert. In: Janota, Johannes [Hrsg.]: Festschrift Walter Haug und Burghart Wachinger. Band I. Tübingen: Max Niemeyer Verlag 1992. S. 201-233. Hier S.221.

108 Vgl. Solbach (Anm. 20). Hier S.86.

109 El Nawab (Anm. 22). S.18.

110 Stephan (Anm. 4). S.224.

111 Motte Fouqué (Anm. 17). S.46-47.

112 Motte Fouqué (Anm. 17). S.47-48.

113 Ebd. S.48.

114 Ebd. S.52.

115 Solbach (Anm. 20). Hier S.95.

116 Fassbind-Eigenheer (Anm. 43). S.83.

117 Motte Fouqué (Anm. 17). S.54.

118 El Nawab (Anm. 22). S.18.

119 Mertens (Anm. 110). Hier S.220.

120 Motte Fouqué (Anm. 17). S.57.

121 Ebd. S.60.

122 Mertens (Anm. 110). Hier S.220.

123 Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.78.

124 Solbach (Anm. 20). Hier S.90.

125 Ebd. Hier S.90-91.

126 Fassbind-Eigenheer (Anm. 43). S.84.

127 Stephan (Anm. 4). S.225.

128 Ebd. S.225.

129 Ebd. S.225.

130 Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.80.

131 Motte Fouqué (Anm. 17). S.69.

132 Ebd. S.72.

133 Motte Fouqué (Anm. 17). S.80.

134 Vgl. Malzew (Anm. 6). S.201.

135 Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.83.

136 Motte Fouqué (Anm. 17). S.85.

137 Vgl. Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.85.

138 Motte Fouqué (Anm. 17). S.95.

139 Ebd. S.96.

140 Vogel (Anm. 19). S.165.

141 Ebd. S.165.

142 Motte Fouqué (Anm. 17). S.54.

143 Ebd. S.60.

144 Lillyman, W. J.: Fouqué’s ’Undine’. In: Studies in Romanticism, Vol. 10. No. 2. (Spring, 1971). S. 94- 104. http://www.jstor.org/stable/25599791 [zuletzt abgerufen: 01.05.2014]. Hier S.101-102.

145 El Nawab (Anm. 22). S.29.

146 Vgl. Fassbind-Eigenheer (Anm. 43). S. 56.

147 Motte Fouqué (Anm. 17). S.60.

148 Solbach (Anm. 20). Hier S.90.

149 Motte Fouqué (Anm. 17). S.63-64.

150 Vgl. Schmitz-Emans (Anm. 55). S.111.

151 Vgl. Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.80.

152 Solbach (Anm. 20). Hier S.89.

153 Motte Fouque (Anm. 17). S.78-79.

154 Vogel (Anm. 19). S.166.

155 Stephan (Anm. 4). S.225.

156 Motte Fouqué (Anm. 17). S.43.

157 Ebd. S.47.

158 Stephan (Anm. 4). S.228.

159 Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.73.

160 Ebd. S.80.

161 Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.79.

162 Fassbind-Eigenheer (Anm. 43). S.103.

163 Vgl. Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.75.

164 Vgl. Malzew (Anm. 6). S.200.

165 Böschenstein (Anm. 16). Hier S.114.

166 Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.85.

167 Motte Fouqué (Anm. 17). S.85.

168 Vgl. Lillyman (Anm. 146). Hier S.100.

169 Trüpel-Rüdel: (Anm. 1). S.86.

170 Vgl. Vogel (Anm. 19). S.167.

171 Vgl. Fassbind-Eigenheer (Anm. 43). S.83.

172 Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.77-78.

173 Motte Fouqué (Anm. 17). S.53.

174 Vgl. Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.77.

175 Vgl. Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.78.

176 Fassbind-Eigenheer (Anm. 43). S.79.

177 Vgl. Matt (Anm. 9). S.232.

178 Motte Fouqué (Anm. 17). S.68.

179 Vgl. Stephan (Anm. 4). S.226.

180 Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.82.

181 Motte Fouqué (Anm. 17). S.79.

182 Vgl. Otto (Anm. 7). S.62.

183 Böschenstein (Anm. 16). Hier S.108.

184 Mertens (Anm. 110). Hier S.221.

185 Motte Fouqué (Anm. 17). S.61.

186 Peter (Anm. 58). Hier S.185.

187 Vgl. Fassbind-Eigenheer (Anm. 43). S.78-91.

188 Vgl. Ebd. S.81.

189 Ebd. S.80.

190 Ebd. S.83.

191 Ebd. S.86.

192 Fassbind-Eigenheer (Anm. 43). S.88.

193 Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.65.

194 Motte Fouqué (Anm. 17). S.49.

195 Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.75.

196 Vgl. Peter (Anm. 58). Hier S.182.

197 Motte Fouqué (Anm. 17). S.69.

198 Vgl. Matt (Anm. 9). S.232.

199 Motte Fouqué (Anm. 17). S.74.

200 Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.82.

201 Motte Fouqué (Anm. 17). S.79-80.

202 Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.65.

203 Fassbind-Eigenheer (Anm. 43). S.43.

204 Motte Fouqué (Anm. 17). S.99.

205 Stephan (Anm. 4). S.227.

206 Ebd. S.228.

207 Vgl.Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.84.

208 Ebd. S.84.

209 Masschelein, Anneleen: Unheimlich / das Unheimliche. In: Barck, Karlheinz [u. a.]: Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden. Band 6. Tanz - Zeitalter / Epoche. Stuttgart / Weimar: Verlag J.B. Metzler. S.241-260. Hier S.241.

210 Freud, Sigmund: Das Unheimliche. Bremen: dearbooks in Europäischer Literaturverlag 2013 1919. S.9.

211 Vgl. Masschelein (Anm. 209). Hier S.244.

212 Vgl. Freud (Anm. 210). S.53.

213 Masschelein (Anm. 209). Hier S.246.

214 Stephan (Anm. 4). S.228.

215 Dischner, Gisela: Friedrich de la Motte-Fouqué: Undine (1811). In: Lützeler, Michael Paul [Hrsg.]: Romane und Erzählungen der deutschen Romantik. Neue Interpretationen. Stuttgart: Reclam 1981. S.264- 285. Hier S.279.

216 Vgl. Trüpel-Rüdel (Anm. 1). S.65.

217 Vgl. Fassbind-Eigenheer (Anm. 43). S.31.

218 Stephan (Anm. 4). S.227.

219 Stephan (Anm. 4). S.221.

220 Dischner (Anm. 217). Hier S.265.

221 Ebd. Hier S.265.

222 Vgl. Dischner (Anm. 217). Hier S.265.

223 Vgl. Matt (Anm. 9). S.236.

Details

Seiten
50
Jahr
2014
ISBN (Buch)
9783656846048
Dateigröße
545 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v284391
Institution / Hochschule
Université du Luxembourg
Note
15/20
Schlagworte
mensch natur motte fouqués undine

Autor

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Titel: Mensch und Natur in la Motte Fouqués "Undine"