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Das Potenzial meditativer Ausbildung von Achtsamkeit für die Herausforderungen von transkulturellem Management

Hausarbeit (Hauptseminar) 2013 31 Seiten

Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Herausforderung Transkulturalität, Management und transkulturelle Kompetenz

3. Stress und Gesunderhaltung in der Leistungsgesellschaft

4. Zur Ausbildung von Achtsamkeit mit meditativen Praktiken
4.1 Die Vipassana-Meditation
4.2 Die Sitzmeditation des MBSR-Programms

5. Zum Potential von Achtsamkeit für die Bewältigung der Herausforderungen im transkulturellen Management
5.1 Die Ausbildung der Achtsamkeit zur Gesundheitsförderung und -erhaltung
5.2 Zum Potenzial von Achtsamkeit im transkulturellen Management

6. Fazit

7. Literatur und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Unternehmen erwarten von Managern, dass sie über die Kompetenzen verfügen in anderen Kulturen und neuen Umgebungen erfolgreich zu arbeiten und dabei gesund zu bleiben.[1] Diese Arbeit möchte daher im Folgenden das Potenzial der meditativen (Ein-)Übung von Achtsamkeit [2] für die Gesundheit und die Ausbildung bzw. die Entfaltung von Managementaufgaben und im Besonderen von transkulturellen Kompetenzen darstellen. Zunächst wird dafür der Begriff der Transkulturalität erläutert und Anforderungen an Manager in einem transkulturellen Umfeld, sowie transkulturelle Kompetenzen gemäß Mayer (Kapitel 2) und das Konzept der Salutogenese zur Gesunderhaltung in einer Leistungsgesellschaft (Kapitel 3) dargestellt. Anschließend folgt die Erläuterung des Begriffs der Achtsamkeit und Meditation (Kapitel 4), sowie die Darlegung der meditativen Ausbildung oder (Ein-)Übung von Achtsamkeit, welche durch 2 exemplarisch ausgewählte Praktiken, nämlich durch die buddhistische Vipassana-Meditation (Kapitel 4.1) und die therapeutische Methode der Sitzmeditation (Kapitel 4.2) verdeutlicht werden soll. Zuletzt werden die Erkenntnisse der drei vorhergehenden Kapitel zusammen geführt, um das Potenzial der meditativen Ausbildung von Achtsamkeit darzustellen (Kapitel 5). Zu Gunsten der Übersichtlichkeit ist dieses Kapitel in zwei Teile gegliedert, wobei sich das Kapitel 5.1 mit dem Potenzial der (Ein-)Übung von Achtsamkeit für die Gesundheit und das Kapitel 5.2 mit dem Potenzial für Managementaufgaben und im Besonderen, für die Ausbildung bzw. Entfaltung transkultureller Kompetenz beschäftigt.

Die Relevanz des Themas ergibt sich aus den immer höheren Anforderungen am Arbeitsplatz, welche auf Manager als Führungs- und Leitungspersonal besonders stark wirken.[3] Im Bereich des Managements rückt die Technik der Meditation und Achtsamkeit dabei immer mehr in den Fokus. So gibt es zahlreiche Berichte zu Managern, welche mittels der meditativen Ausbildung von Achtsamkeit Stress und Hektik begegnen,[4] es werden verschiedene Achtsamkeits - und Meditationsseminare für Manager angeboten[5] und zuletzt soll Meditation sogar als Kurs an Fakultäten der Wirtschaftswissenschaften angeboten werden.[6] Jedoch gibt es kaum Studien zum Einfluss oder der Wirksamkeit meditativer Ausbildung von Achtsamkeit am Arbeitsplatz. Zu nennen sind derzeit lediglich der theoretische Überblickartikel von Sauer, sowie die Studie von Walach, welche hier mehrfach als Quellen herangezogen werden. Ähnlich verhält es sich mit Veröffentlichungen zum transkulturellen Management und genauer, zu Gesundheitsfragen oder spezifischen Herausforderungen in diesem Bereich, wobei die ausführliche Arbeit von Mayer als Ausnahme gelten kann und dieser Arbeit als Hautquelle dient.

2. Herausforderung Transkulturalität, Management und transkulturelle Kompetenz

Transkulturalität ist ein Konzept, das auf den Philosophen Wolfgang Welsch (*1946) zurück geht und einen Gegenentwurf zur Auffassung der Einzelkultur, der Interkulturalität, sowie der Multikulturalität darstellt.[7] Welsch argumentiert, dass vorgenannte Kulturkonzepte im traditionellen Kulturverständnis Herders verankert sind und der Vorstellung von Kultur als Nationalkultur, die geschlossen und einheitlich ist, anhaften. Gemäß Welsch können heutige Kulturen jedoch nicht mehr über dieses traditionelle Kulturkonzept erfasst werden, welches besagt, dass sich Kulturen durch eine bestimmte Zugehörigkeit zu einem Volk oder einer Nation („ethnische Fundierung“) auszeichnen und eine Vereinheitlichungsfunktion erfüllen, die „das Leben der jeweiligen Gesellschaft im ganzen wie im einzelnen [prägt] und jede Handlung und jedes Objekt zu einem unverwechselbaren Bestandteil gerade dieser Kultur [macht]“ („soziale Homogenisierung“), sodass sich die jeweilige Kultur von anderen nach außen hin unterscheidet („interkulturelle Abgrenzung“).[8] Im Weiteren erläutert Welsch:

„Das Konzept der Transkulturalität entwirft ein anderes Bild vom Verhältnis der Kulturen. Nicht eines der Isolierung und des Konflikts, sondern eines der Verflechtung, Durchmischung und Gemeinsamkeit. Es befördert nicht Separierung, sondern Verstehen und Interaktion. Gewiß [!] enthält dieses Konzept Zumutungen gegenüber liebgewonnenen Gewohnheiten - wie die heutige Wirklichkeit überhaupt. Im Vergleich zu anderen Konzepten skizziert es aber den am ehesten gangbaren Weg.“[9]

Gemeint ist hier der am ehesten gangbare Weg mit der steigenden Komplexität und Dynamik von Kultur umzugehen, die sich mit der Globalisierung[10] nicht mehr über nationale Grenzen, Ethnie, Religion oder Tradition definiert.[11] Vielmehr stellt Kultur nach Schwartz folgendes dar:

„Culture consists of the derivatives of experience, more or less organized, learned or created by the individuals of a population, including those images or encodements and their interpretations (meanings) transmitted from past generations, from contemporaries, or formed by individuals themselves.”[12]

Gemäß Mayer ist diese Definition von Kultur im Hinblick auf eine transkulturelle Herangehensweise und genauer bezüglich des transkulturellen Managements, besonders geeignet, da sie analog zum transkulturellen Ansatz von Welsch die Grenzen von Kultur nicht mehr an den oben stehenden drei Merkmalen festmacht, sondern Kultur als von Individuen, Gruppen, Nationen usw. konstruiert, geformt und organisiert darstellt,[13] was prozesshaft der oben genannten „Verflechtung, Durchmischung und Gemeinsamkeit“ gleichkommt. Die Konstruktion von Stetigkeit und Ordnung, sowie das Realisieren von potentiellen Synergien aus gegebener kultureller Vielfalt und eine Verflechtung über Unterschiede hinweg, stellen demnach im transkulturellen Management laut Mayer besondere Herausforderungen dar.[14] Management als „Komplex von Steuerungsaufgaben, die bei der Leistungserstellung und –sicherung in arbeitsteiligen Organisationen erbracht werden müssen“[15] benötige demnach zur wirkungsvollen Umsetzung der klassischen Managementaufgaben aus funktionaler Sicht, nämlich der Planung, Organisation, dem Personaleinsatz, der Führung, sowie der Kontrolle,[16] auch transkulturelle Kompetenzen. Zu diesen gehören nach Mayer folgende:[17]

- „Transcultural communication competence” (Wissen um kulturspezifische Sprache, verbale und nonverbale Kommunikation)
- „Cultural Understanding“ (unterstütz den Aufbau von Vertrauen und steigert die Effektivität von Kommunikation)
- „Tolerance for ambiguity“ (bezeichnet „das Aushalten von Widersprüchlichkeiten, welche durch kulturell bedingte Unterschiede und mehrdeutige Informationen auftreten können, sowie das Aushalten von gegensätzlichen Erwartungshaltungen.“[18] Je höher die Ambiguitätstoleranz, desto mehr (oder eher) fühlen sich Individuen in ungewohnten Situationen wohl.)
- „Dissimilarity openness“ (wird erfordert, sodass kulturelle Differenzen geschätzt und nicht abgelehnt werden)
- „Emotion management skills“ (befähigt sich oder andere in Konfliktsituationen wieder auf das Problem zu fokussieren, eher mit Stress umzugehen und umfasst auch emotionale Intelligenz oder Empathie)
- „Information processing skills“ (geht davon aus, dass Personen mit einer höheren kognitiven Komplexität eher in der Lage sind ein Verständnis unterschiedlicher kultureller Systeme zu entwickeln, da sie soziales Verhalten in multidimensionaler Weise auslegen können)
- „Conflict management skills“ (hierzu gehören Qualitäten wie Sensibilität, Kommunikations- und Sprachfähigkeiten, sowie das Wissen um Methoden persönliche Beziehungen zu etablieren, wieder auf zu bauen und auch zu beenden (siehe hierzu Mayer: S. 350))
- „Self management skills“ (unterstützt eine höhere Flexibilität des Verhaltens und der Reaktionen in schwierigen Situationen. Hierzu gehört auch die Eigenschaft der Selbstreflexion, die Fähigkeit Informationen zu teilen und die eigene Leistung zu verbessern)

Die Globalisierung macht im Management jedoch nicht nur die Ausbildung transkultureller Kompetenzen nötig, sondern hat auch Faktoren wie „increasing unemployment, changes in employment practices, ageing, downsizing“, als auch “demand for higher degree of participation and responsibility […], decentralization of production and services, outsourcing processes and employing virtual organisations” zur Folge, welche zu einem “mental overload” führen können.[19] Kommen dann noch transkulturelle Interaktionen, Konflikte, internationale Geschäftslagen, „pressures of speeded-up work, consumption and choice“,[20] oder der karrierebedingte Umzug in ein neues kulturelles Umfeld hinzu, sind gemäß Grey Stress und Überforderung kaum zu vermeiden.[21]

Auf den Einfluss der Leistungsgesellschaft bei der Entstehung von Stress und neuronaler Krankheiten, sowie auf Stress aus biologisch-psychologischer Sicht, auf den salutogenetischen Ansatz und genauer, auf das Kohärenzgefühl, als Faktor für die erfolgreiche Bewältigung von Stress, wird nun im Folgenden eingegangen.

3. Stress und Gesunderhaltung in der Leistungsgesellschaft

Der deutsche Philosoph Han (*1959) stellt fest, dass es sich bei der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts nicht mehr um eine Disziplinargesellschaft, wie noch von Foucault dargestellt handelt, welche vom Sollen und Nicht-Dürfen beherrscht und so auch produktiv war. Die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts ist vielmehr eine Leistungsgesellschaft, in welcher Arbeit nicht mehr als Leid empfunden werden soll[22] und welche sich immer mehr der Negativität des Zwangs entledige, wodurch schneller und effektiver gearbeitet werde. Vom negativen Sollen wird also zum positiven Können umgeschaltet, so bringt bspw. der „Kollektivplural der Affirmation Yes, we can […] den Positivitätscharakter der Leistungsgesellschaft zum Ausdruck“.[23] Wie Han jedoch auch erläutert, macht das Können das Sollen nicht rückgängig. Vielmehr stehen beide in einer Kontinuität, bei der das Können die Produktivität steigert, die durch das Sollen erreicht wurde. Beide Faktoren geraten aber in Konflikt, wenn der Mensch nicht mehr können kann. Daher wären die Leitkrankheiten der Leistungsgesellschaft nicht mehr viral oder bakteriell (da diese durch die Medizin sehr viel besser behandelt werden können), sondern vor allem neuronal bestimmt.[24] Stress kann bspw. durch akute Belastungen oder Kulturschock ausgelöst, ebensolche neuronalen Krankheitszustände wie Angststörungen, Depression,[25] Burn-out, Bluthochdruck und Herzinfarkt, oder auch Kopfschmerzen[26] bewirken oder verschärfen.

Biologisch wird Stress nach Selye als Reaktion des ganzen Organismus (Körper und Geist) auf Belastung und Anstrengung, also auf bestimmte Reize, die Stress hervorrufen und die er Stressoren oder Stressauslöser nennt, definiert.[27] Lazarus beschreibt darüber hinaus psychologischen Stress als eine bestimmte Art von Beziehung zwischen dem Individuum und der Umwelt, die von der jeweiligen Person als Belastung oder Überschreitung der eigenen Ressourcen bewertet wird und so die Gesundheit[28] gefährdet. Dabei stellt er die kognitive Bewertung und das Coping als Einflussfaktoren auf die Entstehung und Bewältigung von Stress dar, indem er beschreibt, dass Stress entsteht, wenn man ein bestimmtes Ereignis als belastend bewertet und, dass der Prozess mit welchem man auf belastende Ereignisse und damit einhergehende Emotionen reagiert ebenfalls Einfluss auf die Entstehung von Stress, als auch auf die erfolgreiche Bewältigung von diesem hat.[29]

Antonovsky, der Begründer des Konzeptes der Salutogenese,[30] geht in Anlehnung an Lazarus davon aus, dass die individuelle Gesundheit primär durch die Grundhaltung des Menschen gegenüber der Welt und des eigenen Lebens bestimmt wird.[31] So ist es möglich, dass Menschen mit ähnlichen externen Konditionen und physiologischen, sowie psychischen Voraussetzungen unterschiedliche individuelle Gesundheitszustände haben können.[32] Diese Grundhaltung wird im salutogenetischen Ansatz mit dem Kohärenzgefühl oder sense of coherence (SOC) operationalisiert. Die „Hauptthese des salutogenetischen Modells ist, daß [!] ein starkes SOC entscheidend für erfolgreiches Coping mit den allgegenwärtigen Stressoren des Lebens und damit für den Erhalt der Gesundheit ist“.[33] Das Kohärenzgefühl beschreibt demnach die Lebenseinstellung, welche in der individuellen Geschichte, den Erfahrungen und dem gegenwärtigen Erleben verwurzelt ist, wobei es nach Antonovsky vor allem ein Konzept der mentalen Gesundheit darstellt.[34] SOC umfasst drei Komponenten:

„1. Das Gefühle der Verstehbarkeit (Sense of comprehensibility) drückt ein kognitives Verarbeitungsmuster aus, welches die Fähigkeit beschreibt, die Welt als strukturiert und geordnet wahrzunehmen
2. Das Gefühl der Bewältigbarkeit (Sense of manageability) beschreibt die Überzeugung, dass schwierige Situationen lösbar sind. Es geht hierbei um den Glauben, die Mittel zu besitzen, Anforderungen bewältigen zu können. Dies wirkt einem Gefühl der Hilflosigkeit entgegen.
3. Das Gefühl der Sinnhaftigkeit bzw. der Bedeutsamkeit (Sense of meaningfulness) wurde von Antonovsky als wichtigste Komponente angesehen. Dem Leben wird mit positiven Erwartungen entgegengetreten und es wird als emotional sinnvoll angesehen. Die Anforderungen werden wahrgenommen, dass sie es wert sind, sich mit ihnen zu beschäftigen.“[35]

Erfahrungen die unvorhersehbar, unsicher und unkontrollierbar sind führen demnach zu einem schwachen SOC und werden mit abnehmender Gesundheit in Verbindung gebracht.[36] Das Kohärenzgefühl wird dabei maßgeblich im Kindesalter, laut Antonovsky in der ersten Dekade des Lebens, aufgebaut und bleibt danach weitestgehend stabil.[37] Da die Veränderungen der Lebenssituation, welche die Erfahrung von Menschen jedes Alters gestalten, oftmals nicht möglich ist, kann eine langfristige Modifikation des SOC im Jugend- oder Erwachsenenalter gemäß Antonovsky daher nur durch die Neuinterpretation von Erfahrungen und durch Maßnahmen oder Methoden erreicht werden, die „eine langanhaltende, konsistente Veränderung in den realen Lebenserfahrungen, die Menschen machen, erleichtert“.[38]

Die Ausbildung von Achtsamkeit mit meditativen Praktiken kann als eine solche Veränderung der Grundhaltung und eine Methode zur Neuinterpretation von Erfahrungen gelten, wie im sich anschließenden Kapitel offenbar (Kapitel 4), sowie anhand zweier exemplarisch ausgesuchter Praktiken (Kapitel 4.1 und 4.2) vertiefend dargestellt wird.

4. Zur Ausbildung von Achtsamkeit mit meditativen Praktiken

Achtsamkeit ist nach Kuhn und Weiser „eine besondere Form der Aufmerksamkeit“, und gleichzeitig universeller Natur, denn ihre Kultivierung ist Grundgedanke vieler Traditionen,[39] welche sich der Meditation oder kontemplativer Praktiken bedienen.[40] Meditationspraktiken zur Ausbildung von Achtsamkeit finden sich z.B. in den Weltreligionen,[41] können aber auch unabhängig von religiösen Überzeugungen oder Bekenntnissen angewendet werden (s. Kapitel 4.2).

Meditation wird im Duden mit den Bedeutungen „[sinnende] Betrachtung“ und „mystische, kontemplative Versenkung“ angegeben.[42] In der buddhistischen Tradition bedeutet Meditation darüber hinaus Geistesentfaltung (Pali: bhāvanā: Meditation, Geistesentfaltung, entfalten, herbeiführen, bewirken),[43] deren Zweck das Erlangen von Erkenntnis und die Befreiung von den Ursachen des Leidens, sowie vom Leid selbst ist.[44] Mit den Worten des Physikers und Philosophen Carl Friedrich von Weizsäcker wird darüber hinaus deutlich wie Meditation wirkt:

„Es ist ein Stillwerden des bewußten [!] Getriebes und es meldet sich, es zeigt sich etwas, was auch vorher immer da war. Überhaupt, man wird durch die Meditation kein anderer, sondern man wird der, der man immer gewesen ist. Aber dies zeigt sich so, daß [!] das, was wir normalerweise das Bewußtsein [!] nennen, anfängt, etwas davon zu spüren und dadurch dann auch verändert wird.“[45]

Hier zeigt sich, dass die Meditation sowohl einen Zustand („Stillwerden des bewußten [!] Getriebes“), als auch einen Prozess („dadurch dann auch verändert wird“) darstellt. Um den Prozess jedoch anzuregen und in diesem voran zu kommen, wird in allen meditativen Traditionen und Methoden die regelmäßige Praxis betont, denn eine mentale Entwicklung oder Veränderung der Persönlichkeit, wie sie oben von Weizsäcker beschrieben wird und zur Veränderung der Grundhaltung führt, kann sich nur durch regelmäßige Anwendung bzw. Übung entfalten.[46]

[...]


[1] Mayer, Claude-Hélène: The Meaning of Sense of Coherence in Transcultural Management. A salutogenetic Perspective on Interactions in a selected South African Business Organisation, (= Internationale Hochschulschriften, Bd. 563), Münster u.a. 2011, S. 107.

[2] Achtsamkeit als bestimmte mentale Einstellung wird in dieser Arbeit kursiv gekennzeichnet, sodass diese bestimmte Art der Aufmerksamkeit nicht mit dem umgangssprachlichen Gebrauch des Wortes verwechselt werden kann.

[3] Siehe hierzu bspw. das Kapitel „8.6 Neue Herausforderungen für Führungskräfte“ in Schreyögg, Georg und Koch, Jochen: Grundlagen des Managements. Basiswissen für Studium und Praxis, 2. Auflage, Wiesbaden 2012, S. 283-291.

[4] Bspw. Wenderoth, Andreas: Meditation. Manager üben sich im Meditieren, in: Die Zeit Online, 27.01.2011, http://www.zeit.de/karriere/beruf/2011-01/zen-rotarier (02.05.13).

[5] Vgl. o.V.: Yoga und Meditation für Manager, http://www.manager-im-kloster.de/seminare/yoga-meditation-manager.html (02.05.13).

[6] La Roche, Julia: Georgetown's Business School Will Now Offer A Meditation Class Inspired By Hedge Fund God Ray Dalio, in: Business Insider, http://www.businessinsider.com/georgetown-university-meditation-class-2013-4 (25.04.13).

[7] Welsch, Wolfgang: Transkulturalität. Zur veränderten Verfaßtheit heutiger Kulturen, S.1, http://www.forum-interkultur.net/uploads/tx_textdb/28.pdf (11.04.12).

[8] Welsch, Wolfgang: Transkulturalität – Die veränderte Verfassung heutiger Kulturen, S. 3, http://via-regia-kulturstrasse.org/bibliothek/pdf/heft20/welsch_transkulti.pdf (11.04.13).

[9] Welsch: Transkulturalität, S. 4.

[10] Nadig bezeichnet Transkulturalität daher auch als Produkt der Globalisierung. Siehe: Nadig, Maya: Transculturality in Progress. Theoretical and Methodological Aspects drawn from Cultural Studies and Psychoanalysis, in: Sandkühler, Hans Jörg und Stekeler-Weithofer, Pirmin (Hrsg.): “Transculturality – Epistemology, Ethics, and Politics” (=Philosophie und Geschichte der Wissenschaften. Studien und Quellen, Bd. 57), Frankfurt a.M. 2004, S. 9.

[11] Sandkühler, Hans Jörg: Pluralism, Cultures of Knowledge, Transculturality, and Fundamental Rights, in: Sandkühler, Hans Jörg und Stekeler-Weithofer, Pirmin (Hrsg.): “Transculturality – Epistemology, Ethics, and Politics” (=Philosophie und Geschichte der Wissenschaften. Studien und Quellen, Bd. 57), Frankfurt a.M. 2004, S. 81.

[12] Schwartz, Theodore: Anthropology and Psychology: an unrequited relationship, in: Schwartz, Theodore u.a. (Hrsg.): “New Directions in Psychological Anthropology”, Cambridge 1992, S. 324.

[13] Mayer: S. 91.

[14] Ebd.: S. 90-92.

[15] Schreyögg und Koch: S. 8.

[16] Ebd: S. 7-9.

[17] Die folgende Liste ist in abgewandelter Reihenfolge Mayer: S. 92-93 entnommen.

[18] o.V.: Transkulturelle Schlüsselkompetenzen, http://www.transkulturelles-portal.com/index.php/9 (12.04.13).

[19] Mayer: S. 78.

[20] Grey, Chris : A very short, fairly interesting and reasonably cheap book about Studying Organizations, 2. Aufl., London 2009, S. 121.

[21] Ebd.: S. 83.

[22] Schreyögg und Koch: S. 188.

[23] Han, Byung-Chul: Müdigkeitsgesellschaft, Berlin 2010, S. 18.

[24] Han: S. 5, 17-21.

[25] o.V.: Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen, http://www.icd-code.de/su-che/icd/code/F43.-.html?sp=SDepression (17.04.13).

[26] Shinn, Marybeth u.a.: Coping with job stress and burnout in the human services, in: Journal of Personality and Social Psychology, 46 (1984), H. 4, S. 865.

[27] Selye, Hans: Stress and the General Adaptation Syndrome, in: British Medical Journal, 1 (1950), S. 1383-1384.

[28] Gesundheit wird im Folgenden gemäß der Verfassung der World Health Organization (WHO) als „state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity” verstanden (o.V.: Constitution of the World Health Organization, 5. Aufl., 2006, http://www.who.int/governance/eb/who_constitution_en.pdf (09.04.13)).

[29] Lazarus, Richard S. und Folkman, Susan: Stress, Appraisal, and Coping, New York 1984, S. 19. Lazarus mach jedoch auch klar, dass bestimmte Umstände, wie Folter, Todesangst, Tod eines Angehörigen o.ä. von fast jedem Menschen als stressvoll bewertet werden (s. ebd.).

[30] Salutogenese meint im wörtlichen Sinn, die „Entstehung von Gesundheit“ und wurde als Konzept durch den Soziologen Aaron Antonovsky (1923–1994) ca. 1970 begründet (Bruland, Dirk und Schulz, Michael: Das Konzept der Salutogenese, in: Psych. Pflege Heute, Bd. 16 (2010), Heft 6, S. 289). Dabei wird die „Klassifizierung von Menschen als gesund oder krank“ in der salutogenetischen Orientierung in einem „multidimensionalen Gesundheits-Krankheits-Kontinuum“ gedacht. Das heißt, dass der tatsächliche Gesundheitszustand eines Menschen zwischen den diametralen Punkten der absoluten Gesundheit und der absoluten Krankheit zu lokalisieren ist, was nach Antonovsky verhindert, dass sich ausschließlich mit der Ursache von Krankheit (der Ätiologie) beschäftigt wird und dazu beträgt, auch andere Faktoren, bspw. das soziale Umfeld, Geschichte und Prägung des Einzelnen usw., zu berücksichtigen. In der Salutogenese wird also nach den Faktoren gefragt, welche dazu beitragen, dass die Position auf dem Kontinuum mindestens beibehalten und sich besser noch, in Richtung der absoluten Gesundheit verschiebt, was also gesund, bzw. gesünder macht und gesund hält. Siehe Antonovsky, Aaron: Salutogenese. Zur Entmystifizierung der Gesundheit (=Forum für Verhaltenstherapie und psychosoziale Praxis, Bd. 36), Tübingen 1997, S. 29-30.

[31] Mayer: S. 57.

[32] Antonovsky hatte das Konzept der Salutogenese entwickelt nachdem ihm bei der Datenanalyse einer Untersuchung über die Adaption von Frauen unterschiedlicher ethnischer Gruppen in Israel an die Menopause, an der auch Überlebende von Konzentrationslagern teilnahmen, auffiel, dass 29% der Konzentrationslagerüberlebenden eine gute psychische Gesundheit zuerkannt wurde. Bei der physischen Gesundheit verhielt es sich ähnlich. So fragte sich Antonovsky, warum ein Drittel der Teilnehmer der Studie, die die traumatische Erfahrung des Konzentrationslagers teilten (trotz dieser Erfahrung) als gesund eingestuft wurden und schlussfolgerte, dass das Kohärenzgefühl eine Hauptdeterminante für die individuelle Position auf dem Gesundheits-Krankheits-Kontinuum darstellen muss. Siehe Antonovsky: S. 15 und zur Studie ausführlicher Antonovsky: S. 71-89.

[33] Ebd.: S. 150.

[34] Mayer, Claude-Hélène und Boness, Christian: Concepts of health and well-being in managers: An organizational study, in: International Journal of Qualitative Studies on Health and Well-being, 6 (2011), Heft 4, http://www.ijqhw.net/index.php/qhw/article/view/7143/12896 (02.05.13).

[35] Bruland und Schulz: S. 289.

[36] Mayer und Boness: S. 3.

[37] Antonovsky räumt (wie auch Lazarus) ein, dass große Veränderungen im Leben oder der Umwelt, sowie traumatische Erlebnisse das SOC schwächen oder stärken können. Jedoch geht Antonovsky auch davon aus, dass es sich lediglich um eine Verschiebung des SOC um den Mittelwert handelt. Für eine dauerhafte Veränderung (Verbesserung) des Kohärenzgefühls seien dagegen bestimmte Voraussetzungen nötig, welche im Folgenden erklärt werden. Antonovsky: S. 118.

[38] Ebd.: S. 118-120.

[39] Als zentrales Prinzip östlicher Meditationswege wird Achtsamkeit religionswissenschaftlich auch als „Herz der buddhistischen Meditation“ beschrieben und ist ein bedeutendes Element aller unterschiedlichen buddhistischen Richtungen wie dem Theravada-, Zen- oder tibetischen Formen des Buddhismus. Siehe Michalak, Johannes; Heidenreich, Thomas und Williams, J. Mark G.: Achtsamkeit (= Fortschritte der Psychotherapie, Bd. 48), Göttingen u.a. 2012, S. 8.

[40] Kuhn, Eugenia und Weiser, Regina: Achtsamkeit und spirituelle Körperübungen, in: Belschner, Wilfried u.a. (Hrsg.): „Achtsamkeit als Lebensform“ (= Psychologie des Bewusstseins. - Texte - , Bd. 6), Hamburg 2007, S. 106.

[41] Siehe hierzu ausführlich Engel, Klaus: Meditation: Geschichte, Systematik, Forschung, Theorie, 2. Aufl., Frankfurt am Main u.a. 1999, S. 17-96.

[42] o.V.: Meditation, http://www.duden.de/rechtschreibung/Meditation (04.04.13).

[43] Schoenwerth, Christine: Einführung in die Vipassan ā-Samatha-Meditation in der Frühbuddhistischen Lehre, in: Yāna. Zeitschrift für Frühbuddhismus und religiöse Kultur auf buddhistischer Grundlage, 53 (2000), Heft 1, S. 8-9.

[44] Piron: S. 42-43.

[45] Weizsäcker, Carl Friedrich von: Der Garten des Menschlichen. Beiträge zur geschichtlichen Anthropologie, 2. Aufl., Wien 1992, S. 534.

[46] Piron: S. 18.

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Titel: Das Potenzial meditativer Ausbildung von Achtsamkeit für die Herausforderungen von transkulturellem Management