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Selbstgesteuertes Lernen in der Projektarbeit bei der praktischen Physiotherapieausbildung

Akademische Arbeit 2014 23 Seiten

Physiotherapie, Ergotherapie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung und Begründung des Themas

1.Begründung der Themenwahl

2.Begriffserklärung
2.1 Lernen
2.2 Lernmotivationen
2.3 Selbstgesteuertes Lernen

3. Projektmethode
3.1.Das Projekt
3.2 Projektvorbereitungen
3.3 Projektdurchführung

4.Zusammenfassung

5.Abbildungsverzeichnis

6.Quellenverzeichnis

7.Anhang
7.1.Projektthema

Aus Gründen der Vereinfachung und besseren Lesbarkeit wird die männliche oder die weibliche Form verwendet. Darin ist das jeweils andere Geschlecht stets mit einbezogen.

Einleitung und Begründung des Themas

Die Ausbildung zum Physiotherapeuten ist immer noch sehr begehrt. Nach wie vor bewerben sich viele Jugendliche an den Berufsfachschulen für Physiotherapie, um diesen medizinischen Beruf zu erlernen.

Wer mit seinem Ehrgeiz und Streben überzeugen konnte und einen der begehrten Ausbildungsplätze belegen kann, wird bis zur Ausübung seines Berufswunsches weiterhin viel Ansporn für das Lernen benötigen. Denn drei Jahre können sehr lang sein.

Jeder Auszubildende sollte in dieser Zeit von dem Bestreben getragen werden, bis zum erfolgreichen Abschluss durchzuhalten, um dann den erwünschten Beruf des Physiotherapeuten ausüben zu dürfen. Jedoch ist zu beobachten, dass viele Absolventen den Beruf des Physiotherapeuten nur kurzzeitig ausüben oder Auszubildende ihre Ausbildung bereits vorzeitig abbrechen bzw. ganz ausscheiden.

Während der Ausbildungszeit sind zwei- bis sechswöchige Einsätze in verschiedenen therapeutischen Einrichtungen vorgesehen, um die in der Fachschule vermittelten theoretischen Kenntnisse praktisch umzusetzen. Allerdings ist für den Schüler ein Zusammenhang von Praxis und Theorie nicht immer erkennbar. Deshalb ist eine Kooperation von Schule und Praxiseinrichtung von besonders hoher Bedeutung.

Die Entscheidung, mich in der vorliegenden Arbeit mit dem Thema „selbstgesteuertes Lernen“ auseinanderzusetzen, liegt in der aktuellen Bedeutung der pädagogischen Auseinandersetzung über die Motivation beim Lernen begründet. Zumal wiederholt wahrzunehmen ist, dass unter anderem das Interesse der Auszubildenden am Lernen abnimmt, was wiederum ein ernst zu nehmendes Problem in der Praxis darstellt. Meine bisherigen Erfahrungen, als Physiotherapieschülerin, Physiotherapeutin und Mutter eines Auszubildenden, waren in Bezug auf eine gute Theorie-Praxis-Vernetzung eher mangelhaft.

Meiner Meinung nach wurden und werden die Lernenden während des Theorie- PraxisTransfers häufig alleine gelassen. Nach wie vor erhalten sie von der Schule keine konkreten Praxisaufträge für die einzelnen Einsätze.

Mein persönliches Ziel ist es daher, die Schülerinnen und Schüler in diesem Transfer in- tensiv zu unterstützen. Aus den genannten Gründen erachte ich als zukünftige Praxisanleit- erin das Selbstgesteuerte Lernen als besonders relevant für meine spätere Arbeit mit Aus- zubildenden.

1.Begründung der Themenwahl

„Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.“ Galileo Galilei

Aus pädagogischer Sicht existiert eine hohe Anzahl diverser Lehr- und Lerntheorien. Ihr Hauptaugenmerk liegt häufig auf unterschiedlichen Schwerpunkten. Einige Lehr- und Lerntheorien zielen hauptsächlich darauf ab, dem Lernenden eine Fülle von Informationen anzubieten. Moderne Unterrichtsmethoden des Lehrens zielen hingegen verstärkt auf die aktive Lernförderung von Auszubildenden ab. Dabei wird versucht, den Frontalunterricht durch selbständige Arbeitsformen zu ersetzen. Neueste Auffassungen verstehen den Lern- prozess als einen aktiven Aufbau der Selbstorganisation zur Wissensaneignung der Schü- ler. Die vorliegende Hausarbeit über das Thema „Selbstgesteuertes Lernen“ wird sich zu- nächst der Klärung von Begriffen wie Lernmotivation und Lernen widmen, um nachfol- gend auf eine Methode zur Förderung des selbstgesteuerten Lernens, den Projektunterricht, besonderes einzugehen.

2.Begriffserklärung

2.1 Lernen

Folgende Definitionen helfen zunächst zu klären, was „Lernen“ im Kontext meiner Arbeit, bedeutet. Denn obwohl dieser Terminus im alltäglichen Sprachgebrauch wie selbstver- ständlich Verwendung findet, verfügt er über einen spezifischen Bedeutungscharakter: „Lernen ist ein Vorgang, in dem ein Mensch durch eine Erfahrung in einer konkreten Situ- ation eine innere Bereitschaft (Potenzial, Disposition) aufbaut und in einer erneuten oder ähnlichen Situation eine anhaltende Änderung im Verhalten zeigt“ (Matthias Elzer, 2007, S.89).

(Birte Mensdorf 2010, 40) beschreibt Lernen als:

„Lernen führt zum Erwerb neuer Fähigkeiten, Fertigkeiten oder Einstellungen. Aus dem Lernen muss eine situationsgemäße Handlungsfähigkeit erwachsen“.

Demzufolge steht beim Lernen die Erfahrung neuer Handlungsmöglichkeiten bzw. die Anpassung bereits vorhandener Kompetenzen im Vordergrund. Diese Adaptionsmöglichkeiten basieren auf neuen Erfahrungen, die den Lernenden zu bestimmten Handlungsoptionen befähigen. Im Bezug auf ein physiotherapeutisches Praktikum lässt sich dieser Vorgang übertragen. Durch Anleitung und Hospitation werden die Auszubildenden in konkreten Situationen dazu befähigt, bestimmte Therapiemaßnahmen durchzuführen. Voraussetzung dafür ist die innere Bereitschaft zum Lernen. Daher soll an dieser Stelle auf die Lernmotivation eingegangen werden, wie Mensdorf bereits betont.

2.2 Lernmotivationen

Folgt man Birte Mensdorf weiter, so werden zum Begriff der Lernmotivation folgende Aussagen getroffen:

„Lernmotivation ist ein Ergebnis der Leistungsmotivation und eng verknüpft mit dem Grad der Erreichbarkeit sowie dem Anreiz und dem Neuigkeitsgehalt einer Aufgabe“ (Mensdorf (2010, 44).

Stellt eine Herausforderung ein nicht zu überwindbares Hindernis dar, sinkt auch die Motivation. Ähnlich verhält es sich in Bezug auf den Neuigkeitswert. Ist dieser zu gering sinkt unter Umständen auch die Motivation. Beide Phänomene sind bei der Anleitung von Auszubildenden zu beobachten.

2.3 Selbstgesteuertes Lernen

Selbstgesteuertes Lernen ist eine Lernform, bei der der Lernende abhängig von der Art der Lernmotivation selbstbestimmt Steuerungsmaßnahmen (meta-)kognitiver, volitionaler oder verhaltensmäßiger Art ergreift und den Fortgang des Lernprozesses selbst (metakognitiv) überwacht, reguliert und bewertet (Konrad/ Traub 1999, S. 13).

Beim selbstgesteuerten Lernen ist der Schüler zugleich Lehrender. Er beeinflusst selbst aktiv die einzelnen Phasen seiner Lerntätigkeit. Wenn die Lernenden noch ungeübt beim selbstgesteuerten Lernen sind, ist es zunächst noch notwendig, die Lernschritte durch Instruktion aufzubauen (vgl. Klemme 2012).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Vorteile des selbstgesteuerten Lernens, eigene Darstellung

Es liegt bereits eine Vielzahl von Methoden zur Förderung des selbstgesteuerten Lernens vor. Um den Umfang meiner Facharbeit nicht zu übersteigen, möchte ich exemplarisch nur drei von ihnen nennen und die Projektmethode im nächsten Kapitel näher beschreiben

- Lernschleife
- Freiarbeit
- Projektmethode

3. Projektmethode

Der Begriff des Projekts wird von dem lateinischen Wort ,,proicere" abgeleitet werden, das vorwerfen, entwerfen, hinauswerfen bedeutet. Methode steht für „Art und Weise eines Vorgehens“. Karl Frey beschreibt die Projektmethode sehr treffend. Er teilt den Ablauf eines Projekts in fünf Abschnitte ein: Initiative, Auseinandersetzung, Entwicklung, Durch- führung, Abschluss, Fixpunkte und Metainteraktion. Für ihn sind die wichtigsten Kennzei- chen eines Projekts, dass eine Gruppe von Lernenden ein Thema bearbeitet. Bedeutend ist dabei, dass die Gruppe das Gebiet selbständig mit ausgewählt hat. Zum Anderen plant die Gruppe ihre Aufgaben und Arbeiten selbständig und führt sie auch aus. Die Lerngebiete des Projektes entstammen dem Erfahrungsbereich der Schüler. Der Anlass sollte eine aktu- elle Begebenheit außerhalb der jeweiligen Bildungssituation sein. Am Schluss steht oft ein sichtbares Produkt. Außerdem erstreckt sich das Projekt in der Regel über einen festgeleg- ten Zeitraum, der wiederrum häufig in kleinere Etappen eingeteilt ist. Diese Etappen stel- len Ziele dar, welche in einer bestimmten Zeit erreicht werden müssen. Häufig werden diese in der Projektarbeit als Meilensteine bezeichnet. Weitere Kennzeichen sind die Ver- ständigung über geplante Betätigungen, die Entwicklung des genauen Betätigungsfeldes, sowie dass nach einer Phase der verstärkten Aktivität das Projekt zu einem sinnvollen Ab- schluss geführt wird (vgl. Karl Frey, 2012).

Bei der Projektarbeit bearbeiten die Auszubildenden selbständig ein berufsbezogenes Praxisprojekt von der Planung über die Durchführung bis hin zur Präsentation des Resultates. Kührt hat dazu mehrere Kriterien formuliert, welche für den Projektunterricht von Bedeutung sind. Zum einen sollte der Ausgangspunkt jeder Projektarbeit vorrangig ein „span- nendes Problem sein, welches die Projektgruppe beschäftigt“ (Kührt 2011). Zum anderen besteht das Ziel des Projektes darin, eine neue Erkenntnis zu formulieren bzw. zu erlangen. Des Weiteren ist es wichtig, das die Problemlösung ausschließlich durch die Projektgruppe erfolgt, was nach Kührt auch die Lenkung, Koordination und Organisation der erforderlichen Recherchearbeiten einschließt. Er weist darauf hin, dass „Praxisanleiter und andere Personen (…) nur flankierend tätig sein [dürfen]“ (Kührt 2011) und meint damit unter anderem Hilfeleistungen, Unterstützungsarbeiten und Beratung.

Als abschließendes Kriterium wird ein festgesetzter Endzeitpunkt für das Projekt benannt.

Weiterfolgend werden von Kührt mehrere Stufen der Projektarbeit formuliert, von denen nach Meinung der Autorin der vorliegenden Arbeit drei Etappen für den Praktikumseinsatz im Krankenhaus umsetzbar sind.

Für den Praktikumseinsatz im Krankenhaus sind meiner Meinung nach drei Varianten bzw. Stufen von Projektarbeit praktikabel:

1. Kleine Projekte: Projektauftrag mit überschaubarer Zielsetzung über einen kurzen Zeitraum Angewandt auf die Arbeit mit auszubildenden Physiotherapeuten würde diese z. B. ein Zeitraum von einem Tag sein und zwei bis drei Schüler einschließen, welche ein Krank- heitsbild recherchieren und präsentieren. Eine Projektleitung ist in diesem Fall nicht not- wendig.

2. Mittlere Projekte (wöchentliche Vorhaben mit gesamter Schülergruppe, die eine Projektorganisation und -Steuerung erfordern) Übertragen auf die physiotherapeutische Arbeit kämen hier beispielsweise das von der Autorin durchgeführte Projekt zum demografischen Wandel im Krankenhaus aber auch Behandlungsmethoden wie Schlingentisch oder Bewegungsbad in Frage.

3. Große Projekte mit Schulunterstützung (Projektauftrag für den gesamten Praktikumszeitraum) Insbesondere die Durchführung großer Projekte zwingt automatisch zu Arbeitsformen, die sich im Rahmen des Projektmanagements entwickelt haben:

- Organisationsplan
- Arbeitsplan
- Zeitplan

[...]

Details

Seiten
23
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656852087
ISBN (Buch)
9783656852094
Dateigröße
1.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v284937
Note
1
Schlagworte
Lernen; Lernmotivation; Selbstgesteuertes Lernen; Projektarbeit; Prakisanleiter

Autor

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Titel: Selbstgesteuertes Lernen in der Projektarbeit bei der praktischen Physiotherapieausbildung