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Eine Betrachtung des American Football aus historischer, taktischer und trainingspraktischer Sicht

Studienarbeit 2014 35 Seiten

Sport - Sportarten: Theorie und Praxis

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historische Entwicklung des American Football
2.1 Entstehung in den USA
2.2 Entwicklung in Deutschland
2.3 Entwicklung in Europa

3 Die Grundlagen
3.1 Das Spielfeld
3.2 Der Spielablauf
3.3 Die Spielzeit
3.4 Die Schiedsrichter

4 Die Mannschaftsteile
4.1 Offense
4.2 Defense
4.3 Special Teams
4.4 Trainerteam

5 Taktische Strategien
5.1 Angriffsformationen
5.2 Verteidigungsformationen

6 Periodisierung

7 Fazit

8 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

American Football hat sich über viele Jahre zu einer der beliebtesten Sportarten der Vereinigten Staaten von Amerika entwickelt. Aufgrund der großen Medienpräsenz hat sie auch weltweit an Popularität gewonnen. Zur Beliebtheit hat beigetragen, dass Sportler[1] mit unterschiedlichsten körperlichen Voraussetzungen den Football-Sport ausüben können. Dieser Sport besticht durch seine Komplexität und Vielschichtigkeit. Neben den unzähligen Regeln und Richtlinien ist American Football vor allem von der Taktik geprägt.

Ziel dieser Arbeit ist eine umfangreiche Betrachtung des American Football aus historischer, taktischer sowie trainingspraktischer Sicht.

Dazu werden die Anfänge und Entwicklungen dieses Sports behandelt, beginnend bei der Entstehung in den USA über die Anfänge in Deutschland bis hin zur Entwicklung des American Football in Europa. Anschließend erfolgt ein umfassender Einblick in die grundlegenden Regeln und Abläufe. Im weiteren Verlauf erfolgt die Darstellung einer vollständigen American Football-Mannschaft und deren einzelner Mannschaftsteile. Darüber hinaus wird auf die wesentlichen taktischen Vorgehensweisen dieser einzelnen Bereiche eingegangen. Abschließend wird der Periodisierung einer Football-Saison besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Im Fazit der Studienarbeit werden die dargestellten Themen und die daraus resultierenden Erkenntnisse zusammengefasst.

2 Historische Entwicklung des American Football

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung des American Football. Zunächst wird die Entstehung der Sportart in den Vereinigten Staaten von Amerika beschrieben. Anschließend folgt ein Einblick in die Entwicklung der Sportart in Deutschland sowie Europa.

2.1 Entstehung in den USA

Der Ursprung des Football-Sports liegt weit in der vorchristlichen Zeit zurück. Die erste Form dieses Sports entstand im Jahr 1055 in England. Ein Brite benutzte den Totenschädel eines gefallenen dänischen Soldaten, um diesen über den Boden zu schießen. Bereits nach kurzer Zeit übte eine Vielzahl britischer Soldaten diese Beschäftigung aus. Da Totenschädel sehr hart waren und das neue Spiel zum Teil große Schmerzen verursachte, wurde schon bald nach Alternativen gesucht. Später wurden aufgeblasene Kuhmägen zur Ausübung dieses Spiels genutzt. So wurde nicht nur die Härte des Spielgeräts verändert, sondern auch die Bedenken der Kirche bezüglich des Missbrauchs der Totenschädel beachtet. Schon damals war es das Ziel, den als Ball genutzten Kuhmagen in eine bestimmte Zone zu befördern. Das Spiel wurde in der Folgezeit jedoch verboten, um die Einsatzbereitschaft der Soldaten zu gewährleisten. Folglich war eine Weiterentwicklung des Spiels einige Zeit nicht möglich. Im 17. Jahrhundert erfuhr dieser Sport seine Rückkehr mit dem ersten richtigen Reglement.

Im Jahr 1823 kam es zu einem bahnbrechenden Ereignis, das dieses Spiel revolutionieren sollte. In einem College-Fußballspiel in der Stadt Rugby kam es zu einem groben Regelverstoß. Ein Schüler rannte während des Spiels mit dem Ball in den Händen in das gegnerische Tor. Der Verstoß sorgte für große Empörung bei den Zuschauern. Im Nachhinein wurde auf diese Weise der erste Touchdown erzielt und die Entstehung einer neuen Sportart eingeläutet. Im Jahr 1871 wurde der erste Verband für den Rugby-Sport gegründet. Nach ersten Spielen zwischen britischen Universitäts-Mannschaften wurde der Sport auch in den USA bekannt. Rugby wurde in den USA in den ersten Jahren mit unterschiedlichen Regeln ausgeübt, was teilweise zu Unmut und Missverständnissen führte. Mit der Gründung des ersten amerikanischen Verbandes im Jahr 1876 erfolgte ein einheitliches Regelwerk.

In den darauffolgenden Jahren entfernte sich der Sport immer mehr vom ursprünglichen Rugby-Sport. Mit den zahlreichen Regeländerungen veränderte sich über Jahre nicht nur das Spiel, sondern auch der Name hin zum American Football. Ein Geburtsjahr des American Football lässt sich allerdings nicht festlegen – es war eine Entwicklung über mehrere Jahre, die diesen Sport entstehen ließ (vgl. Bowy et al., 1992, S. 13ff.). Im Unterschied zu anderen Sportarten handelt es sich bei diesem Sport somit um kein erfundenes Spiel (vgl. Kilic, 2006, S. 13).

In der Folgezeit prägte Brutalität das Spiel, das zudem immer mehr aus Taktik bestand. Viele Zuschauer besuchten die Spiele vorwiegend, um brutale Kämpfe zu erleben. Diese bedenkliche Entwicklung sorgte dafür, dass sogar der damalige amerikanische Präsident „Th. Roosevelt“ auf die gewaltsamen Geschehnisse aufmerksam wurde. Gravierende Regeländerungen waren die Folge und gaben den Weg zum professionellen Sport vor. Erste Mannschaften bezahlten Spieler dafür, für sie zu spielen und hatten damit Erfolg. Die Versuche, eine professionelle Liga zu gründen, scheiterten aber über viele Jahre, sodass sich der Football-Sport im Jahr 1920 in einem völligen Durcheinander befand. Es fehlte in allen Bereichen an Organisation. Spieler konnten zu jeder Zeit den Verein wechseln, und Spielpläne waren nicht einheitlich geregelt. Am 17. September 1920 wurde dann aber die „American Professional Football Association (APFA)“ gegründet, wodurch Ordnung in den Sport gebracht werden sollte. Aus dieser Liga wurde im April 1922 die „National Football League (NFL)“ (vgl. Bowy et al., 1992, S. 16ff.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Entwicklung des Logos der National Football League (NFL) [2]

Die Popularität nahm über die Jahre zu, und ab dem Jahr 1939 wurde Football auch vom Fernsehen übertragen. In den folgenden Jahren wurden immer mehr Spiele gezeigt. Ab dem Jahr 1960 wurde das Fernsehen zu einem erheblichen Faktor. Die Liga verdiente mit Übertragungsrechten Geld in Millionenhöhe. American Football rückte weiter in den Vordergrund der Öffentlichkeit und die NFL wurde zu einer der einflussreichsten Sport-Organisationen der Welt. Bis heute genießt die Liga ein hohes Ansehen und eine riesige weltweite Popularität (vgl. Bowy et al., 1992, S. 21ff.).

2.2 Entwicklung in Deutschland

In Deutschland begann die Ära des American Football im Jahr 1977 in Frankfurt. Zwei sportbegeisterte junge Männer hatten die Idee zur Gründung einer ersten Football-Mannschaft. Kurze Zeit später gründeten sie den ersten Verein, die „Frankfurt Löwen“, und waren somit die Wegbereiter für diesen amerikanischen Sport in Deutschland. Die ersten Spiele wurden gegen vor Ort stationierte US-Militärmannschaften ausgetragen. In den folgenden Jahren erschienen weitere Vereine aus Düsseldorf, Berlin, München, Ansbach und Bremen. Diesen zahlreichen Teams folgte im März 1979 der erste Verband, der „American Football Bund Deutschland (AFBD)“, der ein organisiertes Spielen ermöglichen sollte. In der ersten Saison konnten die „Frankfurt Löwen“ den Titel des deutschen Meisters für sich erringen. Aufgrund von Meinungs-Verschiedenheiten zwischen den Vereinen, wurde ein zweiter Verband gegründet, der „American Football Verband (AFV)“. Beide Verbände spielten mit jeweils acht Vereinen in ihrer Liga. Ein wichtiges Ereignis für den deutschen Football-Sport stellte das erste Länderspiel im Jahr 1981 gegen Italien dar. Daraufhin kam es den deutschen Vereinen vermehrt darauf an, die besten deutschen Spieler in ihren Mannschaften zu haben. Bis zum Jahr 1986 verringerte sich die Zahl der zulässigen eingesetzten US-Amerikaner pro Spielzug von fünf auf lediglich zwei Spieler. Diese Veränderung führte dazu, dass hauptsächlich deutsche Spieler eingesetzt wurden.

Im Oktober 1982 kam es, infolge der Auflösung des „American Football Bund Deutschland“, zum Zusammenschluss nahezu aller deutschen Vereine in einem gemeinsamen Spielbetrieb. Der neue übergeordnete Verband, der den Zusammenschluss ermöglichte, war der „American Football Verband Deutschland (AFVD)“. Heute besteht der Verband aus mehreren Landesverbänden, die eine reibungslosere Organisation gewähren. Ab der Saison 1984 schlossen sich ausnahmslos alle Vereine dem gemeinsamen Verband an (vgl. Bowy et al., 1992, S. 33ff.).

Nach der Gründung der gemeinsamen Liga erfuhr der deutsche Football-Sport immer mehr Interesse und Popularität. Heute gilt Deutschland nach den USA als stärkste Football-Nation (vgl. Meier, 2000, S. 122). Insbesondere die Zuschauerzahlen bei Spitzenspielen und dem Meisterschaftsfinale belaufen sich auf bis zu 10.000 Personen (vgl. Brinke Kränzle, 2012, S. 96f.). Ein wichtiger Schritt war die Umbenennung der Bundesliga in die „German Football League (GFL)“ im Jahr 1999 (vgl. Meier, 2000, S. 123). Die Namensänderung wurde aus Gründen der Kommerzialisierung in Anlehnung an die so populäre amerikanische „National Football League“ durchgeführt (vgl. Brinke Kränzle, 2012, S. 99). Dies hatte auch Modifikationen im Spielsystem zur Folge. Die zwölf zugehörigen Vereine spielten in zwei Gruppen, die in den Norden und den Süden aufgeteilt wurden. Im Anschluss folgten die „Play Offs“ bis hin zum Endspiel um die deutsche Meisterschaft. Trotz einer hohen Anzahl an Spielen handelte es sich im Football-Sport außerhalb der USA um einen Amateur-Sport (vgl. Meier, 2000, S. 123). Wie es auch in den meisten anderen deutschen Sportarten der Fall ist, folgt der „GFL“ ein Unterbau von sechs weiteren Leistungsklassen – die zweite Bundesliga, die Regionalliga, die Verbandsliga, die Landesliga, die Bezirksliga und die Aufbauliga (vgl. Bowy et al., 1992, S. 37).

Eine Sternstunde des deutschen Football-Sports war die Verpflichtung des deutschen Football-Spielers Sebastian Vollmer durch ein Team aus der NFL. Im Jahr 2009 wechselte Sebastian Vollmer zu den „New England Patriots“ und schaffte es bereits im darauffolgenden Jahr in die Startaufstellung und bis heute sogar zu den Leistungsträgern des NFL-Teams. Vollmer ist der erste deutsche Football-Spieler, der sich in der weltbesten Football-Liga durchgesetzt hat (vgl. Brinke Kränzle, 2012, S. 99).

2.3 Entwicklung in Europa

In Europa war Deutschland der Wegbereiter des American Football. Es folgten viele weitere europäische Länder (England, Österreich, Frankreich, Niederlande, Schweiz, Finnland), die diesen amerikanischen Sport für sich entdeckten. Es war erforderlich, einen europäischen Verband zu gründen, der den europaweiten Kontakt der Landesverbände vereinfachen sollte. Im Jahr 1982 wurde die Organisation „American Football European Federation (AFEF)“ gegründet. Aus ihr entstand drei Jahre später die „European Football League (EFL)“. Sie stellt bis heute den Dachverband der europäischen Football-Nationen dar (vgl. Bowy et al., 1992, S. 41f.).

Im Jahr 1991 versuchte die NFL gemeinsam mit dem Fernsehsender „Fox TV“, dem Football-Sport in Europa zu mehr Ansehen zu verhelfen. Mit der Gründung der „World League of American Football (WLAF)“ versuchten sie dem Football-Sport mehr Popularität zu verschaffen. Es spielten sieben amerikanische und drei europäische Vereine in dieser Liga, die jedoch bereits nach zwei Jahren, aufgrund von hohen wirtschaftlichen Verlusten, eingestellt wurde (vgl. Brinke Kränzle, 2012, S. 104). Im Jahr 1995 startete die Liga zum zweiten Mal und trug ab der Saison 1998 den Namen der „NFL Europe League (NFL EL)“. Bei diesem zweiten Anlauf bestand das Teilnehmerfeld ausschließlich aus europäischen Mannschaften. Die „NFL Europe League“ umfasste zu Beginn sechs Teams, von denen die Hälfte aus Deutschland kam (Frankfurt Galaxy, Rhein Fire Düsseldorf, Berlin Thunder). Dies unterstreicht noch einmal die in Kapitel 2.2 beschriebene Stellung des deutschen Football-Sports (vgl. Meier, 2000, S. 60).

Die Liga wurde aber nicht nur eingerichtet, um den Sport in Europa voranzubringen, gleichzeitig erhoffte sich die NFL vielversprechende junge Talente testen zu können (vgl. Brinke Kränzle, 2012, S. 104). Die amerikanischen Vereine gaben jährlich einige ihrer Spieler nach Europa ab. Sie sollten Spielpraxis sammeln oder sich entscheidend weiterentwickeln. Wer sich in Europa durchsetzen konnte und eine tragende Rolle spielte, hatte sehr gute Aussichten, von einem NFL-Team unter Vertrag genommen zu werden. Die Mannschaften der „NFL Europe League“ setzten sich aus 35 amerikanischen und acht europäischen Spielern zusammen. Die US-Spieler durften jedoch höchstens vier Jahre in Europa unter Vertrag stehen. Diese Vorschrift hatte regelmäßige neue Zusammenstellungen der Mannschaften zur Folge. Ein langfristiger kontinuierlicher Aufbau eines Teams war dadurch nicht möglich (vgl. Meier, 2000, S. 61f.).

Die „NFL Europe League“ hatte bis zum Sommer 2007 bestand. Aus überwiegend finanziellen Gründen wurde der Ligabetrieb nach 15 Spielzeiten letztendlich eingestellt. American Football hat sich allerdings längst zu einer etablierten Sportart entwickelt. Besonders die Zuschauerzahlen der deutschen Mannschaften in der europäischen Liga zeigen das Interesse der Menschen an dieser Sportart (vgl. Brinke Kränzle, 2012, S. 104). Die in Abbildung 2 dargestellten hauptsächlich deutschen Teilnehmer sowie Titelträger der Endspiele der „NFL Europe League“ stellen die Etablierung dieses Sports, insbesondere in Deutschland, unter Beweis.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Ergebnisse der Endspiele der „NFL Europe League“ von 1998 bis 2007 [3]

Das steigende Interesse für die Liga zeigten auch die Übertragungen der Endspiele. Der sogenannte „World Bowl“, angelehnt an den weltberühmten amerikanischen Super Bowl, füllte ganze Stadien und wurde in fast alle Länder der Welt übertragen (vgl. Meier, 2000, S. 68ff.).

3 Die Grundlagen

American Football ist ein einfach zu verstehender Sport, sobald die Grundzüge und die entsprechenden Begriffe kennengelernt wurden (vgl. Bowy et al., 1992, S. 50). Im folgenden Kapitel werden die wesentlichen Grundlagen zum Spielfeld, dem Spielverlauf, der Spielzeit und dem offiziellen Strafen- und Wertungssystem erläutert.

3.1 Das Spielfeld

Das Spielfeld beim American Football unterscheidet sich von den Feldern anderer Sportarten. Kein anderer Sport hat ein Spielfeld mit so vielen Linien und Markierungen. Die Amerikaner haben ihm aufgrund der vielen Linien den Spitznamen „Gridiron“ (Bratrost) gegeben (vgl. Brinke Kränzle, 2012, S. 16).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Aufbau eines American-Football-Spielfeldes [4]

Das Spielfeld hat eine Breite von 50 Metern und eine Länge von 120 Metern. Die letzten 10 Meter auf beiden Seiten des Spielfeldes sind die sogenannten Endzonen. Ziel beider Mannschaften ist es, den Ball in die jeweilige Endzone der gegnerischen Mannschaft zu befördern. Zur besseren Orientierung ist die Länge des Feldes in zwölf jeweils zehn Meter lange Zonen eingeteilt. Die Linie zur Endzone ist die Goalline, und die Mittellinie wird „50-Meter-Linie“ genannt. Die Seitenauslinien, die das Feld begrenzen, gelten bereits als außerhalb des Spielfeldes. Die Goalline zählt zudem bereits zur Endzone. Ein Spieler befindet sich in ihr, sobald er die Linie oder den darüber liegenden Luftraum betritt. Erreicht ein Spieler die Endzone, erzielt er einen Touchdown (vgl. Bowy et al., 1992, S. 51). Am jeweiligen Ende der Endzonen befinden sich zwei Torstangen, durch die sich Punkte durch Strafstöße erzielen lassen. Die Querlatte befindet sich in einer Höhe von 3,05 Metern. Die Torstangen sind auf dieser Querlatte in einem Abstand von 5,64 Metern angebracht und haben mindestens eine Länge von 9,14 Metern (vgl. Faust Hederer, 2000, S. 15). In Deutschland variiert der Abstand der Torstangen zwischen 5,55 Metern und 7,30 Metern (vgl. Brinke Kränzle, 2012, S. 16). Das Spielfeld besteht außerdem aus Teamzonen, in denen sich die Trainer und die Reservespieler aufhalten. Mindestens zehn Meter hinter der Seitenlinie befinden sich in der Teamzone die Spielerbänke. Durch diese Entfernung sollen Verletzungen mit aus dem Feld herauslaufenden Spielern vermieden werden. Die Teamzonen sind zumeist auf beiden Seiten angelegt. Die Heimmannschaft kann jedoch entscheiden, dass beide Zonen auf der gleichen Seite nebeneinander liegen sollen. Eine weitere wichtige Linie ist die Line-of-Scrimmage. Diese Linie verläuft parallel zu den Linien der einzelnen Spielzonen und stellt die Stelle des Balles vor Beginn eines Spielzuges dar. Die Offensive und die Defensive stehen sich jeweils an dem entsprechenden Ende des Balles gegenüber. Zwischen ihnen befindet sich eine neutrale Zone über die gesamte Breite des Feldes. Außer dem Spieler, der den Ball ins Spiel bringt, darf sich kein weiterer Mit- und Gegenspieler in dieser Zone aufhalten (vgl. Bowy et al., 1992, S. 51f.).

3.2 Der Spielablauf

Jedes American Football-Team besteht aus einer Angriffsmannschaft, der Offense, und einer Verteidigungsmannschaft, der Defense. Beide Mannschaftsteile bestehen aus jeweils elf Spielern. Die Offense versucht den Ball so weit wie möglich zur gegnerischen Endzone zu tragen. Die Defense hat die Aufgabe, den Gegner von der eigenen Endzone fernzuhalten und im besten Fall den Ball zu erobern. Während eines Spielzuges steht jeweils nur ein Mannschaftsteil der beiden Teams auf dem Platz. Bei Unterbrechungen der Spielzeit dürfen unbegrenzt viele Spielerwechsel durchgeführt werden.

Das Spiel beginnt mit dem Kickoff an der „35-Meter-Linie“ der anstoßenden Mannschaft. Der Ball wird vom „Kicker“ in die Hälfte des gegnerischen Teams geschossen und vom Gegner aufgenommen. Der ballführende Spieler versucht möglichst nah an die gegnerische Endzone zu laufen. Wird der Spieler gestoppt, beginnt ab dieser Stelle das eigentliche Spiel (vgl. Brinke Kränzle, 2012, S. 19f.).

Die angreifende Mannschaft hat vier Versuche, um einen Raumgewinn von zehn Metern zu erreichen. Nach einem Vorstoß von mindestens zehn Metern, beginnt die Mannschaft wieder mit dem ersten Versuch. Diese Versuche, einen Raumgewinn zu erzielen, werden Downs und der Erstversuch entsprechend First Down genannt. Nach vier erfolglosen Downs erhält das gegnerische Team den Ball und hat selbst die gleiche Anzahl an Versuchen (vgl. Bowy et al., 1992, S. 52).

[...]


[1] Werden Personenbezeichnungen aus Gründen der besseren Lesbarkeit lediglich in der männlichen oder weiblichen Form verwendet, so schließt dies das jeweils andere Geschlecht mit ein.

[2] www.snotbubblefootball.com/2012/04/that-damn-sams-2012-mock-draft-1-10.html

[3] Vgl. Brinke, M. Kränzle, P. (4. Auflage, 2012). American Football. S. 106

[4] www.leipzig-lions.de/american-football/regeln.html

Details

Seiten
35
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656851066
ISBN (Buch)
9783656851073
Dateigröße
886 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v285030
Institution / Hochschule
Hochschule für Gesundheit und Sport, Ismaning
Note
1,7
Schlagworte
eine betrachtung american football sicht

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