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Ablösungsprozesse von Jugendlichen. Autonomiebildung im Jugendalter

Hausarbeit 2014 8 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Autonomie

3... Identitätsbildung

4 Fazit

5.. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Rahmen des Seminars „Lebenszyklus, existenzielle Krise und sozialpädagogische Arbeit mit Erwachsenen“, beschäftigten wir - Studierende der Universität Hildesheim - uns mit diversen Thematiken rund um biographische Schicksalsschläge und andere Krisen in den Lebenszyklen von Menschen. Eines dieser Themen war das des Ablösungsprozesses von Jugendlichen über welches ich auch mit meiner Gruppe referierte. Im Anschluss an dieses Referat werde ich mich nun im Zuge dieser Hausarbeit etwas genauer mit dem Drang nach und der Bildung und Entwicklung von Autonomie im Jugendalter beschäftigen, welche letztendlich auch die Ablösung vom Elternhaus, die Umstrukturierung der Beziehung zu den Eltern und die dadurch resultierende Krise im Leben einiger Eltern/Erwachsener/Jugendlicher mit sich bringt, bzw. warum diese so wichtig für den Entwicklungsprozess des Heranwachsenden ist.

2. Autonomie

Früher oder später im Verlauf der Jugend, also während Pubertät und Adoleszenz, beginnen Jugendliche damit - im Normalfall -, sich langsam von ihren Eltern zu lösen und sich Freiräume gegenüber dieser zu erwirken. Handlungsfreiheit und Selbstbestimmtheit sind dabei für diese kleinen Teilbereiche, in denen nach und nach Ablösung erfolgt, das Ziel und der Katalysator zum Fortschritt der Entwicklung. Es ist an und für sich das „grundlegende Entwicklungsziel in der Adoleszenz“[1] - Autonomie. Der Begriff der Autonomie impliziert einen selbstbestimmten und unabhängigen Zustand der Entscheidungsfreiheit. Das Individuum kann selbst entscheiden wie es sich entscheidet und was es denkt und wird dabei nicht von anderen ferngesteuert oder beeinflusst. Der Versuch der Erlangung dieses Zustandes und der letztendliche Gewinn dieser kennzeichnet die Adoleszenz und den Fortschritt in die nächste Lebensphase.

Bei dem Drang nach Autonomie geht es nicht aber nicht nur um Angelegenheiten wie etwa die Uhrzeit, um die der Jugendliche wieder zu Hause sein muss, oder wie viel Taschengeld er erhält, sondern auch um die Durchsetzung und Behauptung der eigenen Meinung gegenüber den Eltern. Mit der Adoleszenz beginnt auch die endgültige Reifung der kognitiven Funktionen, wozu auch die „differenzierten Wahrnehmungs- und moralischen Fähigkeiten“[2] zählen. Der Jugendliche erhält ein erweitertes Handlungsspektrum an intellektuellen Möglichkeiten und beginnt bisher feststehende Moral- und Wertvorstellungen seiner Eltern in Frage zu stellen und eigene Ideen zu entwickeln. Bedingt durch die progressive Ablösung von den Eltern werden auch diese „neuen“ Wertvorstellungen außerhalb des Elternhauses gesucht und das Individuum befreit sich von dem Denken und Willen seiner Eltern um im Idealfall (aus Sicht des Jugendlichen) als eigenständiges Individuum anerkannt und behandelt zu werden[3]. Dies wäre die Autonomie im kognitiven/ psychischen Bereich - die „Ausbildung eigener Standpunkte und Werthaltungen“[4].

Diese Kämpfe um Freiheiten und Autonomie - also die „Rebellion gegen die Elterngeneration [...] für die Autonomiebestrebungen in der Adoleszenz“[5] - beziehen sich aber auch noch auf weitere Territorien. So ist die emotionale Autonomie ebenfalls im Zentrum, welche Aspekte wie Privatsphäre, Intimität und das Recht auf Geheimnisse impliziert. Ein weiteres Gebiet ist das der Verhaltensautonomie. Jugendliche und Heranwachsende drängen nach mehr Selbstständigkeit und wollen eigene Entscheidungen, auch entgegen ihrer Eltern, treffen. Dieses sind die Territorien, an denen sich der Drang nach Autonomie äußert und an welchen in den Jahren der Adoleszenz eine Machtverschiebung in der Beziehung zwischen Eltern und Jugendlichen auftritt. Andere Aspekte der Autonomie wären etwa die materielle und ökonomische Autonomie, welche das Individuum in den Jahren der Jugend jedoch nicht vollständig erlangt - eine Abhängigkeit von den Eltern bleibt bestehen.

Diese Machtkämpfe, die Eltern und Jugendliche betreffen, gehen anfänglich meist zugunsten der Eltern aus, was sich jedoch im Laufe der Zeit wendet, da der Adoleszent mit steigendem Alter auch eine steigende Elaboriertheit in der Kommunikation erlangt und er so mehr Erklärungen und Argumente zur Überzeugung seiner Eltern abgeben kann. Im Schnitt sind ältere Adoleszente schwerer zu beeinflussen als jüngere und weisen somit auch einen höheren Grad an Autonomie auf. Jedoch zeigt sich auch, dass im Zuge dessen sich auch das Verhältnis zu ihren Eltern wandelt. Aus

[...]


[1] Gerhard, Anna-Katharina; 2005: Autonomie und Nähe, S. 30, 1. Auflage, Juventa Verlag Weinheim und München

[2] Stierlin, Helm; 1977: Eltern und Kinder, S. 22, 3. unveränderte Auflage, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main

[3] vgl. Gerhard, Anna-Katharina; 2005: Autonomie und Nähe, S. 30 f., 1. Auflage, Juventa Verlag Weinheim und München

[4] ebd. S. 31

[5] Papastefanou, Christiane; 1997: Auszug aus dem Elternhaus, S. 39, 1. Auflage, Juventa Verlag Weinheim und München

Details

Seiten
8
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656853213
ISBN (Buch)
9783656853220
Dateigröße
517 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v285052
Institution / Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung) – Sozial- und Organisationspädagogik
Note
1,7
Schlagworte
Autonomie Autonomiebildung Jugendliche Krise Ablösung Ablösungsprozesse Ablösungsprozesse von Jugendlichen Lebenszyklus

Autor

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Titel: Ablösungsprozesse von Jugendlichen. Autonomiebildung im Jugendalter