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Schulsozialarbeit mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Wie kann Schulsozialarbeit die „soziale Integration“ von Jugendlichen mit Migrationshintergrund unterstützen?

Hausarbeit 2013 17 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Soziale Arbeit
2.1. Definition
2.2. Schulsozialarbeit
2.2.1 Definition
2.2.2 Funktion und Angebote der Schulsozialarbeit

3. Soziale Integration
3.1. Definition
3.2. Kontakte und Milieus Jugendlicher mit Migrationshintergrund

4. Migration/Migrationshintergrund
4.1. Definition
4.2. Kultur und Ethnizität
4.3. Jugendliche und Migration
4.3.1 Auswirkungen der Migration auf die Identität der Jugendlichen
4.3.2 Soziale Probleme Jugendlicher mit Migrationshintergrund
4.4. Schulsozialarbeit und Migration
4.4.1 Migrationspädagogische Kompetenz
4.4.2 Praxisbeispiel aus der Schulsozialarbeit

5. Fazit

Literaturverzeichnis:

1.Einleitung

Das Thema Integrationsforderungen, Integrationsprobleme, sowie Integrationsverweigerung sind Schlagwörter des 21. Jahrhunderts. Durch die Zunahme ethnisch heterogene Gruppen und die dadurch entstandenen Probleme für Politik und Staat, als auch für das Bildungssystem und die Soziale Arbeit ergeben sich neue Herausforderungen. Deutschland gilt als Einwanderungsland. Migranten verlassen ihre Heimat, um ein Neuanfang in ihrem Leben zu starten, indem sie sich in einem neuen Ort niederlassen. Manche von ihnen wollen sich dort nur für kurze Zeit aufhalten, manche jedoch für immer. Viele von ihnen verlassen ihr Heimat aufgrund Gewalt, wirtschaftlicher und politischer Probleme oder auch um Vorteile der globalen Mobilität zu nutzen. Gerade Familien verlassen ihr Heimatland, damit sie ihren Kindern ein besseres Leben bieten können. Doch die Einwanderung in ein fremdes Land bringt Schwierigkeiten mit sich, denn die Eltern, als auch die Kinder müssen sich in eine neue Kultur und Gesellschaft des jeweiligen Landes integrieren. Vor allem bedeutet dies für Jugendliche mit Migrationshintergrund große Probleme, die sie erstmals bewältigen müssen. Sie werden mit der eigenen Identitätsentwicklung konfrontiert, zum anderen müssen sie den Benachteiligungen im Bildungs- und Arbeitsbereich erst mal standhalten, die meistens durch sprachliche und kulturelle Nachteile entstehen. Genau an diesem Punkt knüpft die Schulsozialarbeit an. Mit pädagogischen Angeboten unterstützt sie zum einen diese jungen Menschen bei ihrer erschwerten Identitätssuche zwischen den Kulturen. Zum anderen trägt Schulsozialarbeit entscheidend zur Vermittlung zwischen Einheimischen und Ausländer bei. Vor diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, „Wie kann Schulsozialarbeit die soziale Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund unterstützen?“. Zuerst werde ich die Soziale Arbeit und Schulsozialarbeit definieren, sowie die soziale Integration. Es ist wichtig zu erfahren, welche Rolle die Kultur im Leben dieser Jugendlichen spielt. Zunächst möchte ich die Probleme der Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die sie in ihrem Alltag zu bewältigen haben, erläutern und welche Auswirkungen Migration auf die Identität der Jugendlichen hat. Danach werde ich Schulsozialarbeit und Migration an einem Praxisbeispiel zur sozialen Integration erläutern. Am Ende werde ich mein Ergebnis zu meiner am Anfang gestellten Frage durch meine wissenschaftliche Arbeit darstellen und meine eigene Meinung dazu äußern.

2. Soziale Arbeit

2.1. Definition

Die Definition Sozialer Arbeit nach der International Federation of Social Workers beschreibt sich wie folgt:

„Soziale Arbeit als Beruf fördert den sozialen Wandel und die Lösung von Problemen in zwischenmenschlichen Beziehungen und sie befähigt die Menschen, in freier Entscheidung ihr Leben besser zu gestalten. Gestützt auf wissenschaftliche Erkenntnisse über menschliches Verhalten und soziale Systeme greift Soziale Arbeit dort ein, wo Menschen mit ihrer Umwelt in Interaktion treten. Grundlagen der Sozialen Arbeit sind die Prinzipien der Menschen und der sozialen Gerechtigkeit.“1 (DBSH 2009, Z.n. Speck 2009, S. 208)

2.2. Schulsozialarbeit

2.2.1 Definition

Im Jahr 1966 wurde der Begriff aus dem amerikanischen „School Social Work“ in Deutschland eingeführt und von Abels (1971) auf „Schulsozialarbeit“ umgeändert. Es befinden sich jedoch mehrere, verschiedene Begriffe zur Schulsozialarbeit, wie „Sozialarbeit in der Schule“ oder „sozialpädagogisches Handeln in der Schule“. Als Oberbegriff im 12. Kinder- und Jugendbericht wird die „schulbezogene Jugendsozialarbeit“ verwendet. Zur Schulsozialarbeit gibt es einige Definitionen. Ich entschied mich für die Definition von Ludewig/Paar:

„ Schulsozialarbeit ist eine Form der Jugendhilfe, verortet in der Schule, einer wichtigen Sozialisationsinstanz für junge Menschen. Schulsozialarbeit ist insofern ein infrastrukturelles Element in der Schule. Sie setzt dort an, wo sozialpädagogische bzw. sozialarbeiterische Kompetenzen erforderlich sind, wo psychosoziale Bedingungen und Belastungen Lernen unmöglich machen, wo soziale Ausgrenzungen drohen oder bestehen, wo die Entwicklung von sozialen Kompetenzen zu unterstützen ist, wo es der personenorientierten Hilfen zum Übergang in Ausbildung und Beschäftigung bedarf und zuweilen auch wo die Entwicklung eines entwicklungsfördernden Schulklimas zu unterstützen ist.“2 (Ludewig/Paar 2001, zit.n. Speck 2009, S.33)

2.2.2 Funktion und Angebote der Schulsozialarbeit

Schulsozialarbeit besteht aus zwei Gebieten, die sich überschneiden, nämlich aus der Jugendhilfe und Schule. Jedoch können sich aus der Zusammenarbeit zweier Gebiete Gemeinsamkeiten und Unterschiede ergeben. Die gemeinsamen Punkte sind die Zielgruppen der Kinder und Jugendlichen, sozusagen ein pädagogischer Auftrag. Die Unterschiede zeigen sich in den Funktionen, in den inhaltlichen Teilen, im methodisches Handeln und in der freiwilligen Arbeit.

Laut § 1 Abs. 3 des SGB VIII/KJKG hat die Jugendhilfe die Aufgabe „1. Junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen, 2. Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Erziehung beraten und unterstützen, 3. Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl schützen, 4. Dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen.“

Die Jugendhilfe beschäftigt sich also nicht nur mit benachteiligten jungen Menschen, sondern mit allen Kinder und Jugendlichen, den Eltern und Lehrern. Die Hauptaufgabe der Jugendhilfe ist die Integrationsarbeit in die Gesellschaft mit einzubringen. Die Institution Schule übt drei Funktionen aus, nämlich Qualifikations-, Selektions- und Integrationsfunktion. Jedoch fokusiert sich die Schule viel mehr auf die Qualifikationsfunktion (Vergabe von Kenntnis und Fertigkeiten) und Selektionsfunktion (Ausgrenzung im schulischen Kontext) und vernachlässigt die Integrationsfunktion (Norm-und Wertevermittlung). So erkennt man deutlich, dass Jugendhilfe und Schule im Spannungsverhältnis von Integration und Differenzierung steht. Im Gegensatz zur Schule hat die Jugendhilfe den außerschulischen Problembereich im Blick.3

Die Angebote in der Schulsozialarbeit können sich unterscheiden vom Konzept, Schultyp, konkreten Bedarf und den bestehenden Angeboten an den Schulen und im Umfeld, von den zeitlichen und personellen Ressourcen der SchulsozialarbeiterInnen und den Kompetenzen. Nach einer lebensweltorientierten Schulsozialarbeit kann man wichtige Kernpunkte herausnehmen.

„1. Beratung und Begleitung von einzelnen SchülerInnen, 2. sozialpädagogische Gruppenarbeit, 3. offene Gesprächs-, Kontakt-und Freizeitangebote, 4. die Mitwirkung in Unterrichtsprojekten und in schulischen Gremien, 5. Zusammenarbeit mit und Beratung der LehrerInnen und Erziehungsberechtigten, 6. Kooperation und Vernetzung mit dem Gemeinwesen

Die Hauptaufgabe der SchulsozialarbeiterInnen sollten wie folgt sein: inner-und außerschulische Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zu fördern, Benachteiligungen zu reduzieren, das Wohl der Kinder und Jugendliche zu behüten und zu einer schülerfreundlichen Umgebung beitragen.4

3. Soziale Integration

3.1. Definition

Der Ausdruck „soziale Integration“ kann verschiedene Bedeutungen haben. Wörtlich übersetzt bedeutet er im Ursprung „Wiederherstellung, Erneuerung“. In der Sozialen Arbeit gehört soziale Integration zu den Hauptaufgaben. Soziale Integration bedeutet die Aufnahme von Menschen oder Gruppen in eine Gemeinschaft, die aus verschiedenen Gründen ausgegrenzt werden. Die Gelegenheiten zur Anteilnahme an einem gemeinschaftlichen Leben der desintegrierten Menschen sowie der Systeme setzen voraus, Kenntnisse, Fähigkeiten und den Willen zur Integration zu haben. Soziale Integration kann in der Sozialen Arbeit verschiedene Bedeutungen und der Gründe für

Desintegration auch unterschiedliche Vorgehensweise haben. Bezogen auf die soziale Integration in der multikulturellen Gesellschaft bedeutet soziale Integration der „Zugang zu Primärgruppen und sozialen Subsystemen (Gleichaltrige Gruppen; Nachbarschaft; Familien; Vereine; Kollegen und Freundeskreis).“5

3.2. Kontakte und Milieus Jugendlicher mit Migrationshintergrund

Man betrachtet die Jugendlichen und ihre Eltern in sozial ausgegrenzten Räumen. Doch in Wirklichkeit sind die meisten Jugendlichen weder gänzlich an die elterlichen, noch an ihr soziales Umfeld gebunden. Somit bilden sich eigene Lebens- und Freizeitstil der Jugendlichen. Durch die überwiegende Freundschaftsbildung in der eigenen Herkunftsgruppe, besteht die Gefahr sich von der Einwanderungsgesellschaft zu entfernen. Daher werden in Theorien im Wesentlichen auf die Freundschaftskontakte eingegangen. Die Offenheit mit „anderen“ Kontakt aufzunehmen wird mit der Offenheit zur Integration gleichgesetzt, auch wenn sie sich von ihren kulturellen Gewohnheiten nicht trennen möchten, spielen die interethnischen Beziehungen eine große Rolle für die Integration. Laut Studien erkennt man, dass die Kontaktaufnahme nicht nur durch eigene Entscheidung entsteht, sondern auch die gegebenen Möglichkeiten und soziale Hindernisse zählen mit dazu. Auch die im sozialen Umfeld entstehende Diskriminierung bzw. Ausgrenzung von einheimischen Jugendlichen beeinflussen die Kontaktmöglichkeiten bedeutsam. Hier stellt sich die Frage nach freiwilliger oder unfreiwilliger Isolation. Desweiteren spielen die kulturspezifischen Normen eine große Rolle zur Bildung eigenethnischer oder gemischter Kontakte. Trotz Bereitschaft zur interethnischer Kontakten, tendieren Jugendliche hier zu eigenethnische Freundschaften, weil sie emotional gesehen vielmehr Gemeinsamkeiten haben. Trotz dieser Realität wird in der Literatur die interethnische Beziehung als ein wichtiger Punkt gesehen. Besonders an Freundschaften und Partnerschaften kann man erkennen, ob eine Beziehung zur sozialen Umwelt gelingt. Die Kontaktstrukturen haben also einen hohen Stellenwert gelungener Sozialintegration, aber auch die ethnische Struktur von Freundschaftswahlen ist ein wichtiger Punkt sozialer Integration.6

[...]


1 Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (2009): Grundlagen für die Arbeit des DBSH e.V. Essen/Berlin. Zit.n. Schilling, Johannes/Zeller Susanne (2010): Soziale Arbeit. Geschichte-Theorie-Profession. Ernst Reinhardt Verlag München Basel. 4. Auflage. S. 208

2 Ludewig, J.,Paar,M. (2001): Handbuch Jugendsozialarbeit.Münster.Z.n. Speck, Karsten(2009):Schulsozialarbeit.Eine Einführung.Ernst Reinhardt Verlag München Basel. 2. Auflage. S.33

3 Speck, Karsten (2009): Schulsozialarbeit. Eine Einführung. Ernst Reinhardt Verlag Basel München. 2. Auflage. S.36-39

4 Speck, Karsten (2009): Schulsozialarbeit. Eine Einführung. Ernst Reinhardt Verlag Basel München. 2. Auflage. S.69-71

5 Kreft, Dieter/Mielenz, Ingrid 2013: Wörterbuch Soziale Arbeit: Aufgaben, Praxisfelder, Begriffe und Methoden der Sozialarbeit und Sozialpädagogik, 7. Auflage, S. 452-453

6 Weiss, Hilde (2007): Leben in zwei Welten, Zur sozialen Integration ausländischer Jugendlicher der zweiten Generation. VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden. 1. Auflage. S.18-19

Details

Seiten
17
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656851004
ISBN (Buch)
9783656851011
Dateigröße
558 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v285200
Institution / Hochschule
Hochschule Hannover
Note
2,0
Schlagworte
schulsozialarbeit jugendlichen migrationshintergrund integration

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Titel: Schulsozialarbeit mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund