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Förderunterricht für junge Migranten/-innen mit Deutsch als Zweitsprache

Didaktische Analyse und Darstellung einer Unterrichtseinheit

Unterrichtsentwurf 2010 12 Seiten

Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Analyse im Hinblick auf Stärken und Defizite

3. Förderschwerpunkte

4. Methodisch-didaktische Maßnahmen für den Förderunterricht

5. Darstellung einer Förderstunde

6. Literaturverzeichnis

7. Anlage: Zeitungsartikel: Unterrichtmaterial

1. Einleitung

Wenn man sich einmal die Schüler und Schülerinnen an den Schulen in Deutschland anschaut, kann man erkennen, dass es kaum noch Klassen gibt, in denen nur Kinder mit Deutsch als Muttersprache sitzen. „Es gehört zur Normalität im Schulalltag, dass Kinder verschiedener Muttersprachen in unseren Schulen nebeneinander sitzen.“ (Abraham, U. et al, 2009: 111) Die Kinder mit Deutsch als Zweitsprache sind vor allem an den Schulformen der Sonder-, Haupt- und Realschulen zu finden. Nur sehr wenige nichtdeutsche SuS gehen auf ein Gymnasium. (vgl. ebd. S.111)

Hier wird deutlich, dass etwas getan werden muss, um auch diesen Kindern die Chance auf eine positive und erfolgreiche Zukunft zu geben.

Das Seminar „Förderung von jugendlichen Migranten/innen“ beschäftigte sich mit den Problemen, aber auch mit den Chancen der Zielgruppe beim Lernen von Deutsch als Zweitsprache.

Am Ende des o.g. Seminars steht nun die Aufgabe, innerhalb einer Hausarbeit zwei exemplarische Klausuren von Migranten/innen mit Deutsch als Zweitsprache hinsichtlich ihrer Stärken und Defizite zu analysieren. Außerdem sind Förderschwerpunkte festzustellen und methodisch didaktische Maßnahmen für einen geeigneten Förderunterricht auszuarbeiten. Auch eine Darstellung einer Förderstunde ist in die Aufgabenstellung integriert.

Im ersten Teil der Hausarbeit gehe ich also zunächst auf die Stärken und Defizite der beiden Schüler ein. Hier beziehe ich mich auf die vorliegenden Klassenarbeiten bzw. Klausuren, anhand derer ich die einzelnen Punkte ermittelt habe.

Im folgenden Teil differenziere ich die einzelnen Defizite noch einmal genauer und führe an, welche besonders gefördert werden sollten, um dem Schüler gezielt zu helfen, seine schriftlichen Fähigkeiten in der deutschen Sprache zu verbessern.

Daraufhin gehe ich ganz allgemein auf die methodisch didaktischen Maßnahmen für den Förderunterricht in Bezug auf die Defizite ein.

Am Schluss der Hausarbeit ist eine kurze Darstellung einer Förderstunde für einen der Schüler zu finden.

2. Analyse im Hinblick auf Stärken und Defizite

In diesem Teil werden die beiden Klausuren der Schüler einzeln analysiert und ihre Stärken und Schwächen bei der Texterfassung, -wiedergabe und –produktion werden dargestellt.

Text 1: Schüler Deutsch GK 12 mit Migrationshintergrund

Der genannte Schüler befindet sich in der gymnasialen Oberstufe, man kann also davon ausgehen, dass er grundsätzlich insgesamt gute schulische Leistungen aufweist.

Beim Lesen dieser Klausur fiel mir besonders auf, dass der Schüler kaum Rechtschreibfehler macht. Seine orthographischen Fähigkeiten sind sehr gut. Auch die Strukturierung seiner Klausur fällt sofort ins Auge. Er hat zu Beginn eine gute Einleitung verfasst und Absätze sind zu erkennen. In fast jedem Absatz ist ein einleitender Begriff erkennbar, wie „ferner, des Weiteren, darüber hinaus“ etc. Dies lässt auf einen großen Wortschatz des Schülers schließen und darauf, dass ihm die Textproduktion im Unterricht nicht fremd ist. Diese Grundsätze werden bereits in der Mittelstufe vermittelt und immer wieder gefestigt. Sie gehören zu den Stärken des Schülers.

Zu den Defiziten des Schülers ist zu sagen, dass im Text vermehrt vorkommt, dass er vom Inhalt des vorgegebenen Textes von Büchner abweicht. Hier wird deutlich, dass er Probleme bei der Texterschließung hat. Weiterhin sind viele Zusammenhänge unklar, ich kann die Gedanken des Schülers nicht immer ganz nachvollziehen in Bezug auf den Zusammenhang mit der Aufgabe. Diese Defizite sind im gesamten Aufsatz zu erkennen und eine deutliche Schwäche des Schülers.

Ein Schlussteil fehlt hier gänzlich, was ich hier auf mangelnde Zeiteinteilung zurückführen würde.

Text 2: Schülerin am Abendgymnasium mit Migrationshintergrund

Die Schülerin besucht ein Abendgymnasium, was darauf schließen lässt, dass sie sich nicht mehr im Jugendalter befindet.

Bei der Analyse der Klausur stellte ich fest, dass auch diese Schülerin als Stärke eine gute Rechtschreibung vorweisen kann. Auch fiel mir auf, dass die Schülerin die Zitiertechnik in Texten beherrscht.

Die Defizite sind hier jedoch weitaus ausgeprägter als bei dem o.g. Schüler.

Die Schülerin hat Defizite bei der Satzstellung (Syntax) im Deutschen. Auch hat sie Probleme bei der Produktion der Textwiedergabe, sie beherrscht die indirekte Rede nicht. Die Deklination von Nominal- und Präpositionalphrasen bereiten ihr außerdem Schwierigkeiten. Sie kann sich an vielen Stellen nicht richtig ausdrücken, was auf einen nicht ausgeprägten Wortschatz schließen lässt. Weiterhin hatte sie anscheinend große Probleme bei der Zeiteinteilung, denn die 3. Aufgabe, die immerhin 25% der Klausurnote ausmachte, hat sie nur sehr kurz und unvollständig beantwortet. Dies hing vielleicht auch mit der Aufgabenstellung zusammen, die der Schülerin vielleicht als zu schwierig erschien.

Es wird deutlich, dass die Schülerin große Probleme bei der Textproduktion hat.

3. Förderungsschwerpunkte

Text 1:

Bei dem Schüler der gymnasialen Oberstufe sehe ich große Probleme bei der Texterschließung und bei der Textproduktion. Diese beiden sehr wichtigen Punkte müssen hier gefördert werden. Allerdings ist außerdem zu sagen, dass der Schüler sehr gute Grundlagen aufweist, die absolut ausbaufähig sind.

Es wird deutlich, dass der Schüler nicht nur in der Schule, sondern auch in seiner Freizeit Deutsch spricht und auch schon einige Jahre an einer deutschen Schule unterrichtet wird.

Text 2:

Bei der Schülerin des Abendgymnasiums ist es etwas schwieriger, Förderschwerpunkte festzulegen, da hier wesentlich mehr Defizite in verschiedenen Bereichen vorhanden sind. Die Schülerin scheint erst sehr spät Deutsch gelernt zu haben. Dies wird in ihrer Ausdrucksweise deutlich. Ich schlage hier vor, auch die Textproduktion in Hinblick auf Textwiedergaben zu fördern, außerdem auf die Grammatik in Hinblick auf Deklinationen und Artikel einzugehen. Die beiden Bereiche müssen nicht getrennt betrachtet werden, vielmehr gehen sie „Hand in Hand“.

4. Methodisch-didaktische Maßnahmen für den Förderunterricht

In diesem Teil gehe ich ganz allgemein auf die Didaktik bei Förderung von Migranten/-innen in Bezug auf ihre Defizite und auf die Notwendigkeit von Lernstrategien ein.

Generell ist zu sagen, dass ein guter Unterricht die Förderung aller vier Kompetenzen beinhaltet: Lesen, Schreiben, Sprechen und Hören.

Zunächst einmal betrachte ich hier die Förderung der Lesekompetenz.

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Details

Seiten
12
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656865544
ISBN (Buch)
9783656865551
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v285796
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2,0
Schlagworte
Deutsch als Zweitsprache Deutsch als Fremdsprache

Autor

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Titel: Förderunterricht für junge Migranten/-innen mit Deutsch als Zweitsprache