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Die Schweiz. Kurze Vorstellung von Land, Volksmusik und Volkstanz

von Eva Wieser (Autor)

Hausarbeit 2014 10 Seiten

Musik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorstellung des Landes Schweiz

2 Musik und Tanz in der Schweiz
2.1 Die Volksmusik
2.2 Kritik an die Volksmusik
2.3 Die Ländlermusik als Gattung der Volksmusik
2.4 Der Volkstanz
2.5 Kritik an den Volkstanz
2.6 Vertreter der Volksmusik

3 Das Thema „Schweiz“ in der Grundschule

4 Literaturverzeichnis:

1 Vorstellung des Landes Schweiz

Das Referat beginnt mit einem Gedicht von Robert Walser, das um 1930 entstanden ist. Es eignet sich gut zum Einstieg, da es die geographische Lage von Schweiz zum Ausdruck bringt.

Die Schweiz grenzt an Deutschland im Norden und an Österreich im Osten an. Frankreich und Italien sind ebenso Nachbarländer der Schweiz. An dieser Stelle wird eine Landkarte gezeigt. Die Hauptstadt der Schweiz ist Bern. Im Jahr 2013 zählt die sie ca. 8, 1 Millionen Einwohner.1 Drei landwirtschaftliche Großräume bilden das Land, aufgeteilt in die Jura, das Mittelland und die Alpen mit den Voralpen. In der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft steht: „Die Landessprachen sind Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch“.2 Wo die jeweiligen Amtssprachen gesprochen werden, wird auf einer Landkarte gezeigt. Im deutschsprachigen Teil der Schweiz werden schweizerdeutsche Dialekte gesprochen. Geschriebenes wird in der Regel in Schweizer Hochdeutsch verfasst. Schweizer Hochdeutsch ist die Bezeichnung für die in der Schweiz gebräuchliche deutsche Schriftsprache. Es handelt sich um das Hochdeutsch, aber es unterscheidet sich in u.a. in Wortschatz, Wortbildung, Syntax und Aussprache. Diese sprachlichen Besonderheiten werden Helvetismen genannt.3

In der traditionellen Schweizer Kultur hat die Schweizer Volksmusik einen hohen Stellenwert. Die Schweizer Volksmusik gehört zur Alpenländischen Volksmusik. Wichtige Instrumente der Volksmusik sind v.a. das Alphorn und das Schwyzerörgeli.4 Das Alphorn ist eine Naturtrompete aus Holz, welche mindestens seit dem 16. Jahrhundert bekannt ist.5

Das Schwyzerörgeli ist eine Art Handorgel und eine Vorreiter des Knopfakkordeons. Allerdings hat diese einen kehligen Klang im Vergleich zum Knopfakkordeon.

Es galt als Stegreif-Instrument, da man es ohne Notenlesen lernen konnte. Folglich konnten es nur Naturtalente mit gutem Gehör spielen.6 Das Hackbrett zeichnet sich auch aus für die Ländlermusik. Es gibt viele Symphonieorchester in der Schweiz. Zu den bekanntesten gehören aber „Das Berner Symphonieorchester“ und die „Camerata Schweiz“. Das Berner Symphonieorchester zählt rund 100 Musiker aus aktuell 18 verschiedenen Nationen. Es blickt bereits auf eine 136 – jährige Tradition als Orchester der Schweiz zurück. Rund 50 Konzerte werden im Jahr gespielt, wobei das Gala-und Neujahrskonzert zu den kulturellen Höhepunkten des Berner Musikjahres gehören. Die „Camerata Schweiz“ gilt heute als eines der wichtigsten professionellen Orchester im Schweizer Konzertbetrieb. Hier sind einerseits Musiker mit reicher Orchestererfahrung und andererseits junge musikalische Ausnahmetalente vertreten.7

Auf die musikalische Bildung wird in der Schweiz sehr viel Wert gelegt. Es gibt unzählige Musikschulen. Laut der VMS (Verband Musikschulen Schweiz) – Statistik gab es 2012 über 12.000 Musiklehrer. An diesem Punkt muss man allerdings die Relation zur gesamten Einwohnerzahl in Anbetracht ziehen, so kommt man zu dem Schluss, dass es enorm viele Musiklehrer sind. U.a. ist es Ziel der Musikschulen Kinder und Jugendliche bereits an Orchesterprojekte und musikalische Veranstaltungen heranzuführen.8

2 Musik und Tanz in der Schweiz

2.1 Die Volksmusik

Jedes Land und jede Region hat eigene volksmusikalische Spielarten. Volksmusik hat in den vergangenen Jahrhunderten häufig einen starken Beitrag zu regionalen oder nationalen Identitäten geliefert. Die Volksmusik wurde früher v.a. im Wirtshaus gespielt, denn damals war Essen und Trinken ebenso wichtig wie die Musik.

In der Enzyklopädie „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“ steht die Auslegung des Wortes „Volk“ für die Begriffsbestimmung im Vordergrund. Die Definition wird als Zitat in der Power Point Präsentation dargestellt. Was aus dem Zitat zu entnehmen ist, ist, dass das Volk als „Gesamtheit der Bauern, Hirten, Bergleute [und] Volksmusikanten“ gilt. Demzufolge ist Volksmusik die Musik von dieser Grundschicht, da sie einerseits von ihnen stammt und andererseits von ihnen weiterhin gepflegt wird.9 Bereiche der Volksmusik sind die Alphornbläser, Jodlerklubs, Ländlerkapellen, Handharmonikavereine, Hackbrettspieler, Zitherspieler, Mundharmonikaspieler und Mandolinenspieler.

2.2 Kritik an die Volksmusik

Die authentische Schweizer Volksmusik wird allerdings auch kritisiert. Ihr wird vorgeworfen, dass die Tänze größtenteils wenig einprägsam sind. Es werden zu wenig verschiedenartige Instrumente eingesetzt, weder Gitarre noch Flöte, auch keine Geige kommt vor – außer in einigen Ausnahmefällen.10 Es wird zu wenig mit „Herz“ gespielt, da die Technik im Vordergrund steht. Des Weiteren besitzt die Musik nur eine geringe Spannung und der „Botschafts“- Charakter fehle.11 Allerdings könnte man der Kritik auch entgegentreten, was wiederum den Rahmen des Referats im Seminar sprengen würde. Man soll nur beachten, dass die Kritik durch Argumente der „anderen Seite“ entwertet werden kann. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Volksmusik vielschichtig ist und sie auch immer wieder neu hinterfragt werden muss. Es ändert sich ständig etwas in der Musikbranche. Denn was heute noch als unpassend gilt, kann morgen schon modern sein.

2.3 Die Ländlermusik als Gattung der Volksmusik

Die Ländlermuik macht in der Deutschschweiz einen wesentlichen Teil der instrumentalen Volksmusik aus. Sie bildet in ihrem Kern eine Mischung aus alten Alpsegen, Kuhreihen und dem Jodeln. Außerdem besteht sie aus den Elementen bayerischer, österreichischer und italienischer Volksmusik.

Die Musik ist überwiegend Tanzmusik, wobei sie aber oft auch ohne Tanzgelegenheit gespielt. Im Volksmund wird die Ländlermusik als „Hudigäggeler“ bezeichnet. Der Ausdruck stammt von einem Nachnamen eines Komponisten der Ländlermusik ab. Der Ländler kommt aus dem 19. Jahrhundert und geht als Tanz-und Unterhaltungsmusik hervor. Es gibt zahlreiche regionale Stilrichtungen. Heutzutage wird die Ländlermusik auch im Tessin (eins von insgesamt 26 Gliedstaaten der Schweiz), sowie in der welschen (Romandie) und rätoromanischen Schweiz gespielt.12

Die Ländlermusik kann in Form von einem Alpsegen auftreten. Dies ist ein Betruf im Sommer auf den Alpweiden der katholischen Berggebiete. Man bittet Gott, Maria und die Heiligen alles, was auf der Alp ist und dazugehört, zu bewahren und zu behüten. Eine weitere Form ist das Kuhreihen. Heute wird es gesungen, gejodelt oder es wird ein Instrumentalstück auf dem Alphorn geblasen. Es werden Kühe auf der Weide damit eingetrieben, in einer Reihe angelockt und beim Melken so beruhigt. Das Jodeln, das ebenso zur Ländlermusik gehört, ist ein text-und wortloses Singen. Es ist ein Spiel der Klangfarben zwischen Falsett-und Bruststimme in der Abfolge einzelner Vokal-Konsonant-Verbindungen (z.B. jo – hol- di-o-u-ri-a). Der einfache Jodelruf basiert auf dem Signalruf: „Juuz“. Es war ursprünglich eine Art, Signale über größeren Distanzen zu überbrücken. Wichtige Jodelliedkomponisten waren u.a. Alfred Gassmann, Hans Schneller und Adolf Stähli. Es gibt sogar Jodlerwettkämpfe, die dem Jodellied seit Mitte des 20.Jahrhunderts zu seiner Popularität verhielfen. Seit 1924 findet jährlich das Größte Blasmusikfestival der Welt statt: „Das Eidgenössische Musikfest“. Dort treten über 780 Jodlergruppen auf. Beim Alpsegen, Kuhreihen und Jodeln, die den Kern der Ländlermusik darstellen, werden jeweils Hörbeispiele präsentiert.13

2.4 Der Volkstanz

Es wurde schon seit Urzeiten getanzt. Bewegung ist eine der wichtigsten Ausdrucksformen des Menschen. Der Tanz nimmt auch in allen Kulturen eine zwar unterschiedliche, aber meist doch bedeutende Stellung ein. Er erfüllt verschiedene Funktionen und kann unterschiedliche Bedürfnisse befriedigen, wie etwa Freude an der Bewegung, kultisch-religiöse Rituale und in Tanz gekleidete Ausdrucksformen usw. Das Kommunikations-und Identifikationsbedürfnis sind wichtige Gründe dafür, warum der Volkstanz in der Schweiz in den letzten Jahren so beliebt geworden ist. Jedoch war das Tanzen nicht immer selbstverständlich!

Im 16. Jahrhundert kam es zum Tanzverbot und der Tanz wurde als sündig-heidnischer Akt abgestempelt. Deshalb wurde er mit Verbote und Buße bekämpft.

Zunächst waren noch drei Tänze auf Hochzeiten erlaubt. Danach wurde v.a. nur noch in abgelegenen Bergtälern getanzt, dort wo Verordnungen nicht so ernst genommen wurden. Deshalb blieben aus früheren Jahrhunderten nur sehr wenige Tänze erhalten. Viele alte Tänze sind verschwunden und verloren gegangen. Man kann daher nicht von einer echten Volkstanzüberlieferung sprechen. Einige Tänze wurden in verschiedenen schriftlichen Darstellungen überliefert.14 Alte Tänze sind wieder lebendig und neue Tänze sind entstanden. Jeder Volkstanz wird geprägt von den Menschen, die ihn pflegen. So bekommt er von jeder Region gewisse Eigenheiten in Stil und Form. Tanzanlässe waren v.a. Kirchweihen, die Mitte August stattfinden.15 Zu den Standardtänzen gehört der Polka, Walzer, Schottisch, Masurka und der Ländler. Beliebte Tänze waren z.B. das „Mühlirad“, „Hierig“ und der „Aliwander“. Das „Mühlirad“ wird nur von Männern getanzt. Es ist ein Hirtentanz aus der Innerschweiz, bei dem die Männer die Figur des Mühlenrads nachtanzen. Im Pantomimentanz „Hierig“ wird dargestellt, wie sich zwei Liebende streiten, entzweien, aber anschließend wieder versöhnen. Dazu wird ein Videobeispiel gezeigt, bei dem zwei Tanzpaare den Pantomimentanz gut darstellen. Beim „Aliwander“ schreiten die Tanzpaare zuerst im Kreis, die Mädchen schlängeln sich anschließend an den Buben vorbei. Dann bilden die Jungen eine lebendige Schaukel, in der die Mädchen geschaukelt werden.16

2.5 Kritik an den Volkstanz

Dadurch, dass der Volkstanz in den letzten Jahren immer mehr in Mode kam, waren plötzlich Tänze für Vorführungen sehr gefragt. Diese Aufführungen sind leider etwas zu sehr nachgeahmt worden. Es entstanden unzählige Neuschöpfungen und zu komplizierte Tänze existieren allerdings nicht zu lange. Daher komme ich zu dem Fazit, dass der Volkstanz nicht auf die Bühne gehört. Er soll von vielen gepflegt werden und zur eigenen Freude getanzt werden.17

2.6 Vertreter der Volksmusik

Bekannte Vertreter der Volksmusik waren u.a. die Appenzeller Streichmusik Alder, Hans Aregger, Luzi Bergamin und Carlo Brunner. Es wird im Referat nur auf die Appenzeller Streichmusik Alder eingegangen. Diese noch heute bestehende Original Appenzeller Streichmusik Alder wurde 1884 von den Brüdern Alder gegründet. Die Brüder Alder riefen eine Musikrichtung ins Leben, die heute im Appenzellerland noch weitverbreitet ist. Typische Instrumente einer Streichmusik sind v.a. das Hackbrett, Geige, Cello und die Bassgeige, evtl. noch ein Akkordeon und ein Klavier. Die Streichmusik Alder tritt international auf.18 2003 erhielten sie sogar den „Prix Walo“ in der Kategorie Volksmusik. Der „Prix Walo“ ist die wichtigste Auszeichnung im Schweizer Showbusiness.

3 Das Thema „Schweiz“ in der Grundschule

Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Thema Schweiz in der Grundschule heranzuführen. Beispielsweise könnte man die Flagge vor der Klasse herzeigen und fragen, wer es vielleicht dem Land zuordnen kann. Anschließend kann die Flagge ausgeteilt werden, sodass die Schüler diese ausmalen. Außerdem kann der Lehrer eine Diskussion beginnen, wer schon einmal in der Schweiz war und was es dort zu besichtigen gibt. Des Weiteren kann man Wörter im Schweizerdeutsch vortragen und zusammen die Bedeutung mit den Kindern erraten. Beispiele dafür wären: aaglängä (=berühren), Schwafli (=Dummschwätzer), mänschälä (=menschlich), gigälä (=lachen), guggä (=sehen) und Tätschburgär (=Hamburger).19 Man kann ihnen Musik aus der Schweiz vorspielen, insbesondere Volksmusik. Es gibt auch einfache Alpenländische Volkslieder, die mit der Klasse nachgesungen werden können. Dabei soll aber zuerst einige Vorarbeit geleistet werden. Der Text muss zuerst eingeübt werden, also er muss vom Lehrer vorgesprochen werden, sodass alle Schüler den Text nachsprechen können. Dies muss v.a. bei Liedern mit Jodelrufen durchgeführt werden. Die Kinder müssen auch stimmlich eingeführt werden, also dass man die Terz zur Sopranstimme nachsingt. Bevor mit dem Singen begonnen wird, müssen Atemübungen vollzogen werden. Als Atemübung würde sich z.B. folgendes eignen: Die Kinder berühren ihren Bauch, also das Zwerchfell, beim Einatmen. Beim Ausatmen sollen sie darauf achten, so zu atmen, als müssten sie eine Pusteblume wegpusten. Dabei sollen sie kurz und schnell ausatmen.

Zusammen könnte man im Unterricht versuchen einen vereinfachten Schweizer Volkstanz nach zu tanzen. Beispielsweise würde sich der „Aliwander“ sehr gut dafür eignen. Wie bereits oben erklärt, stellen die Jungen eine Schaukel nach, in der sich die Mädchen befinden. Dies wird die Schüler sehr gut gefallen und ihr Interesse an dem Land steigern. Instrumente wie Fidel, Cello, Alphorn und das Schwyzerörgeli können anhand Hörbeispiele vorgespielt werden, sodass die Kinder wissen wie der jeweilige Klang ist. Abgesehen von dem Alphorn könnte man auch die anderen Instrumente in die Klasse mitbringen, sodass die Kinder es sehen, fühlen und hören können.

[...]


1 Vgl. Statista, 2014.

2 Vgl. Art. I. Historischer Abriß, in: MGG 1172.

3 Vgl. Art. Schweiz, in: MGG 376.

4 Vgl. Art. 10. Volkstänze und Tanzmusik, in: MGG 1182.

5 Vgl. Geiser 11.

6 Vgl. Ingold.

7 Vgl. Art. c. Weltliche Vokalmusik und Instrumentalmusik, in: MGG 1190.

8 Vgl. VMS.

9 Vgl. Art. II. Volksmusik, in MGG 1174.

10 Vgl. Geiser/Baumann/Burckhardt-Seebass/Leuthold 52.

11 Vgl. Rico, Volksmusik, 65.

12 Vgl. Rico, Ländlermusik, 20.

13 Vgl. Art. 3. Traditionelle Lieder und Gesänge, in: MGG 1176f.

14 Vgl. Geiser/Baumann/Burckhardt-Seebass/Leuthold 62.

15 Vgl. Geiser/Baumann/Burckhardt-Seebass/Leuthold 63.

16 Vgl. Geiser/Baumann/Burckhardt-Seebass/Leuthold 76f.

17 Vgl. Geiser/Baumann/Burckhardt-Seebass/Leuthold 83.

18 Vgl. Rico, Ländlermusik, 163 f.

19 Dialektwoerter.

Details

Seiten
10
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668203488
ISBN (Buch)
9783668203495
Dateigröße
390 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v285818
Institution / Hochschule
Universität Passau
Note
1.0
Schlagworte
schweiz kurze vorstellung land volksmusik volkstanz

Autor

  • Autor: undefined

    Eva Wieser (Autor)

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Titel: Die Schweiz. Kurze Vorstellung von Land, Volksmusik und Volkstanz