Lade Inhalt...

Cyber-Mobbing. Phänomene, Ursachen, Auswirkungen und pädagogische Handlungsmöglichkeiten

Neue Formen von Diskriminierung unter Schülerinnen und Schülern im digitalen Zeitalter

Masterarbeit 2013 84 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Inhaltsverzeihnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

KAPITEL I 2. Direktes „traditionelles“ Mobbing
2.1 Klärung des Begriffs Mobbing
2.2 Die beteiligten Personen im Überblick
2.2.1 Das Täterprofil
2.2.2 Das Opferprofil
2.2.3 Die Mitläufer
2.2.4 Die Zuschauer, Wegschauer und Dulder
2.3 Der Mobbing-„Teufelskreis“
2.4 Präventions- und Interventionsmaßnahmen
2.4.1 „SPOTLIGHT – Theater gegen Mobbing“
2.4.2 No Blame Approach
2.4.3 Die Farsta-Methode
2.4.4 Anti-Bullying-Programm nach Olweus

KAPITEL II 3. Cyberspace und Computervermittelte Kommunikation
3.1 Formen der computervermittelten Kommunikation
3.2 Unterschiede zwischen computervermittelter Kommunikation und direkter Kommunikation (Face-to-Face-Kommunikation)
3.3 Theorien der computervermittelten Kommunikation
3.4 Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen
3.4.1 Die JIM-Studie 2012
3.5 Kurzstudie zu Cyber-Mobbing von der Techniker Krankenkasse
3.6 Medienkompetenz

Kapitel III 4. Cyber-Mobbing
4.1 Klärung des Begriffs Cyber-Mobbing
4.2 Formen von Cyber-Mobbing
4.2.1 Von Cyberstalking bis Flaming: Die verschiedenen Gesichter des Online-Mobbings
4.3 Beteiligte Personen
4.3.1 Cyber-Täter
4.3.2 Cyber-Opfer
4.3.3 Mitläufer, Verstärker und „Bystander“
4.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten von traditionellem Mobbing und Cyber-Mobbing
4.4.1 Gemeinsamkeiten von Schulhof-Mobbing und Cyber-Mobbing in Bezug auf ihre Beteiligten
4.4.2 Besonderheiten von Cyber-Mobbing
4.5 Welche Gesetze gibt es gegen Cybermobbing?

Kapitel IV 5. Maßnahmen gegen Cyber-Mobbing
5.1 Vorüberlegung
5.2 Handlungsmöglichkeiten
5.2.1 Wie die Sozialisationsinstanz Schule vor Cyber-Mobbing vorbeugen kann
5.2.2 Medienkompetenz statt Pauschalverbot
5.2.3 Wie Lehrkräfte vor Auftreten von Cyber-Mobbing präventiv aktiv werden können
5.2.4 „Frühwarnsysteme“: Cyber-Mobbing an Schulen rechtzeitig erkennen
5.2.5 Was betroffene Schüler bei Cyber-Mobbing tun können
5.2.6 Wie sich Eltern bei Cyber-Mobbing verhalten können
5.3 Ausgewählte Präventionsprogramme
5.3.1 Das Präventionsprogramm „Surf-Fair“
5.3.2 „Bloßgestellt im Netz“ ein Planspiel
5.3.3 „Heldenhaft gegen Cyber-Mobbing mit den Medienhelden“
6. Abschlussbetrachtung
7. Literaturvezeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die an Mobbing beteiligten Personen im Einzelnen Quelle: http://www.miteinandern.de/uploads/media/Vortrag_Mobbing.pdf, S.3

Abbildung 2:Schüler unterschiedlicher Klassen, die angeben, andere schikaniert zu haben Quelle: jannan-mobbing-vortrag_2_2010, http://www.seht-ms.de/wordpress/?page_id=189

Abbildung 3: Ursachen für Täterverhalten Quelle: http://www.mobbing-wiki.de/images/4/45/Ursachen_t.gif

Abbildung 4: Folgen der Digitalisierung Quelle: Online Kommunikation , Misoch 2006, S.93

Abbildung 6: Gerätebesitz Jugendlicher 2012 Quelle: mpfs 2012. S.8.

Abbildung 7: Medienbeschäftigung in der Freizeit Quelle: mpfs 2012. S.12.

Abbildung 8: Wichtigkeit der Medien 2012 Quelle: mpfs 2012. S.14.

Abbildung 9: Internetnutzung: Ausstattung und Besitz Quelle: mpfs 2012. S.31.

Abbildung 10: Computerbesitz Jugendlicher 2012 Quelle: mpfs 2012. S. 30.

Abbildung 11: Aktivitäten im Internet- Kommunikation Quelle: mpfs 2012.S.34.

Abbildung 12: Anzahl an Freunden in Online-Communities Quelle: mpfs 2012. S. 45.

Abbildung 13: Befragung zu Cyber-Mobbing-Fällen im Bekanntenkreis Quelle: mpfs 2012. S. 39.

Abbildung 14: Handy-Besitzer 2012 Quelle: mpfs 2012, S.52.

Abbildung 15: Nutzung Handyfunktionen Quelle: mpfs 2012. S.56. :

Abbildung 16: Umfrage zu mitbekommenden Schlägereien Quelle. mpfs 2012., S.58.

Abbildung 17:Operationalisierung von Medienkompetenz

1. Einleitung

„Wenn Cybermobbing tödlich endet“1 lautete die Schlagzeile der t-online.de Homepage am 17.12.2012. „Cybermobbing - Bring dich doch um, alle wären froh, wenn du tot wärst“2 titelte am 18.10.2011 die Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeine. „Cybermobbing kann Menschen zerstören“3. An Schulen ist die Macht der Beleidigung im Netz ein großes Problem. Beschimpfungen, Lästereien und Hohn lassen sich im Internet schnell, einfach und anonym verbreiten. Ein Mausklick und schon ist ein böser Kommentar oder ein fieses Bild hochgeladen und für jeden sichtbar.

Welche gravierenden Folgen Cyber-Mobbing4 mit sich bringen kann, zeigen in jüngster Zeit Todesfälle von Jugendlichen wie Tim Ribberink, Amanda Todd und Winsie aus Arnheim.

Im Oktober 2012 nahm sich die 15-jährige Kanadierin Amanda Todd das Leben, nachdem sie in der Schule und im Internet Opfer von Mobbing-Attacken wurde. Ein delikates Foto von ihr kursierte im digitalen Netz. Daraufhin wurde Amanda von ihren Mitschülern5 verspottet und gekränkt, sie bekam Depressionen und Panikattacken, welche schließlich zum Suizid führten.6

Einige Monate zuvor, sorgte der sogenannte Facebook-Mord an der 15-jährigen Winsie für Entsetzen und Betroffenheit in der niederländischen Bevölkerung. Das Mädchen starb, nachdem sie über ihre Freundin Polly (16) und deren Freund Sex-Gerüchte über das soziale Netzwerk Facebook verbreitet hatte. Aus Rache engagierte Polly einen Bekannten Namens Jinhua (15) als Auftragsmörder. Er erstach Winsie und wurde kurz darauf zu einem Jahr Jugendhaft und drei Jahren Zwangstherapie verurteilt. Das Strafmaß für die Anstifter Polly und ihren Freund wurde am 13. November 2012 festgelegt und beläuft sich auf zwei Jahre Haft mit anschließender Therapie.7

„Auch der Fall Tim Ribberink endete tödlich. Seit der Grundschule wurde der Junge regelmäßig schikaniert, was nie wieder aufhörte. Schließlich verlagerte sich das Mobbing auch ins Internet: Im Namen von Tim hatten Unbekannte kurz vor dessen Tod Berichte auf einer Bewertungsseite für Gaststätten hinterlassen. ‚Ich bin ein loser und homo’, hieß es dort im vergangenen Sommer. Dann nahm sich Tim das Leben”8.

Die hier angeführten Beispiele zeigen deutlich die aktuelle Relevanz und die verheerenden Auswirkungen von Cyber-Mobbing unter Kindern und Jugendlichen im heutigen Alltag.

Vorbei sind die Zeiten, in denen sich Mobbing zwischen jungen Menschen nur noch in der Schule abspielte. „Die Grenze zwischen Schul-Mobbing und Cyber-Mobbing ist fließend. So wird durch das Cyber-Mobbing erst ermöglicht, dass das Mobbing nicht mehr nur auf den Schulbereich begrenzt bleibt, sondern zeit- und raumunabhängig fortgesetzt werden kann“9.

Das Tückische am Cyber-Mobbing ist, jeder kann mitlesen und sich daran beteiligen. Die Psychologin Stephanie Pieschl beschäftigt sich an der Universität Münster mit den Folgen und Ursachen von Cyber-Mobbing. Sie meint: „Bei Kommentaren im Internet fallen Gestik und Mimik weg. Da weiß niemand genau: Ist das jetzt ein Scherz oder ernst gemeint?"10.

Wissenschaftler gehen von der Annahme aus, dass ca. 20 bis 40 Prozent der Heranwachsenden schon einmal im Internet schikaniert wurden. Eine repräsentative Forsa-Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2011 hat ergeben, dass ein Drittel der 14- bis 20-Jährigen Mobbing im Netz erlebt haben. Dies bedeutet, jeder fünfte Schüler wurde bereits per Handy oder im Internet beleidigt oder bedroht. Sechs Prozent der Befragten litten unter Verleumdungen und bei rund zehn Prozent kam es zu einem Missbrauch der Internetidentität.11

Die zunehmende virtuelle Aggression unter Kindern und Jugendlichen nehme ich als angehender Lehrer zum Anlass, mich in dieser Arbeit mit dem Phänomen Cyber-Mobbing auseinanderzusetzen. Da es sich hierbei jedoch um ein sehr umfassendes Themengebiet handelt, ist es notwendig, den Schwerpunkt einzugrenzen. Im Fokus der vorliegenden Arbeit steht daher das Cyber-Mobbing unter Schülern.

Im ersten Kapitel werden Grundlagen des „traditionellen“ Mobbings beschrieben, um im weiteren Verlauf eine Brücke zum Cyber-Mobbing schlagen zu können. Neben einer Begriffsklärung, werden hier die Protagonisten sowie ausgewählte Maßnahmen in der Schule vorgestellt.

Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit dem virtuellen Raum. Es werden Formen sowie Theorien der computervermittelten Kommunikation angeführt, da sie die Plattform für Cyber-Mobbing-Aktivitäten bieten. Darüber hinaus werde ich das Mediennutzungsverhalten bezüglich Internet und Handy von Kindern und Jugendlichen beleuchten. Dies geschieht mit Hilfe der aktuellen JIM-Studie [Jugend, Information, (Multi-) Media] von 2012. Abschließend soll Medienkompetenz erläutert werden.

Kapitel Drei beschäftigt sich mit dem Thema Cyber-Mobbing unter Schülern. Dabei wird zunächst eine Definition angeführt. Im weiteren Verlauf werden die beteiligten Akteure vorgestellt sowie Erscheinungsformen von Cyber-Mobbing aufgeführt. Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zum traditionellen Mobbing werden hier deutlich gemacht. Abschließend werden Gesetze gegen virtuelle Schikanen vorgestellt, um rechtliche Fragen zu klären.

Im vierten Kapitel werden Maßnahmen und Handlungsmöglichkeiten gegen Cyber-Mobbing erörtert. Dabei wird erläutert, was Lehrkräfte, Eltern und Opfer unternehmen können und ob es möglicherweise „Frühwarnsysteme“ gibt, die dabei helfen, Cyber-Mobbing rechtzeitig zu erkennen. Abschließend werde ich einige ausgewählte Präventionsprogramme vorstellen.

Eine Abschlussbetrachtung erfolgt im fünften Kapitel, in dem die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst werden.

KAPITEL I 2. Direktes „traditionelles“ Mobbing

Auf Schulhöfen und dem Nachhauseweg können viele verschiedene Formen von Auseinandersetzungen auftreten. So werden Mitschüler u.a. diskriminiert, beleidigt, drangsaliert und körperlich angegriffen. Seit vielen Jahren wird dieses Problem international als „Bullying“ (eng.: to bully = einschüchtern) in Deutschland unter dem Namen „Mobbing“ (eng.: mob = Pöbel) diskutiert.12

Mobbing schädigt die Opfer weit mehr als die üblichen Spöttereien, Neckereien und Pöbeleien, denn es richtet sich vor allem gegen Außenseiter und Schwächere, die in der Schulklassenhierarchie ohnehin unten stehen. In jüngster Zeit nutzen immer mehr Kinder und Jugendliche moderne Kommunikationsmedien, die sogenannten „ Neuen Medien“, wie Smartphones, E-Mails oder Chatforen, in denen sie andere diffamieren. Diese virtuellen Attacken nennt man „Cyberbullying“ oder „Cyber-Mobbing“ und werden im dritten Kapitel untersucht.13

2.1 Klärung des Begriffs Mobbing

Wenn Kinder und Jugendliche untereinander Konflikte haben und sich streiten ist dies zunächst einmal völlig normal. Alltägliche Streitigkeiten können und sollten sie unter sich ausmachen. Auch ist es normal, wenn Heranwachsende miteinander kämpfen und Kräfte messen. „Solange alle Beteiligten damit einverstanden sind, sind Rangeleien unproblematisch und kein Anlass, um sich Sorgen zu machen. Auch gelegentliche Hänseleinen werden nicht als Mobbing bezeichnet“14.

Problematisch wird es dann, wenn ein Kind oder Jugendlicher über einen längeren Zeitraum immer wieder von Klassenkameradinnen und Klassenkameraden oder Gruppenmitgliedern systematisch ausgegrenzt, erniedrigt und fertig gemacht wird, und wenn das betroffene Opfer den Schikanen und Feindseligkeiten hilflos ausgeliefert ist. Die Demütigungen können in Form von körperlicher Nötigung, aber auch mit psychischen Mitteln ausgeübt werden. In solchen Fällen spricht man vom oben bereits erwähnten Mobbing oder Bullying.15 Mobbing beschreibt also ein spezielles Muster aggressiven Verhaltens.

Smith und Sharp verstehen unter Mobbing einen wiederholten, systematischen und vorsätzlichen Missbrauch von Macht. „Beim Mobbing werden nach Schäfer & Kullis physisch und psychisch schwächere Mitschüler gezielt zum Opfer gemacht, um den eigenen Status aufzuwerten“16.

Nach dem schwedischen Psychologen Dan Olweus umfasst Mobbing eine negative Handlung, „die wiederholt und über einen längeren Zeitraum von einem oder mehreren Schülern ausgeführt werden, wobei ein Ungleichgewicht in der Stärke zwischen Täter (Bully) und Opfer (Victim) zu Ungunsten des Opfers bestehen muss. Bullying richtet sich zudem als dauerhaftes Drangsalieren und Quälen wiederholt an einzelne, spezifische Opfer, die sich aufgrund ihrer Unterlegenheit nicht oder kaum zu Wehr setzten können“17. Umgekehrt bedeutet dies, dass nicht von Mobbing gesprochen werden kann, wenn gleich starke Kinder und Jugendliche einen Konflikt austragen oder wenn Aggressionen gegen eine Person nur einmal auftreten.

Je nachdem wie offen die Attacken gegen das Opfer ausfallen, unterscheidet Olweus zwischen direktem und indirektem Mobbing.

Mobbing äußert sich verbal, z.B. durch Beleidigen, physisch, z.B. durch körperliche Gewalt oder relational, z.B. durch Isolation und Ausgrenzung.18

Zusammenfassend lässt sich Mobbing als eine dauerhafte und grundlegende Form von aggressivem Verhalten definieren, welches von einem oder mehreren Tätern ausgeht und sich überwiegend gegen eine angegriffene Person richtet.

Mobbingprozesse wirken sich auf die ganze betreffende Klasse aus, also auch auf scheinbar unbeteiligte Mitschüler. Wenn innerhalb einer Klasse bestimmte Kinder über einen längeren Zeitraum übel beschimpft werden, halten die restlichen Mitschüler diese Beschimpfungen ziemlich schnell für ganz selbstverständlich. „Wer immer wieder sieht, wie jemand geschlagen wird, empört sich irgendwann nicht mehr darüber, sondern findet es normal“19. In der Klasse ruft Mobbing aggressive Verhaltensweisen hervor und behindert somit die Lernmöglichkeiten. Zwar werden überwiegend Schwächere gemobbt, doch schafft Mobbing auch deswegen große Angst, weil es im Prinzip jeden treffen kann: Zurückhaltende und Beliebte, gute und schlechte Schüler, Kleine und Große, Dicke und Dünne. Die angegriffene Person wird enorm in ihren Möglichkeiten beeinträchtigt, sich weiterzuentwickeln, zu spielen, zu lernen, zu arbeiten und Leistung zu erbringen, sich zu informieren und zu kommunizieren. Langfristige Mobbing-Attacken beeinflussen die seelische und körperliche Gesundheit des Opfers. Durch ständige Demütigungen und Angriffen, denen die Betroffenen ausgesetzt sind, verändert sich ihre Persönlichkeit. Sie entwickeln häufig Verhaltensweisen, die von Selbstzweifel, ängstlicher Selbstbeobachtung, Anpassung oder Abwehr sowie Misstrauen bestimmt sind. 20

Es gibt Täter, die selbst Opfer ihres eigenen Verhaltens werden, wenn sie z.B. selber fürchten, dass andere genauso handeln könnten wie sie selbst. Viele der Mobber stehen unter dem Druck, sich immer neue Schikanen einfallen lassen zu müssen, da sie nicht geachtet, sondern gefürchtet werden. Mobbing kann im Gegensatz zu anderen Gewaltformen verdeckter ausgeübt werden, wodurch es von Lehrkräften sowie Eltern, im Gegensatz zu anderen Gewaltformen, schwieriger wahrgenommen werden kann. Dazu kommt noch, dass die Betroffenen häufig Schwierigkeiten haben, sich in ihrer Not selbst als Opfer zu sehen oder sich gar anderen zu öffnen, um das Problem zu schildern. Unbeteiligte haben häufig Angst, selbst zum Opfer gemacht zu werden und aus der Klassengemeinschaft ausgestoßen zu werden, weshalb sie sich kaum an Lehrkräfte oder Eltern wenden.21 Einen genaueren Überblick, wer wie an Mobbing beteiligt ist, soll der nachfolgende Punkt geben.

2.2 Die beteiligten Personen im Überblick

Auf der Mobber-Seite stehen zunächst einmal die Täter oder auch Bullys genannt, welche die Übergriffe planen und durchführen. Dazu kommen noch die Mitläufer, die sich unregelmäßig und wechselnd an den Mobbing-Attacken beteiligen und den Tätern so den Rücken stärken.

Mobbing tritt vorrangig innerhalb einer Klasse auf. Dabei nehmen die restlichen Mitschüler ganz unterschiedliche Rollen ein. Diese Kinder haben gemeinsam, dass sie als „Zuschauer“ den Konflikt oft nicht richtig einschätzen und die Übergriffe für „Späße“ halten ohne den Ernst der Lage zu begreifen. Ein Teil der Schülerschaft „freut“ sich sogar teilweise über den „Umtrieb“, den die Mobbing-Attacken innerhalb der Klasse verursachen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch einige mutige Schüler, welche Partei für das Opfer ergreifen und einschreiten.22

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die an Mobbing beteiligten Personen im Einzelnen Quelle: http://www.miteinandern.de/uploads/media/Vortrag_Mobbing.pdf, S.3

2.2.1 Das Täterprofil

„Die Täter lassen sich hinsichtlich eines Merkmals relativ einfach identifizieren: Zum überwiegenden Teil sind es Jungen“23. Mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil männlicher Mobber enorm zu, wobei sich ihre Mobbing-Angriffe überwiegend auf Personen des eigenen Geschlechts richten. 80 Prozent der schikanierten Jungen werden auch von Jungen gemobbt. Bei den Schülerinnen sind 60 Prozent Opfer von anderen Mädchen. In der Häufigkeit der Attacken, sowie in der Art und Weise, wie Konflikte ausgetragen werden, unterscheiden sich Jungen sehr von Mädchen. Während Schüler physische Gewalt als Lösungsstrategie bevorzugen, fechten Schülerinnen ihre Konflikte eher auf verbaler Ebene aus.24

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2:Schüler unterschiedlicher Klassen, die angeben, andere schikaniert zu haben Quelle: jannan-mobbing-vortrag_2_2010, http://www.seht-ms.de/wordpress/?page_id=189

Die Täter zeigen in den meisten Fällen ein sehr impulsives Verhalten, was auf eine geringe Selbstkontrolle schließen lässt. „Die aggressive Durchsetzung ihrer eigenen Ziele steht beim Miteinander mit anderen Schülern im Vordergrund“25. Häufig wird die Ausübung von Macht als lustvoll empfunden und zählt somit zu dem entscheidenden Verhaltensmotiv. Mobber haben im Allgemeinen eine positivere Haltung zu Gewalt und dem Aufbringen gewalttätiger Mittel als der Hauptteil der Schülerschaft.26 Sie erkennen die Schwächen von potenziellen Opfern relativ leicht, zeigen aber keine Empathie mit ihnen, da sie ein starkes Bedürfnis verspüren, andere zu dominieren. Hinsichtlich der Gefühlswelt des Gemobbten zeigen Täter eine sehr schlechte Wahrnehmung. Männliche Täter sind in der Regel physisch stärker als ihre Mobbing-Opfer und als gleichaltrige Schüler im Allgemeinen. Interessanterweise haben Mobber zumeist ein geringes Selbstwertgefühl, ein Merkmal also, welches auch Opfer besitzen. Typische Verhaltensweisen, die Täter gegenüber vielen Mitschülern zeigen, sind wiederholte Einschüchterungen, Hänseln, Bedrohen, Verspotten, Beschimpfen, Schlagen, Treten, Schubsen und Beschädigungen des Eigentums.27

Als mögliche Ursachen für das beschriebene Täterverhalten können bestimmte Faktoren eine entscheidende Rolle spielen: Es kann z.B. im Elternhaus an liebevoller Zuneigung und Anteilnahme am Leben des Kindes fehlen. Hinzu kommen körperliche Gewalt der Eltern sowie machtbetonte Erziehungsmethoden. Diese familiären Unterdrückungen geben die Mobber oftmals an das Opfer weiter. Die Gewaltbereitschaft der Täter kann auch durch Beobachtungen von Gewalt zwischen den eigenen Eltern erhöht werden. In Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund kommt dieser Faktor häufiger vor als in deutschen Familien.28 Ein „übertolerantes“ Verhalten der Erziehungsberechtigten kann die beschriebenen Verhaltensweisen ebenfalls begünstigen. Aggressive Vorbilder können Ursache sein, wenn sie von Tätern positiv bewertet werden. „Dies kann als ‚soziale Ansteckung‘ zum passiven Gewalttäter bzw. Mitläufer führen“29. Vermindertes Mitleid und fehlende Empathie mit dem Opfer bewirken erwiesenermaßen gewalttätige Medieninhalte.30

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Ursachen für Täterverhalten Quelle: http://www.mobbing-wiki.de/images/4/45/Ursachen_t.gif

2.2.2 Das Opferprofil

„Jungen sind nicht nur häufiger Täter, sondern auch häufiger Opfer“31. Vor allem männliche, junge Schüler werden in der Klasse von Mobbern getreten, geschlagen und gehänselt. Jungen werden dabei stärker Opfer offener Schikanen, während Mädchen häufiger unter Beziehungsmanipulationen und sozialem Ausschluss leiden. Generell gilt, dass jeder zum Gemobbten werden kann, aber nicht jeder kann zum Mobber werden. Fragt man Schüler, warum bestimmte Kinder Opfer von Mobbing-Angriffen werden, tendieren viele dazu, dies mit äußerlichen Auffälligkeiten zu begründen, wie z.B. einer bestimmten Haarfarbe, zu viel Körpergewicht oder einem ungewöhnlichen Dialekt. Olweus ging dieser Frage in zahlreichen Studien nach, konnte jedoch als einzige äußerliche Auffälligkeit feststellen, dass die Opfer körperlich unterlegener waren als Jungen im Allgemeinen, während die Täter weitaus stärker und kräftiger waren als die Opfer.

Das typische Opferprofil weist, im Gegensatz zu Schülern im Allgemeinen, viele ängstliche und unsichere Züge auf. Wird der Gemobbte angegriffen, so reagiert er mit Rückzug und in jüngeren Klassen auch mit Weinen. Die Betroffenen leiden unter mangelndem Selbstwertgefühl, was zu einer negativen Einstellung zu sich selbst und ihrer Situation führt. Viele sehen sich als Versager und empfinden sich als wenig anziehend, dumm und schämen sich.

Insgesamt gibt dieses sehr „passive“ Opfer seinen Peinigern zu erkennen, dass es sich wertlos und unsicher fühlt und sich nicht wehrt, sollte es angegriffen werden.32

Bei etwa 20 Prozent der Betroffenen findet sich ein Typus wieder, den Olweus als „provozierendes“ Opfer bezeichnet. Diese Kinder und Jugendlichen sind oftmals aufdringlich und impulsiv. „Sie wirken oft unreif, haben unangenehme Angewohnheiten und sind daher bei Gleichaltrigen und auch bei Erwachsenen unbeliebt“33. In vielen Fällen versuchen diese Schüler selbst, andere Kinder zu tyrannisieren.34

2.2.3 Die Mitläufer

Mitläufer aus dem näheren Umkreis des Mobbing-Täters, adaptieren in der Regel sein fieses und demütigendes Verhalten. Meist passen sie sich dem Mobbinganführer an, da dieser andernfalls damit droht, die Freundschaft aufzulösen. Um nicht selber zum Gespött und von der Clique gemobbt zu werden, unterstützen und schützen die Mitläufer den Täter. Dieses Verhalten lässt darauf schließen, dass ihnen die Gruppenzugehörigkeit enorm wichtig ist und der Gruppenzwang auf jedes einzelne Mitglied einen hohen Einfluss ausübt.35

Bei dem Gruppengefüge gibt es nicht immer eine klare Trennung zwischen Tätern und Mitläufern. Innerhalb der Gruppen kann es zu Rivalitäten kommen, wodurch sich die Hierarchie ändert, sodass Mitläufer zu Haupttätern werden und umgekehrt. Somit kommt den Mitläufern eine ebenso aktive Rolle zu wie den Mobbern selbst.36

2.2.4 Die Zuschauer, Wegschauer und Dulder

Mitschüler, welche die Mobbing-Angriffe passiv beobachten, können als Zuschauer oder Wegschauer betitelt werden. Sie sind nicht direkt an den Vorfällen beteiligt, stellen aber trotzdem eine entscheidende Größe im Mobbing-Prozess dar. Dadurch, dass sie nicht aktiv in das Ereignis eingreifen und das Opfer versuchen zu schützen, spornen die Mitschüler den Täter in seinem Verhalten an und stabilisieren das Mobbing-Geschehen. Dies bestärkt den Mobber in seinem Handeln, sodass er seine „Mobbing-Bühne“ nutzt und die Zuschauer als eine Art Publikum empfindet.37 Mitschüler, die tatenlos zuschauen und die Übergriffe tolerieren, sind mit dafür verantwortlich, dass Gewalt in der Klasse überhaupt möglich wird. Die Dulder trauen sich häufig nicht, gegen den Täter vorzugehen, aus Angst selber zur „Zielscheibe“ zu werden. Der Gruppendruck der Klasse verstärkt wiederum das Nicht-Eingreifen.

Diese Gruppe ist für die Vermeidung von Mobbing-Geschehnissen sehr bedeutsam. Sie können die Angriffe maßgeblich beeinflussen, wenn sie aktiv eingreifen, indem sie an einer Lösung des Konflikts mitarbeiten und versuchen den Betroffenen zu beschützen. So können Mobbing-Situationen entschärft und eingedämmt werden, denn auf diese Weise erfährt der Mobber keine weitere Ermutigung sowie Unterstützung für sein Verhalten.38

2.3 Der Mobbing-„Teufelskreis“

Wie bereits oben beschrieben, sind Mobbing-Angriffe in der Schulklasse keine Phänomene, welche sich auf die Täter-Opfer-Beziehung beschränken. „Assistenten, die den Bullys aktiv helfen; Verstärker, die die Bullys beklatschen; Außenstehende, die sich eher zurückhalten und potenzielle Verteidiger, die das Opfer unterstützen“39 erweitern den Kreis. Jungen gehören eher zu den Mobbern, Verstärkern und Assistenten, Mädchen eher zu den Außenstehenden oder Verteidigern. Mobber, ihre Taten, Opfer sowie ihre Umwelt sind somit durch eine charakteristische Dynamik gekennzeichnet. Olweus spricht hierbei von einem „Teufelskreis“ zwischen:

- „den individuell in Kindern vorliegenden Dispositionen aus Anlage, Temperament und Erziehung, die aggressive Verhaltensmuster begünstigen;
- der daraus resultierenden aggressiven Tat;
- den kurzfristigen Reaktionen der Mitschüler, die hilflos oder bewundernd sind. Das Opfer ist hilflos, der Täter setzt sich durch, Lehrkräfte bemerken oft nichts oder reagieren inkonsequent, auch die Eltern erfahren meist nichts;
- den längerfristigen Folgereaktionen der Mitschüler, die hilflos sind oder den Täter verstärken. Dazu kommt ein hilfloses Opfer und ein sich aggressiv durchsetzender Täter. Hilflos sind meist auch die Lehrkräfte, die dann keine Schutzfunktion für die Schüler übernehmen; und die Rückwirkungen auf die aggressiven Verhaltensmuster des Kindes“40.

Solche Teufelskreise aufzubrechen ist sehr schwer. Trotzdem wurden zwischenzeitlich viele pädagogische Programme entwickelt, um für diese Herausforderung Lösungsansätze zu finden.41

2.4 Präventions- und Interventionsmaßnahmen

Um Mobbing-Entwicklungen entgegenzuwirken wurden bereits verschiedene Behandlungsmöglichkeiten konzipiert, wobei besondere Aufmerksamkeit den präventiven Maßnahmen zukommt. „Ziel präventiver Maßnahmen ist es, Risikofaktoren für ein Problemverhalten zu reduzieren und Schutzfaktoren zu fördern“42.

Jede Schule sollte ein pädagogisches Konzept zur Prävention von Mobbing und zum Umgang mit Konflikten haben. Dafür liegen spezielle Anti-Mobbing-Programme vor, die den Schulpädagogen „ein Instrumentarium an die Hand geben, um Mobbing zu stoppen und um ein Gruppenklima zu schaffen, in dem Mobbing weniger wahrscheinlich wird“43. Um Interventionsprogramme wirkungsvoll durchführen zu können, sollten Lehrkräfte an eine entsprechenden Schulung bzw. Training teilnehmen. Dabei geht es vorrangig darum geeignete Kommunikationsregeln zu erlernen, soziales Verhalten zu unterstützen und anzuerkennen sowie mit Rechtfertigungsstrategien konstruktiv umgehen zu können.44 Eine Auswahl der gängigen Anti-Mobbing-Konzepte soll an dieser Stelle überblickshaft vorgestellt werden, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

2.4.1 „SPOTLIGHT – Theater gegen Mobbing“

„SPOTLIGHT – Theater gegen Mobbing“ wurde 2002 vom „arbeitskreis soziale bildung und beratung“ e.V. (asb) in Münster als handlungsorientiertes Konzept für eine gewaltpräventive Arbeit mit Schulklassen entwickelt. Im Mittelpunkt des Konzeptes steht der Gedanke, „den sich häufenden Mobbingfällen und der damit verbundenen Ratlosigkeit von Pädagogen mit einer wirksamen Methodik zum Verhindern und/oder zur Lösung von Mobbingkonflikten zu begegnen“45. Dafür wurde ein Schulprojekttag konzipiert, an dem mit theaterpädagogischen Ansätzen der Gegenstand Mobbing von den Heranwachsenden bearbeitet wird. Dabei besteht die Möglichkeit, während des Projekttags einen aktuellen Vorfall innerhalb der Klassengemeinschaft zu lösen, andernfalls wird er als präventive Maßnahme genutzt, um die Schülerschaft für das Thema Mobbing zu sensibilisieren und ihr Verantwortungsbewusstsein zu stärken.

Das SPOTLIGHT-Team arbeitet an diesem Projekttag mit der gesamten Jahrgangsstufe der sechsten bis achten Klasse an dem Thema „Mobbing unter Schülern“. Innerhalb des Klassenverbandes wird mit Hilfe theaterpädagogischer Ansätze auf zwei Ebenen gearbeitet: „Der allgemeinen Ebene, auf der ausgehend von einem Theaterstück das Phänomen Mobbing (‚Was ist eigentlich Mobbing und was kann man dagegen tun?‘) deutlich gemacht wird, und der konkreten Ebene, in der die Situation der Klasse im Mittelpunkt steht“46. Die Kinder und Jugendlichen entwickeln so durch praktisches Ausprobieren Handlungsalternativen und Lösungen, welche sie, wenn möglich, für alle sichtbar auf der Bühne präsentieren.

Neben den Projekttagen bietet das SPOTLIGHT-Team Fortbildungen für Lehrer, Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter an, in denen die Methoden und Resultate der vom SPOTLIGHT-Team mit den Heranwachsenden durchgeführten Projekttage vermittelt werden. Die Teilnehmer erhalten hier die Möglichkeit, „das Thema Mobbing in seiner Komplexität zu verstehen und mit Hilfe theaterpädagogischer Methoden in ihren Klassen zu bearbeiten“47. Weiter beinhaltet die Fortbildung eine Hospitation an einem Schul-Projekttag, wodurch die angewandte Methodik vorstellbar wird und „auf die eigene Praxis übertragen werden kann“48.

Zur Ergänzung wurde das Handbuch „Mobbing unter Schülern. Analyse – Bearbeitungsmethode – Handlungsschritte“ angefertigt, welches umfangreiche theoretische Hintergrundinformationen bereitstellt und im methodisch-praktischen Teil die Vorgehensweise beschreibt.49

2.4.2 No Blame Approach

Das Programm „No Blame Approach“ wurde in England entwickelt und ist ein systematisches sowie lösungsorientiertes Verfahren, um Mobbingprozesse zeitnahe und dauerhaft zu beenden. Das Besondere und die große Herausforderung dieser Methode liegt darin, dass auf Schuldzuweisungen sowie Bestrafungen verzichtet und der Blick nach vorne gerichtet wird.50 „Der zentrale Ansatzpunkt zur Lösung des Mobbingfalles ist die Frage, was getan werden kann, damit es dem gemobbten Kind wieder gut geht“51. Die Täter werden nicht an den „Pranger“ gestellt, sondern sie sollen die Möglichkeit erhalten, konstruktiv an einer Konfliktlösung mitzuarbeiten. Das Programm verläuft in drei einfachen und übersichtlichen Schritten, welche in der Regel innerhalb von 14 Tagen durchgeführt werden.

Im ersten Schritt erfolgt ein Gespräch zwischen der Lehrkraft oder dem Schulsozialpädagogen mit dem Opfer. Hier gilt es zunächst herauszufinden, wie sich der Betroffene gerade fühlt. Dabei wird nicht nach dem Vorfall, sondern ausschließlich danach gefragt, wer sich an den Mobbing-Attacken beteiligt hat.

In der zweiten Phase wird eine „Unterstützungsgruppe“ von ca. 6-8 Personen gebildet. Hierzu gehören der Mobber selbst, sowie Schüler, die in der Klasse durch couragiertes soziales Verhalten aufgefallen sind. Das Mobbing-Opfer ist nicht beteiligt. Die Lehrkraft schildert der Gruppe, wie sich das schikanierte Kind fühlt und weist die Teilnehmer darauf hin, dass sie etwas verändern können. Anschließend wird jeder aus der Unterstützungsgruppe nach Vorschlägen gefragt, wie sich das Opfer besser fühlen kann.

Im dritten Schritt erfolgt eine Woche später ein Einzelgespräch zwischen dem Lehrenden und allen Beteiligten aus der Unterstützungsgruppe sowie mit dem Opfer. Hier versucht die Lehrkraft in Erfahrung zu bringen, was inzwischen geschehen ist und ob sich eine Verbesserung der Situation eingestellt hat. 52 Wenn erforderlich, werden mehrere Gespräche mit den Mitgliedern der Unterstützergruppe geführt.53

Die Vorteile dieses Ansatzes liegen darin, dass die Kinder und Jugendlichen versuchen ihre Probleme aus eigener Kraft zu lösen, was entscheidend zum Aufbau sozialer Kompetenzen beiträgt. Darüber hinaus ist es sehr positiv, dass neben dem Täter und Opfer weitere Schüler eingebunden werden, um das Problem zu lösen. Da auf Schuldzuweisung und Strafe verzichtet wird, wird vom Grundgedanken ausgegangen, dass Täter Unrechtsbewusstsein und Empathie zeigen können.

Ein Nachteil dieser Methode könnte jedoch in den Einzelgesprächen liegen, die überwiegend während des Unterrichts geführt werden. Somit erfordert das „No Blame Approach“ Programm einen hohen Zeitaufwand.

2.4.3 Die Farsta-Methode

Die Farsta-Methode ist ein Interventionsprogramm um akute Mobbing-Vorfälle zu bearbeiten. Die Besonderheit des Programms liegt darin, dass nach einem Gespräch mit dem Opfer, die Täter überraschend mit ihrer Tat konfrontiert und zu einer Verhaltensänderung veranlasst werden. Um das Programm erfolgreich durchzuführen, empfehlen die Herausgeber ein „Anti-Mobbing-Team“ von zwei bis fünf „Experten“ zusammenzustellen, welche den Mobbing-Fall betreuen. Dabei sollte es sich um Personen handeln, die in der Gesprächsführung qualifiziert sind.

„Botschaft der Fartsa-Methode ist, dass Mobbing an Schulen nicht geduldet wird. Das Setzen und Einhalten von Grenzen und Regeln ist, ebenso wie die Durchsetzung der entsprechenden Konsequenzen, unabdingbar“ 54.

In der Regel wird bei diesem Programm in vier Etappen gearbeitet. Sobald ein Mobbing-Fall bekannt ist, hat die „Anti-Mobbing-Gruppe“ im ersten Schritt die Aufgabe, sämtliche ihr zugänglichen Informationen über den Vorfall zusammenzutragen. Sie sammeln Hinweise, in dem sie „Informanten“ befragen. In dieser Phase gilt es zu klären, ob es sich um einen ernstzunehmenden Mobbing-Fall handelt, wer die Täter sind oder wer das Opfer. Anschließend folgt ein behutsam geführtes Gespräch mit der betroffenen Person.

Im zweiten Schritt werden eine Reihe von Vorbereitungen und Organisationen getroffen, wie z.B. Raum und Zeit für Gespräche festlegen, Kollegen informieren etc..

In der dritten Etappe werden Opfer und Täter nacheinander in einem Gespräch nach den Mobbing-Angriffen befragt. Der Täter sollte dabei ohne vorheriges Wissen aus dem Unterricht genommen werden, damit ihm die Unterhaltung überraschend erscheint. Im Verlauf des Gespräches soll er mit seiner Tat konfrontiert werden, wobei mit Widerständen gerechnet werden muss. Es empfiehlt sich daher auf Rechtfertigungsstrategien seitens des Mobbers vorzubereiten. Dem Angreifer muss im Laufe der Unterhaltung deutlich zu verstehen gegeben werden, dass jegliche Formen von Mobbing-Übergriffen nicht geduldet werden. Darüber hinaus gilt es, ihn als Kooperationspartner gegen das Mobbing zu gewinnen. 55

Nach Ablauf einer „Bewährungszeit“ werden im vierten Schritt so lange gemeinsame Gespräche mit Opfer und Täter geführt, bis mit dem Mobber „eine verbindliche Vereinbarung darüber getroffen ist, wie er eine nicht feindselige Beziehung zum Opfer aufbauen kann und bis diese in die Tat umgesetzt ist“56.

2.4.4 Anti-Bullying-Programm nach Olweus

Das Anti-Bullying-Programm wurde von dem Norweger Dan Olweus entwickelt und enthält konkrete Schritte, wie nach einem Mobbing-Fall in der Schule pädagogisch verfahren werden sollte. Dabei werden alle Protagonisten, wie Täter, Opfer, Lehrkräfte und Eltern, einbezogen.

Opfer sowie Täter stellen nach einem Vorfall zunächst einmal ihre Sicht der Dinge schriftlich dar. Anschließend führen Lehrkräfte Einzelgespräche mit den Beteiligten, welche schriftlich protokoliert werden. Die niedergeschriebenen Berichte werden im Anschluss an die Eltern beider Schüler geschickt mit der Bitte, ebenfalls schriftlich Stellung zu den Vorfällen zu nehmen und darüber hinaus Vorschläge zu machen, wie sich die Schule diesbezüglich verhalten soll.57

Anschließend erfolgt ein vermittelndes Gespräch zwischen Täter und Opfer, an dem auch Erziehungsberechtigte und Lehrer teilnehmen.

Dieses Anti-Mobbing-Konzept geht über die konkrete Handlungsanweisung bei Mobbing hinaus. „Es ist ein schulumfassendes Programm gegen Gewalt. Das Maßnahmepaket besteht aus Klassen- und Schulregeln mit positiven und negativen Konsequenzen, einer verbesserten Pausenaufsicht regelmäßigen Klassengesprächen, Lehrergruppen zur Entwicklung des Schulklimas, Lehrer-Eltern-Schüler-Treffen, Elternbroschüren, attraktiven Schulhöfen und anderem mehr“58.

Grundsätzlich hängt der Erfolg des Anti-Mobbing-Konzepts davon ab, dass es vom Lehrerkollegium, den Eltern und den Schülern unterstützt wird.59

KAPITEL II 3. Cyberspace und Computervermittelte Kommunikation

Cyber-Mobbing findet im digitalen Raum statt. Um eine Brücke zwischen traditionellem Mobbing und Cyber-Mobbing schlagen zu können, ist es daher zunächst wichtig, auf die computervermittelte Kommunikation (CvK) einzugehen, welche im Cyberspace60 ausgeübt wird und die Plattform für Mobbing im Internet bereitstellt.

Im Folgenden soll ein Überblick über die CvK gegeben sowie Unterschiede zur Face-to-Face-Kommunikation aufgezeigt werden. Neben diesen Grundlagen gilt es weiter, einen Einblick in die aktuelle JIM-Studie von 2012 zu geben, um sich mit der Nutzung digitaler Medien von Schülern auseinanderzusetzten.

3.1 Formen der computervermittelten Kommunikation

Kinder und Jugendliche wachsen in der heutigen Zeit mit digitalen Medien auf und lassen sich daher als „Digital Natives“ bezeichnen. Darunter werden Menschen verstanden, die mit digitalen Technologien wie Computer, Internet, Handy / Smartphone und MP3-Player aufgewachsen sind.61

Die Neuen Medien haben längst Einzug in den Alltag der Schüler genommen und somit sind Smartphones und Internet Kommunikationsmittel Nummer Eins, um auch nach der Schule auf dem neusten Stand zu bleiben, was bei den Freunden gerade los ist. Wem diese medialen Kanäle nicht zur Verfügung stehen, kann schnell zum Gespött der Schule werden und Mobbing-Angriffen zum Opfer fallen.

Digitale Medien prägen die Lebenswelt der jungen Generation maßgeblich und spielen daher eine große Rolle. Einen großen Teil ihrer Freizeit verbringen die „Kids“ im Cyberspace. Sie nutzen den virtuellen Raum hauptsächlich für die Beschaffung von Informationen sowie als Plattform für Kommunikation und Unterhaltung. Aufgrund der vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten, die Neue Medien bieten, bilden sie das Fundament für die Ausübung von Cyber-Mobbing.

Computervermittelte Kommunikation umfasst nach Misoch alle kommunikativen, d.h. sozialen Austauschprozesse, die durch einen Computer als vermittelndes technisches Medium stattfinden.62 Voraussetzung für diese Art der Kommunikation ist also ein Computer bzw. Handy / Smartphone für den Sender als auch Empfänger, um die Nachrichten en- bzw. dekodieren zu können. Darüber hinaus müssen diese Medien miteinander vernetzt sein, beispielsweise via Internetverbindung oder Mobilfunknetz. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Technologie selbst nur digitale Daten weitersendet, „die erst dann zu bedeutungsvollen Informationen oder sozialen Kommunikationsakten werden, wenn Menschen im wechselseitigen Bezug aufeinander aktiv mit ihren Gedanken, Gefühlen und Handlungen involviert sind“63. Im Zusammenhang mit Cyber-Mobbing muss hierbei die Internet-Nutzung untersucht werden, genauer gesagt, die kommunikativen Internet-Dienste. Diese lassen sich in zwei Kategorien einteilen. Einerseits in asynchrone (zeitversetzte) andererseits in synchrone (zeitgleiche) Dienste.64

Zu asynchronen Kommunikationsmitteln gehören z.B. E-Mail, Fax, SMS, Mailinglisten, Briefe oder Nachrichten auf dem Anrufbeantworter. Die Nachrichteninhalte werden bei dieser Telekommunikationsform aufgezeichnet und mit einer zeitlichen Verzögerung zur Zielperson weitergeleitet bzw. für sie zum Abruf bereitgestellt und erst dann (eventuell) rezipiert. Die Gesprächspartner müssen also nicht zur gleichen Zeit online sein, um miteinander kommunizieren zu können.

Bei synchronen Kommunikationsmitteln wird eine wechselseitige Kommunikationsverbindung hergestellt, ähnlich wie bei einem Face-to-Face-Gespräch. Die Protagonisten sind zur gleichen Zeit aktiv, sodass eine unmittelbare Rückkopplung ermöglicht wird, z.B. mittels Telefon / Smartphone, Live-Chat oder Videokonferenz.65

„Die Kommunikationssituationen können außerdem bezogen auf ihre Reichweite bzw. ihre Sender- und Empfängerstruktur unterschieden werden“66. Misoch differenziert sie in ihrem Buch „Online-Kommunikation“ in Individualkommunikation (one-to-one), Gruppenkommunikation (many-to-many) sowie Uni-, bzw. Massenkommunikation (one-to-many).67

Die Rolle des Rezipienten verändert sich bei der CvK dahingehend, dass er zum interaktiven Nutzer wird, welcher nicht mehr von vorgefertigten Angeboten der Massenmedien abhängig ist, sondern Medieninhalte selbst verfasst und diese an unterschiedliche Personenkreise weiterleitet. Somit wird der Leser gleichzeitig zum Kommunikator und hat die Möglichkeit neben einzelnen Personen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis auch mit unbekannten Personen zu kommunizieren.68 „Diese Veränderung ist für das Thema Cyber-Mobbing besonders relevant, denn bei den Mobbingeinträgen handelt es sich zumeist um User Generated Content“69. Übersetzt werden kann dieser Begriff mit „nutzergenerierte Inhalte“ und bezeichnet Medieninhalte, die nicht von einem Anbieter eines Webangebots, sondern von dessen Nutzern erstellt werden.70

3.2 Unterschiede zwischen computervermittelter Kommunikation und direkter Kommunikation (Face-to-Face-Kommunikation)

Der Alltag von Kindern und Jugendlichen wird immer mehr von dem Versenden von E-Mails, dem Chatten oder dem Spielen im Netz geprägt. Medienwissenschaftlerin Misoch beschäftigte sich in diesem Zusammenhang mit der Frage, wie die Online-Kommunikation wirkt. Antworten auf diese Frage gewann sie aus einem direkten Vergleich mit der unvermittelten Face-to-Face-Kommunikation.

Misoch nennt fünf Merkmale, durch die sich computervermittelte Kommunikation von der Face-to-Face-Kommunikation abgrenzen lässt. 71 l

Das erste Merkmal, die „Entkörperlichung“ stellt klar, dass nonverbale Zeichen wie Körperhaltung, Gemütszustand, Augenkontakt, Mimik oder Gestik bei der CvK nicht zur Verfügung stehen. Durch dieses Fehlen von sozialen Merkmalen wie Herkunft, Alter oder Erscheinungsbild, können Personen anonym im Internet agieren und somit andere Identitäten annehmen.72 Um fehlende Gefühlszustände wie Freude, Trauer etc. dennoch kenntlich zu machen, werden sogenannte textuelle „Emoticons“ (emotional icons), also Smileys, welche Gefühle ausdrücken sollen (J,K,L) oder Akronyme wie z.B. LOL (Laughing out Loud) eingesetzt.73 Diese „Textualität“ bildet daher das zweite Merkmal der computervermittelten Kommunikation. Das dritte Erkennungszeichen für computervermittelte Kommunikation ergibt sich aus der „Entzeitlichung“ bzw. „Enträumlichung“. Trotz verschiedener geographischer Orte und Zeitunterschieden, können die Kommunikationsteilnehmer miteinander kommunizieren, beispielsweise über E-Mail, Chats, SMS etc.. Das Merkmal „Entkontextualisierung“ meint in diesem Zusammenhang, dass aufgrund der Orts- und Zeitunabhängigkeit die Kommunikationsteilnehmer nicht physisch anwesend und „über keinen gemeinsamen Kontext oder Handlungshintergrund verfügen“74 müssen.

Die „Digitalisierung“ beschreibt als letztes Merkmal, dass die gesamte Kommunikation im virtuellen Netz auf digitalisierte Prozesse beruht. Dadurch können alle Informationen dokumentiert, gespeichert und miteinander kombiniert werden und lassen sich somit relativ einfach weiterverarbeiten. Sie bleiben im Gegensatz zur Face-to-Face-Kommunikation dauerhaft erhalten. „Durch die global vernetzten Systeme können digitale Daten an die entferntesten Orte transportiert werden, was eine erhebliche Beschleunigung der Kommunikation nach sich zieht“75.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Folgen der Digitalisierung Quelle: Online Kommunikation , Misoch 2006, S.93

3.3 Theorien der computervermittelten Kommunikation

Um die Besonderheiten computervermittelter Kommunikation besser zu verstehen, soll an dieser Stelle eine Auswahl von relevanten Theorien vorgestellt werden.

Im Zentrum der „Kanalreduktionstheorie“ steht die Annahme, dass bei computervermittelter Kommunikation via getipptem Text, die meisten Sinneskanäle ausgeschlossen werden. Diese im Vergleich zur Face-to-Face-Kommunikation extreme Kanalreduktion auf physikalischer Reizebene geht mit einer Reduktion gemeinsamer Handlungsmöglichkeiten und verfügbarer Zeichenkomplexe einher.76 Ent-Emotionalisierung, Ent-Sinnlichung, Ent-Körperlichung, Ent-Menschlichung, Ent-Kontextualisierung, Ent-Räumlichung und Ent-Zeitlichung sind Stichworte, die den verlustbringenden Charakter textbasierter Telekommunikation charakterisieren.77

Die „Filtertheorie“ greift das Konzept der Kanalreduktion auf. Es wird hier davon ausgegangen, dass eine Verringerung der Kommunikationskanäle zu einem Informationsverlust führt, der die Wahrnehmung der Person verändert. Im Kern der Filtertheorie steht, dass die Person nichts über den psychosozialen Hintergrund des Kommunikationspartners weiß. Durch das Erreichen von Anonymität und Pseudoanonymität werden soziale Hemmungen, Privilegien, Kontrollen und Hürden abgebaut. Dies kann auf der einen Seite einen positiven Effekt, wie verstärkte Freundlichkeit, Offenheit, etc. bewirken, auf der anderen Seite aber auch einen negativen Effekt, wie Feindlichkeit, z.B. ausgedrückt durch Cyber-Mobbing oder Anomie etc. erhöhen.78 „Ein solches pro- und antisoziales Verhalten kann durch jene Anonymität sichergestellt werden und diesbezügliche Handlungsspielräume eröffnen. Dieses antisoziale und deviante Verhalten wird als Flaming bezeichnet“79.

Die Theorie „Rationale Medienwahl“ geht genau wie das Kanalreduktions-Modell davon aus, „dass bei medialer Vermittlung interpersonale Kommunikation aus subjektiver Sicht verarmt“80. Nach Auffassung dieses Modells, wählen Personen Medien nach ihrer sozialen Präsenz, bzw. nach ihrer persönlichen Nähe und medialen Reichhaltigkeit. Je nach Adressat und Anlass werden unterschiedliche Formen der Vermittlung genutzt, „um einen maximalen Kommunikationserfolg zu erzielen (Kosten-Nutzen-Abwägung). Ziel ist es, eine Passung zwischen Kommunikationsaufgabe und der sozialen Präsenz des Mediums zu finden. Bei richtiger Passung kann die Mediennutzung keine negativen Effekte auf die Kommunikation haben“81.

Die Theorie der normativen Medienwahl geht davon aus, dass Medienwahlen im (betrieblichen) Alltag nicht ausschließlich – wie von der Theorie der rationalen Medienwahl postuliert – gemäß individuellen Kosten-Nutzen-Abwägungen rational entschieden werden, sondern durch Bedienungskompetenz und soziale Normen überformt sind.82 Speziell die Zuschreibung sozialer Präsenz wird durch die Bedienungskompetenz beeinflusst: Computervermittelte Kommunikation wird von Personen mit mehr Medienerfahrung als reichhaltiger und lebendiger eingestuft und von ihnen in einem stärkeren Maße genutzt. „Die Nützlichkeitsbewertung des Umfeldes beeinflusst die eigene Bewertung und Nutzung des entsprechenden Mediums“83. Demnach sind vielfältige medienbedingte Kommunikationsstörungen möglich, etwa wenn Personen bestimmte Medien aus Prestigegründen nutzen bzw. zu nutzen vorgeben oder sie auf der Basis von Vorurteilen ablehnen. Es muss also bei Medienbeurteilungen von komplexen Wechselwirkungen ausgegangen werden.84

[...]


1 t-online. URL: http://www.t-online.de/eltern/jugendliche/id_61372422/cybermobbing-faelle-die-schockierten.html. Letzter Aufruf am 27.04.2013. Im Folgenden zitiert als: t-online.de.

2 Wiele, J. (2011). Cybermobbing - Bring dich doch um, alle wären froh, wenn du tot wärst. URL: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/cybermobbing-bring-dich-doch-um-alle-waeren-froh-wenn-du-tot-waerst-11497475.html. Letzter Aufruf am 27.04.2013. Im Folgenden zitiert als: Wiele 2011.

3 Vgl. ebd.

4 Der Begriff Cyber-Mobbing und Cybberbullying wird in dieser Arbeit synonym verwendet

5 Im Interesse der erleichterten Lesbarkeit und damit der Verständlichkeit der vorliegenden Arbeit wird im Folgenden nur eine Sprachform verwandt. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass mit der Verwendung der männlichen Sprachform die weibliche selbstverständlich miterfasst ist

6 Mittelbayrische: URL: http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/panorama/artikel/wenn-cybermobbing-toedlich-endet/861311/wenn-cybermobbing-toedlich-endet.html. Letzter Aufruf am 27.04.2013. Im Folgenden zitiert als: Mittelbayrische online.

7 Süddeutsche. URL: http://www.sueddeutsche.de/panorama/urteil-in-den-niederlanden-hoechststrafe-fuer-anstiftung-zu-Facebook-mord-1.1521620. Letzter Aufruf am 27.04.2013. Im Folgenden zitiert als: Süddeutsche online.

8 Mittelbayrische online.

9 Grimm, P. & Clausen-Muradian, E. (2009). Cyber-Mobbing - psychische Gewalt via Internet. „Ja, Beleidigungen, Drohungen. So was halt“. S.33. In: Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. (Hrsg.).Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis (54). 2. S.33-37. 2009. Reinhardt Verlag. München. Im Folgenden zitiert als: Grimm & Clausen- Muradian 2009.

10 Mittelbayrische online.

11 Techniker Krankenkasse. URL: http://www.tk.de/tk/020-positionen/meinungspuls-cybermobbing-2011/360344. Letzter Aufruf am 27.04.2013. Im Folgenden zitiert als: Techniker Krankenkasse online.

12 Wahl, K. & Hees, K. (2009). Täter oder Opfer? Reinhardt Verlag. München. S.25. Im Folgenden zitiert als: Wahl & Hees 2009.

13 Vgl. ebd. S. 25.

14 Trenz, C. (2010). Mobbing unter Kindern und Jugendlichen. Drei-W-Verlag. Köln. S.6. Im Folgenden zitiert als: Trenz 2010.

15 Vgl. Trenz 2010. S.6.

16 Huber, A. (2011). Anti-Mobbing-Strategien für die Schule. Wilhelm & Adam Verlag. Heusenstamm. S.4. Im Folgenden zitiert als: Huber 2011.

17 Scheithauer, H. et.al. (2003). Bullying unter Schülern. Hogrefe-Verlag. Göttingen. S.17. Im Folgenden zitiert als: Scheithauer 2003.

18 Vgl. Huber 2011. S.4.

19 Kindler, W. (2002). Gegen Mobbing und Gewalt. Ein Arbeitsbuch für Lehrer, Schüler und Peergruppen. Kallmeyersche Verlagsbuchhandlung. Seelze-Velber. S.19. Im Folgenden zitiert als: Kindler 2002.

20 Vgl. Kindler 2002. S.19.

21 Vgl. ebd. S.19.

22 Rietzler, S. (2013). Lernen lernen für… . URL: http://www.mit-kindern-lernen.ch/component/zoo/item/mobbing-beteiligte. Letzter Aufruf am 02.05.2013. Im Folgenden zitiert als: Rietzler 2013.

23 Jannan, M. (2010). das Anti-Mobbing-Buch. Gewalt an der Schule – vorbeugen, erkennen, handeln. Berlitz Verlag. Weinheim. S.32. Im Folgenden zitiert als: Jannan 2010.

24 Vgl. ebd. S.33.

25 Jannan 2010. S.33.

26 Landscheidt, K. (2007). Wenn Schüler streiten und provozieren. Richtig intervenieren bei antisozialem Verhalten. Reinhardt Verlag. München. S.197-198. Im Folgenden zitiert als: Landscheidt 2007.

27 Vgl. ebd. S.197-198.

28 Vgl. Jannan 2010. S.35.

29 Jannan 2010. S.35.

30 Vgl. ebd. S.35.

31 Landscheidt 2007. S.196

32 Vgl. ebd. S.196.

33 Landscheidt 2007. S.197.

34 Vgl. ebd. S.196-197.

35 Bundeszentrale für politische Bildung. URL: http://www.bpb.de/lernen/unterrichten/grafstat/46561/m-02-07-die-rolle-der-mitlaeufer-und-zuschauer. Letzter Aufruf am 04.05.2013. Im Folgenden zitiert als: bpb online.

36 Gebauer, K. (2009). Mobbing in der Schule. Patmos Verlag. Düsseldorf. S.35. Im Folgenden zitiert als: Gebauer 2009.

37 Vgl. bpb online.

38 Vgl. bpb online.

39 Wahl & Hees 2009. S.27.

40 Wahl & Hees 2009. S.28.

41 Vgl. ebd. S.28.

42 Spröber, N. et. al. (2008). Bullying in der Schule. Das Präventions- und Interventionsprogramm ProACT+E. Belitz Verlag. Düsseldorf. S.20. Im Folgenden zitiert als: Spröber 2008.

43 Trenz 2010. S.24.

44 Vgl. ebd. S.24.

45 Stark im Miteinandern. URL: http://miteinandern.de/wasistspotlight.html. Letzter Aufruf 12.05.2013. Im Folgenden zitiert als: Stark im Miteinandern online.

46 Ebd.

47 Ebd.

48 Ebd.

49 Vgl. Huber 2011.S.107 ff.

50 Vgl. ebd. S.19.

51 Trenz 2010. S.26.

52 Vgl. ebd. S.26.

53 Vgl. Trenz 2010. S.26.

54 Stoppt die Mobber. URL: http://www.stopptdiemobber.h-da.de/index.php?id=12590. Letzter Aufruf am 09.05.2013. Im Folgenden zitiert als: Stoppt die Mobber online.

55 Vgl. Huber 2011. S.50.

56 Ebd. S.50.

57 Vgl. Trenz 2010. S.24-25.

58 Trenz 2010. S. 24-25.

59 Vgl. ebd. S.24-25

60 Cyberspace bedeutet übersetzt virtueller Raum. Als Cyberspace wird jede nicht real existierende Welt bezeichnet, die nur mithilfe eines Computers virtuell betreten werden kann. I.e.S. bezeichnet Cyberspace eine computergenerierte dreidimensionale Welt, Virtual Reality genannt, die unter Verwendung spezieller Hardware von Personen, sog. Cybernauten, betreten werden kann. Diese erhalten im Cyberspace eine eigene Identität, unter der sie mit den sich im Cyberspace befindlichen virtuellen Lebewesen und anderen Cybernauten interagieren können. I.w.S. wird z.B. auch die Welt des Internets als Cyberspace bezeichnet.

61 Gründerszene. URL: http://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/digital-native. Letzter Aufruf am 12.05.2013. Im Folgenden zitiert als Gründerszene online.

62 Misoch, S. (2006). Online Kommunikation. UTB-UVK Verlag. Konstanz. S.37. Im Folgenden zitiert als: Misoch 2006.

63 Döring, N. (1999). Sozialpsychologie des Internet. Hogrefe-Verlag. Göttingen. S.33. Im Folgenden zitiert als: Döring 1999.

64 Mangold, R. et. al. (2004). Lehrbuch der Medienpsychologie. Hogrefe-Verlag. Gttingen. S.675. Im Folgenden zitiert als: Mangold 2004.

65 Vgl. Döring 1999. S.34.

66 Fawzi, N. (2009). Cyber-Mobbing. Ursachen und Auswirkungen von Mobbing im Internet. Nomos Verlagsgesellschaft. Baden-Baden. S.18. Im Folgenden zitiert als: Fawzi 2009.

67 Vgl. Misoch 2006. S.54-55.

68 Vgl. Fawzi 2009. S.18.

69 Ebd. S.18.

70 Vgl. Gründerszene online.

71 Lange, A. (2007). Online-Kommunikation. URL: http://www.merz-zeitschrift.de/?RECORD_ID=3964. Letzter Aufruf am 14.05.2013. Im Folgenden zitiert als: Lange 2007.

72 Vgl. Lange 2007.

73 Vgl. Döring 1999. S.41-43

74 Fawzi 2009. S.19.

75 Lange 2007.

76 Winterhoff-Spurk, P. & Vitouch, P. (1989). Mediale Individualkommunikation. S.249. In: Groebel, J. & Winterhoff-Spurk, P. (Hrsg.). Empirische Medienpsychologie. München. S.249-257. Im Folgenden zitiert als: Winterhoff-Spurk & Vitouch 1989.

77 Vgl. Döring. S.210.

78 Verkata. URL: http://wiki.verkata.com/de/wiki/Computervermittelte_Kommunikation#Kanalreduktionstheorie. Letzter Aufruf am 17.05.2013. Im Folgenden zitiert als: Verkata online.

79 Ebd.

80 Döring 1999. S.216.

81 Verkata online.

82 Vgl. Döring 1999. S.222.

83 Verkata online.

84 Vgl. Döring 1999. S.222-224.

Details

Seiten
84
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656862321
ISBN (Buch)
9783656862338
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v286032
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster – Erziehungswissenschaften
Note
1,3
Schlagworte
neue formen diskriminierung schülerinnen schülern

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Cyber-Mobbing. Phänomene, Ursachen, Auswirkungen und pädagogische Handlungsmöglichkeiten