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Grundzüge der Persönlichkeit

Hausarbeit 2014 21 Seiten

Psychologie - Allgemeine Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundzüge der Persönlichkeit
2.1 Persönlichkeitstheorien
2.2 Person und Situation
2.3 Frauen und Männer
2.4 Stress und Gesundheit
2.5 Kultur und Ethnizität
2.6 Liebe und Hass

3. Schlussgedanke

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Circumplex nach Donald Kiesler

Abbildung 2: ESeC Klassen, Kategorienbezeichnungen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die Grundzüge der Persönlichkeit zu bekommen. Dafür werden sechs verschiedene Schwerpunkte beleuchtet, kritisch hinterfragt und anhand von Beispielen verdeutlicht.

Im ersten Kapitel werden zuerst zwei Persönlichkeitstheorien mit ihren Vor- und Nachteilen vorgestellt, um im Anschluss davon mit dem Circumplexmodell näher auf die Person und Situation einzugehen. Das dritte Kapitel widmet sich dem viel diskutierten und von Comedian gerne aufgegriffenen Thema: Frauen und Männer. Die Geschlechtsunterschiede werden anhand von drei Ansätzen analysiert, wie dem psychoanalytischen Ansatz nach Freud, dem behavioristischen Ansatz und der Geschlechtsschema-Theorie. Als ein weiterer Schwerpunkt wird bei dem Thema Stress und Gesundheit auf fünf verschiedene Arten von Persönlich- keitsstörungen eingegangen. Das vorletzte Kapitel setzt sich mit den kulturellen Einflüssen auf die Persönlichkeit auseinander, in dem die sozioökonomischen Einflüsse auf eine solche im Kontext der Gedanken von Marx, wie er Entfremdung dargestellt werden. Den Abschluss als sechstes Kapitel bildet das Thema Liebe und Hass, wobei nur das Thema Liebe unter ethologischen Gesichtspunkten erklärt wird.

2. Grundzüge der Persönlichkeit

Bevor die Persönlichkeit anhand der bereits genannten Schwerpunkte aus unterschiedlichen Perspektiven erklärt wird, soll als Einstieg in das Thema eine Definition zur Persönlichkeitspsychologie dienen: „Persönlichkeitspsychologie ist die empirische Wissenschaft von den überdauernden, nichtpathologischen, verhaltensrelevanten individuellen Besonderheiten des Menschen“ (Asendorpf, 2005, S. 11). Zur Erklärung dieser individuellen Besonderheiten des Menschen gibt es unterschiedliche Persönlichkeitstheorien, wovon im Folgenden auf die humanistische und soziale Lerntheorien eingegangen wird.

2.1 Persönlichkeitstheorien

Das Ziel der unterschiedlichen Persönlichkeitstheorien ist immer gleich: Instrumenten oder Möglichkeiten zu entwickeln, um die Persönlichkeit von Menschen zu beschreiben, ihr Verhalten zu verstehen und vorhersagen zu können (Zimbardo & Gerrig, 2004, S. 601).

Das Menschenbild in der humanistischen Psychologie ist von aktiv-gestalterischen Fähigkei- ten des Menschen geprägt, wodurch die Natur eines solchen „prinzipiell als gut und nicht als böse oder neutral“ angesehen und ihm ein „Streben nach Wachstum, Verbesserung und Umstrukturierung der Umwelt“ unterstellt wird (Charlier, 2001, S. 49). Die Begründer der hu- manistischen Psychologie gehen davon aus, dass der Mensch nach Selbstverwirklichung strebt, weshalb bei einer psychologischen Untersuchung immer die Person als ganze betrachtet wird, anstelle von einzelnen Verhaltensweisen. Bei dieser Persönlichkeitstheorie wird der Fokus auf die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen gelegt (Charlier, 2001, S. 50). Die Selbstentwicklung ist ein „konstantes Streben nach der Realisierung des eigenen innewohnenden Potenzials - die vollständige Entwicklung der eigenen Möglichkeiten und Talente“ (Zimbardo & Gerrig, 2004, S. 622)

Grundsätzlich geht es in den humanistischen Theorien darum die „gesunde Persönlichkeit zu feiern“ und das „Leben angenehmer zu gestalten“ (Zimbardo & Gerrig, 2004, S. 622). Diese Sicht findet sich bei den bekanntesten Vertretern Maslow, Rogers und Horney übereinstim- mend wieder. Das Verhalten eines Menschen ist durch angeborene Tendenzen bestimmt, die ihn dazu motivieren sich weiterzuentwickeln und in eine positive Richtung zu verändern. Rogers fordert eine unbedingte positive Wertschätzung anderen gegenüber, als auch die hohe Akzeptanz gegenüber der eigenen Person, was er als eine unbedingte positive Selbst- wertschätzung bezeichnet (Zimbardo & Gerrig, 2004, S. 622). Dem zu Folge liegt der Schwerpunkt in der humanistischen Therapie liegt darauf mit sich selbst und seinem Umfeld im Einklang zu stehen und ein hohes Maß an Güte in seinem Leben Einzug gewähren zu lassen.

Horney brachte einen weiteren wichtigen Aspekt hinzu: das „wahre Selbst“. Ihr zu Folge braucht der Mensch eine „Atmosphäre von Wärme, Wohlwollen und elterliche Liebe“ um sein wahres Selbst zu verwirklichen. Fehlen in der Kindheit solche Umweltbedingungen zur freien Entfaltungen werden Abwehrmechanismen entwickelt. Diese bestehen aus einer Abwehr sich selbst gegenüber durch z. B. Selbstverleugnung oder seinem Gegenüber durch z. B. aggressives Verhalten. Diese aus dem Mangel entstehenden Denk- und Verhaltensmuster manifestieren sich oftmals als ein „Muss-“ oder „Soll“-Denken, wodurch sich die Person selbst unter Druck setzt. Ziel ist es nach Horney in der Therapie aus dem Muss ein Will zu machen, sodass „Freude an Selbstverwirklichung“ entsteht und die vorhandenen konstrukti- ven Kräfte aktiviert, während destruktive Kräfte abgebaut werden (Zimbardo & Gerrig, 2004, S. 623). Auch in diesem Ansatz oder Ergänzung zu Rogers ist der Fokus auf das positive im Menschen gerichtet, wobei er als aktiv und selbstbestimmt wahrgenommen wird, anders als beispielsweise im Ansatz von Freud, der eine Art von Fremdsteuerung durch das Un- und Vorbewusste dem menschlichen Verhalten unterstellt.

Diese Art der Therapie ermöglicht ein Arbeiten in der Gegenwart, ohne zwangsläuft „schmerzhafte Erinnerungen ans Licht zu zerren“, wodurch die „bitter schmeckende Freud- sche Medizin“ nicht mehr zum Tragen kommt. Dem Patienten wird durch diese Haltung sehr viel Wertschätzung entgegen gebracht, Verantwortung übertragen und dadurch Eigenver- antwortung aktiviert.

Als nachteilig ist die Unschärfe zu benennen, die diesen Ansatz nur schwer für die empiri- sche Forschung zulässt. Aktuell finden sich Ansätze zur Selbstverwirklichung im beruflichen Kontext wieder, beispielsweise in dem transformationalen Führungsstil, der zwar nur einen Teil der humanistischen Theorie umfasst, aber dennoch empirisch belegbar erscheint. Auch wird dieser Theorie die Vernachlässigung der Umweltvariablen negativ ausgelegt. Das Ziel der Psychologie ist das menschliche Verhalten zu verstehen und vorhersagen zu können. Eine verlässliche Vorhersage einer Handlung ist mit der humanistischen Theorie nicht mög- lich, weil nur die gesamte Persönlichkeit erklärt wird (Zimbardo & Gerrig, 2004, S. 625).

Aus Sicht der sozialen Lerntheorie geht Lernen aus bedeutsamen menschlichen Verhalten hervor und funktioniert demnach auch durch Beobachtung, nicht nur durch Lernen aus Ver- haltenskonsequenzen wie es bei den humanistischen Theorien postuliert wird (Mönks & Knoers, 1996, S. 95). Grundlage des Lernens ist dabei die direkte und indirekte Erfahrung, mit der ein kognitiver Prozess zur Beschaffung von Informationen einhergeht (Zimbardo & Gerrig, 2004, S. 625). Unser Verhalten wird bei der direkten Erfahrung durch die Konditionie- rung beeinflusst und bei der indirekten durch das Lernen am Modell. Ursprünglich wird die soziale Lerntheorie auf Julian Rotter (Rotter, 1954) zurückgeführt, wobei diese in den 70er Jahren von Albert Bandura und Walter Mischel modifiziert wurde (Zimbardo & Gerrig, 2004, S. 625). Der Fokus wird auf die „Umstände in der Umwelt, die das Verhalten steuern“ gelegt, wodurch sich diese von den humanistischen Psychologen abgrenzen, die den Fokus auf innere Vorgängen einer Person legen (Zimbardo & Gerrig, 2004, S. 632). Die bei der huma- nistischen Theorie vernachlässigten Umweltvariablen, nehmen bei den sozialen und kogniti- ven Theorien eine zentrale Stellung ein. Der Fokus liegt auf dem Verständnis einer Situation, also die Interaktion zwischen dem was das Individuum in seine Verhaltensumgebung ein- bringt und dem, was sie für sich herausholt. Die Persönlichkeit wird dabei als die „Summe der offenen und verdeckten Reaktionen verstanden, die zuverlässig aufgrund der Verstär- kungsgeschichte einer Person ausgelöst werden“ (Zimbardo & Gerrig, 2004, S. 625). Banduras Ideen haben dazu beigetragen, dass Lehrer durch veränderte Ansätze, wie das Modelllernen, die Möglichkeit haben ihre Schüler leichter zum Erfolg zu führen. Negativ äußern sich vor allem diejenigen, die Emotionen als eine wesentlichen Bestandteil einer Persönlichkeit erachten, denn diese finden in den sozialen Theorien kaum Berücksichtigung. Vielmehr werden Gefühle als ein Nebenprodukt von Gedanken und dem Verhalten angesehen und unterscheidet sich dadurch grundlegend von den humanistischen Psychologen. Als zweiter Kritikpunkt ist, dass weniger die Entwicklung einer Person im Vordergund steht, sondern die Wahrnehmung der aktuellen Verhaltensumgebung. Durch den Fokus auf die Umgebung rückt die Erklärung wie tatsächlich Kompetenzen eines Individuums entstehen in den Hintergrund (Zimbardo & Gerrig, 2004, S. 625).

2.2 Person und Situation

Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Interaktion von Eigenschaften einer Person und der Macht der Situation. Es gibt sehr mächtige Situationen, die sonst typischen Eigenschaften einer Person stark beeinflussen. Beispielsweise kann ein plötzliches Feuer in einem öffentlichen Gebäude eine sonst ruhige Personen auf einmal panisch werden lassen (Friedmann & Schustack, 2004, S. 459).

Modelle, wie das Circumplexmodell werden zur Hilfe genommen, um die Eigenschaften einer Person in Interaktion mit anderen zu beschreiben. Das Modell stellt eine Verbindung zwischen der Sozial- und Persönlichkeitspsychologie her und ist ein gut erforschtes Modelle zur Beschreibung der Persönlichkeit (Friedmann & Schustack, 2004, S. 473). Im klinischen Kontext kann es therapiebegleitend angewandt werden, um den Verlauf bzw. die Qualität einer solchen zu kontrollieren (Fiedler, 2007).

Das Modell zeichnet sich durch zwei Dimensionen aus: zum einen befinden sich auf der x- Achse Gegenpole Dominanz versus Unterwürfigkeit und zum anderen auf der y-Achse die die Neigung zur Fürsorge, Bindung und Ablehnung. Durch die acht Variablen (siehe Abbil- dung 1) im Außenkreis können zwischen den beiden Achsen nicht nur Polaritäten auf der x- Achse, sondern auch Ähnlichkeiten auf der Y-Achse dargestellt werden. Das Anliegen ist dabei die Mischformen der Gegensatzpaare zu erfassen, wobei das Modell keine differen- zierte Betrachtung der Eigenschaften zulässt, sondern vielmehr eine Persönlichkeit anschau- lich darstellen soll (Friedmann & Schustack, 2004, S. 473). Verwendung findet das Cir- cumplexmodell vor allem, um soziales Verhalten sowie Persönlichkeitsstörungen zu be- schreiben. Dafür werden als Grundlage für das Modell Persönlichkeitseigenschaften durch einen Fragebogen oder eine Beobachtung der Probanden erhoben (Friedmann & Schustack, 2004, S. 473). In dem vierten Kapitel werden fünf unterschiedliche Persönlichkeitsstörungen näher erklärt.

Das Modell kann auch verwendet werden, um ein Gespräch zu analysieren, beispielsweise ein Kundengespräch. Um herauszufinden welches Verhaltensmuster der Gesprächspartner eingenommen hat als Reaktion auf das eigene Kommunikationsverhalten. Untersuchungen zeigen, dass jedes Verhalten ein „überzufälliges komplementäres Verhalten“ des Gegen- übers auf der Dominanz-Achse und ein reziprokes Verhalten auf der Achse des Anleh- nungsbedürfnisses auslöst (Wiggings, 1982; Schwinger, 1995, S. 23). Geht ein Verkäufer also mit einem bestimmten Ziel in ein Gespräch, so hat er mit Hilfe des Modells die Chance diese zu erreichen. Die gegenüberliegenden Pole bringen dabei zum Ausdruck, wie einer Person durch ihr eigenes Verhalten, auch das von ihrem Gegenüber steuern kann. Tritt bei- spielsweise ein Verkäufer sehr dominant im Verkaufsgespräch auf, so ist zu erwarten, dass sein Kunde im Laufe des Gesprächs eine unterwürfige Haltung (also entgegengesetzte Haltung) einnimmt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Circumplex nach Donald Kiesler

Quelle: Schramm nach Kiesler (2010, S. 49)

Neben der Dominanz-Achse bewegen sich die Gesprächspartner auch auf der Beziehungsachse, auf der die Ausprägung der Haltung von freundlich bis hin zu feindselige gegenübersteht. Auf dieser Achse nimmt der Gesprächspartner nie die diametrale Haltung ein, sondern die Gleiche. Ist also der Verkäufer sehr feindselig, so wird sein Kunden ebenfalls feindselig sein, ist dieser hingegen offen und freundlich, so wird der Kunde mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ebenfalls offen und freundlich dem Verkäufer gegenübertreten. Ist dem Verkäufer erst einmal bewusst, dass er durch sein Verhalten automatisch das Verhalten seines Kunden beeinflusst, hat er die Möglichkeit bewusst Einfluss auf die Gesprächsatmosphäre zu nehmen. Schafft er also bewusst eine Wohlfühlatmosphäre durch eine freundliche und wertschätzende Art, die eine Offenheit für Kundenfragen und -bedenken schafft, wird der Kunde eher bereits sein einen Vertrag mit ihm einzugehen.

2.3 Frauen und Männer

Nachfolgend wird anhand von dem psychoanalytischen, behavioristischen und kognitiven Ansatz Geschlechtsunterschiede erklärt und jeweils kritisch beleuchtet.

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Details

Seiten
21
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656862604
ISBN (Buch)
9783656862611
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v286097
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
1,3
Schlagworte
Persönlichkeitspsychologie

Autor

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Titel: Grundzüge der Persönlichkeit