Lade Inhalt...

Macht es einen Unterschied als Frau geboren zu sein? Einführung in eine kulturwissenschaftliche Fragestellung

Hausarbeit 2014 9 Seiten

Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Warum sind Frauen der Natur ähnlicher?
2.1 Sozialer Ursprung der Stellung der Frau
2.2 Physiologische Eigenschaften
2.3 Psychologische Faktoren

3. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Macht es einen Unterschied als Frau geboren zu sein ? So soll die Frage von JeanPaul Sartre gelautet haben, welche Simone de Beauvoir dazu veranlasste ihr Werk „Das Andere Geschlecht“ zu schreiben. Ich habe bewusst diese Fragestellung als meinen Titel für meine Hausarbeit gewählt, da ich mich dem Text aus dem Kurs „Is Female to Male as Nature is to Culture“, von Sherry Ortner beschäftigen möchte, der von der Meinung von Simone de Beauvoir geprägt ist. Mit meiner Hausarbeit habe ich vor eine Annäherung zu diesen beiden Texten mit Berücksichtigung der im Titel genannten Fragestellung zu erschließen.

Die Unterdrückung der Frau zeigt sich in jeder Kultur, oder sozialen und ökonomischen Einrichtungen (Rosaldo, Lamphere et al. 1974, S.282-285). Diese Gegebenheit ist so profund, dass es sich nicht einfach mit dem Umordnen von Aufgaben und Rollen im sozialen System abschaffen lässt (Rosaldo, Lamphere et al. 1974, S.67). Doch warum werden Frauen als das andere, beziehungsweise das zweite Geschlecht bezeichnet? Warum sind manche der Meinung, dass Frauen eher Natur und Männer eher Kultur sind?

Der Ursprung der Unterdrückung der Frau liegt weit zurück und doch müssen wir im 21. Jahrhundert feststellen, dass sich in dieser Tatsache zwar etwas geändert hat, jedoch diese Änderung in vielen Kulturen und Religionen noch nicht weit genug fortgeschritten ist. „Sometimes, moreover, „culture“ or „traditions“ are so closely linked with the control of women that they are virtually equated.“ (Okin 1999, S.16). Für eine Begründung der Unterdrückung der Frau reicht es jedoch nicht, sich auf die geschichtliche Entwicklung, oder die Religion zu stützen, es müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden. Dabei ist die Frage, ob die Frau der Natur ähnlich ist, eine Grundlage auf die man aufbauen kann, wie es Ortner auch versucht.

2. Warum sind Frauen der Natur ähnlicher?

Laut des biologischen Determinismus heißt es, dass es etwas gibt, das dem Mann angeboren ist, welches ihn zu dem dominanten Geschlecht macht. Diese Eigenschaft fehlt der Frau und macht sie somit von Natur aus untergeordnet. Die Frauen sind mit dieser Position zufrieden, da sie so beschützt werden und mütterliches Vergnügen haben können, welches die meist zufrieden stellende Erfahrung in ihrem Leben ist (Rosaldo, Lamphere et al. 1974, S.71).

Auch die Religionen versuchten in vielen Anläufen die Unterordnung der Frau und damit deren Kontrolle zu begründen. Indem sie die Rolle der Frau in der Reproduktion verleugnen und sie als übermäßig emotional, böse und sexuell gefährlich darstellen (Okin 1999, S.13).

Zur weiblichen Symbolik meint Ortner: „ Feminine symbolism, far more often than masculine symbolism, manifests this propensity toward polarized ambiguitysometimes utterly exalted, sometimes utterly debased, rarely within the normal range of human possibilities.“ (Rosaldo, Lamphere et al. 1974, S.86).

2.1 Sozialer Ursprung der Stellung der Frau

Engels versucht die Stellung der Frau anhand der wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhängen des historischen Materialismus zu erklären. In seiner Schrift „ Der Ursprung der Familie “ geht er auch auf die Geschichte der Frau ein. Darin behauptet er, dass der Mann auch Eigentümer der Frau, durch Entstehen des Privateigentums wurde. Daher leitet Engels die weltgeschichtliche Niederlage des weiblichen Geschlechts ab. Doch selbst er konnte nicht mehr dazu sagen, warum es so weit gekommen war (Beauvoir de 1951, S.62-66). Zwar erkannte er, dass die Muskelschwäche der Frau ein Grund für diese Niederlage sein könnte, dies jedoch die Arbeitskraft der Frau nur aus einer bestimmten Perspektive beleuchtet.

Die Rangordnung der Frau in der Gesellschaft wird dem Kind von klein auf in der eigenen Familie vermittelt. Mit dem älter werden spürt es die männliche Überlegenheit. Dazu meint Simone de Beauvoir:

„Selbst wenn die Mutter tatsächlich im Hause herrscht, ist sie im allgemeinen geschickt genug, den Willen des Vaters herauszustellen. In wichtigen Augenblicken verlangt, belohnt oder bestraft sie in seinem Namen, durch ihn“ (Beauvoir de 1951, S.281).

Schon als Mädchen erfährt es eine Verherrlichung des Mannes durch Märchen und andere literarischen Werke1 (Beauvoir de 1951, S.282-285). Als Jugendliche hat die Frau mit dem Zwiespalt zu kämpfen, welchen ich bei den psychologischen Eigenschaften versuche zu erklären. Laut de Beauvoir muss die Jugendliche so tun, als sei sie ein kostbares Objekt. Indem sie sich schminkt und ihren Körper zur Schau stellt, beginnt sie damit sich selbst zu verleugnen (Beauvoir de 1951, S.340).

Der Körper lebt nicht mehr, er wartet. Alle Gesten und jedes Lächeln werden zu einem Anruf. Waffenlos, ergebungsvoll ist das junge Mädchen nichts weiter als eine dargebotene Blume, eine Frucht zum Pflücken.“

(Beauvoir de 1951, S.340).

In diesem Beispiel, stuft sie sich eigenhändig herab und macht sich die Frau selbst zu einem Objekt.

2.2 Physiologische Eigenschaften

Der Körper der Frau ist dazu ausgestattet Kinder zur Welt zu bringen und diese Eigenschaft lässt sie animalischer wirken. Genauso wie bei allen weiblichen Säugetieren, produziert der weibliche Körper Milch. Dadurch entsteht ein natürlicher Bund zwischen Mutter und Kind und andere Ernährungsverfahren werden als etwas eher Unnatürliches angesehen (Rosaldo, Lamphere et al. 1974, S.77). De Beauvoir meint, dass die wichtigsten Bereiche des weiblichen Körpers, wie die Oberweite, nicht zur Gesundheit, oder einer Stabilität des Individuum führen, sondern der Ursprung für Unbehagen, Schmerz und Gefahr sind. Sie stören eher das Gleichgewicht, als für eine Regulation zu sorgen (Rosaldo, Lamphere et al. 1974, S.74). Die Menstruation unterbricht die weibliche Routine und schränkt sie in diversen Dingen und Aktivitäten ein. Während der Schwangerschaft wird die Frau erschöpft, da sie Vitamine und Mineralien an den Fötus abgibt (Rosaldo, Lamphere et al. 1974, S.74). In der Tierwelt, so wie bei den Menschen tritt das Weibchen ab dem Zeitpunkt der Befruchtung in einen Zustand der Entfremdung, da es während der Schwangerschaft gleichzeitig sich selbst und ein Anderes ist. Das Männchen hingegen ist nach der Zeugung wieder frei (Beauvoir de 1951, S.38-39).

[...]


1 In Märchen sind die Frauen, meistens irgendwo gefangen und warten auf einen Prinzen, der zu ihrer Rettung eilt (Beauvoir de 1951, S.282-285)

Details

Seiten
9
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656869917
ISBN (Buch)
9783656869924
Dateigröße
449 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v286539
Institution / Hochschule
Zeppelin University Friedrichshafen
Note
2,5
Schlagworte
macht unterschied frau einführung fragestellung
Zurück

Titel: Macht es einen Unterschied als Frau geboren zu sein? Einführung in eine kulturwissenschaftliche Fragestellung