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Einstellungsunterschiede zwischen Eltern und kinderlosen Menschen

Hausarbeit 2014 21 Seiten

Mathematik - Statistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung und Hypothesen
1.1. Einführung
1.1.1. Definition von Einstellung
1.1.2. Entstehung von Einstellung
1.1.3. Einstellung und Handlungen
1.2. Hypothesen

2. Methoden:

3. Ergebnisse
3.1. Grundsätzliche Daten über die Teilnehmer
3.2. Auswertung der vier Kriterien zur Einstellung
3.2.1. Grafische Darstellung als Boxplotdiagramm

4.3. Hypothesen
4.3.1. Unterschiedshypothesen
4.3.2. Zusammenhangshypothesen

5. Diskussion der Ergebnisse

6. Quellen

7. Anhänge

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Geschlechterverteilung der Stichprobe

Abbildung 2 Altersverteilung aller Teilnehmer

Abbildung 3 Messwerte der Gruppe „kinderlose Menschen“

Abbildung 4 Messwerte der Gruppe „Eltern“

Abbildung 5 Boxplotdiagramm Einstellung von „Kinderlosen“

Abbildung 6 Boxplotdiagramm Einstellung von „Eltern“

Abbildung 7 Geschlechterverteilung beider Gruppen

Abbildung 8 Altersverteilung beider Gruppen

Zusammenfassung/Abstract

Die vorliegende Hausarbeit soll eventuelle Einstellungsunterschiede zwischen Menschen ohne Kindern und Eltern untersuchen. Im Vorfeld soll der Begriff „Einstellung“ zunächst näher erläutert werden und anschließend die Einstellungsmerkmale: „ Verantwortungsbewusstsein “, „ Zukunftsangst “, “Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation „ und „ Hygienebewusstsein “ untersucht werden.
Als Eltern werden alle Personen betrachtet, die einmal Mutter oder Vater waren, unabhängig davon ob die Kinder bereits ausgezogen sind oder in getrennten Verhältnissen leben.

Zur Erhebung der notwendigen Daten wurde ein Fragebogen erstellt, auf dem die Teilnehmer auf einer fünfstufigen Likert-Skala ihre persönliche Einschätzung zu den oben genannten Einstellungen machen sollen. Die Untersuchungsteilnehmer wurden unabhängig voneinander befragt und anschließend in zwei Gruppen mit je 20 Personen verteilt.

Bei der abschließenden Auswertung der erhobenen Daten wurde festgestellt, dass es bei den 40 ausgewerteten Teilnehmern keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen der Eltern und kinderlosen Menschen hinsichtlich ihrer Einstellung gab. Kritisch anzumerken ist außerdem, dass das Ergebnis der Umfrage nicht auf eine größere Population zu verallgemeinern ist, da es eine zu kleine Stichprobe aufweist und das Ergebnis nur im Rahmen dieser Hausarbeit zu betrachten ist.

1. Einführung und Hypothesen

1.1. Einführung

Jeden Tag wird unser Verhalten durch unsere Einstellung beeinflusst. Sei es die tägliche Dusche, beeinflusst durch unser Hygienebewusstsein oder der Einkauf gesunder Lebensmittel, der durch unsere Einstellung zu einer gesunden Ernährung motiviert ist. Tagtäglich beeinflusst unsere Einstellung also wie wir handeln. Das wiederum führt dazu, dass unser Umfeld versucht diese Einstellung zu bekräftigen, verändern oder gar manipulieren. Die Wirtschaft, Politik, Medien, Familie, Freunde und Kollegen, sie alle haben ein Interesse daran unsere Einstellung zu beeinflussen und damit indirekt Einfluss auf unser Verhalten zu nehmen. Doch ist das überhaupt möglich? Lässt sich durch die Einstellung das Verhalten eines Menschen vorhersagen und sogar beeinflussen? Was ist Einstellung überhaupt und wie entsteht sie?

1.1.1. Definition von Einstellung

Myers „Psychologie“ definiert den Begriff Einstellung wie folgt: „ Einstellung sind Gefühle, die auf unseren Überzeugungen beruhen und uns dazu prädisponieren, gegenüber Dingen, Menschen und Ereignissen in einer bestimmten Weise zu reagieren.“ (2008, S.639, Myers „Psychologie“)

Zu beachten ist jedoch, dass es keine allgemein gültige Definition des Begriffs „Einstellung“ gibt. Im Folgenden soll dies jedoch als Grundlage dienen.

1.1.2. Entstehung von Einstellung

Basieren auf dem ABC Model of attitudes (ABC Model der Einstellung) besteht Einstellung aus drei Komponenten. (Augoustinos, Walker, Donaghue, 2006 S.114) Diese drei Komponenten sind hauptsächlich für die Entstehung von Einstellung verantwortlich.

Das ABC-Modell beschreibt folgende Komponenten:

- „ affect (A) “ (Emotionskomponente) Diese Komponente entsteht hauptsächlich durch Konditionierung nach Pavlow (1927) (Myers, 2008, S.343)
- „ behavior (B) “ (Verhaltenskomponente) Diese Komponente entsteht durch das unbewusste Beobachten des eigenen Verhaltens gegenüber dem Einstellungsobjekt
- „ cognition (C) “ (Überzeugungskomponente) Diese Komponente entsteht durch das bewusste Nachdenken. Also z.B. das Abwägen von Vor- und Nachteilen und deren Einfluss auf die Einstellung.

1.1.3. Einstellung und Handlungen

Wie schon in 1.1.2 beschrieben, versuchen viele gesellschaftliche Gruppen Einfluss auf die Einstellung von Menschen zu nehmen um damit letztlich Einfluss auf deren Verhalten zu nehmen. Vor allem für die Wirtschaft und Politik wäre das ein äußerst lukratives Vorhaben, man denke dabei an Verkaufsförderung durch spezielle Werbung oder politischen Wahlkampf. Doch lässt sich das Verhalten aufgrund von Einstellung vorhersagen? Beeinflusst Einstellung wirklich unser Verhalten?

Laut Myers ist das zumindest Teilweise zu einem bestimmten Teil möglich. „ Anhand unserer Einstellung kann man unser Verhalten nur unvollkommen vorhersagen, weil auch andere Faktoren (u.a. die äußere Situation) das Verhalten beeinflussen. Starker sozialer Druck kann die Verbindung zwischen Einstellung und Verhalten schwächer werden lassen (Wallace et al. 2005)“ (Myers, 2008, S.640). Dennoch wir unser Verhalten teilweise durch Einstellung beeinflusst. Vor allem dann, wenn andere äußere Einflüsse sehr gering sind, die Einstellung speziell auf das Verhalten abzielt und wenn wir uns unserer Einstellung deutlich bewusst sind. (Myers, 2008, S.640).

Auf der anderen Seite werden nicht nur Handlungen durch Einstellungen beeinflusst sondern auch umgekehrt. Dieses Phänomen wird als Foot-in-the-Door-Technik bezeichnet. Dieses Phänomen beschreibt die Neigung von Menschen, die zunächst einer bescheidenen Forderung zugestimmt haben, später auch einer weiter gehenden Forderung zuzustimmen. (Myers, 2008, S.640)

Dieses Phänomen zeigt wie manipulierbar unsere Einstellung sein kann und welchen Einfluss sie damit auf unser Verhalten haben kann. Allerdings ist auch zu anzumerken, dass dieses Phänomen auch für positive Situationen genutzt werden kann, z.B. für Spenden oder karitative Zwecke.

Nicht selten kommt es vor, dass Menschen auch gegen ihre Überzeugungen handeln müssen. In solchen Situationen kommt es zu einem unangenehmen Gefühl der Spannung, da unsere bewusste Einstellung unserer Handlung widerspricht. Dieses unangenehme Spannungsgefühl bezeichnet man als kognitive Dissonanz. Nach Leon Festinger besagt die Theorie der kognitiven Dissonanz, dass wir aufgrund unseres Harmoniestrebens, versuchen unsere Einstellung in Einklang mit der Handlung bringen. Dadurch soll das unangenehme Spannungsgefühl verringert werden. Das führt dazu, dass sich unsere Einstellung der (ursprünglich falschen) Handlung angleicht.

Ein weiterer Faktor der die Einstellung von Menschen beeinflusst, ist die Rolle, die sie in der Gesellschaft einnehmen. Eines der bekanntesten Beispiele für den Einfluss von Rollen auf der Verhalten ist die Laborstudie (1971) „ Standford Prison Experiment “ des Psychologen Philip Zimbardo. Bei diesem Versuch wurden 20 Studenten per Zufallsprinzip in Gefängniswärter und Gefangen eingeteilt und sollten unter Leitung eines Psychologen zwei Wochen in einem Gefängnis verbringen. Ihrer Rolle entsprechend waren die Wärter mit Uniformen, Knüppel und Pfeife ausgestattet und sollten gewisse Regeln durchsetzten. Bereits nach wenigen Tagen zeigten einige Wärter sadistische Verhaltensweisen, worauf Gefangene rebellierten, zusammenbrachen oder resignierten. Nach nur sechs Tagen wurde das Experiment abgebrochen. Eine ähnliche Situation gab es unter realen Bedingungen auch in der Neuzeit. 2004 wurden durch Fotos die Misshandlungen im US-Militärgefängnis Abu Ghraib bekannt und gingen um die Welt.

Nichtsdestotrotz zeigen diese Beispiele wie sehr auch die Rolle eines Menschen seine Einstellung und damit letztlich sein Verhalten beeinflusst. Welche Zwecke könnte ein Unternehmen jetzt aus diesen Erkenntnissen ziehen? Denkbar wäre die Fragestellung inwiefern sich die Einstellung zwischen zwei Gruppen unterscheidet, die jeweils verschiedenen Rollen einnehmen. Vor allem in Hinblick auf Kundengruppenspezifische Werbung oder ähnliches.

Im Zuge der vorliegenden Hausarbeit werden diese Unterschiede bei den Gruppe „Eltern“ und „kinderlose Menschen“ untersucht. Außerdem soll untersucht werden, ob es einen Zusammenhang zwischen der Gruppenzugehörigkeit und dem Geschlecht, sowie der Gruppenzugehörigkeit und dem Alter gibt.

1.2. Hypothesen

Die Forschungsarbeit soll eventuelle Unterschiede in der Einstellung der Gruppen „Eltern“ und „kinderlose Menschen“ aufdecken. Die zu untersuchenden Kriterien, in denen es zu möglichen Unterschieden kommen könnten sind folgende:

- Einstellung in Bezug auf Verantwortungsbewusstsein.
- Einstellung in Bezug auf Zukunftsängste
- Einstellung in Bezug auf die Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation.
- .Einstellung in Bezug auf Hygienebewusstsein.

Für diese Forschungsarbeit werden folgende Unterschieds- und Zusammenhangsypothesen aufgestellt:

Unterschiedshypothesen:

Mit folgenden Hypothesen soll untersucht werden, ob es Unterschiede in der Einstellung zu den o.g. Kriterien bei Eltern und kinderlosen Menschen gibt.

Nullhypothese (H0):

1. Es gibt keinen Unterschied zwischen Eltern und kinderlosen Menschen im Bezug auf deren Einstellung zu Verantwortungsbewusstsein.
2. Es gibt keinen Unterschied zwischen Eltern und kinderlosen Menschen im Bezug auf Zukunftsängste.
3. Es gibt keinen Unterschied zwischen Eltern und kinderlosen Menschen im Bezug auf die Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation.
4. Es gibt keinen Unterschied zwischen Eltern und kinderlosen Menschen im Bezug auf Hygienebewusstsein.

Alternativhypothese (H1):

1. Es gibt einen Unterschied zwischen Eltern und kinderlosen Menschen im Bezug auf deren Einstellung zu Verantwortungsbewusstsein.
2. Es gibt einen Unterschied zwischen Eltern und kinderlosen Menschen im Bezug auf deren Einstellung zu Zukunftsängsten.
3. Es gibt einen Unterschied zwischen Eltern und kinderlosen Menschen im Bezug auf deren Einstellung zu deren Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation.
4. Es gibt einen Unterschied zwischen Eltern und kinderlosen Menschen im Bezug auf deren Einstellung zu Hygienebewusstsein.

Zusammenhangshypothesen :

An diesen Hypothesen soll untersucht werden ob es einen Zusammenhang zwischen Gruppenzugehörigkeit und Alter, sowie zwischen Gruppenzugehörigkeit und Geschlecht gibt.

Nullhypothese (H0):

1. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Gruppenzugehörigkeit und Geschlecht.
2. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Gruppenzugehörigkeit und Alter.

Alternativhypothese (H1):

1. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Gruppenzugehörigkeit und Geschlecht.
2. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Gruppenzugehörigkeit und Alter.

2. Methoden:

Die Untersuchung innerhalb dieser Forschungsarbeit wurde im Between-subjects-Design entworfen und ist rein korrelativ. Ziel der Untersuchung ist der Vergleich und die Untersuchung der Teilnehmer auf die vier Kriterien (genannt in 1.2.).

Zur Untersuchung der Gruppen wurde ein standardisierter Fragebogen erstellt, welcher ohne Hilfe des Erstellers auszufüllen war. Dieses vorgehen soll die Untersuchung objektiv machen und dem Versuchsleitereffekt vorbeugen. Somit war es dem Versuchsleiter nicht möglich Einfluss (bewusst oder unbewusst) auf die Teilnehmer zu nehmen.

Zur Untersuchung der in 1.2. genannten Kriterien (Verantwortungsbewusstsein, Zukunftsängste, Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation, Hygienebewusstsein) wurden zu jeder Variable fünf Items erstellt. Die insgesamt 20 Items wurden per Zufallsprinzip gemischt und als Fragebogen an die Teilnehmer ausgehändigt.

Um die Verständlichkeit der Items zu prüfen wurden sie von 4 unabhängigen Testpersonen kontrolliert. Die Testpersonen brauchten keine Hilfestellung bei der Beantwortung der Items, weshalb man die Items als leicht verständlich beschreiben kann.

Alle Items waren „Ich-Aussagen“, die die Teilnehmer auf einer fünfstufigen Likert-Skala, basierend auf ihren eigenen Erfahrungen, bestätigen oder ablehnen sollten. Es wurden nur positive Items erstellt. Dabei war die Skala bei wie folgt aufgebaut:

1. trifft überhaupt nicht zu (niedrigster Wert)
2. trifft eher nicht zu
3. teils/teils (neutraler Wert / Mittelpunkt)
4. trifft eher zu
5. trifft voll und ganz zu (höchster Wert)

Für alle vier Variablen wurde der Gesamtwert aus den fünf Antwortmöglichkeiten als arithmetisches Mittel (Index) gebildet. Unter der Voraussetzung, dass alle Teilnehmer die Intervalle zwischen den einzelnen Skalenwerten (1-5) gleich groß einordnen, wird davon ausgegangen, dass die gewonnen Daten Intervallskalen-Qualität liefern. Weiterhin fand keine weitere Überprüfung der Items aus Validität oder Konsistenz statt.

Zusätzlich zu den 20 Items wird der Fragebogen noch um die Pflichtangaben „Alter“, „Geschlecht“ und „leibliche Kinder“ erweitert. Dies dient zur besseren Differenzierung zwischen den Teilnehmern. Die Frage nach dem Alter musste mit einem absoluten Wert beantwortet werden, wodurch eine bessere Berechnung des Mittelwerts ermöglich wurde. Im Gegensatz zu der Frage nach dem Alter liegen die Fragen nach Geschlecht und Kinder nicht auf dem Intervallskalenniveau sondern auf einem Nominalskalenniveau. Hier hat Weiblich den Wert „1“, Männlich den Wert „2“, Kinder den Wert „1“ und Kinderlos den Wert „2“.

Alle Fragen waren als Pflichtfragen konstruiert, wodurch alle Fragebögen vollständig ausgefüllt werden mussten. Unvollständige Fragebögen wurden bei der weiteren Forschungsarbeit ausgeschlossen.

Die Umfrage wurde mit Hilfe des Online Umfragetools Q-set (www.q-set.de) erstellt und stand vom 06.12.2014 bis 19.12.2014 online zur Verfügung. Durch einen Internetlink wurde der Zugang zu der Umfrage ermöglicht. Verteilt wurde der Link im Familien- und Freundeskreis, sowie unter Kommilitonen und Arbeitskollegen. Die Einladung zur Befragung erfolgte per Email sowie per Veröffentlichung des Links in „privaten bzw. geschlossenen“ Gruppen in diversen sozialen Netzwerken. Aus diesem Grund ist sichergestellt, dass die Stichprobe aus verschiedenen Gruppen erstellt wurde und einen zufällige Zusammensetzung hat.

Insgesamt nahmen 55 Personen an der Umfrage teil. Davon waren 21 Eltern und 34 kinderlose. Untersucht wurden jeweils 20 Eltern und 20 Teilnehmer ohne Kinder, welche per Zufallsprinzip ausgewählt wurden.

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Details

Seiten
21
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656968689
ISBN (Buch)
9783656968696
Dateigröße
540 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v287116
Institution / Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,2

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Titel: Einstellungsunterschiede zwischen Eltern und kinderlosen Menschen