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Lernwiderstände. Wie lernen Erwachsene?

Hausarbeit 2014 13 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Wie lernen Erwachsene? – Lernwiderstände
2.1 Wie lernen Erwachsene?
2.1.1 Weshalb Lernen – und wie?
2.1.2 Unterschiede beim Lernen: Kind – Erwachsener
2.1.3 Herangehensweisen beim Lehren Erwachsener
2.2 Lernwiderstände
2.2.1 Welche Probleme haben Lernende?
2.2.2 Welche Möglichkeiten haben Lehrende?
2.3 Ressourcen beim Lernen im erwachsenen Alter
2.3.1 Fluide und Kristalline Intelligenz
2.3.2 Selbstgesteuertes Lernen
2.3.3 Motivationen zum Lernen
2.3.4 Präsenzveranstaltung vs. Virtuelles Lernen

3 Resümee

4 Literaturverzeichnis

5 Eidesstaatliche Erklärung

1 Einleitung

Warum lernen Erwachsene überhaupt? Was macht das Lernen im erwachsenen Alter anders als bei Kindern und Jugendlichen und mit welchen Widerständen haben Erwachsene beim Lernen zu kämpfen? Auf diese Aspekte und noch einige mehr möchte ich in meiner vorliegenden Hausarbeit eingehen. Dabei ist mir aber nicht nur wichtig, auf das Lernen und die Widerstände einzugehen, sondern auch auf die Ressourcen, welche erwachsene Lernende haben. Natürlich ist es nicht immer einfach, wenn man lange Zeit nichts mehr gelernt hat, etwas zu lernen. Gerade vor dem Wiedereinstieg in das Lernen, wie zum Beispiel bei einer Weiterbildung, haben viele Erwachsene Angst. Aber was ist Lernen eigentlich? „Lernen ist in pädagogischer Perspektive und im strengen Sinne eine Erfahrung“ (Faulstich, 2011, S.15). Nach dem Pädagogen Klaus Holzkamp unterscheidet man zwischen sogenannten inzidenten zufälligen Mitlernen, welches völlig nebenbei geschieht und dem intentionalen Lernen, was eine absichtliche Lernhandlung ist. Ein Beispiel für das inzidente Lernen ist das zufällige Lernen des U-Bahn-Plans beim U-Bahn-Fahren. Intentionales Lernen meint dagegen eine gewollte Lernhandlung, wie sich zum Beispiel auf eine Prüfung vorzubereiten. Doch Erwachsene profitieren auch von Erfahrungen, welche sie in ihrem Leben gesammelt haben. Gleichgültig welcher Art diese Erfahrungen sind, sie tragen immer etwas zu einem neuen Wissenserwerb bei. (vgl. Faulstich, 2011, S.20f.)

Seit einiger Zeit hört man auch, dass das Lebenslange Lernen immer wichtiger wird um das heutige Erwerbsleben zu meistern. Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen sind nötig um sich im Arbeitsmarkt interessant zu machen und dort bestehen bleiben zu dürfen. Das lebenslange Lernen hat sich durchgesetzt und wird von sehr vielen Menschen on den Alltag integriert. Doch, dass es für viele Menschen nicht leicht ist solche Zusatzqualifikationen zu erlangen ist auch durch Statistiken erwiesen, denn seit der Jahrtausendwende geht die Beteiligung an Weiterbildungen wieder zurück. (vgl. Bolder, 2011, S.53f.)

Auch im außerberuflichen Bereich findet die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens immer mehr Anerkennung. Dies ist auch am gesellschaftlichen Wandel erkennbar. Die Gesellschaft möchte aktiv am Leben teilnehmen und Arbeit ist nicht mehr nur zur Existenzerhaltung da sondern auch um soziale Anerkennung zu erhalten und seine Kompetenzen zu entwickeln und zu zeigen. (vgl. Gruber & Harteis, 2008, S.206)

2 Wie lernen Erwachsene? – Lernwiderstände

In dem folgenden Hauptteil der Seminararbeit wird im ersten Punkt auf das Lernen Erwachsener eingegangen. Im mittleren Teil folgt dann ein Teil über die Widerstände erwachsener Lernender und zuletzt etwas über die Ressourcen die Erwachsene beim Lernen haben.

2.1 Wie lernen Erwachsene?

Die Frage „Wie lernen Erwachsene?“ mag erst einmal recht einfach klingen. Doch sich als Pädagogin oder Pädagoge darüber Gedanken zu machen macht sehr wohl Sinn. Erwachsene haben einen anderen Lebensstil, andere Voraussetzungen und sind in anderen Kontexten als Kinder. Im folgenden Teil der Hausarbeit werden die Kontexte erwachsener Lerner erläutert. Weshalb und wie wird gelernt? Darüber hinaus folgt ein Überblick der Unterschiede beim Lernen von Kindern und Erwachsenen ergeben. Zuletzt wird ein kleiner Einblick erörtert, wie Pädagoginnen und Pädagogen speziell beim Lehren und Unterrichten Erwachsener vorgehen können und welche hilfreichen Tipps in diesem Bereich vorhanden sind.

2.1.1 Weshalb Lernen – und wie?

Wo lernen Erwachsene und warum Lernen Erwachsene? Für viele Menschen ist es nicht klar, dass Erwachsene Menschen lernen oder auch lernen müssen. Aber wie lernen Erwachsene genau? Für die meisten Menschen liegt es bei den Worten „Pädagogik“ oder „Lernen“ nicht auf der Hand, dass ebenfalls Erwachsene damit gemeint sein können, nicht nur Kinder. Auch durch internationale Vergleiche wie PISA oder TIMSS wird in der Forschung und damit auch in den Medien der Blick auf die Kinder und Jugendlichen gelenkt. Dies führt zu einem Trugbild, dass wohl hauptsächlich Kinder und Jugendliche lernen, was bei Erwachsenen zu Schwierigkeiten führen kann, sich einem Lernprozess überhaupt anzunehmen. Dieses Trugbild gilt es vor allem durch Information entgegenzuwirken und die Erwachsenen darüber aufzuklären. (vgl. Gruber & Harteis, 2008, S. 205f.)

Insgesamt lässt sich sagen, dass somit auch die Aufgabe der Pädagoginnen und Pädagogen in der Erwachsenenbildung klarer wird, indem man daran denkt wie Erwachsene erst an einen Lernstoff vorsichtig herangeführt werden müssen. Darüber hinaus müssen viele Erwachsene in ihrem Job ständig lernen um ihren Arbeitsplatz behalten zu können. Viele Dinge in der Arbeitswelt entwickeln sich laufend weiter oder ändern sich auch. Andere ziehen in Erwägung eine Weiterbildung, Zusatzqualifikation oder Fortbildung anzutreten um ihre Kompetenzen zu erweitern und eventuell auch eine höhere Position anzustreben. Aber eine solche Weiterbildung anzutreten ist nicht immer leicht, erfordert viel Mut, Energiebereitschaft und in einigen Fällen auch viel Geld.

2.1.2 Unterschiede beim Lernen: Kind – Erwachsener

Erwachsene werden mit Aufgaben und Problemen konfrontiert, die das wirkliche Leben betreffen. Dies erfordert eine andere Weise des Denkens und Lernens als in der Schule bei Kindern. Als Pädagogin oder Pädagoge sollte man den Erwachsenen auch die Selbstverantwortung und die Selbststeuerung beim Lernen zugestehen, da sie für sich selbst zuständig sind. Kinder bedürfen da mehr an Hilfe und Unterstützung je nach Entwicklungsstand. Des Weiteren ist die Grenze zwischen Lernen Erwachsener und schulischem Lernen sehr wichtig, da die Nähe von Lern- und Arbeitsplatz eine Vorliebe für kooperative Arbeits- und Lernformen aufweist. (vgl. Gruber & Harteis, 2008, S. 210)

2.1.3 Herangehensweisen beim Lehren Erwachsener

Die Grundlagen beim Unterrichten Erwachsener kann man nach Ulrich Lipp auf fünf Punkte begrenzen. Diese fünf Punkte kann man sich einfach merken und sind für Pädagoginnen und Pädagogen, die in der Erwachsenenbildung arbeiten sehr wichtig um einen spannenden und erfolgreichen Unterricht zu gestalten. Der erste Punkt ist die gezielte Visualisierung aller Inhalte. Durch reines Hören des Unterrichtgegenstands gehen innerhalb kürzester Zeit sehr viele Informationen wieder verloren, die durch den Einsatz von Medien länger im Gedächtnis bleiben. Unser Gehirn kann bei Sachen, die wir sehen, wieder besser darauf zurückgreifen, wenn die Informationen benötigt werden. Der zweite Punkt ist die Aktivierung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Etwas zu sehen ist besser als es zu hören. Und etwas zu tun ist noch besser als es zu sehn. Denn wenn wir als Lehrende die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu auffordern und ermuntern aktiv ihren Stoff zu erarbeiten und Gelerntes aktiv angewendet wird, können diese sich Lerninhalte noch besser einprägen. Deswegen sind Pädagoginnen und Pädagogen darin gefordert, den Unterricht mit aktiven Phasen zu gestalten, auch wenn womöglich oft ein einfacher Vortrag leichter vorzubereiten ist. Als nächsten wichtigen Punkt setzt Ulrich Lipp die Verankerung der gelernten Inhalte in den Köpfen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Allein Visualisierung und Aktivierung genügen nicht um den Lernstoff zu verinnerlichen. Sie helfen lediglich dazu. Zur Verfestigung des Lerngegenstands dienen verschiedenste Methoden wie zum Beispiel eine Zusammenfassung schreiben lassen, ein Quiz machen, ein Rätsel entwickeln und noch vieles mehr. Der vierte Punkt ist nun das Schaffen einer emotional anregenden Lernatmosphäre. Dies ist eine wichtige Aufgabe der Seminarleiterin oder des Seminarleiters, denn nur wenn die Atmosphäre passt können Lerninhalte gut aufgenommen werden. Dies fängt bereits bei Kleinigkeiten wie einem angenehmen Raumklima und den Sitzpositionen an. Zudem sollte die Seminarleiterin oder der Seminarleiter auch darauf achten, dass aus den Individuen einen Gruppe wird, die wächst und sich für die Lerninhalte stark macht. Langeweile darf nicht auftreten, da dies das Gegenteil einer emotional anregenden Atmosphäre wäre und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht zum Lernen motivieren würde. Der fünfte und letzte Punkt ist nun der Praxisbezug. Wichtig dabei ist auch die Verknüpfung mit Erfahrungen, denn wenn Erwachsene das Gelernte gleich anwenden können und mit früheren Erfahrungen verknüpfen können, haben sie einen Anschluss zum Lernen und der Lernstoff wird interessant. Deshalb müssen Pädagoginnen und Pädagogen darauf aufpassen selbst trockenen praxisfernen Lernstoff so zu vermitteln und zu erarbeiten, dass ein Bezug zur Praxis und zu Erfahrungen hergestellt wird. Zusammenfassend wurden nun die Visualisierung der Inhalte, die Aktivierung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Verankerung des Lernstoffs, das Gestalten einer positiven Lernatmosphäre und der Praxisbezug erläutert. Diese fünf Punkten stellen ein Grundgerüst für die Vorbereitung von Lehr-Lern-Situationen aller Art mit Erwachsenen dar, gleich ob das Schulungen, Seminare, Workshops oder Trainings sind. (vgl. Lipp, 2013, S.12ff.)

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Details

Seiten
13
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656874102
ISBN (Buch)
9783656874119
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v287124
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,7
Schlagworte
Erwachsene Lernen Lernwiderstände Erwachsenenbildung Weiterbildung Fortbildung

Autor

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Titel: Lernwiderstände. Wie lernen Erwachsene?