Lade Inhalt...

Hilfsmittelversorgung von Schädelhirntraumaverletzten

Hausarbeit 2014 17 Seiten

Medizin - Chirurgie, Unfall-, Sportmedizin

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeinheiten zum Krankheitsbild des Schädelhirntraumas
2.1 Wie Häufig ist ein Schädelhirntrauma?
2.2 Häufige Symptome eines Schädelhirntraumas
2.3 Wie wird ein Schädelhirntraume festgestellt und behandelt?

3. Alternative bzw. innovative Versorgungsmöglichkeiten auf der REHACARE
3.1. Das Integrierte Therapie System
3.2. Die Tobii I-Serie

4. Fall aus der Praxis
4.1. Das Verletzungsbild
4.2. Die Hilfsmittelversorgung
4.3. Die Indikation der Hilfsmittelversorgung zur Teilhabe

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

1. Einleitung

Laut einer Statistik der Hanelore Kohl Stiftung erleidet alle zwei Minuten ein Mensch in Deutschland eine Schädelhirnverletzung, 270.000 Menschen jedes Jahr. Dabei ist ca. die Hälfte der Unfallopfer jünger als 25 Jahre. Zu dieser Statistik zählen nicht nur die Schwerstfälle, sondern auch die leichteste Form der Schädelhirnverletzung, die Gehirnerschütterung.1 Diese Zahlen verdeutlichen, welche große Bedeutung der Behandlung einer Schädelhirnverletzung zukommt, da es sich um eine Schädigung des Gehirnes handelt, welches für die Steuerung jeglicher Körperfunktionen zuständig ist. Besonders bei der stärksten Form des Schädelhirntraumas ist eine frühestmögliche Rehabilitation in einer dafür zuständigen Klinik unabdingbar, da dies einen großen Einfluss auf den weiteren Heilverlauf der Betroffenen nimmt. Somit besteht die Möglichkeit, einen Einfluss auf die Schwere der Einschränkung zu nehmen und diese ggf. zu mindern.

Im Rahmen unserer Hausarbeit haben wir uns mit der Thematik der Hilfsmittelversorgung für Menschen mit erworbener Hirnschädigung befasst. Um zunächst einen ersten Einblick in die Thematik zu geben, wird zu Beginn der Hausarbeit das Krankheitsbild des Schädelhirntraumas erläutert. Um zu verdeutlichen, wie umfangreich solch eine Hirnschädigung ist und welche Folgen sie mit sich bringt, wird ein Fall aus der Praxis vorgestellt. Besonders auffallend ist dabei, welche verschiedenen Hilfsmittel notwendig sind, um sowohl die Einschränkungen zu kompensieren, als auch eine Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und der Arbeitswelt ermöglichen zu können. Um den stetigen Fortschritt der Hilfsmittelversorgung zu gewährleisten, bietet die Messe REHACARE die Möglichkeit, sich über den aktuellen Stand der Hilfsmittelversorgung zu informieren. In diesem Zusammenhang werden alternative und innovative Versorgungsmöglichkeiten vorgestellt.

2. Allgemeinheiten zum Krankheitsbild des Schädelhirntraumas

Unter einem Schädelhirntrauma (SHT) versteht man eine Verletzung des Kopfes durch Gewalteinwirkung von außen, genauer des Schädelknochens, bei der auch das Innere des Schädels verletzt wird: das Gehirn, die zerebralen Blutgefäße sowie die Hirnhaut. Die Folgen eines Schädelhirntraumas können gefährliche Blutungen oder Ödeme im Gehirn sein, die die Gehirnfunktionen beeinträchtigen können.2 Von einem offenen SHT spricht man, wenn Kopfhaut, Schädelknochen und Hirnhaut zerrissen wurden. Die Schwere der Verletzung zieht meist eine chirurgische Öffnung des Schädels mit sich. Diese Form des Schädelhirntraumas gilt als besonders gefährlich, u. a. da das empfindliche Hirn den Schutz der Schädeldecke zeitweise verliert und Verunreinigungen ausgesetzt ist, die zu Infektionen führen können.3 Die Schädelhirntraumata werden nach der Glasgow-Koma-Skala in drei verschiedene Schweregrade eingeteilt. Sie unterscheiden sich nach der Schwere der Verletzung sowie dem Grad der Funktionsausfälle im Hirn und helfen bei der Bewertung, wie stark ein Patient von Beeinträchtigungen des Schädelhirntraumas betroffen ist. Äußerliche Merkmale in der Definition und Bewertung sind:

Augen: Ist der Patient mit Schädelhirntrauma in der Lage die Augen zu öffnen, wenn man ihn anspricht?

Sprache: Kann der Patient auf Fragen verständlich antworten oder gibt er nur Laute von sich?

Motorik: Kann der Patient auf Schmerz reagieren? Falls er reagiert: Beugt er dabei seine Arme oder streckt er sich?

Bei der Glaskow-Koma-Skala werden die Schweregrade durch Punkte definiert, deren Höchstsumme bei 15 Punkten liegt und zur Einordnung des Schweregrades eines Schädelhirntraumas herangezogen wird. Mit ihm kann ein Notarzt die Schwere einer Verletzung schnell beurteilen. Es wird in folgende Grade unterteilt:

Schädelhirntrauma 1. Grades (Commotio cerebri) = (13-15 Punkte):

Diese Art eines Schädelhirntraumas ist allgemein bekannt als Gehirnerschütterung. Es ist die leichteste Form des Schädelhirntraumas und geht mit einer vorübergehenden Beeinträchtigung der Gehirnfunktionen einher, die nach ca. vier Tagen wieder zurückkehren. In der Computertomografie (CT) sind dabei keine Schädigungen des Gehirns zu sehen.

Schädelhirntrauma 2. Grades (Contusio cerebri) = (9-12 Punkte):

Hier kommt es zu neurologischen Störungen. Eine Bewusstlosigkeit hält meist länger als 15 Minuten an. Beobachtbare Störungen wie mangelndes Schmerzempfinden oder Lähmungen reduzieren sich i. d. R. innerhalb von etwa vier Wochen, während Schwindelgefühle, Konzentrationsprobleme oder Kopfschmerz als vegetative Beeinträchtigungen jahrelang anhalten können. Patienten mit einem Schädelhirntrauma 2. Grades werden meist auf der Intensivstation betreut.

Schädelhirntrauma 3. Grades (Compressio cerebri) = (8 Punkte und weniger):

Hier hält die Bewusstlosigkeit aufgrund des eingeklemmten Gehirns über eine Stunde an, die vegetativen Störungen (z. B. Kopfschmerzen) sowie die neurologischen Ausfälle sind oft gravierend. Der Patient mit einem Schädelhirntrauma 3. Grades leidet häufig an Krämpfen und meist ist durch Hirnblutungen ein Ödem entstanden. Die möglichen Folgeerscheinungen wie Lähmungen, wiederkehrende Krämpfe oder psychische Veränderungen bei dieser Form des Schädelhirntraumas sind häufig irreparabel, deren Umfang hängt davon ab, an welcher Stelle das Gehirn verletzt wurde.4

2.1 Wie Häufig ist ein Schädelhirntrauma?

Das SHT stellt in Deutschland eine der häufigsten Todesursachen dar, insbesondere bei Männern unter 30 Jahren. Eindeutige Daten zur Häufigkeit sind dabei allerdings schwer zu erheben, da ein großer Teil der Patienten mit einem leichten SHT keine medizinische Behandlung wahrnimmt. Allerdings wäre auch hier, insbesondere bei Risikopatienten (z. B. Alter > 65Jahre), eine stationäre Behandlung und gegebenenfalls weitere Diagnostik erforderlich, da Symptome wie Bewusstseinsstörungen erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung eintreten können.

Die Zahl der Patienten in Deutschland mit einem SHT liegt bei etwa 280.000 pro Jahr. 80% der stationär aufgenommen Patienten weisen dabei ein leichtes Schädelhirntrauma, jeweils 10% ein mittelgradiges bzw. schweres SHT auf. Etwa 10.000 Patienten versterben jährlich an den unmittelbaren und mittelbaren Folgen eines SHT, fast 5.000 werden zu Pflegefällen. Diese Zahl sinkt allerdings aufgrund der demografischen Entwicklung diese Zahl von Jahr zu Jahr.5

Bei 90 % der Menschen, die ein SHT erleiden, handelt es sich um ein leichtes SHT, auch Gehirnerschütterung genannt. Nur in etwa 5% der Fälle liegt ein mittelschweres und in 5% der Fälle ein schweres SHT vor. Etwa 30% der Menschen mit Schädel-Hirn-Trauma sind unter 16 Jahre alt.6

2.2 Häufige Symptome eines Schädelhirntraumas

Folgende Symptomen weisen oftmals auf ein Schädelhirntrauma hin:

Kopfschmerzen

Übelkeit/Erbrechen

Nackenschmerz/-steife

klare oder wässrige Flüssigkeit tritt aus Nase und Ohr aus

Schwindel, Puls- und Blutdruckschwankungen

Bluterguss unter den Augen

Licht-/Geräuschempfindlichkeit, Geruchs-/Geschmacksstörungen

Depressive Verstimmung, Apathie

Leistungseinbußen, Reizbarkeit, Schlafstörungen

Unterschiedlich große Pupillen auf der rechten und linken Seite

Bewusstseinseintrübung

gestörte Atemfunktion

Herz- und Kreislaufprobleme7

Hier wird zwischen funktionellen und neuropsychologischen Beeinträchtigungen unterschieden. Funktionelle Beeinträchtigungen sind solche, die sichtbar sind, neuropsychologische sind Beeinträchtigungen, die nicht sichtbar sind.8

2.3 Wie wird ein Schädelhirntraume festgestellt und behandelt?

Die wichtigsten Untersuchungen sind dabei CT oder MRT, bei denen der Kopf des Patienten geröntgt wird. Dabei sind Schädelbrüche und Blutungen im Gehirn gut zu erkennen.9 Wie ein SHT behandelt wird, hängt davon ab, was für ein Schweregrad in dem individuellen Fall vorliegt. Bei einem leichten SHT können z.B. auftretenden Kopf- oder Nackenschmerzen durch Medikamente oder Physiotherapie entgegengewirkt werden. Bei einem schweren Trauma treten häufig Schwellungen und/oder Blutungen auf, die oftmals auch operiert werden müssen. Damit der Schweregrad und die Verletzungen bestimmt werden können, werden unterschiedliche Diagnoseschritte durchgeführt.

3. Alternative bzw. innovative Versorgungsmöglichkeiten auf der REHACARE

Die Hilfsmittelversorgung bei Schädelhirnverletzten ist, genau wie das Krankenbild selbst, sehr komplex und spezifisch. Je nach Fallkonstellation ist der optimale Hilfsmittelbedarf zu ermitteln, da sich dieser an den individuellen Gegebenheiten des Patienten und der Verletzung orientiert. Im Folgenden wird aufgrund dessen lediglich die alternative bzw. innovative Hilfsmittelversorgung auf der REHACARE beleuchtet.

Die REHACARE ist die weltweit größte Fachmesse für Rehabilitation, Prävention, Inklusion und Pflege und wird jährlich in Düsseldorf veranstaltet. Sie bietet mehr als 800 Ausstellern aus aller Welt die Möglichkeit ihre Produkte über diese Informations- und Kommunikationsplattform zu präsentieren.10 Hilfsmittel haben den Nutzen einen bestehenden körperlichen Defekt auszugleichen. Sie verbessern in diesem Sinne nicht den körperlichen Zustand sondern gleichen die damitverbundenen Beeinträchtigungen im täglichen Leben aus.11 Auf der REHACARE wurden innovative Versorgungsmöglichkeiten vorgestellt, die dasselbe Ziel wie Hilfsmittel, jedoch mit unterschiedlichen Ansätzen verfolgen. In diesem Zusammenhang werden im Folgenden zwei innovative Versorgungsmöglichkeiten vorgestellt, wobei zum einen ein Hilfsmittel im eigentlichem Sinne vorgestellt wird und zum anderen ein weiteres, welches das Ziel verfolgt, den körperlichen Zustand an sich zu verbessern.

[...]


1 Vgl. ZNS (Hrsg.), Schädelhirnverletzungen, 2010, http://www.hannelore-kohl-stiftung.de [02.11.2014].

2 Eckhard Rickels et al. (Hrsg.): Schädel-Hirn-Verletzung, Epidemiologie und Versorgung, Ergebnisse einer prospektiven Studie, 1.Auflage, 2006

3 Vgl. Ratgeber Schädelhirntrauma (Hrsg.): Informationen für Betroffene und Angehörige, Online im Internet: http://schaedelhirntrauma.net/ [13.11.2014]

4 Vgl. Schön-Kliniken (Hrsg.): Schädel-Hirn-Trauma,http://www.schoen-kliniken.de [13.11.2014].

5 Vgl. Schön-Kliniken (Hrsg.), Schädel-Hirn-Trauma,http://www.schoen-kliniken.de [13.11.2014].

6 Vgl. Onmeda (Hrsg.): Schädel-Hirn-Trauma (SHT), Häufige Unfallfolge, http://www.onmeda.de [13.11.2014].

7 Vgl. Ratgeber Schädelhirntrauma (Hrsg.): Informationen für Betroffene und Angehörige, http://schaedelhirntrauma.net/ [13.11.2014].

8 Vgl. Mosch, Berufliche und sozialeneuropsychologische Rehabilitation, 27.06.2014 Vortrag in Hennef (Profil Reha-Management), Folie 8.

9 Vgl. Schön-Kliniken (Hrsg.): Schädel-Hirn-Trauma, http://www.schoen-kliniken.de [13.11.2014].

10 Vgl.Messe Düsseldorf GmbH (Hrsg.): Daten & Fakten,http://www.rehacare.de [19.11.2014]

11 Vgl. Dudenverlag (Hrsg.): Hilfsmittel, http://www.duden.de [19.11.2014]

Details

Seiten
17
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656875109
ISBN (Buch)
9783656875116
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v287187
Institution / Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg
Note
1,7
Schlagworte
Schädelhirntrauma Hilfsmittelversorgung

Autor

Zurück

Titel: Hilfsmittelversorgung von Schädelhirntraumaverletzten