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Beratungskompetenz und Pflegetagebuch

Berücksichtigung von Gesundheitsressourcen im österreichischen Gesundheitswesen

Wissenschaftlicher Aufsatz 2015 8 Seiten

Gesundheit - Sonstiges

Leseprobe

Abstract

Das Thema Beratungskompetenz gewinnt im Gesundheitswesen eine immer größere Bedeutung. Von allen beteiligten Berufsgruppen wird erwartet und gefordert, dass sie ihre Patienten, Klienten oder Kunden kompetent beraten. Um pflegebedürftige Menschen und ihre Bezugspersonen in ihrer Anpassung an die durch Krankheit ausgelöste veränderte Lebenssituation zu unterstützen, ist es besonders für Gesundheitsberater unerlässlich, über Beratungskompetenzen zu verfügen. Bei der Feststellung von Pflegebedürftigkeit gewinnen die Themen Pflegetagebuch und Gesundheitsressourcen, beeinflusst durch gesundheits- wissenschaftliche Faktoren, immer mehr an Bedeutung. Es wird aus pflege- und gesundheits- wissenschaftlicher Sichtweise als ein wichtiges neues Forschungsfeld gesehen.

Woran erkennt man kompetente Gesundheitsberater und was bedeutet Professionalität in der Beratung?

Der Beitrag stellt eine theoretische Grundlage der Beratungskompetenz vor, die als Grundlage für Aus- und Weiterbildungsprogramme in der Schulung für Menschen mit besonderen Bedürfnissen dienen kann.

Schlüsselwörter

Gesundheitsberatung, Pflegetagebuch, Pflegebedürftigkeit, Gesundheitsressourcen

Problemstellung und Ausgangssituation

Aufgrund der Veränderungen im Bereich des Gesundheitswesens, durch frühere Entlassung der Patienten und einer Zunahme von Erkrankungen, entsteht ein steigender Beratungsbedarf. Viele der Krankheiten sind durch einen jahrelangen ungesunden Lebensstil (z. B: Diabetes) entstanden. Die Erhöhung des Schulungsbedarfs, sowie die Übertragung einer vermehrten Verantwortung auf die Patienten und ihre Angehörigen sollen einen integralen Bestandteil im österreichischen Gesundheitswesen darstellen. Dabei nimmt die Gesundheitsberatung einen fundamentalen Bereich der allgemeinen Patientenschulung ein. Der steigende Bedarf an Ressourcenförderung resultiert u. a. aus der konsequenten Forderung und Förderung von Selbstständigkeit, um Abhängigkeit entgegenzuwirken. Die Feststellung und Nachvoll- ziehbarkeit von Pflegebedürftigkeit heißt daher Dokumentation (Festhalten) von Selbstständigkeit im Pflegetagebuch. Für die Einschätzung von Pflegebedürftigkeit und Selbstständigkeit wird es in Zukunft deutlich mehr zum Aufgabenbereich gehören, einerseits pflegebedürftige Personen und deren Bezugspersonen durch Erkennung von Ressourcen aktiver in den Präventionsprozess einzubeziehen und andrerseits vorausschauend professionell auf die Teilhabe am Leben vorzubereiten (Pöschl et al., 2013 S. 53f).

Es gibt aber noch erhebliche Defizite in der Durchführung und Wahrnehmung der Gesundheitsberatung. Bei der Entwicklung eines Konzeptes für die Gesundheitsberatung sollen die Grundprinzipien der Erwachsenenbildung und die Didaktik gründlich durchgedacht sein.

Beratung im Alltag

Beraten und Beraten-Werden sind unscheinbare Vorgänge. Sie gehören zu unserem Alltag, ohne dass es uns bewusst wird. Nicht nur in der Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis erleben wir Beratung, sondern auch im täglichen Kontakt mit Vertretern verschiedener Berufe und Institutionen. Beim Einkauf werden wir beraten, beim Friseur und beim Zahnarzt.

Behörden und Dienstleistungsunternehmen sollen uns kompetent beraten. Von Handwerkern holen wir Beratung ein, von Anwälten und Versicherungsvertretern (Lay 2001, S.195). Die Welt ist bunt und vielfältig - wer könnte sich ohne Unterstützung in ihr zurechtfinden?

Professionalität und Ziele in der Gesundheitsberatung

Menschen, die beraten, haben dafür unterschiedliche Motive (Junker 1978,15f). Auch ihr Selbstverständnis, ihre Erfahrungen, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten sind sehr unterschiedlich. In einem Punkt scheint sich jedoch eine große Einigkeit zu zeigen: Berater sollen möglichst „professionell“ beraten. Was ist das: professionelle Beratung? Und wie professionell sind Beratungen, die in der Pflege geleistet werden?

In Anlehnung an Paikert (2000, S. 302) unterscheiden wir alltägliches „Rat-Geben“ (nichtprofessionelle Beratung) von semiprofessioneller und professioneller Beratung.

Die Konzeptualisierung einer Gesundheitsberatung

Jeder Patient braucht Informationen, fachlichen Rat und Unterstützung, um seine gesundheitliche Situation richtig einzuschätzen und zu verstehen. Nur dann kann er selbstständig und aktiv seine eigene Gesundheit fördern und erhalten. Um dieses Bestreben zu erreichen, bedarf es Patientenschulungen (Klug-Redmann 1996, S.11) definiert den Begriff Patientenberatung folgendermaßen: Patientenberatung ist der Schulungsvorgang, durch den eine Veränderung im Verhalten oder im Wissen von Patienten zu erreichen sind.

Die Gesundheitsberatung ist gesetzlich nicht verankert. Es sollen daher die angestrebten Ziele der Gesundheitsberatung u.a. eine Verbesserung des Wissens über das Krankheits- und Behandlungsbildes, Ansporn zu Eigenaktivierung, Steigerung der Behandlungsmotivation, Überwachung der Krankheitsaktivität und eine verbesserte Lebensqualität erreicht werden (Hasche 1996, S. 280; Lamparter-Lang 1997, S. 12).

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Details

Seiten
8
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656878865
ISBN (Buch)
9783656878872
Dateigröße
942 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v287623
Institution / Hochschule
Vysoká škola zdravotníctva a sociálnej práce sv. Alžbety (St. Elisabeth Universität in Bratislava) – Public Health
Note
1
Schlagworte
Gesundheitsberatung Pflegetagebuch Gesundheitsressourcen Pflegebedürftigkeit

Autor

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Titel: Beratungskompetenz und Pflegetagebuch