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Die Filmproduktion in der Islamischen Republik Iran als Spiegel gesellschaftlichen Wandels

Vorlesungsmitschrift 2005 6 Seiten

Geschichte - Asien

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Filmemachen in der Islamischen Republik

Die Darstellung der iranischen Gesellschaft im Film

Der Film als Spiegel gesellschaftlichen Wandels?

Einleitung

In den Jahren nach der Revolution von 1978/79 verließen viele Schauspieler und Produzenten das Land, da unter dem Anführer der islamischen Revolution Ayatollah Ruhollah Khomeini unter anderem Filme verboten oder Kinos angezündet wurden. Die Voraussetzungen waren gegeben, um den Film zu islamisieren. Der Film war eine neue Materie.

Filmemachen in der Islamischen Republik

Nachdem sich die neue Islamische Republik etabliert hatte, wurde nun ein Ministerium für Kultur und islamische Rechtleitung eingerichtet. Seit dieser Zeit wurden alle Filme begutachtet.

Diese Überprüfung wurde in vier Stadien unterteilt. Im ersten Stadium wurde das Drehbuch überprüft und, wenn keine Probleme auftraten, die Produktionsgenehmigung ausgestellt. Weiterhin wurde dann der fertige Film kontrolliert und zum Schluss die Aufführungsgenehmigung ausgestellt. Es gab einen Katalog, der die Kriterien beinhaltet, einen Film abzulehnen. Gründe für die Verweigerung einer Aufführgenehmigung sind zum Beispiel Beleidigung des Islams, Beschimpfung der Islamischen Republik, die Förderung von Drogen und Prostitution, die Verneinung der Gleichheit der Menschen, die Verletzung der iranischen Interessen gegenüber Ausländer und das Zeigen von Gewalt oder Folter.

Die Produzenten und Regisseure, die sich an die ethischen Vorgaben hielten oder sogar die moralischen Wertvorstellungen unterstützten, hatten die Möglichkeit finanzielle Unterstützung zu erhalten. Die kritischen Regisseure hingegen hatten finanzielle Schwierigkeiten und mussten sich um Kredite bei Banken bemühen.

Der größte Geldgeber zu dieser Zeit war die halbstaatlich - halbprivate Farabi-Stiftung. Sie wurde 1983 gegründet und ist nicht nur eine Produktionsfirma, sondern ist auch für die Verleihung der Filme zuständig. Weiterhin warb sie für hauseigene Produkte und veranstaltete das „Fajr“-Festival. Auf diesem Festival wurden hauptsächlich Filme der Farabi-Stiftung gezeigt.

Filme, die in einem Kino laufen haben größere „Freiheiten“ bei der Zensur, als normale TV-Filme, die ein breiteres Publikum erreichen. Somit war die künstlerische Freiheit in Filmen davon abhängig, welche Zielgruppe voraussichtlich erreicht wurde. Die größten „Freiheiten“ haben die Festivalfilme gehabt, die nur von einer kleinen Zielgruppe gesehen wurden. Ausländische Filme, die in ihren Ländern schon einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht haben, werden im Iran erst sehr spät oder auch gar nicht gezeigt. Die Reaktionen der Filmemacher auf diese Beschränkungen waren zum Beispiel innere Emigration (Resignation), äußere Emigration (ins Ausland), Selbstzensur, Anbiederung an Entscheidungsträger oder Anbiederung an Geldgeber. Lediglich junge Intellektuelle nahmen unter anderem hohe Geldstrafen oder Berufsverbot in Kauf, um sich bis zu einem bestimmten Grad regimekritisch zu äußern.

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Details

Seiten
6
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783656880967
ISBN (Buch)
9783656880974
Dateigröße
384 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v287881
Institution / Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,7
Schlagworte
filmproduktion islamischen republik iran spiegel wandels

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Titel: Die Filmproduktion in der Islamischen Republik Iran als Spiegel gesellschaftlichen Wandels