Lade Inhalt...

Systematisierung zum Thema High-Intensity-Training (Meta-Analyse)

Wirkung des HIT-Trainings auf ausgewählte metabolische Parameter

Bachelorarbeit 2014 42 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Forschungsstand
2.1 HIT-Training
2.2 Maximale Sauerstoffaufnahme VO2max
2.3 Maximale Herzfrequenz HRmax
2.4 Auswirkungen von Training auf das Herz-Kreislauf-System

3 Diskussion des Forschungsstandes und Ableitung der Fragestellung

4 Methodik
4.1 Methodenauswahl
4.2 Auswahlkriterien der einzelnen Studien
4.3 Literaturrecherche
4.4 Statistische Datenauswertung

5 Ergebnisse
5.1 Allgemeiner Überblick über die Studien
5.2 Ergebnisse bezogen auf VO2max
5.3 Ergebnisse bezogen auf HRmax

6 Diskussion

7 Schlussfolgerungen für die Praxis

8 Methodenkritik
8.1 Methodenkritik Meta-Analyse
8.2 Methodenkritik Statistische Datenauswertung

9 Zusammenfassung und Ausblick

10 Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Schematischer Ablaufplan der Literaturrecherche.

Abb. 2: Berechnung des kritischen Wertes von Q (Tischler, 2011, S. 13).

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Tabellarischer Überblick über die einzelnen in der Literaturrecherche ausgewählten Studien.

Tab. 2: Tabellarischer Überblick über der ausgewählten Studien zum Parameter VO2max.

Tab. 3: Tabellarischer Überblick über der ausgewählten Studien zum Parameter HRmax.

Tab. 4: Tabellarischer Überblick der erhobenen VO2max-Werte bei Prä- und Posttest.

Tab. 5: Tabellarischer Überblick der erhobenen HRmax-Werte bei Prä- und Posttest.

Tab. 6: Tabellarischer Überblick über die ermittelten Effektstärken beim Parameter VO2max.

Tab. 7: Tabellarischer Überblick über die ermittelten Effektstärken beim Parameter HRmax.

Tab. 8: Tabellarischer Überblick der zugrundeliegenden VO2max-Werte beim Homogenitätstest.

Tab. 9: Tabellarischer Überblick der zugrundeliegenden HRmax-Werte beim Homogenitätstest.

1 Einleitung

In der trainingswissenschaftlichen Praxis unterscheidet man je nach Trainingsziel vier verschiedene Trainingsmethoden (Schnabel, Harre amp; Krug, 2011, S. 349): Dauermethode, Wiederholungsmethode, Wettkampfmethode und Intervallmethode. Der Gegenstand dieser Arbeit stellt im Allgemeinen die Intervallmethode dar. Bei dieser Trainingsmethode wechseln sich systematisch kürzere Belastungsphasen mit direkt nachfolgenden Erholungsphasen ab (Schnabel et al., 2011, S. 349). Dabei handelt es sich nach Weineck um eine geeignete Maßnahme, um die sportliche Leistungsfähigkeit im Ausdauerbereich zu verbessern, da es besonders schnell zu einer Hypertrophie des Herzmuskels und einer damit verbundenen Ökonomisierung des gesamten Herz-Kreislauf-Systems kommt (2010, S. 263). Zudem ist die Intervallmethode auch nicht auf einzelne Sportarten festgelegt, sie ist gleichermaßen in allen Kurzzeit- bis Langzeitausdauerdisziplinen anwendbar. Man unterscheidet dabei je nach Intensität zwischen zwei verschiedenen Arten von Intervalltraining: Auf der einen Seite gibt es die extensive und vorwiegend unter aerober Beanspruchung durchgeführte Methode mit geringer bis mittlerer Belastungsintensität, auf der anderen Seite die intensive unter aerob-anaerober Beanspruchung durchgeführte Methode mit kürzerer Belastungsdauer und hoher Belastungsintensität (Schnabel et al., 2011, S. 349).

Das eigentliche Intervall-Training als sportliches Training wurde im 20. Jahrhundert entwickelt. Die ersten Sportler, bei denen bedeutende Erfolge auf ein Intervall-Training zurückgeführt wurden, waren 1939 der Kurzstreckenläufer Rudolf Harbig (über 400m und 800m) und um 1950 Emil Zatopek (über 5000m, 10000m und im Marathon) (Kindermann, 2013, S. 318). In den 1940er Jahren begann Harbigs aus Freiburg stammender Trainer Woldemar Gerschler mit der systematischen und wissenschaftlichen Entwicklung des Intervall-Trainings (Schnabel et al., 2011, S. 353). Ab Mitte der 1950er Jahre kam es zu einer Dominanz der Intervallmethode im Ausdauerbereich (Schnabel et al., 2011, S. 353). In dieser Zeit wurde beispielsweise auch das Intervall-Training Freiburger Prägung entwickelt und von vielen Sportlern im Training angewandt (Reindell, Roskamm amp; Gerschler, 1962). Anfang der 1980er Jahre jedoch kam es wiederum zu einem Paradigmenwechsel und die Dauermethode verdrängte die Intervallmethode wieder aus dem Trainingsalltag (Kindermann, 2013, S. 318). Gegen Ende der 1990er Jahre hat HIT Einzug in den Leistungssport gefunden (Kindermann, 2013, S. 318). HIT bzw. HIIT ist im Eigentlichen eine Form der Intervallmethode, welche damit wiederentdeckt wurde. Im Sprachgebrauch werden beide Bezeichnungen gleichermaßen verwendet und darunter wird ein hochintensives Intervall-Training (im Englischen als High-Intensity Interval Training bezeichnet) verstanden.

In den letzten Jahren kommt es zu einem gesteigerten Interesse und auch zu einer Häufung von Publikationen – hauptsächlich jedoch in Form von Studien – welche sich mit diesem Thema befassen (Kindermann, 2013, S. 318). Das liegt auch daran, dass HIT nicht nur im Breitensport immer populärer wird, sondern auch im Gesundheits- und Rehabilitationsbereich Einzug gefunden hat (Kindermann, 2013, S. 318).

Dennoch gibt es in der deutschsprachigen Literatur bis zu diesem Zeitpunkt noch kein umfassendes Gesamtwerk oder Überblicksliteratur dazu.

Daher soll in dieser Arbeit ein systematischer Überblick zum Thema HIT erfolgen. Der Forschungsschwerpunkt stellt die Frage dar, wie sich HIT auf ausgewählte metabolische Parameter auswirkt. Die Arbeit ist dazu wie folgt aufgebaut: Im zweiten Kapitel soll der Forschungsstand zu HIT und zwei ausgewählten Parametern – die im Bezug auf das HIT-Training betrachtet werden – dargestellt und anschließend im dritten Kapitel diskutiert werden. Bei den Parametern handelt es sich um die maximale Sauerstoffaufnahme VO2max und die maximale Herzfrequenz HRmax. Aus dem Forschungsstand wird im dritten Kapitel eine Forschungsfrage abgeleitet. Im vierten Kapitel geht es darum, die Vorgehensweise und Methodik dieser Arbeit zu erläutern. Das fünfte Kapitel beinhaltet eine Darstellung der Ergebnisse in einem allgemeinen Überblick und auf die jeweiligen Parameter bezogen. Diese Ergebnisse sollen anschließend im sechsten Kapitel diskutiert werden. Mögliche Schlussfolgerungen für die Praxis werden im siebten Kapitel besprochen. Das achte Kapitel beinhaltet nochmals eine kritische Hinterfragung der ausgewählten Methodik und das neunte Kapitel stellt den Schlussteil des Hauptteils dieser Arbeit mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick dar. Die Arbeit endet mit einem Literaturverzeichnis und dem Anhang.

2 Forschungsstand

2.1 HIT-Training

Beim hochintensiven Intervall-Training (HIT) im Lauf- oder Radsport handelt es sich allgemein um ein Training, bei welchem sich kurze Impulsabfolgen von hochintensiver Aktivität intermittierend mit Abfolgen der Erholung abwechseln (Gibala, Little, MacDonald amp; Hawley, 2012, S. 1077). Der Intensität nach würde das einer intensiven Intervallmethode entsprechen (Schnabel et al., 2011, S. 349). Nach Gibala et al. ist dabei das Verhältnis der Abfolgen variabel je nach Zielsetzung des Trainings wählbar (2012, S. 1077). In der Forschung hat man sich mittlerweile auf eine Definition festgelegt: Demnach beschreibt HIT eine mehrfach wiederholte Ausübung einer Belastung von 30 Sekunden bis zu mehreren Minuten bei hoher Intensität, welche von einer Erholungsphase von einer bis zu fünf Minuten bei niedriger Intensität oder vollständiger Pause unterbrochen wird (Shiraev amp; Barclay, 2012, S. 960). HIT beinhaltet mehrere Runden und die intensiven Phasen werden über der aeroben-anaeroben Laktatschwelle, nahe dem Punkt der maximalen Sauerstoffaufnahme VO2max bis hin zur Ermüdung durchgeführt (Schoenfeld amp; Dawes, 2009, S. 44). Dabei gibt es jedoch auch verschiedene Ausführungen bzw. Protokolle von HIT. Nach Schoenfeld und Dawes wird in Studien für gewöhnlich das Wingate-Protokoll (oder auch Wingate-Test) verwendet, bei welchem auf einem Fahrradergometer die Belastungsdauer 30 Sekunden und die Erholungsdauer vier Minuten beträgt (2009, S. 960, zitiert nach Bar-O, Dotan amp; Inbar, 1977). Die Intensität ist dabei der maximalen Anstrengung – hier spricht man in diesem Zusammenhang auch von All-Outs – gleichzusetzen. Des Weiteren werden vier bis sechs Runden dreimal die Woche durchgeführt. Andere Trainingsprotokolle beinhalten beispielsweise Intensitäten von 90 – 95 % der VO2max, 90 – 95 % der maximalen Herzfrequenz HRmax oder 120 % VO2max. Grundsätzlich können Belastungsdauer und -intensität höher sein als in den früheren Intervallmethoden. Dort werden nur Belastungsphasen mit maximal einer Minute als Dauer angegeben (Schnabel, Harre amp; Krug, 2011, S. 356). Die Erholungsphasen werden bei HIT individuell an die jeweiligen Intensitäten angepasst (Gibala et al., 2012, S. 1078). Vom hochintensiven Intervalltraining kann das Training mit Sprint-Intervallen (SIT) abgegrenzt werden. Dabei werden kurze Intervalle mit einer Belastungsdauer von zehn bis 30 Sekunden bei maximaler Anstrengung mit bis zu zwölf Wiederholungen durchgeführt (Sloth, Sloth, Overgaard amp; Dalgas, 2013, S. 341). Die Belastungsdauer von 30 Sekunden stellt demnach genau die Grenze zwischen HIT und SIT dar. Aus diesem Grund wird SIT bisweilen auch als kurzes hochintensives Intervall-Training bezeichnet (Weston, Taylor, Batterham amp; Hopkins, 2014, S. 1006).

2.2 Maximale Sauerstoffaufnahme VO2max

Nach Löllgen, Erdmann und Gitt gibt die Sauerstoffaufnahme bei belastender Aktivität gemessen in ml/min den erforderlichen Sauerstoffbedarf der belasteten Muskulatur wider (2010, S. 151). Sie ist ein „direktes Maß für den aeroben Energiestoffwechsel“ (Graf, 2012, S. 34). Es kommt dabei zu einem linearen Anstieg der Sauerstoffaufnahme bis hin zu einem individuellen Maximalwert. Dieser Wert wird als maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit bezeichnet, als VO2max angegeben und dieser lässt sich darüber hinaus trotz einer möglichen anhaltenden Belastung nicht mehr weiter steigern (Löllgen et al., 2010, S. 151). VO2max stellt einen von mehreren wichtigen Indikatoren der Ausdauerleistungsfähigkeit dar und wird meist auf das Körpergewicht bezogen in Form einer relativen VO2max in ml/kg/min angegeben (Weineck, 2010, S. 254). Die absolute VO2max dagegen wird mit l/min angeführt und ist nicht auf das Körpergewicht bezogen (Graf, 2012, S. 36). Leistungssportler erzielen dabei relative Werte über 70 ml/kg/min, während man bei untrainierten Personen im Alter von 25 bis 30 Jahren beispielsweise Werte im Bereich bis zu 45 ml/kg/min vorfindet (Weineck, 2010, S. 254).

Gemessen wird VO2max mithilfe der Spiroergometrie, einer Methode, bei welcher unter Belastung in Form eines Stufentests auf einem Laufband oder Fahrrad-Ergometer die Atemgase durch einen Spirometer im Mundraum ermittelt werden (Graf, 2012, S. 326).

2.3 Maximale Herzfrequenz HRmax

Das Herz bildet das Zentrum des Herz-Kreislauf-Systems (Graf, 2012, S. 371). Die Herzfrequenz HR stellt eine Messgröße der kardialen Funktion und gleichzeitig eine der zentralen Komponenten bei körperlicher Belastung dar (Löllgen et al., 2010, S. 10).

HR wird in Schläge/min angegeben und unterliegt verschiedenen Einflussgrößen wie beispielsweise Alter, Größe und Gewicht (Löllgen et al., 2010, S. 10). Im Ruhezustand weist das Herz in etwa eine Herzfrequenz von 60-70 Schläge/min bei untrainierten Personen auf (Dickhuth, Röcker, Gollhofer, König amp; Mayer, 2011, S. 22). Trainierte erreichen eine Ruheherzfrequenz von etwa 40 Schläge/min (Weineck, 2012, S. 262). Damit auch bei erhöhter Körperarbeit – etwa bei einer Belastung in Folge von sportlichem Training – die Muskulatur noch mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden kann, kommt es zu einer Anpassung der Herzfunktion (Dickhuth et at., 2011, S. 22).

„Dies geschieht hauptsächlich durch eine Erhöhung der Herzfrequenz, die im Mittel um das drei- bis dreieinhalbfache der Ruheherzfrequenz gesteigert werden kann“ (Dickhuth et at., 2011, S. 23).

Bei trainierten Personen kann die Herzfrequenz sogar um das fünffache gesteigert werden (Weineck, 2012, S. 262). Gesteuert wird die Herzfrequenz vom vegetativen Nervensystem; bei Belastung durch den Einfluss des Sympathikus und im Ruhezustand durch den Parasympathikus (Dickhuth et at., 2011, S. 23).

Bei einer stufenförmig ansteigenden Belastung steigt die Herzfrequenz bis zu einem Maximum linear an und fällt nach diesem wieder ab (Graf, 2012, S. 34). Der Anstieg erfolgt „proportional zur Leistung und Sauerstoffaufnahme“ (Löllgen et al., 2010, S. 74). Gleichzeitig lässt sich hier mit weiteren Messungen auch die anaerobe Schwelle bestimmen (Löllgen et al., 2010, S. 74). Der höchste erreichte Herzfrequenz-Wert wird auch als maximale Herzfrequenz bezeichnet.

Kinder unter 10 Jahren besitzen eine hohe maximale Herzfrequenz von über 200 Schläge/min, mit zunehmenden Alter dagegen nimmt der Wert der maximalen Herzfrequenz bis zu einem Wert von 160-170 Schläge/min bei einem 70-Jährigen ab (Dickhuth et at., 2011, S. 23).

Gemessen wird die Herzfrequenz mithilfe eines elektronischen Herzfrequenzmessgeräts in Form einer Pulsuhr oder eines Elektrokardiogramms (Graf, 2012, S. 34).

2.4 Auswirkungen von Training auf das Herz-Kreislauf-System

Das Herz-Kreislauf-System hat die Aufgabe den Körper mit Sauerstoff zu versorgen und Kohlenstoffdioxid und Nährstoffe zu transportieren (Dickhuth et at., 2011, S. 17). Dieser Transport erfolgt über das Blut. Der Bedarf an Sauerstoff und Substraten für die Muskulatur steigt bei Belastung an (Dickhuth et at., 2011, S. 28). Da das Herz dann mehr Blut fördern muss, kommt es zu einer Erhöhung des Herzzeitvolumens – zusammengesetzt aus Herzfrequenz und Schlagvolumen – wobei hier hauptsächlich die Herzfrequenz und weniger das Schlagvolumen gesteigert wird (Dickhuth et at., 2011, S. 28).

Durch Ausdauertraining kommt es zu einer physiologischen Adaption des Herz-Kreislauf-Systems und langfristig damit auch zu einer erhöhten Leistungsfähigkeit (Dickhuth et at., 2011, S. 30). Auch strukturell passt sich der Körper dem Training an, es erfolgt dadurch eine Hypertrophie des Herzmuskels (Dickhuth et at., 2011, S. 32). Darauf folgt unmittelbar auch eine Vergrößerung des Herzschlagvolumens, was wiederum die Sauerstoffaufnahmefähigkeit steigert (Weineck, 2010, S. 261). Eine trainingsbedingte Steigerung von VO2max hat weitere Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System: Es kommt zu einer Zunahme des Blutvolumens, während gleichzeitig eine Abnahme der Herzfrequenz erfolgt (Weineck, 2010, S. 257). Auch die Ruheherzfrequenz sinkt im weiteren Verlauf des Trainings (Dickhuth et at., 2011, S. 31). Die daraus resultierende effizientere Herzarbeit entspricht einer Ökonomisierung des Herz-Kreislauf-Systems (Weineck, 2010, S. 259). Die Vorteile für den Sportler bestehen in der Verbesserung der Ausdauerleistungsfähigkeit im Allgemeinen und einer „erhöhten aeroben Kapazität und verbesserten Ermüdungswiderstandsfähigkeit“ (Weineck, 2010, S. 261) im Speziellen. Auch nimmt die Erholungsfähigkeit nach Ausdauerbelastungen in diesem Zusammenhang zu (Weineck, 2010, S. 255).

3 Diskussion des Forschungsstandes und Ableitung der Fragestellung

Ein regelmäßiges Ausdauertraining kann also zu Adaptionen im Herz-Kreislauf-System und damit auch zu einer Leistungssteigerung im Ausdauerbereich führen. Weineck betont in diesem Zusammenhang jedoch, dass für eine derartige Ökonomisierung aerobe Belastungen mit höherem Belastungsumfang den hochintensiven anaeroben Belastungen vorzuziehen sind (2010, S. 259). Bei Schnabel, Harre und Krug wird HIT und dessen Anwendung im Ausdauerbereich lediglich im Glossar kurz erwähnt. Es wird darauf hingewiesen, dass Wirkungszusammenhänge erst noch genauer untersucht werden müssen (2011, S. 583). Im trainingswissenschaftlichen Alltag wird HIT bereits seit einiger Zeit angewandt, folglich ist das Forschungsinteresse seitdem stark angestiegen und es kommt in den letzten Jahren zu immer mehr Publikation zu diesem Thema (Weston et al., 2014, S. 1006).

Eine Meta-Analyse von Bacon, Carter, Ogle und Joyner mit 37 Studien, die hauptsächlich vor 2000 publiziert wurden, brachte das Ergebnis, dass eine Einbeziehung von Intervalltraining in den Trainingsalltag – hier wurde teilweise auch eine Mischform von Intervall- und Dauermethode angewandt – zu Verbesserungen in der maximalen Sauerstoffaufnahme führen kann (2013, S. 1). Die Autoren schlagen vor, ein intensiveres Training mit längeren Intervallen durchzuführen, da erste Forschungen auf deren Effektivität hinweisen (Bacon et al., 2013, S. 5). Weston et al. konnten in einer Meta-Analyse mit 38 Studien aufzeigen, dass HIT substanzielle Verbesserungen der Ausdauerleistungen – mit moderaten Effekten auf die maximale Sauerstoffaufnahme – bei leicht übergewichtigen und untrainierten Personen erzielen kann (2014, S. 1015). In dieser Meta-Analyse wurden jedoch nur Studien mit Belastungsintensitäten von 30 bis 60s zugelassen. Auch Sloth et al. konnten in einer Meta-Analyse einen moderaten Effekt von SIT – mit Belastungsintensitäten bis 30s – auf die Ausdauerleistung und auf VO2max nachweisen (2013, S. 341). SIT soll jedoch im Vergleich mit einem Training mit kontinuierlichen Dauerläufen die gleiche Auswirkung auf VO2max erzielen können (Gist, Fedewa, Dishman amp; Cureton, 2014, S. 269) und stellt somit eine zeitsparende Alternative zum Dauerlauf dar. Die Autoren aller hier erwähnten Studien betonen, dass weitere Forschungen erforderlich sind, um aussagekräftigere Ergebnisse zu erzielen.

Hinsichtlich der maximalen Herzfrequenz bleibt festzustellen, dass diese zwar bei den meisten Studien im Zuge der ergometrischen Messung mit erhoben wurde, dazu aber keine zusätzlichen Forschungsarbeiten hinsichtlich HIT bekannt sind.

In dieser Arbeit soll daher der Einfluss von HIT auf die metabolischen Parameter VO2max und HRmax untersucht werden. Konkret soll aufgezeigt werden, ob HIT-Training in sämtlichen Intensitätsbereichen eine positive Auswirkung auf beide Parameter erzielen kann.

4 Methodik

4.1 Methodenauswahl

Um in der empirischen Sozialforschung aus einer Vielzahl von einzelnen Studien die Ergebnisse quantitativ zusammenzufassen, empfiehlt es sich eine Meta-Analyse durchzuführen (Tischler, 2011, S. 1). Demnach werden nach Glass (1976, zitiert nach Tischler, 2011, S. 1) mehrere Beiträge mit vergleichbaren Forschungshypothesen zu allgemein gültigen Feststellungen zusammengeführt und verdichtet. Nachdem eine Fragestellung oder Hypothese formuliert wurde, bedarf es einer umfassenden Literaturrecherche und Informationsbeschaffung aus Primärstudien, welche letztendlich auch qualitativ bewertet werden müssen (Tischler, 2011, S. 3). Um die Stärke des Zusammenhangs zwischen den einzelnen Merkmalsausprägungen herauszufinden, wird durch die Bildung von Effektstärken der einzelnen Studien eine standardisierte Größe gebildet (Tischler, 2011, S. 1). Die einzelnen Effektstärken werden am Ende zu einer Gesamteffektstärke zusammengefasst, „um eine allgemeingültige Aussage über diese Beziehung und mögliche weitere Einflussfaktoren zu machen“ (Tischler, 2011, S. 1).

4.2 Auswahlkriterien der einzelnen Studien

Um einen Zusammenhang der einzelnen Studien hinsichtlich der Forschungsfrage und um eine Vergleichbarkeit gewährleisten zu können, bedarf es im Vorfeld einer Festlegung der Auswahlkriterien, nach denen später die einzelnen Publikationen ausgewählt werden. Alle Publikationen sollten zunächst einmal nach dem Jahr 2000 veröffentlich worden sein, da der Begriff HIT im Ausdauerbereich davor nicht als solcher benutzt wurde. Dann war es notwendig, dass alle Studien im Längsschnittdesign vorliegen mussten. An der Studie sollten mehr als zwei Probanden teilnehmen und alle Probanden mussten mindestens 18 Jahre und maximal 45 Jahre alt und gesund sein. Studien mit Tierversuchen wurden ausgeschlossen. Hinsichtlich des körperlichen Zustands wurde die Grenze bei einem maximalen BMI von 25 kg/m² festgelegt. Probanden mit Übergewicht oder Krankheiten wie beispielsweise Diabetes oder koronaren Herzkrankheiten wurden ausgeschlossen. Hinsichtlich des Trainingsstands wurde die Grenze bei trainierten Freizeitsportlern festgelegt. Damit wurden Leistungs- oder Profisportler ausgeschlossen, untrainierte Probanden dagegen zugelassen. Das Training der Experimentalgruppen musste in standardisierter Form mit Prä-Test, Intervention und Post-Test vorliegen. Es wurden sowohl Studien mit einer Kontrollgruppe ohne Trainingsinhalt als auch Studien ohne Kontrollgruppe zugelassen. Das eigentliche Training sollte entweder auf einem Ergometer oder auf einem Laufband stattfinden und beaufsichtigt sein; ein gemischtes Training – beispielsweise mit wechselnden Trainingsinterventionen – sollte nicht vorliegen. Hinsichtlich der Belastungsdauer wurde die untere Grenze bei 30s festgelegt. Die Studien beschränken sich auf die beiden Sportarten Laufen und Radfahren. Studien mit anderen Sportarten waren erlaubt, insofern die Intervention den vorherigen Anforderungen entsprach. Grundsätzlich waren beim Training keine Zugaben von Sauerstoff oder anderen Supplementen erlaubt.

[...]

Details

Seiten
42
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656888529
ISBN (Buch)
9783656888536
Dateigröße
1.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v288302
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,0
Schlagworte
systematisierung thema high-intensity-training meta-analyse wirkung hit-trainings parameter

Autor

Zurück

Titel: Systematisierung zum Thema High-Intensity-Training (Meta-Analyse)