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Interkulturelle Aspekte der Arzt-Patienten-Kommunikation am Beispiel russischer Kinderpatienten

Masterarbeit 2012 99 Seiten

Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Danksagung

1 Einleitung und Fragestellung

2 Arzt-Patienten-Kommunikation
2.1 Motive und Ziele des ärztlichen Gespräches
2.2 Aufbau von Gesprächen
2.3 Die Rolle des Arztes
2.4 Techniken der ärztlichen Gesprächsführung
2.4.1 Verbale Techniken
2.4.2 Nonverbale Techniken
2.4.3 Formen der Gesprächssteuerung

3 Die Besonderheiten in der Kommunikation bei Kindern als Patienten
3.1 Arzt-Kind-Beziehung
3.2 Sprachlicher und kommunikativer Entwicklungsstand des Kindes
3.3 Kommunikation durch das Spiel

4 Interkulturelle Aspekte der Arzt-Patienten-Kommunikation am Beispiel russischer Kinderpatienten
4.1 Dolmetscher als Träger der emotionalen und mündlichen Information in den interkulturellen Gesprächen
4.2 Die größten Kommunikationshindernisse
4.2.1 Fehlverhalten in der Kommunikation seitens des Arztes
4.2.2 Sprachblockaden
4.2.3 Hindernisse bei der Kommunikation mit Kindern

5 Die Bedeutung medialer Informationen für den Krebspatienten

6 Erfolgreiche Gespräche mit russischen Kinder-Krebs-Patienten
6.1 Die Voraussetzung für erfolgreiche Gespräche (ein Interview mit Dr. X)
6.2 Die wichtigsten Gesprächssteuerungsmittel des Dolmetschers

7 Gesprächsanalyse von vier Kommunikationssituationen mit russischsprachigen Patienten und deren Eltern.
7.1 Setting 1
7.1.1 Die Rolle des Arztes in der Arzt-Patienten Kommunikation
7.1.2 Die Rolle der Dolmetscherin in der Arzt-Patienten Kommunikation
7.1.3 Die Rolle der Mutter in der Arzt-Patienten Kommunikation
7.1.4 Allgemeine Aspekte der Kommunikation
7.2 Setting 2
7.2.1 Die Rolle des Arztes in der Arzt-Patienten Kommunikation
7.2.2 Die Rolle der Dolmetscherin in der Arzt-Patienten-Kommunikation
7.2.3 Die Rolle der Eltern in der Arzt-Patienten-Kommunikation
7.2.4 Die Rolle des Patienten in der Arzt-Patienten-Kommunikation
7.2.5 Allgemeine Aspekte der Arzt-Patienten-Kommunikation
7.3 Setting 3
7.3.1 Die Rolle der Ärztin in der Arzt-Patienten Kommunikation
7.3.2 Die Rolle der Patientin in der Arzt-Patienten Kommunikation
7.3.3 Die Rolle der Dolmetscherin und der Mutter in der Arzt-Patienten Kommunikation
7.3.4 Allgemeine Aspekte der Arzt-Patienten Kommunikation
7.4 Setting 4
7.4.1 Die Rolle des Arztes in der Arzt-Patienten Kommunikation
7.4.2 Die Rolle der Dolmetscherin in der Arzt-Patienten-Kommunikation
7.4.3 Die Rolle der Mutter in der Arzt-Patienten-Kommunikation
7.4.4 Allgemeine Aspekte der Arzt-Patienten Kommunikation

8 Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

Danksagung

Zunächst möchte ich allen, die zum Zustandekommen dieser Arbeit beigetragen haben, herzlich danken: Ich danke allen Ärzten der hämatologisch-onkologischen Ambulanz. Ich danke allen kleinen Patienten und deren Eltern, ohne sie wäre diese Arbeit in der vorliegenden Form nicht möglich gewesen. Ich danke meiner Familie und meinen Freunden, die mich während dieser Zeit unterstützt haben. Mein Dank gilt auch meinem Freund, der mir mit der Bearbeitung der Gesprächsformatierung geholfen hat. Ich möchte mich auch bei Natalja Klipinina bedanken, die mir verschiedene Tipps gegeben und mir Materialien zur Verfügung gestellt hat. Mein Dank gilt auch Herrn Dr. X. für ein informatives Interview und für die Zeit, von der er nicht so viel hat, mir aber trotzdem widmete. Ganz besonders herzlich möchte ich mich bei den Betreuern meiner Arbeit Frau Dr. Marita Pabst-Weinschenk und Herrn Prof. Dr. Peter Tepe danken.

1 Einleitung und Fragestellung

Im Vergleich zu früheren Zeiten hat das wissenschaftliche Interesse an der Arzt-Patienten-Kommunikation in den letzten Jahren stark zugenommen.1 Dafür gibt es verschiedene Gründe. Viele Ärzte haben nicht besonders viel Zeit für ihre Patienten und die Kommunikation ist begrenzt. Besonders schwierig ist es für unerfahrene Ärzte, die Sichtweise des Patienten zu übernehmen, die Perspektive zu wechseln und ihm genau zuzuhören. „Wir werden ins kalte Wasser geschmissen und plötzlich sind diese Patienten, die ganz normale Menschen sind, zu fremden Wesen aus fremden Galaxien“, schreibt eine Medizinstudentin in einem Forum.2 Viele Patienten sind mit einer solchen Beziehung unzufrieden. Aus diesem Grund wechseln sie die Ärzte oder wollen gar nicht mehr zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen. Noch problematischer ist heutzutage die interkulturelle Arzt-Patienten-Kommunikation, weil viele Menschen mit Migrationsgrund in Deutschland leben. Viele kommen nach Deutschland, um eine hochqualitative Behandlung zu bekommen, dazu gehören auch russische Familien mit Diagnosen wie Krebs, die mit der Hoffnung nach Deutschland kommen, um das Leben ihres Kindes. Die Begegnung von Ärzten und Patienten aus unterschiedlichen Kulturkreisen gehört heutzutage zum medizinischen Alltag. Aber Letztere geraten in eine andere Welt in der andere Regeln, eine andere Kultur und andere Besonderheiten gelten. Hinzu kommt die Sprachbarriere. Einige Ärzte wissen nicht, wie man ein gutes Gespräch mit solchen Patienten und mit ihren Eltern aufbauen kann. Es treffen also zwei Welten aufeinander. Manchmal entstehen deswegen viele Missverständnisse.

Eine gute Arzt-Patienten-Kommunikation ist in solchen Fällen wichtig, weil sie den Heilungsprozess beeinflussen kann und die gesamte Arbeit zwischen dem Arzt und dem Patienten verbessern könnte. Es soll sozusagen ein gesamtes Team aus den Personen sein, die an der Arzt-Patienten-Kommunikation beteiligt sind. Dazu gehören gewöhnlich der Arzt, die Eltern, der Kinderpatient und der Dolmetscher.

Die vorliegende Arbeit ist der interkulturellen Kommunikation zwischen Arzt und Patienten am Beispiel russischer Kinder gewidmet und wird überwiegend aus eigener Erfahrung mit Ärzten sowie kleinen Patienten und deren Eltern geschrieben. Dabei werden Patienten vom Kindes- bis zum Jugendalter betrachtet. Es soll untersucht werden, welche Probleme es bei der interkulturellen Arzt-Patienten-Kommunikation gibt und wie man versuchen kann, sie zu lösen und die interkulturelle Arzt-Patienten-Kommunikation zu verbessern.

Das Ziel der empirischen Untersuchung ist die Analyse der Arzt-Patienten-Eltern-Kommunikation mittels Dolmetscher. Die Kinder kommunizieren sehr selten mit Ärzten. Hier liegen zwei Probleme, die das erklären könnten: zum einen besteht eine Kommunikationsbarriere und zum anderen werden Kinder oft von Ärzten nicht ernst genommen und können außerdem aufgrund ihres Alters können sich nicht richtig an der Arzt-Patienten-Kommunikation beteiligen. Dieser Teil der Arbeit zeigt, welche Defizite es in der interkulturellen Arzt-Patienten-Kommunikation gibt und wie die Gespräche aufgebaut sind. Analysen können keine allgemeingültigen Antworten erbringen, jedoch Aspekte aufzeigen, die Grundlagen für weitere Studien liefern. Die Arbeit ist folgendermaßen aufgebaut: Kapitel 1 umfasst eine kurze Einleitung in die Thematik. In Kapitel 2 werden die Motive und Ziele des ärztlichen Gesprächs, sein Aufbau und die Rolle des Arztes, die stark variieren kann, betrachtet. In diesem Kapitel werden die wesentlichen Informationen zu Erwachsenen- und auch Kinderpatienten dargelegt. Anschließend werden auch die Techniken der ärztlichen Gesprächsführung in der interkulturellen Arzt-Patienten-Kommunikation skizziert. Kapitel 3 erfasst die Besonderheiten in der Kommunikation mit Kindern als Patienten. Es werden Fragen beleuchtet: wie die nach dem Aufbau von Arzt-Kinder-Beziehungen oder nach dem sprachlichen und kommunikativen Entwicklungsstand des Kindes. Außerdem wird die Frage nachgegangen, welche Probleme Kinder bei der Arzt-Patienten-Kommunikation haben, warum sie oft nicht kommunizieren wollen und wie Spiele dabei helfen können, die Kommunikation zu verbessern.

Kapitel 4 beschreibt interkulturelle Aspekte der Arzt-Kinderpatienten-Kommunikation am Beispiel russischer Kinderpatienten. In diesem Kapitel werden Aspekte beleuchtet wie die Funktion des Dolmetschers in interkulturellen Gesprächen, die größten Kommunikationshindernisse, die bei solchen Gesprächen entstehen, das Fehlverhalten in der Kommunikation seitens des Arztes, Sprachblockaden und Hindernisse bei der Kommunikation mit Kinderpatienten. Kapitel 5 ist widmet sich der Bedeutung medialer Informationen für den Krebspatienten und untersucht welche Rolle Massenmedien, wie Zeitschriften, Internet, Bücher und Fernsehen als bedeutende Teile des modernen Lebens auch bei ihnen haben. Kapitel 6 richtet sich auf erfolgreiche Gespräche mit russischen Kinder-Krebs-Patienten. Hier wird ein Interview mit dem Arzt Dr. X. geführt, der schon lange mit russischen Kinderpatienten und ihren Eltern arbeitet. Aus ärztlicher Sicht wird berichtet, wie man ein gutes Gespräch aufbauen kann, welche Voraussetzungen es dabei gibt und wie die Kommunikation die Behandlung beeinflusst. Ohne Dolmetscher können solche Gespräche nicht stattfinden und deswegen werden auch die wichtigsten Gesprächssteuerungsmittel seitens aufseiten des Dolmetschers betrachtet. Damit wird vom theoretischen Teil zum Forschungsteil, den Gesprächsanalysen, übergegangen. Hier werden verschiedene Gespräche bei Patienten unterschiedlichen Alters untersucht. In Kapitel 7 erfolgt die Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse.

2 Arzt-Patienten-Kommunikation

„Worte sind die wichtigsten Vermittler für den Einfluss, den ein Mensch auf den anderen ausüben will. Worte sind gute Mittel, um seelische Veränderungen bei dem hervorzurufen, an den sie gerichtet werden, und darum klingt es nicht länger rätselhaft, wenn behauptet wird, dass der Zauber der Worte Krankheitserscheinungen beseitigen kann.“3 Der Mensch kann nicht ohne Kommunikation leben. Jeden Tag kommunizieren wir mit anderen Leuten durch Wörter, Mimik und Gestik. Kommunikation begleitet uns während des ganzen Lebens.

2.1 Motive und Ziele des ärztlichen Gespräches

„Ein Arzt führt im Laufe seines Berufslebens etwa 200.000 Gespräche mit seinen Patienten.“4 Da es wünschenswert und erforderlich ist, dass bei diesen Gesprächen nicht nur formale und vorgegebene Inhalte einbezogen werden, sondern auch die jeweilige individuelle Disposition des Kranken berücksichtigt wird, ist eine stetig zu optimierende Gesprächsführung wichtig. Je besser der Arzt auf den Patienten eingeht und sich in sein Gegenüber hineinversetzt, umso wahrscheinlicher ist auch der Therapieerfolg; die Genauigkeit der Diagnose nimmt zu und die Patienten zeigen eine höhere Compliance.5

Zu klären ist zunächst, was eigentlich ein ärztliches Gespräch ist. Im Kassenarztrecht hat das ärztlich-therapeutische Gespräch die Positionsbezeichnung „Ausführliche diagnostisch-therapeutische Aussprache zwischen Arzt und Patient als integrierter Therapiebestandteil“.6 Damit soll grundsätzlich eine Erweiterung und Vertiefung der Therapie erreicht werden; die Anamnese ist davon ausgenommen. Das Gespräch sollte insgesamt ca. 10 bis 15 Minuten dauern und grundsätzlich in der ärztlichen Ordination, aber außerhalb der festgesetzten Ordinationszeiten geführt werden. Der Patient sollte eine aktive Rolle in diesem Konsultationsprozess einnehmen.7

Aber in der Realität, im Alltag eines Arztes werden diese Forderungen oft nicht umgesetzt. Nur fünf Prozent der Ärzte stellen sich die Frage, was die Patienten über ihre Erkrankung denken, nur fünf Prozent der Ärzte befassen sich also in dieser Hinsicht mit der Krankheit des Patienten.8 10 bis 15 Minuten sind oft zu wenig für ein Arzt-Patienten-Gespräch, besonders, wenn es sich um schwere Erkrankungen handelt. Solche Gespräche sind sogar noch kürzer. Der Patient spricht gewöhnlich in diesem Gespräch nicht viel; aus diesem Grund ist die Informationsvermittlung meistens sehr begrenzt.

Manche Ärzte behandeln ihre Patienten so, als ob sie eine Sache oder ein Mechanismus seien, der „repariert“ werden solle. Bei der Diagnostik verlässt sich der Mediziner meistens nur auf Fakten – Arztbericht, Anamnese des Kranken, Röntgen, Ultraschallaufnahmen usw. – und ignoriert den Menschen mehr oder weniger. Die Wirksamkeit einer solchen Behandlung wird wahrscheinlich nicht hoch sein, weil der Arzt nicht auf die Seele des Kranken achtet, Seele und Körper bekanntermaßen jedoch eng miteinander verbunden sind.

Oft beschweren sich die Patienten nicht über die klinische Behandlung oder die fachlichen Kompetenzen, sondern über die mangelnde kommunikative Kompetenz. Der Patient fühlt sich nicht wohl und bleibt unzufrieden, weil sein Problem und seine Situation nicht wirklich verstanden wurden. Er spürt, dass der Arzt seine Krankheit anders bewertet als er selbst bzw. dass es keine Brücke zwischen der Welt des Patienten und der Welt des Arztes zu geben scheint.

Der Arzt wird vermutlich ebenfalls unzufrieden sein, weil der Patient ihm nicht recht zuhört und ihm ggf. nicht folgt. Außerdem kann der Patient – in der Kürze der Zeit – nur wenige Informationen über seine Krankheit und seine Schmerzen mitteilen. So sind die Realität des Arztes und diejenige des Patienten zweierlei.

Ein ärztliches Gespräch sollte, unter der Voraussetzung fachlicher Kompetenz, ein verstehendes Gespräch sein. In diesem sollte der Kranke auch erfahren, dass er vom Arzt angenommen und verstanden wird. So sollte das Gespräch das Selbstverständnis des Patienten in angemessenen Punkten bestätigen und erweitern. Das ist eben nur dann möglich, wenn das Verständnis des Arztes das Selbstverständnis des Patienten einbezieht. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn Arzt und Patient diesbezüglich übereinstimmen.9 Demnach gilt es folgende Punkte oder Subziele beim ärztlichen Gespräch zu beachten:

Das erste Ziel besteht darin, Sachverhalte zu ermitteln. Das Gespräch hat einen informellen Charakter, der Arzt sammelt wichtige Informationen: zur Anamnese, durch die Erfahrung oder Mitteilung von Daten und vermuteten Befunden, bei der Besprechung von Therapie, Risikofaktoren, der Dauer der Behandlung usw. Hier stellt der Arzt die Fragen, gibt die Themen vor.

Das zweite Ziel ist, im Gespräch Gefühle zu vermitteln und zu reflektieren. Es geht darum, wie erwähnt, dass das Gegenüber sich verstanden und angenommen fühlt. Nach einem schwierigen Gespräch mit den Eltern eines kranken Kindes sagen diese manchmal, „…jetzt mache ich mir keine Sorgen mehr und bin beruhigt“. „Bei solchen Gesprächen geht es nicht darum“, konstatiert z.B. Berger, „Patienten oder deren Eltern zu überreden oder ihnen die offensichtliche Wirklichkeit auszureden, sondern, um als Sachkundiger die Wirklichkeit in menschlicher Anteilnahme klar zu stellen und zu helfen.“10

Es ist immer besser, die Ziele eines Gesprächs vorher zu vereinbaren. Auf dieser Grundlage lernt der Arzt die Geschichte, die Situation, die Persönlichkeit und das Befinden seines Patienten kennen. Auf diese Weise kann er besser eine therapeutische Beziehung aufbauen, sodass das therapeutische Ziel auch erreicht wird. Heutzutage verstehen die meisten Ärzte, welche wichtige Rolle die Kommunikation im medizinischen Bereich einnimmt und „dass die Sprache ein wichtiges Instrument ist, dass Sprechen und Gesprochenes zu hören und zu verstehen ein einzigartiges Privileg des Menschen ist, dass eine Medizin, die sich nicht aller Möglichkeiten der sprachlichen und nichtsprachlichen Kommunikation bedient, immer unzulänglich bleiben muss, dass eine sprachlose Medizin letztlich eine inhumane Medizin ist.“11

2.2 Aufbau von Gesprächen

Es ist anzunehmen, dass fast jeder Mensch in seinem Leben schon einmal beim Arzt war und manches Arzt-Patienten-Gespräch bereits hinter sich hat. Fast jeder stellt sich irgendwann die Frage, nach welchen Kriterien Menschen ihre Ärzte auswählen und wie sie erkennen können, ob ihr Arzt sie ernst nimmt oder nicht, ob sie lieber bei ihm bleiben oder den Arzt wechseln sollen. Bei der Beantwortung dieser Fragen spielt das erste Gespräch mit dem Arzt eine große Rolle. Das ideale ärztliche Gespräch lässt sich in drei Abschnitte gliedern: die Gesprächseröffnung, die Besprechung der Situation (Therapieplan) und der Gesprächsabschluss. Diese Abschnitte werden wiederum unterteilt und werden nachfolgend genauer betrachtet:

Gesprächseröffnung/Begrüßung

Das ärztliche Gespräch sollte immer mit einer Begrüßung beginnen. Der Arzt begrüßt seinen Patienten gewöhnlich mit Handschlag; auf diese Weise überbrückt er die Distanz und zeigt seine freundliche Absicht. Manchmal, wenn auch nur sehr selten, verwenden Ärzte Begrüßungsformeln ohne Händedruck: „Guten Tag“, „Guten Morgen“, „Guten Abend“ oder „Hallo“. Falls es für den Patienten nicht klar erkennbar ist, wer sein Arzt ist und welche Funktion er ausübt, sollte sich der Arzt deutlich mit seinem Namen und seiner Funktion vorstellen. Das sollte insbesondere im Krankenhaus der Fall sein, wo die Patienten meistens mit verschiedenen Ärzten konfrontiert werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass Krankenhauspatienten sehr oft nicht wissen, wie ihr Arzt heißt oder welche Aufgabe er erfüllt.12 Die Beschreibung der Funktion sollte so einfach wie möglich erfolgen, also z. B.: „Guten Tag, mein Name ist Schmidt, ich bin Narkosearzt und werde bei Ihrem Kind morgen die Narkose durchführen. Ich bin auf dieser Station als Assistenzarzt tätig und würde gerne mit Ihnen das Aufnahmegespräch führen.“ Der behandelnde Arzt sollte also nicht nur sagen, er sei Anästhesist, Onkologe, Radiologe usw.13 Genauso wenig eignet sich folgende Aussage als Gesprächsanfang: „Ich bin Psychotherapeut und Arzt, spreche in dieser Klinik mit Patienten, die eine chronische Erkrankung oder Tumorerkrankung haben.“ Solche Erkrankungen können sowohl für die Patienten als auch für deren Angehörige wegen des langen und oft schweren Verlaufes belastend sein.“ Eine einfühlsamere Formulierung wäre: „Ich biete Ihnen an, ein oder mehrmals mit Ihnen zu sprechen, und gemeinsam mit Ihnen zu schauen, ob während der bisherigen Behandlung Schwierigkeiten aufgetreten sind, über die Sie gerne sprechen würden.“14 Falls der Arzt aus einem anderen Land kommt und noch Schwierigkeiten mit der Sprache hat, sollte er sinngemäß sagen: „Ich komme nicht von hier und arbeite als Gastarzt. Leider spreche ich nicht so gut Deutsch. Könnten Sie deshalb bitte langsam sprechen? Sagen Sie mir bitte Bescheid, falls Sie etwas nicht verstehen oder fragen Sie nach.“ Beim Empfang in der Sprechstunde sollte der Arzt Blickkontakt mit dem Patienten halten. Der Arzt sollte nicht sitzen, sondern lieber aufstehen und den Patienten freundlich ansehen und ihn mit einer einladenden Handbewegung (offene Hand) zu sich bitten. Bleibt er hinter dem Schreibtisch sitzen, so kann das Gefühl einer Barriere zwischen Arzt und Patient entstehen. Noch einladender wirkt es, wenn der Arzt z. B. dem Patienten einige Schritte entgegen geht. Danach sollte der Arzt dem Patienten einen Platz anbieten und ihn sich als Ersten setzen lassen.15 Falls der Arzt nicht weiß, welche Erkrankung der Patient hat und weshalb er überhaupt gekommen ist, oder wenn er ihn zum ersten Mal sieht, ist es sinnvoll, am Anfang des Gesprächs allgemeine Fragen zu stellen wie „Was kann ich für Sie tun?“, „Wie kann ich Ihnen helfen?“ Oder: „Was führt Sie zu uns?“, „Was fehlt Ihnen?“, „Erzählen Sie mir bitte, was Sie hierher geführt hat?" Es gibt Fragen und Formulierungen, die schroff und ungeeignet sind, beispielsweise: „Was haben Sie für ein Problem?“, „Warum sind Sie zu mir gekommen?“, „Ich habe 15 Minuten Zeit, fangen Sie an.“ Bei solchen Fragen fühlt sich der Patient meist unwohl, und er weiß dann manchmal nicht, ob sein Problem wirklich ein Problem ist und was er sagen soll. Manchmal brauchen Ärzte beruhigende und ermunternde Worte für ihre Patienten, da diese Angst haben könnten vor dem, was auf sie zukommen wird, oder dem Arzt nicht vertrauen und selbst unter Stress stehen. In solchen Situationen ist es wahrscheinlich vorteilhafter, das Gespräch folgendermaßen zu beginnen: „Ich weiß, es fällt Ihnen schwer, aber wir können alles in Ruhe besprechen. Erzählen Sie mir bitte, was Ihrer Meinung nach wichtig sein könnte. Versuchen Sie, mir in aller Ruhe zu erzählen, warum Sie gekommen sind. Ich höre Ihnen zu. Ich glaube Ihnen. Ich möchte Ihnen sagen ‚Alles wird gut‘.“ „Die Devise des Gesprächsbeginns“, so resümiert Bang, „ist der ‚konstruktive Anfang‘. Abgesehen von Notfallsituationen ist nicht die Gewinnung von Informationen oder die Problemlösung die vorrangige Aufgabe am Gesprächsbeginn, sondern die Herstellung einer stabilen Beziehung zwischen Arzt und Patient. Sie bildet auch die Basis für das Im-Gespräch-Bleiben.“16

Der Gesprächsverlauf

In der Regel beginnen Arzt und Patient das erste Gespräch mit der Vorgeschichte des Patienten. In den meisten Fällen verfügt der Arzt bereits über einige Informationen. Das kann die Anamnese, Arztberichte oder Untersuchungsbilder betreffen. Meist verläuft die Arzt-Patienten-Kommunikation in Form eines „Interviews“. „Der Gesprächsverlauf ist das Resultat der Interaktion der Gesprächspartner. Dem Arzt fällt die Aufgabe zu, in einer empathischen Haltung Fragen zu stellen, aktiv zuzuhören und alle nonverbalen Äußerungen des Patienten zu beobachten.“17 Es stellt sich die Frage nach den Vorteilen des Interviews. Hier sind folgende Punkte zu nennen:

Zwischen Arzt und Patient wird eine Beziehung aufgebaut, die beide in einem gemeinsamen Ziel eint: dem Kampf gegen die Krankheit.

Gute, von Aufrichtigkeit und gegenseitigem Verständnis geprägte Beziehungen haben bereits therapeutische Wirkung.

Der Patient soll verstehen, dass er sich auf seinen Arzt verlassen kann. Vertrauen ist die unverzichtbare Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung.

Der Arzt hat es in hohem Maße selbst in der Hand, das Gespräch zu strukturieren und ihm die Richtung zu geben, die für beide Beteiligten konstruktiv ist. Zu empfehlen sind daher psychologische Zusatzausbildungen.

Der Schluss des Gesprächs

Das Gespräch wird durch die Aktualität der Situation, die Thematik, die Belastbarkeit von Arzt und Patient, kurz: vom Gesprächsverlauf und den zeitlichen Möglichkeiten bestimmt.18 Nach dem Gespräch sollte der Arzt sich beim Patienten erkundigen, ob er noch Fragen hat. Der Arzt sollte zudem nachhaken, ob etwas unklar geblieben ist. Er sollte sich für das Gespräch bedanken, und zwar unabhängig davon, ob dies erwidert wird oder nicht. Ein ideales Gespräch sollte dann enden, wenn alles seitens des Patienten und des Arztes besprochen ist, also auch alle Fragen tatsächlich beantwortet sind. Aber sehr oft haben die Ärzte nicht so viel Zeit für ihre Patienten, und schon deswegen wird die Schilderung des Patienten, zumal wenn sie „monologisch“ verläuft, häufig unterbrochen. Wenn dies geschieht, kann es auf verschiedene Weise der Fall sein; es ist darauf zu achten, dass der Patient das Gefühl behält, verstanden und „gehört“ worden zu sein. „Wichtig ist, dass Sie sich nicht prophylaktisch für das Ende oder die Kürze des Gesprächs zu entschuldigen“, empfiehlt Bergner, „z. B.: weil auch andere Patienten warten oder an die Reihe kommen wollen.“19 Man kann auch ehrlich sagen: „Entschuldigen Sie bitte, heute habe ich nicht so viel Zeit, aber morgen können wir alles in Ruhe besprechen“. In solchen Situationen ist es wichtig, nicht sozusagen „die Maske“ überzuziehen, denn der Patient „übergibt“ dem Arzt seine Gesundheit, ggf. nicht weniger als sein Leben.

2.3 Die Rolle des Arztes

„So wie es unmöglich ist, nicht zu kommunizieren, ist es auch nicht möglich, ohne eine Rolle zu kommunizieren. Das Arztsein als solches kann als eine Art Meta-Rolle angesehen werden, von der aus sich sehr unterschiedliche Rollen einnehmen lassen.“20 Im Laufe der Zeit haben sich die Arztrollen vielfach gewandelt. In der Antike und zum Teil noch im Mittelalter war lâchi (Ahd. „der Arzt“) eine Art (wandernder) Dienstleister, der nach seinem Erfolg bezahlt wurde bzw. nur von wohlhabenden Patienten bezahlt werden konnte. Erst im 18. Jahrhundert begann die Ärzteschaft, die gesundheitliche Fürsorge für die gesamte Bevölkerung zu übernehmen, wenn dies auch einschlägige Gründe hatte: Die „Sicherung des Gesundheitszustandes“ jedes Einzelnen wurde vom Staat als Abwehr von Seuchen sowie als ökonomischer Faktor (Bedarf an gesunden Arbeitskräften) und später als militärischer Faktor (Bedarf an gesunden Soldaten) verstanden.21 So kam der Arzt zu einer Beamtenrolle.22 Darüber hinaus lassen sich, auf die gegenwärtige Situation bezogen, verschiedene Rollen des Arztes nennen. Schon wenn der Arzt mit dem Patienten spricht, wechselt er gelegentlich die Rolle. Die meisten Leute glauben, dass ein Arzt alles kann. Ihrer Meinung nach kennt er jede Krankheit, sodass er in fast jeder Situation hinreichend helfen kann. Angesichts der verfügbaren oder tatsächlichen Wissensmenge ist er jedoch bestenfalls ein Spezialist, dessen Wissen entsprechende Grenzen hat; wie dies vermittelt oder nicht vermittelt wird, darüber gibt ebenfalls das Rollenverhalten Auskunft. Virginia Satir beschreibt vier grundsätzliche Kommunikationstypen, deren Rollen im Gespräch Anwendung finden:

Besänftiger: Er sagt meistens Ja, stimmt stets zu; seine Unterwürfigkeit, so sie nicht perfide Taktik darstellt, weist auf seine Hilf- und Wertlosigkeitsgefühle sich selbst gegenüber hin.

Richter: Er weiß, was besser ist, tadelt gern, greift an. Oft fühlt er sich einsam und erfolglos.

Ablenker: Er versucht, um den „heißen Brei“ herumzureden. Er meint, dass sich ohnehin niemand um ihn kümmere.

Vernünftiger: Er versucht, unbedingt die Sachebene zu halten. Er fühlt sich ruhig und gelassen, ist aber tief innen verletzlich; seine Vernunft soll ihn „unangreifbar“ machen.23

Der Arzt kann in Gestalt jeder dieser Rollen auftreten: als Held, Ankläger, Opfer, Helfer; Gütiger, Experte, Mitmensch, Fordernder usw.24 Jeder Mensch ist unterschiedlich, und auch die Rollen des Arztes hängen von ihm selbst ab und selbstverständlich von seinem Patienten. Für die Kinder kann der Arzt ein Zauberer, ein Retter oder manchmal ein „Monster“ sein, wenn er ihnen wehtut. Die wichtigste Rolle des Arztes indessen, bei Kindern und Erwachsenen, ist diejenige des Heilers.

2.4 Techniken der ärztlichen Gesprächsführung

„Vergessen Sie über Gesprächstechniken nicht Ihre Authentizität und Empathie. Keine Kommunikationstechnik kann deren Wirkung erreichen.“25 Für gewöhnliche Menschen, besonders für Ärzte und Patienten, ist es oft schwer, ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen und sie in Worte zu fassen. Die Ärzte müssen häufig schlechte Nachrichten übermitteln und ihre Gefühle verstecken, die Patientinnen müssen diese Nachrichten wahrnehmen.

2.4.1 Verbale Techniken

Bei der verbalen Kommunikation ist die Sprache das Medium. Es beinhaltet sowohl mündlich als auch schriftlich übermittelte Botschaften. Die verbale Kommunikation besteht aus linguistischen Phänomenen, der Wortwahl und der grammatikalischen Struktur des Gesagten oder Geschriebenen.26 Nachfolgend ist genauer zu betrachten, welche Methoden der ärztlichen Gesprächsführung es überhaupt gibt:

Reflexion: beinhaltet die Widerspiegelung wichtiger Mitteilungen des Patienten mit eigenen Worten. „Reflexion“ vermittelt Verständnis, Aufmerksamkeit und hilft, das Gespräch zu strukturieren.

Klassifizierung: dargestellte Überlegungen und Verknüpfungen seitens des Patienten werden deutlich herausgestellt, sofern es für den Arzt zur Klärung des Problems beiträgt.

Aufmerksamkeitslenkung: bestimmte Aussagen, Reaktionen, Verhaltensweisen, die für Ärzte wichtig sein könnten, sollten dem Patienten noch einmal deutlich vor Augen geführt werden, um dessen Aufmerksamkeit gezielt darauf zu lenken.

Interpretation: hierunter wird verstanden, dass Ärzte Äußerungen von Patienten auf Motive, Gefühle und Absichten zurückzuführen.27

Neben der verbalen und der nonverbalen Kommunikation gibt es noch die paraverbale. Dazu gehören Tempo, Tonfall, Rhythmus, Betonung, Lautstärke, Artikulation und Modulation- sowie Stimmlage:28

a) Tempo

Der Redefluss des Arztes sollte klar, deutlich und verständlich für den Patienten sein. Auch der Patient sollte diese Regel beachten. Es gibt Ärzte wie auch Patienten, die sehr langsam und monoton sprechen, was eine ermüdende Wirkung haben kann. Andere reden sehr schnell, sodass es schwierig ist, den Worten zu folgen. Mit kleinen Kindern und besonders mit ausländischen Patienten sollten Ärzte langsam sprechen und dabei, wenn möglich, auch Körpersprache einsetzen.

b) Tonfall

Anhand des Tonfalls kann näherungsweise beurteilt werden, in welcher Stimmung sich Arzt und Patient befinden. Der Stimmton identifiziert einen ungeduldigen oder einen gestressten Arzt, einen schüchternen oder angsterfüllten Patienten.29 Tabelle 1 kann dies verdeutlichen.

Tonfall und ihre Bedeutung

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c) Rhythmus

Jede Sprache hat ihren eigenen Rhythmus, dieser spielt jedoch in der Arzt-Patienten-Kommunikation eine eher untergeordnete Rolle. Ein harmonischer Sprachrhythmus erleichtert indessen das Gespräch.

d) Betonung

Die Betonung unterstreicht den Sinn eines Satzes und beeinflusst ihn entsprechend. Beispiel: Ein Arzt spricht mit der Mutter des kranken Kindes und sagt: „Miron wird morgen operiert.“ Es können hier drei Wörter betont werden. Falls das erste Wort „Miron“ betont wird, bedeutet dies, dass Miron und nicht eine andere Person operiert wird. Wird das Wort „morgen“ betont, so wird herausgestellt, dass die Operation am nächsten Tag stattfindet und nicht heute oder übermorgen. Wird "operiert" betont, liegt der Fokus darauf, dass der chirurgische Eingriff tatsächlich vorgenommen wird und nicht bloß eine Untersuchung.

e) Lautstärke

Ob ein Arzt leise oder laut spricht, ist auch situationsabhängig. Spricht er womöglich zu laut, könnten unbeteiligte Personen den Gesprächsinhalt (z. B. Diagnose, Prognose) mit anhören, was dem Patienten sehr unangenehm und nicht recht sein könnte. Auch könnten sich andere Personen, z. B. weitere Ärzte, gestört fühlen. Spricht der Arzt hingegen zu leise, kann der Patient das Mitgeteilte nicht richtig verstehen, ist nicht ausreichend informiert und reagiert folglich mit Unzufriedenheit. Im Allgemeinen ist es am besten, wenn der Arzt in normalem Tempo spricht, nicht zu leise und nicht zu laut. Diese Regeln sollten selbstredend auch die Patienten beachten.

f) Artikulation

Laute, Wörter und Sätze sollten von den Ärzten klar und deutlich ausgesprochen werden. Manchmal können Patienten das Gesprochene ihrer Ärzte nicht richtig verstehen oder auch umgekehrt, jedoch ist es bei der Arzt-Patienten-Kommunikation sehr wichtig, den Inhalt eines Gesprächs nachvollziehen zu können. Es gibt Ärzte, die beispielsweise Endsilben verschlucken oder einige Wörter und Silben nicht aussprechen können. In solchen Fällen ist es sinnvoll, seine Artikulation zu üben und zunächst langsam zu sprechen.

g) Modulation

Die Modulation ist entsprechend sinnvoll, um Gesprächsinhalte zu unterstützen; sie macht die Melodie des Sprechens aus.31 Für ausländische Patienten kann dies ein Problem sein, weil die Satzmelodie in vielen Sprachen unterschiedlich ist. Es ist oft schwer, sich gegenseitig zu verstehen, wenn die Satzmelodie nicht derjenigen der Muttersprache entspricht.

h) Stimmlage

„Bei der Stimme kommt es auf ein mittleres Maß an: nicht zu leise, nicht zu laut, nicht zu tief und nicht zu hoch.“32 Den besten Klang bekommt eine Stimme in der sog. Indifferenzlage. Dieser Tonbereich wird genutzt, wenn z. B. „hm“ oder „aha“ gesagt wird. Die Stimme klingt grundsätzlich besser, wenn wir aufrecht und locker sitzen oder stehen.33 Ärzte sprechen oft viel an einem Tag, und deswegen ist es wichtig, wenn sie versuchen, in der Indifferenzlage zu sprechen und die Körperhaltung dabei beachten.

Eine wichtige Rolle bei der ärztlichen Gesprächsführung spielt der Begriff „aktives und empathisches Zuhören“.

Der Begriff “aktives Zuhören“ wurde von dem amerikanischen Psychologen Carl Rogers und seinem Landsmann Thomas Gordon geprägt und zur „Operativen Methode“ entwickelt. Unter diesem Begriff ist ein Prozess zu verstehen, in dem sich der Empfänger der Signale durch eine Kontrollfrage beim Sender rückversichert, ob er die Botschaft richtig verstanden hat.34

Solche Phänomene beeinflussen verschiedenartige Ebenen: Aktives Zuhören zeigt dem Patienten die Wertschätzung des Arztes, ohne dass dieser sich verbal ausdrücken muss. Aktives Zuhören hebt das Niveau des gesamten kommunikativen Prozesses. Außerdem ermöglicht es dem Arzt eine höhere Sicherheit in der Diagnosestellung und Therapiebegleitung.35 Nur durch aktives Zuhören erfährt der Arzt, warum der Patient ihn konsultiert hat.

Empathisches Zuhören bedeutet, dass der Zuhörer dem Sprechenden Möglichkeiten gibt, sich gehört und ernst genommen zu fühlen. Deswegen sind die Begriffe „aktives Zuhören“ und „empathisches Zuhören“ eng miteinander verbunden.

Fachsprache

„Der alte Arzt spricht lateinisch, der junge Arzt englisch. Der gute Arzt spricht die Sprache des Patienten“ 36

Es ist oft zu beobachten, dass Ärzte in Gesprächen mit ihren Patienten dieselbe Fachsprache benutzen, die sie in der kollegialen Kommunikation gebrauchen. Oft hört man von Patienten: „Sie reden mit mir in der Fachsprache und glauben wahrscheinlich, dass ich diese verstehe.“ Patienten weisen auf dieses Unverständnis in den meisten Fällen nicht hin, weil sie von den Ärzten nicht als „dumm“ betrachtet werden wollen. Der Gebrauch der ärztlichen Fachsprache erschwert jedoch unnötig die Arzt-Patienten-Kommunikation.

Es soll an dieser Stelle der Frage nachgegangen werden, warum Ärzte fachsprachliche Termini und Wendungen gegenüber Patienten benutzen. Wäre es nicht sinnvoller, sie erst gar nicht zu verwenden, um die Kommunikation zu erleichtern? Außerdem soll hier der Begriff „Medizinische Terminologie“ erläutert werden. Mit der Bezeichnung ist im Allgemeinen die Sprache gemeint, mit der sich Ärztinnen und Ärzte sowie andere Vertreter der Gesundheitsberufe in Kliniken, Praxen oder im Unterricht ausdrücken, um medizinische Sachverhalte zu benennen. Sie umfasst die Gesamtheit der dabei verwendeten sprachlichen Mittel und weist charakteristische Besonderheiten auf allen sprachlichen Ebenen auf.37 Ärzte benutzen die medizinische Terminologie in der schriftlichen Sprache, in ihren Entlass- und Befundberichten, Anamnesen etc. Oft kommt es auch hierbei zu Missverständnissen unter den Ärzten – abhängig von ihrer Fachrichtung und der Verwendung ihrer Definitionen.

Warum benutzen Ärzte den Fachwortschatz überhaupt? Auf den ersten Blick ist die Frage leicht zu beantworten: Auf diese Weise können Ärzte eine Distanz gegenüber dem Patienten aufrechterhalten. Doch es gibt weitere Gründe für den dosierten Einsatz dem Patienten gegenüber. Die Hauptfunktion liegt auf der interaktiven Ebene, um die Befunde angemessen zu vermitteln – unabhängig davon, auf welcher Ebene sie angesiedelt sind (Diagnose, Therapie, Prognose).38 Der Arzt erreicht auf diese Weise eine emotionale Distanz. Daneben kann der Gebrauch von Fachtermini ein versteckter bzw. offener Hinweis auf die Demonstration von Fachkompetenz seitens des Arztes (und damit unnötig) sein oder etwa auf Unsicherheit verweisen.39 Eine weitere Rolle besteht darin, Wahrheiten zu verschleiern und sich einer menschlichen Begegnung nicht stellen zu müssen.40

Im Sinne der Patientenkommunikation wäre es sicherlich unkomplizierter, keine Fachsprache zu verwenden. Es muss jedoch beachtet werden, dass es einige medizinische Begriffe und Wendungen gibt, die bereits ins öffentliche Bewusstsein eingegangen sind und somit zur Alltagssprache und zum gegenwärtigen kulturellen Wortschatz gehören, z. B. Wörter wie Diagnose, Anamnese, Inspektion, Epikrise, Prognose etc. Dieser Wortbestand wächst weiter an. Darüber hinaus ist die Fachsprache unverzichtbare Voraussetzung dafür, die medizinische Entwicklung weiter auszubauen. Somit steht fest: Die Kommunikation mit dem Patienten stellt eine separate Ebene dar.41

2.4.2 Nonverbale Techniken

„Ein Mensch kann zwar aufhören zu sprechen, er kann aber nicht gleichzeitig aufhören, durch seine Körpersprache zu kommunizieren.“42 In der Kommunikation zwischen Arzt und Patient spielt sowohl die verbale als auch die nonverbale Sprache eine wichtige Rolle. In der Regel will der Patient nicht nur die Diagnose seiner Erkrankung, sondern auch Behandlungsmethoden und eine Prognose wissen. Mimik, Gestik und der Blick eines Patienten können dem behandelnden Arzt wichtige Informationen geben. Schweigt ein Patient, kann dies unter Umständen mehr aussagen, als wenn er spricht. Die nonverbale Sprache als wechselseitiger Prozess beeinflusst in hohem Maße die Zufriedenheit des Patienten, letztlich die Wahl des Arztes. Nonverbale Kommunikation ergänzt den Dialog. Gestik und Mimik helfen, den Zustand des Gesprächspartners zu erspüren und erkennen. Nonverbale Zeichen können dem Gesprochenen entsprechen oder widersprechen. Vermeidet z. B. der Patient den Blickkontakt mit dem Arzt, während dieser mit ihm spricht, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass er Unbehagen empfindet, dem Arzt nicht vertraut oder sogar Angst vor ihm hat. Schaut ein Arzt während des Patientengespräches ständig auf seine Uhr oder seinen Monitor oder nimmt er gar Anrufe entgegen, wird er vom Patienten sehr wahrscheinlich als “unaufmerksam“ wahrgenommen. Schaut derselbe Arzt seinen Patienten aber an und neigt und hebt während des Gesprächs seinen Kopf, so macht er sicherlich auf den Patienten den Eindruck eines aufmerksamen und ggf. mitfühlenden Menschen. Das Vorhandensein von nonverbalen Kommunikationsfähigkeiten hilft dem Arzt auch bei Sprachbarrieren. In dieser Situation ergänzt sich die verbale mit der nonverbalen Kommunikation in besonderem Maße, also Gestik, Mimik oder etwa Intonation der Sprache mit dem noch vorhandenen Sprachdefizit.

2.4.2.1 Mimik

Schon kleine Kinder können die Mimik ihrer Mutter verstehen und diese Kommunikationsart unwillkürlich selbst anwenden. Bald nach der Geburt erkennen Neugeborene die Gesichter ihrer Eltern und reagieren auf ihre Stimmen. Auf diese oder ähnliche Weise gebraucht der Mensch während seines ganzen Lebens solche Kommunikationsmittel – zum Beispiel bei Wut, Angst, Überraschung, Trauer, Freude. Mit Mimik bezeichnet man das Mienenspiel im Gesicht, also aller Gesichtsmuskeln, motiviert durch die Psyche, einschließlich der Bewegung der Schultern.43 „Das Wort ‚Mimik‘ stammt aus dem Lateinischen, mimica, und bedeutet ursprünglich: Gebärdenspiel und Mienenspiel des Schauspielers.“44 Zu den wichtigsten Elementen der nonverbalen Arzt-Patienten-Kommunikation gehören zweifellos Blickkontakt und Lächeln. Mit seinem Blick zeigt der Arzt, dass er bereit ist, dem Patienten Aufmerksamkeit zu schenken. Blickkontakt hilft, einen verbindlichen und freundlichen Kontakt zwischen Arzt und Patient zu konstituieren. Die „Augen sind der Spiegel unserer Seele“, wie ein Sprichwort besagt, und sie können mitteilen, wenn die Unwahrheit gesagt wird. Kinder, insbesondere Kleinkinder, vermeiden oft den Blickkontakt mit dem Arzt. Manchmal schämen sie sich, über ihre Krankheit zu berichten, oder sie sind zu schüchtern, und was noch häufiger der Fall ist, Kinder können sich noch nicht so gut konzentrieren. In diesem Fall könnte der Arzt zu dem Kind sagen: „Wenn Du mich anschaust, dann kann ich Dich besser verstehen.“ Oder der Arzt kann vorschlagen, ein Spiel zu spielen, in dem das Kind auf sein Lieblingsspielzeug schaut, das zuvor in die Nähe des Arztes gelegt wurde. „Echtes Lächeln öffnet die Türen zum anderen, weil es Friedlichkeit, Wohlwollen, Stil und Souveränität bekundet. Es zu investieren lohnt, weil es auch mehrfach zurückkommen kann. Wer lächelt, fühlt sich wohler. Wer sich wohler fühlt, lächelt mehr.“45 Das Lächeln muss authentisch sein, damit es auch als freundlich und ehrlich aufgenommen werden kann. Der Arzt vermittelt auf diese Weise einen vertrauenswürdigen und selbstsicheren Eindruck.

2.4.2.2 Gestik

Gesten sind weitere Ausdrucksmittel der nonverbalen Kommunikation. Unter dem Begriff ‚Gestik‘ versteht man „Gebärde, Körperbewegung beim Sprechen“46. Gestik ist mit der Sprache eng verbunden. Nach den Augen und dem Lächeln sind „die Hände das wichtigste Instrument der Körpersprache. Dabei spielen die engen Wechselbeziehungen zwischen Gehirn und Hand (Denken und Handeln) eine große Rolle.“47 Der Arzt sollte seine Hände offen halten, um seine Argumente zu bekräftigen. Es ist schlecht, wenn der Arzt mit gekreuzten Armen dasitzt oder sie asymmetrisch hält. Hände, die auf dem Tisch, der Sessellehne, den Schenkeln oder unter dem Tisch gehalten werden, können Verdeckungstendenzen signalisieren. Gespräche, die mit ausgestrecktem Zeigefinger erfolgen, geschehen meist aus einer Dominanzposition heraus. Eine geballte Faust signalisiert bekanntlich Aggression oder die Kampfbereitschaft.48 Es gibt bestimmte Gesten, die Ärzte zu vermeiden lernen müssen. Die körperliche Berührung zwischen Arzt und Patient ist ebenfalls Bestandteil der Kommunikation. Der Patient kann durch seine Hände dem Arzt mitteilen, wie er sich fühlt. Seinerseits sollte der Arzt bei der Berührung spüren, welche Gefühle er mit den Händen transportiert.49 Wegen der Sprachbarrieren zeigen die Ärzte oft, was sie machen werden, oder gestikulieren bei der Arzt-Patienten-Kommunikation.

2.4.2.3 Räumliche Situation

Wenn Arzt und Patient miteinander kommunizieren, sollte eine räumliche Distanz zwischen ihnen beachtet werden. Die Distanz trägt zu einer Objektivierung von Beobachtungen bei und schützt auch, sich allzu sehr mit dem Schicksal der Patienten zu identifizieren.50 Jede Person hat ihren eigenen Lebensraum, eine Zone, die sie vor dem Eindringen anderer Menschen schützt. Im Kommunikationsprozess können die Gesprächspartner diese räumliche Distanz regulieren. Das hängt von der Persönlichkeit der jeweiligen Person, seinem Geschlecht, dem Kulturkreis, der Nationalität und seiner sozialen Schicht ab. Beispielsweise wurde in den Studien von E. T. Hall (1959) beobachtet, dass Araber und Lateinamerikaner eine größere Nähe als Europäer oder Nordamerikaner bevorzugen.51 Der Faktor „psychologischer Zustand“, z. B. „Angst“, spielt dabei auch eine entsprechende Rolle. Nach Auffassung des Anthropologen Hall gibt es vier Distanzzonen, innerhalb derer die meisten Menschen kommunizieren:

Die intime Distanz: Sie ist die akzeptierte körperliche Distanz zwischen sich nahestehenden Menschen, so etwa zu Kindern, Eltern und Ehepartnern. Bei dieser Zone ist der körperliche Abstand während einer Kommunikation oft geringer als fünfzig Zentimeter.52 Bei Arztgesprächen sollte diese Distanz vergrößert werden, um die Gefahr, sich gegenseitig zu verletzen bzw. zu nahe zu kommen, möglichst gering zu halten. Unvermeidlich dringen die behandelnden Ärzte jedoch manchmal in die Intim-Zone des Patienten ein. Das passiert bei körperlichen Untersuchungen oder bei Operationen. Die meisten Patienten akzeptieren dies mehr oder weniger, andere wiederum schämen sich, haben Angst oder kein Vertrauen zum Arzt; religiöse Gründe können hier eine Rolle spielen oder auch das Geschlecht des Arztes. Kinder verweigern manchmal die Untersuchung, wenn der Arzt z. B. kalte Hände hat. In all diesen Situationen sollte ein Arzt versuchen, mithilfe seiner Sprache Nähe zu schaffen und stets erklären, was er als Nächstes tut.

Die persönliche Distanz: Sie reicht von etwa 1,20 Meter bis zu etwa 80 Zentimetern. Es ist die Zone des Vertrauens und der nahen, persönlichen Begegnung.53 Es ist der Abstand, der sich für Gespräche im Sitzen am besten eignet und bewährt hat. Dasselbe gilt, wenn der Arzt sich mit den Patienten, die im Bett liegen, unterhält. Auch die meisten technischen, nicht invasiven und invasiven Untersuchungen (Sonografie, Endoskopie, Katheteruntersuchungen) werden in der persönlichen Distanz durchgeführt.54

Die gesellschaftlich-wirtschaftliche Distanz: Sie gilt für offizielle gesellschaftliche und geschäftliche Anlässe und ist sozusagen eine schützende Distanz.55 Diese Distanz wird oft bei ersten Arztgesprächen beobachtet, wenn der Patient seinen Arzt noch nicht genau kennt.

Die öffentliche Distanz: beinhaltet eine Distanz von 3,5 Metern und mehr und findet sich z. B. bei Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und bei öffentlichen Anlässen.56 Die öffentliche Distanz wird in der Arzt-Patienten-Kommunikation sehr selten angetroffen.

In der professionalen Kommunikation ist es für die Ärzte wichtig, die Grenze ihrer Kompetenz zu kennen und zu verstehen. Ärzte sollten nicht aktiv in das Leben ihrer Patienten eingreifen. Der Grad der Beteiligung wird durch die Notwendigkeit professioneller Hilfe bestimmt.

Die meisten Arzt-Patienten-Gespräche werden im Sitzen geführt. Oft entstehen Arzt-Patienten-Gespräche auch in Fluren oder zwischen den Türen, was jedoch möglichst umgangen werden sollte. Im Sitzen nehmen die Gesprächspartner eine feste räumliche Position zueinander ein, die für ihre Beziehung im Gespräch von nicht unerheblicher Bedeutung ist. Die Entfernung zwischen den Sitzenden ist Ausdruck ihrer persönlichen Distanz. Sie bestimmt die notwendige Lautstärke, die Möglichkeiten gegenseitiger Beobachtung und die Modalitäten des Blickkontakts.57 Die Gesprächspartner sollten möglichst auf einer Höhe sitzen. Wenn der Arzt am Tisch sitzt und mit dem Patienten ein Gespräch führt, dann sollte dieser Tisch nicht zu breit sein. Die genannten Regeln gelten für Erwachsene; für Kinder gibt es z. T. andere Regeln.

Die Distanz bei der Arzt-Kind-Kommunikation darf geringer sein als bei Erwachsenen (ca. 50 bis 60 cm). So kann sich der Arzt im Gespräch besser auf das Kind einlassen, und auch das Kind versteht den Arzt besser und fühlt sich ggf. wohler. Im alltäglichen Leben kommunizieren Erwachsene mit Kindern oft über eine geringe Distanz.

Nicht nur die räumliche Distanz, auch der Faktor "Gesprächsraum" beeinflusst die Arzt- Patienten-Kommunikation. Der Raum sollte z. B. nicht dunkel sein. Grundsätzlich ist es sinnvoll, dass Gesprächsraum und Untersuchungsraum nicht identisch sind.58 Der Gesprächsraum für Kinder sollte gemütlich und idealerweise mit einigen Spielsachen ausgestattet sein. Es sollte sowohl Fachkompetenz demonstriert werden können als auch die Fähigkeit verfügbar sein, ein weiches, persönliches Gespräch, insbesondere bei schwierigen Fragen, zu führen. Erwiesenermaßen haben räumliche Faktoren einen erheblichen Einfluss auf das Gespräch. Zu den Grundbedingungen gehören: Öffentlichkeit versus Intimität, Einschüchterung versus Begegnung auf gleicher Augenhöhe, Missachtung des Patienten versus Wertschätzung.59

2.4.3 Formen der Gesprächssteuerung

Unter Formen der Gesprächssteuerung versteht man zum einen sprachliche Mittel der Steuerung (wie z. B. Metakommunikation); zum anderen sind darunter steuerende Aktivitäten auf verschiedenen Interaktionsebenen zu verstehen. „Gesprächssteuerung“ ist kein klar definiertes Konzept, sondern ein metaphorischer Alltagsbegriff, mit dem man unterschiedliche Gesprächsverläufe als interessengebundene Richtungen konzeptualisiert, die man beeinflussen kann.60 Im nächsten Unterkapitel werden die Formen der Gesprächsteuerung, die Ärzte bei der Arzt-Patienten-Kommunikation benutzen, beleuchtet.

2.4.3.1 Umgang mit Pausen

„Wie das Sprechen ist auch die Pause ein essentieller Bestandteil des Gesprächs. Die Pause ist eine besondere Form des Schweigens. Sie kann gewollt und bewusst eingelegt werden oder ungewollt auftreten“.61 Manchmal können Pausen mehr Sinn und Freiräume beinhalten als ein Wort.

Die Ärzte machen Pausen, um sich zu vergewissern, ob sie vom Patienten verstanden worden sind. Je nach Art der Mitteilung und gegenseitigem Verständnis kann die Gesprächspause ein konstruktives Element der Gesprächsführung, aber auch Ausdruck einer problematischen Gesprächssituation sein.62 Gesprächspausen lassen sich wie folgt unterteilen:

Entscheidungspausen: Sie erlauben es dem Patienten, über das Gesprochene kurz nachzudenken, es zu verarbeiten oder den weiteren Gesprächsverlauf zu überdenken. Zum konstruktiven Gesprächsverlauf gehört nicht nur sich selbst, sondern auch seinem Gesprächspartner eine Pause einzuräumen.63 Junge oder unerfahrene Ärzte können sich während einer Pause unwohl fühlen und glauben oft, dass der Gesprächsfluss unbedingt fortgesetzt werden sollte. Das ist falsch. Das Schweigen hat seinen eigenen Sinn. Es erlaubt dem Patienten, über das Gesprochene kurz nachzudenken, es wenigstens ansatzweise zu verarbeiten oder den weiteren Gesprächsverlauf zu überblicken. 64 Nur so ist es möglich, gezielt Fragen zu stellen oder Entscheidungen zu treffen, die wirklich vertreten werden können. Zum konstruktiven Gesprächsverlauf gehört also, nicht nur sich selbst, sondern auch seinem Gesprächspartner Pausen einzuräumen.65

Es gibt zudem Situationen, die in besonderem Maße nach Pausen verlangen, so etwa bei der Nennung und Beschreibung einer Diagnose, bei der Patienten verstummen können und ggf. Zeit benötigen, sich zu sammeln und ihre Fassung wiederzugewinnen. In Situationen dieser Art können ganze „Filme“ im Patienten ablaufen. Der Arzt sollte dann zwar genau, aber möglichst unaufdringlich beobachten, um zu sehen, ob der Patient wieder in der Lage ist, aufzunehmen und ggf. zu entscheiden. Solche Situationen entscheiden auch darüber, ob ein Patient dem Arzt letztlich vertraut.

Methodisch gesehen sind solche Pausen unverzichtbarer Bestandteil der Gesprächsstruktur. Genau an solchen Stellen ist „menschliche Kompetenz“ gefordert. Höfliches Schweigen mit einer anschließenden Phrase zerstört das Arzt-Patienten-Verhältnis, jedenfalls in der Regel. Geeignet sind Sätze wie z. B.: „Sie können alles in Ruhe überlegen, Sie haben noch Zeit, darüber nachzudenken.“ Erst wenn ein Gesprächsteil – wie das Mitteilen einer schweren Diagnose – wirklich beendet ist, sollte, wenn überhaupt, zu anderem, das noch ansteht, übergegangen werden, beispielsweise zu der Besprechung eines Therapieplans.

Ist der Patient weiterhin sprachlos, können Ärzte versuchen, ihn wieder ins Gespräch zu führen. Ggf. ist das Gespräch jedoch abzubrechen und ein anderer Zeitpunkt zu vereinbaren. Die Körpersprache des Arztes ist dabei ein wesentlicher Bestandteil. Dazu gehört insbesondere der Blickkontakt. Wird ein Gesprächsteil beendet oder ein neuer begonnen, sollte also eine Pause gemacht und Blickkontakt aufgenommen werden.66 Bei Patienten, die nicht so gut Deutsch sprechen, sind weitere Pausen einzurichten, ggf. ein Dolmetscher einzubeziehen. Phrasen sind grundsätzlich zu vermeiden, auch und gerade Kinder können – zu Recht – sehr abwehrend darauf reagieren.

Die Pause als kontaktives Geschehen: Die Pause, die der Gesprächspartner einlegt, der im Gespräch an der Reihe wäre, kann eine deutliche Kontaktfunktion besitzen. Der Charakter der Zustimmung oder des Verstehens wird in der Regel durch nonverbalen Ausdruck (Nicken, Zulächeln) verdeutlicht. Wenn die nonverbale Unterstreichung fehlt, weil der Gesprächspartner leicht verunsichert ist oder das Gefühl bekommen hat, seinen Partner im Gespräch nicht erreicht zu haben, kann eine kurze, rein vokale Zustimmung innerhalb der Pause, z. B. durch „mhm“ nützlich sein, weil sie eine aktive Zuwendung signalisiert, nicht aber bereits Zustimmung einschließt.67

Pausen durch Blockierung: Diese Pausen ergeben sich durch eine unerwünschte Unterbrechung des Gesprächs, was verschiedene Gründe haben: so z. B. emotionale Gründe, wenn während des Gesprächs eine emotionale Reaktion entsteht, die nicht zu bewältigen ist. Das könnte dann der Fall sein, wenn Ärzte über den Tod eines Kindes sprechen sollen oder eine schlechte Nachricht zu übermitteln haben (wie z. B. die Entfernung der Augen bei Retinoblastom). Auch das Gegenüber möchte oft nicht darüber reden. In diesem Fall kann man sagen: „Vielleicht machen wir eine Pause und danach können wir versuchen, über dieses Problem weiter zu reden.“ Oder: „Es wäre besser, wenn wir dies beim nächsten Mal besprechen.“

Es kann auch sein, dass Ärzte ihre Patienten durch unbedachte Worte belasten, wenn beispielweise gesagt wird: „Warum sind Sie zu mir gekommen, Ihr Kind stirbt sowieso, das ist nur eine Frage der Zeit“, oder: „Warum schreit Ihr Kind, können Sie es nicht beruhigen?“ Solche Wörter kränken die Kinder und ihre Eltern; ggf. brechen sie den Kontakt ab und suchen lieber andere Ärzte auf.

Es kann auch eine Situation der Ablehnung bestehen, wenn ein Patient nicht gesprächsbereit ist, weil er entweder das angeschnittene Thema meiden möchte oder den Arzt als Gesprächspartner ablehnt. In diesem Fall ist es nahezu sinnlos, das Gespräch fortzusetzen.68 Es ist besser, dann den Grund der Gesprächsunterbrechung anzusprechen (Metakommunikation) und mit einem späteren Gesprächsangebot zu verbinden. Beispielsweise: „Ich habe den Eindruck, dass Sie über diese Sache jetzt nicht sprechen möchten. Ich schlage vor, dass wir uns zu einem für Sie günstigeren Zeitpunkt noch einmal darüber unterhalten. Was meinen Sie?“69

Zuweilen ist es auch nicht klar, warum ein Gesprächspartner eine Pause macht. Auch die Ärzte machen Pausen, die nicht immer verständlich sind, z. B. dann, wenn sie Konfliktsituationen sehen.70 Auch und gerade in solchen Gesprächen ist die Verbindung von verbaler und nonverbaler Kommunikation sehr aufschlussreich und entsprechend zu beachten. Gewöhnlich sind die Pausen mit einem Blick auf den Patienten oder auf den Arzt gerichtet. Aber im angesprochenen Fall, wenn das Gespräch für sie unangenehm ist, können die Gesprächspartner den Blickkontakt vermeiden oder ihr Gesicht abwenden. Sie zeigen mit Mimik und Gestik, dass sie dieses Gespräch unterbrechen wollen.

Gesprächspausen durch Unterbrechung

Oft beschweren sich Patienten, wenn sie von ihren Ärzten unterbrochen wurden. Die Ärzte sollten das Profil haben, ihre Patienten bei der Arzt-Patienten-Kommunikation nicht zu unterbrechen, aber sie machen es vielfach trotzdem. Unterbrechungen können definiert werden „als die bewusste Verletzung des Rederechts der gerade sprechenden Person oder als Überlappungen, die länger als zwei Silben oder Wörter vor dem Ende einer vollständigen Äußerung des Interaktionspartners begonnen werden.“71 Gründe für die Unterbrechung der Patienten durch Ärzte liegen zunächst aufseiten der Patienten: Oft erzählen sie etwas, das nicht zum medizinischen Gespräch gehört, etwa über ihre Familie, über ihr Leben. Solche Erzählungen führen bekanntlich nicht zur Diagnostik der Krankheit, und die Ärzte sollten ihre Patienten dann unterbrechen. Es gibt indessen zwei Arten von Unterbrechungen: unterstützende und nicht unterstützende. Unterstützende Unterbrechungen haben ihrerseits drei Untergruppen: klärende Unterbrechungen, vervollständigende Unterbrechungen und reparierende Klärungen.72

Klärende Unterbrechungen: Manchmal können Ärzte nicht ganz verstehen, was die Patienten mit einem Satz gemeint haben und sollten aus diesem Grund ihren Patienten unterbrechen. Es ist hilfsreich in dieser Situation zu fragen: „Was haben Sie damit gemeint?“ oder „Sie sprechen gerade über ihre Tochter?“

Vervollständigende Unterbrechungen: Das sind Unterbrechungen, bei denen die Ärzte die Aussagen ihrer Patienten ergänzen oder ergänzen sollten. 73

Reparierende Klärungen: Gemeint ist damit, dass Ärzte ihre Patienten korrigieren. Folgender Dialog ist zur Exemplifizierung denkbar: 74

Mutter: „Meine Tochter hat vier Blöcke Chemotherapie bekommen und jetzt ist Schluss.“

Arzt: „Nein, wie wir vorher besprochen haben, ihre Tochter sollte sechs Blöcke Chemotherapie bekommen, um das Rezidiv zu vermeiden. Lediglich eine Pause zwischen den Blöcken ist möglich.“

Der Arzt korrigiert in diesem Fall die Mutter seines Patienten.

Auch die „nicht unterstützenden Unterbrechungen“ sollen erläutert werden: Zu dieser Kategorie gehören alle gleichzeitigen Äußerungen, die auch im alltäglichen Sprachgebrauch als „Unterbrechungen“ bezeichnet werden, sozusagen alle Redebeiträge, die SprecherInnenrechte verletzen und den aktiven SprecherInnen das Rederecht streitig machen.75

Oft werden Gespräche auch durch gewisse Umstände unterbrochen, z. B. durch Telefonklingeln, Lärm, das Hereinkommen eines anderen Arztes etc. Es kann auch passieren, dass ein Arzt bei einem Gespräch wütend wird und die Selbstkontrolle zu verlieren droht. In diesem Fall ist es wichtig, das Gespräch rechtzeitig abzubrechen oder etwa das Thema zu wechseln, um sich wieder zu beruhigen. Das verbale Verhalten des Arztes könnte dann wie folgt aussehen: „Ich glaube, wir kommen heute nicht weiter. Es ist wahrscheinlich besser, erst einmal etwas Zeit verstreichen zu lassen und zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal darüber zu reden.“ Oder: „Vielleicht ist es jetzt sinnvoll, dieses Gespräch zu beenden und später noch einmal zu sprechen.“ Falls die Ärzte mit ihren Patienten mittels Dolmetscher sprechen müssen, passiert es oft, dass sie vergessen, Pausen zu machen. Der Dolmetscher sollte dann den Arzt unterbrechen. Besser ist es, wenn der Arzt die Initiative ergreift und zu Beginn des Gesprächs zum Dolmetscher etwa sagt: „Ich werde ca. 10 Sätze sprechen und dann eine Pause machen. Oder was schlagen Sie vor?“

Auch folgende Einflussfaktoren, die es für einen Arzt zu erkennen gilt, können zur Disposition des Patienten gehören. Es könnte auch sein, dass die Ärzte müde sind und sich schlecht fühlen, Schmerzen haben, und deswegen Pausen benötigen.

Menschen reagieren unterschiedlich auf Gesprächspausen. Wichtig ist auch die Unterscheidung, ob es sich um natürliche Pausen oder um Blockierungen handelt. Natürliche Pausen helfen, das Gespräch zu strukturieren und zu führen, Kontakt zu den Patienten zu finden. Unterbrechungen durch Blockierungen beinhalten oft ein belastendes Moment der allerdings konstruktiv gewendet werden kann. Es gibt Patienten, die bei leichtfertiger Unterbrechung eines Themas, das ihnen viel bedeutet, nicht noch einmal ansetzen wollen. Sie wünschen sich solche Ärzte, die genug Zeit für sie haben und ihnen – wenigstens in Kernbereichen – zuhören können: Ärzte, die sie nicht nur behandeln, sondern auch verstehen.

2.4.3.2 Spiegeln von Emotionen

„Nicht Worte sollen wir lesen, sondern den Menschen, den wir hinter den Worten füh len“.76

In unserem Leben vermischen wir oft die Bedeutung von Begriffen, so etwa die Bedeutung der Begriffe „Emotion“ und „Gefühl“, und verwenden sie ggf. synonym. Aber es ist zu konstatieren, dass diese Begriffe nicht dasselbe bedeuten.

„Emotion“ kommt vom lateinischen movere, also „herausbewegen, emporwühlen“.77 Eine Emotion ist das, was aus uns herauskommt, „gesehen“, wahrgenommen, auch bewertet und benutzt werden kann. In der wissenschaftlichen Psychologie versucht man u. a., sie zu messen.78 Menschen vermögen Emotionen nicht immer zu begreifen. Oft können sie nicht verstehen, warum sie diese gerade durchleben, und auch nicht erkennen, um welche konkrete Emotion es sich gerade handelt.

„‚Gefühl‘ ist abgeleitet von dem Verb „fühlen“, das zunächst „tasten“ bedeutet. Das ist ein individuelles (subjektives) Erleben von bestimmter Qualität, dem ein körperlicher (neuronaler) Zustand entspricht und das eine Disposition für ein bestimmtes Verhalten einschließt.“79 Menschen fühlen immerzu irgendetwas, und zwar in jedem Augenblick ihres gesamten Lebens. „Unsere Gefühle lassen uns grundsätzlich zwei Alternativen: Wir können sie einfach nur wahrnehmen, aber nicht weiter auf sie eingehen und damit auch laufen lassen oder wir können aktiv mit ihnen umgehen, sie also nutzen.“80

Unsere Emotionen sind situationsabhängig und spiegeln unsere Einschätzung zu der jeweiligen Situation wider, unabhängig davon, ob diese vergangen, zukünftig oder potenziell angelegt ist. In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass Emotionen oft nur kurzfristig von Belang sind, wohingegen Gefühle langfristig Bestand haben. „ Gefühle und Emotionen werden als intra- und intersubjektive Kommunikation verstanden, also Kommunikation mit anderen oder mit sich selber“81

Zu fragen ist, welche Emotionen Ärzte haben. Sie neigen dazu, logisch und analytisch vorzugehen, um rationale Entscheidungen treffen zu können, und streben danach, ihre Therapieempfehlungen und Eingriffe nur von herkömmlichen Fakten (Anamnese, Befunde, Arztberichte, CT-Bilder usw.) bestimmen zu lassen.82

Wenn Entscheidungen anderen Menschen mitgeteilt werden, wird zumeist verlangt, dass man diese auch begründen kann: Dabei werden Gedankengänge. Überlegungen, Ideen und potenzielle Lösungsansätze offengelegt. Bei Ärzten ist es oft noch wichtiger, die jeweiligen Entscheidungen den Patienten oder ihren Angehörigen verständlich zu machen, gerade weil sie es sind, die letztlich mit dem Leben des Erkrankten umzugehen haben. Dabei spielen Faktoren wie Logik, Analytik, Vernunft und Rationalität eine bedeutende Rolle, und all diese Faktoren sind sowohl mit Gefühlen als auch mit Emotionen verbunden und somit auch von diesen beeinflussbar.83

„Es ist längst bewiesen, emotionslose Entscheidungen gibt es einfach nicht.“84 Es wurde bereits des Öfteren bei verletzten und operierten Menschen nachgewiesen: Wenn die für Emotionen zuständigen Hirnareale nicht funktionieren, sind sinnvolle, rationale Entscheidungen nicht zu treffen.85 Das häufigste Gefühl, das die Ärzte gegenüber ihren Patienten empfinden, ist Mitgefühl, besonders bei sehr negativen Diagnosen86. In derartigen Fällen obliegt es den Ärzten, passende Worte für ihre Patienten zu finden und sie zu trösten. „Trost heißt nicht, dem Traurigen auf die Schulter zu klopfen und die Augen vor einer finsteren Zukunft zu verschließen, sondern zusammen mit ihm der Wirklichkeit ins Auge zu schauen – auch wenn es schwer ist und schmerzt.“87 Die Ärzte können in solchen Situationen ihre eigenen Gefühle ausdrücken, um sich dem Gemütszustand des Patienten anzunähern.

Bei Patienten lassen sich drei Grundgefühle mit Verlaufsformen beobachten, die während des Krankheitsverlaufs variieren oder gar fehlen können: Angst, Mitgefühl, Wut.88

2.4.3.2.1 Angst

Erwachsene, unabhängig davon, ob sie selbst oder ihre Kinder krank sind, verspüren ein Gefühl wie beispielsweise Angst besonders zu Beginn der Krankheit. Die in solchen Zusammenhängen empfundene Angst hat fast immer mehrere Gründe. Zum einen wäre da die allgemeine Angst vor Ärzten oder auch die Unsicherheit im Hinblick auf das kommende Geschehen; zum anderen ist es die Angst vor Schmerz und Tod oder dem ohnmächtigen Gefühl der eigenen Hilflosigkeit. Es gibt aber auch die Angst, nicht verstanden zu werden beziehungsweise davor, nicht ernst genommen zu werden.

Kinder haben Angst vor Schmerzen und vor dem Alleinsein. So unterscheiden sich die Ängste der Kinder nicht grundlegend von jenen der Erwachsenen, obgleich Kinder ihre Ängste oftmals viel intensiver als Erwachsene erleben. Zudem können Erwachsene ihre Ängste vergleichsweise besser kontrollieren oder „ignorieren“. Durch die Erfahrung, z. B. mit Ärzten und Krankenhäusern, haben Erwachsene gelernt, wie sie mit Ekel gegenüber Blut, ihrem Körper, ihrem Aussehen, Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit, kurz: mit ihren Ängsten umgehen können. Kinder fühlen sich dagegen oft mit ihren Ängsten alleingelassen und haben noch kaum oder gar keine Erfahrung im Umgang damit. Sie suchen daher oft Unterstützung bei ihren Eltern, in der Hoffnung, dass diese ihnen die Ängste nehmen oder lindern können. Dazu kommt, dass Kinder ihre Ängste nicht kontrollieren können und wollen.

In einer derartigen Situation müssen die Ärzte bereit sein, mit solchen Patienten und Ängsten umzugehen. Bei sehr negativen Diagnosen, wie z. B. Krebs, sollten die Ärzte noch vor Beginn der eigentlichen Behandlung fragen, was die Patienten selbst oder die Eltern der Patienten denken, wenn sie dieses Wort hören. Bei den meisten wird dieses Wort unweigerlich mit dem Wort “Tod“ assoziiert. Daher haben die Eltern Angst, dass sie ihr Kind unter Umständen verlieren können.

Ängste werden sehr oft eher durch das Verhalten eines Patienten als durch dessen Worte zum Ausdruck gebracht. Das Ablehnen von diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen ist in einem wesentlich höheren Prozentsatz auf emotionale (Angst) als auf rationale Gründe zurückzuführen.89 Es erscheint in solchen Situationen empfehlenswert, dass Ärzte Patienten auf ihre Ängste ansprechen. Es sollte jedoch vermieden werden, direkt nach den Ängsten zu fragen, vielmehr ist sich behutsam dem sensiblen Thema zu nähern, bei dem wie folgt vorgegangen werden kann: „Ich kann mir vorstellen, dass Sie bei den Symptomen und den Einschränkungen im Alltag, die Sie erlebt haben, Zukunftsängste und Befürchtungen haben.“90 Oder: „Ich kann Ihre Ängste verstehen und erahnen, was Sie denken, wenn ich selbst über Krebs spreche.“ Die Menschen, ob die Erkrankung sie selbst oder ihre Kinder betrifft, sollten wissen, dass sie Angst haben dürfen und ihre Angst nicht mit Schwäche, Versagen oder Schande gleichzusetzen ist. Durch das Ansprechen der Angst erkennen die Leute, dass die Ärzte ihre Angst registriert haben und bereit sind, auf sie einzugehen und sie nicht mit ihren Ängsten alleinlassen. Hilfreich ist, Metakommunikation zu konstituieren, um herauskristallisieren zu können, welche Ängste den Patienten bewegen.91 Obendrein ist es Aufgabe der Ärzte, jede Frage der Patienten ernst zu nehmen und ausführlich zu antworten.

2.4.3.2.2 Mitleid

Nach der Angst folgt häufig das Stadium des Mitgefühls oder auch des Mitleids. Oftmals wollen Patienten sehr negative Diagnosen nicht wahrhaben und versuchen, diese zu verdrängen oder gar zu leugnen. Zuerst sagen sie ggf., dass es sich wahrscheinlich um einen Fehler handele. Dann begreifen sie nicht, warum es gerade sie trifft und gerade sie nun ein völlig anderes Leben führen müssen. Die Kinder verstehen oft nicht, warum sie nicht mehr mit ihren Freunden spielen können und warum sie im Krankenhaus liegen müssen, anstatt Zuhause zu sein. Aber im Gegensatz zu Erwachsenen bemitleiden sich Kinder weniger oder gar nicht. Sie vermissen zwar ihr altes Leben, aber versuchen häufig eher, ihr neues Leben im Krankenhaus zu akzeptieren und auch schöner zu machen, etwa indem sie Freunde finden, sich mit verschiedensten Spielen ablenken oder basteln etc. Die Erwachsenen oder die Eltern der kranken Kinder geraten oft in eine depressive Phase. Manchmal können sie ihre Emotionen nicht mehr verkraften und beginnen scheinbar unvermittelt zu weinen.

Was können Ärzte in einem derartigen Fall tun? Wie sollen sie reagieren? Die Ärzte müssen zuallererst solche Emotionsausbrüche seitens der Patienten akzeptieren. Abhängig von der jeweiligen Situation können Ärzte dann beispielsweise entscheiden, ob sie dem betreffenden Patienten etwas Zeit einräumen, ihm einfach etwas Ruhe lassen oder eher Trost durch Anteilnahme spenden. In solch einer heiklen Situation ist unbedingt darauf zu achten, Floskeln wie „Das wird schon wieder, so schlimm ist das alles doch nicht, das kriegen wir schon hin“92 durchweg zu unterlassen In einer italienisch-amerikanischen Studie wurden 726 Onkologen hinsichtlich ihrer Einstellung zu Aufklärungsgesprächen befragt: 47 % sagten, dass sie Angst, Traurigkeit, emotionalen Schmerz und häufig auch Schuldgefühle empfinden.93

2.4.3.2.3 Wut

„Wut bewirkt eine Fokussierung des Gesichtsfeldes, wirkt wie Scheuklappen und begrenzt damit unsere Perspektive, zugleich überschreitet Wut Grenzen. Wut gibt uns vorübergehend Kraft und Konzentration.“94 Wut kann nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf Angehörige, Ärzte, Krankenpersonal u. a. projiziert werden. Die Menschen fragen sich erneut: „Warum ich?“ oder „Warum trifft es mein Kind?“ Gelegentlich sind sie auch wütend darüber, dass die anderen oder ihre Kinder gesund sind, während ihr eigenes Leben verändert ist. Sie verstehen, dass sie in dieser Situation nichts machen können, sind kraftlos und fühlen sich in gewisser Weise ihrem Schicksal gegenüber ohnmächtig und ausgeliefert.

Wut bei kranken Kindern hat z. T. noch andere Gründe. Beispielsweise kann es sich um den bloßen Versuch handeln, Erwünschtes mittels Wut, etwa durch Schreien, zu erzwingen. Ein gutes Beispiel dafür ist der bei Kindern oft unbeliebte Arztbesuch, dem sie aus dem Wege zu gehen suchen, oder auch das regelrechte Kämpfen gegen die Einnahme von Medikamenten. Manche Kinder entwickeln Wut auch durch die Einnahme von Medikamenten, welche die Hormone bzw. die Stimmung der Kinder drastisch beeinflussen können. Es ist den Kindern dann mitunter nicht mehr möglich, ihre Gefühle zu kontrollieren. In solchen Situationen empfiehlt es sich für Eltern und Ärzte, diese Wut zu ignorieren und ruhig und leise mit den Kindern zu sprechen. Eventuell kann das Kind auch für eine Weile alleingelassen werden, damit es Zeit zum Überlegen erhält. Oder es wird dem Kind eine Möglichkeit geboten, seine Wut herauszulassen, indem man ihm z. B. vorschlägt, eine Zeitung in Fetzen zu zerreißen oder auch mit den Füßen zu stampfen etc. Solche Methoden können in abgewandelter Form auch bei Erwachsenen funktionieren.

Nach diesen drei Stadien – Angst, Mitgefühl und Wut – folgt häufig das wahre Bewusstwerden der eigenen Krankheit. Und zu den Folgeerscheinungen gehört oft, dass der Patient in Lethargie und Melancholie zu versinken droht. Während dieser Phasen erscheint menschliches Verhalten seitens des Arztes unverzichtbar, eben um zu signalisieren, dass er seinem Gegenüber Verständnis und Mitgefühl entgegenbringt. Dennoch sollten die Ärzte ihre Gefühle gut kontrollieren und selbst bei starken Gefühlen nie die Wichtigkeit ihrer rationalen Entscheidungen außer Acht lassen. Manche Gefühle – wie Wut, Ärger oder Liebe – sollten vor dem Patienten am besten gänzlich verborgen bleiben. Die Ärzte sollten ihren Patienten nach Möglichkeit ausschließlich positive Emotionen vermitteln. „Als Arzt kann man die emotionale Ansteckung nutzen: Wenn die Ärzte selbst gut gelaunt sind, kann das auf ihre Patienten übergehen. Umgekehrt genauso: Schlechte Laune bei Ärzten wird eher schlechte Laune beim Patienten verursachen.“95

2.4.3.3 Fragetechniken

Die Arzt-Patienten-Kommunikation kann nicht ohne Fragen funktionieren. Die Fragen des Arztes dienen dazu, wie bereits erwähnt, wichtige Information vom Patienten, etwa zu akuten Schmerzen, zum Krankheitsverlauf oder zur persönlichen Lebenssituation, sofern diese Einfluss auf die Krankheit nimmt, zu erhalten. Auch helfen Fragen, gegenseitiges Interesse zu signalisieren, und somit eine günstige Gesprächssituation zu konstituieren.

Die richtigen Fragen zu stellen, gehört zu den elementaren Techniken jeder Gesprächsführung. Viele Gespräche zwischen Arzt und Patient misslingen durch das Stellen falscher Fragen. Das kann bedeuten, dass eine falsche „Fragetechnik“ verwendet wurde, oder etwa auch, ein falsches Frageziel gewählt zu haben. So sollten Ärzte nicht nur ihre eigenen Gesprächsinteressen berücksichtigen, weil nur gute bzw. treffende Fragen zu aussagekräftigen Antworten führen.96

Zu den „guten“ Fragen gehören solche, die klar und einfach formuliert sind, nicht unnötig viel Zeit verbrauchen und geeignet sind, ein zielführendes Gespräch sinnvoll aufzubauen und weiterzuentwickeln. Die Art der Fragestellung sollte auf den Patienten motivierend wirken. Es lassen sich verschiedene Arten von Fragen unterscheiden: offene, geschlossene, kognitive, indirekte, suggestiv-rhetorische, Doppelfragen usf. Nachfolgend werden die Fragen genauer betrachtet, die oft in der Arzt-Patienten-Kommunikation verwendet werden.

Geschlossene Fragen nennt man auch Entscheidungsfragen. Auf solche Fragen wird kurz, meist nur mit „Ja“ oder „Nein“ geantwortet97 (Beispiel: „Tut es hier weh?“, „ Wann hat das Kind das letzte Mal gegessen und getrunken?“). Geschlossene Fragen zielen auf eine bestimmte Information und sind in der Eröffnungsphase eines ärztlichen Gesprächs grundsätzlich wenig sinnvoll. Sie sollten erst dann eingesetzt werden, wenn es darum geht, ganz konkrete Inhalte zu erfragen.98 Ihr Nachteil liegt in der erzwungenen Knappheit der Antworten; der Patient hat kaum die Möglichkeit, sein eigentliches Anliegen zu formulieren. Gut einsetzbar sind solche Fragen jedoch bei vorhandener Zeitknappheit oder gegenüber Patienten im Kindesalter, die ohnehin nicht zu ausführlichen Antworten neigen.

Offene Fragen sind solche, die dem Patienten die Möglichkeit lassen, seine Situation selbst zu schildern (Beispiel: „Worum geht es denn genau?“, „Was kann ich für Sie tun?“). Der Arzt kann sich so ein besseres Bild über die Gesamtsituation seines Patienten machen; solche Fragen eignen sich z. B. für die Eröffnung des Gesprächs. Zwei Typen von Offenen Fragen lassen sich unterscheiden:

W-Fragen oder Erweiterungs- und Ergänzungsfragen werden so bezeichnet, weil sie mit einem W-Fragewort beginnen (Wann, Warum, Weswegen, Wem, Wieso usw.). Auf Warum-Fragen sollte jedoch verzichtet werden, weil sie einerseits die Frage nach einer (vermeintlichen) Schuld aufwerfen können und andererseits, weil sie medizinisch nicht relevante Antworten hervorbringen (Beispiel: „Warum sind Sie nicht früher zu mir gekommen?“, „Warum haben Sie die Medikamente nicht genommen wie besprochen?“).99 Je offener die Frage ist, desto größer ist die Wahlfreiheit des Patienten; je geschlossener, desto stärker lenkt der Arzt das Gespräch. Offene Fragen sind auch dann sinnvoll, wenn dem Arzt ein Patient gegenübersitzt, der sonst kaum sprechen würde, und von dem der Arzt mehr als ein Ja oder Nein hören möchte.100 Zu viele, zu ungeordnete oder zu unkonkrete Informationen sind dem ärztlichem Handeln freilich auch nicht zuträglich.

Offene Nicht-W-Fragen lassen dem Befragten den größten Spielraum, seine eigene Sichtweise und sein eigenes Empfinden darzustellen101 (Beispiel: „Könnten Sie mir Ihre Beschwerden genauer beschreiben?“).

Wissensfragen: Mit solchen Fragen erkundigt sich der Arzt gewöhnlich nach dem Informationsstand des Patienten in Bezug auf die Krankheit oder die Behandlungsmethoden, um dieses Wissen dann zu bestätigen, richtigzustellen oder zu ergänzen. Ein Beispiel wäre die Frage: Wissen dann zu bestätigen, richtigzustellen oder zu ergänzen Ein Beispiel wäre die Frage: “Wissen Sie, was man unter Leukämie versteht?“ oder „Haben Sie schon irgendetwas über Chemotherapie gehört?“. Eine Untergruppe der Wissensfragen sind Meinungsfragen, die dem Arzt Aufschluss z. B. über religiöse Einstellungen und Weltbilder des Patienten geben102 (Beispiel: „Sind Sie allgemein mit Bluttransfusionen einverstanden?“ oder „Würden Sie diesen Eingriff auch bei ihrem Kind erlauben?“).

Indirekte Fragen können auch den sog. Reflexionsfragen oder Echofragen zugeordnet werden. Sie wiederholen einen Teil dessen, was der Patient gesagt hat. Sie sind sozusagen ein „Echo“ seiner Ausführungen und sollen ihn anregen, das angeschnittene Thema zu überdenken und es weiter zu vertiefen103 (Beispiel: Patient: „Ich weiß es nicht, welche Schmerzen ich habe.“ Arzt: „Habe ich richtig verstanden, Sie wissen nicht, welche Schmerzen Sie haben?“).

Alternativfragen überlassen dem Patienten die Entscheidungsfreiheit zwischen verschiedenen Wahlmöglichkeiten. Besonders bei Kindern werden sie oft verwendet (Beispiel: „Möchtest Du dieses Pflaster oder das mit der Micky Maus?“, „Ist Ihnen der Termin am Vormittag angenehmer als der am Nachmittag?“).

Kognitive Fragen ist Sachlichkeit erforderlich, ist eine kognitive Frage mit klarem und sachbezogenem Inhalt angebracht. Die Antwort kann relativ kurz ausfallen, verlangt dem Gefragten aber eine gewisse Differenzierungs- und Erklärungsfähigkeit ab sowie, sich in kurzer Zeit angemessen ausdrücken zu können (Beispiel: „Gibt es Körperpositionen, die Ihre Schmerzen lindern?“, „Kommen Sie mit den neuen Medikamenten besser zurecht?“)104.

Konfrontationsfragen wird der Patient ermuntert, sein eigenes Verhalten, seine eigenen Absichtserklärungen kritisch zu überprüfen, um bestimmte Widersprüche und daraus sich ergebende Konsequenzen zu erkennen (Beispiel: „Hatten Sie nicht versprochen, die Medikamente regelmäßig einzunehmen?“)105.

Vermieden werden sollten Fragen, die Druck auf den Patienten ausüben, seine Antworten manipulieren oder unnötige Wiederholungen erzeugen (Suggestiv-, Mehrfachfragen). Auch rhetorische Fragen, die dem Patienten nur scheinbar eine Wahl lassen, dienen allenfalls der Selbstbestätigung des Arztes.106

Zu der Reihe verbotener Fragen gehören natürlich auch solche, die den Patienten beleidigen oder in einen unangenehmen Konflikt stürzen. Hierzu zählen: Fangfragen (Überlisten des Gesprächspartners), Neugierfragen (Neugier als einzige Triebfeder der Fragestellung), sokratische Fragen (Unbeantwortbarkeit als Absicht), Wertungsfragen (Vorwegnahme von Wertungen), Aggressionsfragen (persönlicher Angriff) und Floskelfragen (oberflächliche Klischeetechnik)107.

Gespräche, in denen nur der Arzt die Fragen stellt, sind gewöhnlich keine guten, besonders für den Patienten nicht. Manche Patienten stellen von sich aus keine Fragen; die möglichen Gründe – Angst, Scham, Sprachprobleme oder emotionaler Stress – müssen durch den Arzt aufgedeckt und zu entschärfen versucht werden. Er muss sich im Gespräch mit seinem Patienten immer Klarheit darüber verschaffen, warum dieser fragt, warum er gerade jetzt diese Frage stellt oder eben nichts erfragt.

[...]


1 Hömke, Sabine: Kommunikation in Institutionen am Beispiel der Arzt-Patient-Kommunikation im Krankenhaus, Stuttgart 2002, S. 1.

2 http://www.medi-learn.de/foren/archive/index.php/t-22349.html (20.03.2012)

3 Freud, Siegmund: Psychische Behandlung. (Seelenbehandlung) In Schriften zur Behandlungstechnik. Freud Studienausgabe, Ergänzungsband, Frankfurt am Main 1975, S. 26.

4 Bergner, Thomas M.H: Wie geht´s uns denn? Stuttgart 2009, S. 1.

5 Ebd.

6 http://hta.lbg.ac.at/media/pdf/HTA-Projektbericht_001.pdf, S. 7 (20.03.2012).

7 Vgl. ebd., S. 7 (20.03.2012).

8 http://www.forum-gesundheitspolitik.de/artikel/artikel.pl?rubrikartikel=1116 (20.03.2012)

9 Vgl. Meerwein, Fritz: Das ärztliche Gespräch, Grundlagen und Anwendungen, Stuttgart, Toronto 1986, S. 60.

10 Vgl. Biermann Gerd/ Heribert Berger: Das ärztliche Gespräch um Kinder und Jugendliche, München 1986, S. 7.

11 Linus, Geisler: Arzt und Patient - Begegnung im Gespräch, Frankfurt am Main 1987, S. 19.

12 Vgl. Geisler, Linus: Arzt und Patient-Begegnung im Gespräch, Frankfurt am Main 1987, S. 116.

13 Vgl. ebd.

14 Vgl. Bräutigam, Walter/ Meerwein, Fritz: Das therapeutische Gespräch mit Krebskranken, Stuttgart 1985, S. 21.

15 Vgl. Geisler, Linus: Arzt und Patient-Begegnung im Gespräch, Frankfurt am Main 1987, S. 116.

16 Bang, Ruth: Das gezielte Gespräch. Gespräche als Lehr- und Heilmittel, München 1968, S. 92.

17 Geisler, Linus: Arzt und Patient-Begegnung im Gespräch, Frankfurt am Main 1987, S. 124.

18 Vgl. ebd., S. 126.

19 Bergner, Thomas M.H.: Wie geht´s uns denn? Stuttgart 2009, S. 121.

20 Ebd. S. 39.

21 Vgl. Unschuldl, Paul: Geschichte der Medizin: Der Patient als Leidender und Kunde, Dtsch. Ärztebl. 2006; 103(17): A-1136.

22 Vgl. Hoefert, Hans-Wolfgang: Zur beruflichen Sozialisation von Ärzten, Pflegekräften und Verwaltungsangehörigen im Krankenhaus, Göttingen 2007, S. 71-90.

23 Alle Rollen sind geordnet nach Bergner, Thomas M.H.: Wie geht´s uns denn?, Stuttgart 2009, S. 40.

24 Vgl. ebd.

25 Bergner, Thomas M.H.: Arzt sein, Stuttgart 2009, S. 57.

26 Rothgangel, Simone: Medizinische Psychologie und Soziologie, Marburg 2004, S. 183.

27 Alle Methoden sind nach Vieten, Markus, Heckrath Claudia: Medical skills. Arbeitstechniken für Famulatur und Pj, Stuttgart 2000, S. 207, angeordnet.

28 Vgl. Bergner, Thomas M.H.: Wie geht´s uns denn? Stuttgart 2009, S. 26-27 .

29 Vgl. Oksaar, Els: Interaktive Aspekte: Probleme der Verständigung zwischen Fachleuten und Laien, Tübingen 1988, S. 174.

30 Bergner, Thomas M.H.: Wie geht´s uns denn? Stuttgart 2009, S. 30.

31 Bergner, Thomas M.H.: Wie geht´s uns denn? Stuttgart 2009, S. 27.

32 Ebd. S. 26.

33 Vgl. Kanitz, Anja: Gesprächstechniken. Haufe 2008, S. 89.

34 Vgl. Lassen, Edelf Bucka: Das schwere Gespräch, Köln 2005, S. 103.

35 Vgl. Bergner, Thomas M.H.: Arzt sein, Stuttgart 2009, S. 69.

36 Hervorhebung von J. S. Ursula Lehr, deutsche Wissenschaftlerin, Bundesministerin für Jugend, Frauen, Familie und Gesundheit 1989–1991.

37 Vgl. Steger, Florian: Medizinische Terminologie, Göttingen 2011, S. 7.

38 Vgl. ebd., S. 11.

39 Vgl. Schneider, Karlheinz: Ärzte, Pflegepersonal und Patienten im Krankenhaus, Frankfurt a.M. 1987, S. 69.

40 Vgl. Oksaar, Els: Interaktive Aspekte: Probleme der Verständigung zwischen Fachleuten und Laien, Tübingen 1988, S. 181.

41 Vgl. Fangerau, Heiner/ Schulz, Stefan und andere: Medizinische Terminologie, Berlin 2008, S. 12.

42 Vgl. Geisler, Linus: Arzt und Patient-Begegnung im Gespräch, Frankfurt am Main 1987, S .135.

43 Vgl. Argyle, Michael: Körpersprache und Kommunikation, Paderborn 2005, S .201.

44 Duden: Etymologie. Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache. Mannheim, Wien, Zürich 1989, S. 458.

45 Bergner, Thomas M.H.: Wie geht´s uns denn?, Stuttgart 2009, S. 204.

46 Pfeifer, Wolfang: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, S. 441.

47 Geisler, Linus: Arzt und Patient-Begegnung im Gespräch, Frankfurt am Main, S .138.

48 Vgl. ebd., S. 138-139.

49 Vgl. Schweickhardt, A/ Fritzsche, K: Kursbuch ärztliche Kommunikation, Grundlagen und Fallbeispiele aus Klinik und Praxis, Köln, S. 232.

50 Vgl. Hoefert, Hans-Wolfgang/Hellmann, Wolfgang: Kommunikation als Erfolgsfaktor im Krankenhaus, Heidelberg 2008, S. 11.

51 Vgl. Argyle, Michael: Körpersprache und Kommunikation, Paderborn 2005, S. 297.

52 Vgl. ebd., S. 34.

53 Vgl. Bergner, Thomas M.H.: Wie geht´s uns denn?, S. 58.

54 Vgl. Geisler, Linus: Arzt und Patient-Begegnung im Gespräch, Frankfurt am Main, S .35.

55 Vgl. ebd.

56 Vgl. Argyle, Michael: Körpersprache und Kommunikation, Paderborn 2005, S. 282.

57 Vgl. ebd., S. 37.

58 Vgl. Bergner, Tomas M.H.: Wie geht´s uns denn?, Stuttgart 2009 S. 56.

59 Vgl. Bergner, Thomas M.H.: Arzt sein, Stuttgart 2009, S. 66.

60 Vgl. Brinker, Klaus: Text-und Gesprächslinguistik: Ein internationales Handbuch, Band 2, Berlin 2001, S. 1361.

61 Geisler, Linus: Arzt und Patient- Begegnung im Gespräch, Frankfurt am Main, S. 96.

62 Vgl. ebd.

63 Vgl. ebd.

64 Vgl. ebd., S. 96.

65 Vgl. ebd.

66 Vgl. ebd., S. 97.

67 Vgl. Geisler, Linus: Arzt und Patient-Begegnung im Gespräch, Frankfurt am Main, S. 97.

68 Vgl. ebd., S. 98.

69 Vgl. ebd.

70 Vgl. ebd.

71 Jefferson, Gali: A case of precision timing in ordinary conversation: Overlapped tag-positioned address terms in closing sequences. Semiotica 9, 1973, S. 48.

72 Vgl. Menz, Florian und andere: Effiziente ärztliche Gesprächsführung, Wien 2008, S. 146.

73 Vgl. ebd., S. 147.

74 Vgl. ebd.

75 Vgl. ebd., S. 148.

76 Samuel Butler, Hervorhebung von J. S.

77 Spitczok von Brisinski, Ingo: Artikel: Gefühle und Selbstorganisation in Beratung und Therapie von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien , Reuser, Bodo / Nitsch, Roman, A. Hundsalz, A.(Hrsg.) Die Macht der Gefühle, Weinheim und München 2006, S. 99.

78 Vgl. Bergner, Thomas M.H.: Arzt sein, Stuttgart 2009, S. 97.

79 Toepfer, Georg: Historisches Wörterbuch der Biologie, B2. Stuttgart 2011, S. 1.

80 Bergner, Thomas M.H.: Arzt sein, Stuttgart 2009, S. 104.

81 Welter-Enderlin, Rosmarie: Wirksamkeit von Gefühlen in Beratung und Therapie, Reuser, Bodo, Nitsch, Roman, Hundsalz, A.(Hrsg.) Die Macht der Gefühle, Weinheim und München 2006 S. 127.

82 Vgl. ebd., S. 114.

83 Vgl. ebd.

84 Damasio, Antonio: Descartes‘ Irrtum. Fühlen, Denken und das menschliche Gehirn, München 1997, S. 228.

85 Vgl. Caruso David R. / Salovey, Peter: Managen mit emotionaler Kompetenz, Frankfurt am Main, Campus 2005, S. 20.

86 Nach einer Umfrage unter den Ärzten des Universitätsklinikums Essen.

87 Bucka-Lassen, Edelf: Das schwere Gespräch, Köln 2005, S. 165.

88 Gnesdilov, A.W: Psychische Veränderungen bei Krebskranken, Praktische Onkologie N1(5) (März) 2001.

89 Vgl. Geisler, Linus: Arzt und Patient - Begegnung im Gespräch, Frankfurt am Main, S. 153.

90 Bucka-Lassen, Edelf: Das schwere Gespräch, Köln 2005, S. 167.

91 Vgl. Geisler, Linus: Arzt und Patient - Begegnung im Gespräch, Frankfurt am Main, S. 155.

92 Vgl. Bergner, Tomas M.H.: Wie geht´s uns denn?, S. 153.

93 Rowe, A. / Surbone, T.H., Gallagher: Confronting medical errors in oncology and disclosing them to cancer patients. Journal of Clinical Oncology 25, New York 2007, S. 1463-1467.

94 Vgl. Bergner, Thomas M.H.: Arzt sein, Stuttgart 2009, S. 206.

95 Bergner, Thomas M.H.: Arzt sein, Stuttgart 2009, S. 134.

96 Vgl. Geisler, Linus: Arzt und Patient- Begegnung im Gespräch, Frankfurt am Main, S. 80.

97 Vgl. Bergner, Thomas M.H.: Wie geht s uns denn?, Stuttgart 2009, S. 70.

98 Vgl. Geisler, Linus: Arzt und Patient- Begegnung im Gespräch, Frankfurt am Main, S. 81.

99 Vgl. Bergner, Thomas M.H.: Wie geht´s uns denn?, Stuttgart 2009, S. 84.

100 Vgl. ebd., S. 73.

101 Vgl. ebd., S. 74.

102 Vgl. ebd., S. 77.

103 Vgl. ebd.

104 Vgl. Bucka-Lassen, Edelf: Das schwere Gespräch, Köln 2005, S. 87.

105 Vgl. Geisler, Linus: Arzt und Patient - Begegnung im Gespräch, Frankfurt am Main, S. 85.

106 Bergner, Thomas M.H.: Wie geht´s uns denn?, Stuttgart 2009, S. 80.

107 Vgl. ebd., S. 91.

Details

Seiten
99
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656888390
ISBN (Buch)
9783656888406
Dateigröße
900 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v288573
Institution / Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
1,3
Schlagworte
interkulturelle aspekte arzt-patienten-kommunikation beispiel kinderpatienten

Autor

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Titel: Interkulturelle Aspekte der Arzt-Patienten-Kommunikation am Beispiel russischer Kinderpatienten