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Controlling in kleinen und mittleren Unternehmen

Problemfelder und Lösungsansätze

Hausarbeit 2014 21 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau

2. Begriffsdefinitionen
2.1 Kleine und mittlere Unternehmen (kmU)
2.2 Controlling
2.2.1 Strategisches Controlling
2.2.2 Operatives Controlling

3. Controlling aus Sicht der kmU

4.Problemfelder der kmU

5. Ausgewählte Controlling-Instrumente als Lösungsansätze
5.1 Liquiditätskennzahlen
5.2 Break-Even-Analyse
5.3 Strategische Ausrichtungen mittels Kennzahlenanalyse
5.3.1 Lagerumschlag und Lagerdauer
5.3.3 Wirtschaftlichkeit
5.3.4 Debitorenumschlag
5.3.5 Gesamtkapitalrentabilität
5.3.6 Umsatzrentabilität
5.3.7 Reklamationsquote

6. Zusammenfassung und Fazit

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Diese Arbeit setzt sich mit dem Thema Controlling in Unternehmen, die als kleine und mittlere Unternehmen[1] bezeichnet werden, auseinander. Da kmU meist mit dem Tagesgeschäft ausgelastet sind und es an finanziellen und vor allem personellen Mitteln mangelt, sind diese oft nicht in der Lage ein eigenes Controlling zu betreiben. Daher finden die Controlling-Instrumente in kmU meist nur minimale bis gar keine Anwendung. Folglich können, unter anderem, Fehlentwicklungen bei den Finanzen auftreten, da diese nicht rechtzeitig bemerkt werden und somit die Chance für eine frühzeitige Gegenlenkung verwirkt.Laut einer Befragung von 124 Insolvenzverwaltern, die zum Zeitpunkt der Erhebung etwa 19.000 Insolvenzverfahren betreuten, ist fehlendes Controlling eine der häufigsten Ursache (79%) für eine Insolvenz[2].

1.2 Zielsetzung und Aufbau

Das Ziel dieser Arbeit ist es aufzuzeigen, wie wichtig diverse Controlling-Instrumente für die Planung und Kontrolle von kmU sein können, welche Gefahren bei Anwendung frühzeitig abgewandt werden können und mögliche Lösungsansätze mithilfe ausgewählter Controlling-Instrumente zu veranschaulichen.

Dazu werden zunächst in Kapitel 2 Die Begrifflichkeiten kmU und Controlling erläutert. Kapitel 3 befasst sich anschließend mit der Auffassung von kmU zum Thema Controlling. Infolgedessen werden diverse Problemfelder mit denen kmU, bei fehlendem Controlling konfrontiert sind, aufgezählt. Aufbauend darauf wird mithilfe von ausgewählten Controlling-Instrumenten gezeigt, wie es Unternehmen bei Anwendung dieser gelingt, auch ohne viel Aufwand, die wichtigsten Zahlen des Unternehmens im Blick zu haben und bestenfalls zu steuern.

2. Begriffsdefinitionen

2.1 Kleine und mittlere Unternehmen (kmU)

Für die Abgrenzung von kmU gibt es mehrere Möglichkeiten. Die beiden gängigsten Definitionen zur Bestimmung der Größenkategorie eines Unternehmens, im deutschsprachigen Raum, sind die der EU Kommission und der des Instituts für Mittelstandsforschung[3] in Bonn. „Gemäß der Definition der EU-Kommission zählt ein Unternehmen dann zu den kmU, wenn es nicht mehr als 249 Beschäftigte hat und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro erwirtschaftet oder eine Bilanzsumme von maximal 43 Millionen Euro aufweist„.[4]

Abb. 1: KMU-Definition der Europäischen Kommission (Quelle: Ifm Bonn)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese Arbeit folgt der Definition der IfM in Bonn. Ausschlaggebend für die Einstufung von kleinen und mittleren Unternehmen sind demnach die Anzahl der Beschäftigten sowie der Jahresumsatz. Somit gilt laut der IfM Bonn ein Unternehmen als kmU, wenn es unter 500 Mitarbeiter hat und einen Jahresumsatz von unter 50. Mio. Euro aufweist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: KMU-Definition des IfM Bonn (Quelle: IfM Bonn)

Zugleich wird vorausgesetzt das die jeweiligen Unternehmen Wirtschaftlich unabhängig sind, um unter diese Definition zu fallen. Das heißt, kein weiteres Unternehmen darf einen Anteil von über 25% an das jeweilige Unternehmen haben[5].

2.2 Controlling

„Und hier hat das Controlling die Funktion eines […] Lotsen.

Ein Unternehmen ist wie ein Schiff, das sicher im Hafen des Gewinns ankommen will. Der Kapitän (Das Management), braucht dabei einen Lotsen zur Unterstützung, der die Gewässer kennt und um Klippen und Untiefen herumsteuern kann. Der Lotse sagt dem Kapitän wo es langgeht. Befehle aber gibt der Kapitän.“[6]

Der Begriff „Controlling“ wird von vielen oftmals missverstanden und schlicht mit „Kontrollieren“ assoziiert, was bei der simplen Übersetzung dieses Wortes gar nicht so falsch ist. Controlling kommt aus dem englischen „to control“, was so viel bedeutet wie „steuern“ oder „lenken“. Dennoch steckt hinter diesem Wort mehr als schlicht etwas zu Kontrollieren. Die Kontrolle ist lediglich eine Teilfunktion des Controllings. Vielmehr handelt es sich beim Controlling um Planung, Kontrolle und Steuerung der Unternehmensprozesse, um Gewinne sicherzustellen oder gar zu erhöhen. Ein Controlling-System trägt demnach dazu bei, Betriebsprozesse effektiver planen und einfacher kontrollieren zu können.

Das Ziel eines jeden Unternehmens ist es, möglichst viel Gewinn zu erwirtschaften. Ein effizientes Controlling wird sicher dazu beitragen können, aber nicht nur die finanziellen Aspekte spielen beim Controlling eine Rolle, sondern auch eine langfristige Weiterentwicklung sowie der Wachstum eines Unternehmens. Um ein Unternehmen ständig zu verbessern und den Wachstum sowie eine langfristige Existenzsicherung zu gewährleisten, stehen dem Unternehmen diverse Controlling-Instrumente zur Verfügung. Controlling gliedert sich im Wesentlichen in zwei Bereiche, das operative und das strategische Controlling. Beide Bereiche bilden einen sogenannten Regelkreis, das heißt, dass die operative Planung stark von der strategischen abhängt. Umgekehrt liefern operative Daten hilfreiche Überlegungen für die Strategische Planung. Es besteht also eine Wechselwirkung. Controlling hilft somit richtige Entscheidungen zu treffen bei Fragen wie:

- Erreiche ich die Ziele, dich ich mir als Unternehmer für den Betrieb gesetzt habe?
- Stimmt die Richtung noch?
- Muss ich etwas ändern?
- Was läuft positiv, was negativ?

2.2.1 Strategisches Controlling

Das Strategische Controlling verfolgt im Wesentlichen die Aufdeckung von Chancen und Risiken, die dazu dienen, eine langfristige Existenzsicherung eines Unternehmens zu gewährleisten. Dazu gehören z.B. die…

… Verbesserung aller Unternehmensinternen Prozesse

… Implementierung neuer Technologien

… Entwicklung neuer Dienstleistungen und Produkte

… Ausbau von Kapazitäten

… Systematische Schulung der Mitarbeiter

Es befasst sich unter anderem mit der strategischen Entwicklung und der jeweiligen Umsetzung in ferner Zukunft, um den Wachstum des Unternehmens zu sichern. Es sollen aber auch Zielabweichungen und Gefahren frühzeitig aufgezeigt werden, bevor diese sich anhand von Zahlen erkennbar machen und ein entgegenwirken nicht mehr möglich ist. Das Ziel des strategischen Controllings ist somit die Aufbereitung sämtlicher Daten, die notwendig sind, um die Weiterentwicklung und langfristige Existenzsicherung eines Unternehmens sicherzustellen.

Der Zeitraum der strategischen Planungen ist sehr Branchenabhängig. Es wird meist von einem Zeitraum von mehr als 5 Jahren ausgegangen.[7] Einige Instrumente des Strategischen-Controllings sind:

- Balanced Scorecard (BSC)
- Benchmarking
- Lebenszyklus-Analyse
- Potential-Analyse
- Portfolio-Analyse
- Strategische Frühwarnsystem
- SWOT-Analyse

2.2.2 Operatives Controlling

Im Gegensatz zum strategischen Controlling, beschäftigt sich das operative Controlling mit kurz- bis mittelfristiger Planung, wie etwa das Erstellen von Plänen für das kommende Geschäftsjahr oder der Kontrolle und Steuerung des laufenden Geschäftsjahres.Dabei erfolgt die Steuerung der Prozesse durch einen permanenten Soll-Ist-Vergleich. Diese Daten sollten, sofern möglich, monatlich verglichen werden, damit Abweichungen vom Kurs frühzeitig erkannt und beseitigt werden können.[8]

Die Ergebnisse der verschiedenen Instrumente lassen sich überwiegend in Zahlen ausdrücken. Hilfreich und auch üblich ist es, sich hierbei von Ergebnissen des vergangenen Geschäftsjahres zu bedienen, um so mögliche Abweichungen zu erkennen.Der Schwerpunkt des operativen Controllings liegt auf der Gewinnsteuerung.Ziel ist außerdem die Sicherung der Liquidität und Verbesserung der Rentabilität.Das operative Controlling steuert und Überwacht den kurz- bis mittelfristigen Unternehmenserfolg und soll zur Sicherung der Liquidität des Unternehmens beitragen.Einige der Instrumente des operativen Controllings sind:

- kurzfristige Erfolgsrechnung
- Break-Even-Analyse
- Kennzahlen-Analyse
- ABC-Analyse
- Fixkosten-Analyse
- Deckungsbeitragsrechnung
- Kosten-Nutzen-Analyse
- Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA)
- Budgetierung
- Operatives Frühwarnsystem

3. Controlling aus Sicht der kmU

Controlling wird von vielen Unternehmensleitern[9] in kmU mit erstaunlichem Erfolg einfach ignoriert. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) nennt acht typische Controlling-Fehler[10]:

„Überhaupt kein Controlling“

Es fehlt jeglicher Überblick über die Kosten oder der Liquidität des Unternehmens.Dies ist, laut einer Studie, der am häufigsten genannte Grund für eine Insolvenz.

[...]


[1] Fortlaufend als kmU bezeichnet

[2] Vgl. Studie „Ursachen von Insolvenzen“, Euler Hermes Kreditversicherungs AG (Hrsg.),Wirtschaft Konkret Nr. 414, Hamburg 2006, S. 5 ff. unter: http://www.wirtschaft-konkret.de/de/dokumente/414-ursachen-von-insolvenzen.pdf/414-ursachen-von-insolvenzen.pdf (abgerufen am 04 Sept. 2014)

[3] Fortlaufend als IfM bezeichnet

[4] IfM Bonn, o.J , kmU-Definition der Europäischen Kommission, unter:http://www.ifm-bonn.org/mittelstandsdefinition/definition-kmu-der-eu-kommission/ (abgerufen am 09 Sept. 2014)

[5] Vgl. 2003/361/EG, Empfehlung der Kommission vom 06. Mai 2003 betreffend die Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen, unter: http://www.esf.de/portal/generator/20314/property=data/vo__2003.pdf (abgerufen am 09 Sept. 2014) Art. 3 Abs. 4

[6] Hans Jürgen Probst (2007): S. 24

[7] Vgl. Strategische Planung (Controlling),O.j , Autor Unbekannt, unter:http://www.die-akademie.de/service/lexikon/s/strategische-planung-controlling (abgerufen am 10 Sept. 2014)

[8] Hilmar J. Vollmuth (2001) S. 11

[9] Fortlaufend- aus Vereinfachungsgründen wird ausschließlich die männliche Form verwendet. Es sind aber stets beide Geschlechter gemeint, wenn es sich nicht um spezifische Einzelpersonen handelt.

[10] Vgl. „GruenderZeiten Nr. 23“, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (Hrsg.), Berlin 2012, S. 12 , unter: https://www.existenzgruender.de/SharedDocs/Downloads/DE/GruenderZeiten/GruenderZeiten-23.pdf?__blob=publicationFile (abgerufen am 10. Sept. 2014)

Details

Seiten
21
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656894919
ISBN (Buch)
9783656894926
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v288644
Institution / Hochschule
Fachhochschule des Mittelstands – Wissenschaftliche Weiterbildung
Note
2,4
Schlagworte
controlling unternehmen problemfelder lösungsansätze

Autor

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Titel: Controlling in kleinen und mittleren Unternehmen