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Die Evidenzbasierte Methode der Unterrichtsdiagnostik. Persönliche Erfahrungen mit EMU

Hausarbeit 2015 29 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Was ist EMU?
2.1.1 Entwicklung
2.1.2 Wortherkunft
2.1.3 Einsatz
2.1.4 Erhebungsinstrumente
2.1.5 Organisatorisches
2.2 Meine persönlichen Erfahrungen mit EMU
2.2.1 konstitutionelle und strukturelle Voraussetzungen
2.2.2 Erste Durchführungen
2.2.2.1 Zusammensetzung und Sozialverhalten der Klasse
2.2.2.2 Durchführung der Evaluation
2.2.2.3 Ergebnis der Evaluation
2.2.2.4 Ergebnisse der Befragung zu EMU (Klasse10d)
2.2.3 Zweite Durchführung
2.2.3.1 Zusammensetzung und Sozialverhalten der Klasse
2.2.3.2 Durchführung der Evaluation
2.2.3.3 Ergebnis der Evaluation
2.2.3.4 Ergebnisse der Befragung zu EMU (Klasse 6)
2.3 Auswertung der Fragebögen

3. Fazit

4. Literatur

5. Anlagen

Persönliche Reflexion zu der evidenzbasierten Methode der Unterrichtsdiagnostik

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit werde ich rückblickend auf die Arbeit mit der evidenzbasierten Me - thode der Unterrichtsdiagnostik (EMU) die Beobachtungsinstrumente, die Durchführung, Auswertung sowie die Ergebnisse und meine persönliche Reflexion näher beleuchten. Mein Hauptaugenmerk möchte ich hierbei auf die Durchführung, die Organisation, sowie den persönlichen Nutzen einer solchen Evaluation für Lehrkräfte legen. Dieser persönliche Nutzen und eine daraus resultierende Verbesserung des eigenen Unterrichts ist meines Erachtens die wichtigste Erkenntnis die aus einer solchen Evaluation hervorgehen kann. Deshalb soll dieser persönliche Nutzen am Ende besonders hervorgehoben werden.

Ebenso Teil dieser Arbeit sind auch die konstitutionellen Voraussetzungen der Schule, so - wie das Sozialverhalten der Klassen. Diese müssen speziell beleuchtet werden, da die Durchführung an dieser Schule nicht als allgemeingültig gewertet werden kann und an anderen Schulen und in anderen Klassen vollkommen anders verlaufen würden.

Ich habe diese Form der Evaluation noch nie vorher eingesetzt und erhoffe mir daher eine umfangreiche, aus Schülersicht erstellte und daher aussagekräftige Evaluation.

Zudem war für mich die Schülermeinung zu dieser Art der Fremdevaluation wichtig. Dies erscheint mir als ein sehr zentraler Bestandteil um zu entscheiden ob diese Art der Eva - luation tatsächlich sinnvoll ist und somit auch weiterhin von Lehrpersonen eingesetzt wer- den sollte.

2. Hauptteil

2.1 Was ist EMU?

2.1.1 Entwicklung

Bei der evidenzbasierten Methode der Unterrichtsdiagnostik oder auch kurz EMU handelt es sich um ein Evaluationsprogramm für Lehrkräfte. EMU wurde an der Universität Land - au-Koblenz von A. Helmke, T. Helmke, G. Lenske, G. Pham, A.-K. Praetorius, F.-W. Schrader & M. Ade-Thurow im Auftrag von UDiKom entwickelt und im Jahre 2011 ver- öffentlicht.

Bei UdiKom handelt es sich um ein Projekt, welches sich die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte im Hinblick auf die Verbesserung der Diagnosefähigkeit, Umgang mit Heterogenität sowie individuelle Förderung als Ziel gesetzt hat.

2.1.2 Wortherkunft

Das Wort Diagnose wird häufig mit dem Ergebnis nach einer ärztlichen Untersuchung verbunden. So werden in der medizinischen Diagnose Symptome und Phänomene klassifi - ziert. An sich bedeutet das Wort Diagnose (griechisch diágnosis) jedoch nur Unterschei - dung.

Evidenzbasierung bedeutet, „dass Entwicklungsentscheidungen auf der

Basis von geprüften Informationen fallen und in ihrer Umsetzung empirisch evaluiert wer - den müssen“(Altrichter, 2010, S. 220)

Übertragen auf den schulischen Unterricht bedeuten die beiden Begriffe gemeinsam: Die Feststellung des bestehenden Zustandes zu einem gegebenen Zeitpunkt.

2.1.3 Einsatz

EMU richtet sich vor allem an Lehrkräfte, die ihren Unterricht nicht nur durch ihre sub - jektive Selbsteinschätzung, sondern auch durch objektive Fremdeinschätzung verbessern und weiterentwickeln möchten. Dabei bekommen sie nicht nur Rückmeldungen von Kolle - gen oder Schulleitung, wie das oft bei Unterrichtsbesuchen der Fall ist, sondern auch durch die Schülerinnen und Schüler. Dieser Umstand sollte in jeder Hinsicht ausreichen um solch eine Evaluation zu rechtfertigen und durchzuführen.

2.1.4 Erhebungsinstrumente

Anhand des Erhebungsbogens zur „evidenzbasierten Methode der Unterrichtsdiagnostik“ (EMU) wird die Evaluation des Unterrichts durchgeführt. Es werden unter den Gesichts - punkten verschiedener Unterrichtsmerkmale wie z.B. Klassenführung, lernförderliches Klima und Motivation, Klarheit und Strukturiertheit, Aktivierung sowie Bilanz/Ertrag Daten gesam - melt.

Der Beobachtungsbogen arbeitet mit einer Ratingskala von eins bis vier, wobei eins die Bedeutung von „trifft nicht zu“ und vier von „trifft zu“ hat. Die Skala hat eine gerade Anzahl von Auswahlmöglichkeiten, wodurch eine mittelmäßige Bewertung ausgeschlossen wird. Die Beobachter werden dazu angehalten eine Tendenz anzugeben, um eine Verzer - rung der Ergebnisse zur Mitte hin zu vermeiden.

2.1.5 Organisatorisches

Um mich bei der Durchführung in den Klassen komplett abzusichern, habe ich sowohl die Klassenlehrerin und die Schulleitung als auch die Eltern über das Projekt informiert. Der Schulleitung habe ich das Projekt kurz vorgestellt. Es gab keine Einwände. Für die Eltern beider Klassen habe ich Briefe erstellt, in welchen ich das Projekt kurz beschrieben und das Ziel des Projekts vorstellt habe. (A1).

2.2 Meine persönlichen Erfahrungen mit EMU

2.2.1 konstitutionelle und strukturelle Voraussetzungen

Die X-Realschule (X) befindet sich in der Yer Innenstadt. Das Einzugsgebiet umfasst vorrangig die Yer Stadtteile West und Z, aber auch vereinzelt die östlichen und nördlichen Stadtteile. Die Verkehrsanbindung ist sehr gut. Die X wird derzeit von circa 400 Schülerinnen und

Schülern (SuS) besucht, die von 35 Lehrern unterrichtetet werden.

Je nach Stufe werden die SuS in zwei bis vier Parallelklassen unterteilt.

Zum Schulprofil gehört seit dem Schuljahr 2010/2011 ein bilingualer Zug in der Fremd- sprache Englisch. Jeweils eine Klasse einer Stufe wird ab Klasse 5 in zwei Sachfächern, wie zum Beispiel EWG, NWA oder Sport, zusätzlich in der Fremdsprache Englisch unter- richtet.

Das Klassenzimmer der Klasse 10, in welchem die erste Befragung stattfand, befindet sich im 2. Stock der X. Der Raum ist mit einem Overheadprojektor und einer ma- gnetischen Tafel ausgestattet. Das Klassenzimmer der Klasse 6, in welchem die zweite Durchführung stattfand befindet sich im 3. Stock und weißt dieselbe Raumausstattung auf.

2.2.2 Erste Durchführung

2.2.2.1 Zusammensetzung und Sozialverhalten der Klasse 10

Die nachfolgende Befragung wurde in der X-Realschule in der Klasse 10 durchgeführt. Ich hospitierte in der Klasse 10 seit Beginn meines integrierten Semesterpraktikums und unterrichtete die SuS seit Ende April. Dabei durfte ich zwei Unterrichtsstunden planen und unterrichten.

Die Klasse 10 setzt sich aus 21 SuS (11 Jungen und 10 Mädchen) zusammen, wovon ein kleiner Teil einen Migrationshintergrund hat. Alle SuS der Klasse beherrschen die deutsche Sprache. Die Altersstreuung liegt zwischen 15 und 18 Jahren und ist für eine 10. Klasse überwiegend typisch.

Im Großen und Ganzen unterrichte ich gerne in der 10. Die SuS müssen während der Stunde gelegentlich um Ruhe gebeten werden, jedoch herrscht insgesamt eine freundliche und respektvolle Beziehung zwischen den SuS und der Lehrkraft.

Die Klasse 10 zeigte sich mir gegenüber sehr offen und lebhaft. Sie war in Bezug auf den Unterricht im Fach Biologie meist überaus motiviert.

Das Sozialverhalten der Kinder untereinander, aber auch in Bezug auf mich, war gut. Ab und zu kam es jedoch zu kleineren Problemen bei der Einhaltung von Regeln. Da es auch im Biologieunterricht wichtig ist, auf eine klare Einhaltung der Regeln und Rituale zu achten um die effektive Lernzeit zu erhöhen und das Lernklima zu verbessern, ist eine zweispaltige Tabelle als Verwarnungssystem eingeführt worden. Wird ein Schüler er- mahnt, wird sein Name in die linke Tabellenspalte geschrieben. Ist sein Verhalten wie - derholt auffällig, muss sein Name in die rechte Tabellenspalte geschrieben werden und der Schüler bekommt eine Strafarbeit. Diese Regel wurde von der zugehörigen Fachleh- rerin Frau A. eingeführt. Die SuS sind an dieses System gewöhnt, weshalb auch ich diese Regel übernehmen werde um klare Linien in ihrem Biologieunterricht einzuhal- ten.

Das Arbeitsverhalten der SuS ist gut. Sie sind meist schnell für eine Sache zu begeis - tern und arbeiten dann selbstständig sowie motiviert an ihren Aufgaben. Sie bringen ei - gene Ideen ein und erledigen ihre Arbeitsaufträge ordentlich. Die meisten SuS können Arbeitsaufträge schnell erfassen und entsprechend bearbeiten. Andere dagegen brauchen häufig einige Ermahnungen und Denkanstöße, um die Aufgaben durchzuführen. Das wie - derum zeigt sich auch im unterschiedlichen Arbeitstempo der einzelnen SuS. Doch im Allgemeinen können die SuS gut miteinander zusammenarbeiten und sind durchaus ko- operations- und teamfähig.

2.2.2.2 Durchführung der Evaluation

Vor Beginn der „Arbeitsphase“ wurden die Fragebögen ausführlich auf dem Overheadpro- jektor besprochen. Hierbei gab es einige Fragen seitens der SuS im Bezug auf die Quelle, Durchführung und Auswertung der Fragebögen. Die SuS gaben an alle Fragen verstanden zu haben und diese mit Freude zu beantworten. Jedoch konnte leider eine Schülerin nicht an der Durchführung teilnehmen, da sie den Elternbrief nicht hatte unter- schreiben lassen.

Die Durchführung verlief problemlos und ohne nennenswerte Zwischenfälle.

In der nachfolgenden Besprechung jedoch gaben einige SuS an nicht alle Kreuze gesetzt zu haben, da es ihnen schwer gefallen sei gewisse Fragen nach diesem Bewertungsraster festzulegen. Aufgrund dieser Anmerkungen und um diese genauer zu dokumentieren haben ich einige Tage später erneut vier Fragen zu den Bewertungsbögen (A2) gestellt, welche sich auf die Qualität der Fragebögen aus Sicht der Schüler beziehen. Insgesamt zeigte sich die Klasse 10 jedoch sehr begeistert über die Idee einer solchen Evaluation für die Lehrkraft. Außerdem merkte ein Großteil der Klasse an, eine solche Evaluation auch anderen Lehrkräften vorschlagen zu wollen.

2.2.2.3 Ergebnis der Evaluation

Ich werde mich bei den Ergebnissen an den einzelnen Unterrichtsmerkmalen (Klassenfüh - rung, lernförderliches Klima und Motivierung, Klarheit und Strukturiertheit, Aktivierung sowie Bilanz/Ertrag) orientieren. Bei leichter oder starker Dissens jedoch werde ich mich auch den einzelnen Items zuwenden und diese interpretieren. Außerdem werde ich die unterschiedlichen Profile (Lehrer, SuS und Kollegen) vergleichen. Begleitend zu meinen Aus - führungen hier, sollten auch die Ergebnisbögen (A3) hinzugezogen werden.

- Klassenführung

Insgesamt ist das Unterrichtsmerkmal: „Klassenführung“ überwiegend positiv und mit hoher Übereinstimmung der Befragten ausgefallen. Das Item: „Der Unterricht hat pünktlich begonnen“ ist sogar ein maximaler Konsens zwischen Lehrer, Kollegen und Schülermeinung zu erkennen. Einzig das Item: „Den SuS war im Laufe der Stunde jederzeit klar, was sie tun sollen“ gibt es einen leichten Dissens zwischen Kollegen und SuS. Die Lehrermeinung liegt dabei genau dazwischen. Ich denke jedoch, dass die SuS aus ihrer Sicht am besten beurteilen können, welche An- weisungen sie verstehen. Allerdings wäre eine Nachfrage bei den Kollegen über deren Meinung sicher ratsam.

- Lernförderliches Klima und Motivierung

Im ganzen betrachtet ist dieses Unterrichtsmerkmal als überwiegend positiv zu ver- buchen. Vor allem die Items sechs bis acht fallen sehr positiv aus und verzeich- nen einen annähernden Konsens bei den Stimmen der Befragten. Die Items neun und zehn weisen jedoch einen leichten Dissens auf. Während die Kollegen das Gefühl hatten, dass die SuS genug Zeit für die Antworten hatten, waren sowohl ich als auch die SuS anderer Meinung.

[...]

Details

Seiten
29
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668277908
ISBN (Buch)
9783668277915
Dateigröße
47.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v289164
Note
1,5
Schlagworte
EMU Evidenzbasierte Methoden der Unterrichtsdiagnostik Erziehungswissenschft Pädagogik Hochschule Modulprüfung

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Titel: Die Evidenzbasierte Methode der Unterrichtsdiagnostik. Persönliche Erfahrungen mit EMU