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Die Hitlerjugend / Erziehung und Pädagogik innerhalb der Kinder- und Jugendorganisation des 3. Reiches

Hausarbeit 2003 13 Seiten

Pädagogik - Geschichte der Päd.

Leseprobe

Inhalt:

1. Einleitung

2. Entstehung und Entwicklung der Hitlerjugend

3. Gliederung und Struktur der Hitlerjugend

4. Erziehung und Pädagogik innerhalb der Hitlerjugend
4.1 Der Typus des Soldatischen-
4.2 Die Erziehung zum Heldentod-
4.3 Die rassistische Weltanschauung-

5. Schluss

Literaturverzeichnis

Vorwort

Die Hausarbeit die ich hier vorlegen möchte, beschäftigt sich mit der Pädagogik und der Erziehung während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland, inner halb der Hitlerjugend. Diese Zeit war für viele junge deutsche Mädchen und Jungen die schönste und zugleich folgenschwerste Zeit ihres Lebens. Denn ein Mann bestimmte und gestaltete ihr Schicksal so nachhaltig, wie es wahrscheinlich niemals wieder ein anderer Mensch vermochte. Die Rede ist, von Adolf Hitler. Für mich persönlich stellt diese Zeit eine Epoche der deutschen Geschichte dar, die niemals in Vergessenheit geraten darf.

1. Einleitung

„Hier ist ein Buch, von der Liebe der Jugend zu Adolf Hitler. Hier sind Kinder aus nah und fern, Kinder der übersonnten Berge und Kinder der wolkenverhangenen Ebene – Kinder des ganzen Reichs. Hier ist das jüngste Deutschland der Reinen und Reifenden, hier ist unsere Zukunft und unser Schicksal. Und hier ist noch ein anderes, kein Gesetz befehlen, kein Staatsmann kommandieren kann: die Liebe der Jugend. Kein Deutscher hat in solchem Ausmaß die Jugend wirklich besessen wie der Führer. Er hat nicht aus Zufall die größte Jugendbewegung der Welt mit Millionen und Abermillionen, die sich freiwillig, hingebend, begeistert, dem Führer verschrieben und verschworen haben. Aber es ist auch nicht diese oder jene politische Maxime, die den geheimnisvollen Zauber ausmacht, der eine ganze Generation an Adolf Hitler bindet.“[1]

Diese Worte schrieb Reichsjugendführer Baldur von Schirach in das Vorwort des unten genannten Buches. Schon hier wird klar, welche Macht, Faszination und Anziehungskraft Adolf Hitler auf die deutsche Jugend hatte, obwohl zu diesem Zeitpunkt seine Machtausbreitung gerade erst begonnen hatte und noch niemand richtig die wirkliche Gefahr erkannte, die von ihm und seinem Regime ausging.

Was aber waren nun die Gründe, warum so viele Jugendliche blind auf ihn vertrauten und sogar für ihn und Deutschland zu Tausenden in den Tod gegangen sind? Wie schaffte er es, sie so zu begeistern und wie wurden sie auf den Krieg vorbereitet und eingestellt? Welche Erziehungsmethoden und welche Pädagogik steckte hinter all dem? Um die Beantwortung dieser Hauptfragen soll es einmal in meiner Hausarbeit gehen. Dazu werde ich als erstes auf die Entstehung und Entwicklung der Hitlerjugend eingehen, danach auf die Gliederungen und Strukturen innerhalb dieser Institution und mich dann mit den Erziehungs- und Pädagogikmechanismen der Hitlerjugend befassen. Im Schlussteil werde ich meine Ergebnisse dann nocheinmal zusammenfassend auswerten und ein kurzes Fazit über die Hitlerjugend geben.

Dieses Thema was ich mir ausgesucht habe, ist so vielseitig, verworren und facettenreich, dass es schwer ist, allgemeingültige Aussagen treffen zu können und dokumentierte Geschehnisse und Ereignisse richtig zu interpretieren. Die Dinge, die ich hier darstelle und schreibe, entsprechen meiner Sichtweise auf die damalige Zeit. In manchen Punkten wird sie sich vielleicht von den ihrigen unterscheiden, aber eins ist klar. Es handelt sich dabei um eine Zeit der Verblendung, Täuschung und Unwahrheiten, in der die Menschen zu blindem Führergehorsam erzogen wurden, Gewalt, Hass, Mord, Verfolgung und Entbehrung das Leben der Bürger Deutschlands bestimmte. Kurz, es ist eine Epoche der Geschichte, die niemals in Vergessenheit geraten darf und mit Ehrfurcht und Würde betrachtet und bearbeitet werden.

Ich möchte diese Einleitung mit einem Zitat beenden, welches auf das einstimmen soll, mit welchen Schlagwörtern und Parolen Hitler die Jugend in seinen Bann gezogen hat.

„Durch deutsche Eltern gab uns Gott das Leben. Vom deutschen Boden schenkt er uns das Brot. So sind Blut und Erde, Volk und Heimat die Hände Gottes, aus denen wir alles haben, was wir sind. Nie wollen wir diese Hände loslassen. Wir wollen festhalten an der deutschen Heimat und eins sein mit unserem deutschen Volke. Heil Hitler!“[2]

2. Entstehung und Entwicklung der Hitlerjugend

Ich möchte nun einen ganz kurzen Abriss über die Entstehung und Entwicklung der Hitlerjugend geben. Dabei werde ich auf keine Details eingehen, aber ich erachte es trotzdem für wichtig, etwas über die Entstehungsgeschichte dieser Jugendbewegung hier an dieser Stelle mit zu erwähnen. Denn auch aus ihrem langen Weg heraus, ergeben sich einige Aspekte, die relevant für die weitere Bearbeitung sind. Die Hitlerjugend entstand eigentlich nicht wie vielleicht geglaubt nach der Machtergreifung Hitlers 1933. Nein, ihre Geschichte geht schon weiter zurück. Nämlich bis ins Jahr 1922. Dort, am 18 März, wurde der Jugendbund der NSDAP gegründet. Zu dieser Zeit blieb der Zulauf der Jugend noch weitestgehend aus, denn die Proletarier wollten nicht zum Gegner überlaufen und für das Bürgertum erschien die NSDAP wiederum zu proletarisch. Dieser Wiederspruch, der sich hier aufzeigt, macht eindeutig die fehlende Kompetenz und Glaubwürdigkeit des Jugendbundes deutlich. Es waren noch keine klaren Programmpunkte vorhanden und in der Bevölkerung war sich niemand so richtig im klaren darüber, worum es sich dabei eigentlich handeln sollte. Und somit verschwand der Jugendbund mit dem Parteiverbot der NSDAP genauso schnell wieder von der Bildfläche, wie er auf dieser aufgetaucht war. Am 4. Juli 1926 war es dann aber endlich so weit. Unter Kurt Gruber wurde die Hitlerjugend bzw. der Bund der deutschen Arbeiterjugend gegründet. Der Grundstein für die nationalsozialistische Erziehung auch außerhalb der Schule war damit gelegt. Allerdings tat sich jetzt ein weiteres Problem auf. Denn wie es schon der Name impliziert, handelte es sich hierbei um eine Jugendorganisation. Um aber den Einfluss auf die jungen Menschen auch nach deren Ausscheiden aus der HJ nicht zu verlieren, damit der ganze Aufwand letztendlich nicht für umsonst gewesen war, erging Ende 1927 der Erlass, dass alle Ausscheider sofort der SA zu überstellen sind. Dadurch blieb die Kette zwischen Volk und Regime auch noch weiterhin bestehen. Die stete Einflussnahme auf den männlichen Bereich der Bevölkerung war jetzt sicher gestellt, und nun musste man sich natürlich auch noch um den weiblichen kümmern. Denn die Mitgliedschaft in der HJ war ausschließlich den Jungen vorbehalten. Und so kam es im Juli 1930 zur Gründung des Bund deutscher Mädel ( BDM ), als weibliche Unterorganisation innerhalb der Hitlerjugend.[3] Wenn ich im Nachfolgenden also von der Hitlerjugend spreche, dann beinhaltet dieser Begriff auch gleichzeitig den Bund deutscher Mädel mit, es sei denn ich weise diesen extra aus.

Der Anfang für die Schaffung einer schlagkräftigen Jugend, für die Hitler noch große Pläne hatte, war getan, aber bis die HJ zur legitimen Staatsjugend avancierte, war es noch ein langer Weg. Ein weiterer Schritt in Richtung diesen Zieles erfolgte am 27. April 1931. Denn von diesem Zeitpunkt an, unterstand die Hitlerjugend nun dem direkten Befehl der SA. Und am 30. Oktober 1931 betrat der wichtigste Mann der Hitlerjugend, Baldur von Schirach, die Bildfläche als Leiter der Dienststelle des Reichsjugendführers. Bis zur Machtergreifung Hitlers am 30 Januar 1933 hielt er sich zwar noch dezent im Hintergrund, doch von nun an stand der Entwicklung der HJ zur einzigen legalen Staatsjugend im Deutschen Reich nichts mehr im Wege. Zwar blieb die Mitgliedschaft bis Ende 1936 noch immer freiwillig und auch noch mit dem Gesetz vom 21. Dezember des selben Jahres änderte sich daran noch nichts, obwohl die HJ jetzt offiziell zur einzigen deutschen Staatsjugend erklärt wurde. Das Ziel Hitlers und Schirachs war nun zumindest auf dem Papier erreicht, jedoch erst am 1. Dezember 1939 wurde der Dienst in der Hitlerjugend durch die zweite Durchführungsverordnung für alle deutschen Jugendlichen vom 10. bis 18. Lebensjahr verpflichtend.[4]

Erst jetzt war die vollständige Entwicklung und vor allem auch Etablierung der HJ abgeschlossen und die Idee einer einheitlichen deutschen Staatsjugend verwirklicht. Die totalitäre, militaristische und elitäre Erziehung innerhalb der Organisation lief jedoch schon vor diesem Zeitpunkt auf Hochtouren, auch wenn jetzt erst der vollkommene und unausweichliche Einfluss des NS-Regimes auf wirklich alle Kinder und Jugendlichen auch außerhalb der Schule gewährleistet war.

[...]


[1] Heinrich Hoffmann, 1934, Vorwort

[2] Frei nach Ferdinand von Freiligrath

[3] Vgl. Koch, 1979, S. 76 ff

[4] Vgl. Schubert-Weller, 1993, S. 155

Details

Seiten
13
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638307291
ISBN (Buch)
9783638851961
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v29127
Institution / Hochschule
Berufsakademie Sachsen in Breitenbrunn
Note
1,8
Schlagworte
Hitlerjugend Erziehung Pädagogik Kinder- Jugendorganisation Reiches Pädagogische Handlungsansätze

Autor

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