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Die Geschichte des deutschen Kinderhörspiels

Hausarbeit 2014 10 Seiten

Medien / Kommunikation - Rundfunk und Unterhaltung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Hörspiel im Radio

3. Die Geschichte und Bedeutung des Kinderhörspiels

4. Schluss

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Radio ist die Geburtsstätte des Hörspiels und feierte in den fünfziger und sechziger Jahren seine größte Anerkennung beim Publikum (vgl. Krug 2008, S. 7). Auch wenn das Radio in Deutschland nach wie vor das meist genutzte Medium ist, lässt das Interesse an Hörspielen durch diesen Informationsvermittler nach (vgl. ebd.). Die Musik ersetzt die Gespräche (vgl. ebd.). Meist werden heute die Hörspiele auf den „öffentlich-rechtlichen Kultur-, Klassik- oder Infowellen“ wie z.B. Bayern2Radio oder HR2Kultur gespielt (vgl. ebd.). Diese speziellen Programme nutzen allerdings nur 3 % der Hörer (vgl. ebd., S. 8). „Das Hörspiel existiert heute fern der ganz breiten Aufmerksamkeit. Es ist vor allem eine Nischenkunst“ (ebd.).

Mangels Literatur behandelt die vorliegende Arbeit hauptsächlich das Radiohörspiel in Deutschland und lässt das Hörspiel auf Tonträgern außen vor. Auch muss meist auf Onlinequellen und ältere Literatur zurückgegriffen werden. Zum Einstieg handelt das zweite Kapitel von der Geschichte des Hörspiels im Radio. Der historische Abriss geht vom ersten Erscheinen bis zur heutigen Popularität und soll den Leserinnen und Lesern ein Hintergrundwissen geben. Im Weiteren ist ein Schwerpunkt auf die Geschichte und die Bedeutung des Hörspiels für Kinder gelegt worden. Die Bedeutung des Kinderhörspiels ist jedoch kaum erforscht. Eine ältere wissenschaftliche Literatur beschäftigt sich mit dem Kinderhörspiel zur Weimarer Zeit (vgl. Weber 1997, S. 11). Lediglich Weber selbst brachte eine Arbeit heraus, in der sie ihre Untersuchung zu den Kinderhörspielen im Radio von 1970 bis 1990 vorstellt. Aus ihrem Buch wird in dieser Arbeit hauptsächlich zitiert. Abschließend zu dieser Arbeit folgt ein Schlussteil.

2. Das Hörspiel im Radio

Seine erste Präsenz hatte das Hörspiel im Radio (vgl. hdm-stuttgart.de o.J.). Dies liegt vermutlich vor allem daran, dass das Radio das erste Medium war, durch das die Menschen die Gelegenheit bekamen, Musik und Nachrichten verfolgen zu können (vgl. ebd.). So hatte am 3. August 1922 das Theaterstück „The Wolf“ von Eugene Walter als erstes Hörspiel im New Yorker Radio seine Premiere (vgl. ebd.). In Deutschland konnten die Bürger ab 1924 vertonte Bücher und Theaterstücke aus ihren Funkradios anhören (vgl. Weber 1997, S. 9). Geschichten aus dem Radio zu hören, waren sie schon gewohnt. Denn seit Beginn des Rundfunks wurde den Zuhörern aus Zeitungen und Büchern vorgelesen, jedoch noch nie eine ganze Geschichte vorgespielt (vgl. Rosenbauer 2002, o.S.).

Auch wenn zu Beginn die Technik noch nicht ausgereift war und die Schauspieler in Kostümen live im Aufnahmestudio ihre Texte aufsagten, konnte doch 1930 eine erste Aufzeichnung auf Tonfilmstreifen mit einer „vollständige Montage aus Geräuschen, Musikfetzen und Sprachpartikeln“ stattfinden (vgl. hdm-stuttgart.de o.J.).

Das Hörspiel wurde beim Volk immer beliebter (vgl. Rosenbauer 2002, o.S.). Es gab noch keine Fernseher und Ende der dreißiger Jahre ließ sich wohl jeder durch diese neue Art des Radios unterhalten (vgl. ebd.).

An dieser Stelle muss die berühmte Wirkung des Hörspiels „Krieg der Welten“ erwähnt werden. Obwohl die Zuhörer durchaus wussten, dass der öffentliche Rundfunk Geschichten aus der Literatur und dem Theater vertonte, brach nachdem ein Ausschnitt aus dem gleichnamigen Roman vorgespielt wurde, eine Massenpanik aus (vgl. ebd.). Die beiden Erzähler hatten die Geschichte scheinbar so lebensecht geschildert, dass viele New Yorker an eine echte Invasion aus dem All glaubten (vgl. ebd.).

In Deutschland erreichte das Hörspiel ebenfalls in dieser Zeit ein dunkles Kapitel seiner Geschichte. Das Nazi-Regime nutzte die neue Fähigkeit der Hörspielübertragung im öffentlichen Rundfunk für Propagandazwecke (vgl. hdm-stuttgart.de). So dauerte es erst wieder ein paar Jahre, bis das Hörspiel seine Beliebtheit zurückgewann (vgl. Rosenbauer 2002, o.S.). Ab den sechziger Jahren wurden viele Geschichten direkt für die Vertonung geschrieben (vgl. ebd.). Die Technik wurde verbessert und u.a. Klangeffekte hinzugefügt (vgl. ebd.). Bis 1999 entwickelte sich die Technik des „künstlerische Radioprodukts“ soweit, dass der SWR „Torn-Zerissen“ von John King in Surround Technik übertragen konnte (vgl. ebd.). Ab da hatte der Hörer das Vergnügen sich so zu fühlen, als wäre er wirklich in der Geschichte dabei (vgl. Kremp 2012, o.S.). „Als Surroundsound bezeichnet man eine Technik, die den Klang von Musik oder Filmen mit entsprechender Elektronik und Lautsprechern so um den Zuschauer herum verteilt, dass er den Eindruck hat, mitten im Geschehen zu sitzen“ (ebd.).

Unterschieden werden muss zwischen einen Hörbuch und einem Hörspiel. Das Hörbuch steht auf dem Audio Book Markt an der Spitze, doch das Hörspiel bekommt auch immer mehr Bedeutung. Das Problem des Hörspiels sei, dass es immer nur durch öffentliche, gebührenfinanzierte Sender ausgestrahlt wurde und nie mitbekommen hat, ob es genügend Zuhörer hat oder nicht und somit nicht auf Marktschwierigkeiten gestoßen ist, erklärt der Chef des Künstlerischen Worts beim MDR (vgl. Krug 2008, S. 9).

Mittlerweile wurde das Hörspiel für die breite Masse immer zugänglicher. Heute kann es nicht mehr nur in Theatern, Parks oder Gaststätten gefunden werden, sondern auch im privaten Raum zu Hause (vgl. ebd., S. 10). Seit der Erfindung der Kassetten ist es wohl ohnehin nicht mehr aus der eigenen Medienbibliothek wegzudenken. Hinzu kommt noch das Internet, wodurch das Hörspiel zu immer mehr Anhängern gelangt. So ist auch das Radio nicht mehr nur regional abhängig, sondern die Sender können von der ganzen Welt empfangen werden (vgl. ebd.). Die Radiosender orientieren sich an dem neuen Medienzeitalter und bieten zeitweise Hörspiele zum kostenlosen Download an (vgl. ebd.). Eine Möglichkeit mehr denn je, Hörer für das Hörspiel zu erreichen. Das erste durch das Internet freigegebene Hörspiel erreichte 18.000 Abrufe und damit sehr viel mehr als durch das Radio (vgl. ebd.).

Bis heute fesselt die Vertonung von Geschichten sowohl Kinder als auch Erwachsene. Seit 1980 können Hörspielkassetten und heute CDs in Kaufhäusern gekauft werden (vgl. ebd., S. 11). Auch Hörbücher gibt es zum Downloaden oder auf CD zu kaufen. So kann jeder individuell entscheiden, ob er das Buch lieber selbst liest oder sich vorlesen lässt. Gerade für Kinder ist eine Hörgeschichte, sei sie gespielt oder vorgelesen, immer eine beliebte Beschäftigung. Wer erinnert sich nicht an spannende Momente abends im Bett wenn die „Fünf Freunde“ wieder Verbrecher jagen oder Justus Jonas, Bob Andrews und Peter Shaw mysteriöse Fälle lösen. Gerade Letztere scheinen ihre Popularität bei den jungen Erwachsenen erfahrungsgemäß wieder zurück zu gewinnen.

Nachfolgend wird darüber geschrieben, wie sich das Kinderhörspiel entwickelte und welche Bedeutung es für die kindliche Lernbiographie hat.

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Details

Seiten
10
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656901259
ISBN (Buch)
9783656901266
Dateigröße
411 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v292924
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Karlsruhe
Note
2.3
Schlagworte
Medien Medienpädagogik Pädagogik deutsch Kinderhörspiel Die drei Fragezeichen Radio

Autor

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Titel: Die Geschichte des deutschen Kinderhörspiels