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Möglichkeiten zur Reduzierung des Einflusses von physischer Attraktivität in der eignungsdiagnostischen Personalauswahl

Hausarbeit 2015 18 Seiten

Psychologie - Persönlichkeitspsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis. 2

Einleitung. 3

1. Physische Attraktivität. 4

1.1 Was bedeutet physische Attraktivität?. 4

1.2 Halo Effekt. 4

1.3 Gesichtsschönheit. 4

2. Erkenntnisse über physischen Attraktivität. 6

2.1 Erkenntnisse und Einstellungen zum Lichtbild. 6

2.2 Diskriminierung attraktiver Frauen bei der Personalauswahl 6

3. Beispiel für Fehlurteile aufgrund physischer Attraktivität in der eignungsdiagnostischen Personalauswahl 7

4. Handlungsempfehlungen zur Einflussreduzierung von physischer Attraktivität. 10

4.1 Das anonyme Bewerbungsverfahren. 10

4.2 Das strukturierte Interview.. 11

4.3 Das Telefonvorinterview.. 12

5. Persönliche Einschätzung der Handlungsempfehlungen. 13

6. Literaturverzeichnis. 15

Abbildungsverzeichnis

[Dies ist eine Leseprobe. Graphiken und Tabellen sind nicht enthalten.]

Abb. 1.1: Mittelwertunterschiede zwischen echten und gemorphten Gesichtern5

[Dies ist eine Leseprobe. Graphiken und Tabellen sind nicht enthalten.]

Abb.1. 2: Gesichtsmorphing.. 6

Einleitung

Nach Kanning, (1999 zit. n. Hoffmann.2009, S. 9) wird bei einer Begegnung zwischen Menschen oftmals beurteilt, geurteilt und sogar verurteilt. Erste Eindrücke, spontane Kategorisierungen und intuitive Einschätzungen sind daher unausweichlich.

Der nachfolgende Text orientiert sich an Werth & Knoll (2013, S. 35). Auch wenn wir versuchen einem Menschen objektiv gegenüberzutreten, laufen jedoch unterbewusst Prozesse ab, die eine neutrale Einstellung gegenüber einer Person nahezu unmöglich machen. Nach Werth & Knoll (2013, S.35) entscheiden wir auf Anhieb, ob wir einen Menschen symphytisch finden, ohne dass wir uns wirklich ein Urteil über diese Person gebildet haben.

Nach Asendorpf (2011, S. 63) ist der erste Eindruck, den wir bei einer Begegnung mit einem Fremden erhalten von großer Bedeutung. Der Autor gibt an, dass wir uns, ohne es zu merken, von physischen Merkmalen stark beeinflussen lassen. So schließen wir laut Asendorpf (2011, S. 63 f.) aufgrund des Gesichts oder der Körpergröße eines Menschen auf Persönlichkeitseigenschaften, die wir aus unseren gewonnenen Eindrücken schlussfolgern.

Laut Schmidt-Atzert & Amelang (2012, S. 334) können aufgrund solcher Faktoren selbst bei Methoden der eignungsdiagnostischen Personalauswahl Fehler entstehen. Die Autoren geben an, dass bereits der Aufbau eines Personeninterviews Schwächen aufweist. Sie begründen es damit, dass oftmals ein oder mehrere Interviewer an diesem Vorgang beteiligt sind und somit eine hohe Fehleranfälligkeit gegeben ist.

Durch die Ergebnisse von Barrick et al. (2009) stellte sich heraus, dass sich der Einfluss der körperlichen Attraktivität überaus stark auswirkt (Schmidt-Atzert & Amelang, 2012, S. 334 f.). Das hat zur Folge, dass die fachlichen Kompetenzen eines Bewerbers in den Hintergrund geraten können (Rainery, 1990; Schuler & Berger, 1979 zit. n. Werth & Knoll, 2013, S. 28) und somit mögliche Schwächen des Befragten nicht so stark ins Gewicht fallen Werth & Knoll, 2013, S. 35). Dies kann möglicherweise zu einer Fehlbesetzung der Stelle führen und je nach Verantwortungsgrad negative Folgen für das Unternehmen nach sich ziehen.

In dieser Hausarbeit sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, mit deren Hilfe man den Einfluss der physischen Attraktivität bei der Bewerberauswahl reduzieren kann und somit Fehleinschätzungen vermieden werden können.

1. Physische Attraktivität

1.1 Was bedeutet physische Attraktivität?

Asendorpf (2011, S. 63) erklärt, dass die physische Attraktivität, jene Attraktivität ist, die aus den körperlichen Merkmalen eines Menschen hervorgeht.

Laut Asendorpf (2011, S 63 f.) ist das Erste was wir sehen, wenn wir einem Menschen begegnen sein Erscheinungsbild. Der Autor betont aber, dass Dinge wie Kleidung oder Schmuck eine untergeordnete Rolle spielen und körperliche Merkmale, wie die Größe oder das Gesicht eines Menschen wesentlich wichtiger sind. Für den Autor ist gerade letzteres von enormer Bedeutung. Er gibt an, dass wir einer Person positive Eigenschaften zuweisen, wenn wir ihr Gesicht als attraktiv empfinden. So wird Asendorpf zufolge ein Mensch mit einem attraktiven Gesicht als zufriedener, intelligenter und kreativer wahrgenommen, ganz unabhängig davon welchem Geschlecht der Beurteilte angehört.

1.2 Halo Effekt

Nach Asendorpf (2013, S.4) bezeichnet der Halo Effekt eine Wahrnehmungsverzerrung, bei der ein auffälliges Merkmal, z.B. Attraktivität, andere Eigenschaften beeinflusst und sich so auf das Urteil von anderen Personen auswirken kann. Nach dem Motto „ Wer schön ist, ist auch gut“. Auch wenn Attraktivität und Persönlichkeitsmerkmale nur in einem geringen Zusammenhang stehen werden sie deshalb oft miteinander verbunden (Dion et al., 1972 zit. n. Werth & Knoll, 2013 S, 27). Laut Braun, Gründel, Marberger & Scherber (2001, S. 11) ist eine mögliche Erklärung dafür die implizierte Persönlichkeitstheorie. Dem Autor zufolge besagt diese, dass wir aufgrund kognitiver Prozesse bereits gemachte Annahmen, Erwartungen und Erfahrungen gegenüber Personen mit deren Erscheinung verbinden und so auf einen ersten Eindruck schließen.

1.3 Gesichtsschönheit

Das Gesicht spielt eine entscheidende Rolle. Doch gibt es Indikatoren die erklären können, weshalb es so wichtig ist? Laut Langlois, et al. (1991 & Roberts, et al., 1995. zit. n. Jonas & Stroebe 2014, S. 413) stellte sich heraus, dass, ausgenommen von einigen kulturellen Ausnahmen, eine gewisse Einigkeit über Attraktivität herrscht. Die Autoren heben hervor, dass schon Kleinkinder im Alter von drei bis sechs Monaten in der Lage sind zwischen attraktiven und unattraktiven Gesichtern zu unterscheiden, die ebenfalls von Erwachsenen so eingestuft wurden. Laut den Autoren macht sich dies dadurch bemerkbar, dass sie dazu neigen attraktive Gesichter eher anzuschauen. Daher besteht die Annahme, dass sie mit attraktiven Gesichtern länger Blickkontakt halten.

Nach Asendorpf (2011, S. 64) könnte es daran liegen, dass diese Personen ein verhältnismäßig durchschnittliches und symmetrisches Gesicht besitzen. Dem Autor zufolge ist Durchschnittlichkeit in diesem Zusammenhang die Ähnlichkeit eines Gesichts mit dem durchschnittlichen Gesicht einer Population. Unter Symmetrie versteht der Autor die Ähnlichkeit der rechten und linken Gesichtshälfte.

In einer Studie aus dem Jahre 2001, durchgeführt von Braun et al. wurde das Phänomen von Symmetrie und Durchschnittlichkeit untersucht. Zu diesem Zweck fügten die Forscher jeweils zwei von 64 weiblichen und 32 männlichen, abfotografierten Durchschnittsgesichtern, ähnlicher Attraktivität durch Morphing zusammen. Die folgende Grafik zeigt, wie sowohl die original als auch die durch den Computer erzeugten Gesichter hinsichtlich ihrer Attraktivität bewertet wurden. (Braun et al., 2001, S. 2).

[Dies ist eine Leseprobe. Graphiken und Tabellen sind nicht enthalten.]

Abb. 1.1: Mittelwertunterschiede aller künstlichen und echten Gesichter in der Attraktivität (Braun et al., 2001, S.32).

Der Vorgang des Morphings wurde so lange wiederholt, bis nur noch zwei Gesichter übrig blieben. Diese Gesichter enthielten alle fotografierten Teilnehmer des jeweiligen Geschlechts zu gleichen Teilen (Braun et al., 2001, S.2).

Abb.1. 2: Das männliche und weibliche Durchschnittsgesicht links und rechts eine virtuelle Miss Germany bestehend aus den 22 Endrundenteilnehmern (Asendorpf, 2011, S. 64).

Laut Asendorpf (2011, S. 64) steigert das Morphing sowohl die Symmetrie als auch die wahrgenommene Hautreinheit im Gesicht, welche ebenfalls als Schönheitsindikator gilt.

2. Erkenntnisse über physischen Attraktivität

2.1 Erkenntnisse und Einstellungen zum Lichtbild

In einer Befragung von 157 deutschen Großunternehmen zur Wichtigkeit des Lichtbildes bei Bewerbungen, ergibt sich nach Weuster (2012, S. 111), dass von diesen 157 befragten Unternehmen 13,4 % das Lichtbild als Vorauswahlinstrument nutzen. Bei einer weiteren Befragung von 249 deutschen mittelständischen Unternehmen wurde angegeben, dass ein Foto neben Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen zu durchschnittlich 8.3 % in die Entscheidung einfließt, ob ein Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird oder nicht (Weuster, 2012, S. 111).

In einer Studie von Marlowe et al. mussten laut Weuster (2012, S.114) 112 Vorgesetzte eines Finanzunternehmens (46 m, 66w) anhand von vier Bewerbungen entscheiden wer eine Einstellungsempfehlung erhalten sollte. Es waren sowohl zwei weibliche als auch männliche Bewerber mit ähnlich hoher Qualifikation und gleicher Eignung, aber deutlichen Attraktivitätsunterschieden beteiligt. Der Autor führt weiter aus, dass der attraktive Bewerber 37 Mal Platz 1 erhielt, die attraktive Bewerberin 32 Mal, weniger attraktiver Bewerber 25 Mal und die weniger attraktive Bewerberin 18 Mal eine Einstellungsempfehlung erhielten. Dem Autor zufolge bestätigen andere Studien die Bevorzugung von Bewerbern mit einem attraktiven Lichtbild (Weuster, 2012, S 114).

Details

Seiten
18
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656903376
ISBN (Buch)
9783656903383
Dateigröße
626 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v293136
Institution / Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,4
Schlagworte
eignungsdiagnostische Personalauswahl physische Attraktivität Fehleinschätzungen

Autor

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