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Erfolgsfaktoren im Aufbau und Management von Innovationsnetzwerken am Standort Deutschland

Masterarbeit 2014 119 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Ansätze zur Beherrschung von Komplexität
2.1 Allgemeine Systemtheorie
2.1.1 Entstehung und Funktion von Systemen
2.1.2 Systeme als Modellansätze
2.1.3 Vielfalt der systemtheoretischen Ansätze
2.2 Systemtheoretische Ansätze zur Erklärung von Netzwerken

3 Wirtschaftliche Gründe der Netzwerkbildung
3.1 Unternehmensnetzwerke zwischen Markt und Hierarchie
3.2 Unternehmensinterne Faktoren der Netzwerkbildung
3.2.1 Transaktionskostenansatz
3.2.2 Ressourcenbasierter Ansatz
3.3 Unternehmensexterne Faktoren der Netzwerkbildung
3.3.1 Wirtschaftliche Treiber der Vernetzung
3.3.2 Informationstechnologische Treiber der Vernetzung
3.4 Ziele und Nutzen der Vernetzung

4 Begriffsdefinitionen
4.1 Unternehmensnetzwerke
4.2 Netzwerktypen
4.3 Innovationsnetzwerke
4.3.1 Historische Entwicklung der Innovationsnetzwerke
4.3.2 Ansätze der quantitativen und qualitativen Netzwerkforschung

5 Aufbau von Innovationsnetzwerken
5.1 Relevante Faktoren für den Netzwerkaufbau
5.2 Allgemeine Erfolgsfaktoren von Netzwerken
5.3 Erfolgsfaktoren innovativer Netzwerke

6 Netzwerkstrukturen von KMU innerhalb Deutschlands
6.1 Stand der Netzwerkforschung
6.2 Relevanz der KMU in Bezug auf Innovationstätigkeiten
6.3 Analyse der Netzwerkstruktur
6.4 Untersuchung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen
6.4.1 Modellansatz – „National Systems and Policies framework“
6.4.2 Internationaler Vergleich von Innovationssystemen
6.4.3 Auswirkungen auf Erfolgsfaktoren von Innovationsnetzwerken

7 Netzwerk- und Konfliktmanagement
7.1 Funktionsbereich und Aufgaben des Netzwerkmanagements
7.2 Prinzipal-Agenten- und Stewardship-Theorie
7.3 Fallbeispiel: CompeDent-Gruppe

8 Fazit & Ausblick

Literaturverzeichnis

Anlage

Anlage I - Typisierungsmöglichkeiten interorganisationaler Netzwerke

Anlage II – Beispiel für ein praktisches Erfolgsfaktorenraster

Anlage III – Begründung zur Ablehnung von Netzwerkmitgliedschaften

Anlage IV – Problemstellungen bei der Zusammenarbeit in Netzwerken

Anlage V – Sektorale Untersuchung internationaler Innovationssysteme

Anlage VI – Stärken-/Schwächenprofil internationaler Innovationssysteme

Erklärung zur genderspezifischen Schreibweise

Soweit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sich diese auf Frauen und Männer und sind daher geschlechtsneutral zu verstehen.

Abstract

The following master thesis deals with the analysis of theoretical and practical success factors with regard to the creation and management of innovation networks located in Germany.

The focus of the theoretical part comprises an analysis of the essential reasons for network creation from two different perspectives. On the one hand, the topic of the general system theory is foregrounded in relation to the current results of general network research. On the other hand, the economic reasons are considered with respect to internal and external aspects within enterprises. Subsequently, the focus is set on the differentiation of innovation networks from neighbouring forms of coordination, before it comes to the development of general success factors for a wide range of networks, as well as specific factors for innovation networks.

The practical part begins with the examination of the current innovation network structure in Germany. Moreover, the results are transferred to an international context through a transnational comparison of innovation systems. As a last point, the practical relevance of this topic is underlined with a case study of a German innovation network.

Finally, this examination paper provides evidence for the importance of a structured preparation and management of network relations and should be regarded as a useful guidance for certain network-oriented and innovative enterprises.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Unterschiedliche Formen von Systemkonzepten

Abbildung 2: Systemtheorie und verwandte Gebiete

Abbildung 3: Überblick über die Ansätze der Systemtheorie

Abbildung 4: Magisches Zieldreieck

Abbildung 5: Überblick der Vor- und Nachteile des Marktbezugs und der Eigenfertigung

Abbildung 6: Wachstumstrend der Anzahl an neu etablierten FuE Partnerschaften

Abbildung 7: Anteil der Joint Ventures an den neu etablierten FuE Partnerschaften

Abbildung 8: Quasi-Internalisierung und -Externalisierung als Wege der Netzwerk-bildung

Abbildung 9: Funktionsprinzip des Ephesos Interaktionsmodells

Abbildung 10: Modellansatz – “National systems of innovation”

Abbildung 11: Anzahl und Verteilung angemeldeter Patente (EPO) in 2013

Abbildung 12: Weltmarktrelevante Patente (je Mio. Einwohner) im internationalen Vergleich

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Definition und Überblick der Transaktionskostenarten

Tabelle 2: Transaktionskostenvorteile strategischer Netzwerke

Tabelle 3: Treiber und Aktionsmuster der Vernetzung

Tabelle 4: Grundannahmen zur Entwicklung des Ephesos-Interaktionsmodells

Tabelle 5: Überblick des Erfolgsfaktorenrasters innerhalb des Ephesos Interaktionsmodells

Tabelle 6: Exogene und endogene Ursachen für Innovationslücken

Tabelle 7: Zusammenfassung der Erfolgsfaktoren innovativer Netzwerke

Tabelle 8: Prozentualer Anteil der FuE-treibenden Unternehmen an allen Unternehmen des MIP in 2012

Tabelle 9: Innovationsausgaben aller Unternehmen des MIP in 2012

Tabelle 10: Rücklauf der elektronischen Umfrage im Rahmen der krea-nets Unternehmensbefragung

Tabelle 11: Vergleich betrieblicher Kennzahlen von vernetzten und nicht vernetzten Unternehmen

Tabelle 12: Übersicht der Hauptzwecke zur Gründung und dem Betrieb von KMU Netzwerken

Tabelle 13: Relevante Faktoren zum Vergleich internationaler Innovationssysteme

1 Einleitung

Die Themenbereiche des Aufbaus und des Managements von Unternehmens-netzwerken sind insbesondere während der letzten drei Jahrzehnte zum wichtigen Schlüsselkonzept der wirtschaftlichen Zusammenarbeit geworden. Damit reagieren viele Unternehmen auf unternehmensinterne und -externe Entwicklungen, wie dem erhöhten Innovationsdruck, der Ausgliederung vor- und nachgelagerter Produktions-stufen, sowie der Umsetzung eines höheren Grades an Spezialisierung. Im Hinblick auf den erhöhten Innovationsdruck organisieren sich daher zahlreiche Unternehmen vermehrt in Kooperation, um Ressourcen außerhalb der eigenen Organisation zu erschließen bzw. aufzubauen und somit schließlich die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Die auf diese Weise entstandenen Innovationsnetzwerke, die spätestens seit den 1980er Jahren in den Fokus der wissenschaftlichen Diskussion gerückt sind, ent-ziehen sich damit dem gängigen Verständnis des am Markt herrschenden Preis-wettbewerbs und der hierarchischen Autorität.1 Die Möglichkeiten, die sich im Rahmen einer solchen Zusammenarbeit von Unternehmen in Innovationsnetzwerken eröffnen, sind ebenso vielfältig wie komplex und wurden bereits in ausgewählten empirischen Studien hinsichtlich ihrer Verbreitung und Relevanz für die moderne Wirtschaft analysiert.

Ein wesentliches Element, das in diesem Zusammenhang oftmals vernachlässigt wurde, stellt die Untersuchung der Erfolgsfaktoren beim Aufbau und Management von Innovationsnetzwerken dar. In der Praxis gehen viele Unternehmen wirtschaftliche Kooperationsbeziehungen ein, ohne zu wissen welche Faktoren hinsichtlich der Vorbereitung und der Unterhaltung von Netzwerkbeziehungen zu berücksichtigen sind. In manchen Fällen kommen Netzwerkbeziehungen sogar gar nicht erst zustande, da sich die Zusammenarbeit mit einem potenziellen Geschäftspartner auf den ersten Blick als nicht lohnenswert erweist. Gerade im Hinblick auf Innovationsnetzwerke, bei denen ein hohes Maß an Unsicherheit und Investitionsrisiken bestehen und jeder Akteur den größtmöglichen Anspruch auf innovative Produktions- und Forschungsergebnisse erheben möchte, ist die Erstellung eines Leitfadens für die Berücksichtigung und Umsetzung von Erfolgsfaktoren beim Netzwerkaufbau sinnvoll.

Die nachfolgende Ausarbeitung zum Thema der Erfolgsfaktoren im Aufbau und Management von Innovationsnetzwerken am Standort Deutschland bietet daher einen Lösungsansatz zur erfolgreichen Ausgestaltung der Netzwerkbeziehungen innovativer Geschäftspartner. Dabei wird innerhalb des theoretischen Teils zunächst der Frage nachgegangen, welche Gründe für die Bildung von Netzwerken sprechen. Im Vordergrund der Betrachtung steht hierbei die kritische Überprüfung des Ziels der Reduzierung von Komplexität im systemtheoretischen Zusammenhang, bevor die wirtschaftlichen Gründe der Netzwerkbildung analysiert werden. Auf diese Weise wird überprüft, ob über die allgemeine Systemtheorie eine Verbindung zur Netzwerk-forschung hergestellt werden kann und eine systemtheoretische Definition von Netzwerken bereits Hinweise auf die wirtschaftlichen Antriebskräfte zur Einrichtung von Unternehmensnetzwerken enthält. Die Systemtheorie stellt dabei einen inter-disziplinären Blickwinkel auf das Thema dieser Arbeit dar, auf den kapitelübergreifend Bezug genommen werden kann.

Im Fokus der wirtschaftlichen Gründe der Netzwerkbildung steht hingegen die detaillierte Untersuchung der unternehmensinternen und -externen Faktoren der Netzwerkbildung mit einer abschließenden Betrachtung der Ziele und des Nutzens. Dabei steht u.a. die eingangs erwähnte Sonderstellung der Unternehmensnetzwerke zwischen den Koordinationsformen von Markt und Hierarchie im Vordergrund der Betrachtung. Bevor es zu einer theoretischen Ausarbeitung von Erfolgsfaktoren für Unternehmensnetzwerke kommt, werden der Aufbau und die Relevanz von Inno-vationsnetzwerken gegenüber benachbarten Netzwerklösungen abgegrenzt. Auf dieser Grundlage werden schließlich Erfolgsfaktoren ermittelt, die neben einer allgemeinen Gültigkeit für alle Netzwerktypen in einem weiteren Untersuchungsschritt speziell auf Innovationsnetzwerke ausgerichtet sind.

Der praktische Untersuchungsteil dieser Arbeit wird durch die Analyse der vorlie-genden Netzwerkstrukturen am Standort Deutschland eingeleitet. Im Vordergrund der Betrachtung steht dort die Frage nach der Relevanz von Innovationsnetzwerken innerhalb der Volkswirtschaft. Darüber hinaus erfolgt eine Untersuchung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Standorts Deutschland im internatio-nalen Vergleich, um der Frage nachzugehen, inwieweit einzelne Faktoren einen Einfluss auf die Netzwerkstruktur und die Innovativität von Netzwerken haben. Damit wird der Netzwerkerfolg ebenfalls unter den Einfluss standortabhängiger Faktoren gestellt und kritisch hinterfragt. Die Auseinandersetzung mit dem Netzwerk- und Konfliktmanagement richtet den Blick abschließend auf die inneren Gegebenheiten und Beziehungsstrukturen von Innovationsnetzwerken.

Die Zusammenführung der theoretischen und praktischen Erkenntnisse erfolgt schließlich in der abschließenden Vorstellung eines praktischen Fallbeispiels zum Aufbau und Management eines deutschen Innovationsnetzwerks.

Das Gesamtziel dieser Arbeit besteht demnach aus der Untersuchung der Relevanz von Unternehmensnetzwerken auf interdisziplinärer und betriebswirtschaftlicher Ebene, sowie dem Aufzeigen von Möglichkeiten zur Nutzung von Innovativität als wirtschaft-liche Antriebskraft von Netzwerkbeziehungen. Des Weiteren wird eine Antwort auf die Frage gegeben, inwieweit politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für den Aufbau von innovativen Netzwerken eine Rolle spielen und auch welchen typischen Problemen man bei diesen speziellen Netzwerktypen im inneren und äußeren Aufbau begegnet.

2 Theoretische Ansätze zur Beherrschung von Komplexität

Setzt man sich mit der Thematik der Komplexität auseinander, ist eine Beschäftigung mit den theoretischen Ansätzen der allgemeinen Systemtheorie unumgänglich. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich in erster Linie mit der steigenden Komplexität in wirtschaftlichen Beziehungen, Netzwerken, Kommunikationsmöglichkeiten etc. oder mit dem Wachstum des wissenschaftlichen Sektors durch immer neue Forschungsgebiete und Disziplinen auseinandersetzt. Unabhängig davon, ob man einen praktischen oder theoretischen Blickwinkel wählt, bleibt die Komplexität doch immer ein vorrangiges Problem, für das es eine Lösung zu suchen gilt. Innerhalb des folgenden Abschnitts wird diese Auseinandersetzung mit Hilfe der allgemeinen Systemtheorie vollzogen. Dabei erfolgt der Einstieg in die Thematik mit der Einordnung der Systemtheorie in den Bereich der Metatheorien, bevor die Relevanz der allgemeinen Systemtheorie, sowie ihre treibende Kraft, näher untersucht werden. Im Rahmen der genaueren Beleuchtung von Systemen und deren Funktionen gilt es schließlich herauszufinden, wie ein System entstehen kann und welchen Beitrag es zur Reduktion von Komplexität leistet. Darauf aufbauend wird eine Antwort auf die Frage gesucht, weshalb es innerhalb der allgemeinen Systemtheorie eine solche Vielzahl von Ansätzen gibt und welche Gemeinsamkeiten zwischen dem einen oder anderen wissenschaftlichen Bereich zu sehen sind. Das übergeordnete Ziel liegt allerdings in der Untersuchung der Verbindung zum Bereich der Netzwerkforschung. Daher gilt es zu analysieren, inwieweit systemisches Denken den Aufbau und das Management von Unternehmens-netzwerken rechtfertigt und welche Eigenschaften ein allgemeines Systemmodell zur Beschreibung von Unternehmensnetzwerken aufweist.

2.1 Allgemeine Systemtheorie

Zu Beginn der thematischen Auseinandersetzung mit der allgemeinen Systemtheorie ist festzuhalten, dass es sich hierbei um eine sogenannte Metatheorie handelt.

Das griechische Wort „meta“ kommt in diesem Zusammenhang den Bedeutungen von „zwischen“, „inmitten“, „nach“, „nachher“ oder auch „später“ nahe. Bei näherer Betrachtung der Bedeutungsformen wird ersichtlich, dass unter dem Begriff der Metatheorien theoretische Ansätze zusammengefasst werden können, die auf einer höheren bzw. späteren Betrachtungsebene liegen. Im Sinne einer systemüber-greifenden Theorie wird innerhalb der Metatheorien ein Lösungsansatz entwickelt, um Forschungsansätze, die auf einer Vielzahl unterschiedlichster Wertvorstellungen basieren, unter einem Dach zu integrieren und zu analysieren. Für das Zusammen-führen der Forschungsansätze bedarf es auf der übergeordneten Ebene einer einheitlichen wissenschaftlichen Sprache und Methodik. In dieser Tatsache liegt der Grund für die in der Regel sehr abstrakt und allgemeingültig formulierten Aussagen der Metatheorien.

Das übergeordnete Ziel der Metatheorien liegt daher in der Entwicklung von eigen-ständigen Betrachtungswinkeln auf system- bzw. wissenschaftsübergreifende Unter-suchungsobjekte. Dabei liegt den Metatheorien ein Wissenschaftsverständnis zugrunde, dass in erster Linie losgelöst vom ursprünglichen Wissenschaftsverständnis des Untersuchungsobjektes ist. Damit spielt die Herkunft bzw. das dazugehörige wissenschaftliche Gebiet des Untersuchungsobjektes auf der höheren Betrachtungs-ebene lediglich eine nachgelagerte Rolle. Als Metatheorien werden in diesem Sinne sowohl die Systemtheorie, als auch weitere Ansätze in Form der Evolutionstheorie, der Komplexitätstheorie und der Strukturationstheorie angesehen.2

Im Folgenden liegt der Schwerpunkt der Betrachtung auf den Elementen und dem Verständnis der allgemeinen Systemtheorie.

Die allgemeine Systemtheorie lässt sich aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum Bereich der Metatheorien auf vielseitige Weise einsetzen, interpretieren und daher auch definieren. Es ist daher wenig verwunderlich, dass nach Jahrzehnten der systemtheoretischen Entwicklung zahlreiche Varianten existieren, die größtenteils unterschiedliche Schwerpunkte in der Betrachtung vorweisen, mit denen ebenfalls vielschichtige Handlungskonzepte verknüpft sind.3

Bevor es allerdings zu einer intensiveren Suche nach einer geeigneten Definition der Systemtheorie kommt, die sich ebenfalls mit den Aspekten der Netzwerkforschung auseinandersetzt, soll an dieser Stelle ein Überblick über die Bedeutung der Systemtheorie für die Wissenschaft und ihre praktische Anwendung gegeben werden.

Dabei zeichnen sich in beiden Bereichen dieselben Entwicklungen ab, die die Entstehung einer systemtheoretischen Betrachtung bekräftigen. Die Rede ist hierbei von der sogenannten Sektoralisierung.

Im Zusammenhang der praktischen Untersuchung ist damit die fortschreitende Aufgabenteilung und Zergliederung von gesellschaftlichen Bereichen wie Religion, Kultur, Wirtschaft und Politik gemeint. In der Wirtschaft wird beispielsweise zwischen Produktion und Konsumtion und innerhalb der vielfältigen Produktionszweige wiederum eine Differenzierung in Bezug auf die Tätigkeiten der einzelnen Produktionsbetriebe vorgenommen. Neben dieser funktionalen Differenzierung finden innerhalb der Wissenschaftsbereiche ähnliche Spezialisierungen und Differenzierungen statt. Dort zeigt sich die Sektoralisierung in Form von zahlreichen wissenschaftlichen Disziplinen und Fachgebieten, die sich bereits vor Jahrhunderten bis in die Gegenwart hinein gebildet haben.4

Es zeigt sich also ein generelles Bestreben danach, sowohl praktische als auch theoretische Problemstellungen und Untersuchungen innerhalb von kleinstmöglichen Einheiten zu behandeln und mit dem dort aufgebauten Spezialwissen zu bearbeiten. Dabei stellt sich allerdings die Frage, ob diese Vorgehensweise bei den immer komplexeren Problemstellungen, wie sie in der modernen Welt immer häufiger auftreten, weiterhin angewendet werden sollte. Insbesondere im Wirtschaftssektor sind praxisrelevante Lösungskonzepte abteilungs- und fachgebietsübergreifend geworden. Inwieweit ein interdisziplinärer Blickwinkel in diesem Fall lohnenswert ist, soll an dieser Stelle durch ein Praxisbeispiel veranschaulicht werden.

Das Beispiel setzt sich mit der Überwindung der Komplexität von Anforderungen im Bereich des Hausbaus auseinander. Beim Hausbau genügt es nicht Spezialist in nur einem Fachgebiet zu sein, um das Projekt erfolgreich vollenden zu können. Beginnend mit den natürlichen Bedingungen des Grundstücks sind ebenfalls Bereiche wie die Bodensituation, die Vegetation und das Klima zu berücksichtigen. Die technischen Komponenten in Form von Strom- und Wasseranschlüssen müssen genauso berück-sichtigt werden, wie die Finanzierungsmöglichkeiten für den Bau und den Gebäude-unterhalt. Letztlich sind es auch die baurechtlichen Regelungen und regionalpolitischen Gegebenheiten, die in die Projektplanung einfließen. Bereits in diesem stark reduzierten und vereinfachten Modell wird deutlich, dass es einer Vielzahl von Fachleuten aus unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen bedarf, um alle Problemfelder bearbeiten zu können. Das Ergebnis liegt in dem Zusammenspiel aus Disziplinen wie der Bodenphysik, Meteorologie, Elektrizitätswirtschaft, Baustatik, Architektur, Baubetriebslehre, dem Planungs- und Baurecht sowie der Regional-wissenschaft. Für dieses Projekt müssten aus allen genannten Disziplinen die relevanten Inhalte ausgewählt und zu einem spezifischen Wissensmodell zusammengefasst werden.5

Es erscheint nachvollziehbar, dass sich die komplexen Probleme aus der Praxis dabei nicht unbedingt immer nach den strikten Einteilungen der Wissenschaft richten, sondern Mittel und Wege gefunden werden müssen, um das benötigte Know-How aus den einzelnen Fachbereichen situationsspezifisch nutzbar zu machen.

Die Systemtheorie versucht dabei zwei grundsätzlichen Tendenzen der modernen Wissenschaft entgegenzuwirken. Zum Einen regt sie zur Abkehr der einseitigen Betrachtung im Rahmen kleinster Wissenschaftsdisziplinen an und zum Anderen bietet sie eine alternative und interdisziplinäre Betrachtungsform von Problemstellungen, die in ihrer Gesamtheit betrachtet werden können.

Wie das vorangegangene Praxisbeispiel bereits aufgezeigt hat, ist es in der Realität wenig sinnvoll und effektiv abgegrenzte Fachgebietsteile in allen Einzelheiten zu kennen, ohne dabei einen Blick auf die gesamte Wissenslandschaft und die Kom-plexität des Problems zu werfen. Beim Wegfall eines umfassenderen Blicks auf die Dinge werden nicht nur entsprechende Wechselwirkungen zwischen den Teilbereichen außer Acht gelassen, sondern ebenfalls bestimmtes Spezialwissen unzugänglich ge-macht. Denn solange jede wissenschaftliche Disziplin ausschließlich auf ihr Fachgebiet fokussiert bleibt, wird der Wissenschaft in ihrer Gesamtheit die Möglichkeit des Austauschs genommen.6

Zusammenfassend lässt sich also feststellen, dass die allgemeine Systemtheorie den Anforderungen einer Metatheorie im Hinblick auf einen systemübergreifenden bzw. interdisziplinären Ansatz gerecht wird. Inwieweit die Systemtheorie dabei auf eine einheitliche wissenschaftliche Sprache und Methodik zurückgreift, wird in den folgenden Kapiteln zu klären sein. Allerdings konnten bereits die wesentlichen Impulse für die Notwendigkeit einer systemtheoretischen Betrachtung von wissenschaftlichen und praktischen Untersuchungsobjekten geliefert werden. In Bezug auf die Beherrschung von Komplexität schlägt der systemtheoretische Ansatz die Entwicklung einer übergeordneten Betrachtung der wissenschaftlichen Disziplinen vor, um ein ganzheitliches Bild und entsprechend vollständige Lösungsansätze zu erhalten. Darüber hinaus sollen auf dieser Ebene auch Wechselwirkungen und andere Wirkungsmechanismen zwischen den Elementen innerhalb des zu untersuchenden Systems analysiert werden können.

Aufgrund der abstrakten Auslegung der systemtheoretischen Ansätze gestaltet sich eine einheitliche Definition der allgemeinen Systemtheorie als äußerst schwierig. Um allerdings ein besseres Verständnis vom Aufbau und den Elementen der System-theorie zu erhalten, wird in den folgenden Kapiteln ein Überblick über die unter-schiedlichen Ansätze und Interpretationen der Systemtheorie geliefert. Das Ziel dieser Aufarbeitung liegt schließlich in der Formulierung einer geeigneten Definition und Beschreibung, die der Beherrschung von Komplexität einerseits und der Netzwerk-forschung andererseits gerecht wird. Hierfür wird der Fokus innerhalb des nächsten Kapitels zunächst auf die Entstehung und die Funktion entsprechender Systeme gelegt.

2.1.1 Entstehung und Funktion von Systemen

Im vorangegangenen Kapitel wurde bereits auf den Umstand verwiesen, dass es im Bereich der Systemtheorie unterschiedliche Ausprägungen und Ansätze gibt. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass das Systemdenken und die Verwendung der Begrifflichkeit des Systems mit den verschiedensten Bedeutungen belegt werden kann.

Der Begriff des Systems deutet in seiner ursprünglichen Bedeutung auf eine Zu-sammensetzung oder Zusammenstellung hin. In diesem Zusammenhang wird aber keine Aussage darüber getroffen, welche Eigenschaften die Gegenstände aufweisen, aus denen sich das Ganze zusammensetzt. Auch Eigenschaften über das System bzw. das Ganze selbst gehen hieraus nicht hervor. Daraus lässt sich lediglich ableiten, dass es sich bei den zu untersuchenden Systemen um eine Ganzheit handelt, die sich aus bestimmten Teilen zusammensetzt.7

Unter Berücksichtigung dieser Eigenschaften von Systemen gilt es nun zu klären, unter welchen Voraussetzungen bestimmte Teile zu einer sogenannten Ganzheit zu-sammengesetzt werden. Im Mittelpunkt zur Lösung dieses Problems stehen die Begriffe der Unterscheidung und der Ordnung. Ausgehend von einem Zustand, in dem alle zu betrachtenden Teile oder Elemente gleich sind, kann ein System nur entstehen, wenn einige Teile aus der Gesamtmenge zusammengestellt werden. Eine Zusammen-stellung ist allerdings nur möglich, solange eine Ordnung der Teile auf eine bestimmte Art und Weise erfolgt. Das bedeutet, dass Teile oder Elemente bestimmte Be-ziehungen untereinander eingehen, um sich von der übrigen Masse zu unterscheiden.

Bis hierhin lässt sich also feststellen, dass Abgrenzung über Ordnung erfolgt. Ein System besteht also aus Elementen bzw. Teilen die in bestimmten Beziehungen miteinander in Verbindung stehen und diese Relationen letztlich bestimmte Operationen oder Prozesse auf der Basis von Steuerung ermöglichen.8

Diese Definition eines Systems geht einen Schritt weiter in die Tiefe als vergleichbare und sehr häufig verwendete Systembegriffe aus der Wirtschaft, der Gesellschaft, der Politik oder den Naturwissenschaften. Während alle genannten Bereiche lediglich den Aspekt des irgendwie Zusammengesetzten gemeinsam haben, geht die system-theoretische Betrachtung bereits auf die Beziehungen der Elemente und die Art und Weise der Zusammenstellung ein.9

Um auf die ursprüngliche Problemstellung des gesamten zweiten Kapitels zurück-zukommen, ist zu untersuchen, inwieweit dieser Entstehungsprozess von Systemen zur Beherrschung von Komplexität beitragen kann.

Wie bereits erwähnt wurde, bildet die Ausgangssituation zur Systemerstellung einen Zustand, in dem alle zu betrachtenden Elemente oder Teile als gleichwertig anzusehen sind. In diesem Zustand gibt es noch keine Systeme, weshalb die Zahl der vor-handenen Elemente unendlich groß ist. Dies erscheint nachvollziehbar, wenn man den Umstand betrachtet, dass noch keine Ordnung entstanden und Elemente abgegrenzt werden konnten. Des Weiteren ist die Zahl der möglichen Verbindungen, die die Elemente theoretisch eingehen könnten, ebenfalls unbegrenzt. Dieser Zustand lässt sich daher als absolut komplex charakterisieren. Tritt nun der Systembildungsprozess durch eine Unterscheidung ein, führt dies zwangsläufig zu einer Reduktion der Komplexität, da das System notwendigerweise weniger Elemente zusammenfasst, als die Gesamtmenge in der Ausgangssituation.10

Die Auseinandersetzung mit dem systemtheoretischen Verständnis von Systemen zeigt, dass es der abstrakten und sehr offen gestalteten Linie des gesamten Bereiches treu bleibt. Dennoch kann festgestellt werden, dass sich dort bereits Erklärungen finden lassen, die für eine Reduktion von Komplexität als Kernfunktion von Systemen sprechen.

2.1.2 Systeme als Modellansätze

Nachdem bereits Erklärungsansätze gefunden werden konnten, die für die Reduktion von Komplexität als eine Eigenschaft von Systemen sprechen, gilt es im nächsten Schritt herauszufinden auf welche Art und Weise dieser Vorgang stattfinden kann. Bei der Untersuchung des Ursprungs und der Bedeutung des Systembegriffs wurden die Bezeichnungen des Systems und der Ganzheit als gleichbedeutende Begriffe benutzt. Korrekterweise lassen sich diese beiden Bezeichnungen aber nicht auf einer Ebene abbilden. Der Systembegriff stammt aus der Metasprache, während die Ganzheit der Objektsprache zuzuordnen ist. Folglich ist die Objektsprache als Teilbereich zu sehen, mit dem sich die systemtheoretische Sprache auf einer höheren Ebene auseinander-setzt. Dieses Verhältnis unterstreicht noch einmal die übergeordnete und allum-fassende Rolle der Systemtheorie.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich Modelle aus der Systemtheorie nicht ohne weiteres auf den relativ begrenzten Betrachtungsbereich der Realität übertragen lassen. Die allgemeine Systemtheorie lässt sich vielmehr als eine Sonderform der Modelltheorie beschreiben, die Aussagen darüber trifft, auf welche Art und Weise Modelle von ganzheitlichen Erfahrungsbereichen, wie beispielsweise Auszüge aus der Realität, konstruiert werden.11

Mit anderen Worten ausgedrückt, kann ein systemtheoretisches Modell in seiner Betrachtung nur einen kleinen Ausschnitt bzw. ausgewählte Eigenschaften von Ganzheiten berücksichtigen und abbilden. Damit können Systemmodelle nicht allum-fassend sein, sondern müssen stets auf einen bestimmten Inhalt und Unter-suchungsgegenstand ausgerichtet werden. Dieser Umstand liefert eine Erklärung für die Entstehung von unterschiedlichen systemtheoretischen Ansätzen, auf die an späterer Stelle im Detail eingegangen werden soll.

Des Weiteren unterscheidet man im Bereich der Systemmodelle zwischen drei grundlegenden formalen Varianten. Die Rede ist hierbei von funktionalen, strukturalen und hierarchischen Systemkonzepten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abbildung 1: Unterschiedliche Formen von Systemkonzepten

Quelle: eigene Darstellung

Das funktionale Systemkonzept stellt einen Modellaufbau dar, der dem einer „black box“ gleicht. Das bedeutet, dass in diesem Fall nicht die Abläufe innerhalb des Systems relevant sind, sondern lediglich die äußeren Eigenschaften und Verhaltens-weisen betrachtet werden. Der Fokus der Untersuchungen liegt einerseits auf der Betrachtung entsprechender Faktoren, die aus der Umgebung auf das System einwirken, als auch auf das, was das System an die Umgebung abgibt und welche Merkmale der Zustand des Systems aufweist. Mit anderen Worten ausgedrückt, entspricht dieses Systemkonzept in weiten Teilen den technischen Gegenständen in der Praxis, bei denen auf Knopfdruck eine bestimmte Leistung erwartet wird, ohne dass der Nutzer die Abläufe innerhalb des Systems kennt. Für die Nutzung ist dieses Wissen auch nicht erforderlich. Aber auch in den wissenschaftlichen Bereichen findet dieses Modell eine Anwendung. So liegt beispielsweise dem Reiz-Reaktions-Schema des Behaviorismus ebenfalls dieses Modellkonzept zugrunde.

Das hierarchische Systemkonzept beschäftigt sich hingegen mit der Frage, inwieweit sich Systeme auf unterschiedlichen hierarchischen Stufen betrachten und einordnen lassen. In diesem Sinne können Teile eines Systems wiederum als Systeme auftreten, die sich in einen weitergefassten Kontext und damit in ein noch größeres System eingliedern. Die Rede ist hierbei von sogenannten Sub- und Supersystemen. Somit gibt es mehrere Stufen von Systemen und Teilen, die ein hierarchisches System bilden. Ein zunächst betrachtetes System bildet in diesem Zusammenhang gleichzeitig einen Teil der nächsthöheren Hierarchiestufe, während seine Inhalte der nächst-niedrigeren Stufe zugeordnet werden können. Untersuchungen innerhalb dieses Modellkonzepts finden in der Regel auf mehreren Ebenen statt. So erhält man ein allumfassenderen Überblick und ein tieferes Verständnis der Systeme, wenn man sich innerhalb der hierarchischen Ordnung nach oben bewegt. Im Gegensatz dazu gewinnt man eine detailliertere Erklärung des Systems, sobald man die Hierarchiestufen abwärts wandert.12

Als Zwischenergebnis lässt sich an dieser Stelle bereits festhalten, dass die allgemeine Systemtheorie Ansätze zur Umsetzung der Reduktion von Komplexität liefert. Dieses Ziel wird mit Modellkonzepten gelöst, die auf ihre jeweils eigene Weise geeignete Rahmen schaffen, um Ordnung herzustellen und Komplexität zu minimieren. In Anbetracht der Tatsache, dass innerhalb dieser Arbeit der Aufbau und das Manage-ment von Netzwerken betrachtet werden soll, stellt sich folglich die Frage, ob die Systemtheorie ein Modellkonzept anbietet, welches für die weitere Untersuchung dieses Themas hilfreich wäre. Auf den ersten Blick scheint weder das funktionale, noch das hierarchische Systemkonzept geeignet, um eine Grundlage für die Untersuchung von Netzwerkstrukturen zu schaffen. Gegen das funktionale Systemkonzept spricht die Tatsache, dass der Fokus der späteren Untersuchungen ebenfalls auf der Funktions-weise und dem Aufbau von Netzwerken liegen soll. Daher scheint ein Untersuchungs-aufbau, in dem Netzwerkstrukturen als „black box“ gesehen werden, als ungeeignet. Das hierarchische Konzept betrachtet die Systemstrukturen auf unterschiedlichen Ebenen. Allerdings rücken innerhalb dieses Konzepts die Beziehungen zwischen den Systemebenen in den Hintergrund. Dieser Aspekt scheint allerdings vor dem Hintergrund der Untersuchung von Netzwerkstrukturen einen nicht unerheblichen Teil auszumachen.

Das letzte Systemkonzept, das innerhalb dieses Kapitels betrachtet wird, stellt das strukturale Systemkonzept dar. Das Konzept betrachtet ein System als eine Menge von miteinander verknüpften Elementen. Im Mittelpunkt dieses Systemkonzepts steht die Annahme, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Damit unterstellt dieser Ansatz, dass durch die Verknüpfung von Elementen ein Mehrwert geschaffen werden kann, der bei isolierter Betrachtung der Teile nicht umsetzbar ist. Bereits in dieser Grundannahme lassen sich Hinweise darauf finden, dass dieses Modellkonzept für die Untersuchung von Netzwerkstrukturen geeignet ist, indem entsprechende Synergien durch die Vernetzung von Unternehmen, Menschen und Institutionen eine ebenso große Rolle spielen, wie die Betrachtung von Einflussfaktoren in Form der politischen Rahmenbedingungen.

Im weiteren Verlauf dieser Arbeit gilt es herauszufinden, auf welcher Basis ein Mehrwert entstehen kann und welche Faktoren zu berücksichtigen sind, damit eine solche Netzwerkstruktur einen nachhaltigen Erfolg erzielen kann. Diesem Erfolg liegen laut dem strukturalen Ansatz im Wesentlichen zwei Kernelemente zugrunde. Zum Einen geht es dabei um die Vielfalt der möglichen Beziehungsgeflechte, die innerhalb des Systems erschaffen werden können und zum Anderen befasst sich der Ansatz ebenfalls mit der Beschaffenheit der Elemente. Das bedeutet, dass sich der Ansatz damit beschäftigt, wie gut sich ein Element in ein System integrieren lässt oder welche Probleme hierbei auftauchen können.13

Mit dieser Erkenntnis scheint ein passender modelltheoretischer Ansatz gefunden zu sein, mit dem sich an das übergeordnete Thema der Netzwerkuntersuchung heran-gehen lässt. Im Rahmen der Vorstellung der unterschiedlichen Systemkonzepte konnte nicht nur die Fähigkeit zur Reduktion von Komplexität festgestellt, sondern ebenfalls ein Hinweis für die Relevanz von großen Systemgeflechten und den Beziehungen der Elemente untereinander gefunden werden. Darüber hinaus rückt das strukturale Systemkonzept einen wichtigen Problembereich in den Vordergrund. Aus der unterschiedlichen Beschaffenheit der Elemente können vielfältige Konflikte entstehen. Die Vermeidung bzw. das Management dieser Konfliktbereiche gilt es daher an späterer Stelle ebenfalls bei der Untersuchung von Netzwerkstrukturen zu berück-sichtigen.

2.1.3 Vielfalt der systemtheoretischen Ansätze

Nachdem der Schwerpunkt der Betrachtungen in den vorherigen Kapiteln auf dem Systemkonzept und dem Systembegriff lag, kehren wir an dieser Stelle erneut an den Ausgangspunkt zurück, der sich mit der allgemeinen Systemtheorie als Gesamt-konzept beschäftigt hat. Dabei soll aufgezeigt werden, in welche wissenschaftlichen Bereiche die allgemeine Systemtheorie, besonders in den letzten Jahrzehnten, Einzug gehalten hat und welcher der zahlreichen Ansätze einen Hinweis darauf gibt, wie die Systemtheorie bei der Untersuchung von Netzwerkstrukturen hilfreich sein kann.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts haben sich eine Reihe neuartiger Forschungs-richtungen mit dazugehörigen wissenschaftlichen Disziplinen gebildet. Die Abbildung 2 zeigt dabei die wichtigsten Ansätze, die mit der Systemtheorie in Verbindung gebracht werden können.

Da es sicherlich den Umfang dieser Arbeit übersteigen würde, auf alle Disziplinen im Detail einzugehen, beschränkt sich die Untersuchung auf die Gemeinsamkeiten der sogenannten neuen Wissenschaften und einer genaueren Betrachtung der Teil-bereiche der Kybernetik und der Chaosforschung.

Die Gemeinsamkeiten der abgebildeten Forschungsfelder, mit denen sich diese Ansätze gleichzeitig von traditionellen Wissenschaftsdisziplinen abgrenzen, beruhen auf der Konstruktion von Modellen, die auf unterschiedliche Erfahrungsgegenstände anwendbar sind, der Überschreitung von etablierten Disziplingrenzen, der Abstraktion von konkreten Erfahrungsgegenständen und der methodischen Vermittlung von Theorie und Praxis.14

In diesem Sinne hätte es also nahe gelegen, diese neuen Wissenschaften unter dem Aspekt der allgemeinen Systemtheorie zusammenzufassen und innerhalb dieser eigenen Wissenschaftsdisziplin zu untersuchen und weiterzuentwickeln. Stattdessen folgen die Teildisziplinen dem bereits erwähnten Trend der Sektoralisierung von Wissen in eigenen Fachgebieten. So ist es wenig verwunderlich, dass sich im Laufe der Zeit zahlreiche systemtheoretische Ansätze entwickelt haben, die an den Erkennt-nissen der einen oder anderen Wissenschaft ausgerichtet sind. Im Rahmen der Untersuchung von Netzwerkstrukturen soll der chaostheoretische und der kyber-netische Ansatz näher beleuchtet werden.

Die Kybernetik beschäftigt sich in der Regel mit der Lehre der Steuerung von technischen Systemen. Innerhalb dieses Bereichs soll die Antwort auf die Frage gefunden werden, ob und vor allen Dingen wie komplexe Systeme gesteuert werden können. Dabei werden auf der Kybernetikebene der 1. Ordnung Systembestandteile aus der Position des außenstehenden Beobachters beschrieben und mit geeigneten Maßnahmen interveniert. Das bedeutet, dass die Eigenschaften des Systems direkt erkannt und verändert werden können.

Im Gegensatz dazu wird innerhalb der Kybernetik 2. Ordnung der Beobachter selbst Teil der Beobachtung. Dabei wird unterstellt, dass innerhalb dieser Betrachtung keine Systeme erkennbar sind und es daher wenig bis keine Möglichkeiten gibt steuernde Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abbildung 2: Systemtheorie und verwandte Gebiete

Quelle: in Anlehnung an Ropohl, G. (2012), S.30

In Anlehnung an die Kybernetik 1. Ordnung beschäftigt sich die Chaostheorie hingegen mit der Frage nach der Entstehung von neuer Ordnung und den Impulsen, die zur Auflösung oder Neubildung von Systemen führen. Während in der Kybernetik 1. Ordnung noch davon ausgegangen wird, dass man als Beobachter ein relativ stabiles System vorfindet, das immer bestrebt ist einen Gleichgewichtszustand zu erlangen, löst sich diese Eigenschaft bei der chaostheoretischen Forschung auf. Die Chaos-theorie zielt vielmehr auf die Untersuchung der Übergänge zwischen verschiedenen Ordnungszuständen innerhalb von Systemen ab und versucht die Entstehung und die Bedingung von Chaos innerhalb der Phasenübergänge zu erklären.

Im Zusammenhang der nachfolgenden Netzwerkforschung entstehen also mehrere Fragestellungen. Im Rahmen der systemtheoretischen Betrachtung gilt es eine Antwort auf die Frage zu finden, inwieweit wir ein System erkennen können, das seinen Zu-stand verändert und wir gleichzeitig dessen Funktionsweise erklären und beschreiben können. Im Rahmen des kybernetischen Ansatzes gilt es zu klären, ob und wie wir das betrachtete System steuern können. Und schließlich ist mit dem chaostheoretischen Ansatz die Frage verknüpft, ob und wie wir Veränderungsprozesse des Systems und das, was zwischen den Übergängen passiert, beschreiben können.15

Für den Bereich der betriebswirtschaftlichen Netzwerkforschung sind in diesem Fall vor allen Dingen die beiden erstgenannten Bereiche relevant. Der betriebswirtschaftliche Grundgedanke beschäftigt sich zumeist mit der Abwägung von Kosten und Nutzen. Der Aufbau von Unternehmensnetzwerken ist daher lediglich relevant, solange der Nutzen aus diesem Konstrukt relativ hoch und die hierfür erforderlichen Maßnahmen klein gehalten werden. Es geht also im Folgenden mehr um die systemtheoretische Identifikation und Steuerung von Netzwerken im Sinne des kybernetischen Ansatzes, als um eine Untersuchung von sozialwissenschaftlich geprägten Veränderungs-prozessen, wie es die chaostheoretische Variante vorschlägt. Welche system-theoretischen Merkmale ein System bzw. ein Netzwerk hierfür aufweisen muss, wird im folgenden Kapitel mit einem etwas weiter gefassten Verständnis der unterschiedlichen Ansätze geliefert.

2.2 Systemtheoretische Ansätze zur Erklärung von Netzwerken

Die Systemtheorie liefert bereits im Hinblick auf die Reduktion von Komplexität, im Rahmen des strukturalen Systemkonzepts und in interdisziplinären Systemansätzen, in Form des kybernetischen Ansatzes, Anknüpfungspunkte für die Erklärung von Netzwerkstrukturen. Abschließend soll allerdings noch geklärt werden, ob und vor allen Dingen in welcher Form Unternehmensnetzwerke als Systeme charakterisiert werden können. Hierzu beschäftigt sich der folgende Abschnitt mit dem geschichtlichen Werdegang und der Herkunft, der bereits in Teilen aufgezeigten systemtheoretischen Ansätze.

Der Beginn der allgemeinen Systemtheorie geht bis in die 1930er Jahre zurück. Damals war es Ludwig von Bertalanffy, der sich mit diesem Thema auseinandergesetzt und seine Ergebnisse erstmals 1945 bzw. 1949 publiziert hat. In seinen Aus-arbeitungen nimmt er Bezug auf die damaligen Grundfragen der Biologie. Er erkennt dabei, dass es innerhalb dieser Disziplin mehrere Betrachtungsebenen gibt, die jede für sich ganz eigene Eigenschaften und Verhaltensweisen aufweist. Die viel wichtigere Kernaussage liegt aber darin, dass diese Eigenschaften der Ebenen nicht erklärbar sind, solange man Diese isoliert betrachtet. Bertalanffy bedient sich daher bereits in sehr frühen Jahren eines systemtheoretischen Ansatzes, indem er sich in seinen Konzepten nicht nur mit der Summe der Teile, sondern auch mit ihren Beziehungs-geflechten auseinandersetzt.16

Diese naturwissenschaftlichen Wurzeln der allgemeinen Systemtheorie konkurrieren mit den sozialwissenschaftlichen Ansätzen. Dort war es der Soziologe Talcott Parsons, der in den 1950er Jahren die Möglichkeiten der sozialen Ordnung und des rationales Handelns untersucht hat.17 Im Mittelpunkt seiner Studien stehen selbstverständlich soziale Systeme. Als wichtigster Vertreter der soziologischen Systemtheorie knüpft Niklas Luhmann an die Werke von Parsons an und baut einen eigenen system-theoretischen Ansatz auf. In einer sehr abstrakt formulierten Art und Weise, stellt er innerhalb seiner Modelle die Kommunikation und die Autopoiesis in den Vordergrund der Betrachtung. Luhmann wehrt sich gegen die traditionelle Sichtweise und Entstehung von Systemen und Umwelt und füllt die Bestandteile seiner Systeme beispielsweise mit einer eigenen Definition von Kommunikation.18

Es würde den thematischen Rahmen dieser Arbeit sprengen, wenn an dieser Stelle eine ausführliche Betrachtung der Systemtheorie nach Luhmann erfolgen würde. Der kurze Auszug soll allerdings bereits einen Hinweis darauf geben, dass sich dieser soziologische Ansatz gegen die bis dahin entwickelten und etablierten Ansätze des systemischen Denkens wehrt. Luhmann beschreibt seine Systeme als autopoietisch. Eine Eigenschaft von Systemen, die bei der späteren Betrachtung von Netzwerken noch eine Rolle spielen wird. Der Begriff der Autopoiese bezeichnet dabei einen Prozess der Selbsterschaffung und -erhaltung eines Systems.19 Inwieweit diese Eigenschaft auch für Unternehmensnetzwerke relevant sein kann, gilt es an späterer Stelle näher zu betrachten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abbildung 3: Überblick über die Ansätze der Systemtheorie

Quelle: Borchert, M./Urspruch, T. (2003), S.34

Im Rahmen der Betrachtung von systemtheoretischen Ansätzen lassen sich also grob die naturwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Ansätze unterscheiden. Während die sozialwissenschaftlichen Ansätze die sozialen Systeme und Ver-flechtungen in den Mittelpunkt der Betrachtung rücken, sind für die weitere Unter-suchung von Unternehmensnetzwerken überwiegend die tiefgreifenderen Ansätze interessant, die sich auf Basis der naturwissenschaftlichen Modelle gebildet haben. Es ist allerdings noch einmal deutlich darauf hinzuweisen, dass beide Ausprägungen nicht gänzlich getrennt voneinander existieren. Beide Forschungsrichtungen setzen sich beispielsweise aktiv mit dem Thema der Erfassung und Reduktion von Komplexität auseinander, was letztlich als Hinweis darauf zu verstehen ist, dass sich beide Disziplinen in Teilbereichen aneinander annähern.20

Innerhalb der naturwissenschaftlichen Modelle erfolgt eine Aufteilung in sozio-technische und systemtheoretisch-kybernetische Ansätze. Während in den sozio-technischen Ansätzen die Verknüpfung und Integration von technischen und sozialen Systemen im Vordergrund steht, befasst sich der systemtheoretisch-kybernetische Ansatz mit Erklärungsansätzen von Prozessen des Wachstums, sowie der Anpassung und Selbstregulation von Systemen. Dies basiert u.a. auf der Basis der Kybernetik, womit ebenfalls auf die Auseinandersetzung mit der Steuerung und Regelung solcher Systeme abgezielt werden soll.21

An dieser Stelle finden wir erneut einen Hinweis auf die Untersuchung von auto-poietischen Systemen, wie sie beispielsweise auch auf Netzwerkstrukturen an-gewendet werden können. Autopoietische Systeme lassen sich sowohl in den sozial- als auch in den naturwissenschaftlichen Ansätzen finden. Wie im Folgenden auf-gezeigt, bietet es sich für eine ausführlichere Charakterisierung von Netzwerken unter systemtheoretischen Gesichtspunkten an, die Suche nicht im Untersuchungsfeld der Sozialwissenschaften anzusetzen, sondern den systemtheoretisch-kybernetischen Pfad weiter zu zergliedern.

Dieser Pfad teilt sich weiter in den klassischen systemtheoretischen Ansatz und die neuere Systemtheorie. Im klassischen Ansatz der Systemtheorie werden Unternehmen als allopoietische Systeme gesehen. Das heißt, dass Systeme einer Fremdsteuerung unterliegen und sich die internen Strukturen bzw. Abläufe nur unter dem unmittelbaren Einfluss der Umwelt entwickeln können. Für Unternehmensnetzwerke liefert dieses Modell allerdings nur sehr geringe Anknüpfungspunkte. Denn mit steigender Umwelt-komplexität lässt sich dieser Erklärungsansatz nur noch bedingt für die Lenkung von Systemen heranziehen. Die Steuerungsaufgaben werden zu umfangreich, vielseitig und komplex, um ihre Abläufe und den Einfluss auf das System hinreichend aufklären zu können. Stattdessen findet sich in den neueren Systemtheorien der wohl treffendste Ansatz zur Erklärung von Netzwerken. Dort werden Unternehmen wieder als auto-pietische Systeme geführt, die selbstorganisierend auftreten. Durch den Aspekt der Selbstorganisation besteht, im Gegensatz zum klassischen Ansatz, nur noch eine relativ schwache Verbindung zur Umwelt. Damit macht sich dieser Ansatz frei vom Einfluss der steigenden Umweltkomplexität. Die Umwelt kann zwar das System noch beeinflussen, allerdings nur noch, wenn das System selbst dies zulässt.

Doch welche Eigenschaften sollte ein Netzwerk besitzen, damit es als System funktionsfähig ist? Die Antwort darauf liegt in den Charakteristika der Komplexität, Selbstreferenz, Redundanz und Autonomie. Im Detail bedeuten diese Eigenschaften, dass autopoietische Systeme im Vergleich zu allopoietischen Systeme als komplexer eingestuft werden. Sie bestehen in der Regel aus einer Vielzahl von Elementen, deren Beziehungen untereinander ebenfalls berücksichtigt werden müssen, da keine Fremdsteuerung vorhanden ist. Mit der Selbstreferenz ist die Reaktion des Systems auf seine eigenen Zustände, anstelle der alleinigen Ausrichtung und Anpassung an die Umwelt, gemeint. Die Umwelt wird nur noch selektiv wahrgenommen und rückt innerhalb der Systembetrachtung eher in den Hintergrund. Die Redundanz beschreibt den Umstand, dass mehrere Teile eines Systems dieselbe Aufgabe verrichten können und damit mehr verfügbare Quellen zur Verfügung stehen als notwendig. Und schließlich beschreibt die Autonomie die Fähigkeit des Systems von innen heraus und damit ohne Einfluss von außen steuernd und gestaltend tätig zu werden.22

Ob jedes Unternehmensnetzwerk als ein System im oben genannten Sinne verstanden und charakterisiert werden kann, muss und sollte für jeden zu untersuchenden Netzwerktyp überprüft werden. Mit dieser systemtheoretischen Charakterisierung ist es jedenfalls gelungen eine systemtheoretische Definition von Unternehmensnetzwerken zu erschaffen und Anhaltspunkte für die Erschaffung und Steuerung von unter-schiedlichsten Netzwerktypen zu erhalten.

Zusammenfassend lassen sich die Erkenntnisse der Systemtheorie für die Netzwerk-forschung auf die folgenden Punkte verdichten. Die Systemtheorie wurde eindeutig dem Bereich der Metatheorien zugewiesen und als solche charakterisiert. Im An-schluss daran konnte die steigende Komplexität in wissenschaftlichen und praktischen Bereichen, als Impuls und Antriebskraft für die Entstehung und Aufrechterhaltung systemischen Denkens identifiziert werden. Schließich wurde mit Hilfe der Untersuchung des Systembegriffs und der Entstehung von Systemen aufgezeigt, wie innerhalb der Systemtheorie Komplexität reduziert werden kann. Es sind Modell-vorstellungen bzw. entsprechende Systemkonzepte, die in diesem Zusammenhang als Instrument zur Reduktion von Komplexität genutzt werden. Da diese Modell-beschreibungen allerdings in der Regel nur einen kleinen Teil von Erfahrungsbereichen aus der Realität abbilden können, existieren folglich unterschiedlichste Ansätze, was sowohl den Aufbau, als auch den Inhalt angeht. Für die Netzwerkforschung wurde der Aufbau des strukturalen Systemkonzepts als geeigneter Ansatz gewählt, da dieser nicht nur die einzelnen Elemente innerhalb eines Systems, sondern auch deren Beziehungsgeflecht in den Vordergrund der Betrachtung stellt. Die inhaltliche bzw. thematische Frage der Netzwerkforschung, im Zusammenhang mit der Systemtheorie, wurde anschließend über die systemtheoretischen und kybernetischen Ansätze und den dazugehörigen Fragestellungen analysiert. Letztlich ist es gelungen, mit Hilfe der Abgrenzung der allgemeinen systemtheoretischen Ansätze und der Berücksichtigung des kybernetischen Wissenschaftsbereiches, eine Charakterisierung von Netzwerken unter systemtheoretischen Gesichtspunkten zu erstellen.

3 Wirtschaftliche Gründe der Netzwerkbildung

Der Aufbau und das Management von Unternehmensnetzwerken nehmen mittlerweile in zahlreichen Firmen einen festen Platz in der Agenda ein. Grund hierfür ist unter anderem das Streben nach Innovationen und die Nutzung von Netzwerken für diese Zwecke. Sicherlich bieten Netzwerke weitere Möglichkeiten, um Wettbewerbsvorteile aufzubauen. Innerhalb dieser Ausarbeitung steht allerdings das Bestreben nach Innovationsfähigkeit zum Aufbau von Wettbewerbsvorteilen an oberster Stelle.

Im weiteren Verlauf der Arbeit soll deutlich werden, dass die zunehmende Tragweite von Innovationen nicht nur auf der makro- sondern ebenfalls auf der mikroöko-nomischen Ebene eine Rolle spielt. Hierfür erfolgt ein Blick auf die unternehmens-internen und unternehmensexternen Faktoren, die für die Bildung von Netzwerken im Allgemeinen und später fokussiert auf Innovationsnetzwerke sprechen. Ein wesent-licher Punkt lässt sich in dieser Diskussion bereits vorweg nehmen. Es leuchtet ein, dass die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen im Wesentlichen davon abhängt, Innovationen zu generieren und umzusetzen. Unternehmen, die in diesen Bereichen entsprechende Defizite aufweisen, können sich mittel- bis langfristig nicht gegen die am Markt vorherrschenden Konkurrenten durchsetzen. Zusammen mit der rasanten Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte ist daraus ein neuer Bedarf nach effektiveren und effizienteren Organisationsstrukturen entstanden.

Die Globalisierung kann in diesem Zusammenhang als eine der treibenden Kräfte angesehen werden, die den technologischen Fortschritt in vielerlei Branchen weltweit gestärkt hat. Unabhängig von der Art der Branche oder des betrachteten Netzwerks ergeben sich für Unternehmen von damals bis heute Probleme und Risiken in unter-schiedlichen Bereichen. So verlieren beispielsweise geographische Entfernungen zunehmend an Bedeutung. Das bedeutet, dass es zwangsläufig neben dem Vorteil der neuen Beschaffungsmärkte, ebenfalls zu einer zunehmenden Auflösung der „home markets“ durch die Bedrohung von weltweit agierenden Wettbewerbern kommt. Durch das Zusammenspiel des höheren Wettbewerbsdrucks und der Möglichkeit Produkte weltweit anbieten zu können, entstehen zusätzlich die Problembereiche der verkürzten Lebens- und Innovationszyklen von Produkten. Insbesondere in den Branchen mit hohem Wachstumspotential ändern sich Produkte und Technologien in einer zunehmenden Geschwindigkeit. Aus dieser Entwicklung lässt sich ein letztes Risiko ableiten, das als eine verkürzte Halbwertszeit des Wissens bezeichnet werden kann. Ähnlich wie im Bereich der Produkt- und Innovationszyklen unterliegt auch der Bereich des Wissens bzw. des Know-Hows einem beschleunigten Veränderungsprozess. Mit Wissen ist in diesem Fall die Fähigkeit der Unternehmen zu verstehen, bestimmte Handlungs- und Sachzusammenhänge aufzunehmen und effiziente Lösungsansätze zu entwickeln. Besonders im Bereich der EDV kann festgestellt werden, dass ein heute aufgebauter Wissenspool innerhalb kürzester Zeit bereits seinen Anwendungsbezug verlieren kann.23

Um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, müssen Unternehmen an einer grundlegenden Zielstellung festhalten, die im besten Fall allen genannten Problembereichen entgegenwirkt. Ein solches Zielsystem liegt als sogenanntes magisches Zieldreieck vor, das auf die Ziele der Ergebnissteigerung und der Senkung von Aufwand und Zeit ausgerichtet ist. (Abbildung 4)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abbildung 4: Magisches Zieldreieck

Quelle: Pleschak, F./Sabisch, H. (1996) S.9

Der Zielbereich der Ergebnissteigerung ist im Wesentlichen durch die Teilziele des erhöhten Kundennutzens und der Qualität gekennzeichnet. Unter dem Begriff der Qualität wird sowohl die Produkt- als auch die Prozessqualität zusammengefasst. Die Erkenntnis, mit der Erreichung dieses Ziels einen nachhaltigen Erfolg des Unter-nehmens zu sichern, ist selbstverständlich nicht neu. Allerdings wurde die Bedeutung der Ergebnissteigerung, durch den angesprochenen Verlust der „home markets“ und dem verschärften Wettbewerb durch international tätige Anbieter, insbesondere während der letzten Jahrzehnte, erneut in den Vordergrund gerückt. Auch der Quali-tätsbegriff wurde in diesem Zusammenhang weiter gefasst, sodass sich dieser heutzutage nicht mehr nur auf die Produktqualität beschränkt, sondern ebenfalls auf Prozessschritte, die außerhalb der Produktion liegen und in einem eigenen Quali-tätsmanagement erfasst und überprüft werden, bezieht.

Die Senkung des Aufwands folgt den Wünschen der Kunden, für ein angebotenes Produkt lediglich einen marktfähigen und keinen überhöhten Preis zu zahlen. In diesem Zusammenhang ist während der letzten Jahrzehnte ein deutlicher Trend erkennbar gewesen, der als „target costing“ oder auch Zielkostenrechnung bezeichnet wird. Die Zielkostenrechnung stellt die Preisobergrenze des Absatzmarktes bzw. der Kunden als Ausgangspunkt für die Kostenstruktur des Produkts in den Vordergrund der Be-trachtung, nach der sich das Unternehmen richten muss. Letztlich zeigt sich dadurch eine erhöhte Kundenorientierung im Produktionsbereich der Unternehmen.24

Der Faktor Zeit spielt ebenfalls eine Rolle bei der Erreichung der unternehmerischen Ziele. Besonders im Produktions- und Logistikbereich werden durch die Verbesserung von Lagerzeiten, Durchlaufzeiten, „Just in Time“-Lieferungen und Maschinenstunden entsprechende Kosteneinsparungen erzielt, die einem Unternehmen letztlich neben den geldwerten Vorteilen auch ein höheres Maß an Reaktionsfähigkeit und Flexibilität einräumen.

Ein Blick auf das magische Zieldreieck zeigt, dass die einzelnen Zielgrößen nicht isoliert voneinander betrachtet werden sollten. Während dies in der Vergangenheit noch oftmals in vielen Unternehmen der Fall war, wird in der modernen Zielfestlegung versucht mehrere Teilziele gleichzeitig zu verfolgen und auch zu erreichen. Dieses neue Verständnis von Zielbeziehungen ist deshalb wichtig, weil es den Unternehmen deutlich macht, dass bei dem Versuch lediglich eine Zielgröße aus dem System zu maximieren oder zu minimieren, stets auch die übrigen Zielgrößen beeinflusst werden. Innerhalb der modernen Zielgestaltung finden sich daher immer öfter Zielgrößen, die den innerhalb des Zieldreiecks aufgezeigten Zwischenbereichen zuzuordnen sind. Die Rede ist dabei von den Teilbereichen der Effizienz, der Produktivität und der Intensität. So sind beispielsweise Effizienzziele immer auch auf die Teilbereiche der Er-gebnissteigerung und der Aufwandssenkung ausgerichtet.

Ein letzter Aspekt, der noch einmal die Relevanz der Beziehung zwischen den Zielgrößen unterstreicht, wird durch die Tatsache deutlich, dass das magische Ziel-dreieck sowohl aus Kunden- als auch aus Unternehmenssicht betrachtet werden kann. Während der Kunde zu einem zusätzlichen Nutzen, der durch den Erwerb des Pro-dukts geschaffen werden soll, ebenfalls einen angemessenen Preis und eine hohe Verfügbarkeit einfordert, muss aus Unternehmersicht in den Bereichen der Qualität, dem Preis und der Warenverfügbarkeit ein Optimum geschaffen werden, um sämt-lichen Kundenansprüchen gerecht zu werden.25

3.1 Unternehmensnetzwerke zwischen Markt und Hierarchie

Bei der Erreichung der wettbewerbstechnischen Zielsetzungen kommen in der Regel immer zwei grundlegende Wege in Betracht. Die Rede ist dabei von den Lösungs-wegen des Marktes und der Hierarchie bzw. des „buy“ oder „make“. Wählt ein Unter-nehmen den erstgenannten Weg, handelt es sich um den Bezug von Fremdleistungen, die zu externen Marktpreisen verrechnet werden. Der Marktpreis kann in diesem Fall die drei Grundfunktionen der Allokation (Lenkung), der Ausgleichsfunktion (Koordi-nierung) und schließlich auch der Indikation (Signalisierung der Knappheit eines Gutes) erfüllen. Jede Beschaffungsform hat selbstverständlich seine eigenen Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen des Marktbezugs gehört beispielsweise, dass der Spe-zialisierungsgrad des Zulieferers wesentlich höher sein kann, als es bei einer Eigen-fertigung der Fall wäre. Der Kunde profitiert dabei vom größeren Know-How des Lieferanten, was ihm wiederum mit effizienteren Produktionslösungen und Qualität zu Gute kommt.26 Am Markt können jedoch auch Nachteile auftreten, die gegen den Fremdbezug von Leistungen sprechen. Die Abbildung 5 verdeutlicht den Zu-sammenhang der Vor- und Nachteile des Fremdbezugs und der Eigenfertigung in einem entsprechenden Überblick.

Nachteilige Faktoren beim Marktbezug stellen sich dabei beispielsweise durch einen Kontrollverlust dar. In der Kundenposition haben Unternehmen weniger Möglichkeiten einen Einblick in die Produktionsprozesse zu erhalten und geben daher besonders im Bereich der Produktqualität wichtige Kontrollmöglichkeiten aus der Hand. Das Problem der Lieferengpässe bei Spitzenbedarfen oder der Auflage von Mindestbestellmengen gehört ebenso zu den Nachteilen, wie Liquiditätsproblem, falls ein Lieferant auf Vor-auszahlungen von Auftragsvolumen besteht. Zu den Nachteilen in Form von kunden-spezifischen Auflagen kann beispielsweise ein Bestehen auf den Verzicht von Fremd-bezug von Seiten des Kunden gehören. Letztlich stellt sich bei der marktbezogenen Lösungsvariante auch ein erhöhter Koordinationsaufwand ein, da in diesem Fall besonders der Einkaufsabteilung neue Pflichten und Aufgabenbereiche zugewiesen werden, die es zu bewältigen gilt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abbildung 5: Überblick der Vor- und Nachteile des Marktbezugs und der Eigenfertigung

Quelle: eigene Darstellung

Das Gegenstück zum Marktbezug liegt im hierarchischen Lösungskonzept bzw. der Eigenfertigung. Dabei werden Komponenten oder ganze Produkte in Eigenfertigung hergestellt und in der Regel mit einem internen Verrechnungspreis versehen, der, genau wie der Marktpreis, zur Erfüllung der Lenkungsfunktion dient. Interne Verrech-nungspreise unterliegen dabei stets dem Vergleich mit externen Marktpreisen. Dies hat den Vorteil, dass auf dieser Basis Entscheidungen darüber getroffen werden können, inwieweit Eigenfertigungen gegenüber Marktlösungen noch lohnenswert sind. Darüber hinaus bietet die Eigenfertigung die Möglichkeit zur Schaffung von Synergieeffekten. Integriert beispielweise ein Technologieunternehmen einen seiner Vorlieferanten in das Unternehmen, können durch die Verbindung der Bereiche Forschung und Eigen-produktion entsprechende Synergiefelder entstehen. Am Beispiel der Integration kann ebenfalls der Vorteil des Zugangs zu neuen Lieferantennetzwerken aufgezeigt werden. Bestehende Lieferantennetzwerke des Vorlieferanten können weiterhin vom neuen Unternehmenspartner genutzt werden. Des Weiteren bekommt der neue Netzwerk-partner einen Einblick in den Aufbau der Produktionskosten. Diese Möglichkeit bleibt vielen Unternehmen aus der Kundenperspektive verwehrt. Mit der Integration von Teilen oder sogar gesamten Produktionsschritten baut ein Unternehmen auch immer neue Wissensbereiche auf. Im besten Fall kann sich durch die Integration unterschiedlicher vor- oder nachgelagerter Produktionsschritte ein entsprechendes Spezialwissen aufbauen, das sich als Wettbewerbsvorteil nutzen lässt. Letztlich liegt es auf der Hand, dass mit der Eigenfertigung ein Höchstmaß an Kontrollmöglichkeiten verfügbar ist, da die entsprechenden Produktionsschritte unter einem Dach zu-sammengefasst werden. Doch der Preis und die Umstände, die hierfür ggf. in Kauf genommen werden müssen, sind nicht unerheblich.

Durch die Integration neuer unternehmerischer Tätigkeiten wird selbstverständlich die Entscheidungs- und Unternehmensstruktur entsprechend komplexer und un-durchsichtiger. Bei diesem Nachteil sollte daher stets darauf geachtet werden, dass sich die Vorteile aus der Integration nicht durch die Kostensteigerungen eines erhöhten Verwaltungsaufwands neutralisieren. Auch der Flexibilitätsverlust ist eine logische Konsequenz der erhöhten Komplexität innerhalb des Unternehmens. Dies zeigt sich nicht nur im Verwaltungsbereich, sondern auch bei der Reaktion auf neue Anbieter im Markt. Während innerhalb der Marktlösung kurzfristig von einem zum anderen Anbieter gewechselt und das Lieferantenportfolio dabei stets auf die aktuellen Markttrends ausgerichtet werden kann, sieht die Eigenfertigung keinen kurzfristigen Wechsel in der Ausrichtung des Produktionsportfolios vor. Investitionen in Maschinen und Ferti-gungslinien werden langfristig getätigt und müssen dementsprechend bedient werden. Es leuchtet daher ein, dass mit dem erhöhten Maß an Kontrolle ebenfalls ein Verlust an Flexibilität hinsichtlich der Reaktion auf Markttrends und Anbieter erfolgt.27 Sicherlich besitzen beide aufgezeigten Koordinationsformen eine Daseinsbe-rechtigung. Doch schließlich sind es die nicht unerheblichen Nachteile der beiden Varianten, die dazu geführt haben, dass sich viele Unternehmen mit einer alternativen Form auseinandersetzen. Diese Alternative finden zahlreiche Unternehmen im Aufbau entsprechender Unternehmensnetzwerke. Doch wo ist dieser Lösungsansatz in dem Konstrukt aus Markt und Hierarchie anzusiedeln?

Wie bereits festgestellt werden konnte, handelt es sich bei den Formen des Marktes und der Hierarchie um gänzlich unterschiedliche Koordinationsformen. Die beiden Varianten bilden damit deutliche Gegenpole, die sich u.a. durch die oben genannten Vor- und Nachteile voneinander abgrenzen. Charakteristisch für den Marktbezug sind dabei unternehmerische Beziehungen, die auf einer sehr flexiblen und losen Basis beruhen. In der Hierarchie hingegen liegen festere und engere Beziehungsstrukturen vor.28 Versucht man nun auf dieser Basis eine Zuordnung der Netzwerklösung vor-zunehmen, kommt man zu folgendem Ergebnis.

In der gängigen Netzwerkliteratur, wie beispielsweise in den Werken von Sydow, werden zwei Standpunkte zum Thema Netzwerke vertreten. Als Vorteil wird die Tatsache angeführt, dass sich Unternehmen, die innerhalb von Netzwerken organisiert sind, durch eine flexiblere Beziehungsstruktur besser an die Umweltbedingungen anpassen können. Auf der andere Seite sind es aber langfristige und stabile Netzwerkverbindungen, die als Faktor für eine erfolgreiche Zusammenarbeit angeführt werden. Daraus lässt sich ableiten, dass Unternehmensnetzwerke deutlich im Bereich zwischen Markt und Hierarchie positioniert werden können. Im Fall des Marktbezugs ist es für Unternehmen ein Leichtes, den Geschäftspartner zu wechseln und eine entsprechende Exit-Strategie zu wählen. Ein Wechsel kann dabei vielerlei Gründe haben. Die Ursache kann beispielsweise in Qualitäts- oder Preisproblemen liegen. Ein Wechsel des Anbieters ist allerdings auch immer mit zusätzlichen Kosten verbunden, die es ggf. gegenüber einem akuten Problem mit dem Lieferanten abzuwägen gilt. Von daher sollten Unternehmen, die auf den Marktbezug fokussiert sind, nach einem Höchstmaß an Stabilität streben. Versetzt man sich hingegen in die hierarchische Position, ist es die Starrheit dieses Konstrukts, die es im Rahmen einer alternativen Koordinationsform zu bewältigen gilt. Bei einer Netzwerklösung unterstellt man daher, dass sie in der Regel bessere Exit-Strategien bietet als die Hierarchieform und sich daher ein höheres Maß an Flexibilität einstellt.29

Es bleibt schließlich die Frage im Raum, ob Netzwerke eine eigene Koordinationsform bilden oder als Mischform von Markt und Hierarchie zu betrachten sind. Sydow liefert in seinen Ausarbeitungen eine geeignete Antwort auf diese Frage, indem er Unter-nehmensnetzwerken eine intermediäre Rolle zwischen Markt und Hierarchie zuweist.30 Dieses Verständnis der Rolle von Unternehmensnetzwerken wird von dem Umstand unterstützt, dass es zahlreiche Formen von Netzwerken gibt, die mehr oder minder auf Elemente des einen oder anderen Gegenpols in Form des Marktes und der Hierarchie zurückgreifen. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird ebenfalls eine entsprechende Charakterisierung unterschiedlicher Netzwerkformen vorgenommen.

Zunächst liegt allerdings der Schwerpunkt der Betrachtung auf den Treibern bzw. Faktoren, die innerhalb oder außerhalb des Unternehmens liegen und es dazu ver-anlassen auf eine Netzwerklösung als alternative Form zwischen Markt und Hierarchie zurückzugreifen.

3.2 Unternehmensinterne Faktoren der Netzwerkbildung

Bei der Realisierung von Wettbewerbsvorteilen bieten Netzwerklösungen diverse Mö-glichkeiten zur Umsetzung, auf die innerhalb dieses Kapitels im Rahmen der unter-nehmensinternen und unternehmensexternen Faktoren, eingegangen werden soll. Im Vordergrund der Betrachtung stehen dabei die übergeordneten Unternehmens- bzw. Wettbewerbsziele und die dazugehörigen theoretischen und praktischen Ansätze zu deren Erreichung.

Die Grundlage jedes unternehmerischen Handelns beruht auf der Annahme, dass Entscheidungen immer rational getroffen werden. Dabei folgen Unternehmer häufig der Erkenntnis, dass der Nutzen einer unternehmerischen Tätigkeit immer größer als der dazugehörige Aufwand sein muss. Übertragt man diesen Ansatz auf die Koordi-nationsformen von Markt, Hierarchie und Netzwerk, so müssen diese Lösungsformen in der Praxis der Gegenüberstellung von Nutzen und Aufwand standhalten. In einer Situation, in der es mehrere Koordinationsformen gibt, die diese Anforderungen erfüllen, kann als weiteres Entscheidungskriterium die Differenz der Zielgrößen hinzugezogen werden. In diesem Sinne ist die Koordinationsform zu wählen, die eine maximale Differenz zwischen Nutzen und Aufwand generiert. Da auch Netzwerk-lösungen unter dieser Prämisse analysiert werden können, gilt es im weiteren Verlauf dieser Arbeit herauszufinden in welcher Situation Netzwerke eine maximale Nutzen-Aufwands-Bilanz vorzeigen können. Hierfür werden Netzwerklösungen unter Be-rücksichtigung des Transaktionskostenansatzes und des ressourcenbasierten An-satzes näher untersucht.31

[...]


1 Vgl. Glückler, J. (2012), S.1

2 Vgl. Borchert, M./Urspruch, T. (2003), S.31 f.

3 Vgl. Ellebracht, H./Lenz, G./Osterhold, G. (2009), S.28

4 Vgl. Ropohl, G. (2012), S.14 f.

5 Vgl. Ropohl, G. (2012), S.17 f.

6 Vgl. Ropohl, G. (2012), S.19 f.

7 Vgl. Ropohl, G. (2012), S.21

8 Vgl. Krieger, D. (1998), S.12

9 Vgl. Ropohl, G. (2012), S.24 f.

10 Vgl. Krieger, D. (1998), S.14

11 Vgl. Ropohl, G. (2012), S.52 f.

12 Vgl. Ropohl, G. (2012), S.56 f.

13 Vgl. Ropohl, G. (2012), S.57

14 Vgl. Ropohl, G. (2012), S.29 ff.

15 Vgl. Ellebracht, H./Lenz, G./Osterhold, G. (2009), S.28 ff.

16 Vgl. Ropohl, G. (2012), S.36

17 Vgl. Borchert, M./Urspruch, T. (2003), S.35

18 Vgl. Ropohl, G. (2012), S.138

19 Vgl. Schmidt, M. (2009), S.100

20 Vgl. Borchert, M./Urspruch, T. (2003), S.33

21 Vgl. Borchert, M./Urspruch, T. (2003), S.33

22 Vgl. Borchert, M./Urspruch, T. (2003), S.34 ff.

23 Vgl. Vahs, D./Burmester, R. (2013), S.9 f.

24 Vgl. Vahs, D./Burmester, R. (2013), S.63 ff.

25 Vgl. Vahs, D./Burmester, R. (2013), S.60 ff.

26 Vgl. Schöne, C. (2009), S.9

27 Vgl. Schöne, C. (2009), S.9 f.

28 Vgl. Sydow, J. (2005), S.86

29 Vgl. Schöne, C. (2009), S.13 f.

30 Vgl. Sydow, J. (2005), S.102

31 Vgl. Schöne, C. (2009), S.16

Details

Seiten
119
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656905035
ISBN (Buch)
9783656905042
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v293224
Institution / Hochschule
Hochschule Bochum
Note
1,7
Schlagworte
Erfolgsfaktoren Innovationsnetzwerke Netzwerkmanagement Ländervergleich Standortuntersuchung Systemtheorie

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Titel: Erfolgsfaktoren im Aufbau und Management von Innovationsnetzwerken am Standort Deutschland