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Mittelstandsanleihen. Eine kritische Analyse aus Emittenten- und Anlegersicht

Hausarbeit 2014 20 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 1

2 Finanzierungsinstrument Mittelstandsanleihe 2

2.1 Definitorische Grundlagen 2

2.2 Marktübersicht 2

2.3 Abgrenzungen zu anderen Fremdfinanzierungsinstrumenten 4

3 Kritische Analyse aus Anlegersicht 5

3.1 Chancen 5

3.2 Finanzierungsrisiken 5

3.2.1 Allgemeine Risiken bei festverzinslichen Wertpapieren 5

3.2.2 Besondere Risiken bei Mittelstandsanleihen 6

3.3 Risikoreduzierende Maßnahmen 7

3.3.1 Allgemeine affirmative Schutzauflagen 7

3.3.2 Kapitalstrukturauflagen und Besicherung 8

4 Kritische Analyse aus Emittentensicht 10

4.1 Chancen 10

4.2 Finanzierungskosten und Emissionsrisiken 11

4.3 Weitere qualitative Überlegungen 13

5 Ausblick 14

Literaturverzeichnis 15

Verzeichnis verwendeter Gesetzestexte 18

1 Einleitung

Innerhalb eines Jahres wurden mehr als zwei Milliarden Euro durch die Etablierung eines neuen Finanzierungsinstruments, der sogenannten Mittelstandsanleihe, bereitgestellt. Diese neue Form der Finanzierung spielt für jeden einzelnen mittelständischen Emittenten eine wichtige Rolle, denn nach der Einführung von Basel III waren Finanzmittel nicht mehr oder nur zu prohibitiv hohen Preisen lange Zeit verfügbar. [1] Zur Sicherung ihrer Unternehmensexistenz sowie ihrer Markt– und Wettbewerbsposition erwies sich nun umso mehr die Kapitalkraft und die Fähigkeit Kapital zu beschaffen als elementarer Erfolgsfaktor einer jeden Unternehmung, insbesondere des Mittelstands. [2]

Genau an diesem Börsenhandelssegment setzt die Arbeit an. Sie beschäftigt sich einführend mit den grundsätzlichen Charakteristika der Mittelstandsanleihe, verschafft eine aktuelle Marktübersicht mit den jeweiligen börsenspezifischen Voraussetzungen und Folgepflichten für die Emittenten und grenzt das Segment anschließend zu anderen Fremdfinanzierungsinstrumenten ab. Darauf folgend wird schwerpunktmäßig das Segment der Mittelstandsanleihe aus Emittenten- und Anlegersicht kritisch analysiert. So werden die Kosten der Finanzierung aus Sicht des Emittenten, ebenfalls beleuchtet, wie die Risikobewertung seitens des Anlegers. Abschließend erfolgt ein Ausblick bezüglich der zukünftigen Entwicklung der Mittelstandsanleihe.

2 Finanzierungsinstrument Mittelstandsanleihe

2.1 Definitorische Grundlagen

Die Mittelstandsanleihe hat sich beginnend an der Stuttgarter Börse – Bondm - 2010 als Teilbereich des Freiverkehrs etabliert. [3] Sie sind folglich börsennotiert und führen zu objektivierten Kursen, die sich nach Angebot und Nachfrage richten. Im Gegensatz zum „Grauen Kapitalmarkt“ sind Anleger somit grundsätzlich finanziell flexibel.[4] „Sie gehören zu den sogenannten „Straight Bonds“, da sie zu den Anleihen mit fest vereinbarten Zinszahlungen gehören.“ [5] Der Wortlaut suggeriert, dass es sich bei den Emittenten ausschließlich um mittelständische Unternehmen handelt. Laut Europäischer Union haben diese maximal 250 Jahresarbeitseinheiten und einen Jahresumsatz unter 50 Mio. Euro. [6] Daraus resultiert, dass der Emittent kein Kriterium bei der Begutachtung einiger involvierter Unternehmen ist. Besonders zu erwähnen ist, dass bei diesem Qualitätssegment die Unternehmen die Möglichkeit erhalten, ihre Anleihen unter der Benchmark – Größe von 300 Mio. Euro zu emittieren und sich meist mit einem Emissionsvolumen zwischen 25 Mio. Euro und 150 Mio. Euro am Kapitalmarkt zu beteiligen um daraus Fremdkapital zu akquirieren.[7] In der Regel übersteigt der Nennbetrag dieser Art von Anleihen nie 1.000 Euro, wodurch sich als Investoren mehr Privatanleger, Vermögensverwalter und „Family-Offices“ und weniger große institutionelle Kapitalsammelstellen ergeben.[8] Die Laufzeiten bewegen sich zwischen drei und sieben Jahren, wobei eine Gestaltung der Schuldverschreibung ohne feste Laufzeit als „ewige Anleihe“ oder „Hybridanleihe“ denkbar ist. Die ist jedoch sehr unüblich. Die Rückzahlung erfolgt in der Regel in einer Summe zum Laufzeitende d. h. als endfällige Tilgung zum Nennwert.[9]

2.2 Marktübersicht

Beginnend soll eine Bestandsaufnahme aller Börsenstandorte und dessen Zulassungsvoraussetzungen durchgeführt werden.

Aktuell ist der Handel der Mittelstandssegmente in Stuttgart (Bondm), Frankfurt (Entry Standard), Düsseldorf (der mittelstandsmarkt), Hamburg/Hannover (Mittelstandsbörse Deutschland) und München (m:access bond) möglich. Als Primärmarktplatform spielt jedoch bloß noch der Entry Standard eine wichtige Rolle, da dort Emittenten 1.168 Mio. Euro von insgesamt 1.973 Mio. Euro im Jahr 2014 begeben haben.[10] Besonders ist, dass die Zeichnung der Anleihen direkt über die Börsen erfolgen kann.[11]

Das Emissionsvolumen beläuft sich auf 6.258,7 Mio. Euro und das Platzierungsvolumen auf 5.206,2 Mio. Euro bei einer Erstemittentenanzahl von 103. Die versprochenen Kuponzahlungen liegen zwischen 5,125 % und 11,50 %, wobei sich der durchschnittliche Kupon bei 7,44 % befindet. Bis Mitte 2014 haben 12 Unternehmen Insolvenz angemeldet.[12] Insgesamt wurden acht Emissionen mit einem Platzierungsvolumen von 427,9 Mio. Euro aufgestockt. Im Vorjahr waren es sieben Aufstockungen mit einem Volumen von 113,1 Mio. Euro. [13] Der Sicherheits- und Informationsaspekt wird durch spezifische Zulassungsvoraussetzungen und Folgepflichten Rechnung getragen. Standortunabhängig muss zudem jeder Emittent einen von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gebilligtes Wertpapierprospekt[14] erstellen. Eine Stückelung von maximal 1.000 Euro ist außer bei der Mittelstandsbörse Deutschland festgesetzt.

Die Börsen setzen ein Mindestmaß an fortlaufender Transparenz und Publizität gegenüber Anlegern und Investoren voraus. [15]

Daher muss ein Jahresabschluss, ebenso wie ein jährliches Folgerating von einer etablierten Ratingagentur außer bei der Mittelstandsbörse erfolgen. Ferner müssen aktuelle Informationen zur Zahlungsfähigkeit, sogenannte Quasi-Ad-hoc- Mitteilungen gemäß des Leitbildes der §§12,15 I WpHG vorliegen. Die Börsen haben anlehnend eine privatrechtliche Verpflichtung zur Veröffentlichung von Insiderinformationen entwickelt. [16] Der abstrakte Prüfungsmaßstab geht hier von einem nicht öffentlich bekannten Umstand aus, der potenziell in der Lage ist, im Falle des Bekanntwerdens den entsprechenden Börsenkurs zu beeinflussen.[17] Zudem muss ein Emissionsexperte angestellt werden, der das entsprechende Unternehmen bei dem Emissionsprozess und den Folgepflichten unterstützt. Bei der wertpapiertechnischen Abwicklung unterstützt eine Zahlstellenbank den Emittenten.[18] Die Gesellschaften werden zudem anfangs, hinsichtlich der Unternehmensbonität, durch eine unabhängige EU registrierte Rating Agentur bewertet, welches im Kern einer „Financial und Business Due Diligence“ ähnlich ist.[19]


[1] Vgl. Hartmann/Sickinger/Ihlau/Dentz (2011), S. 6.

[2] Vgl. Bösl/ Hasler (2012), S. 11.

[3] Vgl. Kuthe/Zipperle (2014), S. 18.

[4] Vgl. Bösl/Hasler (2012), S. 14.

[5] Steiner (2012), S. 136.

[6] Vgl. Europäische Kommission (2006), S. 14.

[7] Vgl. Götz/Hartmann (2012), S. 204.

[8] Vgl. Bösl/Hasler (2012), S. 14-15.

[9] Vgl. von Livonius (2012), S. 42.

[10] Vgl. Hasler (2014a), S. 134.

[11] Vgl. Bösl/Hasler (2012), S. 16.

[12] Vgl. M27 Finance GmbH (2014), S. 3.

[13] Vgl. Hasler (2014b), S. 449.

[14] Siehe hierzu Kapitel 3.2.2.

[15] Vgl. Mausbach/Simmert (2011), S. 683.

[16] Vgl. Kuthe/Zipperle (2012), S. 66.

[17] Vgl. Kuthe/Zipperle (2014), S. 23.

[18] Vgl. Mausbach/Simmert (2011), S. 683.

[19] Vgl. Bösl/ Hasler (2012), S. 15.

Details

Seiten
20
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656907107
ISBN (Buch)
9783656907114
Dateigröße
427 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v293262
Institution / Hochschule
EBC Hochschule Düsseldorf
Note
1,3
Schlagworte
Mittelstandsanleihe Anleihen Aktien Controlling Finanzierung Investition BWL Betriebswirtschaft EBC Hausarbeit

Autor

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