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Planung, Durchführung und Evaluation zum Projekt "Eine Schülerübungsfirma gründen"

Reflektierende Dokumentation

Hausarbeit (Hauptseminar) 2015 17 Seiten

Kulturwissenschaften - Empirische Kulturwissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Praktikumsstelle

3 Bildungstheoretische Rahmung

4 Planung
Phase 1 Firmengründung
Phase 2: Durchführung
Phase 3: Reflexion
Abschluss

5 Projektmanagement

6 Qualitätssicherung

7 Reflexion des Blogs

8 Evaluation

9 Fazit/ Ausblick

10 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit ist mit dem Ziel erstellt, die Praxis zur Durchführung eines konkreten Projektes im Bildungsbereich von der Planung, über die Durch- führung bis hin zur Evaluation selbst reflektierend zu dokumentieren. Reflexivität ist hier ein entscheidender Begriff, den Dehnbostel als eine zentrale Kategorie der Kommunikationserfordernisse in der Arbeit sieht (Dehnbostel, 2008, S. 38). Bildungswissenschaftliche Theorien und Modelle können anhand des Praktikums mit dem Schwerpunkt „Praxis der Mediendidaktik“ näher beleuchtet werden, Arbeits- und Gestaltungsabläufe innerhalb des Praktikums, beziehungsweise während der verschiedenen Phasen strukturiert festgehalten werden.

Der Aufbau der Hausarbeit spiegelt das Zusammenwirken von bildungstheoretischen und praktischen Bereichen wider, sowie deren Realisierung im Projekt. Im Anschluss folgen eine Darstellung der Praktikumsstelle, sowie die dazugehörigen Rahmenbedingungen unter denen das Projekt geplant und durchgeführt wurde. Des Weiteren werden Informationen zur Zielgruppe verdeutlicht. Im nächsten Abschnitt wird der bildungstheoretische Rahmen beschreiben, sowie die jeweilige Implementation im Vorhaben näher erklärt. Die Projektphasen, der Planung, Durchführung, Evaluation geben hier einen Einblick zur Anwendungsmöglichkeit der verschiedenen Methoden. An erster Stelle werden die Begriffe im Theoretischen erklärt, gefolgt von der Einbettung in der Praxis und dessen bildungswissenschaftlicher Analyse. Das Fazit und der Ausblick runden die gewonnen Erkenntnisse ab und zeigen Schlussfolgerungen auf, die aus dem Praktikum, sowie dem Reflexionsprozess gezogen wurden.

2 Praktikumsstelle

Das begleitende Praktikum zum Modul „Praxis der Mediendidaktik“ wurde hier im Rahmen einer Honorartätigkeit als Referentin, für das gfi Gesellschaft zur Förde- rung beruflicher und sozialer Integration (gfi) gemeinnützige GmbH, im Bereich „ Maßnahme zur erweiterten vertieften Berufsorientierung -Modul C: Schülerübungsfirma“ in der 8. Klasse der Mittelschule Stadtsteinach betreut. Die Maßnahme hatte einen zeitlichen Rahmen von 04.10.2012 - 31.07.2013, wobei der wöchentliche Einsatz drei Schulstunden umfasste. Das gfi ist regional an ca. 30 eigenständigen Standorten in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg aktiv. Projektbezogen arbeitet die gfi auch bundeslandübergreifend. Es wurde 1998 als gemeinnützige GmbH mit Sitz in München gegründet und hat aktuell rund 1000 Beschäftigte. Das gfi ist anerkannter Träger der Freien Jugendhilfe sowie aner- kannte Einrichtung der Beruflichen Rehabilitation und Mitglied im Paritätischen Bayern. Geschäftsführer der gfi sind Anna Engel-Köhler und Josef Weingärtner, die ihren Geschäftsführungsbereich in Würzburg bzw. Ingolstadt haben. Bil- dungspolitische und pädagogische Veränderungen formen in verstärktem Maße die Lebenswelt Schule und den Übergang von der Schule in den Beruf. Das gfi ist seit Jahren zuverlässiger Partner von Regierung, Kommunen und Schulen. Mit ihren (sozial-)pädagogischen Angeboten unterstützt es Schüler und Lehrkräfte bei der Bewältigung der neuen Herausforderungen in der Schule und begleitet junge Menschen auf ihrem Weg in die Arbeitswelt. Die Anforderungen der moder- nen Gesellschaft, der rasche technologische Fortschritt und die sich kontinuier- lich ändernden Marktbedingungen führen ständig zu einem Wandel der Berufsbil- der und zur Entstehung neuer Berufe. Diese tiefgreifenden Veränderungen ma- chen es jungen Menschen nicht leicht, ihre Berufswahl zu treffen. Umso wichtiger ist es, dass sie sich über ihre beruflichen Möglichkeiten und Chancen informieren, sich mit ihren Stärken und Fähigkeiten, aber auch mit ihren Schwächen aus- einandersetzen. In Kooperation mit der Agentur für Arbeit unterstützt die gfi insbesondere Hauptschüler der 7.-9. Jahrgangstufe aber auch Realschüler und Gymnasiasten an mehr als 170 Schulen im Prozess einer tragfähigen Berufswahlentscheidung.

Mein Einsatz erfolgte in der 8. Ganztagsklasse der Mittelschule Stadtsteinach mit dem Ziel, mit den Schülern eine Idee zur Gründung einer Schülerübungsfirma zu entwickeln, die Durchführung zu planen und letztlich das Vorhaben zu realisieren. Das Projekt wurde in verschiedensten Räumen der Mittelschule, je nach Unterrichtsplanung, im PC-Raum, Aula, Klassenzimmer oder der Turnhalle durchgeführt. Mein Tätigkeitsfeld umfasste die Betreuung, Planung, Organisation, Durchführung, Unterrichtsgestaltung, sowie die Evaluation des Projektes. Die Zielgruppe waren hier die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufe 8. der Mittelschule Stadt Steinach. Durch die Mitarbeit in der Schülerübungsfirma erhalten die Jugendlichen einen ersten Einblick in kaufmännisches und unternehmerisches Handeln. Gleichzeitig erfahren sie eine praktische Berufsorientierung, indem sie verschiedene Berufe innerhalb der Firma durchlaufen und kennenlernen. Berufsübergreifende Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Eigenverantwortung, Selbstständigkeit, Organisatios- und Entscheidungsfähigkeit werden gefördert.

3 Bildungstheoretische Rahmung

Sowohl die Vorbereitung als auch die Maßnahme zur vertieften Berufsorientierung zum Thema „Eine Schülerübungsfirma gründen und durchführen“ fanden in den Räumlichkeiten der Mittelschule Stadtsteinach statt. Die Ausarbeitung der Konzeption die für den Kurs benötigt wurde, wurde im Vorab zuhause erstellt. Das Projekt war auf einen zeitlichen Rahmen von 78 reinen Unterrichtsstunden auf 26 Schulwochen verteilt. Die Vor- und Nachbearbeitung umfasste ca. 62 Zeitstunden. Die Modulumsetzung fand jeweils am Nachmittag eines Schultages mit drei Unterrichtsstunden innerhalb eines Schuljahres statt. Zu Beginn wurden die Eltern in einem Informationsschreiben über das Modul informiert. Informationen zu unentschuldigter Fehlzeiten der Jugendlichen wurden gegeben. Ebenso wird die Schule informiert, falls das Erreichen des Modulziels, z.B. wegen fehlender Mitwirkung oder häufiger Fehlzeiten, nicht erreicht wird. Am Ende des Moduls erhalten alle Schülerinnen und Schüler eine Teilnahmebestätigung inklusive Angabe der Modulinhalte. Die notwendigen Materialien wie Kopiergerät, Telefon, Kasse, buntes Papier, Stifte, Stellwände, Computer mit Internetzugang stehen seitens der Schule zur Verfügung und können auch zu jeder Zeit benutzt werden. Die personellen Ressourcen beschränken sich auf meine Projektleitung. Die Personalkosten stel- len hierbei den größten Koeffizienten dar, wobei die noch benötigten Materialkos- ten kaum ins Gewicht fallen.

Die Jugendlichen entwickeln mit Unterstützung des Projektleiters eine Firmenidee, planen deren Umsetzung und realisieren sie. Die Geschäftstätigkeit ist dabei auf den schulischen Bereich beschränkt und nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet. Sie soll regionale Bezugspunkte haben und über soziale Kontakte innerhalb der Schule (Mitschüler, Freunde) und außerhalb der Schule (Eltern, Be- kannte) bekannt gemacht werden. Die Schülerinnen und Schüler bewerben sich für unterschiedliche Abteilungen innerhalb der Firma als Mitarbeiter.

Die Jugendlichen übernehmen alle für die Umsetzung der Firmenidee, in unserem Fall, die Firma Neo-Freak, erforderlichen Berufspositionen und Aufgaben. Sie sammeln so praktische Erfahrung in den unterschiedlichsten Berufen und verbessern ihre Selbsteinschätzung hinsichtlich ihrer beruflichen Perspektiven. Durch Selbstorganisation und die Arbeit im Team werden die Schülerinnen und Schüler zu mehr Selbstständigkeit geführt, entwickeln mehr Zutrauen in das eigene Können und verbessern auch ihr Sozialverhalten.

Die Schülerübungsfirma ist ein Projekt das über einen längeren Zeitraum besteht und von der Dynamik der Geschäftsidee, sowie den Entwicklungspotenzialen der Schülerinnen und Schüler lebt. Bereits im Vorfeld trifft sich der Projektleiter mit einem Vertreter der Schule und bespricht deren Wünsche in Bezug auf die Schülerübungsfirma.

Aufgrund der Verbindung zwischen Arbeiten und Lernen wird die Schülerfirma zu den handlungsorientierten Lehr-/ Lernmethoden gezählt.

In drei Phasen von der Ideenfindung, zur Umsetzung, Ausführung der Idee, Ge- staltung der Geschäftsräume/ Verkaufsstände bis hin zur Präsentation der Firmenergebnisse agieren die Schülerinnen und Schüler selbstständig und eigenverantwortlich. Begleitet und unterstützt werden sie hierbei immer von ihrem Projektleiter, gegeben falls auch von Experten aus der Wirtschaft. Firmenerkundungen, Führungen und Tipps aus der Praxis runden die Unterstüt- zung ab.

4 Planung

Phase 1 Firmengründung

Zeitlicher Umfang: ca. 20 % des Projektes, 15 Unterrichtsstunden

Geschäftsidee finden

- vorrangig Ideen, in denen die Schülerinnen und Schüler Waren bzw. Dienstleistungen für alle an der Schule Beteiligten herstellen und anbieten
- Wünsche der Schule werden hierbei gerne berücksichtigt Geschäftsidee prüfen
- Machbarkeit überprüfen, Marktanalyse durchführen, Beachtung von Gesetzen und Verordnungen, keine Konkurrenz zur heimischen Wirtschaft

Organisationsform finden

- vorrangig Einzelunternehmen Firmennamen finden, Logo kreieren
- keine Übernahme bzw. Anlehnung von oder an Namen bestehender Wirt- schaftsunternehmen, keine Nachahmung oder Kopie bereits vorhandener Logos Organigramm festlegen, Abteilungen beschreiben, Verantwortliche benennen, inkl. Stellenbeschreibungen
- Geschäftsführung, Personalabteilung, Rechnungswesen, Einkauf, Produktion, Service, Vertrieb, Marketing
- Verantwortliche festlegen, Aufgabenverteilung der Abteilungen
– Typische Berufe erläutern und deren Anforderungen Firmenkonzept erstellen
- Die Jugendlichen erstellen ein Konzept mit folgendem Inhalt: Titelseite mit Name und Logo, Beschreibung der Idee, Marktanalyse, Zielgruppen, Vertrieb, Werbung, Organisationsform, Organigramm, Unternehmenszielen

Personalauswahl

- Bewerbungsschreiben der Schülerinnen und Schüler einschließlich Vorstellungsgespräch und Personalentscheidung
- Die Jugendlichen entscheiden gemeinsam, wer für die Position geeignet ist. Sie erlernen dabei den Zusammenhang zwischen Stellenanforderung, Qualifikation und Soft - Skills kennen.

Phase 2: Durchführung

Zeitlicher Umfang: ca. 70 % des Projektes, 55 Unterrichtsstunden

Arbeitsvorbereitung

- Arbeitsabläufe festlegen, Materialliste, Preiskalkulation Herstellung des Produktes, Erbringen der Dienstleistung
- Gesetze und Verordnungen einhalten
– mindestens einmal Wechseln der Abteilungen, Rotation, so dass sie mög- lichst viele Berufe praktisch kennen lernen
- Einladung von Experten aus der Wirtschaft, können fehlende Informationen geben Vertrieb und Marketing
- Analyse der Vertriebswege, Zielgruppe, sowie Werbungsmethoden Rechnungswesen
- Rechnungsstellung, Buchführung

[...]

Details

Seiten
17
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656912194
ISBN (Buch)
9783656912200
Dateigröße
398 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v293648
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – Bildungswissenschaften
Note
2
Schlagworte
Blog Praktikum Mediendidaktik Hasu

Autor

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Titel: Planung, Durchführung und Evaluation zum Projekt "Eine Schülerübungsfirma gründen"