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Was versteht Ludwig Wittgenstein in seinen Philosophischen Untersuchungen unter Sprachspielen?

Essay 2001 7 Seiten

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

I) Einleitung

II) Hauptteil
II.1) Das Sprachspiel als Erlernen der Sprache und als primitive Sprache
II.2) Das Sprachspiel in der Lebensform

III) Schluss

I) Einleitung

Ich werde in meiner Hausarbeit versuchen, mich einem zentralen Begriff in Ludwig Wittgensteins „Philosophischen Untersuchungen“ zu nähern, dem Begriff des „Sprachspiels“. Wittgenstein definiert den Begriff nicht, er umreißt ihn, indem er keine klare Grenze setzt, die etwa das „Sprachspiel“ von dem Begriff der Sprache oder dem des Gesprächs absonderte. Wittgenstein möchte, dass die Interpreten seinen Anspruch auf das Wesentliche verstehen. Gäbe er jedem seiner Begriffe eine Übersetzung, als wären sie Vokabeln einer fremden Sprache, resultierte daraus eine Aufspaltung von Wittgensteins Philosophie in Atome, d. h. scheinbar eindeutig belegte Begriffe. Der Interpret soll einen roten Faden entdecken, anhand dessen er das Werk untersucht. Die unterschiedlichen Bezüge des Sprachspiels auf unterschiedliche Situationen, Beispiele und schließlich Lebensformen, zeigen, dass das Sprachspiel Nuancen in sich trägt, die mit einer Definition nicht erfasst würden. Wittgenstein beleuchtet diese Nuancen sorgfältig aus möglichst vielen Blickwinkeln. Dies zeigt sich in den Paragraphen der Philosophischen Untersuchungen, die immer wieder vom Sprachspiel handeln, und sich also aufeinander beziehen.

Mein Vorgehen wird folgendes sein:

Ich gehe vom ersten Erscheinen des Begriffes „Sprachspiel“ im Text aus, indem ich es zitiere und interpretiere. Daraufhin werde ich die weiteren, meines Erachtens wichtigen, Paragraphen zitieren und versuchen zu verdeutlichen, weshalb und in welcher Weise sie Neues in sich verbergen, den bisherigen Begriff erweitern. Ich werde in dem oben beschriebenen Fortschreiten nicht der Reihenfolge der Paragraphen entsprechen, sondern eher assoziativ bzw. intuitiv vorgehen; einem roten Faden folgen. Zum Schluss hoffe ich ein Ergebnis vorlegen zu können.

II) Hauptteil

II.1) Das Sprachspiel als Erlernen der Sprache und als primitive Sprache

„Wir können uns auch denken, dass der ganze Vorgang des Gebrauchs der Worte eines jener Spiele ist, mittels welcher Kinder ihre Muttersprache erlernen. Ich will diese Spiele `Sprachspiele´ nennen...“[1] Wittgenstein bezieht sich hier auf seine eigene Auslegung des Augustinischen Beispiels in §2 und verdeutlicht so die einfachste und offenkundigste Form eines Sprachspiels. In diesem Beispiel ist jeder Gegenstand eindeutig mit einem Wort benannt, was im realen Sprachgebrauch keineswegs der Fall ist, wie wir später sehen werden. Doch in obigem Fall handelt es sich um eine „primitive Sprache ...(von der Wittgenstein) manchmal als einem Sprachspiel reden (will).[2] A befiehlt, B möge ihm in der Reihenfolge „Würfel“, „Säule“, „Platte“, „Balken“ jene Gegenstände bringen. Und B bringt daraufhin, der Reihe folgend, die gewünschten Gegenstände. Nach Augustinus ist jedes Wort mit einer Bedeutung belegt, die ein Kind anhand von hinweisender Erklärung erlernt. Der Lehrer deutet auf einen Gegenstand und sagt z. B. „Tisch!“ Durch mehrmaliges Wiederholen der hinweisenden Erklärung in verschiedenen Situationen, lernt das Kind schließlich die Bedeutung des Wortes „Tisch“, nach Augustinus!

[...]


[1] Wittgenstein, Ludwig – Philosophische Untersuchungen (Erstausgabe 1953), Frankfurt am Main 1984, §7

[2] ebd.

Details

Seiten
7
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638117654
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v2937
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster – Philosophisches Seminar
Note
gut
Schlagworte
Ludwig Wittgenstein Philosophischen Untersuchungen Sprachspielen Proseminar Wittgensteins Philosophische

Autor

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