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Al-Azhar und Iǧtihād. Rationale Deduktion und reformistische Strömungen des 20. Jahrhunderts

Hausarbeit 2015 36 Seiten

Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Theoretischer Teil

1. Iǧtihād
1.1 lexikalische Bedeutungen des Iǧtihād
1.2 Iǧtihād als Terminus Technicus
1.3 Entwicklung und Etablierung des Iǧtihād

2. Muǧtahid
2.1 Wer ist Muǧtahid?
2.2 Voraussetzungen um Muǧtahid zu werden

3. Zusammenfassung

Praktischer Teil

4. Al-Azhar
4.1 Aufbau und frühe Entwicklung
4.2 Al-Azhar von französischer Besatzung bis Muḥammad ʿAbduh
4.3 Muḥammad ʿAbduhs Reformbestrebungen

5. Al-Azhar und die Apostasie-Vorwürfe gegen Wissenschaftler und Schriftsteller
5.1 Al-Azhar und ʿAlī ʿAbd ar-Rāziq
5.2 Al-Azhar und Ṭāhā Ḥusain
5.3 Al-Azhar und Muḥammad Ḫalafallāh
5.4 Apostasie-Vorwürfe gegen Faraǧ Fūda
5.5 Al-Azhar und Naṣr Ḥāmid Abū Zaid

6. Reformprozess und die Al-Azhar-Gesetze

7. Fazit

8. Literaturverzeichnisse

Einleitung

Die vorliegende Arbeit beginnt mit dem faszinierenden emotionalen Ausspruch von Imām Muḥammad ʿAbduh (1849-1905), der seinen Lehrer Ǧamāl adDīn al-Afġānī (1838-1897) sein Beileid ausgedrückt.

"ان والدى أعطΎنى حΎϴة يΎθرϨϛى فϴه Ύ،عϠى وΤϣروس ،والϴδد جمΎل الدين أعطΎنى حΎϴة اشΎرك بهΎ Τϣمدا وابراϴϫم وعδϴى ،والولΎϴء والقديϴδن ، Ύϣ رثΘϴة بΎلόθر لنى لδت بΎθعر، Ύϣ رثΘϴة بΎلΜϨر لنى "1لδت بΎϨثر، رثΘϴة بΎلوجدان والόθور، لنى انΎδن اشόر وأفكر"

Mein Vater gab mir das Leben gemeinsam mit meinen Brüdern ʿAlī und Maḥrūs. Herr Ǧamāl ad-Dīn al-Afġānī schenkte mir das Leben, das mir die Chance gab, (am Wissen und an der Weisheit) von Muḥammad, Abraham, Jesus, den Schutzheiligen und den Rechtschaffenen teilnehmen zu können. Ich habe meine Kondolenz weder mit der Lyrik noch mit der Poesie geschildert, weil ich weder ein Poet noch ein Prosaist bin. Weil ich Mensch bin und Gedanken habe, äußerte ich meine Kondolenz nur mit Emotion und Gefühl.2

Das Verständnis des Iǧtihād gehört sowohl in den islamischen Gesellschaften als auch in den islamischen Institutionen zu den gefährlichsten und umstrittensten diskutierten Themen. Eine von diesen Institutionen ist die Al-Azhar in Ägypten3, die als älteste und höchste Lehrinstanz des sunnitischen Islams angesehen wird. Die vorliegende Arbeit setzt sich mit folgenden Fragen auseinander: Kann man die wissenschaftliche religiöse Forschung als moderne Rechtsfigur des Iǧtihād betrachten? War die Al-Azhar in ihrer langen Geschichte eine Vertreterin der rationalen Strömung? Konnte die Al-Azhar die islamische Welt vor Extremisten schützen?

Wie ist die Haltung der Al-Azhar gegenüber den Muǧtahidūn (besonders qualifizierte Gelehrte) und den Wissenschaftlern, die in wissenschaftlichen Arbeiten dem AlAzhar-Ansatz widersprochen haben?

Im Rahmen der oben genannten Fragen und gestützt auf diese Ausgangsbasis wird die vorliegende Arbeit sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil gliedern.

Im ersten Kapitel des theoretischen Teiles werden die lexikalischen Bedeutungen des Iǧtihād erörtert. Zunächst sollen die Definitionen des Iǧtihād erläutert werden. Ein kurzer Ausblick auf die Etablierung und die Entwicklungsgeschichte des Iǧtihād wird dargelegt.

Des Weiteren wird im zweiten Kapitel näher auf die Frage eingegangen, wer ist Muǧtahid und welche Voraussetzungen dieser zu erfüllen hat. Eine kurze Zusammenfassung beschließt den theoretischen Teil.

Im Fokus des praktischen Teiles stehen zunächst im vierten Kapitel der Aufbau und die Entwicklung der Al-Azhar. Darüber hinaus werden im Folgenden die Zeit und die Rolle der Al-Azhar unter der französischer Besatzung bis Muḥammad ‘Abduh sowie ‘Abduhs dessen Reformbestrebungen an der Al-Azhar veranschaulicht. Darauf aufbauend werden im fünften Kapitel die Al-Azhar und der Apostasie-Vorwurf gegen Wissenschaftler und Schriftsteller, die die wissenschaftlichen oder gesellschaftlichen Probleme undogmatisch, methodisch und vernünftig thematisieren, im Mittelpunkt stehen. Es wird weiterhin im gleichen Kapitel dargestellt, wie die Gelehrten und Schriftsteller ʿAlī ʿAbd ar-Rāziq, Ṭāhā Ḥusain, Muḥammad Aḥmad Ḫalafallāh sowie Faraǧ Fūda und Naṣr Ḥāmid Abū Zaid unter der Unverständigkeit der Al-Azhar gelitten hatten.

Im Folgenden sechstem Kapitel wird ein Überblick über den Reformprozess der AlAzhar und die Erläuterung der wichtigsten Aspekte in der letzten Reform 2012 dargestellt. Die Arbeit endet mit dem siebten Kapitel, in dem alle am Anfang gestellten Fragen beantwortet werden.

Theoretischer Teil

1. Iǧtihād

1.1 lexikalische Bedeutungen des Iǧtihād

In den Lexika wird der Begriff Iǧtihād aus der Wurzel ǧuhd/ǧahd als „Bemühung“, „Fleiß“ und auch als „ Mühe geben“4 wiedergegeben. Al-Iǧtihād ist „die Bemühung um die Anforderung in einer Angelegenheit“5

Daraus lässt sich folgern, dass die lexikalischen Bedeutungen des Wortes Iǧtihād in drei Kategorien klassifiziert werden können:

A: Kraft/Stärke: Nach Imām al-Ḫalīl Ibn Aḥmad al-Farāhīdī (718-786) bezieht sich ǧahd auf die Beschäftigung mit allen eigenen körperlichen und geistigen Fähigkeiten in einem bestimmten Prozess.6
B: Beschwerlichkeit/Anstrengung: „Die Bemühung um die Anforderung in einer Angelegenheit, die nur viel Anstrengung und Mühsal kostet.“7

Nach al-Ǧawharī (1979), Ibn al-Aṯīr al-Ǧazarī (1979), Ibn Manẓūr (1968), al- Fīrūzābādī (2005) und Aḥmad al-Fayyūmī (1999) bedeutet ǧahd mit fatḥa Beschwerlichkeit/ Anstrengung.8

C: Streben/Kämpfen: Ibn al-Aṯīr al-Ǧazarī schrieb: dass beide ǧuhd mit ḍamma und ǧahd mit fatḥa im Sinne des Kampfes (al-Ǧazarī 1979) verwendet werden. Ibrāhīm Anīs (1980) meinte, wenn ǧahd mit fatḥa verwendet wird, dann bedeutet „es sich bemühen“. Dazu wird auch gesagt: „ǧahada fī-l-ʾamr“ und bedeutet, dass jemand in dieser Sache bemüht ist.

1.2 Iǧtihād als Terminus Technicus

Gestützt auf die vorangehenden lexikalischen Bedeutungen werden hier verschiedene Definitionen des Iǧtihād im Folgenden artikuliert: ʿAlī Šarīʿatī (1933- 1977) definiert Iǧtihād als: „Ein Instrument, das den Islam immer wieder belebt und ihn für jeden Ort und jeden Zeitpunkt erforderlich macht, um ein fortschrittliches Islam-Verständnis zu erlangen.“9

Zugleich kann folgende Definition als allgemeingültig angesehen werden: „Das Bemühen um eigenständige Meinungsbildung“.10

Ibn al-Ḥāǧib (gest. 1248) definierte Iǧtihād folgendermaßen: „istifrāġ al-faqīh al-wisʿ li-taḥṣīl ẓann bi-ḥukm šarʿī.“11 Der Faqīh gibt sich Mühe, um ein wahrscheinliches Scharia-Urteil abzuleiten.

Nach den vorhergehenden Definitionen kann der Autor eine umfassende Definition des Iǧtihād, die auf den Meinungen al-Baidāwī (gest. 1290) in Minhāǧ al-Wuṣūl ilā ʿIlm al-Uṣūl, Faḫr ad-Dīn ar-Rāzī (gest. 1148) in al-Maḥṣūl fi ʿIlm al-Uṣūl und anderen beruht, unterstreichen:

Iǧtihād ist die Anstrengung, um die Scharia-Bestimmungen (ungeachtet dessen, ob Ḥukm „die Bestimmung“, ẓannī „nicht endgültige Bestimmung“ oder qaṭʿī „endgültig bestimmte Scharia-Regelung“ war) mit der Betrachtung (an-naẓar), der Ableitung (alistinbāṭ) und der Induktion (al-istidlāl) zu erreichen.12

Zudem ist es intensive Anstrengung eines Juristen (ʿālim), um ein Urteil in der angewandten Scharia aus den islamischen Texten (dem Koran und der Sunna) abzuleiten.13

Mit diesen und anderen Definitionen wurde der Iǧtihād bei einigen Rechtsschulen als die vierten Rechtsquellenlehre nach dem Koran, der Sunna und dem Konsens festgelegt.14

1.3 Entwicklung und Etablierung des Iǧtihād

Der Begriff Iǧtihād erscheint zum ersten Mal in einem Ḥadīṯ des Propheten Muḥammad, als er Muʿāḏ in den Jemen schickte. Der Prophet habe ihn gefragt, wie er zwischen den Menschen richten würde, wenn sie zu ihm kämen, um ein Urteil zu suchen. Muʿāḏ antwortete: Mit dem Koran. Dann fragte ihn der Prophet: Und was wenn du dort keine Antwort findest? Muʿāḏ sagte: Dann richte ich nach der Sunna. Der Prophet fragte: nd wenn du keine Antwort findest? Muʿāḏ antwortete: Dann strenge ich mich selbst durch meine eigene Vernunft an und gebe mir dabei viel Mühe. Muḥammad bestätigte diese Vorgehensweise […]. Der Ḥadīṯ gilt für Muslime als authentisch (ṣaḥīḥ).15

Wael Hallaq bewies, dass der Begriff Iǧtihād bis zum 10. Jahrhundert mal in Verbindung mit raʾy und mal synonym mit qiyās als eine Art der Ableitung verstanden worden ist.16

ʿAbd al-Malik Ibn-ʿAbdallāh al-Ǧuwainī (gest. 1085) differenzierte einerseits zwischen der Anwendung des Iǧtihād in die praktisch-religiösen (furūʿ) und die nicht endgültigen Scharia-Regelungen (ẓannīyāt) und anderseits die endgültig bestimmten Scharia-Regelungen (qaṭʿīyāt).17

Erstmals nach der Etablierung der Rechtsschulen wurde über den Iǧtihād als einer Rangstufe des Gelehrten gesprochen.18

Abschließend ist festzustellen, dass das Verständnis des Iǧtihād in seiner Entstehungsbedeutung in zwei Auffassungen gespaltet ist: als Ableitung der SchariaRegelungen, falls kein Naṣṣ vorhanden ist und zum anderen im Sinne einer Rangstufe, die ein Rechtsgelehrter erreicht haben muss, um Scharia-Beurteilungen ableiten zu können. Im ersten Sinn wurde der Begriff Iǧtihād bis zur Entstehung der Rechtsschulen und zur Gestaltung der Uṣūl al-fiqh verwendet.

2. Al-Muǧtahid

2.1 Wer ist Muǧtahid?

Muǧtahid ist ein besonders qualifizierter Gelehrter, der sich um die Ermittlung der Scharia-Bestimmungen bemühen kann. Die Idee der Klassifizierung des Muǧtahid (Pl. Muǧtahidūn) erschien im Sprachgebrauch des Uṣūl erst ab dem 11. Jahrhundert. Das heißt nicht, dass das Konzept der „Kategorien" (ṭabaqāt) vor diesem Zeitpunkt bei den Gelehrten nicht bekannt war.

Die Anwendung und die Klassifizierung der Muǧtahidūn in verschiedenen Rängen kamen zum ersten Mal bei den Uṣūlīyyūn des 11. Jahrhundert vor. Ein Muǧtahid ist jemand, der in den klassischen Wissenschaften und in den Scharia-Bestimmungen ausgebildet ist. Die Qualifikationen eines Muǧtahids sind unverzichtbar.19

2.2 Die Voraussetzungen um Muǧtahid zu werden

Es gibt bestimmte Voraussetzungen, die vom angestrebten Muǧtahid erfüllt werden müssen. Sie sind wie folgt:

A Man muss Muslim sein.

B Man muss von hohem Verstand und Intelligenz sein

C Man muss die arabische Sprache ausreichend beherrschen.

D Man muss ausreichende Kenntnisse des Korans und seiner Wissenschaften haben.

E Man muss in der Sunna des Propheten umfangreiche Kenntnisse haben.

F Man muss das Wissen über die Grundlagen der islamischen Rechtswissenschaft haben.

G Man muss die Zielsetzung des Gesetzgebers (maqāṣid aš-Šarīʿa) bezüglich der

Gesetzgebung und des Rechtswesens verstehen (Notwendigkeiten, Annehmlichkeiten).20

Es soll in diesem Kontext erwähnt werden, dass Imām aš-Šāfiʿī (767-820) der erste und der beste ist, der die Iǧtihād-Voraussetzungen in seinem hervorragenden Werk ar- Risālah formuliert hat, als er in diesem Zusammenhang wunderbare und präzise Sätze erläutert hatte.

Er sagt: der Muǧtahid kann nicht den Analogieschluss als Methode verwenden, um eine Scharia-Regelung abzuleiten, außer, wenn er das Instrument hat, mit dem er messen kann. Dieses Instrument bzw. Instrumente (Voraussetzungen) sind folgendermaßen:

er muss genügende Kenntnis über die Bestimmungen (aḥkām) des Korans, über seine Pflichten, seine Ādābihi, seine aufhebende (nāsiḫ) als auch seine aufgehobene (mansūḫ) Bestimmung haben. Außerdem muss er das "Allgemeine" vom "Spezifischen" (Kategorie bei der Auslegung des Koran- und Sunna-Textes) und das "Bedingte" vom "Absoluten" unterschieden werden.

Falls der Muǧtahid für die Scharia-Bestimmungen im Buch Gottes einem mehrdeutigen Verse (taḥtamil at-taʾwīl) findet, muss er in der Sunna suchen. Wenn er darin nichts findet, dann soll er im Konsens weitersuchen. Sollte er auch dort nicht fündig werden, so muss er es dann im Analogieschluss herausfinden. Niemand darf den Analogieschluss verwenden, außer demjenigen, der genügende Vorkenntnisse der Sunna, der Tradition der Gefährten des Propheten, des Konsens und der arabischen Sprache erworben hat.

Muḥammad ʿAbduh, Muḥammad Rašīd Riḍā und Muḥammad Muṣṭafā al-Marāġī wurden im 20.Jahrhundert als Muǧaddidūn (die Erneuerer)und Muǧtahidūn angesehen.21

3. Zusammenfassung

Am Ende des Theorieteiles und als Schlussfolgerung kann ich hier bestätigen, dass der Iǧtihād seit der Prophetenzeit bis zur Gegenwart einer der wichtigsten vernünftigen Ansätze ist, um die Scharia-Bestimmungen für bestimmte Streitfragen und aktuelle Probleme, die die Muslime interessieren, abzuleiten. Auch im Rahmen des späteren Reformislams wird häufig auf den Iǧtihād zurückgegriffen, um islamisches Recht an die Gegebenheiten und die Erfordernisse von Ort und Zeit anzupassen, sowie die islamischen Gesellschaften von der Engstirnigkeit zu retten.

Basierend auf den Meinungen der Uṣūlīyyūn wie aš-Šāṭbī im al-Miwāfaqāt, Faḫr ad- Dīn ar-Rāzī im al-Maḥṣūl und aš-Šawqānī (gest. 1834) im Iršād al-Fiḥūl fi ʿIlm al- Uṣūl kann man auch sagen, dass die Voraussetzungen des Muǧtahid, Faqīh und Muftī identisch sind.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die wissenschaftlich-religiöse Untersuchung und der akademische Forscher im Bereich der Religionswissenschaft als moderne Auffassungen für beide Begriffe Muǧtahid und Iǧtihād angesehen werden.

Praktischer Teil

4. Al-Azhar

„Der Niedergang von traditionellen religiösen Institutionen führte weltweit zum Aufstieg des politischen Islam und des Extremismus. Die Al-Azhar ist die letzte Bastion des pan-islamischen Rationalismus und darf nicht in die Hände von Extremisten fallen.“22 Ein Kommentar von Ḥassan Ḥassan.23

Es ist bereits bekannt, dass in frühislamischer Zeit (bis auf wenige Ausnahmen) während der Entstehung der Rechtsschulen nur der individuelle Iǧtihād ausgeübt wurde.

Nach der Entstehung der Rechtsschulen wurde der kollektive Iǧtihād bekannt. Aber auch diese Art des Iǧtihād stützte sich, bis zur Gründung der religiösen Institutionen in Tunesien und Ägypten, nicht auf die institutionelle Ebene. Danach wurde der institutionelle Iǧtihād, dem die Regeln der Institution und der Grundlagen der wissenschaftlichen Forschung folgen, etabliert.

Zudem boten sich diesen wissenschaftlichen Einrichtungen einige Schwierigkeiten: das erste Element war die politische Neigung der Institutionen. Darüber hinaus wurde auch bewiesen, dass diese Institutionen gegen diejenigen eine extreme Methode verfolgten, die gegen ihre Orientierungen und ihre dogmatischen Überzeugungen verstießen. Dies hatte unmittelbaren Einfluss auf den Iǧtihād, auf die Freiheit der wissenschaftlichen Forschung und auf die Neutralität sowie die Fairness der Institutionen.

Eine der größten und wichtigsten Institutionen ist Al-Azhar, die als höchste Lehrinstanz des sunnitischen Islams betrachtet wird. Der Kampf zwischen den modernsten und traditionellsten Strömungen um die Grundsätze einer Erneuerung der ägyptischen Nation und die Reformbemühungen im Bereich von Erziehung und Rechtsprechung vollzogen sich in ständiger Auseinandersetzung mit der Al-Azhar und den Vertretern des traditionellen Denkens.

[...]


1 ʿAmāra, M.: Al-Aʿmāl al-Kāmila li-ʾl-Imām Muḥammad ʿAbduh, 3. Band, al-Qāhira 1993. S. 33.

2 Übers. d. Verf.

3 Während M. Abū Ḥaṭṭab Ḫālid "die Al-Azhar" schrieb, verwandte Wolf-Dieter Lemke "die Azhar".

3 Vgl. Ibn Manẓūr, Ǧamāl ad-Dīn Muḥammad: Lisān al-ʿArab, 3. Bd., Bairūt 1967, S. 133.

5 Vgl. Al-Fīrūzābādī, Maǧd ad-Dīn: Al-Qāmūs al-Muḥīṭ, 4. Bd., Kairo 1912, S. 122.

6 Vgl. ʻAkkāwī, Riḥāb: Al-Ḫalīl ibn Aḥmad al-Farāhīdī al-Baṣrī: Ṣāniʻ al-Naḥw wa-Wāḍiʻ al-ʻArūḍ, „o.O.“ 2003.

7 Vgl. Al-Ġazzālī, Abī Ḥāmid Muḥammad: Al-Muṣṭafā min ʿIlm al-Uṣūl, 2. Bd., Kairo 1995, S. 350.

8 Vgl. Zubair, Ḥafiẓ Muḥammad: “Comparative Study of Modern and Traditional Concept of Iǧtihād” <http://aripd.org/journals/jisc/Vol_2_No_2_June_2014/9.pdf journal of Islamic Studies and Culture pp. 119-151> S. 120-121.

9 Poya, Abbas: Anerkennung des Iǧtihād-Legitimation der Toleranz: Möglichkeiten innerer und äußerer Toleranz im Islam am Beispiel der Iǧtihād-Diskussion, Berlin 2003, S. 19.

10 Ebd., S. 21.

11 Ibn al-Ḥāǧib: Muḫtaṣr al-Muntahī, Bairūt 1908, S. 340.

12 Vgl. As-Sūsūh, ʿAbd-al-Maǧīd Muḥammad: Dirāsāt fi ʾl-Iǧtihād wa-Fahm an-Naṣṣ, Bairūt. 2003, 5.

13 Vgl. Zaydān, ʿAbdul Karīm: Al-Waǧīẓ fī ṣūl al-Fiqh, 6. Ausgabe, Kairo, S. 401.

14 Vgl Poya, Abbas: Anerkennung des Iǧtihād-Legitimation, a.a.O., S. 40.

15 Vgl. Poya, Abbas: Anerkennung des Iǧtihād-Legitimation, a.a.O., S. 50.

16 Vgl. Hallaq, Wael: “Iǧtihād.” In The Oxford Encyclopedia of the Modern Islamic World. <Vol. 2. Edited by John L. Esposito, 78-81. New York: Oxford University Press, 1995> (10.01.2015).

17 Vgl. Al-Ǧuwainī, ʿAbd-al-Malik Ibn ʿAbdallāh und ʿAbdallāh Ǧaulam an-Nībālī: Kitāb at-Talḫīṣ Fī Uṣūl al-fiqh, Bairūt, 1996, S. 24-25.

18 Vgl. Poya, Abbas: Anerkennung des Iǧtihād-Legitimation, a.a.O., S. 41.

19 Vgl. Poya, Abbas: Anerkennung des Iǧtihād-Legitimation, a.a.O., S. 41-42.

20 Vgl. Kiani, Tāhir Maḥūd, übers. von H. Citak: "Taqlīd: Das Vertrauen in einen Muǧtahid" <http://www.ahlu-sunnah.de/attachments/383_Taqlid.pdf, S. 1-10> (06.02.2015).

21 Vgl. Poya, Abbas: Anerkennung des Iǧtihād-Legitimation, a.a.O., S. 42-44.

22 Ḥassan Ḥassan. Übers. aus dem Englischen Laura Overmeyer: „Rolle der Al Azhar-Universität in Ägypten. In den Fängen der Politik“ <http://de.qantara.de/content/rolle-der-al-Azhar -universitat- agypten-den-fangen-der-politik, 2013> (3.02.15).

23 Ḥassan Ḥassan: Ein Autor für The Guardian, Foreign Policy und Carnegie Endowment.

Details

Seiten
36
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656927402
ISBN (Buch)
9783656927419
Dateigröße
896 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v294306
Institution / Hochschule
Universität Leipzig – Orientalisches Institut
Note
1,3
Schlagworte
al-azhar iǧtihād rationale deduktion strömungen jahrhunderts

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Titel: Al-Azhar und Iǧtihād. Rationale Deduktion und reformistische Strömungen des 20. Jahrhunderts