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Tiecks Komödie "Der gestiefelte Kater". Eine Analyse ausgewählter komischer Effekte und deren Wirkung

Hausarbeit 2012 13 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der gestiefelte Kater - Eine kurze Inhaltsangabe

3. Kontextuell spezifizierte Formen von Komik
3.1. Die Ebenenkomik
3.2. Die Figurenkomik
3.3. Das Satirische

4. Analyse der komischen Effekte

4.1. Analyse der Ebenenkomik

4.2. Analyse der Figurenkomik

4.3. Analyse des Satirischen

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der vorliegenden Hausarbeit soll es im Folgenden um die Herausarbeitung und Thematisierung der komischen Effekte und deren intendierte Wirkung in der Komödie Der gestiefelte Kater von Ludwig Tieck gehen. Zunächst gebe ich kurz den Inhalt des Stückes wieder, worauf der Versuch einer Definition von Komik, auf dessen Problematik ich noch näher in dieser Einleitung eingehen werde, folgt. Anhand dieser Definition werde ich dann im weiteren Verlauf der Hausarbeit die dazu passenden komischen Effekte in Der gestiefelte Kater herausstellen und hinsichtlich ihrer Funktion und Aufgabe näher analysieren. Zum Schluss erfolgt dann die nähere Betrachtung, inwieweit die Botschaft der Komödie und die bereits analysierten komischen Effekte in Verbindung zueinanderstehen.

Die bereits erwähnte Problematik, Komik zu definieren, soll nun näher erläutert werden. Von der Antike bis ins 20. Jahrhundert waren es noch Philosophen, Kunstwissenschaftler und Künstler, die sich an der Begriffsbestimmung des Komischen beteiligten. Diese noch recht übersichtliche Diskussion hat sich aber in jüngerer Zeit zu einem unübersichtlichen, kaum noch überschaubaren Forschungsfeld entwickelt. Von nun an beschäftigen sich Vertreter verschiedenster Disziplinen wie zum Beispiel die Philosophen, die Literatur- und Kulturtheoretiker, die Linguisten, die Psychologen, die Soziologen, die Anthropologen, die Biologen, die Mediziner, die Mathematiker, die Informatiker und viele weitere Personen, mit dem Komischen.1 Trotz der Uneinigkeiten, was man unter dem Komischen verstehen sollte, war man bis ins 19. Jahrhundert davon überzeugt, dass sich auf diese Frage eine einfache Antwort finden lasse. Aufgrund der zunehmenden Fülle von theoretischen Ansätzen und Überlegungen schwand ab 1900 dann langsam aber sicher die Überzeugung, Komik mit einer einfachen Antwort definieren zu können.2 Nachfolgend lassen sich die vielen verschiedenen Positionen in die Metakategorien des Universalismus und des Kontextualismus einteilen. Der Kontextualismus vertritt die Auffassung, dass „Komik im Auge des Betrachters entstehe und sich deshalb einer Bestimmung mit allgemeinen An- spruch entziehe.“3 Die Vertreter des Universalismus beharren weiter auf der Tradition, allgemeingültige Theorien und Definitionen zu entwickeln. Auch wenn der Universalismus seit rund hundert Jahren einer grundlegenden Kritik der Kontextualisten ausgesetzt ist, gilt er weiterhin als die vorherrschende Position in der Komikforschung.4 Eine Definition von Komik im kontextualistischem Sinne, hätte zur Folge, dass die Hausarbeit ziemlich kurz ausfallen würde. Somit werde ich mich eher auf den universalistischen Ansatz konzentrieren und innerhalb der zahlreichen Formen von Komiktheorien, die im Universalismus zu finden sind, eine für die Analyse des gestiefelten Katers passende Definition von Komik heraussuchen und mithilfe dieser die komischen Effekte in der Komödie näher analysieren.

2.Der gestiefelte Kater- Eine kurze Inhaltsangabe

Die Komödie Der gestiefelte Kater von Ludwig Tieck wurde 1797 veröffentlicht und gilt als Schauspiel eines Schauspiels. Das Märchen Der gestiefelte Kater wird in der Komödie als ein Theaterstück aufgeführt. Somit befindet sich der Leser zunächst in dem Theatersaal, in dem das Märchen aufgeführt werden soll. Dann beginnt das Theaterstück und das eigentliche Märchen über den gestiefelten Kater nimmt seinen Lauf. Dessen Inhalt soll hier kurz erläutert werden:

Nach dem Tod des Vaters hinterlässt der ehemaliger Müller seinen drei Söhnen Lorenz, Barthel und Gottlieb drei Dinge. Ein Pferd, einen Ochsen und einen Kater. Die Hinterlassenschaften werden nach dem Alter der Söhne aufgeteilt. Der älteste Sohn, Lorenz, nimmt das Pferd. Barthel bekommt den Ochsen und der jüngste Sohn, Gottlieb, bekommt den Kater, genannt Hinze. Dieser entpuppt sich aber als ein besonderes Tier. Er kann sprechen und hat den Verstand eines Menschen. Da Gottlieb ihn immer gut behandelt hat, will sich der Kater nun bei ihm revanchieren. Währenddessen sucht der derzeitig regierende König für seine Tochter einen Gemahl. Hinze nutzt diese Gelegenheit Gottlieb als Grafen von Carabas auszugeben, indem er ihm einen guten Ruf, königliche Kleider und ein prächtiges Schloss verschafft. Letztendlich bringen die geschaffenen Illusionen des Katers den erwünschten Erfolg. Gottlieb heiratet die Königstochter und lebt glücklich in Rum und Reichtum.

Vor, während und nach der Aufführung des Theaterstücks, bekommt der Leser Unterhaltungen, Bemerkungen und Empörungen über das Stück seitens des Publikums präsentiert, welche überwiegend in dem Prolog, in den zwei Zwischenakten und im Epilog der Komödie zu finden sind. Gerade diese Scenen verdeutlichen das Motiv des Schauspiels im Schauspiel.5

3. Kontextuell spezifizierte Formen von Komik

Aufgrund der verschiedenen komischen Effekte, die Tieck in seiner Komödie benutzt oder nur kurz anschneidet, ist es leider nicht möglich, eine prägnante Definition von Komik zu entwerfen, die alle Formen von Komik in sich vereint. Die aber von Tieck formulierte Auffassung, dass Komische sei inkongruenztheoretisch fundiert und kontextuell spezifiziert, erlaubt mir, einzelne, kontextabhängige Definitionen von Komik für meine weitere Analyse zu verwenden. Diese werde ich im Folgenden jeweils kurz vorstellen und im darauffolgenden Kapitel, mit deren Hilfe, die komischen Effekte in der Komödie näher analysieren.6

3.1. Die Ebenenkomik

Unter Ebenenkomik wird die Durchbrechung der „Grenzen zwischen textinternem und textexternem Bereich oder zwischen den ontologischen Ebenen der Werkwelt“7 verstanden. Der textinterne Bereich ist die Handlung oder die Geschichte im Werk selbst. Der textexterne Bereich ist das Buch, in dem die Geschichte niedergeschrieben wurde. So bezeichnen wir also zum Beispiel Reflexionen oder Gespräche von Charakteren über das literarische Werk, in dem sie sich befinden, als Durchbrechung der Grenze zwischen textinternem und textexternem Bereich.

[...]


1 Vgl. Tom, Kindt: Literatur und Komik. Zur Theorie literarischer Komik und zur deutschen Komödie im 18. Jahrhundert. Berlin 2011, S. 7.

2 Vgl. Kindt: Literatur und Komik, S. 8.

3 Kindt: Literatur und Komik, S. 8.

4 Vgl. Kindt: Literatur und Komik, S. 24.

5 Vgl. Ludwig, Tieck: „Der gestiefelte Kater“. In: Ders.: Tiecks Werke. 3 Bde. Hg. v. Gotthold Ludwig Klee. Kritisch durchgesehene und erläuterte Ausgabe. Leipzig und Wien 1892. Bd. 1: Gedichte, Dramen. S. 109 – 166, hier: S. 109f.

6 Vgl. Kindt: Literatur und Komik, S. 234.

7 Kindt: Literatur und Komik, S. 148.

Details

Seiten
13
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656938118
ISBN (Buch)
9783656938125
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v295666
Institution / Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,7
Schlagworte
tiecks komödie kater eine analyse effekte wirkung

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Titel: Tiecks Komödie "Der gestiefelte Kater". Eine Analyse ausgewählter komischer Effekte und deren Wirkung