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Der Fragebogen. Eine quantitative Forschungsmethode in der Sozialforschung

Hausarbeit 2015 16 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Fragebogen als Forschungsmethode in der empirischen Sozialforschung
2.1 Vom Aufbau eines Fragebogens bis hin zum Pretest
2.2 Drei unterschiedliche Frageformen
2.3 Aspekte der formalen Fragebogengestaltung

3. Die Konstruktion eines Fragebogens in einer Forschungsgruppe
3.1 Erstellung, Durchführung und Auswertung des Fragebogens
3.2 Entstandene Schwierigkeiten und Probleme während des Forschungsprozesses

4. Ergebnisinterpretation einer gebildeten Hypothese

5. Resümee

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Beispiel des Abschnittes "Hinweise zum Ausfüllen des Fragebogens"

Abbildung 2: Beispiel der grau hinterlegten Zeilen im Abschnitt C)

Abbildung 3: Beispiel der Pünktchen zwischen den Antworten und Formularkästchen

Abbildung 4: Das Wort "Studienwahl" fehlt

Abbildung 5: Häufigkeitstabelle: Abgeschlossene Berufsausbildung vor Studium

Abbildung 6: Kreisdiagramm: Abgeschlossene Berufsausbildung vor Studium

Abbildung 7: Säulendiagramm: Branche der absolvierten Berufsausbildung

1. Einleitung

In der quantitativen Sozialforschung wird oftmals ein Fragebogen zur Erhebung von Daten verwendet. Durch eine Quantifizierung werden empirische Sachverhalte in Zahlen übersetzt. Bei dieser Forschungsmethode wird eine repräsentative Stichprobe für die Befragung ausgewählt, die repräsentativ das zu erforschende Umfeld vertreten sollte. Im ersten Kapitel dieser Arbeit wird der Fragebogen, als Forschungsmethode in der Sozialforschung, näher erläutert. Anschließend wird diese Methode, anhand einer Fragebogenerstellung in einer eigenen Forschungsgruppe, vorgestellt. Des Weiteren werden die entstandenen Schwierigkeiten und Probleme während der Konstruktion, Durchführung und Auswertung beschrieben und zum Abschluss erfolgt eine Ergebnisinterpretation einer eigenen Hypothese. Diese Hypothese wurde lediglich für einen Teilbereich des Fragebogens aufgestellt. Wie ich das Arbeiten mit dieser Forschungsmethode empfand und welche Verbesserungsvorschläge ich im Nachhinein vorzubringen habe, ist im abschließenden Resümee zu lesen.

Ich möchte darauf hinweisen, dass ich in meiner Arbeit die grammatikalisch männliche Sprachform verwende, es sind jedoch immer weibliche und männliche Personen gemeint.

2. Der Fragebogen als Forschungsmethode in der empirischen Sozialforschung

Der Fragebogen gilt als ein zentrales Element der Umfrageforschung, dessen Konstruktion oftmals unterschätzt wird. Die Kernfunktion des Fragebogens liegt darin, dass die unterschiedlichen Denkweisen zwischen der geprägten wissenschaftlichen Vorstellung und dem weniger systematischen Denken im Alltagsleben verstanden und voneinander getrennt werden müssen. Die Komplexität der zu beachtenden Faktoren bei der Fragenbogenerstellung ist nicht zu verkennen (vgl. Petersen 2014, S.16f).

2.1 Vom Aufbau eines Fragebogens bis hin zum Pretest

Die Konstruktion des Fragebogens ist eine mühsame Aufgabe. Das Übernehmen bereits vorhandener Fragen aus vorliegenden Fragebögen kann sehr hilfreich sein. Dadurch werden Fehler vermieden, Zeit und Aufwand gespart, sowie Vergleiche mit anderen Studien ermöglicht. Der Aufbau eines Fragebogens sollte eine gewisse Struktur aufweisen und somit den Adressaten Vertrauen vermitteln. Dieses Vertrauen kann bspw. durch eine chronologische Vorgehensweise entstehen. Folglich entsteht eine Struktur, welche den Befragten bekannt ist und die Beantwortung der Fragen erleichtert. Demnach beinhaltet der erste Schritt die Bildung verschiedener Themenbereiche. Diese müssen schließlich in eine logische Reihenfolge gebracht werden. Die Fragen des ersten Themenschwerpunktes sollten so konzipiert sein, dass sie den Einstieg in den Fragebogen erleichtern. Diese Fragearten sind auch als „Warm-Up-Fragen“ bekannt. Sie müssen nicht zwangsläufig mit der Forschungsfrage verbunden sein und können deshalb allgemein formuliert werden. Weiterhin sollten am Anfang des Fragebogens Fachbegriffe oder offene Fragen vermieden werden. Die Gefahr, dass bereits zu diesem Zeitpunkt das Interesse der Interviewten schwindet, wird dadurch umgangen (vgl. Kirchhoff u. a. 2008, S.19ff).

In vielen Fragebögen werden Skalen verwendet. Durch eine Skala soll die Ausprägung der Zustimmung oder Ablehnung des Befragten deutlich gemacht werden. Um die Einstellungsdimensionen messen zu können, wird eine Vielzahl an Fragen gestellt. Im Fachjargon spricht man von sog. Fragebatterien. Diese werden eingesetzt, wenn eine einzelne Frage zu einer Zieldimension nicht ausreichend formuliert werden kann. Bei einer Skala werden die Antwortmöglichkeiten abgestuft. Dabei wird bevorzugt eine fünfstufige Skala verwendet. Darin sind jeweils zwei Antwortmöglichkeiten bzgl. der Ablehnung und Zustimmung sowie eine neutrale Mitte vorgegeben. Eine fünfstufige Skala könnte folgendermaßen aussehen:

Der letzte Teil eines Fragebogens beinhaltet, neben einem Raum für Anmerkungen, eine gewählte Danksagung für die Unterstützung an dem Forschungsprozess. Des Weiteren eignen sich für den Schlussteil einfache demografische Fragen wie nach dem Alter, da die Befragten zum Ende hin möglicherweise Ermüdungserscheinungen aufweisen. Ebenfalls können im letzten Abschnitt unangenehme Fragen gestellt werden, sodass der Gefahr eines frühzeitigen Abbruchs vorgebeugt wird (vgl. ebd., S.21ff).

Nach der inhaltlichen Festlegung folgt die Fragebogengestaltung (sh. Kap. 2.4) und anschließend der Pretest. Bei einem Pretest erhält eine Stichprobe, die der zu befragenden Personengruppe ähnelt, den Fragebogenentwurf zum Ausfüllen und Kritisieren. Die Testpersonen bewerten und prüfen den Inhalt auf Verständlichkeit oder Fehler. Zudem beurteilen sie die Fragebogengestaltung sowie die Befragungsdauer. Pretests haben einen hohen Stellenwert für die Forscher, um die Fragen nochmals auf Schlüssigkeit, Fehler und Zielgenauigkeit prüfen zu können. Diese Testdurchläufe sollten nach jeder Korrektur erneut durchgeführt werden. Abschließend entsteht die Endfassung des Fragebogens (vgl. ebd., S.24f).

2.2 Drei unterschiedliche Frageformen

Die Fragen werden in offenen, halboffenen und geschlossenen Fragen differenziert. Bei den offenen Fragen sind keine Antwortmöglichkeiten vorgegeben, so dass die Befragten ihre Antworten frei gestalten können. Die halboffenen Fragen enthalten eine zusätzliche Kategorie wie „Sonstiges“. Bei dieser Frageform werden zwar Antwortmöglichkeiten vorgegeben, jedoch ist das Ausschöpfen aller Alternativen nicht möglich. Der Interviewte erhält so die Möglichkeit, offen auf diese Frage zu antworten, wenn diese nicht seine gewünschte Antwort in den Alternativen aufweist. Die dritte Frageform umfasst die geschlossenen Fragen. Bei diesen Fragetypen muss der Befragte sich zwischen vorgegebenen Antwortmöglichkeiten entscheiden. Daher ist es wichtig, dass alle Antwortalternativen sich gegenseitig ausschließen und vor allem jegliche Möglichkeiten in alle Richtungen ausgeschöpft werden. Geschlossene Fragen sind, im Vergleich zu offenen Fragen, in ihrer Auswertung eher unkompliziert. Allerdings bieten halboffene und offene Fragen den Raum für neue Erkenntnisse (vgl. Pallas 2006, S.341f).

2.3 Aspekte der formalen Fragebogengestaltung

Die Gestaltung eines Fragebogens spielt eine wesentliche Rolle. Je ansprechender die Optik für den Befragten ist, desto ernster wird die Forschungsgruppe von ihm genommen. Das Aussehen kann sich ebenso auf die Motivation des Fragebogenausfüllers auswirken. Die Gestaltung des Layouts ist mit Mühen verbunden, insbesondere nach Korrekturen. Einige Fragen werden rausgenommen, andere werden erweitert oder neue hinzugefügt. Nach den Änderungen ähnelt der Fragebogen kaum noch dem anfänglichen Layout. Dadurch entsteht die Herausforderung, dass einige Fragen nicht mehr auf die vorherige Seite passen, nachfolgende Nummerierungen abgeändert werden müssen oder der Fragebogen nun viel zu lang ist, sodass eine erneute Überarbeitung sich nicht vermeiden lässt (vgl. Kirchhoff u. a. 2008, S.25ff).

Der Fragebogen wird immer mit dem Titel der Befragung sowie einem Begrüßungstext eröffnet. Vorstellung der Forschungsgruppe oder des durchführenden Instituts, prägnante Erklärung des Forschungsanliegens, Hinweise zur Anonymität und der Dank für die Teilnahme sind die wesentlichen Punkte, die in dem Anfangstext enthalten sein sollten. Anschließend geht es mit den „Hinweisen zum Ausfüllen des Fragebogens“ weiter. Der Befragte muss auf alle Aufgaben hingewiesen werden. Diese Hinweise sollten anschaulich und verständlich gestaltet sein. Der Fragebogenersteller sollte immer davon ausgehen, dass die zu befragenden Personen noch keinerlei Erfahrungen mit dem Ausfüllen solcher Methoden gemacht haben. Fachbegriffe, falls vorhanden, sollten im Vorfeld erläutert werden (vgl. Porst 2011,S.34-47).

Das Layout eines Fragebogens sollte übersichtlich, ansprechend und funktional gestaltet sein. Textverarbeitungsprogramme (bspw. Word) bieten diverse Möglichkeiten diese Komponenten umzusetzen. Für kleinere Forschungsarbeiten ist diese Art der Layout-Gestaltung ausreichend. Bei umfangreichen Forschungen wird die Gestaltung des Fragebogen-Layouts eher einem professionellen Gestalter überlassen. Generell sollte man folgende Faktoren vermeiden:

Eine zu kleine Schrift sowie eine schwer lesbare Schriftart

Zu viel Text und Antwortkästchen auf einer Seite

Zu enge Abstände (keine Freizeilen)

Zu viele verschiedene Farben

Bei Fragebatterien können grau hinterlegte Zeilen das Erscheinungsbild strukturierter und übersichtlicher erscheinen lassen. Auch eine Abwechslung zwischen den drei Frageformen und Skalen kann sich positiv auf das Gesamtbild auswirken. Die letzte Seite enthält einen Raum für Ergänzungen oder Anmerkungen. Der freie Platz sollte ausreichend und noch vor der Danksagung gestaltet werden (vgl. Porst 2011, S.157-168).

3. Die Konstruktion eines Fragebogens in einer Forschungsgruppe

Im Rahmen unserer Veranstaltung bildeten wir unterschiedliche Gruppen, um die verschiedenen qualitativen oder quantitativen Forschungsmethoden praktisch anzuwenden. Unsere Forschungsgruppe zum Thema „Erstellung eines Fragebogens“ bestand aus zehn Personen. Wir befragten insgesamt 111 Studierende aus dem dritten sowie fünften Semester des Studiums Soziale Arbeit an der Hochschule Fulda zur Studienzufriedenheit.

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Details

Seiten
16
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656938651
ISBN (Buch)
9783656938668
Dateigröße
715 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v295861
Institution / Hochschule
Hochschule Fulda
Note
1,0
Schlagworte
fragebogen eine forschungsmethode sozialforschung

Autor

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Titel: Der Fragebogen. Eine quantitative Forschungsmethode in der Sozialforschung