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Das Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun. Anwendung bei pflegenden Angehörigen demenzkranker Patienten in der ambulanten Pflege

Hausarbeit 2013 21 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methode

3. Kommunikationsmodell - Friedemann Schulz von Thun
3.1. Entstehung des Kommunikationsmodells
3.2. Grundlagen einer Nachricht
3.3. Die Sachseite
3.4. Die Selbstoffenbarungsseite
3.5. Die Beziehungsseite
3.6. Die Appellseite
3.7. Das vier Ohren Modell
3.7.1. Das Sach-Ohr
3.7.2. Das Beziehungs-Ohr
3.7.3. Das Selbstoffenbarungs-Ohr
3.7.4. Das Appell-Ohr
3.8. Der Empfang einer Nachricht
3.9. Interaktion

4. Die Anwendung des Kommunikationsmodells in der Praxis
4.1. Fallbeispiel
4.2. Pflegende Angehöriger demenziell erkrankter Menschen
4.3. Anwendung des Kommunikationsmodells im Umgang mit pflegenden Angehörigen demenziell erkrankten Menschen in der ambulanten Pflege, am Beispiel des Fallbeispiels
4.4. Ziele für die Anwendung des Kommunikationsmodells im Umgang mit pflegenden Angehörigen demenziell erkrankten Menschen für die Pflege

5. Zusammenfassung und Diskussion

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

1. Einleitung

„Die Demenzerkrankung erfasst im Krankheitsverlauf alle Lebensbereiche: Der Betroffene wird nicht nur vergesslicher, sondern verliert Zug um Zug seine Fähigkeiten, selbstständige Tätigkeiten auszuüben, für sich zu sorgen und Beziehungen zu pflegen. Das heißt, er wird schrittweise immer hilfloser. Das ist nicht nur für ihn ein sehr schweres Los, sondern auch für die anderen Familienmitglieder und natürlich besonders für diejenigen, der die Hauptlast der Pflege auf sich nimmt.“ (Engel 2006, 12). In Deutschland leben nach Schätzungen ca. 1,3 Millionen Menschen mit einer Demenz (Schüttlerlin 2011). Aufgrund des demografischen Wandels, werden die Zahlen der demenziell erkrankten Menschen in Deutschland stetig wachsen (Schüttlerlin 2011). Die meisten der an Demenz erkrankten werden nach wie vor zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung versorgt (Schüttlerlin 2011). Die Belastung der pflegenden Angehörigen, bei demenziell erkrankten Menschen, ist sehr hoch. Da die zu leistende Pflege psychisch sehr belastend ist, aufgrund von Wesensveränderungen durch die Demenz, kann es bspw. zu einem gestörtem Tag-/Nachtrhythmus etc. kommen (Schüttlerlin 2011). Häufig werden pflegende Angehörige bei der täglichen Pflege von ambulanten Pflegediensten unterstützt, gerade bei professionellen Pflegekräften kann von den Angehörigen auch einmal „Dampf abgelassen“ werden. Immer wieder kommt es vor, dass Angehöriger demenziell erkrankter Menschen, Kritik an professionelle Pflegekräfte richten. Dabei, zeigt die Erfahrung in diesem Bereich und Kenntnisse über Kommunikationsmodelle aus der Ausbildung und einem mehrtägigen Kommunikationstrainings, dass diese Kritik, häufig nicht an die professionellen Pflegekräfte persönlich gerichtet ist, sondern häufig ganz andere Ursachen hat (demenz-kompakt 2012). Im ersten Teil dieser Hausarbeit, soll das Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun in seinen Kernelementen beschrieben werden. Es werden die Entstehung, die Grundlagen und die Ziele des Kommunikationsmodells beschrieben. Diese Beschreibung wird sich allgemein auf die Kommunikation zwischen Sender und Empfänger beziehen. Im zweiten Teil dieser Hausarbeit wird das Kommunikationsmodell in den Kontext der Thematik pflegender Angehöriger demenziell erkrankter Menschen gestellt. Es soll heraus gearbeitet werden, welche Belastungen für pflegende Angehörige demenziell erkrankter Menschen besteht und wie dies in der Praxis zu einer gestörten Kommunikation zwischen pflegendem Angehörigen und professioneller Pflegekraft führen kann. Daraus soll erfolgen, wie professionelle Pflegekräfte eine gestörte Kommunikation durch Kenntnisse des Kommunikationsmodells vermeiden können. Es wird auf die weibliche Schreibweise bei Sender und Empfänger aus Gründen der Einfachheit verzichtet. Die beschriebene Situation im Fallbeispiel hat so sattgefunden, die Namen sind jedoch erfunden, aus Gründen der Anonymisierung.

2. Methode

Zur Bearbeitung diese Hausarbeit wurde die Methode der Literaturrecherche verwendet. Recherchiert wurde nach den aufgeführten Begriffen der Gliederung. Während der Literaturrecherche stellte sich heraus, dass es schwierig ist, Literatur zu finden, die sich mit dem Umgang über pflegenden Angehörigen beschäftigt. Häufig findet sich Literatur im Umgang, professionelle Pflegekraft mit demenziell erkrankten Menschen selbst oder, wie Angehörige mit demenziell erkrankten Menschen in ihrer Umgebung umgehen sollten, aber wenig über die Kommunikation zwischen Pflegekraft und pflegenden Angehörigen. Es wurde eine Webseite gefunden (keine wissenschaftliche Quelle), die auf den Umgang mit pflegenden Angehörigen eingeht, diese wurde teilweise für die Hausarbeit mit verwendet und findet sich im Literaturverzeichnis wieder. Daher wird sich zeitweise auch auf Erfahrungen aus der Praxis gestützt. Da das Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun sehr ausführlich und umfassend ist, werden nur die Kernelemente des Kommunikationsmodells beschrieben, da eine vollständige Erläuterung den Umfang dieser Hausarbeit übersteigen würde, es wird jeweils auf die angegebene Literatur verwiesen. Auf die Demenzerkrankung wird in dieser Hausarbeit nicht eingegangen, auch dies würde, den vorgegebenen Umfang der Hausarbeit übersteigen. Es wird vielmehr auf die pflegenden Angehörigen und deren Belastung aufgrund der zu leistenden Pflege eingegangen und jeweils auf die angegebene Literatur verwiesen. Es wird nur deutschsprachige Literatur verwendet.

3. Kommunikationsmodell - Friedemann Schulz von Thun

3.1. Entstehung des Kommunikationsmodells

Friedemann Schulz von Thun studierte Psychologie in Hamburg. Sein Professor, Reinhard Tausch, rief 1969 eine Forschungsprojekt ins Leben. Darin sollte es um die Fragestellung gehen, wie Informationen verständlich vermittelt werden sollen (Schulz von Thun 2011, 12f.), daraus entwickelte sich langsam das „Hamburger Verständlichkeitsmodell“ (Schulz von Thun 2011, 13). 1970 bat ein Hamburger Industrieunternehmen, die Gruppe um Reinhard Tausch, einen „[…]psychologischen Beitrag zur Kommunikationsfähigkeit von Mitarbeitern[…]“ (Schulz von Thun 2011, 13) zu liefern (Schulz von Thun 2011). Aus den gegebenen Denkansätzen entstand 1977 von Friedemann Schulz von Thun ein Quadrat, das die vier Seiten einer Nachricht aufzeigt. Mit Hilfe dieses Quadrats ist es möglich eine Nachricht in den Sachaspekt, den Beziehungsaspekt, den Selbstoffenbarungsaspekt und den Appellaspekt (Schulz von Thun 2011) zu unterteilen. Schulz von Thun (2011, 11f.) richtet seine Bücher „Miteinander reden“ an die Allgemeinheit, mit dem Anliegen, die Kommunikation etwas deutlicher zu machen. Auf die einzelnen Seiten einer Nachricht wird in den nachfolgenden Teilen der Arbeit eingegangen.

3.2. Grundlagen einer Nachricht

In der zwischenmenschlichen Kommunikation gibt es immer einen Sender und einen Empfänger. Der Sender ist derjenige, der seinem Gegenüber etwas mitteilen möchte, er hat also eine Nachricht. Der Empfänger ist derjenige, an den sich die Nachricht des Senders richtet (Schulz von Thun 2011). Häufig stimmen die gesendeten Nachrichten mit den empfangenen Nachrichten überein, es hat also eine Verständigung stattgefunden (Schulz von Thun 2011). Der Empfänger hat die Möglichkeit, die empfangene Nachricht zurückzumelden, dadurch kann der Empfänger sicherstellen, dass das was er verstanden hat, auch das war was der Sender beabsichtigte zu sagen (Schulz von Thun 2011). Eine solche Rückmeldung der Nachricht nennt man Feedback (Schulz von Thun 2011). Eine Nachricht hat jedoch nicht nur einen Teil, sie besteht immer aus vier Teilen, dieses macht die zwischenmenschliche Kommunikation häufig so schwierig und es kann zu einer gestörten Kommunikation kommen (Schulz von Thun 2011). Die vier Seiten einer Nachricht werden in den nachfolgenden Kapiteln dieser Hausarbeit noch genauer erläutert. Eine Nachricht enthält folglich einige Botschaften mehr, als man auf den ersten Eindruck denkt (Schulz von Thun 2011). Bei gesendeten Nachrichten ist in explizite und implizite Botschaften zu unterscheiden. Explizite Botschaften sind die Botschaften, die ausdrücklich formuliert werden, sozusagen ohne Umschweife zu machen. Implizite Botschaften sind die Botschaften, in denen etwas zwischen den Zeilen gelesen werden kann, d.h. es steckt etwas in der Nachricht oder es könnte wenigstens etwas in der Nachricht stecken, das jedoch nicht wörtlich formuliert wird (Schulz von Thun 2011). Diese expliziten und impliziten Botschaften sind auf allen vier Seiten einer Nachricht möglich. Häufig ist es so, dass die implizit gesendeten Botschaften sogar die eigentliche Hauptbotschaft einer Nachricht ausmachen. Im Notfall kann man sich so aus einer Sache noch besser herausreden, da man ja nichts direkt geäußert hat (Schulz von Thun 2011). Der nonverbale Teil einer Nachricht ist vor allem, bei den impliziten Botschaften nicht außer Acht zu lassen, da diese Botschaften häufig auf nonverbalem Wege zum Ausdruck gebracht werden. Dies geschieht demnach über die Stimme, die Betonung, die Aussprache, Gestik und Mimik. Wie sagt man doch häufig so schön? „Der Ton, macht die Musik“. Eine Nachricht kann, durch den nonverbalen Teil, mit den gleichen Worten, sehr verschiedenen Bedeutungen haben (Schulz von Thun 2011). Schulz von Thun beschreibt, die Kongruenz bzw. Authentizität und die Inkongruenz in seinem Werk, hierbei bezieht er sich auf Carl Rogers (Schulz von Thun 2011, 131ff.). Unter Kongruenz wird verstanden, wenn jemand das nach außen trägt, was innerlich in ihm vorgeht. Inkongruenz ist folglich, wenn jemand eine Rolle spielt, sich nach außen anders gibt, als er sich innerlich fühlt (Rogers 2006). Um eine kongruente Selbstoffenbarungsnachricht zu senden, ist es wichtig, dass dem Sender klar ist, wie er sich innerlich fühlt (Schulz von Thun 2011, 133). Um einem Sender Glauben schenken zu können, ist es wichtig, dass der Sender versucht, kongruent zu sein. Dies gelingt nicht immer vollständig, jedoch ist eine Annäherung auch schon ausschlaggebend dafür, ob der Empfänger den Sender als kongruent empfindet (Rogers 2006). Für den Sender ist es wichtig zu wissen, wie er sich innerlich fühlt und diesen auch zum Ausdruck zu bringen, da es sonst zu einem Stau der Gefühle kommt und das nicht ewig ausgehalten werden kann (Rogers 2006, 308ff.). Schulz von Thun ist der Auffassung, dass es sehr wichtig ist, kongruent zu sein, da dies der Vorbeugung von Konflikten innerhalb der Kommunikation dient (Schulz von Thun 2011, 137ff.). Das Zitat, „Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Watzlawick 2003, 53) muss an dieser Stelle abschließend gebracht werden, da auch Schulz von Thun der Auffassung ist, dass Kommunikation immer in zwischenmenschlichen Beziehungen stattfindet (Schulz von Thun 2011, 37).

3.3. Die Sachseite

Um Sachaspekte klar und verständlich mitzuteilen diente das Hamburgerverständlichkeitsmodell (Schulz von Thun 2011, 14). Auf der Sachseite kommt es darauf an, Inhalte rein sachlich weiterzugeben. Sie dient sozusagen, dem Austausch von Sachinformationen (Schulz von Thun 2011, 28). Häufig besteht jedoch das Problem, dass ein Gespräch nicht immer rein sachlich verläuft, entweder weichen Sender und Empfänger immer wieder auf andere Seiten aus oder der Empfänger ist nicht immer rein bei der Sache (Schulz von Thun 2011, 147). Ein zweites Problem liegt darin, dass es für den Empfänger zeitweise schwierig sein kann, eine Sachinformation immer richtig zu verstehen, oder diese werden teilweise gar nicht verstanden (Schulz von Thun 2011, 147). Vielen fällt es schwer eine Verständigung rein auf der Sach- Ebene auszuführen, dies liegt daran, dass diese Art von Verständigung eine eher ungeübte ist. Häufig wird sachlich doch so kommuniziert, dass Gefühle und Strebungen mit in die Nachricht fallen. Solange diese nicht die Oberhand gewinnen, findet eine Kommunikation weiter auf der Sachebene statt (Schulz von Thun 2011, 147f.).

3.4. Die Selbstoffenbarungsseite

In jeder Nachricht steckt eine Information über den Sender, die sogenannte Selbstoffenbarung. Ein Sender gibt in jeder Nachricht etwas von sich selbst preis, ob er dies beabsichtigt oder unbeabsichtigt tut spielt dabei keine Rolle, er gibt etwas preis, ob er will oder nicht, laut Schulz von Thun ist dies ein existentielles Phänomen (Schulz von Thun 2011, 109). „Diese Selbstoffenbarung kann mehr oder weniger bewusst, mehr oder weniger reichhaltig und tiefgreifend und mehr oder weniger getarnt und versteckt sein - aber kann nicht nicht sein.“ ( Schulz von Thun 2011, 109). Wenn ein Sender, einen sachlichen Inhalt weitergeben möchte, macht er sich trotzdem häufig auch bspw. darüber Gedanken, wie er bei dem Empfänger ankommt, ob er einen guten Eindruck hinterlässt und/oder kompetent wirkt auf seinem Gebiet, dies kostet den Sender, aber auch den Empfänger viel Energie (Schulz von Thun 2011, 29). Schulz von Thun spricht dabei von einer Selbstoffenbarungsangst (2011, 109). Die Selbstoffenbarungsangst wird besonders deutlich in Situationen, wo der Sender weiß, dass der Empfänger eine Nachricht mit dem Selbstoffenbarungs-Ohr hört. Als ein gutes Beispiel hierfür nennt Schulz von Thun (2011, 110) die Prüfungsangst. Aber auch in alltäglichen Situationen besteht die Selbstoffenbarungsangst, da in jeder Nachricht immer eine Selbstoffenbarung enthalten ist. Durch negative Beurteilungen von anderen, aber auch häufig vom Sender selbst aus, kommt die Selbstoffenbarungsangst zustande. Häufig passiert es, dass der Sender sich dadurch nicht traut etwas zu sagen, besonders bei einer großen Gruppe von Empfängern ist dies der Fall (Schulz von Thun 2011, 110f.). Die Selbstoffenbarungsangst findet laut Schulz von Thun (2011, 112f.) seinen Ursprung schon in der frühen Kindheit. Der Sender besitzt Möglichkeiten die Selbstoffenbarungsseite zu gestalten. Schulz von Thun unterteilt dies grob in die Imponier- und Fassadentechnik (2011, 118). Die Imponiertechnik benutzt der Sender, um sich selbst als gut oder besser darzustellen. Dies geschieht meist beiläufig, bspw. durch gehobene Sprache oder nebenbei gemachte Bemerkungen, die den Sender besonders hervorheben (Schulz von Thun 2011, 119f.). Nicht immer gelingt die Imponiertechnik, dies ist abhängig davon, ob der Empfänger auf diese Art des Imponierens anspringt (Schulz von Thun 2011, 120). Bei der sogenannten Fassadentechnik spielt die Selbstoffenbarungsangst wieder eine Rolle, da der Sender diese Angst verspürt, hat er Methoden entwickelt, wie er etwas verbergen kann (Schulz von Thun 2011, 121ff.). Das Wort „Ich“ wird hierbei häufig umgangen, es wird ersetzt durch Worte wie „man, wir, es“. Des Weiteren wird häufig eine Frage gestellt durch die der Sender die Möglichkeit nutzt, dass andere etwas von sich preis geben müssen. Oftmals werden auch „Du-Botschaften“ gesendet, anstatt von sich selbst und seinem Empfinden etwas zu sagen (Schulz von Thun 2011, 124ff.).

Der Sender kann eine Selbstoffenbarung auch so gestalten, dass er sich selbst schlechter darstellt als er ist, um bspw. beim Empfänger einen Widerspruch zu erzielen und ein Kompliment zu bekommen, Schulz von Thun spricht dabei von einer demonstrativen Selbstverkleinerung (2011, 127f.). Außerdem ist auf der Selbstoffenbarungsseite die Wichtigkeit der kongruenten und inkongruenten Nachrichten noch einmal zu erwähnen, wie in Kapitel 3.2. beschrieben, wenn eine Nachricht kongruent ist, wird dem Sender eher Glauben geschenkt, da der Empfänger den Eindruck erhält, dass der Sender auch innerlich mit dem übereinstimmt, was er nach Außen trägt.

3.5. Die Beziehungsseite

Aus einer gesendeten Nachricht kann man außerdem Schlüsse ziehen, wie der Sender zu dem Empfänger steht. Dies macht sich durch, Tonfall, Formulierung und Non- verbalem Verhalten bemerkbar (Schulz von Thun 2011, 30). In dieser Seite liegt ebenfalls ein Stück Selbstoffenbarung, aber da der Empfänger hier, im Gegensatz zur Selbstoffenbarung vgl. Kapitel 3.4. persönlich betroffen ist, wird dieser Teil der Nachricht unterschieden (Schulz von Thun 2011, 30). Auf der Beziehungsseite sind immer zwei unterschiedliche Botschaften vorhanden, zum einen wie der Sender zu dem Empfänger steht und zum anderen was der Sender von dem Empfänger hält (Schulz von Thun 2011, 182ff.). Fühlt der Empfänger sich auf der Beziehungsseite nicht richtig behandelt, kommt es zu einem Konflikt, Sachinhalte werden bspw. gar nicht wahrgenommen, da der Empfänger entrüstet ist, über die Art und Weise wie der Sender auf der Beziehungsseite mit dem Empfänger spricht (Schulz von Thun 2011, 183f.). Der Sender hat verschiedene Möglichkeiten, dem Empfänger in seiner Nachricht zu vermitteln, wie er zu ihm steht. Hierzu wird das Verhaltenskreuz und die Transaktionale Analyse genannt (Schulz von Thun 2011, 184ff.). Das Verhaltenskreuz beinhaltet, Wertschätzung und Lenkung/Bevormundung. Unter dem Begriff Wertschätzung wird verstanden, dass man dem Empfänger zum Ausdruck bringt, dass er eine vollwertige, gleichberechtigte Person ist, das Gegenteil wäre dann die Geringschätzung (Schulz von Thun 2011, 187). Unter Lenkung/Bevormundung versteht man, den Empfänger durch gewisse Verhaltensweisen so zu lenken, dass er in seinem Tun und seinem Denken stets von dem Sender beeinflusst ist (Schulz von Thun 2011, 187f.). Daraus ergeben sich verschiedene Erziehungsstile, der autoritäre Stil, der patriarchalische-fürsorgliche Stil, der Laisse-faire-stil und der partnerschaftlich- sozialintegrative Stil (Schulz von Thun 2011, 189ff.). Bei der Transaktionalen Analyse geht es um das Eltern-Ich, das Kindheits-Ich und das Erwachsenen-Ich. „Das Eltern- Ich hat zwei Aspekte: Entweder zeigt es sich kritsch-verurteilend-moralisierend oder aber fürsorglich.“ (Schulz von Thun 2011, 195f.).

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Details

Seiten
21
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656950820
ISBN (Buch)
9783656950837
Dateigröße
586 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v296363
Institution / Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main – Fachbereich 4
Note
2,7
Schlagworte
Kommunikation in der Pflege Angehörigenarbeit

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Titel: Das Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun. Anwendung bei pflegenden Angehörigen demenzkranker Patienten in der ambulanten Pflege