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Ethische Konflikte im Pflegedienst. Der Sterbewunsch des Patienten

"Soll Herrn M. weiterhin Flüssigkeit über subcutane Infusionen zugeführt werden?"

Hausarbeit 2013 9 Seiten

Ethik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methode

3. Relevanz der Ethik für die professionelle Pflege

4. Fallbeispiel

5. Entstandene Fragestellung aufgrund des Fallbeispiels
5.1. Pro Argumente
5.2. Kontra Argumente
5.3. Pro / Kontra Diskussion und Entscheidungsfindung

6. Bedeutung der ethischen Reflexion und Argumentation aufgrund des Fallbeispiels

7. Anhang

8. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„In der ethischen Reflexion geht es darum, sich über das Bild vom Menschen und dem was gut ist, Rechenschaft zu geben.“ (Segbers 94, 2009) Durch den Besuch der Vorlesung in Modul 5/Ethik wurde der Autorin deutlich, wie oft Pflegekräfte ihr Handeln unbewusst ethisch reflektieren. Zu Beginn dieser Hausarbeit soll die Relevanz der Ethik für die professionelle Pflege beschrieben werden. Die Autorin arbeitet seit einigen Jahren in einem ambulanten Pflegedienst, während ihrer Arbeit, vor allem bei sterbenden Klienten, kam es immer wieder zu ethischen Konflikten gerade in dem Bereich Leben verlängern oder beim Sterben begleiten. In dieser Hausarbeit soll ein Fallbeispiel geschildert werden, welches die Situation eines sterbenden, onkologischen Klienten in der Häuslichkeit beschreibt. Es soll eine Frage formuliert werden, die mit Hilfe von gegenübergestellten Pro und Kontra Argumenten diskutiert werden soll, anschließend soll es zu einer Entscheidungsfindung kommen. Am Ende soll, die Relevanz der Ethik in der professionellen Pflege, noch einmal in Bezug auf das Praxisbeispiel deutlich werden. Begriffe wie z.B. Moral, sollen in dieser Arbeit nicht mehr genau definiert werden, da sie durch die Vorlesung als vorhandenes Wissen vorausgesetzt werden.

2. Methode

Zu Bearbeitung dieser Hausarbeit wurde über http://scholar.google.de recherchiert, da diese Suchmaschine sich eher für wissenschaftliche Recherche eignet, als herkömmliche Internetsuchmaschinen. Außerdem wurde der OPAC Katalog verwendet. Recherchiert wurde unter Berücksichtigung der Fragestellung und unter den Begriffen des Inhaltsverzeichnisses. Es wurde ausschließlich deutsche Literatur verwendet, da Zweifel darin bestanden, ob der Ethikbegriff in englischsprachiger Literatur auch von Immanuel Kant geprägt wurde. Die verwendete Literatur reicht von 1998 bis heute, frühere Informationen gewähren keine Aktualität. Eine graue Literatur wurde verwendet, da diese gute Zitate zum Einstieg beinhaltete. Es wurden Monographien verwendet, als auch Sammelbänder, um einen guten Gesamtüberblick zu bekommen. Die verwendete Literatur, ist in dem Literaturverzeichnis zu finden. Zu Begriffsklärung oder Abkürzungen dient der Anhang.

3. Relevanz der Ethik für die professionelle Pflege

„Professionelle Pflege ist ohne Ethik nicht professionell“ (Segbers 2009, 92). Die Pflege ist keine eigenständige Profession, dies wurde bereits in den Vorlesung Berufskunde besprochen (Beckmann 2013). Die Pflege ist jedoch bestrebt eine Profession zu erlangen. Dadurch ist es möglich mehr Autonomie und Anerkennung in der Gesellschaft zu erlangen (Rabe 2009, 48ff.). Um einen Beruf zu einer Profession machen zu können, ist es erforderlich werteorientiert zu sein. Dazu gehören die „Gemeinwohlorientierung“, „die Orientierung am Wohl des Einzelnen“ und „die Respektierung des Selbstbestimmungsrechtes“ (Rabe 2009, 49). Daraus wird deutlich, dass eine Berufsethik unumgänglich ist, denn ohne eine Ethik kann nicht moralisch reflektiert und werteorientiert gehandelt werden (Beckmann 2013, 10; Rabe 2009, 51f.; Schwerdt 1998, 20). Da die Pflege sehr daran interessiert ist, professionell und qualitätssichernd zu arbeiten, ist auch in diesem Bereich die Ethik sehr wichtig. Durch Standardisierungen kann es passieren, dass die Pflege weit von der Individualisierung abweicht. Die Ethik dient auch hier dazu, Handeln zu reflektieren und ein „Gut und Böse“ erkennen zu können. Somit muss sich auch im Rahmen einer Professionalisierung gefragt werden, in wie weit z.B. Standardisierungen gut sind und wo sie ethisch fragwürdig erscheinen (Rabe 2009, 52f.; Lay 2012, 159; Schwerdt 1998, 20f.). Weiter soll an dieser Stelle nicht auf die Profession der Pflege eingegangen werden, da dies den vorgegebenen Rahmen übersteigen und vom eigentlichen Thema zu weit wegführen würde. An dieser Stelle wird auf die angegebene Literatur verwiesen.

4. Fallbeispiel

Herr M. ist ein 55 jähriger, onkologischer Klient eines ambulanten Pflegedienstes. Er lebt zusammen mit seiner Ehefrau und 2 Kindern. Er ist vor 2 Jahren an einem Magenkarzinom erkrankt und musste sich einer Magenresektion mit anschließender Chemotherapie unterziehen. Bei einem Kontrolltermin vor 9 Monaten (Oktober) stellten die Ärzte einen erneuten Tumor am Darm fest, dieser hatte bereits in mehrere Organe metastasiert. Daraufhin hat sich Herr M. einer palliativen Behandlungsmethode unterzogen. Es wurde erneut operiert mit anschließender Chemotherapie, die jedoch auch nur palliativ verabreicht wurde. Herr M. bekam diese einmal pro Monat und hatte nach jeder Chemotherapie mit starken Nebenwirkungen zu kämpfen, die zu einer massiven Gewichtsreduktion führten. Im Mai wurde die Behandlung abgebrochen, da Herrn M‘s. Allgemeinzustand zu schlecht war. Seitdem wird er von einem ambulanten Pflegedienst versorgt. Seit einer Woche benötigt er in allen Bereichen des täglichen Lebens Hilfe, teilweise auch eine vollständige Übernahme. Er nimmt kaum noch Nahrung und Flüssigkeit zu sich, 200-300 ml am Tag. Daraufhin wurde er 3mal täglich mit 500 ml s.c. Infusionen versorgt. Um die Ausscheidung besser kontrollieren zu können, bekam er einen Blasenkatheter vom Hausarzt gelegt. Seit einem Tag scheidet er nur noch die Hälfte der verabreichten Flüssigkeit aus und hat beginnende Atemgeräusche. Außerdem befindet er sich in einem sehr schläfrigen Zustand und ist kaum noch ansprechbar. Vor 5 Tagen hat er den Wunsch geäußert endlich sterben zu können. Es gibt jedoch keine Patientenverfügung.

5. Entstandene Fragestellung aufgrund des Fallbeispiels

Aus diesem Fall heraus stellt sich für die Pflege die Frage: „Soll Herr M. weiterhin über s.c. Infusionen Flüssigkeit zugeführt werden?“

5.1. Pro Argumente

Mögliche Verbesserung des Bewusstseinszustandes, Durstgefühl wird gemindert, Gefahr der Dehydration, keine Patientenverfügung vorhanden, hohe psychische Belastung für Angehörige bei Abbruch - wegen „verdursten lassen“, zunehmende Unruhe, Verwirrtheitszustände, Schleimhäute trocknen aus, verminderter Hautturgor - Dekubitusgefahr steigt.

[...]

Details

Seiten
9
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656943488
ISBN (Buch)
9783656943495
Dateigröße
507 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v296365
Institution / Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main – Fachbereich 4
Note
2,3
Schlagworte
ethische konflikte pflegedienst sterbewunsch patienten soll herrn flüssigkeit infusionen

Autor

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Titel: Ethische Konflikte im Pflegedienst. Der Sterbewunsch des Patienten