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Die Bedeutung des Kanonissenstiftes von Gandersheim für den Aufstieg der Liudolfinger

Hausarbeit 2004 27 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung
1.1 Fragestellung und Historische Relevanz
1.2 Der aktuelle Forschungsstand unter Berücksichtigung der Quellenlage
1.2.1 Die Quellenlage
1.2.2 Der aktuelle Forschungsstand

2. Die Gründung des Kanonissenstiftes zu Gandersheim
2.1 Die politische Stellung der Liudolfinger am Vorabend der Gründung
2.2 Die Prophezeiung Johannes des Täufers und die Vorbereitungen zur Gründung des Stiftes
2.3 Die Wahl des Ortes

3. Die Aufgaben des Frauenklosters von Gandersheim
3.1 Sakrale Betätigungsfelder
3.1.1 Der liturgische Dienst für die Familie
3.1.2 Die Funktion als letzte Ruhestätte und Wahrer der liudolfingischen/ottonischen Hausüberlieferung
3.2 Das Kanonissenstift im Mittelpunkt des Familienlebens der Liudolfinger
3.3 Das Kanonissenstift als weltliches Herrschafts- und Repräsentationszentrum
3.4 Das Kanonissenstift als Wirtschaftsorganismus

4. Zusammenfassung

5. Anhang

6. Literaturverzeichnis
6.1 Quellen
6.2 Darstellungen
6.3 Bildernachweise

1. Einleitung

1.1 Fragestellung und Historische Relevanz

Kaum eine historische Stätte ist so eng mit dem Geschlecht der Liudolfinger/Ottonen[1] verbunden wie Gandersheim. Während die Geschichte der Liudolfinger, insbesondere ab der Kaiserzeit Ottos I., bereits Gegenstand zahlreicher Untersuchungen war, wurde die Geschichte des Kanonissenstifts[2] zumeist nur beiläufig behandelt. Die wenigen Werke, welche sich ausgiebiger mit der Geschichte Gandersheims befassen, richten ihre Aufmerksamkeit meist auf die Blütezeit der Abtei.

Hrotswith[3] von Gandersheim ließ in ihrer Primordia coneobii Gandeshemensis keinen Zweifel daran, dass die Liudolfinger ihren Aufstieg bis zur Kaiserwürde der Gunst Gottes und dem Frauenkloster zu Gandersheim zu verdanken hätten. Es stellt sich die Frage, inwiefern diese Aussage zutreffend ist. Spielte der Frauenkonvent tatsächlich eine entscheidende Rolle für den Aufstieg der Liudolfinger oder entsprang dieser Anspruch der Phantasie Hrotswiths? Was bewegte Liudolf 845/46 dazu die beschwerliche und gefährliche Reise nach Rom zu Papst Sergius II. auf sich zunehmen, um die Stiftung des Klosters absegnen zu lassen? War es aus damaliger Sicht sinnvoll ein Familienkloster zu unterhalten und dessen Leitung den eigenen Töchtern anzuvertrauen?

Ausgehend von der Annahme, dass sich die Gründung des Kanonissenstiftes von Gandersheim nachhaltig auf die Entwicklung der Liudolfinger ausgewirkt haben könnte, soll im Folgenden Licht in die frühe Geschichte des Klosters gebracht und Zusammenhänge zwischen der Gründungszeit[4] des Klosters und dem Aufstieg der Liudolfinger dargestellt werden. Um dies zu ermöglichen, muss das Kloster in seiner Mannigfaltigkeit untersucht werden. Insbesondere die Voraussetzungen, welche zur Gründung des Klosters führten und das Wirken während der ersten Generationen der Liudolfinger sollen zu diesem Zwecke hinterfragt werden. Da die Quellenlage in einigen Bereichen einen solchen Einblick in die frühe Geschichte Gandersheims nicht erlaubt, ist es notwendig andere Klöster in jener Zeit, bzw. Entwicklungen aus der späteren Zeit Gandersheims, zu betrachten und Parallelen in der Frühzeit des Stiftes zu suchen.

1.2 Der aktuelle Forschungsstand unter Berücksichtigung der Quellenlage

1.2.1 Die Quellenlage

Ein wichtiger Grund für die lückenhafte Untersuchung der Gründerzeit ist die schwierige Quellenlage, welche bereits die Erforschung der Liudolfinger Wurzeln erheblich erschwerte.[5] Da die Verschriftlichung im neunten und zehnten Jahrhundert in Sachsen kaum vorangeschritten war, mangelt es vor allem an zeitgenössischen Quellen. Ausnahmen stellen Agius von Corveys[6] Huldigung an Hathumod aus dem Jahre 876 und die Urkunden Ludwig des Jüngeren aus dem Jahr 877 dar. Die so genannte Ältere Gründungsurkunde[7], wurde von Hans Goetting als Fälschung entlarvt, welche vermutlich aus den vierziger Jahren des 11. Jahrhunderts stammt. Gleichwohl ist sie als Quelle wertvoll, da sie zwei verlorene Quellen aus dem 9. Jahrhundert annähernd wörtlich überliefert.[8]

Die wichtigsten Quellen, nämlich Hrotswiths Primordia coneobii Gandeshemensis[9] und Widukinds Sachsengeschichte[10] wurden deutlich später, in der Mitte des 10. Jahrhunderts verfasst. Neben dieser zeitlichen Entfernung vom eigentlichen Geschehen, stellt sich bei Hrotswith, wie auch bei Widukind[11] die Frage nach der Subjektivität, da beide dem ottonischen Geschlecht sehr nahe standen.

1.2.2 Der aktuelle Forschungsstand

Bis vor einigen Jahrzehnten war die Gründungszeit des Kanonissenstiftes von Gandersheim wenig erforscht. Erst durch die kritischen und oftmals zitierten Quellenanalysen Hans Goettings wurde der bis dahin vorherrschende Forschungsstand weitestgehend in Frage gestellt und somit die Grundlage für weitere Untersuchungen geschaffen.[12] Goetting gelang es, trotz der dürftigen Quellenlage, eine nahezu lückenlose Darstellung der Entstehungszeit des Klosters zu erstellen. Neben Goetting muss unbedingt Gerd Althoff Erwähnung finden, der sich seit 30 Jahren mit der ottonischen Geschichte auseinandersetzt und bis in die Gegenwart zahlreiche Schriften zur Bedeutung Gandersheims verfasste. Da Althoffs Werke die Bandbreite vom Übersichtswerk[13] bis hin zu Einzeluntersuchungen[14] abdecken, bieten sie einen guten Einblick in den aktuellen Forschungsstand.

Neben den historischen Darstellungen bietet es sich an, einen Blick auf Schriften aus der regionalen Geschichtsforschung und Theologie zu werfen, stellvertretend seien hier Kronenberg[15], sowie Maria Hasdenteufel-Röding[16] genannt. Letztere hinterfragte in ihrer Dissertation (Studien zur Gründung von Frauenklöstern im frühen Mittelalter) die Stiftungen der Frauenklöster aus theologischer, philosophischer und gesellschaftlicher Sicht.

Dies soll zunächst zur Darstellung des aktuellen Forschungsstandes genügen, da dieser durch die folgenden Ausführungen ohnehin offen gelegt werden wird.

2. Die Gründung des Kanonissenstiftes zu Gandersheim

2.1 Die politische Stellung der Liudolfinger am Vorabend der Gründung

Untersucht man die Voraussetzungen, die zur Gründung des Kanonissenstiftes in Gandersheim geführt haben, ist es notwendig die Rolle der Liudolfinger im ausgehenden neunten Jahrhundert zu beleuchten.[17] Nur die mächtigsten und einflussreichsten Adelsgeschlechter waren in der Lage die notwendigen finanziellen Mittel und Ländereien aufzubringen, um ein eigenes Kloster zu stiften.[18] Demnach mussten die Liudolfinger bereits zu Lebzeiten Liudolfs eine führende Rolle in Sachsen gespielt haben. Tatsächlich kämpften bereits Liudolfs Vorfahren während der Sachsenkriege auf der Seite Karl des Großen und unterstützten tatkräftig die Eroberung und Missionierung Sachsens, wofür sie im Gegenzug von den Franken mit Ländereien im Leinegebiet entlohnt wurden.[19] Neben der Waffentreue war es im Wesentlichen den mehrfachen Verschwägerungen[20] mit den Karolingern zu verdanken, dass die Liudolfinger zu einem führenden Geschlecht in Sachsen avancierten. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Karl der Große[21] in der ottonischen Geschichtsschreibung als tapferer und weiser Kaiser gelobt wurde, der seinen berühmten Nachbarstamm (die Sachsen) christianisierte und seine Bundesgenossen – diejenigen sächsischen Adligen, die auf seiner Seite gekämpft hatten – zu Brüdern (fratres) erhob.[22] Auch in Hrotswiths Schilderungen findet man Hinweise auf die enge Verbindung von Karolingern und Liudolfingern. Ihr zufolge erlernte Liudolf das Kriegshandwerk im Heer des karolingischen Königs Ludwig und wurde von diesem zum sächsischen Herzog (dux)[23] erhoben.

Zusammenfassend lässt sich behaupten, dass der frühe Aufstieg der Liudolfinger im „Windschatten“ der Franken erfolgte und auf die familiären Verbindungen und die Waffentreue der Liudolfinger zu den Franken zurückzuführen ist.

2.2 Die Prophezeiung Johannes des Täufers und die Vorbereitungen zur Gründung des Stiftes

Die Legende erzählt, wie Johannes der Täufer Aeda, der Mutter von Liudolfs Gattin Oda, erschienen sein soll, um sie aufzufordern „ein Kloster für fromme Jungfrauen [zu] erbauen“ und ihr darüber hinaus vorausgesagt haben soll, dass ihre Nachkommen, solange sie sich dem Glauben verpflichtet fühlen, „sich solcher Hoheitsfülle erfreuen [werden], daß selbst der mächtigste König auf Erden sich niemals mit ihnen wird messen können“.[24] In der Folge soll Oda Liudolf dazu gedrängt haben das Stift zu gründen, bis dieser letztendlich beim Karolingerkönig Ludwig dem Deutschen um dessen Unterstützung warb. Neben Ludwig war es jedoch vor allem Altfried von Hildesheim, ein naher Verwandter der Liudolfinger, der Liudolf an Papst Sergius II. vermittelte.[25] Darüber hinaus unterstützte Altfried die Stiftung mit Gütern aus seinem Besitz und dem Besitz des Bistums, woraus sich im späteren Verlauf Ansprüche des Bistums Hildesheim auf das Kloster ableiten sollten.[26] Liudolf und Oda reisten also 845/846 gemeinsam nach Rom um die Gründung des Stiftes von Papst Sergius II. absegnen zu lassen. Die Reise in das Zentrum des christlichen Glaubens gestaltete sich in dreierlei Hinsicht als Erfolg: Neben der Erlaubnis zur Gründung des Klosters, übertrug Papst Sergius II. Liudolfs Tochter Hathumod die Äbtissinenwürde (welche auch in den folgenden Generationen in der Familie Liudolfs verblieb) und schenkte dem Stift darüber hinaus Reliquien der heiligen Päpste Anastasius und Innocenz I..[27]

2.3 Die Wahl des Ortes

Schenkt man der Beschreibung Hrotswiths Glauben, soll ein göttliches Zeichen, „Lichter die sinnreich angeordnet die finstre Nacht und die Schatten der Bäume mit hellem Glanze durchbrachen“, Liudolf und Oda zur Wahl des Ortes für das geplante Stift bewegt haben.[28] Wilhelm Kohl interpretierte das Lichtspiel als Hinweis auf eine germanische Kultstätte, diese These lässt sich an dieser Stelle weder untermauern noch widerlegen.[29] Unwahrscheinlich ist jedoch, dass dieses Phänomen oder die Existenz einer antiken Kultstätte der Hauptgrund für die Ortswahl gewesen ist. Tatsächlich lag der Ort keineswegs so abgelegen, wie es die Beschreibung Hrotswiths vermittelt, stattdessen befand sich an dieser Stelle bereits vor dem Bau des Klosters eine wichtige Kreuzung von Verbindungsstraßen: Von Süden, aus Mainz kommend, über Fulda, Richtung Hildesheim in den Norden und von Westen aus, vom Rhein, über Paderborn nach Magdeburg in den Osten.[30] Es ist anzunehmen, dass diese Lage letztendlich ausschlaggebend für die Wahl des Ortes war und diese den weiteren Aufstieg des Klosters förderte. Dennoch ist Hrotswiths Darstellung aus heutiger Sicht nicht ohne Bedeutung, sollte somit doch die Unterstützung Gottes und damit die religiöse Bedeutung des Klosters hervorgehoben werden. Der Hinweis auf die Lage an einem abgeschiedenen Ort sollte die angestrebte Eigenständigkeit unterstreichen,[31] überdies hätte sich diese Zurückgezogenheit ungleich besser für die asketische Lebensweise in der Klostergemeinschaft geeignet, als die Lage an einem Verkehrsknotenpunkt.[32]

Die wohl wichtigste Voraussetzung für die Ortswahl bestand jedoch darin, dass bereits Liudolfs Vorfahren, eine Eigenkirche und Besitztümer im benachbarten Brunshausen[33] und der Gandersheimer Mark besaßen, ohne die das Stift nicht mit Grund und Boden hätte ausgestattet werden können.

[...]


[1] In historischen Darstellungen finden sich zwei Familienbezeichnungen: Die erste – Liudolfinger – geht auf den Herzog Liudolf zurück, die zweite – Ottonen – auf Otto I. (den Großen). Beide Bezeichnungen haben Gültigkeit. Da sich die vorliegende Arbeit mit der Gründungszeit des Klosters (Beginn des Baus im Jahr 856 n. Chr.), also der Zeit vor Ottos Herrschaft, beschäftigt, wird im Folgenden vornehmlich die Bezeichnung Liudolfinger benutzt. An den Stellen in denen davon abweichend der Begriff Ottonen (oder dessen Modifikation) verwendet wird, soll ausdrücklich auf die Zeit nach Heinrich I. verwiesen werden.

[2] Der Begriff Kanonissenstift ist nicht eindeutig, während der Großteil der Literatur Gandersheim einfach als Frauenkloster bezeichnet, wird diese Bezeichnung u.a. von Kronenberg (vgl. Kronenberg, Kurt: Die Äbtissinnen des Reichsstiftes Gandersheim. Gandersheim 1981, S.5.) kritisiert. Kronenberg führt an, dass Gandersheim keinem Orden angehörte, die Stiftsdamen kein ewiges Gelübde abgelegt und Besitz gehabt hätten. Dem lässt sich die Beschreibung der Vita Hadumods von Agius von Corvey (Agius von Corvey: Das Leben der Hadumod, aus d. Lat. v. Rückert, Friedrich Stuttgart 1845.), entgegenstellen, welche benediktinisch-geprägte Züge beinhaltet. Goetting wiederum weist eine Beantwortung der Frage, ob Gandersheim nun ein Benediktinerinnenkloster oder ein Kanonissenstift gewesen sei, als nicht zu beantworten zurück. Gandersheim habe sich zunächst den Forderungen einer monastischen Ordnung nach den Aachener Synodalbeschlüssen von 816/17 nicht entziehen wollen und können, habe aber sehr bald freiere Verfassungsformen entwickelt; vgl. Goetting, Hans: Das Bistum Hildesheim. Das reichsunmittelbare Kanonissenstift Gandersheim. In: Max-Planck-Institut für Geschichte (Hrsg.): Germania Sacra. Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz, Neue Folge 7, Band 1. Berlin, New York, S. 147. Da für die vorliegende Arbeit die Bezeichnung eher unbedeutend ist, werden beide Bezeichnungen Kloster, als auch Kanonissenstift verwendet. Es sei an dieser Stelle jedoch ausdrücklich auf die Problematik dieser Bezeichnungen hingewiesen.

[3] Befasst man sich genauer mit Quellen und Darstellungen der Liudolfinger, wird man recht schnell auf verschiedene Bezeichnungen für Hrotswith (von Gandersheim) stoßen: So findet man neben einigen Abänderungen wie z.B. Hrotsvit, auch die vereinfachte Form Roswitha (von Gandersheim).

[4] Die Gründungszeit bezieht sich auf Liudolf, Oda und die ersten Äbtissinnen Gandersheims Hadumod, Gerberga und Christina, welche 919 während der Herrschaftszeit Heinrichs I. starb.

[5] Althoff, Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat. Stuttgart, Berlin, Köln 2000, S.16f.

[6] Die Herkunft des Agius von Corvey konnte bislang nicht eindeutig bestimmt werden. Reinhard Wenskus sieht in ihm einen engen Verwandten der Liudolfinger, wenn nicht sogar einen Sohn Liudolfs (vgl. Wenskus, Reinhard: Sächsischer Stammesadel und fränkischer Reichsadel. Göttingen 1976, S.76.), während Ewald Könsgen zumindest die Bruderschaft zu Hathumod (Hadumod) ausschließt (vgl. Könsgen, Ewald: Agius von Corvey. In: Ruh, Kurt (Hrsg.); et al.: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon, Band 1, zweite Auflage. Berlin, New York 1978, S. 78-82.).

[7] Siehe Abb. 5.

[8] Die Ältere Gründungsurkunde (siehe Abb. 5) überliefert die Tradtionscarta Liudolfs, in welcher die Gründungsausstattung des Stiftes festgehalten ist, sowie das stark überarbeitete Beglaubigungsmandat Pabst Sergius II. über die übergebenen Reliquien der heiligen Päpste Anastasius und Innocenz I..

[9] Roswitha von Gandersheim: Von den Anfängen des Klosters zu Gandersheim. In: Roswitha von Gandersheim. Werke, aus d. Lat. von Homeyer, Helene. Paderborn 1936, S. 287-304. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Verfasserin (geb. ca. 935), in enger Beziehung zum Kanonissenstift in Gandersheim stand und ihre Quelle in einer Zeit verfasst hatte, in der die Ottonen bereits in der zweiten Generation die Kaiserwürde innehatten. So lässt sich z.B. die Prophezeiung Johannes des Täufers, insbesondere die Klausel, dem Reich werde es gut gehen, solang es dem Glauben die Treue hält, durchaus als Mahnung verstehen das Gandersheimer Stift (welches durch den Aufstieg des Klosters Quedlinburg an Bedeutung eingebüßt hatte) nicht zu vernachlässigen. Vgl. Althoff, Gerd: Ottonen, S. 27. und Rädle, Fidel: Hrotsvit von Gandersheim. In: Ruh, Kurt (Hrsg.); et al.: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon, Band 4, zweite Auflage. Berlin, New York 1983, S. 196-210.

[10] Widukind von Corvey: Res gestae Saxonicae. In: Rotter, Ekkehart; Schneidmüller, Bernd (Hrsg.): Res gestae Saxonicae. Die Sachsengeschichte. Stuttgart 1992.

[11] Althoff, Gerd: Widukind von Corvey. Kronzeuge und Herausforderung. In: Frühmittelalterliche Studien, Band 27 (1993), S. 253-272.

[12] Goetting, Hans: Bistum. 1973 .

[13] Althoff, Gerd: Ottonen. Das Werk wurde in Anlehnung an Beumanns Die Ottonen (Beumann, Helmut: Die Ottonen. Stuttgart, Köln, Berlin 1987.) verfasst, berücksichtigt jedoch die Forschungsentwicklungen der zwischen den Werken liegenden 13 Jahre.

[14] Althoff, Gerd: Gandersheim und Quedlinburg. Ottonische Frauenklöster als Herrschafts- und Überlieferungszentren. In: Frühmittelalterliche Studien, Band 25 (1991), S. 123-144., ders.: Unerkannte Zeugnisse vom Totengedenken der Liudolfinger. In: Deutsches Archiv für die Erforschung des Mittelalters, Band 32 (1972), S. 307-404., ders.: Widukind von Corvey. Kronzeuge und Herausforderung. In: Frühmittelalterliche Studien, Band 27 (1993), S. 253-272.

[15] Kronenberg, Kurt: Äbtissinnen.1981.

[16] Vgl. Hasdenteufel-Röding, Maria: Studien zur Gründung von Frauenklöstern im frühen Mittelalter. Ein Beitrag zum religiösen Ideal der Frau und seiner monastischen Umsetzung. Diss. phil. Freiburg im Breisgau 1991, S. 30.

[17] In der ottonischen Geschichtsschreibung wird stets Liudolf als Stammvater der Liudolfinger/Ottonen dargestellt, es ist anzunehmen, dass Liudolf das Kind von dux Ekbert (Ekbertiner) und der heiligen Ida war. Sein Elternhaus stand demnach in enger Verbindung zu Karl dem Großen. Ausgehend von der Annahme, dass Ekbert der Vater Liudolfs gewesen ist, war die Vermählung von Ekbert mit Ida, welche karolingische Wurzeln hatte die erste einer Reihe von Verschwägerungen zwischen dem Liudolfinger und dem Karolinger Haus. Es folgten in den folgenden Generationen die Vermählung Liudolfs selbst mit Oda, Liudolfs Tochter Liudgard mit Ludwig dem Jüngeren und die der Tochter Ottos des Erlauchten, Oda mit Zwentibold, vgl. Beumann, Helmut: Die Ottonen. Stuttgart, Köln, Berlin 1987, S. 23-24. und Roswithas Darstellung in: Roswitha von Gandersheim: Von den Anfängen, S. 287-288.

[18] Vgl. Weilandt, Gerhardt: Geistliche und Kunst. Ein Beitrag zur Kultur der ottonisch-salischen Reichskirche und zur Veränderung künstlerischer Traditionen im späten 11. Jahrhundert. Wien 1992, S. 71 ff. Auch wenn sich die Ausführungen des Autors größtenteils auf das 11. Jahrhundert beziehen, sind die in seiner Darstellung definierten Voraussetzungen, für die Finanzierung von Kirchenbauten, grundsätzlich auch auf ältere Bauten übertragbar.

[19] Durch die geschickte Bündnispolitik gelang es den Liudolfingern ihren Herrschaftsbereich im 9. und 10. Jahrhundert auf Gandersheim, Brunshausen, Seesen, Frose, Pöhlde, Gröningen, Brüggen, Hassegau, Lerigau und Dreinigau auszuweiten. Vgl. Schlenker, Gerlinde: Herrschaftsrepräsentation und Totengedenken im ottonischen Sachsen. In: Schlenker, Gerlinde; Jendryschik, Roswitha: Auf den Spuren der Ottonen II. Protokoll des Wissenschaftlichen Kolloquiums am 26. Mai 2000 in Wetzdorf/Memleben. Halle 2000, S. 12.

[20] Siehe Anm. 17.

[21] Zur Bedeutung der Person Karl des Großen für die Liudolfinger/Ottonen vgl. Keller, Hagen: Die Ottonen und Karl der Große. In: Frühmittelalterliche Studien. Band 34 (2000), S. 112-131.

[22] Vgl. Widukind von Corvey: Res gestae Saxonicae, S. 52.

[23] Liudolf wird zumeist als dux orientalum Saxonum (Herrscher der Ostsachsen) oder als dux Saxonum (Herrscher aller Sachsen) bezeichnet; vgl. Goetz, Hans-Werner: „Dux“ und „Ducatus“. Begriffs- und verfassungsgeschichtliche Untersuchungen zur Entstehung des sogenannten „Jüngeren“ Stammesherzogtums an der Wende vom 9. zum 10. Jahrhundert, 2. Auflage. Bochum 1981, S. 302ff.

[24] Vgl. Roswitha von Gandersheim: Von den Anfängen, S. 289.

[25] Vgl. Goetting, Hans: Bistum, S.81f.

[26] Es ist nicht verwunderlich, dass die Unterstützung Altfrieds von Hildesheim in den liudolfingisch/ottonischen Chroniken unterschlagen wurde, stellte sie doch eine Gefahr für die Unabhängigkeit des Familienstiftes dar. Um der Gefahr einer Einverleibung durch das Bistum Hildesheim zu entgehen wurde Gandersheim 877 mit Hilfe der familiären Bindung zu Ludwig dem Jüngeren unter den Schutz des Reiches gestellt und mit Sonderrechten ausgestattet; vgl. Niquet: Gandersheim. In: Brüning, Kurt (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 2. Niedersachsen und Bremen, zweite Auflage. Stuttgart 1960, S. 130-133. sowie Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde (Hrsg.): Die Urkunden der deutschen Karolinger, Band 1. Berlin 1934, S. 335ff.

[27] Anastasius und Innocenz I. wurden, neben Johannes dem Täufer, zu den Schutzpatronen des Stiftes, dies spiegelte sich auch im der Bezeichnung des Stiftes – ecclesia sanctorum Iohannis Baptistae, Anastasii et Innocentii – wider. Zur Bedeutung von Reliquien im Mittelalter vgl. Angenendt, Arnold: Reliqiuien. In: Angermann, Norbert (Hrsg.) Lexikon des Mittelalters, Band 7, zweite Auflage. München, Zürich. 1995, S. 703ff.

[28] Roswitha von Gandersheim: Von den Anfängen, S. 293.

[29] Vgl. Kohl, Wilhelm: Eine germanische Kultstätte als Vorgängerin eines sächsischen Frauenklosters. In: Crusius, Irene (Hrsg.): Beiträge zu Geschichte und Struktur der mittelalterlichen Germania Sacra. Göttingen 1987, S. 46.

[30] Siehe Anhang, Abb.2. Vermutlich befand sich, bereits vor 845, an der Kreuzung ein Handelswik, aus dem sich die spätere Stadt Gandersheim entwickelte; vgl. Fahlbusch, Friedrich Bernward: Gandersheim. II. Stadt. In: Angermann, Norbert (Hrsg.) Lexikon des Mittelalters, Band 4, zweite Auflage. München, Zürich. 1989, S. 1102ff.

[31] Vgl. Anm. 26.

[32] Vgl. Hasdenteufel-Röding, Maria: Studien, S. 30., sowie Kohl, Wilhelm: Bemerkungen zur Typologie sächsischer Frauenklöster in Karolingischer Zeit. In: Max Planck Institut für Geschichte: Untersuchungen zu Kloster und Stift. Göttingen 1980, S.118.

[33] Als Liudolf 852 das Kanonissenstift gründete, musste in Gandersheim zunächst einmal gebaut werden. Bis zur Fertigstellung und Weihe des Stiftes in Gandersheim (881) wurde Brunshausen als Interimlösung genutzt; vgl. Kronenberg, Kurt: Brunshausen. Vom Missionskloster zum Sommerschloss. Bad Gandersheim 1983, S. 8.

Details

Seiten
27
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638312257
ISBN (Buch)
9783638925617
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v29794
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,3
Schlagworte
Kanonissenstiftes Aufstieg Liudolfinger Zeitalter Ottonen Politik Wirtschaft Gesellschaft Jahrhundert Mittelalter Roswitha Gandersheim Kloster Johannes der Täufer Hrotswith Widukind Kanonissenstift Otto I. Ludwig der Jüngere Frauenkloster Sergius II. Liudolf Hathumod Altfried von Hildesheim liturgischer Dienst Familienstift Quedlinburg Repräsentationszentrum Wirtschaftszentrum frühmittelalterlich Gründungsmotive

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Titel: Die Bedeutung des Kanonissenstiftes von Gandersheim für den Aufstieg der Liudolfinger