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Eine Auseinandersetzung mit "Was ist biologisch-dynamische Landwirtschaft?" von Nikolai Fuchs

Hausarbeit 2012 12 Seiten

Landschaftsnutzung und Naturschutz

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Biografie

Zusammenfassung und Überblick des Buches
Was ist biologisch-dynamische Landwirtschaft?
Geschichte
Was ist die tragende Idee des landwirtschaftlichen Kurses?
Entwicklung des Menschen
Konkrete biologisch-dynamische Maßnahmen
Die Bodenrechtsfrage
Begleiterscheinung der biologisch-dynamischen Landwirtschaft
Wichtig zu Wissen
FAQ’s (Frequently Asked Questions)
Schluss

Nikolai Fuchs im Interview mit Michael Olbrich-Majer

Stellungnahme zu dem Buch

Kritik an der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise

Fazit

Anhang
Begriffserklärung:
Quellenangaben:

Einleitung

Im ersten Teil der Arbeit wird nach biografischen Informationen ausführlich auf den Inhalt des Buches von Nikolai Fuchs „Was ist biologisch-dynamische Landwirtschaft?“ eingegangen. Wichtige Aspekte werden näher erläutert und beschrieben

In einem Interview von Michael Olbrich mit Nikolai Fuchs wird die BDW kritisch hinterfragt und versucht sie wissenschaftlich zu beweisen.

In einem weiteren Teil wird in kritischer Stellungnahme die eigene Meinung zu dem Buch, sowie zur biologisch-dynamischen Landwirtschaft im Allgemeinen, erläutert.

Den Schlussteil bildet das Fazit, in welchem in Zukunftsfähigkeit der biologisch-dynamischen Landwirtschaft und ihre Wichtigkeit in der heutigen Zeit dargestellt werden.

Biografie

Nikolai Fuchs, 1963 in Korbach geboren[1], lernte biologisch-dynamische Landwirtschaft in Lübeck. In Bonn studierte er Agrarwissenschaft. 1994 übernahm er die Geschäftsführung von Demeter in NRW und 1997 die des Forschungsrings für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise in Darmstadt. 2001 bis 2010 leitete er die Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum.[2] Seit kurzem ist er Präsident des Stiftungsrates der Nexus Foundation in Genf. Sie ist eine unabhängige Stiftung, welche sich mit den Themen Klimawandel und Landbesitz in Bezug auf Ernährungssicherung, Landwirtschaft und Handel, auseinandersetzt.[3]

Zusammenfassung und Überblick des Buches

Was ist biologisch-dynamische Landwirtschaft?

Fuchs möchte die Idee der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise kurz und verständlich darstellen. Für spezielle Fragen verweist er direkt in der Einleitung auf die Fachliteratur, zu welcher ein Index im Anhang vorhanden ist.

Im ersten Kapitel geht Fuchs auf die Geschichte der biologisch-dynamischen Landwirtschaft ein und erläutert kurz was diese bedeutet. Sie ist eine Gegenbewegung gegen den Verlust positiver Eigenschaften, „ein Impuls gegen Degeneration“[4].

Geschichte

1923 wurde Rudolf Steiner gebeten einen Kurs für Landwirte zu halten. Der erste Weltkrieg lag fünf Jahre zurück, die Menschen konzentrierten sich mehr auf die Produktion als auf die Züchtung. Das Saatgut war in keinem guten Zustand. Zur Waffenherstellung wurde künstlich Stickstoff produziert und als dieser nach dem Krieg nicht mehr gebraucht wurde fügte man ihn als Düngung dem Boden hinzu. Das schlecht gezüchtete Saatgut vertrug das Überangebot an Stickstoff nicht. Außerdem gab es einen zusätzlichen Abbau der Natur und somit auch einen Qualitätsverlust der Produkte.

Was ist die tragende Idee des landwirtschaftlichen Kurses?„Rudolf Steiner setzt im Wesentlichen auf zwei „Strategien“: auf Chaosmomente und auf Individualisierung“. [5]

Chaosmoment

Die Chaosmomente sind auch als „offene“ Momente des Kosmos zu verstehen. Sie werden z.B. beim Anrühren von Präparaten genutzt. Durch den Richtungswechsel beim Rühren wird ein Strudel erzeugt, jetzt entsteht ein Chaosmoment und das Präparat ist für eine Prägung offen.

Individualisierung

Im Buch wird der entscheidende Satz von Rudolf Steiner aus seinem Kursus zitiert: „eine Landwirtschaft erfüllt eigentlich ihr Wesen im besten Sinne des Wortes, wenn sie aufgefasst werden kann, als eine Art Individualität für sich, eine wirklich in sich geschlossene Individualität“ [6] . Mit dieser Auffassung der Individualität, kann sie sich am besten entfalten. Steiner sieht den Mensch als Grundlage der Landwirtschaft. Sie soll nicht als bloße Natur, oder gar Industrie betrachtet werden. Ein landwirtschaftlicher Betrieb sollte in sich geschlossen sein, so können sich alle Organe des Betriebes stärker aufeinander beziehen. Der Betrieb kann sich selber weiter entwickeln, die Stoffe werden immer feiner. Zum Beispiel werden Düngemittel nur intern hergestellt, Zucht findet ebenfalls nur intern statt, Weidewiesen wechseln, es wird im Fruchtwechselangebaut, durch die eigene Züchtung der Samen sind die Betriebe nicht von Großkonzernen abhängig.

Entwicklung des Menschen

Chaosmomente und Individualisierung machen es möglich, die Erde für kosmische Kräfte aufzuschließen. Das dritte Werkzeug bildet die Selbstentwicklung des Menschen. Ein biologisch-dynamischer Bauer hat eine höhere Wahrnehmung der natürlichen Lebenszusammenhänge. In Steiners Vorstellung kommt nicht nur das Kosmische herunter auf die Erde kommt, sondern auch das Irdische dem Kosmischen entgegen.

Konkrete biologisch-dynamische Maßnahmen

In diesem Kapitel werden genaue Vorgangsweisen der biologisch-dynamischen Landwirtschaft erläutert und erklärt.

Der Aussaatzeitpunkt spielt z.B. eine große Rolle. Er richtet sich nach dem Vollmond, dafür gibt es einen Aussaatkalender. In der biologisch-dynamischen Landwirtschaft wird nicht mit Pestiziden gedüngt, sondern es werden Präparate angerührt. Dabei ist zwischen Kompost - und Spritzpräparaten zu unterscheiden.

Für die Kompostpräparate werden tierische Organhüllen wie Hirschblasen, mit Pflanzen z.B. der Schafgarbenblüte, gefüllt. Im Sommer hängen sie an der Luft, im Winter werden sie in der Erde vergraben um kosmische Kräfte zu sammeln. Dieses Präparat wird dann auf dem Kompost verteilt.[7]

Um Spritzpräparate zu mischen, wird Kuhmist in ein Kuhhorn gefüllt und in der Erde zu vergraben. Die Masse wird dann im Frühjahr mit Wasser aufgerührt und auf den Ackerboden gespritzt.

Rudolf Steiner ist es wichtig, dass man mit diesen Maßnahmen immer im Lebendigen bleibt und nicht zu den konventionellen Düngemitteln greift. So sind sie Lizenzunabhängig und jeder Bauer kann die Präparate in seinem Betrieb selber herstellen.

Unter Düngung versteht Rudolf Steiner: „den Boden verlebendigen“[8]. Er betrachtet ihn als Standraum für Pflanzen.

Auch die betriebseigene Zucht macht den Bauern unabhängig. In dem Buch wird auf die aktuellen Probleme eingegangen. So ist z.B. beschrieben, dass sich erst vor 150 Jahren eine Art Saatgutbranche entwickelte und eine Kommerzialisierung des Saatgutmarktes immer schneller fortschreitet. Der Bauer gerät so in eine immer größere Abhängigkeit. Bei der biologisch-dynamischen Landwirtschaft geht es darum, anpassungsfähige lokale Sorten anzubauen.

Die Bodenrechtsfrage

Rudolf Steiners Wunsch war es, das Land von seinem Warenwert zu befreien. Er stellt hier einen neuen Weg vor, bei dem das Eigentum des Bodens an gemeinnützige Vereine übertragen wird, welche wiederum das Land an Betriebsgemeinschaften verpachten. Interessant ist hierbei, dass trotz der weltweit immer monotoner werdenden Landwirtschaft, die Demeter Betriebe immer vielfältiger werden.

Begleiterscheinung der biologisch-dynamischen Landwirtschaft

In diesem Kapitel werden weitere Besonderheiten der biologisch-dynamischen Landwirtschaft beschrieben. Die Ausbildung unterscheidet sich grundsätzlich von der in einem konventionellen Betrieb. Sie kann als ungekünstelte Basis angesehen werden, bei welcher auch das Denken jeder Person verändert wird. Man lernt seinen Beruf nicht nur, man erfährt ihn. Laut Nikolai Fuchs sollte jeder Landwirt solch eine Ausbildung machen und sich dann erst spezialisieren.

Weiter wird die Namensgebung, welche 1927, also zwei Jahre nach Steiners Tod erfolgte, erklärt. Biologisch steht für die weitgehende Geschlossenheit und dynamisch ist bezeichnend für die Kräfte, mit denen gearbeitet wird. Die Verbreitung z.B. durch den Kurs „Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft“, wird kurz erläutert, sowie Forschungsmethoden dargestellt. Einige Zahlen veranschaulichen die Verbreitung der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. 2010 sind es 4.263 Höfe in 41 Ländern, die nach Demeter-Richtlinien wirtschaften.

Es werden verschiedene Kritikpunkte aufgeführt. z.B. die naturwissenschaftlich nicht beweisbaren Vorgehensweisen, die nicht akzeptiert werden. Die Bauern wurden in den 60er und 70er Jahren sogar von den Dorfleuten wegen ihrer Wirtschaftsweise, dem aktiven Einbeziehen des Geistigen in die Arbeit, als Spinner bezeichnet.

Wichtig zu Wissen

In diesem kurzen Kapitel klärt der Autor darüber auf, dass die Hörner wichtig für die Tiere sind und sie sich damit nicht verletzen. Die Entfernung, z.B. das Ausbrennen, ist eine schmerzhafte Erfahrung für die Tiere.

FAQ’s (Frequently Asked Questions)

In diesem Kapitel geht der Autor auf diverse Fragen ein. So z.B. auf die Funktion der biologisch-dynamischen Landwirtschaft, denn die wissenschaftlichen Beweise fehlen. Doch durch diverse Nachhaltigkeitspreise ist bewiesen, dass es der richtige Weg ist. Die Fruchtbarkeit ist offensichtlich. Auch erklärt er, dass die ganze Welt mit biologisch-dynamischer Landwirtschaft zu ernähren wäre, man jedoch den Fleischkonsum dafür reduzieren müsse.

Schluss

Die Landwirtschaft nimmt großen Einfluss auf die Natur, somit bietet sich hier eine Möglichkeit, verantwortungsvoll mit ihr umzugehen. Laut Fuchs ist Landwirtschaft Kultur. Sie ist eine Möglichkeit an der Erden Entwicklung mitzuarbeiten.

Im Anhang findet man weitere Informationen und Adressen sowie Webseiten über welche man sich weiter zu dem Thema informieren kann.[9]

Nikolai Fuchs im Interview mit Michael Olbrich-Majer

Im Interview mit Michael Olbrich-Majer (Redakteur von lebendigeerde.de) stellt sich Nikolai Fuchs kritischen Fragen zu BDW[10]. Es wird postuliert, dass die Angaben Rudolf Steiners zur Landwirtschaft nicht stimmen könne, da er kein ausgewiesener Naturwissenschaftler sei. Nikolai Fuchs widerlegt diese Anschuldigung mit dem Gegenargument, dass genau diese Kritik unwissenschaftlich sei, da es gerade Aufgabe des Naturwissenschaftlers ist, auftretende Phänomene wahrzunehmen. Oft werden auch die wissenschaftlichen Ergebnisse auf den Prüfstand gestellt. So übt man z.B. Kritik am Versuchsaufbau, an der Versuchsfrage etc. Würde man alle relativierten Ergebnisse außer Betracht lassen, wären es nur noch wenige wissenschaftliche Untersuchungen mit positivem Resultat. Bei diesen ist wiederum das Problem, dass sie nicht genau abzuleiten sind, auf welchem Einzelaspekt die gefundene Wirkung beruht.

[...]


[1] nexus-foundation.net. Nikolai-Fuchs

[2] Vgl. Nikolai Fuchs: Was ist biologisch-dynamische Landwirtschaft ? S. 51

[3] Vgl. zukunftderernaehrung.org, Beirat

[4] Nikolai Fuchs: Was ist biologisch-dynamische Landwirtschaft? S. 9

[5] Nikolai Fuchs: Was ist biologisch-dynamische Landwirtschaft? S. 13

[6] Nikolai Fuchs: Was ist biologisch-dynamische Landwirtschaft? S. 15

[7] Vgl. Nikolai Fuchs: Was ist biologisch-dynamische Landwirtschaft?

[8] Nikolai Fuchs: Was ist biologisch-dynamische Landwirtschaft? S. 24

[9] Vgl. Nikolai Fuchs: Was ist biologisch-dynamische Landwirtschaft?

[10] BDW = Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise

Details

Seiten
12
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656949091
ISBN (Buch)
9783656949107
Dateigröße
475 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v298558
Institution / Hochschule
ecosign/Akademie für Gestaltung
Note
2,0
Schlagworte
Landwirtschaft biologisch-dynamisch Nikolai Fuchs

Autor

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