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Die Notwendigkeit von Bewegung in der Schule

Studienarbeit 2014 10 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Aufgabenstellung

2 Einführung

3 Bewegung in der Schule

4 Resümee

5 Literaturverzeichnis

1 Aufgabenstellung

Im Laufe des Studiums an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg absolvierte ich zunächst das Orientierungs- und Einführungspraktikum OEP und befinde mich nun am Ende des Integrierten Semesterpraktikums ISP. Die Praktika leistete ich an verschiedenen Schule und erhielt so einen Einblick in den Beruf des Lehrers, in die täglichen Aufgaben, in das Vorbereiten des Unterrichts und letztlich auch das Unterrichten selbst. Weiterhin gewährt es mir in Bezug auf meine Thematik zwei verschiedene Herangehensweisen an die Bewegung im Schullalltag.

Ich entschied mich für die Auseinandersetzung mit dieser Thematik resultierend aus meinen Erfahrungen mit verschieden Klassen und Schülern und dem unterschiedlichen Umgang damit. Die Professionalisierungsaufgabe lässt sich in den Kompetenzbereich 1 (von 4): Auseinandersetzung mit Unterricht und Erziehungsaufgaben einordnen.1 Die vier Kompetenzbereiche sollen uns während der gesamten Schulpraxis begleiten. Diese Arbeit befasste sich nur mit dem Ersten und stellt nur eine Thematik heraus, die hier verordnet werden könnte.

2 Einführung

Die Bewegungswelt von Kindern hat sich in den letzten Jahren dramatisch verändert. Neben sozialen Veränderungen und der Einschränkung von natürlichen Bewegungsräumen hat vor allem der Medienkonsum drastisch zu- und insgesamt die körperliche Alltagsaktivität dramatisch abgenommen (Obst & Bös, 1998, S. 12)2

Die Schule stellte lange ein Raum dar, in dem die Bewegung der Schüler3 eher im Hintergrund stand. Anfang der 1980er kam mehr Bewegung in die traditionelle Sitzschule. Zugrunde lag ein Konzept namens Bewegte Schule, Begründer ist der Schweizer Urs Illi, Dozent und Bewegungspädagoge (Schwerpunkte Bewegungslehre, Geräteturnen, Skiausbildung) an den sportwissenschaftlichen Instituten in Zürich und Basel. Das Konzept der Bewegten Schule befasst sich mit der Schule und dem ganzheitlichen schulischen Ablauf.

Im Fokus meiner Betrachtung liegen Bewegungsphasen innerhalb der Lernsequenzen. Deshalb werde ich auf die restlichen Punkte hier nicht eingehen. Bevor ich die Anwendungen von Bewegungsphasen innerhalb der Schule beschreibe, stelle ich die grundlegende Bedeutung von Bewegung im Allgemeinen voraus.

Die Bedeutung von Bewegung für die körperliche, seelische und soziale Entwicklung von Kindern findet sich in der Binsenweisheit „Kinder brauchen Bewegung“ wieder. Man kann davon ausgehen, dass diese allgemein bekannt ist. Dennoch wird sie im Alltag des Kindes kaum verwirklicht (vgl. Lehner, 2002, S. 6). „Laufen, rennen, krabbeln, hüpfen, springen, galoppieren, klettern, sich drehen bis man schwindlig wird – all dies lieben Kinder (Bläsius, 2008, S. 6). Der ständige Bewegungsdrang von Kindern kann Erwachsenen schnell zur Last werden. Denn die Intensität und Ausdauer mit der den Bewegungen nachgegangen wird, würde sie sehr schnell in den Zustand der Erschöpfung bringen (vgl. Lehner, 2002, S. 7).

Bewegungsphasen werden im Alltag häufig terminiert und müssen an einem bestimmten Ort innerhalb einer bestimmten Einrichtung stattfinden (Ballett, Sportstunden im Sportverein, Bewegungszeiten in der Kindertagesstätte, Tanzstunden im Tanzstudio, etc.) Kindern fällt es allerdings sehr schwer ihren hohen Bewegungsdrang an solche Vereinbarung anzupassen. (vgl. Bläsius, 2008, S. 6). Vielmehr ist eine nahezu ständige Bewegung für die Entwicklung der Heranwachsenden unabdinglich. „Bewegung ist die Basis unseres gesamten Lebens, denn das Leben vollzieht sich bewegt in Wachstums- und Veränderungsprozessen. Verschiedene Entwicklungsaufgaben bedingen und beeinflussen sich dabei gegenseitig“ (Lehner, 2002, S. 7).

Sinnvolle Nervenverbindungen im zentralen Nervensystem bilden sich gerade in den ersten Lebensjahren besonders aus. Deshalb ist ein ausreichendes Angebot an Sinnesreizen besonders wichtig. Innerhalb einer einzelnen Bewegung sammeln Kinder simultan mehrere Sinneserfahrungen. Hierbei arbeiten die verschieden Wahrnehmungsbereiche gleichzeitig und werden nach und nach mit einen der verknüpft (vgl. Steininger, 2005, S. 36-37). Steininger führt als Beispiel ein Baby an, das auf die Stimme seiner Mutter hört. Es dreht den Kopf in ihre Richtung und sucht sie mit den Augen. Hierbei wird die auditive, sowie die visuelle Wahrnehmung angesprochen, darüber hinaus der Gleichgewichtssinn der Muskel- und Stellungssinn (vgl. edb. S. 36). Der Ausbau dieses Neuronalen Netzwerkes gehört zu den wichtigsten Entwicklungsschritten des Menschen.

Das erwähnte Beispiel zeigt wie simpel dieser Aufbau vonstattengehen kann. Je älter die Kinder werden, desto mehr und neue Bewegungserfahrung wollen und müssen sie machen. „Das Kind erfährt sich selbst und seine Umwelt über Bewegungshandlungen [,] […] es entwickelt neue Bewegungsmuster“ (Lehner, 2002, S.7). Weiterhin legt Lehner den Zusammenhang von Bewegung und Emotionen dar, so drücken sich Gefühle in Bewegungen aus und umgekehrt kann Bewegung Gefühle beeinflussen. Somit ist Bewegung für das Kind Kommunikations- und Ausdrucksmittel im Kontakt mit der Welt und seinen Beteiligten. Kind und Umwelt stehen zueinander über die Sinneswahrnehmung und die Bewegungshandlungen, die sich dabei wechselseitig beeinflussen, im Dialog. (vgl. edb. S. 7).

Daraus lässt sich ableiten, dass Kinder ständig in Bewegung sein müssen, denn sie „lernen dabei, schließen sich ihre Umwelt, ihren Körper, üben ihre Sprache, erweitern ihren Geist, schulen ihr Sozialverhalten“ (Bläsius, 2008, S. 6). Genau diese Punkte führen uns zum nächsten Kapitel, der Anwendung und den Räumen für Bewegung in der Institution Schule.

3 Bewegung in der Schule

Ein Szenario, das sich im Klassensaal häuft zuträgt, als kurze Einleitung in das Kapitel. Ein Schüler sitzt wippend auf seinem Stuhl. Zumeist wird dies vom Lehrer sofort unterbunden, sobald er es wahrnimmt, denn ein Schüler hat nicht zu wippen. Zwar ist dies mit Blick auf den Stuhl die richtige Entscheidung, doch aus der Perspektive der Bewegungslehre eben nicht. „Beim Schuckeln hilft die stimulierende Sinnesempfindung des Kindes, den Bewegungsablauf des Schaukelns zu erlernen [(Gleichgewichtssinn, Wahrnehmung, u.a.)]“ (Lehner, 2002, S. 7). Selbstverständlich sollte nun nicht das Schaukeln erlaubt werden, jedoch über andere Bewegungsfreiräume nachgedacht werden, die man dem Schüler zu Verfügung stellen könnte.

Der Sportunterricht oder außerschulische Sportaktivitäten, sind allein nicht in der Lage, den Anforderungen an den Bewegungsdrang gerecht zu werden. Der Schulsport ist nur ein Kompensator, der ebenfalls terminiert und zeitlich begrenzt ist. Zudem unterliegt er denselben Leistungsanforderungen durch die Benotung wie die anderen Fächer (vgl. Laging, 2007, S. 8-9) Deshalb findet sich im Bildungsplan unter der Überschrift Maßnahmen und Einrichtungen zur Sicherung des Auftrags, der Bildungsziele, der didaktischen und Methodischen Prinzipien der Punkt 10., in dem es heißt:

Sport, Spiel und Bewegung erfahren in allen Schulen eine über den Sportunterricht hinausgehende Förderung – in den Pausen, auf Exkursionen, im Zusammenwirken mit Sportvereinen. Ein an vielen Grundschulen eingeführtes Programm „Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt“, das die Bewegungsfreude der Schülerinnen und Schüler weckt und stärkt, soll in den kommenden Jahren auf alle Grundschulen ausgedehnt werden (Ministerium für Kultus, S. 19).

[...]


1 Die alternativen Bereiche wären: Kompetenzbereich 2: Beobachtungskriterien, Maßnahmen individueller Förderung; Kompetenzbereich 3: Berufsidentität entdecken und entwickeln; Kompetenzbereich 4: Aufgaben von Lehrkräften in der Institution Schule

2 Das Schulprofil der FX Grundschule Weinheim leitet mit diesen Worten auf ihrer Webseite ein.

3 Mädchen und Frauen verstehe ich bei Nennung der Maskulinen Form mit einbezogen.

Details

Seiten
10
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656954736
ISBN (Buch)
9783656954743
Dateigröße
533 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v299078
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Note
2,0
Schlagworte
notwendigkeit bewegung schule

Autor

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