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Die Auseinandersetzung mit Formen gesellschaftlicher Repression in negativen Utopien von Wells bis Atwood

Magisterarbeit 2004 99 Seiten

Anglistik - Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Geschichte und Merkmale des Utopischen Romans
2.1 Methodik und Sekundärliteratur
2.2 Schöpfung und Bedeutungswandel des Begriffs „utopisch"
2.3 Vom Utopiebegriff zur Utopischen Literatur
2.3.1 Das Normative Verständnis von den Merkmalen Utopischer Literatur
2.3.2 Das erweiterte Verständnis
2.4 Die Geschichte der Utopischen Literatur
2.4.1 „Utopische Literatur" der Antike
2.4.2 Die ersten Utopien der Moderne
2.4.3 Mond-, Planeten- und Zeitutopien 21
2.4.4 Sozialkritische Utopien des 19. Jahrhunderts
2.4.5 Vom ersten Fortschrittspessimismus zur negativen Utopie
2.5 Zum Begriff der negativen Utopie
2.6 Zusammenfassung und Ergebnisse

3. Herbert George Wells: The Time Machine
3.1 Leben und Werk
3.2 Kritik und zeitgenössischer Kontext
3.3 Struktur
3.4 Erzählsituation
3.4.1 Rahmenhandlung
3.4.2 Binnenhandlung
3.5 Zeit
3.6 Charakterisierung
3.7 Setting
3.7.1 Rahmenhandlung
3.7.2 Binnenhandlung
3.8 Gesellschaftsstruktur des Jahres 801702
3.8.1 Eloy
3.8.2 Morlocks
3.9 Historische Ursachen der Entwicklung
3.10 Repression?

4. Aldous Huxley: Brave New World
4.1 Leben und Werk
4.2 Kritik und zeitgenössischer Kontext
4.3 Struktur
4.4 Erzählsituation
4.5 Zeit
4.6 Charaktere
4.7 Geschichte und Selbstrechtfertigung des Systems
4.8 Die Gesellschaftsstruktur der Brave New World
4.9 Formen der gesellschaftlichen Repression
4.9.1 Biochemische Manipulation der Embryos
4.9.2 Psychologische Manipulation der Kleinkinder
4.9.3 Familie und Sexualität
4.9.4 Religion
4.9.5 Freizeitgestaltung und Medienkonsum
4.9.6 Drogenvergabe

5. George Orwell: Nineteen Eighty-four
5.1 Leben und Werk
5.2 Kritik und zeitgenössischer Kontext
5.3 Strukturanalyse
5.4 Erzählsituation und Charakterisierung
5.5 Ort und Zeit der Handlung
5.6 Geschichte des Systems
5.7 Die Gesellschaftsstruktur Ozeaniens
5.7.1 Big Brother
5.7.2 Die Innere Partei
5.7.3 Die Äußere Partei
5.7.4 Die Proles
5.8 Formen der gesellschaftlichen Repression
5.8.1 Institutionen im System Ozeaniens
5.8.2 Vorschriften und Verbote
5.8.3 Familienpolitik
5.8.4 Einschränkung der Bewegungsfreiheit
5.8.5 Strafen
5.8.6 Überwachung
5.8.7 Manipulation

6.Margaret Atwood: The Handmaid’s Tale
6.1 Leben und Werk
6.2 Kritik und zeitgenössischer Kontext
6.3 Struktur, Ort und Zeit
6.4 Erzählsituation und Vermittlung
6.5 Die Protagonistin
6.6 Geschichte und Selbstrechtfertigung des Systems
6.7 Gesellschaftsstruktur Gileads
6.8 Formen der Repression
6.8.1 Verbote und Strafen
6.8.2 Kontrolle
6.8.3 Manipulation
6.8.3.1 Umerziehung im Red Center
6.8.3.2 Aggressionslenkung in den Salvagings

7. Ergebnisse und Schluss
7.1 Kontrastive Analyse
7.2 Formen der Repression
7.3 Bewertung aus heutiger Sicht
7.4 Diskussion der Sekundärliteratur

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Möglichkeit, Informationen auch indirekt, über ein System kodifizierter Symbole zu verbreiten, befähigt uns Menschen - im Gegensatz zu allen anderen uns bekannten Lebewesen – nicht nur, unser Wissen einer Öffentlichkeit zugänglich zu machen, die bei weitem größer sein kann, als sie durch mündliche Kommunikation zu erreichen wäre. Die Fähigkeit, indivuelle oder kollektive Erfahrungen an seine Nachkommen weiterzugeben, ist eine der Grundlagen der kulturellen Entwicklung des Menschen. Ohne überliefertem Wissen, auf dem unsere gesamte Zivilisation errichtet ist, und das als Basis für unsere heutigen Erkenntnisse dient, müsste es von jeder folgenden Generation, über den mühsamen Weg von Versuch und Irrtum, erst wieder neu erarbeitet werden. Daraus ergibt sich die herausragende Stellung, die der Literatur innerhalb des Kanons der menschlichen kulturellen Leistungen zukommt.

Diese Erkenntnis ist nicht neu, sondern war im Laufe der menschlichen Kulturgeschichte bestimmt oftmals eine ganz besondere Motivation für den Schreibenden, Literatur zu schaffen. Mit ihrer Hilfe ist ein Mensch in der Lage, einen Teil seiner Gedankenwelt über seinen Tod hinaus zu erhalten. Nicht nur die Summe seiner Erfahrungen, sondern auch seine daraus gewonnenen Schlussfolgerungen und Ansichten kann er durch sie an kommende Generationen weitergeben und hoffen, mit ihnen das Denken seiner Nachfahren zu beeinflussen. Geht man davon aus, daß menschliches Handeln das Ergebniss der Summe menschlicher Bewußtseinprozesse ist, so ist ein Individuum, zumindest mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, in der Lage, über Literatur auf zukünftige individuelle oder gesellschaftliche Entscheidungen und Entwicklungen Einfluß zu nehmen.

Beispiele für diese im ersten Moment etwas gewagt scheinende Behauptung gibt es zuhauf: Wie würde wohl unsere Geschichte aussehen, hätte es die Bibel, den Koran, die Thesen Martin Luthers nicht gegeben? Auch ohne unser Grundgesetz, das von den Erfahrungen der Kriegsgeneration geprägt ist, wäre unsere Lebenswirklichkeit heute in Deutschland sicher anders. Aber auch problematische religiöse, ideologische und kulturelle Differenzen sind nicht zuletzt auf die überlieferten Ansichten unserer Vorfahren und deren Interpretation begründet. Diese tradierten Erfahrungen und Meinungen waren (und sind) natürlich immer subjektiv und müssen nicht der objektiven Wirklichkeit entsprechen. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit gesellschaftsprägender Literatur kann daher ein wichtiges Hilfsmittel sein, nicht nur um unsere heutige Zeit besser zu verstehen, sondern auch um mögliche künftige Tendenzen zu erkennen.

Eine besondere Relevanz haben in diesem Kontext natürlich diejenigen Werke, in denen eben diese möglichen Entwicklungswege und -ziele der menschlichen Gesellschaft für die Zukunft in Romanform thematisiert werden, insbesondere, wenn jene grundlegend anders sind als heute. Gerade die Literatur, in der eine paradiesische Zukunft ohne individuelles oder kollektives Leid - wie beispielsweise Hunger, Armut, Krieg und Unrecht – dargestellt wird, übt eine große Anziehungskraft auf viele Menschen aus, eben weil die meisten Menschen solche Nöte selbst erfähren mussten oder sich vor ihnen fürchten. In diesem Versprechen liegt der Erfolgt der utopischen Literatur.

Bei der Verwirklichung der literarisch prophezeiten Utopien, so muß man leider feststellen, sind die Menschen dann oftmals schnell bereit gewesen, dies auf Kosten anders Denkender zu tun, man denke nur an Inquisition und Jihad. Auch der diktatorischen Praxis vieler Ostblockstaaten lag der Gedanke zu grunde, ein kommunistisches Paradies ließe sich nur dann verwirklichen, wenn man mit Hilfe von Überwachung und Repression sicherstellen könne, daß kein innerer oder äußerer Feind die Entwicklung zu stören vermöge. Karl Marx hatte mit seinem Historischen Materialismus die Utopie einer gleichberechtigten, klassenlosen Gesellschaft ohne idividuellem Eigentum als Ziel der menschlichen Entwicklung geschaffen, auf der diese Systeme ideologisch fundierten, und durch ihre die sie ihre rep ressiven Methoden rechtfertigten.

Wenn also die literarische Darstellung idealer Zustände oftmals das Gegenteil vom Erhofften bewirkt hat, könnte dieser Zusammenhang dann auch auf Werke übertragen werden, die stattdessen eine extrem negative Zukunft beschreiben? Können oder konnten solche Werke eine so hohe Wirksamkeit bezüglich ihrer gesellschaftspolitischen Relevanz entfalten wie ihre positiven Pendanten? Mit diesen Fragen nähern wir uns der Aufgabenstellung, die dieser Arbeit zu Grunde liegt. Gesellschaftliche Repression ist schon praktisches Ergebnis literarischer Utopie gewesen, in der eine repressionsfreie Zukunft dargestellt wurde, und meist ein zentrales Motiv in der „negativen Utopie", der Dystopie. Deshalb steht die Auseinandersetzung mit ihren Formen im Mittelpunkt dieser Arbeit.

Um die Begriffe „Utopie" und „Dystopie" klar definieren und exakt verwenden zu können, sollen sie zunächst im ersten Kapitel auf Geschichte, Bedeutung und Interpretation hin untersucht und die unterschiedlichen Auffassungen diskutiert werden. Die bedeutensten Autoren und Werke dieser Form der Literatur, in ihrem historischen Kontext, die anschließend kurz angesprochen werden, dienen nicht nur als Beispiele, an ihnen können auch schon grundlegende Merkmale der Gattung erarbeitet werden.

Die Ergebnisse werden dann im zweiten Teil dieser Arbeit aufgegriffen und mit ihrer Hilfe vier Romane, die als typische Vertreter der Dystopie gesellschaftliche Repression als ein zentrales Motiv beinhalten, analysiert: H.G. Wells The Time Machine, Aldous Huxleys Brave New World, George Orwells Nineteen Eighty-four und Margaret Atwoods The Handmaid's Tale. Vier Hauptgründe sind für diese Auswahl verantwortlich:

- Alle vier Werke wurden in Englisch verfasst. Bedenkt man die Bedeutung, die diese Sprache als quasi – lingua franca für die internationale Kommunikation, gerade im Zeitalter der Massenmedien, hat, englischsprachige Literatur also viel mehr Menschen erreicht als beipielsweise koreanische, gewinnt gerade dieser Aspekt enorme Bedeutung für das Verständnis des Zusammenhangs von Literatur und Gesellschaftsentwicklung.
- Die Romane lassen sich gut miteinander vergleichen, was Grundbedingung für aussagekräftige Ergebnisse ist. Die Muttersprache aller vier Authoren ist (oder war) Englisch, und als Weiße waren sie nicht mit dem Problem rassischer Diskriminierung – was Einfluß auf den Inhalt der Werke haben könnte – konfrontiert.
- Als reizvollen Kontrast zu den drei erstgenannten Werken, die als klassisches Dreigestirn der negativen Utopien längst zur Weltliteratur zählen, ist Atwoods preisgekrönter Roman nicht nur aktuelleren Datums, als einziger ist er auch aus dem Blickwinkel einer Frau geschrieben, könnte deshalb die Frage nach dem Verhältniss der Geschlechter zueinander (ebenfalls ein wichtiges Motiv in den Dystopien) anders gewichten , als es in den Klassikern der Fall ist.
- Die vier Romane decken in etwa die letzten einhundert Jahre ab, wir sind also eher in der Lage die Gedankenwelt des Schreibenden nachzuvollziehen, als es etwa bei einem Schriftsteller der Antike der Fall wäre. Mögliche Auswirkungen der Werke – auf die Gesellschaft oder zumindest andere Werke - bleiben in diesem Zeitrahmen untersuchbar. Durch die Bekanntheit der Werke wäre auch eine Bezugnahme innerhalb dieser vier denkbar.

Um eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten, wird bei allen vier Werken die gleiche Methodik angewendet, die nun kurz beschrieben wird. Um die Romane wirklich verstehen und analysieren zu können, wird, vor der eigentlichen Analyse der Texte kurz das Leben des jeweiligen Autors beleuchten. Dabei sind sowohl der persönliche Kontext des Schreibenden, etwa Bildung, gesellschaftliche Stellung, politische Ansichten oder persönliche Motivationen, als auch das historisch-politische und kulturelle Umfeld sowie die Bewertung des Werkes durch die Literaturkritik von Bedeutung.

In der anschließenden Textanalyse werden dann zuerst die Struktur des Romans, Ort und Zeit der Handlung und die Erzählperspektive vorgestellt. Anhand der dargestellten Charaktere und ihrer Position innerhalb des beschriebenen Gesellschaftssystems wird dieses dann bezüglich seiner besonderen Eigenheiten diskutiert. Dabei geht es, pointiert formuliert, um die folgende Frage: Wer unterdrückt wen, wie, und warum? Täter und Opfer (sofern eine klare Unterscheidung möglich ist) sollen charakterisiert werden, insbesondere ihrer Einstellung gegenüber dem System ist hier von Interesse. Formen und Mittel der Repression, wie Manipulation, Überwachung, Verbote und Strafen, aber auch deren Ursachen und Auswirkungen, sowie Rechtfertigung durch die „Unterdrücker" sollen dabei untersucht werden.

Im letzten Abschnitt dieser Arbeit werden die einzelnen Ergebnisse dann zusammengefasst und miteinander verglichen. Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei den Hintergründen und Formen der dargestellten repressiven Systeme sollen herausgestellt und besprochen werden. Inwieweit die Autoren miteinander übereinstimmen, sich aufeinander beziehen, ihre Prophezeiungen sich bewahrheiten könnten oder bereits haben, ist ebenso Teil dieses Kapitels wie die Frage, in welchem Ausmaß ihre Werke nun das Denken und Handeln der Lesenden tatsächlich beeinflußt haben könnten.

Die formale Gestaltung dieser Magisterarbeit richtet sich nach dem vom Institut für Englische Literaturwissenschaften herausgegebenen Merkblatt zur Erstellung schriftlicher Hausarbeiten[1].

2. Geschichte und Merkmale des Utopischen / Dystopischen Romans

2.1 Methodik und Sekundärliteratur

In diesem Kapitel werden die grundlegenden Fragen, die sich im Zusammenhang mit einer Arbeit über die Gattung der utopische Literatur stellen, erörtert, da ein Verständnis der Charakteristika der negativen Utopie ohne Vorkenntnisse über die literarische Utopie insgesamt, sowohl in ihrer Geschichte, als auch in ihren Inhalten, nicht möglich ist. Für die einleitende Klärung des Utopiebegriffes waren vor allem Hiltrud Gnügs Erläuterungen in der Einführung Der Utopische Roman und die Aufsätze „Die Geschichte des Utopiebegriffes" von Hans Ulrich Seeber und „Für einen erweiterten Utopiebegriff" von Klaus L. Berghahn aus ihrer Aufsatzsammlung Literarische Utopien von Morus bis zur Gegenwart wegen ihres hohen Informationsgehalts - speziell was die unterschiedlichen Auffassungen über den Begriff der utopischen Literatur betrifft - geeignet. Für die Geschichte der utopischen Literatur und ihres zeitgenössischen Kontextes fanden die Einträge in den Besprechungen zu Huxleys Brave New World von Reiner Poppe und Christoph Bode aus zwei Gründen die meiste Beachtung. Zum einen beleuchteten sie die Werke und ihren Hintergrund zwar knapp, aber immer präzise und verständlich. Zum anderen enthalten sie wichtige Informationen, die andere, ausführlichere Beschreibungen nicht enthalten. Auch in diesem Teil kam wieder Hiltrud Gnügs Werk zur Anwendung, genauso wie Eintragungen aus Kindlers Neuem Lieraturlexikon, daß vor allem bei der utopischen Literatur der Antike hilfreich war.

2.2 Die Schöpfung und der Bedeutungswandel des Begriffs „utopisch"

Was bedeutet eigentlich das Wort „utopisch"? Bekanntlich kann das Adjektiv – sowohl im Deutschen als auch im Englischen – zwei grundsätzlich verschiedene Bedeutungen haben: Zum einen „unmöglich, nicht realisierbar", zum anderen „wünschenswert, ideal, paradiesisch". Die Begriffsgeschichte des Wortes hängt mit der Geschichte des Utopischen Romans zusammen. Nicht nur aus diesem Grund, sondern auch weil eine Klärung des Begriffs für eine Arbeit über Utopische Literatur selbstredend unumgänglich ist, soll seine Geschichte im Folgenden kurz nachgezeichnet werden.

Die Wortschöpfung utopia geht auf den englischen Politiker und Juristen Thomas More (in manchen Quellen auch Thomas Morus genannt[2] ) und dessen Roman „De optimo rei publicae statu sive de nova insula Utopia“ (erschienen 1516) zurück. Der Begriff setzt sich aus dem Wortstamm topos (griechisch für Ort) und dem Präfix ou zusammen, das eigentlich als „nicht“ übersetzt werden müsste, zusammen - Utopia ist also, wörtlich übersetzt, ein Nicht - Ort[3]. Da man im Englischen das ou aber wie eu (das griechische Präfix für „gut“) ausspricht, ergibt sich noch eine zweite mögliche Bedeutung des Begriffs Utopia: Gut - Ort.[4] Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, das diese Form der Wortbildung eigentlich im Griechischen nicht korrekt ist. Seeber[5] vermutet, das More dem Kenner des Griechischen damit schon einen Hinweis auf den fiktiven Charakter seiner Konstruktion geben möchte.

Nach der Übersetzung des Werkes durch Ralphe Robynson im Jahre 1551 dringt das Wort in die englische Sprache ein und bezeichnet zuerst - wie im Roman - einen Ort, in dem ideale soziale Institutionen für vollkommene soziopolitische Zustände sorgen, was an einem Beleg aus dem Jahre 1642 deutlich wird: „That new Utopia of Religion and Government into which they endeavour to transform this Kingdom“[6]. Der Begriff des Utopischen war also im damaligen Sprachgebrauch noch keine Bezeichnung einer literarischen Gattung.

Im Siebzehnten und Achtzehnten Jahrhundert setzte sich dann allmählich die negative Konnotation des Begriffes im Sprachverständnis der Menschen durch, das Adjektiv „utopisch“ bezeichnete immer mehr eine als unrealisierbar erachtete Schimäre, wie an folgendem Beleg aus dem Jahre 1646 deutlich wird: „that’s but a Utopian consideration, a possibility which never comes into Act“[7]. Dieser Gedanke der Unrealisierbarkeit der Utopie, also des idealen Sozialwesens, aus dem sich die dann die Gleichsetzung der Begriffe utopisch / unmöglich entwickelte, und die bis heute fortdauert, verstärtkte sich seit dem späten 19. Jahrhundert[8]. Grund dafür war einerseits der fiktive Charakter der Literatur, andererseits die Kritik von marxistischer Seite, etwa von Friedrich Engels, der in seinem Werk Die Entwicklung des Socialismus von der Utopie zur Wissenschaft (1883) den Sozialutopien ihren „nicht realisierbaren Charakter"[9].

2.3 Vom Utopiebegriff zur Utopischen Literatur

Hiltrud Gnüg[10] weist darauf hin, daß durch die Lösung des Utopiebegriffs von seiner ursprünglichen Konnotation - dem Prototyp des Utopischen Romans, die Utopia des Thomas More, auf die ich später noch eingehen werde - eine einheitliche Definition des Utopiebegriffes unmöglich macht. Klammert man die – häufiger mit dem Adjektiv „utopisch" als mit dem Nomen Utopie assoziierte - Bedeutung „unmöglich, absurd, niemals realisierbar“ für eine Inhaltscharakterisierung einmal aus und beschränkt sich für eine Annäherung an eine Definition der utopischen Literatur auf die Bedeutungen „(noch) nicht existent“ (aber nicht absurd, sondern im Bereich des Erreichbaren), so steht man trotzdem vor der Frage, wie streng die weiteren Charakteristika sein sollen, die über die Zuordnung eines Werkes zur Gattung der utopischen Literatur entscheidet. Über diese Frage besteht auch in der Literaturwissenschaft Uneinigkeit, es lassen sich hierbei zwei Hauptströmungen ausmachen, die ich hier kurz beschreiben und diskutieren möchte:

2.3.1 Das normative Verständnis von den Merkmalen utopischer Literatur

Eine enge Auslegung des Begriffs „utopische Literatur“ sieht diesen als eigene Literarische Gattung mit spezifischen Merkmalen, deren Prototyp Thomas Mores Utopia ist. So findet sich beispielsweise im Sachwörterbuch der Literatur folgende Definition:[11]

[...] nach dem Titel von Th. MORUS’ ® Staatsroman Utopia (1516) gebildete Bz. Für e. nur in gedankl. Konstruktion in e. imaginierten, räumlich oder zeitlich entfernten Welterreichbaren, praktisch nicht zu verwirklichenden Idealzustand von Menschheit, Staat und Gesellschaft [...]

Fasst man den Begriff „utopische Literatur“ sehr eng, schließt man wichtige Werke, die für das Verständnis der utopischen Literatur wichtig sind, von vornherein aus. Fordert man beispielsweise, utopische Literatur müsse immer auf eine mögliche, künftige Entwicklung gerichtet sein, so wären Ovids Metamorphosen als Beschreibung des „goldenen Zeitalters“ als Teil der Geschichte, von vornherein von der Betrachtung ausgeschlossen. Viele darin enthaltene Gedanken sind aber Basis für das in vielen späteren Werken als grundlegend für eine ideale Gesellschaft erkannte Menschenbild, und sollten daher nicht unberücksichtigt bleiben.

Auch Platons Politeia, das als Vorbild und Inspiration für Thomas Mores Utopia gilt, und deshalb für das Verständnis des utopischen Romans unverzichtbar ist, bliebe unberücksichtigt, wenn man beispielsweise die Romanform als gattungsprägendes Merkmal utopischer Literatur sähe, da es als philosophischer Dialog verfasst wurde und den idealen Staat „nur im Modus des Sollens“ darstellt und deshalb „nicht der Forderung einer „literarischen Fiktion [entspricht]“[12].

2.3.2 Das erweiterte Verständnis

Die offene Auslegung des Begriffs „utopische Literatur“ reicht von der Forderung, dieser Gattung nicht nicht ausschließlich Prosatexte zuzuordnen, bis hin zur verallgemeinernden Behauptung „Literatur ist Utopie“, für die sich folgendes Beispiel findet:

Literatur ist Utopie in dem gewiß sehr weiten Verstande, daß sie nicht identisch mit der Realität ist, die uns als Natur und Gesellschaft gegenübertritt. Sie ist Utopie in dem sehr viel präziseren Sinn, daß ihre Beziehung zu dieser Realität wie die der Erfüllung zum Mangel ist.[13]

Als wichtigste Befürworter dieser Aufweitung des Utopiebegriffes gelten Ernst Bloch und Karl Mannheim. Bloch kritisierte in seinem Werk Prinzip Hoffnung die Einschränkung des Utopiebegriffs auf Romane, die in „Thomas Morus-Weise“[14] verfasst wurden mit folgendem Vergleich: „Das wäre, als wollte man die Elektrizität auf den Bernstein reduzieren, von dem sie ihren griechischen Namen hat und an dem sie zuerst bemerkt worden ist“[15]. Karl Mannheim sieht in seinem Buch Utopie und Ideologie das „utopische Bewußtsein“ als Grundlage der Utopie, „das sich mit dem umgebenden `Sein´ nicht in Deckung befindet.“[16] Utopie fängt also bereits dort an, wo die Wirklichkeit nicht den Vorstellungen des Individuums entspricht.

Für dieses erweiterte, flexiblere Literaturverständnis plädieren heute die meisten Literaturwissenschaftler[17], eben weil es eine Betrachtung vieler wichtiger und interessanter Werke, die nicht erzählende Prosa fiktiven Charakters sind, nicht ausschließt. Problematisch hierbei ist, das bei einer zu offene Auslegung des Begriffs „utopische Literatur“ dieser an Präzision verliert und nicht mehr exakt genug ist, um wissenschaftlich verwendet werden zu können. Eine Ausweitung des Begriffes auf sämtliche Literatur, die einen nicht wirklichkeitsbeschreibenden, ideellen Charakter hat, würde nämlich bedeuten, daß er beispielsweise, wie Arthur O. Lewis feststellt, die „Verfassung der Vereinigten Staaten, das Manifest der Weathermen oder die Kommentarspalten der New York Times“ beinhalten müßte.[18]

2.4 Die Geschichte der utopischen Literatur

2.4.1 „Utopische Literatur“ der Antike

Bewußt wurde der Terminus „Utopische Literatur“ in der Überschrift dieses Unterkapitels in Anführungszeichen gesetzt, schließlich wurde das Attribut „utopisch“ erst grob zweitausend Jahre nach den im Folgenden kurz vorgestellten Werke geprägt. Für ein genaues Verständnis utopischer oder anti-utopischer Literatur dürfen diese trotzdem nicht unbeachtet bleiben: Viele Merkmale, die unser heutiges Utopieverständnis prägen, finden sich schon in den Schriften jener Zeit. Dazu zählen, neben der hier unberücksichtigt bleibenden, uns wohlbekannten Darstellung des Paradieses in der christlichen Mythologie („Garten Eden“) , vor allem zwei Werke, die immer wieder die Phantasie späterer Autoren utopischer Romane beflügelten und deshalb in fast jeder von mir verwendeten Sekundärliteratur zur Sprache kommen: Platons Politeia und Ovids Metamorphosen. Eine kurze Auseinandersetzung mit diesen beiden Klassikern sollte deshalb bereits einige spezifische Charakteristika utopischer Literatur zu Tage fördern.

Platons zehnbänder, philosophischer Dialog (entstanden zwischen 387 und 367 v. Chr.)[19] beschäftigt sich mit der Frage, wie ein idealer, gerechter Staat beschaffen sein müßte. Vermutet man nun (nach unserem heutigen Verständnis) liberale und fortschrittliche Ideen in seinem Werk, sieht man sich getäuscht: Allenfalls die Gleichberechtigung von Mann und Frau mag Plato verwirklicht wissen. Alle anderen Ideen, die ihm erstrebenswert scheinen, schrecken einen Leser unserer Tage eher ab: Die Einteilung der Bevölkerung in drei Kasten (Herrscher, Wächter und Arbeiter), Das Verbot der freien Partnerwahl zugunsten eines manipulierten Lossystems, um (wie in der Viehzucht) bessere Nachkommen zu produzieren, die Abschaffung der Familie, die Trennung der Kinder von den Eltern und ihre Ausbildung in Heimen[20]. Viele dieser Aspekte eines „optimalen" Staats finden sich, zwei Jahrtausende später, in den Anti-Utopien wieder.

Ovids Metamorphoseon Libri, entstanden zwischen 1 v. Chr. und 10 n. Chr.[21] gehört zu den meistgelesenen Werken der Antike[22]. Motive der griechischen und italischen Mythologie stehen im Mittelpunkt dieses Sagengedichtes, in dem Ovid die Geschichte der Welt, vom ursprünglichen Chaos bis hin zur imperialen Ordnung des Kaisers Augustus in einer quasi - historischen Abfolge ineinander verwebter Geschichten nachzeichnet.[23] Zwei Besonderheiten seines Werkes scheinen mir besonders erwähnenswert zu sein: Zum einen fehlt ihm ein zentraler Protagonist, stattdessen wird eine Vielzahl unterschiedlichster Charaktere vorgestellt, zum anderen stehen eben diese Menschen - nicht die Götter - im Mittelpunkt der Handlung. Von besonderem Interesse ist der zweite Teil der Metamorphosen, den Ovid „Die vier Weltalter“ nannte und in dem er die Entwicklung - oder besser gesagt: die moralische Degeneration - der Menschheit nach der Schöpfung nachzeichnet. Als erstes, so dichtet er, hätten die Menschen im goldenen Zeitalter gelebt, dessen Beschreibung bereits viele Ideen enthält, auf die wir im weiteren Verlauf (etwa bei The Time Machine) wieder stoßen werden: Es gab kein Staatswesen – und damit weder Gesetz noch Justiz, keine Kriege, weil andere Völker noch unbekannt waren, und keine anstrengende Feldarbeit oder Hunger, da die Natur ohne menschliches Zutun diese üppig versorgt.

2.4.2 Die ersten Utopien der Moderne

Zwischen den besprochenen antiken Entwürfen einer idealen Gesellschaftsordnung und dem Erscheinen des ersten utopischen Romans der Moderne, Morus Utopia (1516), liegt eine beträchtliche Zeitspanne. Er wichtigste Grund dafür ist das von der christlichen Kirche vertretene Dogma, ein Paradies auf Erden sei nicht erreichbar, was mit der angeborenen Schlechtigkeit und Sündenhaftigkeit der Menschen (Erbsünde) begründet wurde. Stattdessen wurde auf das Reich Gottes, das erst nach dem Tode, und nur nach einem Leben im Einklang mit den Geboten Gottes (d.h. der Kirche), zu erreichen wäre, verwiesen[24].

Aus diesem Grund markiert das Erscheinen der Utopia nicht nur die Wiederentdeckung bzw Neudefinition einer literarischen Form, sondern auch eine Veränderung im Selbstverständnis der Menschen. Morus Reisebericht über eine ferne Insel, auf der eine gerechte Gesellschaft die Rechte des Einzelnen garantiert, ist jedoch nicht nur eine Kritik an jener, den Menschen als unfähig zum irdischen Glück herabwürdigenden und damit entmündigenden, kirchlichen Lehrmeinung zu sehen. Vielmehr beinhaltet sein Werk, durch den Kontrast der Gesellschaft mit der Großbritanniens, eine indirekte Kritik an den damals herrschenden Bedingungen.

Tomasso Campanellas Sonnenstaat (Civitas Solis, 1613) beschreibt zwar auch eine ideale Gesellschaft an einem entfernten Ort, jedoch unterschieden sich seine Vorstellungen von denen Morus' in einigen Punkten. So entwirft er in seinem Staatsroman „ein zentralistisches Ordnungssystem, in dem das Lebgen der Bürger bis ins kleinste Detail reglementiert wird [...]: Selbst der optimale Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs wird vom Arzt und Astrologen bestimmt"[25]. Die von ihm beschriebene Gesellschaft kommt jedoch ohne Sklaverei aus und stützt sich auf die Erkenntnisse der noch jungen Naturwissenschaften[26]. Dieser Beitrag der Wissenschaft zur Emanzipation des Menschen ist in Francis Bacons Nova Atlantis (1627) so vollkommen realisiert, daß man „hier zu Recht von einer technisch-naturwissenschaftlichen Utopie spricht"[27].

2.4.3 Mond-,Planeten- und Zeitutopien

Waren bisher noch unentdeckte Orte auf der Erde Schauplätze für die in den Utopien beschriebenen Idealgesellschaften, so regten die von der Kirche durch den Erlaß der Index-Kongregation (1616) gerügten Erkenntnisse Kopernikus über die Bahnen der Planeten die Phantasie der Verfasser utopischer Literatur an. Als Unterstützung der Theorien Kopernikus kann man Francis Godwins The Man in the Moone und John Wilkins utopischer Roman The Discovery of a New World (beide 1638), daß den Menschen durch Magie überlegene Lunarier vorstellte, betrachten[28]. Eine Kritik an der wissenschaftsfeindlichen Einstellung der Kirche findet sich dann in Cyrano de Bergeracs L'autre Monde ou les Etats et Empires de la Lune (erschienen postum 1657)[29] in dem die satirische Darstellung einer Mondgesellschaft, die sich den engstirnigen Dogmen einer Kirche unterwerfen muß, die Situation auf der Erde karikiert.

Als erster utopischer Roman, der seine ideale Gesellschaft in der Zukunft ansiedelt, gilt Louis-Sébastien Merciers Werk L'An deux mille quatre cent quarante. Réve s'il en fut jamais (1771), der, wie schon der Titel angibt, im Jahr 2440 spielt[30]. Die Reise des Protagonisten in das Paris der Zukunft, in dem die Ideale der Aufklärung verwirklicht sind, findet per Langschlaf statt[31]. Die Hoffnung, künftige Generationen könnten ein vollkommenes Gesellschaftssystem verwirklichen, ist auf einen zunehmenden Fortschrittsoptimismus der damaligen Zeit zurückzuführen. Seine Bedeutung erlangt das Werk durch die Tatsache, daß die Verwirklichung der Idealgesellschaft in der Zukunft statt an einem entlegenen Ort zu einem zentralen Aspekt fast aller nachfolgenden Utopien wird.

2.4.4 Sozialkritische Utopien des 19. Jahrhunderts

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts werden vornehmlich soziale Fragen in der utopischen Literatur thematisiert. Ursächlich dafür war die immer größer werdende Kluft, die sich zwischen den sozialen Gruppen innerhalb der zunehmend industrialisierten Gesellschaft auftat[32]. Die Lösung der sozialen Frage durch technischen Fortschritt wurde deshalb immer mehr zum inhaltlichen Schwerpunkt der in dieser Zeit verfassten Utopien. Der Optimismus, das Problem der Klassengegensätze in der Zukunft lösen zu können, basierte unter anderem auf die rasante Entwicklung der Naturwissenschaften[33], sowie auf das geschichtlich-philosophische[34] Fundament, das die Schriften Karl Marx und Friedrich Engels geschaffen hatten. Diese hatten die Entwicklung von der kapitalistischen Klassen- zur sozialistischen klassenfreien Gesellschaft nicht mehr als nur mögliche Utopie, sondern als historische Notwendigkeit, die früher oder später auf jeden Fall eintreten werde, gesehen. Verbunden mit der Theorie von der Entwicklung des Socialismus von der Utopie zur Wissenschaft (so der scon erwähnte Titel eines Werkes Engels) war eine konkrete Aufforderung zum aktiven Handeln[35] – wie auch die meisten in diesem Zeitrahmen entstandenen Utopien. Die Liste der Beispiele reicht von frühen Werken wie Edmonds Practical, Moral and Politcal Ecconomy [sic] (1828) und Brays Labour's Wrongs and Labour's Remedy (1838) bis Carpenters The Promised Land (1875) und Fairfields The socialist Revolution of 1888 by an Eye Witness (1884)[36].

Diese Ideen bilden das inhaltliche Fundament der meisten zu dieser Zeit entstandenen Utopien einer klassenfreien Gesellschaft, etwa in Etienne Cabets Voyage en Ecarie (1840), Edward Bellamys Looking Backward, 2000 – 1887 (1888) oder William Morris News from Nowhere (1890), die allesamt die Vorzüge einer künftigen kommunistischen Gesellschaft beinhalteten und deshalb zum Vergleich mit den tatsächlichen wirtschaftlichen und sozialen Gegenbenheiten herausforderten, weshalb besonders die ökonomischen Grundlagen der erdachten System im Vordergrund des Interesses der Autoren standen[37].

2.4.5 Vom ersten Fortschrittspessimismus zur negativen Utopie

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts schwindet der Fortschrittsoptimismus zusehends, da eine Weiterentwicklung der Gesellschaft in der spätviktorianischen und edwardianischen Epoche nicht feststellbar ist. H. G. Wells, der über zwei Jahrzehnte hinweg die herrschende Autorengestalt der literarischen Utopie war[38], liefert mit seinem Erstlingswerk The Time Machine (1895) vor der Zementierung der gesellschaftlichen Klassen und beschreibt dessen mögliche, fatale Auswirkungen, was später noch im Detail geklärt werden soll. Conrads Nestromo (1904) Galsworthys The Man of Property oder Bennets Clayhanger (1910) sind weitere Beispiele einer pessimistischeren Zukunftssicht, der auch auf den Verlust in das Vertrauen in die Technik basiert, wie in J. K. Jeromes The New Utopia ( 1891)[39].

Der erste Roman, der den Horror einer perfekt durchorganisierte Gesellschaftsmaschinerie thematisierte, war Jewgenij Samjatins Wir (My, 1920)[40]. Die Schrecken des ersten Weltkrieges und der russischen Revolution, der Diktatur des Dritten Reiches und des Zweiten Weltkrieges zeichnen die erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts und sind Verantwortlich für eine Umkehrung der Darstellung einer möglichen Gesellschaft in der Utopischen Literatur. Statt durch das Aufzeigen einer möglichen positiven Alternative den Leser zum Handeln zu ermutigen, werden ihm die möglichen negativen Konsequenzen aufgezeigt, die sich durch seine Nichteinmischung in gesellschaftliche Fragen ergeben könnten, die die Autoren aus den Gegenbenheiten und Problemen ihrer Zeit extrapolieren, was – ohne den Ergebnissen der Arbeit vorgreifen zu wollen – die Bereiche schrankenloses Konsumdenken, Totalitarismus und Sexismus in den drei weiteren in dieser Arbeit besprochenen Werken Brave New World, Nineteen Eighty-four und The Handmaid's Tale beinhaltet.

Die – auch durch den Konflikt der beiden Supermächte – beginnende Weltraumforschung hat noch eine weitere Untergattung der utopischen Literatur hervorgebracht, die Science Fiction, die an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben soll – in einigen Werken überschneidet sie sich mit der negativen Utopie - , deren genauere Betrachtung aber nicht Teil dieser Arbeit ist.

[...]


[1] Http:/www.uni-regensburg.de/Fakuläten/Anglistik/Berger/Merkblatt-Formalia2.htm

[2] Gnüg, Hiltrud: Der utopische Roman, S. 5

[3] Seeber, Hans Ulrich: „Die Geschichte des Utopiebegriffs“, S. 7

[4] Seeber, Hans Ulrich: „Die Geschichte des Utopiebegriffs“, S. 7

[5] Seeber, Hans Ulrich: „Die Geschichte des Utopiebegriffs“, S. 7

[6] Seeber, Hans Ulrich: „Die Geschichte des Utopiebegriffs“, S. 11

[7] Seeber, Hans Ulrich: „Die Geschichte des Utopiebegriffs“, S. 11

[8] Gnüg, Hiltrud: Der utopische Roman, S. 11

[9] Gnüg, Hiltrud: Der utopische Roman, S. 11

[10] Gnüg, Hiltrud: Der utopische Roman, S. 9

[11] von Wilpert, Gero: Sachwörterbuch d. Literatur, S. 865

[12] Seeber, Hans Ulrich: „Die Geschichte des Utopiebegriffs“, S. 11

[13] Ueding, Gert: Literatur ist Utopie, S. 7 zitiert aus:

Seeber, Hans Ulrich: „Die Geschichte des Utopiebegriffs“, S. 8

[14] Berghahn, Klaus L.: „Für einen erweiterten Utopiebegriff“, S. 20

[15] Bloch, Ernst: Prinzip Hoffnung, S. 14;

zitiert aus: Berghahn, Klaus L.: „Für einen erweiterten Utopiebegriff“, S. 20

[16] Mannheim, Karl: Utopie und Ideologie, zitiert aus:

Seeber, Hans Ulrich: „Die Geschichte des Utopiebegriffs“, S. 13

[17] Gnüg, Hiltrud: Der utopische Roman, S. 9

[18] Gnüg, Hiltrud: Der utopische Roman, S. 10

[19] Jens, Walther (Hrsg.): Kindlers neues Literatur Lexikon, Bd. 13, S. 401f.

[20] Gnüg, Hiltrud: Der utopische Roman, S. 19ff.

[21] Jens, Walther (Hrsg.): Kindlers neues Literatur Lexikon, Bd. 12, S. 844

[22] Jens, Walther (Hrsg.): Kindlers neues Literatur Lexikon, Bd. 12, S. 844

[23] Jens, Walther (Hrsg.): Kindlers neues Literatur Lexikon, Bd. 12, S. 844

[24] Cuddon, J. R.: A Dictionary of Literary Terms and Literary Theory, S. 957

[25] Bode, Christoph: Aldous Huxley Brave New World, S. 45

[26] Bode, Christoph: Aldous Huxley Brave New World, S. 45f.

[27] Bode, Christoph: Aldous Huxley Brave New World, S. 46

[28] Gnüg, Hiltrud: Der utopische Roman, S. 83

[29] Gnüg, Hiltrud: Der utopische Roman, S. 84

[30] Gnüg, Hiltrud: Der utopische Roman, S. 103

[31] ebd.

[32] Poppe, Rainer: Aldous Huxley Schöne Neue Welt, S. 24

[33] Bode, Christoph: Aldous Huxley Brave New World, S. 46

[34] Poppe, Rainer: Aldous Huxley Schöne Neue Welt, S. 24

[35] Poppe, Rainer: Aldous Huxley Schöne Neue Welt, S. 24

[36] Poppe, Rainer: Aldous Huxley Schöne Neue Welt, S. 24

[37] Bode, Christoph: Aldous Huxley Brave New World, S. 47

[38] Poppe, Rainer: Aldous Huxley Schöne Neue Welt, S. 25

[39] Poppe, Rainer: Aldous Huxley Schöne Neue Welt, S. 24f.

[40] Gnüg, Hiltrud: Der Utopische Roman, S. 153

Details

Seiten
99
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638313087
Dateigröße
742 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v29910
Institution / Hochschule
Universität Regensburg – Institut für Anglistik und Amerikanistik
Note
2,6
Schlagworte
Auseinandersetzung Formen Repression Utopien Wells Atwood Magisterarbeit

Autor

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Titel: Die Auseinandersetzung mit Formen gesellschaftlicher Repression in negativen Utopien von Wells bis Atwood