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Lyndon B. Johnson und der Vietnam Krieg

von Lukas Ramesberger (Autor)

Facharbeit (Schule) 2015 23 Seiten

Geschichte - Amerika

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Das Leben bis zur Präsidentschaft
2.1 Kindheit, Schule, Studium und Beruf
2.2 Frühe politische Laufbahn

3. Vizepräsidentschaft unter John F. Kennedy (1961-1963) und Präsidentschaftswahl (1964)
3.1 Amtsübernahme 1963
3.2 Präsidentschaftswahl 1964

4. Die Präsidentschaftszeit von 1964 bis 1969
4.1 Innenpolitik „The Great Society“
4.1.1 Bürgerrechte
4.1.2 Kampf gegen die Armut und Johnson‘s Gesundheitspolitik
4.2 Die Außenpolitik Johnsons - Vietnam, Vietnam, Vietnam …
4.2.1 Chronologie und Geschichte des Vietnamkrieges (1964- 1976)
4.3 Ende der Präsidentschaft

5. The Vantage Point und Johnson’s Fading Out

6. Fazit zu Präsident L.B. Johnson

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Lyndon Baines Johnson war der 36. Präsident der USA. Er rückte zunächst nach der Ermordung John F. Kennedy`s in Dallas als Vizepräsident auf das Präsidentenamt nach, bevor er bei den Präsidentschaftswahlen 1964 regulär und überlegen zum Präsidenten gewählt wurde. Johnson war einer der tragischsten aber gleichzeitig auch einer der erfolgreichsten Präsidenten der USA. Tragisch deswegen, weil er zunächst durch den Tod von J.F. Kennedy überraschend und ungeplant zum Präsidenten wurde, und weil er wohl für immer mit dem Desaster des Vietnam Krieges verbunden sein wird, welcher die USA spaltete und dem Land eine demütigende Niederlage bereitete (Johnson, 1972, Vorwort). Erfolgreich hingegen war er mit der Umsetzung der Vision der „Great Society1 “, wodurch die schwarze Bevölkerung aus ihrer Unterprivilegiertheit gelöst wurde, die Rassentrennung verschwand, Maßnahmen gegen die Armut ergriffen wurden und das Sozial- und Gesundheitssystem Amerikas auf breiter Basis enorm verbessert wurde. Diese Seminararbeit soll dazu beitragen, aus heutiger Sicht die Kernpunkte seiner Innen- und Außenpolitik, aber auch dessen Persönlichkeit zu beleuchten, um so die Zusammenhänge und Zwänge seiner Präsidentschaftszeit und seiner Entscheidungen zu verstehen. Damit soll die Arbeit dazu beitragen den 36.Präsidenten der USA näher kennenzulernen und vor allen Dingen die damaligen Zusammenhänge der Außenpolitik, d.h. des Vietnamkriegs möglichst objektiv darzustellen, denn Lyndon B. Johnson ist wohl für immer auch Vietnam, Vietnam Vietnam !!! Es ist daher erklärtes Ziel dieser Arbeit, einen Beitrag zu leisten, um von einem oberflächlichen Vorurteil zu einer mündigen Urteilsfähigkeit zu kommen. Zur Vereinfachung der Ansprache wird die männliche Form verwendet, sie schließt die weibliche ein. Als Zitierstil wird APA 6th Edition verwendet, um den Lesefluss nicht zu unterbrechen.

2. Das Leben bis zur Präsidentschaft

2.1 Kindheit, Schule, Studium und Beruf

Lyndon Baines Johnson wurde am 27.August, 1908 in Blanco County im Bundesstaat Texas geboren. Sein Vater Sam war ein Rancher (Bauer), der eine Passion für die Politik hatte und deshalb auch aktiver Lokalpolitiker war (Smith, 2010/ Zeit online, 2012). Lyndon war ein freundliches Baby und der Nachbar Eddi Hahn sagte aufgrund seines kummunikativen Verhaltens zu Johnsons`s Vater: „Sam, you`ve got a politican there“ (Levy, 2003, S.13). Als Kind erlebte Johnson das eher unprivilegierte Leben auf einer Ranch und im Alter von 14 Jahren musste er die Erfahrung machen, dass seine Familie durch desaströse Missernten nahezu den gesamten Besitz verlor (Zeit online, 2012). Lyndon B.Johnson war als Kind eher ruhelos und er ging den Dingen auf den Grund. In der Schulzeit kam es häufig zu Vater-Sohn Konflikten, aber das gemeinsame Interesse an der Politik hielt dieses fragile Band immer zusammen. Zu seiner Mutter hatte er hingegen eine sehr enge Beziehung (Smith, 2010, S. 12). Er idealisierte sie, und er versprach ihr als Kind, dass er als Erwachsener dafür sorgen werde, dass sie nicht mehr so hart arbeiten müsste (Smith, 2010, S.10).

Johnson absolvierte die High School im Alter von 15 Jahren als jüngster der Klasse mit sehr gutem Ergebnis. Seine Klassenkameraden prophezeiten ihm damals, dass er Gouverneur von Texas werden würde (Dallek, 2004, S.7). Dennoch wollte er aber ursprünglich kein College (Hochschule) besuchen. Johnson verdingte sich daher in verschiedenen Jobs als Strassenbauarbeiter, Traktorfahrer oder Müllmann, bis er zur Erkenntnis kam: „I`m sick, just work with my hands, and I`m ready to try and make it with my brain“ (Smith, 2010, S.13). Daher ging er 1927 auf das Texas State Teachers College in San Marco, um sich zum Lehrer ausbilden zu lassen. Dies war das einzige College in Südwest Texas, welches arme Studenten akzeptierte. Während dieser Zeit arbeitete er in verschiedenen Jobs, um seine Studiengebühren bezahlen zu können. 1928 unterrichtete er deswegen in Cotulla in Texas mexikanische Immigranten. Da er dort die Armut live erlebte, spendete er einen Teil seines ersten Verdienstes für Sportgeräte der Schule. Im Umgang mit dieser Armut war es ihm ein Bedürfnis diesen Menschen einen Glauben an die Zukunft zu geben. 1966 kam er als Präsident wieder in diese Schule und versprach, es sollte keine „second class education“ (Gold, 2009, S. 14) mehr geben (Gold, 2009). Während seines Studiums zeichnete ihn seine Überzeugungskraft in Debatten aus und seine Mitstudenten sagten über ihn, er sei „…always in a high gallop“ (Dallek, 2004, S.12). 1930 schloss er das College erfolgreich ab. Danach begann er seine Arbeit als Lehrer an der High School in Houston, wo der US-Politiker Kleberg, ein Kongressmitglied, auf ihn aufmerksam wurde und ihm 1931 einen Job als Privatsekretär anbot (Gold, 2009), womit der erste Schritt in die Politik getan war. Über einen weiteren Job beim Texas Senator Hopkins kam Johnson dann nach Washington D.C. und konnte dort weitere politische Erfahrungen sammeln (Gold, 2009).

2.2 Frühe politische Laufbahn

Im Februar 1937 kandidierte Johnson erstmals erfolgreich für einen Sitz im Kongress. Dabei überzeugte er durch seine Reden und die Klarheit seiner Aussagen zum damaligen Präsidentschaftskandidaten Roosevelt (Cold, 2009/ Dallek 2004). Ein Slogan Johnsons war 1937: „Der Mann, der dafür sorgt, dass etwas getan wird“. Er wurde ab 1937 sechsmal hintereinander für je zwei Jahre in das Repräsentantenhaus gewählt. 1948 wurde er Senator von Texas, d.h. er war 25 Jahre im Kongress, als Abgeordneter, Senator und Mehrheitsführer im Senat, bevor ihn Kennedy als Vizepräsident nominierte und er 1961 Vizepräsident wurde. Als Kongressmann wird er mit folgender herausragenden Eigenschaft beschrieben, „he was at his best in a face-to-face meeting and informal talks“ (Dallek, 2004, S.33). Er war ein Meister der Überzeugung.

3. Vizepräsidentschaft unter John F. Kennedy (1961-1963) und Präsidentschaftswahl (1964)

Als Vizepräsident wurde LBJ oft aus dem engeren Beraterkreis John F. Kennedys ausgeschlossen (Die Welt, 2012). Im Schatten des charismatischen John F. Kennedy, einem wohlerzogenen intellektuellen Aristokraten mit Charme, war die Wahrnehmung der beiden Politiker so, dass „JFK appeared to be everything LBJ is not“ (Dallek, 1997, S.89). LBJ hatte dadurch ein hartes „standing“ und seine Bedeutung wurde durch den Kennedy Clan bewusst gering gehalten. Johnson hingegen sah in Kennedy eher den „sonny boy“ (Dallek, 1997, S.98), und er war bestrebt, die Wichtigkeit des Amtes eines Vizepräsidenten zu verbessern. Kennedy schickte ihn daher zunehmend in das Ausland, unter anderem auch nach Asien, nach Vietnam. Nach einer Südostasien Reise brachte Johnson die Lage in Vietnam wie folgt auf den Punkt: „Wenn man jetzt auf ein entschiedenes Engagement in Vietnam verzichte, dann müssten zu einem späteren Zeitpunkt die Amerikaner in ganz Asien kämpfen“ (FRUS 1961-63,1: 151). Er erkannte allerdings auch bereits 1961, dass ein amerikanischer Militäreinsatz gegen die südvietnamesischen Kommunisten zugleich das südvietnamesische Volk treffen könne (Pentagon Papers (G) II), was er in der Verantwortung als Präsident dann allerdings ignorierte.

3.1 Amtsübernahme 1963

Am 22. Nov 1963 wurde John F. Kennedy durch ein Attentat ermordet und Johnson übernahm in der Air Force One, dem Präsidentenjet, auf dem Rückflug von Dallas nach Washington durch den Akt der Vereidigung offiziell das Präsidentenamt. Die Bundesrichterin Sarah T. Hughes nahm ihm diesen Amtseid ab. Diese unverzügliche Amtsübernahme war ein Gebot der Staatsräson, denn es durfte in dieser instabilen Zeit erst gar nicht der Eindruck entstehen, die Supermacht USA sei auch nur für einen Augenblick führungslos (Herzinger, 2013). Dadurch stand Johnson völlig überraschend an der Spitze des Staates und in der vollen Verantwortung als oberstes Staatsoberhaupt. Als solches regierte er dann bis zur Präsidentschaftswahl, ohne einen Vizepräsidenten, und führte die Politik John F. Kennedys weiter. Seine Schwerpunkte waren dabei, die innenpolitischen Verbesserungen der sog. Great Society voranzubringen, mit denen er wesentlich höhere Ambitionen hatte als John F. Kennedy.

3.2 Präsidentschaftswahl 1964

Bei den Präsidentschaftswahlen von 1964 wollte L.B. Johnson ursprünglich nicht kandidieren, obwohl er in der Literatur (Die Welt, 2012) oft als machthungrig dargestellt wird, was wohl daher rührt, dass er als Nachrücker Kennedys äußert aktiv war (Johnson, 1972, S.88). Er sagte über sich selbst, „Ich bin für einen Präsidenten nicht smart genug“ und er bekräftigte „[…] [ich] werde […] mit Ihrer Hilfe weitermachen, bis im Januar der neue Präsident vereidigt ist und dann nach Hause gehen, wie ich es schon immer gewünscht habe, seit ich dieses Amt übernahm“ (Johnson, 1972, S. 94). Er wurde jedoch von seinen Parteifreunden bedrängt anzutreten, um nicht die Geschicke Amerikas dem republikanischen Gegenkandidaten Goldwater zu überlassen, der eher eine politisch extreme Haltung zeigte. So wäre Goldwater z.B. auch zum Einsatz der Atombombe sehr schnell bereit gewesen. Äußerungen wie „Ich möchte eine [Atombombe] in die Herrentoilette des Kreml werfen“ (Johnson, 1972, S. 98) zeigten immer wieder dessen impulsive Veranlagung. Ebenso lehnte der Republikaner Goldwater die Rassenpolitik Johnsons`s ab und stand für einen Abbau von Sozial- und Wohlfahrtsprogrammen, während Johnson dies vorantrieb. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Barry Goldwater wurde deswegen auch der <Kriegskandidat> genannt während man Johnson als <Friedenskandidaten>ansah (Johnson, 1972, S.74). Lyndon B. Johnson trat auf Drängen der Demokraten und wohl seiner Verantwortung gegenüber der Nation die Präsidentschaftskandidatur an und gewann die Wahl überlegen. Er hatte mit 61,1% das bisher größte „Popular Vote“2 in der Geschichte der USA, während der Gegenkandidat Goldwater lediglich 38,5% erreichte. Johnson war somit ein sehr deutlich gewählter 36. Präsident der USA, mit einem anfänglich außergewöhnlich großen Rückhalt in der Bevölkerung.

4. Die Präsidentschaftszeit von 1964 bis 1969

Seine deutliche Wahl zum Präsidenten interpretierte Johnson als klares Mandat, um seine Idee der Great Society weiter voran zu treiben (Johnson, 1972, S.267 ff). Die großen Verdienste Johnson`s in diesem Bereich werden im Folgenden ins Schlaglicht gerückt.

4.1 Innenpolitik „The Great Society“

Johnson`s eigentliches und ursprüngliches Interesse galt der Innenpolitik und der Idee der „Great Society“. Ziel dieser Politik war die Stärkung der Bürgerrechte sowie der Sozialleistungen und die Verringerung der Armut, sowie eine Verbesserung des Schulwesens. Johnson hatte ehrgeizige Pläne den Armen, Schwachen und Ausgegrenzten zu helfen und setzte viele Ideen auch gegen Widerstände äußerst erfolgreich durch (Hanf, 2008/ Johnson, 1972). Hierbei kam ihm besonders seine langjährigen Erfahrung im Gesetzgebungsprozess im Kongress und sein bestimmender und stringenter Führungsstil zu gute (Zeit online, 2012).

4.1.1 Bürgerrechte

Johnson war generell ein Gegner der Rassendiskriminierung und bereits fünf Tage nach seinem Amtsantritt erklärte er: „[…] wir haben in diesem Lande lange genug über gleiche Rechte gesprochen […] wir haben hundert Jahre oder noch länger darüber gesprochen. Jetzt ist es Zeit, ein neues Kapitel zu schreiben, und zwar in Gesetzesbüchern“ (Johnson, 1972, S. 47). Er hat die Bürgerrechtsbewegung (Civil rights movement) unter der Führung von Martin Luther King gestärkt und eindeutig die Bürgerrechtsgesetze forciert. Mit dem „Civil Rights Act von 1964“ unterzeichnete er das bedeutendste US-Bundesgesetz zur Gleichstellung farbiger Amerikaner und setzte so einen wichtigen ersten Meilenstein, dem mit den „Voting Rights Act“ 1965, also dem Wahlrechtsgesetz für Farbige, der zweite Eckpunkt folgte. Ein erneuter Civil Rights Act von 1968 rundete seinen erfolgreichen Einsatz für die Gleichberechtigung ebenso ab, wie das Besetzen von hohen Ämtern mit Farbigen (Wikipedia, 2014).

4.1.2 Kampf gegen die Armut und Johnson‘s Gesundheitspolitik

Als Präsident erklärte Johnson innenpolitisch einen Krieg gegen die Armut („war on poverty“). Am 8. Januar 1964 erklärte er in seiner 1. Rede zur Lage der Nation: „Die Regierung erklärt heute, hier und jetzt der Armut in Amerika den bedingungslosen Krieg“ (Johnson, 1972, S. 79). Er ließ ein sog. „Armutsprogramm“ auflegen, mit dem er einen eruierten Kreislauf durchbrechen wollte. Der bisherige Kreislauf sah so aus, dass jemand in die Armut hineingeboren wurde. Deswegen erhielten Arme nur eine geringe Schulbildung. Ebenso bestanden daher eine unzureichende ärztliche Versorgung, schlechte Ernährung und wiederum ungesunde Wohnverhältnisse. Diesen Kreislauf wollte er mit lokalen Hilfsprogrammen durchbrechen. Bilanzierend betrachtet gelang es Johnson durch seine Gesetzgebung und seine Programme („Economic Opportunity Act von 1964“) innerhalb eines Jahres die Armutszahlen um die Hälfte zu senken (Wikipedia, 2014) und Schulbildung für die Armen zu ermöglichen. Insbesondere durch eine höhere Qualität der Bildung wollte er es den Armen ermöglichen selbst den “Ausbruch“ aus der Armut zu schaffen; eine Idee die bis in die heutige Zeit aktuell ist. Ebenso war der soziale Wohnungsbau Teil seines Programmes. Um seine Erfolge belegbar zu machen, kann man in der Literatur lesen, dass es Johnson in 5 Jahren gelang, die in Armut lebenden Bürger von 23 auf 13 % zu senken und bei Afroamerikanern von 58% auf 27% (Wikipedia, 2014/ Johnson, 1972, S.75ff). Parallel zu den Antiarmutsprogrammen brachte Johnson mit dem „Social Security Act“ 1965 seine Medicare- und Medicaid-Programme durch, die den Gesundheitsschutz und die Krankenfürsorge der Bedürftigen verbesserten. Dies ist umso bemerkenswerter, da mit ähnlichen Programmen Präsident Trueman vor ihm scheiterte und Jahrzehnte nach Johnson, im Jahr 2013, durch den Präsidenten Barak Obama mit dem sog. „Obamacare“ diese Ideen weitergeführt wurden.

4.2 Die Außenpolitik Johnsons - Vietnam, Vietnam, Vietnam …

Die Amtszeit Lyndon B Johnson‘s (1963 -1968) wird wohl für immer im Zusammenhang mit dem Vietnam Krieg (1964 - 1975) gesehen. Der sog. zweite Indochinakrieg, welcher als Vietnamkrieg geläufiger ist, war und ist ein äußerst umstrittener Krieg, der die Nation Amerika in eine große Krise stürzte. Dieser Krieg ist durch die Bilder des Krieges aber auch durch die nachträglichen medialen Verfilmungen im Spiel- und Actionfilmformat bis heute im Gedächtnis geblieben. Als Klassiker hierfür sind der Film „Platoon“ (USA, 1986, Regie : Stone, O.) und Full Metal Jacket (USA, 1987, Regie: Kubrick, S.) zu nennen, aber auch zahlreiche Action Filme mit Chuck Norris oder der Film „Forrest Gump“ (USA, 1994, Regie: Zemeckis, R.) haben diesen Krieg als (Teil)Szenario gewählt. Es handelte sich dabei prinzipiell um einen Kampf gegen den Kommunismus in einer vom „kalten Krieg“ geprägten ideologischen Zeit. Die Umstände dieses Krieges werden im Folgenden näher beleuchtet.

4.2.1 Chronologie und Geschichte des Vietnamkrieges (1964- 1976)

Aus heutiger (völkerrechtlicher) kriegshistorischer Sicht war der Vietnamkrieg ein vietnamesischer Bürgerkrieg, bei dem Südvietnam von den USA und das kommunistische Nordvietnam von der UdSSR3 und China unterstützt wurden. Insgesamt dauerten die Kämpfe mit Unterbrechungen von 1946 bis 1975. In der ersten Phase, dem sog. ersten Indochinakrieg (1946-1954) handelte es sich um einen Kolonialkrieg, in dem Frankreich nach dem zweiten Weltkrieg ihre Kolonialherrschaft über Indochina wieder herzustellen versuchte. Im zweiten Indochinakrieg, der allgemein als Vietnamkrieg geläufig ist, ging es den Vietnamesen grundsätzlich um die Unabhängigkeit und Einheit Vietnams unter einem sozialistisch-kommunistischen oder demokratisch-kapitalistischen Gesellschaftssystem. Dadurch war der Vietnam Krieg auch ein sog. „Proxy War“, ein Stellvertreterkrieg in einer fragilen Zeit des kalten Krieges4. Um die Hintergründe und Zusammenhänge des Vietnamkriegs in der Amtszeit des Präsidenten Lyndon B. Johnson zu verstehen, werden im Folgenden die beiden Kriege in einem allgemeinen Überblick dargestellt.

[...]


1 Great Society = Große Gesellschaft. Dies war ein sozialpolitisches, breit angelegtes Reformprogramm der US- Regierung unter dem Präsidenten L.B. Johnson von 1963 bis 1969 (Wikipedia, 2014a)

2 Popular Vote = Stimmenanteil in der Bevölkerung (Wikipedia, 2014)

3 UdSSR= Union der sozialistischen Sowjetrepubliken (Wikipedia, 2014e)

4 Kalter Krieg = Bezeichnung für eine Phase des Ost-West-Konflikts (1947-1991); eine Phase der Auseinandersetzung/Nichtfriedens zwischen zwei unvereinbaren Weltanschauungen im politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich. (Bäuml-Stosiek, D., Jäger, W., Winberger, U., & Verlagsredaktion, (2010), S. 195/228)

Details

Seiten
23
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656969006
ISBN (Buch)
9783656969013
Dateigröße
716 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v299213
Institution / Hochschule
Gymnasium Berchtesgaden
Note
2
Schlagworte
Vietnam Krieg

Autor

  • Lukas Ramesberger (Autor)

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Titel: Lyndon B. Johnson und der Vietnam Krieg