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Kritische Analyse des kennzahlengestützten Controllings im Supply Chain Management

Seminararbeit 2015 25 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1. Thematische Einführung
1.2. Gang der Untersuchung
1.3. Grundlagen und Definitionen

2 Kennzahlen und Kennzahlensysteme für das Supply Chain Controlling
2.1. Vorbemerkung der Kennzahlen und Kennzahlensysteme
2.2. Grenzen des Kennzahlenmanagements einer Supply Chain

3 Kennzahlensystem: Konzept der selektiven Kennzahlen nach Weber in der Supply Chain
3.1. Funktion und Aufbau des Konzeptes nach Weber
3.2. Kritische Würdigung

4 Kennzahlensystem: Balanced Scorecard in der Supply Chain
4.1. Aufbau der Balanced Scorecard in der Supply Chain
4.2. Kritische Würdigung

5 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Generierung von selektiven Kennzahlen

Abbildung 2: Grundstruktur einer Balanced Scorecard (Eigene Darstellung in Anlehnung an KAPLAN/NORTON)

Abbildung 3: Grundstruktur der Balanced Scorecard (Eigene Darstellung in Anlehnung an WEBER)

1. Einleitung

1.1. Thematische Einführung

Zunehmende Komplexität und Dynamik des wirtschaftlichen Umfeldes, steigende Kundenan- forderungen, technologischer Fortschritt sowie der immer größer werdende Kostendruck stel- len Unternehmen vor neue Herausforderungen. Auch die Supply Chain wird unter dem As- pekt betrachtet, was sie zum finanziellen Erfolg des Unternehmens beitragen kann.1 Außer- dem steigt der Beitrag der Logistik zur Wettbewerbsfähigkeit und gewinnt in allen Branchen an Bedeutung. Immer mehr Unternehmen ist klar geworden, dass in der vormals oft nur als Unterstützungsfunktion wahrgenommenen Logistik ein Erfolgsfaktor von hoher strategischer Bedeutung liegt.2

Das sind Gründe, warum Supply Chain Controlling in jüngster Zeit eine ansteigende Zuwen- dung und Aufmerksamkeit in der betriebswirtschaftlichen Diskussion erfährt. Der Begriff „Supply Chain Controlling“ resultiert aus den beiden betriebswirtschaftlichen Disziplinen „Supply Chain Management“ und „Controlling“. Jedoch zeichnen sich beide Themengebiete jeweils durch eine hohe Heterogenität aus.3 So ist die Bedeutung von Kennzahlen im Unter- nehmenscontrolling bereits vielfach belegt,4 während Kennzahlen in der Supply Chain schwer zu definieren sein können und schwerer zu messen sind.5 Es ist zu klären, ob traditionelle Controlling Tools für den Einsatz im Rahmen des Supply Chain Controlling übernommen werden können oder den speziellen Erfordernissen für das Supply Chain Controlling anzupas- sen bzw. neu zu gestalten sind.6

1.2. Gang der Untersuchung

Um basierend auf den dargestellten Entwicklungen einen Überblick des aktuellen For-schungsstands zu erhalten und diesen zu bewerten, ist es das Ziel dieser Arbeit eine kritische

Analyse des auf Kennzahlen beruhenden Controllings der Supply Chain durchzuführen. Hier- zu werden nachfolgend das Supply Chain Management und das Supply Chain Controlling erläutert, um in Kapitel 2 auf die Charakteristika der existierenden Kennzahlen in der Supply Chain einzugehen und deren Grenzen aufzuzeigen. Anschließend werden in Kapitel 3 der Aufbau und die Funktion des Konzeptes der selektiven Kennzahlen nach Weber und in Kapi- tel 4 der Balanced Scorecard analysiert und kritisch diskutiert. In der Zusammenfassung und dem Ausblick (Kapitel Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden.) werden die ewonnenen Erkenntnisse dieser Arbeit zusammengefasst, miteinander verglichen und ein Ausblick gegeben, welche zukünftigen Entwicklungen in der Unternehmenspraxis zu erwar- ten sind.

1.3. Grundlagen und Definitionen

Im Folgenden werden Definitionen des Supply Chain Controllings und des Supply Chain Managements erläutert.

Supply Chain Management

Unter dem Begriff des Supply Chain Managements versteht man die unternehmensübergrei- fende Optimierung und Koordination der Material-, Informations- und Wertflüsse über den gesamten Wertschöpfungsprozess von der Rohstoffgewinnung über die einzelnen Verede- lungsstufen bis zum Endkunden.7 Das Supply Chain Management hat das Ziel, die Leistungen und Services der Supply Chain in Bezug zu den eingesetzten Kosten zu optimieren.8

Supply Chain Controlling

Der Begriff „Supply Chain Controlling“ resultiert aus den beiden betriebswirtschaftlichen Disziplinen „Supply Chain Management“ und „Controlling“. Unter Controlling wird ein wichtiges Steuerungs- und Koordinationskonzept verstanden, welches zur Unterstützung des Managements bei der ergebnisorientierten Planung und Umsetzung unternehmerischer Aktivi täten fungiert.9 Das Supply Chain Controlling hat hauptsächlich die Aufgabe, das Supply Chain Management zu unterstützen. Hierbei betrifft die Unterstützung insbesondere die Ko- ordinationsentscheidungen zwischen den Supply Chain Partnern und die Abbildung der unternehmensübergreifenden Prozesse durch ein einheitliches und konsistentes Informationssystem.10Darüber hinaus wird dem Supply Chain Controlling eine Führungsunterstützungsfunktion zugesprochen, welche hilft, das Gesamtsystem des Unternehmens ergebniszielorientiert an Veränderungen der Umwelt anzupassen und die Koordinationsaufgaben bezüglich des operativen Systems wahrzunehmen.11

Zusammenfassend können nach RICHERT12die vier Kernaufgaben des Supply Chain Controllings wie folgt definiert werden:

- Schaffung einer einheitlichen Kommunikationsbasis,
- ein wertschöpfungsübergreifendes Bestands- und Kapazitätsmanagement, eine unternehmensübergreifende Prozessorganisation,
- die Bereitstellung von Informationen zur Leistungsbewertung der einzelnen Netz- werkpartner sowie der gesamten Supply Chain

2. Kennzahlen und Kennzahlensysteme für das Supply Chain Controlling

In diesem Kapitel werden Instrumente des Supply Chain Controllings, nämlich Kennzahlen und Kennzahlensysteme erläutert sowie wie ihre Charakteristika und Grenzen aufgezeigt.

2.1. Vorbemerkung der Kennzahlen und Kennzahlensysteme

Kennzahlen basieren auf der Kosten- und Leistungsrechnung und werden in der betriebswirtschaftlichen Theorie und Praxis als wesentliches Instrumentarium zur Planung und Steuerung von Unternehmen angesehen.13Somit gehören sie zu den wichtigsten Instrumenten im Controlling, was sich auch empirisch belegen lässt.14Nicht nur bei den Finanzen sondern auch in der Logistik spielen Kennzahlen als Steuerungsparameter eine zentrale Rolle.15

Kennzahlen

Die Definitionen von Kennzahlen in der Literatur sind vielfältig. Die wichtigsten Eigenschaf- ten von Kennzahlen sind der Informationscharakter, die Quantifizierbarkeit und die spezifi- sche Form der Information.16 Außerdem dienen die Kennzahlen dazu, sich schnell und ein- fach über einen ansonsten sehr viel komplexeren Zusammenhang zu informieren und haben somit eine Informationsfunktion. Jedoch entsteht bei der Verdichtung der Information ein In- formationsverlust, dieser wird dafür bewusst in Kauf genommen.17 Kennzahlen beinhalten Zielfunktionen, das heißt, dass zu jeder Kennzahl ein Zielwert gehört, der als Richtwert für betriebliche Aktivitäten verwendet wird. Hierbei helfen realistische Ziele für Kennzahlen den Unternehmen auf die richtigen Aufgaben zu lenken. Des Weiteren hilft die Steuerungsfunkti- on Stärken und Schwächen zu erkennen und entsprechende Handlungsnotwendigkeiten abzu- leiten. Anhand der Kontrollfunktion kann überprüft werden, ob die eingeleiteten Maßnahmen die gewünschten Auswirkungen haben. Somit lassen sich Erfolge erkennen und Misserfolge schnell identifizieren. Es ist möglich durch die Verwendung von Kennzahlen Leistungen in einem Unternehmen mit anderen Einheiten zu vergleichen, sowohl inner- als auch überbetrieblich.18

Meist ist die Verwendung einer einzelnen Kennzahl nicht ausreichend und man benötigt im ersten Schritt mehrere Kennzahlen.19So kommt auch WEBER zu dem Ergebnis, dass aufgrund des begrenzten Aussagegehalts einzelner Kennzahlen, Kennzahlen im Rahmens eines ausgeglichenen Kennzahlensystems zu verwenden.20

Kennzahlensysteme

Es werden Kennzahlen unterschiedlicher Komplexität und Kategorien gebildet, die sich ge- genseitig ergänzen, erklären und insgesamt auf einen einheitlichen Sachverhalt ausgerichtet sind. Wenn sich die unterschiedlichen Kennzahlen in einem sachlich-logischen Ursache- Wirkungs-Zusammenhang befinden, spricht man von Kennzahlensystemen.21 In der Praxis werden häufig Kennzahlensystemen mit rentabilitätsorientierten Systemen identifiziert. Eines der bekanntesten ist das RoI Schema („Du-Pont-System of Financial Control“) des amerikani- schen Konzerns DUPONT DE NEMOURS & CO, welches bereits im Jahre 1919 entwickelt wurde sowie die Balanced Scorecard.22

Wenn Kennzahlen oder Kennzahlensysteme das operative und strategische Zielsystem der Unternehmensplanung widerspiegeln, dann werden sie von einem reinen Informationsinstru- ment zu einem unmittelbaren Führungsinstrument. Hierbei sollte beachten werden, dass eine Voraussetzung des Definitionsprozesses von Kennzahlen des strategischen Zielsystems Klar- heit über die Unternehmensstrategie herrschen sollte. Denn aus den strategischen Erfolgspo- tenzialen werden Kennzahlen gebildet, welche die Planung und Erreichung entsprechender Fähigkeitspotenziale ermöglichen (Top-down). In entgegengesetzter Richtung werden But- tom-up operative Kennzahlen entwickelt, die auf kritische Engpässe ausgerichtet sind.23

[...]


1Vgl. Cohen, S. and J. Roussel (2006), S. 203.

2Vgl. Weber (2012) S.42.

3Vgl. Westhaus, M. (2007), S. 11.

4Vgl. Reichmann, T. (2001), S.28.

5Vgl. Cohen, S. and J. Roussel (2006), S. 203.

6Vgl. Weber, Bacher et al. (2002) S.166.

7Vgl. Arndt (2008) S.46.

8Vgl. Kai-Ingo Voigt (2014) Supply Chain Management, (Aufgerufen am 04.01.2015 21.13 Uhr).

9Vgl. Pfohl and Stölzle (1997) S.27.

10Vgl. Gericke (1999) S.13-16.

11Vgl. Gomm (2008) S. 51.

12Vgl. Richert (2006) S. 39.

13Vgl. Küpper (1990) S.849.

14Vgl. Weber and Sandt (2001) S.8.

15Vgl. Weber, Bacher et al. (2002) S.134-135.

16Vgl. Reichmann (2001) S.20.

17Vgl. Bacher (2004) S.230.

18Vgl. Becker (2008) S.181.

19Vgl. Bacher (2004) S.230.

20Vgl. Weber, Bacher et al. (2002) S.219.

21Vgl. Reichmann (2001) S.23.

22Vgl. Preißler (2008) S.48.

23Vgl. Bacher (2004) S.230.

Details

Seiten
25
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656958277
ISBN (Buch)
9783656958284
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v299306
Institution / Hochschule
Technische Universität Darmstadt – Fachgebiet für Rechnungswesen, Controlling und Wirtschaftsprüfung
Note
1,3
Schlagworte
Controlling Supply Chain Supply Chain Management Kennzahlen kritische Analyse KPI Unternehmenscontrolling projektcontrolling kritisch Untersuchung Kennzahlensysteme SCM Balanced Scorecard Weber selektive Kennzahlen Lieferanten Überblick

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