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Pro Familia. Administration und Träger Sozialer Arbeit

Hausarbeit (Hauptseminar) 2015 12 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Entstehung des Verbandes
2.1 Organisatorische Entwicklung

3. Selbstverständnis, Leitlinien und Grundsätze
3.1 Ziele
3.2 Dienstleistungen, Aufgaben und Angebote
3.3 Stellung der Mitarbeiter

4.Organisationsaufbau und -Gliederung
4.1 Organisationsform
4.2 Finanzierung

5. Resümee

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Kontext dieser Ausarbeitung soll der Verband >pro familia< als ein Träger der So- zialen Arbeit beschrieben werden, vor allem hinsichtlich der organisatorischen sowie der administrativen Ebenen. Dementsprechend wird zunächst die Entstehung von >pro familia< als Verband sowie die damit verbundene organisatorische Entwicklung thematisiert. Darauf folgend wird das Selbstverständnis der Organisation benannt, es wird näher auf die formulierten Grundsätze sowie auf Aufgaben und Dienstleistungen dieser eingegangen. Anschließend erfolgen Organisationsaufbau und -Gliederung, wobei dies noch einmal in die Unterpunkte der Organisationsform sowie der Finan- zierung differenziert wird. Abschließend erfolgt ein Resümee der in dieser Ausarbei- tung konstatierten Inhalte. Die Wahl von >pro familia< als Träger Sozialer Arbeit er- folgte deshalb, weil es sich bei >pro familia< um einen Träger handelt, welcher im Kontext des bisherigen Studiums im Vergleich zu den großen Verbänden wie Caritas, der Diakonie oder der Arbeiterwohlfahrt eher seltener genannt sowie thematisiert wurde, wodurch das Interesse darauf liegt, näheres über diesen Verband, bezie- hungsweise diesen Träger zu erfahren.

2. Zur Entstehung des Verbandes

Der Bundesverband >pro familia< formuliert die eigene Entstehung so, dass die Gründung im Jahr 1952 in Kassel mit den Zielen erfolgt hätte, Aufklärung über Me- thoden zur Empfängnismittelverhütung zu betreiben, bei illegalen Abtreibungen prä- ventiv zu intervenieren sowie an der Reformierung des deutschen Sexualstrafrechts mitzuwirken. Dies sei weiterhin zu einer Zeit geschehen, in welcher das Thema Fami- lienplanung in vielerlei Hinsicht und auf verschiedenen gesellschaftlichen, politischen und moralischen Ebenen auf starken Widerstand gestoßen sei. Der Verband bean- sprucht seit der Gründung zudem die Zuschreibung parteipolitischer sowie konfessi- oneller Unabhängigkeit für sich (vgl. Pro Familia Bundesverband 2010: 17). Gegen- wärtig biete >pro familia< Dienstleistungen an, beteilige sich an der fachlichen Dis- kussion und trete für die Interessen von Frauen, Männern, Kindern und Jugendlichen auf den Gebieten Sexualität sowie Familienplanung ein (vgl. Pro Familia Bundesver- band 2015b).

2.1 Organisatorische Entwicklung

In Bezug auf die organisatorische Entwicklung ist zunächst einmal die Gründung der >International Planned Parenthood Federation< (IPPF) zu nennen, deren Gründung auch im Jahr 1952 erfolgte und an welcher >pro familia< ebenfalls beteiligt war. Die finanzielle Subventionierung habe in diesem Zusammenhang überhaupt erst den Aufbau und die Einrichtung erster Beratungsstellen ermöglicht und die hauptsächlich ehrenamtlich verrichtete Arbeit habe zu dem kontinuierlichen Aufbau eines bundes- weiten Beratungsnetzes geführt. Erst seit dem Ende der 1960er Jahre erfolge die finanzielle Unterstützung durch öffentliche Gelder. Ein geschichtlich sowie organisa- torisch besonders relevantes Ereignis benennt der Verband weiterhin mit der Reform des § 218 StGB. Der Paragraph befasst sich mit dem rechtlichen Sachverhalt des Schwangerschaftsabbruchs und habe laut dem Verband die organisatorische Ent- wicklung insofern begünstigt, als dass der Paragraph die sozialstaatliche Einbindung einer solchen Dienstleistung sowie die dementsprechenden Angebote ermöglicht habe. Nach der deutschen Wiedervereinigung sei das Angebot außerdem auf die neuen Bundesländer ausgeweitet geworden und es habe ein Zusammenschluss mit der ehemals ostdeutschen Organisation >EHE und FAMILIE< stattgefunden (vgl. Pro Familia Bundesverband 2010: 17).

Gegenwärtig kann konstatiert werden, dass es sich bei >pro familia< durchaus um den führenden innerdeutschen Verband in Bezug auf Partnerschaft, Sexualität und Familienplanung handelt, verweist man darauf, dass nach eigenen Angaben jährlich 200.000 Personen die Angebote in Anspruch nähmen, man 250.000 potentielle AdressatInnen erreiche und dass 1.600 Mitarbeiter für den Verband tätig seien (vgl. Pro Familia Bundesverband 2015g). Bei >pro familia< handle es sich um außerdem um einen gemeinnützigen Verein mit föderativer Struktur und der Verband sei gegenwärtig weiterhin Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband, dem Deutschen Arbeits- kreis für Jugend-, Ehe- und Familienberatung, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, der Deutschen Gesellschaft für Beratung sowie im Bundesforum Familie (vgl. Pro Familia Bundesverband 2010: 4).

3. Selbstverständnis, Leitlinien und Grundsätze

>pro familia< versteht das eigene Leitbild als „[…] ein humanistisches Menschenbild, in dessen Mittelpunkt die Freiheit des Menschen in eigener Verantwortung und das Leitbild sozialer Gerechtigkeit stehen“ (Pro Familia Bundesverband 2010: 4). Weiterhin entsprächen „qualifizierte Dienstleistungen auf den Gebieten Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung [sowie] hohe Fachlichkeit, die darauf basiert, den wissenschaftlichen Forschungsstand wie auch Alltagswissen in die Arbeit einzubeziehen“ (ebd.) ebenfalls dem formulierten Leitbild.

Außerdem versteht sich der Verband gemäß der eigenen Satzung als ein „Fach-, Dienstleistungs- und Interessenverband für alle Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder auf dem Gebiet der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Recht.“ (Pro Familia Bundesverband 1993; 2014: §2 Punkt 1 Abs. 2).

Darüber hinaus hält der Verband im Kontext der IPPF-Charta folgende Grundsätze für sexuelle und reproduktive Rechte fest: (1) Das Recht auf Leben in dem Sinne, dass das Leben einer Frau durch eine Schwangerschaft nicht gefährdet werden dür- fe; (2) Das Recht auf Freiheit sowie Unversehrtheit der Person hinsichtlich Sexualität und Reproduktion; (3) Das Recht auf Gleichheit, vor allem in Bezug auf die individu- elle Sexualität sowie die Reproduktion; (4) Das Recht auf Privatsphäre, vor allem bezüglich der Autonomie von Frauen und deren Fortpflanzung; (5) Das Recht auf Gedankenfreiheit; (6) Das Recht auf Information und Bildung, speziell hinsichtlich gesundheitlicher Aspekte der Sexualität und Reproduktion; (7) Das Recht auf freie Entscheidung im Hinblick auf die Gründung einer Familie sowie die Geburt von Kin- dern; (8) Das Recht auf Gesundheitsversorgung und Gesundheitsschutz; (9) Das Recht auf Nutzen des wissenschaftlichen Fortschritts, beispielsweise in Bezug auf neue Reproduktionstechnologien; (10) Das Recht auf Versammlungsfreiheit sowie politische Teilhabe; (11) Das Recht auf Schutz vor Folter und Misshandlung. Für die Wahrung und Gewährleistung dieser Rechte setze sich >pro familia< kontinuierlich ein (vgl. Pro Familia Bundesverband 2010: 18f. / Pro Familia Bundesverband 2015d).

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Details

Seiten
12
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656961864
ISBN (Buch)
9783656961871
Dateigröße
715 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v299460
Institution / Hochschule
Hochschule RheinMain – Fachbereich Sozialwesen
Note
1,0
Schlagworte
Administration Träger der Sozialen Arbeit Träger Sozialer Arbeit Pro Familia

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Titel: Pro Familia. Administration und Träger Sozialer Arbeit