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Gruppen-Gestalttherapie im Kontext Sozialer Gruppenarbeit

Hausarbeit (Hauptseminar) 2014 12 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Fundierung
2.1 Gruppendynamik
2.2 Gestaltherapie
2.3 Synthese im Kontext Sozialer Gruppenarbeit

3. Gestalt-Gruppentherapie in der Praxis
3.1 Gruppenphasen
3.2 Bezug zu Inhalten und Methoden Sozialer Gruppenarbeit

4. Reflexion
4.1 Kritische Reflexion
4.2 Persönliche Bewertung als zukünftige Fachkraft Sozialer Arbeit

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Fokus dieser Hausarbeit steht die Gestalt-Gruppentherapie im Kontext Sozialer Gruppenarbeit unter Berücksichtigung theoretischer als auch praktischer Aspekte. Um einen theoretischen Bezug herzustellen, soll zunächst erörtert werden, inwiefern sich Gruppendynamik sowie Gestalttherapie mit Sozialer Gruppenarbeit verbinden lassen. Darauf folgt die Beschreibung der Gestalt-Gruppentherapie in der Praxis un- ter Hinzuziehung von Aspekten der Sozialen Gruppenarbeit, um den Bezug noch eindeutiger hervorzuheben und aus einem eigentlich psychotherapeutischen Verfahren einen Nutzen für die Praxis Sozialer Arbeit zu erkennen, beziehungsweise zu gewinnen - die psychologischen Aspekte der Gestalttherapie sollen dabei weitestgehend ausgeblendet werden. Abschließend folgt diesbezüglich auch eine persönliche Reflexion sowie Bewertung dessen.

2. Theoretische Fundierung

Im Zuge der theoretischen Aspekte dieser Ausarbeitung interessiert, wie Gruppendy- namik sowie Gestalttherapie definiert werden und inwiefern sich diese theoretischen Zusammenhänge vor allem auch hinsichtlich sozialer Gruppenarbeit darstellen.

2.1 Gruppendynamik

Von Relevanz ist zunächst, dass nach Gerhard Preyer die Gruppe als soziales Sys- tem nicht stillstehe, ihre Grenzen mehr oder weniger durchlässig seien und eine Gruppe immer zwangsläufig Strukturen bilde, zu denen unter anderem der Status, die Rollen sowie der Erwartungen innerhalb der Gruppe zählen würden und sich die Gruppe überdies hinaus durch Innen-Außen-Differenzierung sowie Gruppendynamik strukturiere (vgl. Preyer 2012: 121). Gruppendynamik als solche definiert der Autor weiterhin wie folgt:

„Die Gruppenbildung und die Gruppendynamik sind Ereignisse in dem Kommunikationssystem des Gesellschaftssystems. Insofern ist für ihre Analyse ihr Umweltbezug auf der Problemstufenordnung Gesellschaft, Organisation und Interaktion relevant. Von dem Umweltbezug ist es ab- hängig, wie groß der Freiheitsspielraum in der Gestaltung ihrer Kommu- nikation ist.“ (ebd.)

In Bezug auf die Gruppendynamik konstatiert Preyer außerdem, dass innerhalb funk- tionierender Gruppen prinzipiell die Möglichkeit der motivierten Teilnahme der Gruppenmitglieder an dem Gruppenprozess bestehe, woraus zunächst Zugehörigkeit und weiterhin Zieldefinition, Zielsetzung, Zielverfolgung und dementsprechend Stabilität sowie Konformität resultiere (vgl. ebd. 122ff.).

2.2 Gestalttherapie

Einen guten Übergang von der Gruppendynamik zur Gruppen-Gestalttherapie findet sich in Frau Hartmann-Kotteks Ausführungen, in welchen sie das Folgende formu- liert: „Es kam zu einer Integration von Perls gezielter, gestalttherapeutischer Präzisi- onsarbeit einerseits und der Faszination für die Interaktion der Gruppendynamik an- dererseits.“ (Hartmann-Kottek 2013: 209). Relevante Grundannahme der Gestaltthe- rapie im Kontext von Gruppendynamik sei weiterhin die Kontakt- und Vernetzungsfä- higkeit des Individuums, in deren Zuge eine schöpferische Anpassung an die Umwelt geleistet werde und das Individuum nach außen sowie innen integriere (vgl. ebd. 47). In der ursprünglichen Gestalt-Gruppentherapie habe man den Fokus gleichermaßen auf das Individuum, die zwischenmenschliche Beziehungsebene, das Gesamtge- schehen der Gruppe sowie deren übergeordnete Organisationsstrukturen gelegt, während in der Gestalt-Gruppentherapie der Gegenwart vor allem die Ich-Du- Komponente im Vordergrund stehe, bei welcher es um den akzeptierenden sowie wertschätzenden Umgang mit dem Gegenüber gehe. Ein ebenso wichtiger Aspekt sei die Bewusstheit oder das bewusst Machen des gemeinsamen Gruppenfeldes, des Gruppenlebens sowie der Gruppenstruktur. Den Fragen nach Gruppenidentität und Gruppengrenzen nach innen sowie außen komme eine ebenfalls wichtige Be- deutung gleich (vgl. ebd. 209 ff.).

2.3 Synthese im Kontext Sozialer Gruppenarbeit

Zunächst lässt sich also feststellen, dass theoretische Aspekte der Gruppendynamik in der Gestalt-Gruppentherapie wiederzufinden sind, wodurch eine erste plausible Verknüpfung hergestellt werden kann. Geht man nun davon aus, dass Gruppendy- namik innerhalb der Sozialen Gruppenarbeit eine ebenso wichtige Rolle spielt, kann geschlussfolgert werden, dass sich Gestalt-Gruppentherapie aufgrund dessen bereits im theoretischen Rahmen im Kontext Sozialer Gruppenarbeit anwenden lässt, bezie- hungsweise eine möglich Anwendungsform darstellen kann. Auch ist die Umwelterfahrung in der Gruppendynamik wie auch der Gestalttherapie von Wichtigkeit.

Basierend auf den vielen ähnlichen Definitionen sozialer Gruppenarbeit, die im Kon- text der Lehrveranstaltung >Soziale Gruppenarbeit< erarbeitet wurden, enthält die Gestalttherapie als solche weiterhin einige für die soziale Gruppenarbeit relevante Aspekte, vor allem hinsichtlich des gemeinsamen Schaffungsprozesses, der Ge- meinschaftsförderung, der Kommunikationsbereitschaft und Interaktion sowie der Empathie. Der Grundsatz der Gestalt-Gruppentherapie bezüglich der gegenseitigen Wertschätzung ist definitiv gemeinschaftsfördernd, da Wertschätzung den Einzelper- sonen innerhalb der Gruppe oder aber gar der Gruppe als solche ein Gefühl von Ak- zeptanz, Verständnis und Geborgenheit vermittelt, was letztendlich zu einer positive- ren und konstruktiveren Gruppenstimmung führen kann. Die in der Gestalttherapie manifestierten zwischenmenschlichen Beziehungen kann mit der Kommunikationsbe- reitschaft Sozialer Gruppenarbeit gleichgesetzt werden, da zwischenmenschliche Beziehungen fast ausschließlich von Kommunikation abhängen - handele es sich dabei nun um nonverbale oder verbale Kommunikation - wodurch eine weitere Übereinstimmung festgehalten werden kann.

3. Gestalt-Gruppentherapie in der Praxis

Zunächst ist zu erwähnen, dass bezüglich der Rahmenbedingungen der Gestalt- Gruppentherapie zwischen einer offenen sowie einer geschlossenen Form zu unter- scheiden sei. Innerhalb der offenen Form könne jeder Teilnehmer die Gruppe, bezie- hungsweise den Gruppenprozess zu jeder Zeit verlassen oder betreten, während die Teilnehmer in der geschlossenen Form alle die identische Anfangsphase durchlaufen und dadurch bereits zu Beginn Solidarität aufbauen würden (vgl. ebd. 213). Innerhalb dieser Ausarbeitung soll der Schwerpunkt jedoch auf der geschlossenen Form lie- gen.

Dem Gruppenleiter wohne bei dem vollständigen Gruppenprozess eine moderierende, eher im Hintergrund tätige Funktion und Rolle inne (vgl. ebd.).

[...]

Details

Seiten
12
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656960492
ISBN (Buch)
9783656960508
Dateigröße
574 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v299479
Institution / Hochschule
Hochschule RheinMain – Fachbereich Sozialwesen
Note
1,0
Schlagworte
Soziale Gruppenarbeit Gruppenarbeit Gestalttherapie Gestaltpsychologie Gruppentherapie

Autor

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Titel: Gruppen-Gestalttherapie im Kontext Sozialer Gruppenarbeit