Lade Inhalt...

Abschreibungen im internen und externen Rechnungswesen

von Jacob Richter (Autor)

Seminararbeit 2014 16 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

1 Einleitung

2 Charakterisierung von Abschreibungen
2.1 Begriffslegung
2.2 Abschreibungsursachen

3. Abschreibungsverfahren
3.1 Planmäßige Abschreibungen
3.1.1 Lineare Abschreibung
3.1.2 Degressive Abschreibung
3.1.3 Progressive Abschreibung
3.1.4 Leistungsabschreibung
3.2 Außerplanmäßige Abschreibungen

4 Abgrenzung Bedeutung für das interne und externe Rechnungswesen

5 Zusammenfassung

6 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Teilbereiche des Rechnungswesens, Quelle: Döring U./ Buchholz R. (2011), S. 2.

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Werteverzehrsursachen, In Anlehnung an: Wöhe G./ Döring U. (2013), S. 707, Schildbach T./ Homburg C. (2009), S.97.

Tab. 2: Abschreibungsplan einer geometrisch-degressiven Abschreibung.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Das betriebliche Rechnungswesen erfasst und verarbeitet relevante Informationen über realisierte und geplante Geschäftsvorgänge. Die Kosten-und Leistungsrechnung ist ein Teilbereich des internen Rechnungswesens und kennt bezüglich der Informationsverarbeitung keine gesetzlichen Grundlagen. Die Kosten- und Leistungsrechnung ist ein bedeutender Teilbereich der Betriebswirtschaftslehre, da in der Kostenrechnung gewonnene Informationen, die Grundlage für innerbetriebliche Entscheidungen bilden. Das grundlegende Prinzip der Kostenrechnung ist dabei die exakte Erfassung des betrieblichen Leistungserstellungsprozesses. Das externe Rechnungswesen hingegen beschäftigt sich mit der gezielten Außendarstellung des Unternehmens. Abschreibungen als betrieblicher Aufwand spielen für beide Teilbereiche des Rechnungswesens eine besondere Rolle, da die Entscheidung über Abschreibungsmethode und Ansatzzeitraum direkte Auswirkungen auf den Gewinn haben.

Diese Hausarbeit befasst sich mit Abschreibungen im internen und externen Rechnungsesen. Hauptaugenmerk liegt darin ein grundlegendes Verständnis von Abschreibungen zu schaffen um dann zwischen kalkulatorischer und bilanzieller Abschreibungen zu differenzieren. Dazu werden im zweiten Gliederungspunkt zunächst relevante Begriffe und Abschreibungsursachen erläutert um im Anschluss die Abschreibungsverfahren aufzugreifen. Gliederungspunkt 3.1.2 wurde aufgrund der Relevanz der Methode ausführlicher beschrieben. Nach der Darstellung der Abschreibungsverfahren folgt die Bedeutungsabgrenzung für das interne und externe Rechnungswesen.

Abschließend werden die Ergebnisse der Hausarbeit zusammengefasst und eine kurze Stellungnahme zur Notwendigkeit von Abschreibungen gegeben.

2 Charakterisierung von Abschreibungen

2.1 Begriffslegung

Abschreibungen

„Betrag bzw. Methode zur Ermittlung des Betrages, der bei Gegenständen des Anlagevermögens die im Laufe der Nutzungsdauer durch Nutzung eingetretenen Wertminderungen an den einzelnen Vermögensgegenständen erfassen soll und der dementsprechend in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand (bzw. in der Kostenrechnung als Kosten) angesetzt wird.“ 1 Dieser Aufwand mindert den in der Handels- und in der Steuerbilanz ausgewiesenen Gewinn. Zusätzlich kann von Abschreibungen gesprochen werden, wenn die sich aus Abwertungsgeboten, Bewertungskorrekturen und Abwertungswahlrechten ergebenden Wertminderungen gemeint sind.2 Es ist zu unterscheiden zwischen bilanzieller, steuerlicher und kalkulatorischer Abschreibung. Bilanzielle und steuerliche Abschreibung finden im externen Rechnungswesen gebrauch und kalkulatorische Abschreibungen sind Teil der Kostenartenrechnung des internen Rechnungswesens.

Nutzungsdauer

Der Zeitraum des Beginns bis zum Ende einer Abschreibung wird als Nutzungsdauer bezeichnet. Es ist zu unterscheiden zwischen technischer und wirtschaftlicher, sowie planmäßiger und außerplanmäßiger Nutzungsdauer.3 Als technische Nutzungsdauer wird die Zeit bezeichnet, über welche ein Vermögensgegenstand des Anlage- oder Umlaufvermögens unter verbrauchsbedingten Ursachen nutzbar ist.4 Im Gegensatz dazu orientiert sich die wirtschaftliche Nutzungsdauer an betriebsindividuellen Erfahrungen und den im Steuerrecht verankerten AfA-Tabellen (Absetzung für Abnutzung). 5 Diese Tabellen dienen Unternehmen und Steuerbehörden als „Anhaltspunkt zur Beurteilung der Angemessenheit der Absetzung für Abnutzung“ Grundsätzlich ist die wirtschaftliche Nutzungsdauer durch die technische Nutzungsdauer limitiert.6 Eine planmäßige Nutzungsdauer liegt vor, wenn die ermittelte mit der tatsächlichen Dauer übereinstimmt, während eine außerplanmäßige Nutzungsdauer aufgrund von wirtschaftlichen, technischen oder rechtlichen Ursachen von ihr abweicht. Eine außerplanmäßige Nutzungsdauer kann somit unerwartete Wertveränderungen eines Vermögensgegenstandes ausgleichen.

Abschreibungsbasis

Als Bemessungsgrundlage eines Vermögensgegenstandes muss dessen Abschreibungsausgangswert ermittelt werden. In der Regel entspricht dies den AK/HK (Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten). Für das interne und externe Rechnungswesen gelten dabei andere Voraussetzungen. So werden im externen Rechnungswesen zuerst die Anschaffungskosten ermittelt. Diese ergeben sich aus (Netto-) Listenpreis/ Herstellkosten addiert mit (Netto-) Beschaffungskosten abzüglich Rabatte und Skonti.7 Falls ein Vermögensgegenstand bis zu einem vorgegebenen Restwert abgeschrieben werden soll, so sind die Anschaffungskosten um eben diesen Wert zu vermindern.8 Der vollständige Abschreibungsausgangswert ergibt sich damit nach folgender Formel:

Statt dem Listenpreis kann zur Ermittlung des Anschaffungswertes für das interne Rechnungswesen im Sinne einer Substanzerhaltung von den Wiederbeschaffungskosten des Anlagegegenstandes ausgegangen werden. 9 Dadurch ist es möglich, dass die kalkulatorische und die bilanzielle/steuerrechtliche Abschreibungsbasis nicht übereinstimmen.

Externes Rechnungswesen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Teilbereiche des Rechnungswesens, Quelle: Döring U./ Buchholz R. (2011), S. 2.

Das externe Rechnungswesen, auch als Finanzbuchhaltung oder Rechnungslegung bezeichnet, ist ein Teilbereich des betrieblichen Rechnungswesens. Es umfasst die Buchführung, die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung. Im externen Rechnungswesen geht es primär darum, die finanzielle Situation des Unternehmens gegenüber unternehmensexternen Adressaten abzubilden.

Internes Rechnungswesen

Das interne Rechnungswesen beschäftigt sich mit der Planung und Kontrolle interner Unternehmensprozesse. Im Gegensatz zum externen ist das interne Rechnungswesen nicht an handels- oder steuerrechtliche Normen gebunden.10 Es besitzt Gestaltungsfreiheit in jedem Teilbereich.11 Dadurch ist es z.B. in der Kostenrechnung möglich Anlagegegenstände auf Basis der Wiederbeschaffungskosten zu bewerten, um ein exakteres Bild der aktuellen Vermögenslage zu erzeugen, als es im externen Rechnungswesen möglich wäre. Das Ziel des internen Rechnungswesens ist es dabei der Unternehmensleitung und internen Adressaten Daten über Unternehmensprozesse zu liefern, auf dessen Basis fundierte Entscheidungen getroffen werden können.

2.2 Abschreibungsursachen

Die generelle Ursache von Abschreibungen liegt in der Tatsache, dass sich der Werteverzehr eines Vermögensgegenstandes auf mehrere Perioden teilt. Falls man den Werteverzehr nur in der Periode der Anschaffung ansetzen würde, so könnte dies das Betriebsergebnis in der Periode der Anschaffung negativ beeinflussen.12 Der Werteverzehr lässt sich in drei Kategorien einteilen: 1. Verbrauchs- oder Gebrauchsbedingter (technischen) Werteverzehr, 2. Wirtschaftlich bedingten Werteverzehr und 3. Zeitablaufbedingter Werteverzehr.13,14 Zudem können die einzelnen Ursachen planmäßiger (pl.) und außerplanmäßiger (apl.) Natur sein.

Tab. 1: Werteverzehrsursachen, In Anlehnung an: Wöhe G./ Döring U. (2013), S. 707, Schildbach T./ Homburg C. (2009), S.97.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein planmäßiger Werteverzehr liegt vor, wenn die Nutzung des Vermögensgegenstandes zeitlich begrenzt ist. Diese Art der Vermögensgegenstände gehört ausnahmslos zum Anlagevermögen.15 Ein außerplanmäßiger Werteverzehr hingegen kann bei allen Vermögensgegenständen auftreten. Die Ursache außerplanmäßigen Werteverzehrs liegt meist in wirtschaftlichen Aspekten und resultiert in einer außerplanmäßigen Abschreibung auf welche im Verlauf der Arbeit noch genauer eingegangen wird.

3. Abschreibungsverfahren

3.1 Planmäßige Abschreibungen

3.1.1 Lineare Abschreibung

Abschreibungsverfahren lassen sich zeitabhängige und leistungsabhängige sowie planmäßige und außerplanmäßige Verfahren einteilen. Der Gesetzgeber schreibt im Handelsgesetzbuch §253 Abs. 3 Satz 1 lediglich ein „planmäßiges Abschreibungsverfahren“16 vor, demnach steht die Wahl des Verfahrens mit einigen Einschränkungen frei. Das lineare Abschreibungsverfahren stellt die einfachste Form der planmäßigen Zeitabschreibung dar. Es unterstellt eine gleichmäßige Abnutzung des Anlagegegenstandes. Sobald die Abschreibungsbasis ermittelt ist können die linearen Abschreibungsbeträge nach folgender Formel berechnet werden:

Die Abschreibungsbeträge der linearen Abschreibung sind durchweg konstant. Sie ergeben sich aus dem Quotienten aus den um den Restwert korrigierten AK/HK und der geplanten Nutzungsdauer. Damit wir eine gleichmäßige Abnutzung des jeweiligen Anlagegegenstandes impliziert.17 Daher wird sie häufig verwendet wenn eine gleichmäßige Abnutzung vermutet wird. 18

3.1.2 Degressive Abschreibung

Degressive Abschreibungsmethoden sind durch sinkende Abschreibungsbeträge gekennzeichnet. Man unterscheidet zwischen arithmetisch und geometrisch degressiver Abschreibung. Bei dem arithmetischen Verfahren sinken die Abschreibungsbeträge um einen festen Betrag, während bei einer geometrisch degressiven Abschreibung die Beträge um einen festen Prozentsatz sinken. Arithmetisch und geometrisch degressive Abschreibung sind planmäßige, zeitabhängige Methoden. Im Folgenden wird die Buchwertabschreibung als eine Sonderform der geometrisch-degressiven Abschreibungsmethode genauer erläutert. Diese Methode der degressiven Abschreibung ist nur Möglich, wenn auf einen Restbuchwert > 0 abgeschrieben wird. Die Berechnung des Abschreibungsbetrags der ersten Periode ergibt sich dabei aus den AK/HK multipliziert mit einem konstanten Prozentsatz s.19

Alle weiteren Abschreibungsbeträge ergeben sich daraufhin aus dem Restbuchwert der vorherigen Periode multipliziert mit dem Prozentsatz s.

Der Prozentsatz s wird aus der Differenz von 1 und der N-ten Wurzel des Quotienten aus Restwert und AK/HK gebildet. Folgende Formel beschreibt den Zusammenhang genau:

Anhand der Formel wird deutlich, wieso die Buchwertmethode nur bei sinnvolle Prozentsätze liefert. Ohne vorgegebenen Restwert wäre der Anlagegegenstand in der ersten Periode voll abgeschrieben, da also 100% entsprechen würde.20 In der Bilanz und Kostenrechnung wird bei Zugang eines Anlagegegenstandes i.d.R. ein Abschreibungsplan aufgestellt. Der folgende Abschreibungsplan verdeutlicht die Methode der geometrisch-degressiven Abschreibung:21

Tab. 2: Abschreibungsplan einer geometrisch-degressiven Abschreibung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In der dritten Spalte (at in €) sind die sinkenden Abschreibungsbeträge deutlich sichtbar. In der Summe ergeben sie 42000€ welche wiederum den Anschaffungskosten subtrahiert mit dem Restbuchwert entsprechen. Falls man einen Vermögensgegenstand nach der Buchwertmethode auf einen Restwert von 0 Abschreiben möchte, so erlaubt die Steuerbilanz nach §7 Abs. 3 des EStG einen Wechsel von der degressiven auf die lineare Abschreibungsmethode. Umgekehrt darf jedoch nicht von der linearen auf eine degressive Abschreibungsmethode gewechselt werden.22 Das Einkommenssteuergesetz beschränkt die Anwendung dieser Methode jedoch auf bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die im Zeitraum zwischen 31.12.2008 und 01.01.2011 angeschafft oder hergestellt wurden.23 Die zweite Möglichkeit bietet sich dadurch, den Anlagegegenstand auf einen Restwert von 1 abzuschreiben.

[...]


1 Alisch K./ Arentzen U./ Winter E. (2004), S. 27.

2 Vgl. Alisch K./ Arentzen U./ Winter E. (2004), S. 28.

3 Vgl. Döring U./ Buchholz R. (2011), S. 113f.

4 Vgl. Baetge J./ Kirsch H.-J./ Thiele S., Bilanzen (2009), S. 250f.

5 Vgl. Wöhe G./ Döring U. (2013), S 707f.

6 Vgl. Flacke K./ Kraft M./ Triska T. (2013), S.90f.

7 Vgl. Corsten H. (2008), S. 280.

8 Vgl. Schierenbeck H./ Wöhle C. B. (2004), S. 631f.

9 Vgl. Coenenberg, A. G./ Fischer T. M./ Günther T. (2012), S. 90.

10 Alisch K./ Arentzen U./ Winter E. (2004), S. 1582.

11 Döring U./ Buchholz R. (2011), S.1f.

12 Vgl. Flacke K./ Kraft M./ Triska T. (2013), S. 88.

13 Vgl. Wöhe G./ Döring U. (2013), 707ff.

14 Vgl. Schildbach T./ Homburg C. (2009), S. 97.

15 Vgl. Wöhe G./ Döring U. (2013), 708.

16 §253, Abs. 3, Satz 1, HGB.

17 Vgl. Baetge J./ Kirsch H.-J./ Thiele S. (2009), S.254.

18 Vgl. Wöhe G./ Döring U. (2013), S. 711.

19 Vgl. Haberstock, L. (2008), S. 95f.

20 Vgl. Flacke K./ Kraft M./ Triska T. (2013), S.92.

21 Vgl. zu diesem Abschnitt Baetge J./ Kirsch H.-J./ Thiele S. (2009), S.258.

22 §7, Abs.3, EstG.

23 §37, Abs. 2, EstG.

Details

Seiten
16
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656971641
ISBN (Buch)
9783656971658
Dateigröße
620 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v299956
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Lehrstuhl für Controlling
Note
1,0
Schlagworte
Kosten- und Leistungsrechnung Controlling Abschreibungen Abschreibungsursachen Abschreibungsverfahren Leistungsabschreibung Lineare Abschreibung Degressive Abschreibung Progressive Abschreibung Außerplanmäßige Abschreibungen Nutzungsdauer

Autor

  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.

    Jacob Richter (Autor)

Zurück

Titel: Abschreibungen im internen und externen Rechnungswesen