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Ernährungsberatung. Grundlagen des Ernährungsverhaltens und des Beratungsgesprächs

Studienarbeit 2015 28 Seiten

Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 SELBSTWIRKSAMKEITSERWARTUNG
1.1 Erläuterung der Selbstwirksamkeitserwartung
1.2 Fragebogen zur spezifischen Kompetenzerwartung
1.3 Auswertung Fragenbogen
1.4 Studienrecherche zur Selbstwirksamkeitserwartung
1.4.1 Studie: Sport im Tausch gegen den Rausch
1.4.2 Studie: Selbstwirksamkeit als Indikator für psychische Störungen

2 GESUNDHEITSPSYCHOLOGISCHES HANDLUNGSFELD: ERNÄHRUNGSVERHALTEN
2.1 Definition „Ernährungsverhalten“
2.2 Theoretische Grundlage
2.2.1 Physiologische Determinanten
2.2.2 Ökologische Determinanten
2.2.3 Ökonomische Determinanten
2.2.4 Psychologische Determinanten
2.2.5 Soziokulturelle Determinanten
2.3 Vollwertige Ernährung
2.4 Ernährungsabhängige Erkrankungen
2.4.1 Essstörungen
2.5 Präventionsmaßnahmen

3 BERATUNGSGESPRÄCH
3.1 Kundendaten
3.2 Beratungsgrundlagen
3.3 Ziele des Beratungsgespräches
3.4 Methodisches Vorgehen
3.4.1 Das Beratungsgespräch
3.4.2 Eingesetzte Werkzeuge und methodische Vorgehensweise
3.5 Gesprächsreflektion

4 LITERATURVERZEICHNIS

5 ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS
5.1 Tabellenverzeichnis
5.2 Abbildungsverzeichnis

1 Selbstwirksamkeitserwartung

1.1 Erläuterung der Selbstwirksamkeitserwartung

Bei der Selbstwirksamkeitserwartung - sie ist Bestandteil der sozialen Lerntheorie von Bandura (1986,1992) - geht es um die Fähigkeit, sich seiner eigenen Kompetenzen des Handelns bewusst zu sein. Diese Fähigkeit ist je nach Person unterschiedlich stark oder schwach ausgeprägt und nimmt Einfluss auf die in einer bestimmten Situation zu erbringende eigene Leistungsbeurteilung. Die Bewertung der Aufgabe bzw. der Situation und der damit einhergehenden Kompetenzerwartung resultiert auf zuvor gemachten Erfahrungen.

So haben eigene direkte Erfahrungen starken Einfluss auf die Entwicklung der Selbstwirksamkeitserwartung, da die Person eigenverantwortlich eine bestimmte Aufgabe bewältigt hat.

Bei der indirekten Erfahrung werden durch das Beobachten einer anderen Person und deren Aufgabenbewältigung Rückschlüsse auf eigene Kompetenzen bzw. Kompetenzerweiterungen gezogen.

In der symbolischen Erfahrung wird einer Person durch eine weitere Person zu verstehen gegeben, dass diese auf Grund ihrer eigenen Leistungen und Fähigkeiten zu handeln im Stande ist. Dies wird der Person beispielsweise durch verbale Kommunikation mitgeteilt. Hier ist die Glaubwürdigkeit der beratenden Person, deren soziale Stellung sowie der Expertenstatus von großer Bedeutung.

Zuletzt bleiben die physiologischen Prozesse, besser bekannt als Gefühlsregungen. Je nach zu bewältigender oder erlebter Situation haben diese Einfluss auf die eigene Kompetenz, z.B. in Form von Versagensangst oder Freude über eine gute schulische Leistung. So wählt jemand mit einer hohen Selbstwirksamkeitserwartung mittelschwere Situationen aus von denen er mit Sicherheit weiß, dass er diese auch bewältigen kann. Diese Individuen führen Erfolge auf ihr Können und Misserfolge auf schlechte Umgebungsbedingungen oder Zufall zurück. Wobei jemand mit niedriger Selbstwirksamkeitserwartung tendenziell zu leichte oder zu schwierige Aufgaben in Angriff nimmt, bei denen ein Scheitern fast vorprogrammiert ist. Solche Individuen sehen Erfolge als Zufall oder zu leichten Aufgaben geschuldet und Misserfolg fehlender Begabung an (vgl. Schwarzer, 2004).

1.2 Fragebogen zur spezifischen Kompetenzerwartung

Angelehnt an Jerusalem und Schwarzer (1999; zitiert nach Schwarzer, 1996, S.36) soll folgender Fragebogen als diagnostisches Mittel zur Beurteilung der eigenen Kompetenzwahrnehmung in Bezug auf das Ernährungsverhaltens dienen.

Tab. 1: Fragebogen zur Diagnose der spezifischen Kompetenzerwartung modifiziert nach Jerusalem und Schwarzer (1999; zitiert nach Schwarzer, 1996, S. 36)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.3 Auswertung Fragenbogen

Der Fragebogen aus Tabelle 1 wurde an fünf zufällig ausgewählte Personen aus dem privaten Umfeld angewandt. Die Auswertung ist aufgrund der geringen Personenanzahl nicht representativ. Die Teilnehmer waren männliche und weibliche Personen zwischen

24 und 56 Jahren. Die erreichten Gesamtpunktwerte werden in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Desweiterein wurde der Fragebogen um die Attribute Name, Geschlecht, Alter, Größe, Gewicht, BMI, Erkrankungen, Medikation, Beruf, Lebensführung und Freizeitgestaltung erweitert.

Tab. 2: Auswertung des Fragebogens zur spezifischen Kompetenzerwartung in Bezug auf das Ernährungsverhalten (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Ausprägung der Selbstwirksamkeitserwartung von den Testpersonen J., P. und H. liegt in einem normalen bis guten Bereich, wobei die Testperson P. mit 33 Punkten die niedrigste Ausprägung und Testperson H. mit 36 Punkten die höchste Ausprägung dieser Vergleichsgruppe aufweist. Testperson K. (42 Punkte) und Testperson M. (40 Punkte) liegen in einem sehr guten Bereich bzgl. ihrer Kompetenzerwartungen hinsichtlich ihres Ernährungsverhaltens.

Interessant ist der Vergleich zwischen Person K. (weiblich, 50 Jahre) und Person H.

(männlich, 56 Jahre). Die Selbstwirksamkeitserwartung der weiblichen Testperson ist deutlich höher als die der männlichen Testperson. Dies wird auch im Vergleich der durchschnittlich erreichten Punktwerte ersichtlich. Die weiblichen Personen erreichten einen Wert von 39 Punkten (sehr gute Ausprägung), während die männlichen Personen einen Wert von 34,5 Punkten erreichten (normale bzw. gute Ausprägung). Betrachtet man jetzt zusätzlich die Ergebnisse altersdifferenziert, stellt man bei dieser Vergleichsgruppe kaum große Unterschiede fest.

1.4 Studienrecherche zur Selbstwirksamkeitserwartung

1.4.1 Studie: Sport im Tausch gegen den Rausch

Tab. 3: Studienrecherche zur Selbstwirksamkeit (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.4.2 Studie: Selbstwirksamkeit als Indikator für psychische Störungen

Tab. 4: Studienrecherche zur Selbstwirksamkeit (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 Gesundheitspsychologisches Handlungsfeld: Ernährungsverhalten

2.1 Definition „Ernährungsverhalten“

"Ernährungsverhalten ist eine Handlung, die willentlich oder gewohnheitsmäßig abläuft. Sie umfasst die Nahrungsbeschaffung, Zubereitung, den Verzehr und die Nachbereitung von Lebensmitteln durch ein Individuum und/oder von sozialen Gruppen [...].

Das Ernährungshandeln bzw. Ernährungsverhalten eines Individuums ist immer eine Folge endogener und exogener Ursachen; deren Wirkungen können sowohl individueller als auch überindividueller Art sein" (Leonhäuser et al. 2009).

2.2 Theoretische Grundlage

Das Ernährungsverhalten kann aus unterschiedlichen Sichtweisen betrachtet werden, wobei zwischen der Physiologie, der Ökologie, den Wirtschaftswissenschaften, der Psychologie und der Sozialwissenschaften differenziert wird. Es ist von Bedeutung sich zunächst mit den Schwerpunkten der einzelnen Fachbereiche bezüglich des Ernährungsverhaltens auseinander zu setzen, diese zu vergleichen und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen. Dabei kann es in den Ansichten der Fachbereiche vereinzelt zu Überschneidungen kommen. In den folgenden Unterpunkten zur theoretischen Grundlage wird sich auf Informationen der Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten e.V. bezogen (vgl. AGEV, 2015).

2.2.1 Physiologische Determinanten

Menschen haben ebenso wie Tiere Regulationsmechanismen, die die Nahrungsaufnahme dem Energieverbrauch anpassen. Im Gegensatz zum Tierreich können diese Regulationsmechanismen bei Menschen durch externe Faktoren, z.B. psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren, beeinflusst oder sogar überdeckt werden.

2.2.2 Ökologische Determinanten

Der Mensch hat sich noch im letzten Jahrhundert von Nahrungspflanzen und tierischen Produkten ernährt, die er in seinem direkten Lebensraum vorgefunden hat. Als Grundnahrungsmittel dienten die Nahrungsmittel, die dem jeweiligen Standort möglichst optimal angepasst waren. Dabei wurde auf ökologische Bedingungen wie Klima, Böden, Höhenlage und Hangneigung geachtet.

Nicht nur Fortschritte im Anbau von Nutzpflanzen, auch Verbraucher selbst nahmen mehr und mehr Einfluss auf die Art des Anbaus/der Tierhaltung und eventuelle politische Bedingungen, die ihre Erzeugung und den Vertreib ermöglichten.

Vor allem im letzten Jahrzehnt nimmt eine neue eher umweltschonende Denkweise Einfluss auf das Ernährungsverhalten der Verbraucher. Auch mit Hinblick auf folgende Generationen wird der Spagat zwischen der Befriedigung der eigenen Bedürfnisse und einer Verbesserung der Umweltverhältnisse versucht.

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Details

Seiten
28
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656965695
ISBN (Buch)
9783656965701
Dateigröße
889 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v300239
Institution / Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
0.7
Schlagworte
Psychologie Gesundheitsverhalten Selbstwirksamkeitserwartung Kompetenzerwartung Einsendeaufgabe Ernährungsverhalten Beratungsgespräch

Autor

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Titel: Ernährungsberatung. Grundlagen des Ernährungsverhaltens und des Beratungsgesprächs