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"Wir entwickeln unsere eigene Schrift!" Unterrichtsstunde Kunst, 2. Klasse Grundschule

Unterrichtsentwurf 2014 8 Seiten

Didaktik - Sachunterricht, Heimatkunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Lehrplanbezug

2. Sachanalyse

3. Didaktische Analyse

4. Lernziele

5. Reflexion

Literatur

Abbildungen

1. Lehrplanbezug

Die Unterrichtsstunde „Wir entwickeln unsere eigene Schrift“ lässt sich in den Lehrplan der bayerischen Grundschule, zweite Jahrgangsstufe im Fach Kunsterziehung eingliedern.

Die Thematik manifestiert sich unter dem Abschnitt Bilderwelt der Medien im Punkt 2.4 Schriftzeichen und Buchstabenbild. Die Schrift lässt sich unter diesem gestalterischen Gesichtspunkt genauer betrachten und vergleichen. So lernen die Schüler die Vielgestaltigkeit und die kreativen Ausformungen von Schrift spielerisch kennen.

Ferner werden mit unterschiedlichen Mal- und Schreibwerkzeugen mit selbst erfundenen Schriftzeichen eigene Textkompositionen erstellt.

Ebenfalls wird im neuen Lehrplan Plus der Grundschule in Bayern unter dem Punkt 2.2 Prozessbezogene Kompetenzen der Bereich Gestaltung beschrieben, in dem die Schüler die Fähigkeiten zur Gestaltung eigener Werke erwerben sollen. Diese Gestaltungskompetenzen werden u.a. durch die Bewältigung von gestellten Aufgaben – in dieser Stunde durch die eigenständige Gestaltung eines Schriftzeichens – erworben. Weiter lässt sich die Stunde im Punkt 2.3 Gegenstandbereich: Bildende Kunst, gestaltete Umwelt, visuelle Medien, Erfahrungs- und Fantasiewelten verankern, da weitläufige Kriterien zur Bildkomposition beachtet werden.

2. Sachanalyse

Die Unterrichtsstunde „Wir entwickeln unsere eigene Schrift“ fand als Einzelstunde im Bereich der Kunsterziehung statt und war im Rahmen des Praktikums in keinen außerordentlichen Kontext eingebettet.

Die Schrift als wichtigstes Zeichensystem zur Weitergabe und Bewahrung von Sprache hat auch in der heutigen Zeit nicht an Bedeutung verloren. Sie dient ebenso als Mittel zur Kommunikation zwischen großen räumlichen und zeitlichen Entfernungen und ermöglicht somit eine vernetzte Sprachstruktur auf der Welt. Durch die verschiedenen kulturellen Gegebenheiten auf der Erde haben sich im Laufe der Jahrhunderte die unterschiedlichsten Schriftsysteme entwickelt. Die in Deutschland gebräuchliche Schrift hat sich aus der ursprünglich lateinischen Schrift entwickelt, die sich auf die westgriechische Schrift bezieht und durch den Einfluss der Etrusker im siebten und achten Jahrhundert vor Christus verändert wurde.[1]

Hierbei ist die Rolle der Kodierung von gesprochener Sprache in Schriftzeichen ein wichtiges Element, ohne die eine Verschriftlichung nicht möglich wäre. Zur Produktion eines derartigen Sprachcodes werden ein Trägermedium und die passenden Werkzeuge zur Veränderung benötigt, welche wir im täglichen Gebrauch im Schulunterricht verwenden.[2]

Im Rahmen der Kunsterziehung können auch auf abgeänderte, für den täglichen Schriftverkehr unübliche Werkzeuge zugegriffen werden. So kann ein kreatives Element bei der Kodierung hinzugefügt werden, welches das Schriftzeichen an sich zu einer Bildkomposition werden lässt. Durch die Veränderung vorhandener Schriftzeichen oder gar einer Neuerfindung werden einzelne Elemente bestehender Zeichensysteme abgeändert und neu arrangiert. Durch diesen Prozess werden die Zeichen nach gängigen Gestaltungskriterien wie Form, Farbe, Transparenz, Kontrast und Größe bearbeitet. Somit kann von jedem erstellten Zeichen in der Gesamtheit eines Schriftsystems oder Alphabets als individueller Bestandteil mit einer eigenen gestalterischen Grundlage gesprochen werden. Die Schüler haben die Möglichkeit die Vielfalt an Zeichen als Ideenpool für ihr eigenes Schriftzeichen zu nutzen, auf die sie durch die vorliegenden Beispiele am Anfang der Stunde zurückgreifen können. Die eigene Schrift der Schüler basiert auf unserer alphabetischen Schrift, die lateinische Schrift in der Phoneme in unterschiedlichen Zeichen dargestellt werden. Sie zählt unter der „ISO Norm 15924 Information und Dokumentation – Codes für Schriftennamen“[3] zur Kategorie 215 Alphabetschrift von link nach rechts. Im Rahmend der Unterrichtsstunde wurde nur auf die 26 Grundbuchstabend des Alphabets eingegangen und die Umlaute, sowie Ligaturen verzichtet.

3. Didaktische Analyse

Der Anfang der Unterrichtsstunde fand im Sitzkreis statt, um die ersten Gedanken zu den präsentierten Bildern besser äußern zu können. Die Schüler hatten so die Möglichkeit sich die verschiedenen Schriften genauer anzusehen und ihr Vorwissen mit ihren Klassenkameraden zu teilen. Auch die Planungsphase schloss sich in diesem Rahmen für eine optimale Schüler- Lehrer- Interaktion an. Dabei wurden die Gestaltungskriterien der Schriftarten genauer betrachtet und unmittelbar mit dem dazugehörigen Abbild erklärt. Auch konnte der vom Lehrer gestellte Arbeitsauftrag für die Erarbeitungsphase noch genauer besprochen werden. Hierbei hatten die Schüler die Möglichkeit aktiv mit Vorschlägen das beispielhafte Zeichen anzureichern.

In der Erarbeitungsphase sollten die Schüler dann in Einzelarbeit ihr eigenes Schriftzeichen gestalten. Sie konnten sich an den noch an Ort und Stelle befindlichen Beispielen aus dem Einstieg orientieren oder ihrer Fantasie komplett freien Lauf lassen. Eine weitere gestalterische Freiheit war die Wahl des Mal-/ Zeichenwerkzeugs. Den Schülern war es freigestellt, ob sie mit dem Buntstift, dem Fine Liner, dem Filzstift oder den Ölpastellkreiden malen wollten. So konnte jeder Schüler das Zeichen nach seiner eigenen Vorstellung anfertigen und die Möglichkeiten der in der Schule vorhandenen Ressourcen optimal nutzen. Die Blätter auf denen die Schüler malten waren im zugeschnittenen DIN A4-Format, um sie für die weitere Aufbewahrung in das Kunstheft der Klasse besser einkleben zu können. Zum Ende der Erarbeitung hängten ihre Arbeiten zu den zwischenzeitlich an die Tafel geschriebenen Buchstaben des Alphabets. Dadurch wurden die Ergebnisse für alle Klassenmitglieder sichtbar und der individuelle Beitrag jeden Schülers trug seinen Teil zum Endergebnis bei. Dadurch konnte sich jeder Schüler als wichtiger Teil der Klassen­gemeinschaft sehen, ohne den das Ergebnis der Arbeit unvollständig wäre.

Zur Sicherung sollten die Schüler nun ihre Werke nutzen, um den eigentlichen Nutzen von Schrift auch durchzuführen. Sie sollten nun in Partnerarbeit kurze Namenwörter suchen, die sie in ihrer zuvor erstellten Schrift vertexten sollten. Durch die Arbeit mit dem Partner sollten möglichst anspruchsvolle Wörter gefunden werden. Außerdem wurde die Interaktion unter den Schülern und Fähigkeit Entscheidungen zu treffen, sowie Kompromisse zu finden gefördert. In der folgenden durch die Schüler durchgeführten Präsentation der Wörter vor der Klasse sollte das Präsentieren eigener Arbeiten und die Moderation beim Dechiffrieren dieser gefördert werden. Ebenfalls fand das Produkt der Arbeit in dieser Art direkt Anerkennung durch die Mitschüler der Klasse.

[...]


[1] Vgl.: Haarmann, Harald: Geschichte der Schrift, München, 2002.

[2] Vgl.: Bergerhausen, Johannes, Poarangan, Siri: decodeunicode: Die Schriftzeichen der Welt, Mainz, 2011.

[3] Internationale Organisation der Normung (ISO): Codes für the presentation of names of scripts. [http://www.unicode.org/iso15924/iso15924-num.html] (24.05.14)

Details

Seiten
8
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783956875328
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v300364
Institution / Hochschule
Universität Regensburg – Lehrstuhl für Grundschulpädagogik
Note
Schlagworte
Grunschule Schule Pädagogik Kunst Kunstunterricht Kunstdidaktik Grundschulpädagogik Schrift 2. Klasse

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