Lade Inhalt...

Die Geschichte der deutschen Teilung und die gesellschaftliche Realität in der DDR am Beispiel aktueller, politisch-literarischer Texte

Referat (Ausarbeitung) 2015 6 Seiten

Geschichte - Sonstiges

Leseprobe

1. Einfluss des autokratischen Systems DDR auf die Gesellschaft ihrer Bürger
A. Konsum (und Geld)
B. Zwischenmenschliche Beziehungen
C. Beruf und Karriere

2. Unterschiedliche Betrachtungsebenen
A. Umgang der Menschen mit den Umständen damals
B. Umgang der Menschen mit den Umständen heute in Kombination mit ihrer Prägung durch die Vergangenheit

3. Anhaltender Einfluss auf die Nachfolgegeneration
A. Beispiel: Tim Wixwath

4. Fazit

1. Einfluss des autokratischen Systems DDR auf die Gesellschaft ihrer Bürger

Ausgangspunkt: Gesellschafts- und Gemeinschaftskultur konnten sich in der DDR nicht autonom entwickeln, da der Staat Einfluss auf alle Lebensbereiche nahm

A. Konsum (und Geld)

- Es standen wenige und minderqualitative Waren zur Verfügung

- Umgehen der Mangelwirtschaft (starre Planwirtschaft) durch private Tauschgeschäfte

o starker Zusammenhalt der Menschen notwendig
o Entstehen einer Abhängigkeit von Anderen
o automatisch mehr Kontakt zu Menschen im Umfeld

- keine großen Investitionsmöglichkeiten

o Geld als Gebrauchsgegenstand verwendet
o sonst quasi unbrauchbar, konnte keine Freiheit schaffen
o dadurch Bedeutungsverlust von Kapital und materiellen Werten

B. Zwischenmenschliche Beziehungen

- schlechte Versorgungslage in zweierlei Hinsicht Auswirkungen

o führt zu eben erläuterter "Zwecksolidarität" der Menschen untereinander
o tatsächlich durch materielle Mängel auch Bedeutungsgewinn zwischenmenschlicher Beziehungen (sozialer Werte)

- Solidarität zudem vom Staat propagiertes Ideal

- staatliche Jugendorganisationen wie PDJ, PDGB - Teilnahme oft nicht freiwillig:

- Zentrum für Sozialforschung Halle: Studie zum Thema "sind wir ein Volk?": 1970: über 40% der Mitglieder als Beitrittsmotiv "um Schwierigkeiten zu vermeiden" nur 1/4 aufgrund "innerer Überzeugung"

- zwischenmenschliche Beziehungen jedoch zentraler Aspekt des Lebens

- 1979 galten "gute Partnerschaft/Ehe", "möglichst viel freie Zeit" und "eigene Kinder" als höchstes Gut in DDR

C. Beruf und Karriere

- prinzipiell Arbeitsplatzangebot durch staatliche Vorgaben und Lenkung der Planwirtschaft begrenzt, dadurch Berufswahl unfrei, Job jedoch ständig gesichert (Vollbeschäftigung)

- erläuterndes Zitat aus: Goerz, Anja - "Der Osten ist ein Gefühl", S. 68
Ina Flieger, Hebamme: "Wir sind sehr vertraut miteinander umgegangen in der DDR, wir haben uns immer alles erzählt, auch bei der Arbeit. Zum Teil wurde mehr gequatscht als gearbeitet, bei 25 Kollegen stand oft ein Geburtstag an, und den feierte man auch. Wir haben Ausflüge gemacht, die Gemeinschaft wurde sehr gepflegt. Man wurde nicht arbeitslos, man musste dem Chef zwar gefallen, aber vor ihm auch keinen Knicks machen, [ ... ] das hatte nichts Verklemmtes. Wir haben uns getraut, unsere Meinung zu äußern, auch wenn das nicht gut ankam."

- Studie bestätigt: 49% empfinden Arbeitsklima als kollegial (stärker als im Westen)

- Auswirkungen auf Arbeitshaltung der Menschen: durch gegebene Sicherheit und fehlenden Konkurrenzdruck: weniger Ehrgeiz und Eigenständigkeit, keine "Ellenbogenmentalität"

[...]

Details

Seiten
6
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656973775
ISBN (Buch)
9783656973782
Dateigröße
624 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v301072
Note
15 Punkte
Schlagworte
ddr deutschland deutsche teilung deutsche geschichte mauer berlin einfluss der ddr ost-west-konflikt osten westen die mauer nachwendegeneration wende

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Die Geschichte der deutschen Teilung und die gesellschaftliche Realität in der DDR am Beispiel aktueller, politisch-literarischer Texte