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Schülervorstellungen in der Elektrizitätslehre

von Birgit Bergmann (Autor)

Seminararbeit 2014 57 Seiten

Didaktik - Physik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Schülervorstellungen
1.1 Schülervorstellungen aus Sicht der fachdidaktischen Literatur
1.2 Schülervorstellungen in der Elektrizitätslehre: Welche gibt es?
1.3 Zusammenfassung der Seminareinheit
1.3.1 Schülervorstellungen
1.3.2 LMU-Konzept
1.3.3 Muckenfuß-Konzept
1.3.4 Analogien
1.3.5 Digitale Lernobjekte
1.4 Reflexion und eigene Meinung

2 LMU Konzept
2.1 Zusammenfassung der Seminareinheit
2.1.1 Lehrplan 3.Klasse AHS-Unterstufe
2.1.2 Aufbau der Unterrichtseinheiten nach dem LMU-Konzept
2.1.3 Text von Sefton: ”Understanding Electricity and Circuits: What the books don’t tell you”
2.2 Reflexion und eigene Meinung

3 Konzept nach Muckenfuss
3.1 Zusammenfassung der Seminareinheit
3.1.1 Analysieren einiger Aussagen in einem Schulbuch (Sachunterricht, 4. Klasse VS)
3.1.2 Unterrichtskonzept
3.1.3 Problematik der Elektrizitätslehre
3.1.4 Zeitungsartikel zum Strombegriff
3.1.5 Unterrichtsaufbau: Traditionell vs. Neuer Aufbau
3.1.6 Merkregel Ohm’sches Gesetz
3.1.7 Schema der Energieübertragung
3.1.8 Text von Dupin: ”Analogies and Modeling Analogies in Teaching: Some Examples in Basic Elektricity”
3.2 Reflexion und eigene Meinung

4 Rhöneck Test
4.1 Zusammenfassung der Seminareinheit
4.1.1 Text von Rhöneck: Vorstellungen vom elektrischen Stromkreis und zu den Begrif- fen Strom, Spannung und Widerstand
4.1.2 Text Borges: ”Metal models of electricity”
4.2 Reflexion und eigene Meinung

5 Weitere Testinstrumente
5.1 Zusammenfassung der Seminareinheit
5.1.1 Einleitung
5.1.2 DIRECT (Determining Interpreting Resistive Elektric Circuits Concepts Test)
5.1.3 Development of a Three-Tier Test to Assess Misconceptions About Simple Electric Circuits
5.1.4 Testinstrument Elektrizitätslehre des AECCP
5.1.5 Text von Driver: ”Making sense of secondary science”
5.1.6 Zusammenfassung des Textes über das Unterrichtskonzept von Muckenfuß
5.2 Reflexion und eigene Meinung

6 Entwickeln von Aufgaben/Teaching Experiments
6.1 Zusammenfassung der Seminareinheit
6.2 Reflexion und eigene Meinung

7 Digitale Medien in der Elektrizitätslehre
7.1 Zusammenfassung der Seminareinheit
7.1.1 Yenka (Crocodile Physics)
7.1.2 Circuit Construction Kit (DC)
7.1.3 PHET Colorado
7.1.4 Flash Applets - Bayreuth
7.1.5 Stromkreis Applet - Urban-Woldron
7.2 Reflexion und eigene Meinung

8 Schulbuchvergleich
8.1 Erlebnis Physik
8.2 ganz klar: Physik
8.3 Genauer Vergleich
8.3.1 Gemeinsamkeiten
8.3.2 Unterschiede
8.4 Reflexion und eigene Meinung

Literatur

A Abbildungsverzeichnis

Einleitung

In der vorliegenden Seminararbeit wird das Thema ”Schülervorstellungen in der Elektrizitätslehre” anhand des gleichnamigen Seminars nochmals beleuchtet.

Es werden alle Themen des Seminars zusammengefasst und reflektiert. Diese Arbeit ist eine Mischung aus einer Seminararbeit und einem Entwicklungsportfolio, da auch Reflexionen zu den einzelnen Themenberei- chen dabei sind. Am Schluss werden 2 Schulbücher miteinander auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede verglichen.

Im Weiteren werde ich der Einfachheit halber, statt ”SchülerInnen” einfach ”SuS” schreiben.

Beginnen möchte ich aber mit dem Blick auf die fachdidaktische Sicht, also die drei wichtigsten Lehr- werke in der Physikdidaktik, werfen und deren Ansichten zum Thema ”Schülervorstellungen” darlegen. Die verwendeten Lehrwerke sind ”Physikdidaktik kompakt” (Hopf, Schecker, Wiesner), ”Physikdidaktik. Theorie und Praxis” (Kircher) und ”Schülervorstellungen in der Physik” (Müller, Wodzinski, Hopf).

1 Schülervorstellungen

1.1 Schülervorstellungen aus Sicht der fachdidaktischen Literatur

Laut Kircher wurde Mitte der siebziger Jahre weltweit damit begonnen ”Alltagsvorstellungen” von SuS, auch als ”Schülervorstellungen” bezeichnet, in den Naturwissenschaften und Geografie zu erfassen. Es wurden dazu Lehramtsstudenten und junge Erwachsene, die trotz langjährigem Unterricht nur ein ge- ringes physikalisches Wissen über Alltagserscheinungen und Alltagsdinge besitzen, befragt. Wenn man nach den Ursachen von Alltagsvorstellungen fragt, so bemerkt man, dass vor allem die Umgangssprache und die Strukturen der Lebenswelt dafür verantwortlich sind. Es können auch angeborene oder erworbene Wahrnehmungs- und Denkmuster die Schülervorstellungen beeinflussen oder prägen. (vgl.[2], S.61f.)

Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Bezeichnungen für die Vorstellungen, die die SuS, in den Unter- richt mitbringen: Schülervorstellungen, Alltagsvorstellungen, Fehlvorstellungen, alternative frameworks, Schülervorverständnis, Präkonzepte, childrens’ science, intuitive science, Sichtweisen, facets of knockled- ge, ... (vgl.[3], S.23)

Für Wodzinski ([3], S. 23) kann der Begriff ”Schülervorstellungen” unterschiedlich abstrakt verwenden, und zwar folgendermaßen:

”Er kann z.B. die konkreten Vorstellungen einzelner Schülerinnen und Schüler meinen, aber auch Vorstellungen, die aufgrund einer bestimmten Sozialisation einer ganzen Kultur zugeschrieben werden können. Eine andere Variable ist der inhaltliche Umfang, auf den sich Schülervorstellungen beziehen. Es können Vorstellungen zu einzelnen Phänomenen gemeint sein, aber auch ein ganzes Geflecht von miteinander vernetzten Vorstellungen.”

Zur Bedeutung von Schülervorstellungen schreibt Walter Jung, dass es vier Gesichtspunkte gibt, die eng miteinander zusammenhängen. Diese wären Verstehen, Lernen, Speichern und Anwenden. (vgl.[3], S.15)

Laut Hopf ([1], S. 34) gibt es einige gut belegte Grundannahmen zu Schülervorstellungen:

- ”Lerner bringen ein Inventar von Vorstellungen und Denkweisen zu physikalischen Begriffen und Phänomenen mit, die sich aus Alltagserfahrungen gebildet und im umgangssprachlichen Gebrauch bewährt haben.
- Solche Vorstellungen widersprechen häufig den entsprechenden physikalischen Konzep- ten.
- Sie erscheinen aus Sicht von Lernenden oftmals in sich widersprüchlich und haben trotzdem eine gewisse innere Logik.
- Die Vorstellungen sind beim einzelnen Lerner individuell geformt und lassen sich dennoch nach typischen Mustern beschreiben.
- Sie sind teilweise recht stabil gegen Physikunterricht und müssen daher bei der Unterrichtsplanung besonders berücksichtigt werden.
- Sie entstehen manchmal spontan beim Versuch, eine Erklärung für ein physikalisches Phänomen abzugeben.
- Alltagsbasierte Vorstellungen bilden zusammen mit den im Unterricht entwickelten Vorstellungen das Vorwissen, mit dem Lerner sich neue Unterrichtsinhalte erschließen.”

1.2 Schülervorstellungen in der Elektrizitätslehre: Welche gibt es?

1. Strom als Brennstoff/Stromverbrauch

- Strom ist in der Batterie gespeichert, fließt zur Lampe und wird dort verbraucht (Wozu gibt es die Stromrechung?)
- Bei Reihenschaltungen ist vor jeder Lampe die Stromstärke größer als nach der Lampe
- ”Strom” meint in der Alltagssprache das, was in der Physik mit ”Energie” bezeichnet wird
- Notwendigkeit des geschlossenen Stromkreises ist nicht bewusst (Beispiel aus Alltag: Nur ein Kabel von der Steckdose zur Lampe?)

2. Konstantstromquelle

- Eine Quelle liefert immer eine konstante Stromstärke, unabhängig von der Anzahl der angeschlossenen Glühbirnen.
- Diese Vorstellung hängt mit der vorhergehenden Vorstellung ”Strom als Brennstoff” zusammen.
- Vorstellung wird durch den Begriff ”Stromquelle” gefördert, deshalb ist es besser von einer ”Elektrizitätsquelle” oder ”Spannungsquelle” zu sprechen

3. Lokales Denken

- Schüler richten ihre Aufmerksamkeit auf einen Punkt des Stromkreises, aber der Stromkreis als System wird ignoriert

- Beispiele:
- Der Strom der Quelle ist unabhängig vom Rest
- Der Strom sieht nur eine lokale Verzweigun, der Zusammenhang mit dem Rest des Kreises wird nicht beachtet
- Eine Parallelschaltung innerhalb einer Reihenschaltung wird nur lokal betrachtet, also losgelöst vom Rest

4. Sequentielles Denken

- Der Stromkreis wird mit den Begriffen, wie z.B. ”vor” und ”nach” dem Widerstand analysiert
- Eine Änderung ”vorne” im Stromkreis wirkt sich auf ”hinten” aus. Eine Änderung ”hinten” wirkt sich aber nicht auf ”vorne” aus

- Beispiele:
- Es macht einen Unterschied, ob der Widerstand vor oder nach der Glühlampe geändert wird
- Die Quelle weiß nicht, was hinten kommt
- Der Strom weiß in Verzweigungen nicht, was hinten kommt

5. Der Begriff ”Spannung”
- Der Begriff ”Spannung” wird nicht vom Begriff ”Strom” getrennt → mangelnde Differenzie- rung
- Die Begriff werden nicht verwechselt, sondern es fehlen die Konzepte für ”Spannung” und für ”Strom”
- Spannung ist eine Eigenschaft des elektrischen Stroms

6. Mangelnde Unterscheidung zwischen Reihen-/Parallelschaltung Entscheidend ist die Anzahl der Bauteile und nicht die Schaltung

7. Umsetzung Schaltbild in realen Stromkreis oder umgekehrt

Leichte Verformungen oder Drehungen von Schaltskizzen werden als anderer Stromkreis aufgefasst

8. Schaltung von Messgeräten

- Messgeräte sind kein Teil des Stromkreises
- Messgeäte beeinflussen unabhängig von der Schaltung nicht den Stromfluss

Im folgenden Link ist ein Video zu Schülervorstellungen in der Elektrik zu sehen, das von Studenten der Universität Köln gemacht wurde: https://www.youtube.com/watch?v=3DM-mRMofNY (20.04.2014) (siehe[8] )

1.3 Zusammenfassung der Seminareinheit

1.3.1 Schülervorstellungen

Was sind Schülervorstellungen?

Das sind Abweichungen von realen Konzepten, z.B. Stromverbrauch, leere Batterie,...

Welche Schülervorstellungen treten auf?

1. Strom wird verbraucht

Stromrichtung: Elektronenstrom vs. wahrer Strom

2. Größerer Widerstand mehr Strom

Der Strom nimmt den Weg des geringsten Widerstandes

3. Batterie ist konstante Stromquelle

Die Batterie ist Ladungs- oder Energiepumpe

4. Lokales vs. systematisches Denken

SuS verstehen Schaltkreise nur sporadisch, d.h. sie denken, dass eine Parallelschaltung geometrisch aufgebaut wird

5. Sequentielles vs. systematisches Denken

6. Unterscheidung Reihen-/Parallelschaltung

Worin liegen die Ursachen von Schülervorstellungen?

Sie werden verursacht von der Umwelt, der Lehrperson, dem Alltag, etc.

Welche Folgerungen ergeben sich für den Unterricht?

Dass man sich den Fehlvorstellungen bewusst sein soll und ein geeignetes Konzept zur Erarbeitung der Elektrizitätslehre gewählt werden muss

1.3.2 LMU-Konzept

Es stellt sich die Frage, ob Elektrostatik immer vor der Elektrizitätslehre gemacht werden muss? Nein, im LMU-Konzept wird diese ohne die Elektrostatik eingeführt.

1.3.3 Muckenfuß-Konzept

Bei diesem Konzept wird zwischen Energie und Ladung unterschieden und das Potential eingeführt.

1.3.4 Analogien

Wasserstromkreis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Analogie

Der Einsatz des Wasserstromkreises ist nur bedingt empfehlenswert. Höhenmodell zum elektrischen Stromkreis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Analogie

Es hat sich herausgestellt, dass das Fahrradkettenmodell das beste Modell zur Stromkreisanalogie ist.

1.3.5 Digitale Lernobjekte

Sind hilfreich von zu Hause aus ein Experiment virtuell durchzuführen. Aber Experimente allein sind nicht lernwirksam. Wie die Bezeichnung POE (= Predict-Observe-Explain) verlangt, ist es wichtig zuerst eine Vorhersage zu tätigen, dann zu beobachten und das Beobachtete dann erklären zu können. Einige HandsOn Experimente können da sehr hilfreich sein.

1.4 Reflexion und eigene Meinung

In dieser Einheit habe ich gelernt, dass eine falsche Ausdrucksweise der Lehrperson ganz leicht falsche Schülervorstellungen fördern kann. Auch die Umwelt der SuS sind bei einer Bildung richtiger Begriffe hinterlich, weil im Alltag Strom und Spannung gleichgesetzt werden und unter anderem der Stromverbrauchsgedanke im Vordergrund steht.

2 LMU Konzept

2.1 Zusammenfassung der Seminareinheit

2.1.1 Lehrplan 3.Klasse AHS-Unterstufe

Der Lehrplan sieht für die 3. Klasse die Themengebiete Elektrizitätslehre und Wärmelehre vor, wobei für die Elektrizitätslehre ca. das halbe Schuljahr eingeplant wird. Es gibt pro Schuljahr ca. 70 Physikstunden

2.1.2 Aufbau der Unterrichtseinheiten nach dem LMU-Konzept

Es sind für die Erarbeitung der Elektrizitätslehre 14 Unterrichtseinheiten vorgesehen. 1. Einfache Stromkreise

- Inhalte: Unterscheidung von Elektrogeräten und Generatoren; geschlossener Stromkreis; Wirkungen im Stromkreis; Leiter und Isolatoren; Begriff der Elektrizität
- Kinder glauben, dass man für einen Stromkreis nur eine Batterie braucht
- Bei der Glühbirne sind 95% des Lichtes im Infrarotbereich

2. Magnetische Wirkung der Elektrizität, Elektrische Stromstärke

- Inhalte: Anschlussbedingungen von Elektrogeräten und Generatoren; magnetische Wirkung von Elektrizität; Intensität der Elektrizität; elektrische Stromstärke
- man kommt ohne Atomvorstellung aus
- Elektrischer Strom erzeugt Licht, Wärme und Magnetismus
- Nachweis, dass der Strom ein Magnetfeld erzeugt: Kompass unter den Leiter legen Dieser Versuch wird dazu genutzt, um zu zeigen, dass der Strom vor und nach dem Glühlämp- chen gleich ist → Der Ausschlag der Kompassnadel ist vor UND nach dem Glühlämpchen gleich stark
- Es wird daraufhingeleitet, dass ein Elektrogerät 2 Anschlüsse hat
- Jeder Pol wird mit dem Generator verbunden
- Der Begriff der Stromstärke wird eingeführt als Intensität I

3. Elektrischer Widerstand, Pole eines Generators, Modellvorstellung zum elektrischen Strom- kreis

- Der Widerstand ist die Eigenschaft eines Geräts, wie viel Elektrizität durch das Gerät kann
- SuS verstehen/begreifen den Widerstand nicht
- Je größer der Widerstand, desto größer ist die Stromstärke. Wenn wenig Elektrizität durch geht, dann ist der Widerstand groß

4. Hinführung zu einer genauen Messung der Stromstärke

5. Messung der Stromstärke

Inhalte: Messung/Einheit der Stromstärke; Handhabung eines Vielfachmessgerätes

6. Stromstärke in Reihen- & Parallelschaltung

7. Elektrisches Potential

- Inhalte: Einführung des Höhenmodells, Regel I-IV zum elektrischen Potential
- Beim Potential geht es um einen Widerstand
- Es ist besser von einem Potential zu sprechen als von Spannung

8. Potentialdifferenz, elektrische Spannung

9. Übungen zur elektrischen Spannung & Stromstärke

Inhalte: Lernzirkel zur elektrischen Stromstärke, Spannung und Widerstand; Maschenregel

10. Stationen zur elektrischen Spannung I

11. Stationen zur elektrischen Spannung II

12. Maschenregel

13. Übungen zu Spannung & Stromstärke

14. Übungen zu Spannung & Stromstärke

Strom kann als Ladungspumpe (wenn der Atombau gemacht wurde) bzw. Elektrizitätspumpe bezeichnet werden.

Ein wichtiger Aspekt dieses Konzeptes sind Schaltskizzen und Schaltzeichen, die zur Kommunikation mit den SuS dienen.

Die SuS müssen aktiviert werden, wobei Hands-On Experimente eher nebensächlich sind, sondern es soll über einen Sachverhalt nachgedacht werden. Es kann z.B. der Drehsinn eines Motors festgestellt werden, wobei der Anschluss bei der Batterie egal ist, aber beim Motor nicht → verschiedener Drehsinn des Motors Dieses Konzept ist stark zielorientiert

Verschiedene Kabel mit Stecker

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Stecker

Der Flachstecker besteht aus 2 Kabeln ohne Erdung. Die Schutzkontaktstecker (Schuko) besteht aus 3 Kabeln mit Erdung.

2.1.3 Text von Sefton: ”Understanding Electricity and Circuits: What the books don’t tell you” Fehlvorstellungen in Schulbüchern

- Ausgangspunkt des Textes: falsche Konzepte in Schulbüchern
- Sehr häufg vermittelt: Elektronen sind Träger und Übermittler von Energie
- Falsch weil: Elektronen sind zu langsam, AC (Wechselstrom), komplett geschlossener Stromkreis ist Voraussetzung,...

Das Feldmodell

- Feld als Träger und Übermittler von Energie
- Elektrisches und magnetisches Feld können Energie speichern
- Beide zusammen können Energie übertragen

Poynting Vector

Mit dem Poynting Vector (PV) kann die Richtung der Energieübertragung bestimmt werden, er beschreibt den Energiefluss von Batterie zur Glühlampe.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Poynting Vector

Äußeres E-Feld

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Äußeres E-Feld

Energieübertragung zwischen Batterie und Glühbirne

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Energieübertragung

Energieübetragung in einem Draht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Energieübertragung

Energieübertragung in einem Koaxialkabel

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Energieübertragung

Zusammenfassung des Textes

- Elektronen sind nicht die Träger der Energie
- Die elektromagnetische Energie kann Raum durchdringen
- Energie fließt in Richtung der Lampe

Fazit für den Untericht

Inhalte einfach, aber richtig ausdrücken!

2.2 Reflexion und eigene Meinung

Ich finde, dass das LMU-Konzept im Unterricht sicher nicht so leicht umzusetzen ist, weil der Begriff des Potentials eher ein Begriff für die AHS-Oberstufe ist und weniger für die AHS-Unterstufe. Obwohl mich das Konzept ziemlich beeindruckt hat, hat es sicher im Unterricht einige Schwierigkeiten mit sich zu ziehen. Wenn die Lehrperson das Konzept gut umzusetzen weiß, dann haben die SuS sicher viel davon. Ich finde es gut, dass die SuS lernen, Orte des gleichen Potentials mit Farben kennzuzeichnen.

3 Konzept nach Muckenfuss

3.1 Zusammenfassung der Seminareinheit

3.1.1 Analysieren einiger Aussagen in einem Schulbuch (Sachunterricht, 4. Klasse VS) Hier befinden sich einige Aussagen aus einem Volksschulschulbuch, die nicht korrekt sind:

- Elektrische Energie nennen wir auch elektrischen Strom

Hier bezieht sich der elektrische Strom auf den Ladungsstrom

- Elektrische Energie wird in Kraftwerken erzeugt Energie wird nicht erzeugt, sondern umgewandelt

- Erkundigt euch, welche Spannung der Strom aus der Steckdose hat

SuS können Strom und Spannung nicht auseinanderhalten. Strom wird als Ursache für Spannung gesehen, stimmt aber nicht (genau umgekehrt)

- Stromkreislauf = Ladungskreislauf

- Der Stromverbrauch wird in Kilowattstunden (kWh) gemessen. Dabei wird angegeben, wie viel Kilowatt Strom in einer Stunde verbraucht wird.

Hier geht es um elektrische Energie und NICHT um den Stromverbrauch

3.1.2 Unterrichtskonzept

Das vorliegende Unterrichtskonzept geht von einem Energiekonzept aus mit der Frage Wie komme ich zur Energie?. Der Hauptzugang ist die Einführung in die Elektrizitätslehre mit handbetriebenen Generatoren. Muckenfuß führt seine Elektrizitätslehre über eine Alltagssituation ein.

3.1.3 Problematik der Elektrizitätslehre

Die Elektrizitätslehre ist das unbeliebteste Teilgebiet der Physik. Für die praktische Bewältigung des Alltags sind Kenntnisse aus der Elektrizitätslehre unverzichtbar. Gegenstand der Elektrizitätslehre sind Begriffe, Gesetze und Modelle, für die es in der Alltagssprache keine Erfahrungen gibt. Unterrichtsgegenstände sind Produkte der Theorie. Alltagsvorstellungen der Elektrizitätslehre sind von einer inkonsistenten Sprache geprägt.

3.1.4 Zeitungsartikel zum Strombegriff

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: Zeitungsartikel

3.1.5 Unterrichtsaufbau: Traditionell vs. Neuer Aufbau

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 10: Traditioneller vs. Neuer Unterrichtsaufbau

3.1.6 Merkregel Ohm’sches Gesetz

Mit der Fingerformel lässt sich ganz leicht jeder Wert berechnen, indem man den gesuchten Wert abdeckt und dann bleibt die gesuchte Formel übrig

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 11: Fingerformel

3.1.7 Schema der Energieübertragung

Es muss etwas im Kreis fließen, damit Energie übertragen werden kann. Wir sprechen daher NICHT von Energieerzeugung, sondern von Energieübertragung. Die Elektronen, die im Kreis strömen, bewirken den Energiestrom, der von der Quelle zum Verbraucher fließt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 12: Energieübertragung

3.1.8 Text von Dupin: ”Analogies and Modeling Analogies in Teaching: Some Examples in Basic Elektricity”

Analogien

- Definition laut Kircher:

Beachten wir ein Objekt O und ein Modell M , welches O eine Bedeutung gibt. Ein anderes Paar von O′ − M′ existiert so, dass eine isomorphe strukturelle Beziehung zwischen M und M′ auftritt. So kann man sagen, dass M′ ein analoges Modell von M ist.

- Gebrauch von Analogien:

- Werkzeug, um das Wissen zu erweitern
- spielt eine heuristische Rolle in der wissenschaftlichen Geschichte
- Lehrende berufen sich auf diese Rolle, um den Gebrauch im Unterricht zu rechtfertigen
- Prozess der Konstruktion von Wissen der Kinder zeigt Vorteile beim Gebrauch
- Jede/r SuS sucht nach Analogien zu jedem physikalischen Thema

Analogie zum Wasserkreislauf - Beschreibung

- Wasserfall vs. flacher Wasserkreislauf

[...]

Details

Seiten
57
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668010475
ISBN (Buch)
9783668010482
Dateigröße
4.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v301168
Institution / Hochschule
Universität Wien – Fakultät für Physik
Note
1
Schlagworte
Physik Didaktik Schülervorstellungen Elektrizitätslehre

Autor

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    Birgit Bergmann (Autor)

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Titel: Schülervorstellungen in der Elektrizitätslehre