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Überblick über die drei Satzarten. Aussage-, Aufforderungs- und Fragesatz

Seminararbeit 2012 16 Seiten

Germanistik - Sonstiges

Leseprobe

Einleitung

In dieser wissenschaftlichen Arbeit werden die drei Satzarten Aussage-, Aufforderungs- und Fragesatz genauer untersucht, auch einige Arten, die nicht zur traditionellen Satzlehre gehören, werden hierbei genannt. Manche Grammatiken zählen noch Wunsch- und Ausrufesatz zu den Grundarten dazu, diese werden in dieser Seminararbeit nur kurz definiert, für die weitere Bearbeitung jedoch nicht berücksichtigt. Zunächst werden die einzelnen Funktionen und die Kriterien genannt. Dabei werden auch die Schwierigkeiten der Definitionen herausgearbeitet, es wird erkennbar, dass die scheinbar eindeutigen Merkmale Grenzen besitzen. Im Folgenden wird auf Alternativen zu den drei Satzarten eingegangen, wobei diese andere Definitionen und Kriterien benutzen, eine Alternative stützt sich auf die Form, die andere auf die Funktion und eine weitere Lösung gliedert Sätze nach den dazugehörigen Satzzeichen. Es sollen auch die Vor- und Nachteile der Ausweichmöglichkeiten behandelt werden. Im Schlussteil werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Alternativen beurteilt. Als Literatur dienten hier das Werk „Deutsche Grammatik verstehen und unterrichten“1 von Matthias Granzow-Emden und das gemeinsame Buch „Grammatik der deutschen Sprache“2 von Gisela Zifonun, Ludger Hoffmann und Bruno Strecker. Auch „Handbuch der deutschen Grammatik“3, geschrieben von Harald Weydt und Elke Hentschel, und „Konzepte der Satzkonnexion“4 von Angelika Wöllstein dienten als Hilfsmittel für das Verständnis von den Satzarten. Besonders wurde das Werk „Satz, Satzarten, Satzglieder“5 von Kjell-Åke Forsgren genutzt. Grundliteratur war das von Peter Eisenberg verfasste Werk „Der Satz - Grundriss der deutschen Grammatik“.6

Die Drei Satzarten

Satzarten sind feste sprachliche Muster, die von einigen Faktoren bestimmt werden.7 Zum einen von grammatikalischen Merkmalen, wie Subjekt, Prädikat und Objekt, und zum anderen von verschiedenen Äußerungsarten, die die einzelnen Satzarten voneinander unterscheiden.8

Die drei Grundarten sind Aussage-, Frage- und Aufforderungssatz, die nach ihrer kommunikativen Funktion benannt sind.9 10 11 12 Diese Definitionen dienen als Orientierungshilfen für den alltäglichen Sprachgebrauch, sie setzen beim Sprecher und beim Zuhörer intuitive Sprachkenntnis voraus und unterstützen diese.13

Der Aussagesatz

Wenn über einen Gegenstand oder einen Sachverhalt gesprochen wird, benutzt man im normalen Sprachgebrauch den Aussagesatz, auch bei Antworten zu Fragesätzen wird diese Satzart zumeist benutzt.14 Das Satzschlusszeichen ist hier der Punkt [.].15

„ Die Katze heißt Lily. “

„ Meine Tante ist eine sehr gute K ö chin. “

Er besitzt ansonsten keine besonderen Kriterien, somit kann jeder Satz zu den Aussagesätzen gezählt werden, solange er keine Kriterien anderer Satzarten erfüllt.16 17 Das finite Verb des Satzes steht an zweiter Stelle im Satzbau18, es kann im jeden Modus stehen, außer dem Imperativ. Ein weiteres Merkmal sind einige Partikel, wie zum Beispiel „ doch, eben, halt “, und auch Adverbien („ vielleicht, m ö glicherweise “), die im Satzbau vorkommen. Die Betonung ist bei dieser Satzart zum Satzende hin fallend.19

Es gibt jedoch Sonderfälle, bei denen auch im Aussagesatz das finite Verb an erster Stelle stehen kann.

„ Kommst du mit ins Kino? “ - „ Tut mir leid, habe keine Zeit. “

Zumeist kommt es zu diesen Sonderfällen in einem Gespräch, in der alltäglichen Redeweise. Auch verblose Wortfolgen, zum Beispiel in Titeln und Überschriften, zählen zu den Sonderfällen.

Der Fragesatz

Fragesätze erfordern eine Reaktion des Gegenübers20 21, sei es zwischen Sprecher und Zuhörer oder Schreiber und Leser. Das Ende des Fragesatzes markiert ein Fragezeichen [?]. Bei dieser Satzart unterscheidet man zudem noch zwischen Entscheidungs- und W-Fragen.22

Entscheidungsfrage

Bei Entscheidungsfragen erwartet derjenige, der die Frage geäußert hat, eine Antwort. Dem Fragesteller ist der volle Sachverhalt bekannt.23 24 Die Antwort kann als Aussagesatz gebildet sein oder ein „ Ja “ oder ein „ Nein “, auch mit Adverbien, wie „ sicher, kaum und m ö glicherweise “, kann geantwortet werden.25 Die Antworten können also entweder etwas bestätigen oder verneinen, Adverbien können diese verstärken oder auch abschwächen.26 27 Im Gegensatz zum Aussagesatz steigt die Intonation zum Satzende hin.28 Das finite Verb steht im jeden Modus an erster Stelle im Satz.

„ Fährstdumit? “

„ Kommt Peter heute auch zum Seminar? “

Auch bei den Entscheidungsfragen gibt es noch vier Unterarten, nämlich der Vergewisserungs-, der Bestätigungs- und der Nachfragesatz.29

W-Frage

Während die Entscheidungsfrage durch ein finites Verb eingeleitet wird, wird bei den W-Fragen entweder ein Interrogativpronomen oder ein -adverb benutzt.30 Das finite Verb folgt erst an zweiter Stelle im Satz und steht im Indikativ oder Konjunktiv II.31

„ Wer hilft mir beim Tragen? “

„ Wann beginnt der Film? “

[...]


1 Granzow-Emden, Matthias: Deutsche Grammatik verstehen und unterrichten. Tübingen, 2013.

2 Zifonun, Gisela/Hoffmann, Ludger/Strecker, Bruno: Grammatik der deutschen Sprache. Berlin, 1997.

3 Hentschel, Elke/Weydt, Harald: Handbuch der deutschen Grammatik. Berlin, 1990.

4 Wöllstein, Angelika: Konzepte der Satzkonnexion. In: Studien zur deutschen Grammatik, Band 70. Tübingen, 2008.

5 Forsgren, Kjell-Åke: Satz, Satzarten, Satzglieder. Münster, 1992.

6 Eisenberg, Peter: Der Satz - Grundriss der deutschen Grammatik. Stuttgart,2006.

7 Duden. Grammatik. Mannheim, 2009. Seite 887f.

8 Ebd.

9 Hackel, Werner/Sommerfeldt, Karl-Ernst/Starke, Günter: Einführung die die Grammatik der

deutschen Gegenwartssprache. Tübingen, 1998. Seite 176f.

10 Duden Grammatik. Seite 888f.

11 Buscha, Joachim/Helbig, Gerhard: Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht. Leipzig, 1996. Seite 610f.

12 Duden. Rechtschreibung und Grammatik - leicht gemacht. Mannheim, 2007. Seite 183.

13 Linke, Angelika/Nussbaumer, Markus/Portmann, Paul R.: Studienbuch Linguistik. Tübingen 2004. Seite 54.

14 Hentschel, Elke/Weydt, Harald: Handbuch der deutschen Grammatik. Berlin, 1990. Seite 370.

15 Eisenberg, Peter: Der Satz. Grundriss der deutschen Grammatik. Stuttgart, 2006. Seite 395f.

16 Duden. Grammatik. Seite 888.

17 Syntax der deutschen Sprache. Seite 98f.

18 Duden. Grammatik. Seite 888.

19 Flämig, Walter: Grammatik des Deutschen. Einführung in Struktur und Wirkungszusammenhang. Berlin, 1991. Seite 465

20 Handbuch der deutschen Grammatik. Seite 370.

21 Grammatik des Deutschen. Seite 465f.

22 Grundriss der deutschen Grammatik. Seite 396.

23 Handbuch der deutschen Grammatik. Seite 370f.

24 Grundzüge einer deutschen Grammatik. Seite 768.

25 Grundriss der deutschen Grammatik. Seite 396f.

26 Grammatik des Deutschen. Seite 465f.

27 Duden. Grammatik. Seite 889.

28 Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht. Seite 611f.

29 Duden. Grammatik. Seite 889f.

30 Handbuch der deutschen Grammatik. Seite 370.

31 Grundriss der deutschen Grammatik. Seite 396.

Details

Seiten
16
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783956875045
ISBN (Buch)
9783668004771
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v301440
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin – Germanistisches Seminar
Note
1,3
Schlagworte
überblick satzarten aussage- aufforderungs- fragesatz

Autor

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Titel: Überblick über die drei Satzarten. Aussage-, Aufforderungs- und Fragesatz