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Die Kita als praktischer Ausbildungsort für Erzieher/innen. Lernortkooperation mit der Fachschule-Kita

Begriff, Analyse des Ist-Zustands und Ziele

Hausarbeit 2014 11 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung Lernortkooperation

3. Ist Analyse und Ihre Folgen
3.1 Beschreibung der Ist Situation
3.2 Die Folgen der Ist Situation

4. Ziele der Lernortkooperation
4.1 Ziele aus politischer – wirtschaftlicher Sicht
4.2 Ziele aus didaktisch – methodischer Sicht

5. Standards für die Kooperation der Lernorte Fachschule und Praxisstelle

6. Fazit

Literaturliste

1. Einleitung

Die Kindertagesstätte als Ausbildungsort, oder besser als Ausbildungsbetrieb, hat leider noch nicht das Denken erreicht, wie in anderen Ausbildungsbetrieben, beispielsweise im Handwerk oder der Wirtschaft.

Bei dem Wirtschaftsunternehmen Bosch zum Beispiel, managen die Azubis für einen gewissen Zeitraum eine Abteilung. Die Produkte gehen weiterhin regulär in den Verkauf. Der große Vorteil einer solchen Ausbildung liegt darin, dass die Lehrlinge nicht nur Teile der Abläufe kennen lernen, sondern von der Auftragsannahme bis zum Verkauf jeden einzelnen Schritt selbst organisieren müssen. So erhalten die Azubis tiefe Einblicke in die Firmen und lernen, was es bedeutet, richtige Verantwortung für etwas übernehmen zu müssen und wie wichtig dabei die Teamarbeit ist (vgl. focus.de).

Es stellt sich nun die Frage, wie die Ausbildung bei den angehenden Erzieherinnen stattfindet? Beginnt man die Frage auf der Suche nach Auszubildenden in den Kindertagesstätten findet man häufig folgende Antworten: „Ja, wir haben Praktikantinnen[1] “oder „Ja, wir haben Praktikanten von der Erzieherschule“. Doch wer sind diese Praktikantinnen sind pädagogische Fachkräfte im letzten Ausbildungsjahr, die kompetent werden sollen für das Berufsleben im pädagogischen Alltag, die Verantwortung übernehmen müssen für die Kinder, welche sie in ihrer Entwicklung begleiten und fördern sollen. Es muss daher eine Zusammenarbeit stattfinden, zwischen Fachschule – Kindertagesstätte – Auszubildenden.

Im Lernort Kindertagesstätte findet der fachpraktische Teil der Ausbildung statt. Im Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 01.12.2011 heißt es:

„Die Ausbildung muss eine enge Theorie – Praxisverknüpfung sicherstellen. Ausgangspunkt für die Bearbeitung von sozialpädagogischen Problemlagen müssen relevante Praxissituationen sein.“ „Der wechselseitige Bezug der Lernorte Fachschule und Praxis ist integraler Bestandteil der Ausbildung und erfordert von Fachschulen ein hohes Maß an Kooperationsbereitschaft“ (Kultusministerkonferenz, Seite 6).

Die Beschreibung dieser Lernortkooperation im Bericht der Kultusministerkonferenz soll Gegenstand dieser Arbeit sein. Ziele und Standards werden formuliert und für die Praxis anwendbar gemacht.

2. Begriffsbestimmung Lernortkooperation

Im Berufsbildungsgesetz (BBiG) § 2 (2) wird formuliert: „Berufsbildung wird durchgeführt in Betrieben […] und in berufsbildenden Schulen“.

Somit ist der Begriff Lernort dargestellt, als Platz an dem Lernen zur Bildung stattfindet. Geklärt werden müssen nun noch die Umsetzung der Kooperation sowie der Netzwerkpflege. Kooperation wird als Zusammenarbeit mehrerer Mitglieder / Kompetenzen auf begrenzte Dauer in Erfüllung einer Aufgabe, beschrieben (vgl. Wirtschaftslexikon.de). Es müssen demnach mindestens zwei Personen miteinander arbeiten, kommunizieren, Aufgaben erledigen und noch vieles mehr.

Nach Pätzold 1999, Seite 254, wird Kooperation folgendermaßen verstanden; wenn es von „oben“ vorgeschrieben wird. Dies bedeutet, dass der Bund, die Länder, Gesetze schaffen mussten, damit Kooperation überhaupt stattfindet. Denn kooperieren möchte jeder, die Fachschule, die Lernorte, die Auszubildenden, die Umsetzung gestaltet sich jedoch noch immer schwer.

Euler beschreibt in seinem Buch, auf Seite 15, dass die jeweiligen Institutionen selbstverständlich bei der Kooperation institutionelle oder persönliche Vorteile suchen. Dies könnte bedeuten, kooperieren ja, aber dadurch mehr Arbeit und Zeitaufwand?

Dieses Verständnis von Kooperation sollte vor Beginn einer Zusammenarbeit geklärt werden und jedem Kooperationspartner bewusst sein. Die Lernortkooperation Kindertagesstätte – Fachschule, kann demnach definiert werden, als eine Zusammenarbeit der Fachschule mit der Kindertagesstätte, zum Zwecke der Ausbildung, auf eine bestimmte Zeit, zur Erfüllung übertragener Aufgaben.

Wichtige Inhalte zur Lernortkooperation sind:

- Die Gegenseitige Information zwischen Lehrenden und Ausbildenden
- Die Abstimmung verschiedener Maßnahmen zwischen Lehrenden und Ausbildenden
- Das Zusammenwirken von Lehrenden und Ausbildenden zur Realisierung gemeinsamer Vorhaben (vgl. Euler, Seite 15).

Im Mittelpunkt dieser Lernortkooperation stehen immer die Auszubildenden und die bestmögliche Förderung dieser.

3. Ist Analyse und Ihre Folgen

3.1 Beschreibung der Ist Situation

Grundlage für eine gute Lernortkooperation ist die Analyse der Ist – Situation. In einer Studie des Bundesinstitutes für Berufsbildung BIBB wird die Kooperation mit Fachschulen aus Sicht der Praxis als mangelhaft bezeichnet. Die Kontakte zwischen Fachschule und Ausbildungsstelle beziehen sich oft auf Gespräche, Telefonate und Anschreiben zur Kommunikation, Sprechtage in der Schule, aber nicht mehr (vgl. Euler, Seite 25 f.).

Zu beobachten ist dies in vielen Kindertagesstätten gleichermaßen. Weiterhin ist anzumerken, dass die Lehrenden einer Schule, keine einheitlichen Richtlinien haben. Dieses erschwert die Arbeit und Kooperation mit dem Lernort Kindertagesstätte erheblich. Die Auszubildenden sind verunsichert und suchen Hilfe im Betrieb. Oftmals ergeben sich schon die ersten Probleme bei der Koordination von Inhalten, Lehrplänen und Terminen. Die unterschiedlichen Konzepte der Einrichtungen und auch Fachschulen stellen häufig Stolpersteine dar. Weiterhin werden Informationen meist über die Auszubildenden vermittelt und eine telefonische Rücksprache ist aufgrund der Erreichbarkeit der Fachlehrenden schwierig. Die Praxis bemängelt ebenso die, wenn überhaupt stattfindend, zeitlich großen Abstände oder schlechte Koordination der so notwendigen Praxisbesuche. Hier ist ein großes Maß an mehr Flexibilität erforderlich, was für die betreuenden Lehrkräfte, aufgrund ihrer Arbeit nahezu kaum umsetzbar ist.

Durch die Trennung der Lernorte in Raum, Zeit, Standort etc. ist das gegenseitige Verständnis füreinander schwer. Es gibt wenig Einblicke für den anderen Lernort und die verschiedenen Arbeitsbereiche. Daher findet die Kommunikation oftmals auch über die Auszubildenden statt, was sicherlich nicht die optimale Lösung darstellt (vgl. Fläming, Seite 27).

Stellt man einen Bezug zur Wirtschaft her, ist zu erkennen, dass die Verantwortlichkeiten zwischen Schule und Praxis oft auch nicht geklärt sind. So haben die Schüler im sozialpädagogischen Bereich die Informationen von den Fachschulen, dass sie keine Verantwortung übernehmen sollen, nicht alleine mit Kindern sein dürfen und alles nur in Absprache umgesetzt werden darf. Kontakte zu den Eltern, sowie das Führen eines Entwicklungsstandsgespräches sind überhaupt nicht vorgesehen, auch nicht unter Anleitung. Im wirtschaftlichen Bereich, bekommen die Auszubildenden, wie eingangs erwähnt, Aufgaben übertragen und sollen in manchen Bereichen sogar Abteilungen selbständig führen. Zwar ist zu berücksichtigen, dass im sozialpädagogischen Bereich mit Menschen gearbeitet wird. Hier können keine finanziellen sondern weitaus schwerwiegenderen Konsequenzen auftreten. Dennoch wäre es erstrebenswert, wenn dem praktischen Bereiche mehr Freiraum in der Umsetzung der praktischen Ausbildung zuteil werden könnte.

3.2 Die Folgen der Ist Situation

Die Folgen daraus sind teilweise verheerend. Denn im Ernstfall sind die Berufspraktikanten am 31.7. noch die wohlbehüteten Auszubildenden und am 1.8. die Erzieherin, die pädagogische Fachkraft, die Rede und Antwort stehen muss, den Eltern gegenübertreten, ein Kind eingewöhnen und eine Gruppe führen soll. Betrachtet man die Ausbildung und die Dauer von fünf Jahren (Rheinland Pfalz), stellt sich die große Frage, ob diese Form überhaupt noch zeitgemäß ist. Müsste diese Form der behüteten Ausbildung nicht schnellstens überdacht werden? Im Zuge des Fachkräftemangels müssen Berufspraktikanten von heute auf morgen von der Auszubildenden zur Ausgebildeten werden und voll einsatzfähig sein. Daher ist es zwingend erforderlich, die Ausbildung mit Hilfe der Lernortkooperation zu überdenken. Die Praxis muss mehr eingebunden werden, denn bisher ist die Lernortkooperation noch nicht das, was man erfolgsversprechend nennen kann. Die Frage nach der Bildung der psychischen Widerstandskraft der kommenden Fachkräfte bleibt ebenfalls offen. Ist es nicht wichtig, zur Resilienzbildung, dass gerade während der Ausbildung Grenzen getestet, Herausforderungen wahrgenommen und Schwierigkeiten überwunden werden? Sollte die Kooperation daher nicht auch als Resilienzförderung der Nachwuchskräfte verstanden sein?

Die große Mehrzahl der Fachlehrenden und Ausbildenden möchte die Kooperation miteinander ausweiten und vertiefen. Denn die derzeitige Situation stellt für keinen, Fachlehrende – Ausbildende – Auszubildende – eine befriedigende Lösung dar (vgl. Euler, Seite 28/29).

Doch warum funktioniert dann dieses Zusammenspiel noch immer nicht perfekt? Sind die Einschätzungen, Meinungen, Standpunkte zu unterschiedlich? Wer geht auf den jeweils anderen Lernort zu? Ein guter Anfang sind sicherlich die Praxisanleitertreffen in den Fachschulen, um ein erstes Kennenlernen stattfinden zu lassen. Doch wie sollten die weiteren Ziele für die gute Lernortkooperation aussehen? Hierzu müssen Ziele und Standard formuliert werden. Diese beschreiben ausführlich den gewünschten Soll-Zustand.

4. Ziele der Lernortkooperation

4.1 Ziele aus politischer – wirtschaftlicher Sicht

Aus politischer und wirtschaftlicher Sicht, ist es unumgänglich eine hochwertige Berufsausbildung zu ermöglichen. Der Bund braucht gut ausgebildete Fachkräfte, um im Wettbewerb mithalten zu können. Daher ist das Hauptziel der Bildungspolitik, ein Zusammenwirken und Zusammenarbeiten der unterschiedlichen Lernorte (vgl. Bau, Seite 134).

Einige zentrale Ziele lauten daher, dass eine Förderung der Bildungsstätten stattfinden soll. Lernorte benötigen Mittel um Ausbildung gut gestalten zu können und Zeitbudgets um sich miteinander vernetzen zu können.

Die Qualifizierung der anleitenden Fachkräfte ist bereits seit einigen Jahren umgesetzt und hat zu einer erheblichen Steigerung der Qualität der Ausbildung beigetragen. Wie auch von den Fachkräften gewünscht, ist vom Bund die Einrichtung und Nutzung von Arbeitskreisen angestrebt. Hier soll ein verbesserter Informationsfluss, sowie kollegiale Beratung und vieles mehr stattfinden.

Gemeinsame Ausbildungsprojekte und die verlässliche Teilnahme von Lehrenden bei Praktika sind ebenfalls vom Bund angeregt. Durch eine enge Vernetzung und die wechselseitige Teilnahme der Praxis am Schulort und umgekehrt, soll gemeinsam an einem Ausbildungsgang gearbeitet werden.

Gemeinsame Fort- und Weiterbildungen von Lehrpersonal und pädagogischen Fachkräften ist ein erstrebenswerter Zustand, der derzeit in der Praxis noch schwer realisierbar ist (vgl. Bau, Seite 145).

Es ist erstrebenswert aus Sicht des Bundes, dass Ausbildungsstätte und die Durchführung des Unterrichts aufeinander abgestimmt sind. Dies bedeutet, dass der Unterricht flexibler und in Abstimmung mit dem praktischen Lernort erfolgen soll (vgl. Zedler, Seite 170). Dies stellt sicherlich derzeit noch eine große Herausforderung dar.

Eine Grundlage für einen solchen Unterricht ist ein regelmäßiges, gegenseitiges Informieren und aufeinander Abstimmen der Lerninhalte zwischen Fachschule und Praxisstelle (vgl. Zedler, Seite 170). Eine Umsetzungsmöglichkeit könnte hierzu die gemeinsame Arbeit an Fallstudien oder Projektarbeiten sein. Die Auszubildenden von heute, sind die Fachkräfte von morgen. Daher ist die Vernetzung der Lernorte ein zentrales Ziel der Bildungspolitik.

4.2 Ziele aus didaktisch – methodischer Sicht

Zur besseren Verzahnung von Theorie und Praxis, sollten Die Fachlehrenden und die Ausbildenden gemeinsam die Lernaufgaben, Aktionen, Praktikumsangebote gestalten und formulieren.

Wichtig wäre, dass die Praxisanleitung bei der Abschlussprüfung aktiv anwesend ist. Sie hat die Praktikantin über einen langen Zeitraum mit ihren Aktivitäten begleitet und kann in der Prüfungskommission das Bindeglied zwischen Theorie und Praxis sein. Mit praxisrelevanten Fragestellungen kann sie den Prüfungsausschuss unterstützen.

Es gibt bereits Bundesländer in denen zusammen mit der Praxisanleitungen, Leistungsnachweise am Lernort Praxis durchgeführt werden. Hier wäre ein bundeseinheitliches Ziel wünschenswert (vgl. Fläming, Seite 30). Wie eingangs erwähnt, werden im wirtschaftlichen Bereich den Auszubildenden Aufgaben übertragen, die dann direkt überprüft werden können. So ist erkennbar, wie die Nachwuchskräfte in der Praxis tatsächlich agieren.

Ein größerer Handlungsspielraum bei der Wertigkeit der Beurteilungen, nicht erst im letzten Ausbildungsart wäre erstrebenswert. Es könnten so bereits in den Zwischenpraktika Auszubildende in den Einrichtungen sein, welche eventuell nicht geeignet sind. Hier ist ein Ziel der Praxisstelle, dass den Beurteilungen mehr Bedeutung zukommen soll (Fläming, Seite 27).

Die genaue Festsetzung der Zeitbudgets ist ein großes Ziel für die Fachlehrenden sowie für die Ausbildenden. Es muss Zeit zur Begleitung der Auszubildenden zur Verfügung gestellt werden. Wenn dieses Ziel erreicht wird, ist hier die große Chance Kommunikationsfehler oder Unklarheiten gar nicht erst entstehen zu lassen.

Bessere Rahmenbedingungen in den Einrichtungen, zum Beispiel durch die Weiterbildung zu mehr Praxisanleitungen wäre ratsam. Weiterhin müssen den Fachkräften Möglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, um ihre bisherige Arbeit teilweise verteilen zu können. Eine finanzielle Anerkennung der Träger wäre hier ebenfalls angebracht. (Fläming, Seite 25/26).

Des Weiteren kann die Kooperation durch engmaschige Betriebsbesichtigungen und Erkundungen gefördert werden. Dies regt die Kommunikation an und die Fachlehrenden werden mit den Konzepten und Umsetzungen vor Ort vertraut. Diesen Erfahrungsschatz können sie in den theoretischen Unterricht mit einfließen lassen und so eine gute Verzahnung der Theorie mit der Praxis ermöglichen.

Die Fachschule könnte eine Plattform bieten, in der pädagogische Fachkräfte Vorträge zu bestimmten Themen halten können. Hier könnten praktische Themen den Schülern nahe gebracht werden. Diese könnten von der Schule theoretisch gestützt und mit umgesetzt werden. Eine Förderung der Kooperation und Vernetzung zwischen Theorie und Praxis bietet die Möglichkeit miteinander zu arbeiten.

Die pädagogischen Fachkräfte könnten im Unterreicht referieren und zum Beispiel Konzepte, Methoden aus der Praxis vorstellen. Dies hätte den positiven Aspekt, des direkten Kontaktes mit den Einrichtungen (Fläming, Seite 30/31).

Diese gibt es derzeit nur in Form von Praxisanleitertreffen, die als Informationsveranstaltungen dienen. Aber auch hier könnte die Kooperation der verschiedenen Praxisstellen angeregt werden. Die Anleitungen könnten sich mit ihren Praktikanten und anderen Anleitungen mit Praktikanten mit verschiedenen Schwerpunktthemen zusammensetzen und den Austausch sowie kollegiale Beratung nutzen. Ebenso gäbe es die Möglichkeit, hier Erwartungen zu klären oder lehrplanrelevante Themen zu besprechen. Die Vernetzung fachtheoretischer sowie fachpraktischer Inhalte kann so erarbeitet und Materialien dazu entwickelt werden. (Fläming, Seite 31).

5. Standards für die Kooperation der Lernorte Fachschule und Praxisstelle

Es sollten Standards geschaffen werden, die bundeseinheitliche Geltung haben. Einige Beispiele sind im Folgenden aus Stamer / Brandt, 2013, Seite 24 f. und Fläming, Seite 27 f. zusammengefasst.

- Die Fachschulen vermitteln erste theoretische Kenntnisse
- Die Einrichtungen vermitteln Grundkenntnisse über die Einrichtung und das pädagogische Konzept
- Die Einrichtung vermittelt Regeln in Bezug zum Tagesablauf, zum Umgang mit Informationen, Datenschutz etc. und bietet Einsicht in die angewandten Beobachtungsverfahren
- Die Fachschulen geben den Auszubildenden die Möglichkeit, das erworbene Wissen zu vernetzen
- Die Einrichtungen und die Fachschulen legen gemeinsam mit den Auszubildenden die individuellen Ziele der Ausbildung fest
- Die Fachschule berät bei der Auswahl der Praxisstellen
- Die Fachschule sichert individuelle Begleitung zu und sorgt für regelmäßig stattfindende Gespräche zwischen Praxisstelle und Fachschule
- Die Fachschule terminiert Besuchstermine rechtzeitig und engmaschig und sorgt für die konsequente Einhaltung
- Die Einrichtung liefert eine Auswertung des Praktikums und gibt eine Bewertung ab
- Einrichtung und Fachschule schaffen eine Plattform zur qualitativen Verbesserung und kooperativen Zusammenarbeit
- Ausbildungsinhalte, Ausbildungsfragen, Ausbildungsplätze, Beurteilungskriterien werden gemeinsam weiterentwickelt
- Kooperation mit anderen Einrichtungen, wie zum Beispiel die Umsetzung von Arbeitskreisen wird ermöglicht
- Evaluationsinstrumente werden entwickelt, um die Arbeit stetig weiterzuentwickeln und zu verbessern

6. Fazit

Die Ausarbeitung hat gezeigt, dass Lernortkooperation zwischen Fachschule und Kindertagesstätte bereits stattfindet. Allerdings ist deutlich zu erkennen, dass sowohl Lehrenden, Praxisanleitungen sowie die Auszubildenden selbst, noch nicht zufrieden mit dem Ablauf bzw. der Umsetzung dieser Kooperation sind. An vielen Punkten sind Ansätze zu erkennen, die oftmals am zeitlichen Rahmen oder anderen Problemen scheitern. Wie eingangs erwähnt, gibt es die gesetzliche Bestimmung zur Lernortkooperation, an die sich alle, Fachkräfte und Ausbildungsbetriebe, halten sollten. Konkrete Umsetzungsmaßnahmen müssen hier von den Institutionen selbst ausgearbeitet und festgesetzt werden.

Die aufgeführten Ziele werden in manchen Institutionen bereits angewendet. An der Realisierung und Formulierung weitere Ziele muss weiterhin gearbeitet werden. Ein Umdenken muss schnellstens stattfinden. Hier kann ein Blick über den Tellerrand, wie eingangs erwähnt, sehr hilfreich sein. Die Wirtschafts- und Industrieunternehmen haben erkannt, wie man sich die eigenen Kräfte heranzieht. Warum ist es noch immer so schwer, dies im sozialpädagogischen Ausbildungszweig umzusetzen?

Wer die bestens ausgebildeten Fachkräfte einstellen möchte, muss bei der Lernortkooperation ansetzen, um die Nachwuchskräfte bestmöglich vorbereiten und für die eigene Praxis einsetzen zu können.

Literaturliste

Bau, H. (2004). Bildungspolitische Ziele und Erwartungen des Bundes zur Lernortkooperation in der beruflichen Bildung. In: Euler, Dieter (Hrsg.). Handbuch der Lernortkooperation 1: theoretische Fundierung: Band 1. 1. Auflage. Bielefeld. Bertelsmann

Berufsbildungsgesetz (BBiG). (2005). § 2, Absatz 2, Lernorte der Berufsbildung. 1. Auflage. Paderborn, Deutschland. Outlook Verlag GmbH

Euler, Dieter (Hrsg.). (2004). Handbuch der Lernortkooperation 1: Theoretische Fundierung: Band 1. 1. Auflage. Bielefeld. Bertelsmann

Fläming, Katja. (2011). Kooperation von Schulen und Praxisstätten in der Ausbildung frühpädagogischer Fachkräfte – Ergebnisse einer Interviewstudie mit Schulleitungen. Eine Studie der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogischer Fachkräfte (WiFF). Deutsches Jugendinstitut e.V.(Hrsg.). Frankfurt am Main. Henrich Druck und Medien GmbH

Pätzold, Günter. Walden, Günter. (1999). Lernortkooperation – Stand und Perspektiven. Bielefeld. Bertelsmann

Stamer-Brandt, Petra. (2011). Pädagogische Praktika in Kita und Kindergaten. Freiburg im Breisgau. Verlag Herder GmbH

Zedler, Reinhard. (2004). Ziele, Ansprüche und Erwartungen an Lernortkooperation aus Sicht der Wirtschaft. In: Euler, Dieter (Hrsg.). Handbuch der Lernortkooperation 1: theoretische Fundierung: Band 1. 1. Auflage. Bielefeld. Bertelsmann

Linkliste

Kultusministerkonferenz. (2001). Kompetenzorientiertes Qualifikationsprofil für die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern an Fachschulen / Fachakademien. www.bvktp.de/files/erzieherinnen-qualiprofil_kopie_.pdf (letzte Einsicht 03.01.2014, 15.00 Uhr)

Wirtschaftslexikon. Kooperation. www.mein-wirtschaftslexikon.de/k/kooperation.php (letzte Einsicht 03.01.2014, 15.00 Uhr)

Focus online. Jetzt bin ich der Boss! -Wenn Azubis Chef auf Zeit werden. www.focus.de/finanzen/kariere/perspektiven/ausbildung-jetzt-bin-ich-der-boss-wenn-azubis-chef-auf-zeit-werden_id_3484472.html (letzte Einsicht 03.01.2014, 13.00 Uhr)

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[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit, wird auf die Schreibweise „-er/innen“ verzichtet. Generell wurden die Begriffe in der weiblichen Schreibweise verwendet, da über 90 Prozent der pädagogischen Fachkräfte weiblich sind. Diese Schreibform wird Synonym für die männliche und weibliche Form vereinfacht verwendet und alle männlichen und weiblichen Personen sind gleichberechtigt angesprochen.

Details

Seiten
11
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668006669
ISBN (Buch)
9783668006676
Dateigröße
445 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v301728
Institution / Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)
Note
2,7
Schlagworte
kita ausbildungsort erzieher/innen lernortkooperation fachschule-kita begriff analyse ist-zustands ziele

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Titel: Die Kita als praktischer Ausbildungsort für Erzieher/innen. Lernortkooperation mit der Fachschule-Kita